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Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Der Märchen Onkel Wolodymyr Selenskyj
    Der Märchen Onkel aus der Ukraine

    Ist Wolodymyr Selenskyj nur ein Maulheld? der an seine eigenen Märchen glaubt?

    Wolodymyr Selenskyj meldet seit Wochen Erfolge seiner Amee über die Russen, die in unseren Medien zum besten gegeben werden.

    "Feindliche Durchbruchsversuche abgewiesen. “
        
    "Vorstoß bis zu 30 km Tiefe. “
        
    "Feindliche Stellungen zertrümmert. “

    "Russische Armee verliert hunderte Kämpfer – sorgt aber für steten Nachschub"

    Das Problem ist nur, weder die Ukraine noch unsere Medien, die all diese Meldungen von Selenskyj verbreiten, konnten uns bisher keinen einzigen getöteten Russen präsentieren.

    "Selenskyj spricht von »historischem Tag«, Ukraine droht mit Zerstörung von Krim-Brücke"

    Zum 100. Tag des krieges verkündigte er ". Die russischen Truppen seien in 3620 Ortschaften der Ukraine einmarschiert, 1017 davon seien wieder befreit worden.

    Die dümste Frage stellt am 18. Juni aber ein Pole, "Will Deutschland am Ende gar nicht, dass die Ukraine gewinnt?"

    Hallo, ist irgendjemand auf dieser Welt, davon ausgegangen, das die Ukraine diesen Krieg gewinen Könnte? Und wie kommt eigentlich jemand auf die verblödete Idee, Deutschland könnte der Ukraine zum Sieg verhelfen?

    Es liegt in der Natur der Dinge, dass die ukrainische Seite versucht, den Westen in den Krieg hineinzureden. Das gilt sowohl für Selenskyj als auch für den ukrainischen Botschafter in Deutschland. Dabei finden sie in den deutschen Journalisten willige Mitarbeiter.

    Wie enttäuschte Theaterbesucher, die gern mehr Spektakel gesehen hätten, werfen manche Journalisten dem Kanzler Scholz seine vorsichtige Haltung vor. Das erinnert an aus dem Ruder gelaufene Theaterkritik, sagte Peter Sloterdijk in einem Gespräch mit DPA und Welt-Online.

    Vor Jahren meinte der Papst, ein weiterer Weltkrieg würde in Stücken und Brocken ausbrechen – so sei es nun auch gekommen. Der Krieg sei „in gewisser Weise entweder provoziert oder nicht verhindert worden“. Offensichtlich gehe es auch um den Verkauf von Waffen.

    Papst Franziskus hat die Weltgemeinschaft angesichts des Ukraine-Kriegs dazu aufgefordert, sich vom üblichen Gut-Böse-Schema zu lösen. Das katholische Kirchenoberhaupt sagte, manch einer möge ihm an dieser Stelle entgegenhalten, er sei pro Putin.

    „Nein, das bin ich nicht. So etwas zu sagen, wäre vereinfachend und falsch. Ich bin einfach dagegen, die Komplexität auf die Unterscheidung zwischen Guten und Bösen zu reduzieren, ohne über die Wurzeln und Interessen nachzudenken, die sehr komplex sind“, betonte Franziskus. Das sagte er den europäischen Kulturzeitschriften des Jesuitenordens in einem Interview.

    Am 23.05.2022 klärt uns Gabor Steingart in seinem Morning Briefing einmal auf, wie die Lage wirklich aussieht.

    Wolodymyr Selenskyj meldet täglich gegnerische Verluste, spricht von zurück eroberten Teilgebieten und verkündete dann am Wochenende den finalen Schlag: Die Ukraine habe der russischen Armee „das Rückgrat gebrochen“, sagte Selenskyj in einem am Samstag ausgestrahlten Fernsehinterview: "Sie werden die nächsten Jahre nicht mehr auf die Beine kommen."

    Wer mit der langjährigen Leiterin des Nato Foresight Teams, Dr. Stefanie Babst, spricht, der bis vor Kurzem ranghöchsten Frau in der europäischen Nato, kommt zu gänzlich anderen Erkenntnissen als Selenskyj. Demnach hat die Ukraine keineswegs der russischen Armee das Rückgrat gebrochen, sondern – im Gegenteil – sie wird von eben jener Armee erwürgt. Frau Babst spricht von der Boa-Constrictor-​​Strategie:

        
    Die Russen sind von drei Seiten auf die Ukraine losgestürmt und versuchen jetzt nicht nur militärisch die ukrainischen Streitkräfte zu dezimieren, sondern auch mit wirtschaftlichen Mitteln die Versorgungslinien abzuschneiden. Man sieht das ganz deutlich im Süden am Asowschen Meer und am Schwarzen Meer:

    Drei Hafenstädte wurden bereits eingenommen. Die letzte noch verbleibende freie ukrainische Hafenstadt Odessa liegt unter Belagerung."

    Zählt man die ebenfalls besetzten Republiken Donezk und Luhansk im Südosten der Ukraine und die bereits 2014 von Russland eroberte Krim dazu, dann, sagt Frau Babst, bleibt nur noch ein ukrainischer Rumpfstaat übrig. Das sei das eigentliche Ziel der russischen Generalität:


    Russland will die Ukraine in einen Rumpfstaat verwandeln, ohne Anbindung zur See und ohne die wirklich sehr wichtige industrielle östliche Basis, also im Donbass. “Zugleich stoße Russland immer wieder militärisch auch in den Westen der Ukraine vor, mit dem aus ihrer Sicht klaren Ziel:


    Die russische Regierung möchte damit das Stresslevel in der ukrainischen Bevölkerung weiter hoch halten. Es ist schrecklich, unter andauerndem Beschuss oder Sirenenalarm zu leben. 

    Henry Kissinger scheut sich nicht, das politisch Unkorrekte auszusprechen. Er deutete in seiner Videobotschaft für das Davos-Forum an, die Ukraine solle auf die russisch besetzten Gebiete auf der Krim und auf Teile des Donbass im Zuge einer Beilegung des Krieges verzichten. Er sagte wörtlich:


    "Verhandlungen sollten innerhalb der nächsten zwei Monate beginnen, bevor die Situation zu Aufständen und Spannungen führt, die nicht mehr leicht zu überwinden sein werden." Kissinger warnte den Westen davor, sich immer tiefer in das militärische Abenteuer des Ukraine-Krieges zu verstricken. Man solle die Machtposition Russlands innerhalb Europas nicht unterschätzen. Der Westen möge im eigenen Interesse besser nicht zur Niederlage Russlands beitragen.

    Gabor Steingart fragt seine Leser: 

    Was eigentlich sind meine, Ihre Quellen der Information. Ich glaube: Demokratie braucht Fakten.

    Um es mit Kurt Tucholsky zu sagen:
     "Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht. Ich glaube keinem, der sie gefunden hat."

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  • Dreh für den Film zu Wilhelm Tell
    Die Wilhelm Tells Story

    Wilhelm Tell, der Eigenbrötler, Querulant und Wilderer, sowie der große Fehler

    Welche Geheimnisse und Sehnsüchte machen ein Leben aus? Darum geht es in Jonathan Lees neuem Buch „Der große Fehler", der jüngst bei Diogenes (www.diogenes.ch) erschienen ist und den die britische Zeitung The Guardian als besten Roman des Jahres bezeichnet:

    Als Sohn eines mittellosen Farmers wurde Andrew Haswell Green zum Selfmademan. Ohne ihn gäbe es weder den Central Park noch die Public Library, den Bronx Zoo, das American Museum of Natural History und das Metropolitan Museum of Art. Er war auch an bedeutenden Projekten wie dem Riverside Drive, dem Morningside Park und dem Fort Washington Park beteiligt.

    Als er an einem Freitag den 13. im Jahr 1903 83-jährig vor seiner Haustür erschossen wird, erschüttert der Mord ganz New York City.

    Eine überraschende Spurensuche beginnt, die über knapp 370 Seiten ihren Spannungsbogen nicht verliert. Eine wahre Geschichte über die Stadt, die niemals schläft. Grandios.

    Ebenso unwiderstehlich ist der neue Roman von Joachim B. Schmidt mit dem schlichten Titel „Tell", in dem der Autor Wilhelm Tells Story neu und anders erzählt, einzigartig und frisch:

    Tell, Eigenbrötler, Querulant, Wilderer, ist nicht nur ein Antiheld, sondern gleichzeitig ein zeitloser Jedermann, der in 100 schnellen Sequenzen einem explosiven Showdown entgegenfiebert, die jedem Hollywood-Blockbuster das Wasser reichen können.

    Um diesen etwa 300 Seiten zu verfallen, muß man nicht mal den echten Tell kennen. Wow, wow, wow. Ebenfalls Diogenes. 23 Euro. 

    Sönke C. Weiss

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  • Deutschland hat von allen Nicht-Anrainerstaaten mit Abstand die meisten Flüchtlinge aus Ukraine aufgenommen (780.000)
    Die Mär von der Tatenlosigkeit

    Deutschland leistet viel für die Ukraine, Wolodymyr Selenskyj stänkert rum

    Erst unlängst äußerte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Deutschland „sich entscheiden" müsse, und nicht der Versuch unternommen werden sollte „einen Spagat zwischen der Ukraine und den Beziehungen zu Russland" zu machen.

    Angesichts der massiven Unterstützung seitens der Bundesrepublik scheint es doch auf der Hand zu liegen, dass sich Berlin längst entschieden hat. Handelskontor-News gibt in einer neuen Infografik einen Überblick.

    Nach aktuellen Daten hat Deutschland bis dato 780.000 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen: von allen Nicht-Anrainerstaaten mit Abstand am meisten.

    Zum Vergleich: auf Platz 2 landet Tschechien mit einer Anzahl von 373.965. Großbritannien – von Selenskyi nicht selten für seine Unterstützung gelobt – beheimatet unterdessen 70.500 Flüchtlinge aus dem leidgeplagten Land.

    Dabei leistet Deutschland nicht nur häufig unterschätzte humanitäre Hilfe. Folgt man den Daten der Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel), dann kommen aus der Bundesrepublik die viertgrößten Militärhilfen für die Ukraine.

    So sollen seit seit der Invasion bereits Militärhilfen aus Deutschland in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in die Ukraine geflossen sein. Hiermit inbegriffen: Waffen und Ausrüstung sowie finanzielle Hilfe für militärische Zwecke.

    Wie die Infografik aufzeigt, haben lediglich Polen, Großbritannien sowie die USA mehr Militärhilfe geleistet. Allerdings ist dies lediglich eine Lesart. Je nach Kriterien oder beispielsweise auch in Relation zur Wirtschaftskraft fallen die Platzverteilungen deutlich anders aus.

    Bisher sind in Folge der russischen Invasion etwa 7,6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Wenig Hoffnung macht auch ein Blick auf andere Konflikte rund um den Globus: meldete das Team rund um den Conflict Barometer im Jahr 2019 beispielsweise noch 15 Kriege, waren es 2020 bereits 20 an der Zahl.

    Andere Daten zeigen indes, dass im Jahr 2022 (Schätzung) weltweit 104 Millionen Menschen wegen Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen fliehen müssen: gegenüber dem Jahr 2010 ein Anstieg von 154 Prozent.

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Mit dem EU-Projekt „Lebensspur Lech“ ist der gesundheitstouristische Erlebnisraum zwischen dem bayerischen Allgäu und dem Tiroler Lechtal noch enger zusammengewachsen – ebenso wie die Kooperationspartner Stefan Fredlmeier/Füssen Tourismus und Marketing (li.) und Michael Kohler/Lechtal Tourismus
    Von Bayern bis Tirol:

    Interview zum Abschluss des Interreg-Projekts „Lebensspur Lech“

    Nach sechs ereignisreichen Jahren ist das Interreg-Projekt „Lebensspur Lech“ zum 1. Juli 2022 abgeschlossen. Während dieser Zeit hat sich im gesundheitstouristischen Erlebnisraum zwischen dem bayerischen Allgäu und dem Tiroler Lechtal viel getan – dort, wo Europa auf kleinstem Raum zusammengewachsen ist.

    Alle neu entstandenen Stationen bleiben auch weiterhin für Gäste und Einheimische zugänglich.

    Warum der Wildfluss Lech dabei stets das verbindende Element ist, wie man aus einem verschlafenen Bergweiler ein „Auszeitdorf“ macht und weshalb grenzüberschreitende Regionalentwicklung so sinnvoll ist, wissen Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier und der Geschäftsführer von Lechtal Tourismus Michael Kohler.

    Sie haben das gemeinsame „Baby“ ins Leben gerufen,  mit ihren Teams gehegt, gepflegt und nun erfolgreich zu Ende geführt. www.lebensspur-lech.com,

    Wie sind Sie 2016 auf das Interreg-Projekt „Lebensspur Lech“ gekommen?

    Stefan Fredlmeier: Einer der Schwerpunkte von Füssens Tourismusentwicklung ist die zeitgemäße Umsetzung des Kneipp’schen Naturheilverfahrens.

    Es war also naheliegend, bei unseren Nachbarn nachzufragen, wer ähnliche Ambitionen hat. Da uns der Lech mit unseren österreichischen Partnern nicht nur geografisch verbindet, war Kneipp als gemeinsame Klammer schnell gefunden.

    Michael Kohler: Das Tiroler Lechtal steht seit jeher für naturorientierten und sanften Tourismus. 2015 bekamen wir die Gelegenheit, uns auch im gesundheitstouristischen Bereich weiterzuentwickeln und das obendrein in Zusammenarbeit mit unseren Allgäuer Freunden. Schon der Lechweg hat als Grundfeste unserer Partnerschaft gezeigt, dass es sich lohnt, an einem Strang zu ziehen.

    Was genau versteht man unter einem „gesundheitstouristischen Erlebnisraum“ und welche Voraussetzungen hat dieser zu erfüllen?

    SF: Das klingt sehr technisch – ist es aber nicht. In unserem Fall handelt es sich um eine Region, in der Gäste der Philosophie Sebastian Kneipps folgen, sie in all ihren Facetten und mit allen Sinnen erfahren können.

    Festgelegte Voraussetzungen oder Grenzen gibt es dabei nicht. Letztlich ist entscheidend, was der Besucher wahrnimmt und erleben kann: nämlich ganzheitliche Entschleunigung in der unverfälschten Natur des Wildflusses Lech.

    Warum war ausgerechnet das Thema Kneipp/Innere Ordnung von Beginn an zentrales Thema?

    SF: Für Füssen als Kneippkurort mit jahrzehntelanger Erfahrung war das Thema gesetzt. Kneipp eignet sich aufgrund seines präventiven Charakters und seiner Niederschwelligkeit bestens, um Gesundheit mit Tourismus zu verbinden.

    MK: Angesichts der gesellschaftlichen Relevanz von Themen wie Entschleunigung, Balance und Auszeit lag nahe, die Kneipp’sche Säule „Innere Ordnung“ als Projekt-Schwerpunkt zu fokussieren. Uns war von Beginn an klar, dass wir damit den richtigen Nerv treffen und am Puls der Zeit sind.

    Welche Partner sind beteiligt und warum hat der Portalort Füssen diese mit ins Boot geholt?

    MK: Neben Füssen im bayerischen Allgäu ist das Lechtal als Teil des Naturparks Tiroler Lech beteiligt. Die Angebotsentwicklung fand bei uns schwerpunktmäßig in der Gemeinde Holzgau und vier Seitentälern des Lechtals statt.

    Der Verein Lechweg fungierte als bestehender Organisationsrahmen für gemeinsame Maßnahmen wie Qualifizierung und Marketing. So konnten wir uns den verwaltungstechnischen Akt sparen, für die „Lebensspur Lech“ einen eigenen Verein zu gründen.


    Was wurde im Kontext der „Lebensspur Lech“ alles realisiert? 

    SF: Im Rahmen umfangreicher Bauprojekte wurden in Füssen zahlreiche Erlebnisareale geschaffen, die Sebastian Kneipp sicher gut gefallen hätten – von Kneipp-Gussstellen über Ruheinseln bis zu Bewegungs-Parcours und Besinnungswegen.

    Vor allem aber vertiefte Füssen per Qualifizierung der Gastgeber und Angebotsentwicklung das gesellschaftlich relevante Thema „gesunder Schlaf“:

    Mithilfe des Kneipp‘schen Naturheilverfahrens rücken wir lebensstilbedingter nächtlicher Unruhe zu Leibe und sind dafür sogar von der Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftlich zertifiziert worden.

    MK: Wir Partner im Lechtal schufen in Holzgau den Vitalweg, der spannend und inspirierend alle Kneipp’schen Themen erlebbar macht.

    Mittlerweile ist dort sogar die einheimische Bevölkerung unterwegs und somit auch die Akzeptanz für derlei Projekte im Tal gegeben.

    Dem Wunsch nach Ruhe, Besinnung und Selbstjustierung wird in den sogenannten Auszeitdörfern Rechnung getragen, die sich tief in den Seitentälern des Lechs befinden.

    Dort laden die Natur und Ruheinseln dazu ein, eine „Gegenwelt“ zum hektischen Alltag zu erleben. Sowohl im Lechtal als auch in Füssen wurden zudem Kneipp-Gesundheitstrainer ausgebildet. Und wir haben die „Lebenspur Lech“ mit Marketing- und Pressearbeit öffentlichkeitswirksam präsentiert.

    Apropos Auszeitdörfer: Was genau hat es damit auf sich?

    MK: Auf diesen „Coup“ sind wir besonders stolz. Denn im Prinzip handelt es sich dabei „nur“ um vier Kleinstgemeinden in den Talschlüssen des Tiroler Lechtals.

    Doch Produktentwicklung bedeutet vor allem Kreativität – und so haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und die „Tiroler Auszeitdörfer“ ins Leben gerufen.

    Mit ihrem Anspruch auf Kneipps „Innere Ordnung“ sprechen sie mittlerweile gestresste Manager ebenso an wie Paare, die einen romantischen Rückzugsort suchen oder Aktive, die gern off the path unterwegs sind.

    Hierbei war uns vor allem wichtig, die Dörfer nicht mit touristischen Highlights zuzupflastern und zu inszenieren. Vielmehr wollten wir die bestehenden Gegebenheiten – den idyllischen Bergdorfcharakter, die Ruhe, das Fehlen großer Hotelanlagen – noch hervorheben.

    Es galt zu vermitteln, dass es ein Privileg ist, dort zu leben oder Urlaub zu machen. Da auch die Auszeitdörfer nicht von Abwanderung verschont bleiben, sollte zudem den Einheimischen eine Perspektive geboten werden. 


    Was hat sich in den vergangenen sechs Jahren in Sachen grenzüberschreitende Verbindung(en) getan und zum Positiven verändert?

    SF: Die bereits über den Lechweg und gemeinsame Kulturprojekte vertrauensvolle Zusammenarbeit hat sich in den letzten sechs Jahren nochmals intensiviert.

    Da inzwischen auch der Lechradweg verlängert worden und noch attraktiver ist, wird der Lech seiner Bedeutung als verbindende Achse noch stärker gerecht.

    Schon seit jeher verbindet er uns wie eine Lebensader und es macht auch weiterhin Sinn, gewisse Themen miteinander zu bearbeiten und Synergien zu nutzen.


    Warum sind EU-Projekte sinnvoll und wie genau werden sie wahrgenommen und genutzt?

    SF: Bei Interreg-Projekten wie der „Lebensspur Lech“ steht die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit klar definierten Entwicklungsschwerpunkten im Vordergrund. So wächst Europa zusammen.

    In unserem Fall erleben Einheimische und Gäste die touristischen Angebote entlang des Wildflusses Lech. Dabei hat die politische Grenze zwischen Österreich und Deutschland keinerlei Relevanz mehr, sondern wir bringen einfach gemeinsam etwas weiter.


    Inwieweit bleibt die „Lebensspur Lech“ nach Projektende auch weiterhin bestehen?

    MK: Alle Angebote der „Lebensspur Lech“ gibt es auch weiterhin. Tatsächlich konnten wir alle 2016 fixierten Ziele umsetzen, obwohl Preissteigerungen im Förderzeitraum mehrfaches Nachjustieren erforderlich machten.

    So aber haben wir die Chance bekommen und genutzt, Prozesse anzustoßen, Kompetenzen zu entwickeln, eine Infrastruktur aufzubauen und damit den Tourismus langfristig und nachhaltig zu stärken – zum Nutzen der Regionen und natürlich auch der Gäste.
    Was „treibt“ Sie für die Zukunft noch an?

    SF: Qualitätsbasierter und nachhaltiger Tourismus bleibt unsere gemeinsame Daueraufgabe. Die angeschobenen Entwicklungen müssen weiter vertieft werden, um die „Lebensspur Lech“ als grenzüberschreitenden Erlebnisraum für gesundheitsfördernden Naturtourismus mit einer modernen Umsetzung des Kneipp’schen Naturheilverfahrens noch stärker zu profilieren.

    Gibt es eine Idee für ein verlängerndes oder sogar neues Interreg-Projekt zwischen den bestehenden Partnern?

    MK: Da haben wir noch einiges vor – weitere Ideen gehen in Richtung grenzüberschreitende Mobilitätsverbesserung, naturschonende Besucherlenkung und digitale Verbünde, unter anderem bei den verschiedenen Gästekarten. Vor allem aber ist das Maß aller Dinge, dass der touristische Erlebnisraum auch weiterhin mit dem Lebensraum harmoniert.

    Interview: Jessica Thalhammer/AHM

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  • Gaby Gianini ist Besitzerin der Tenuta Castello di Morcote im gleichnamigen Tessiner Dorf am Luganer See. Ihre Weine zählen zu den besten der Schweiz
    Zurück zu den Weinwurzeln

    Gaby Gianini, Winzerin aus dem Schweizer Tessin

    „Von klein auf hatte ich eine tiefe Verbindung zum Weingut Castello di Morcote am Luganer See, das mein Großvater 1940 erwarb und wo schon die alten Römer Reben gepflanzt haben.

    Ich wusste früh, dass dieses sieben Hektar große Tessiner Landstück mein Leben bestimmen würde. Als Kind habe ich dort viel Zeit verbracht, das Handwerk gelernt und so den Grundstein für meine Leidenschaft gelegt.

    Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Lausanne zog es mich zurück auf den Weinberg, wo ich seit 1996 wieder arbeite.

    Meine Familie war zunächst skeptisch, als ich den Betrieb 2009 komplett übernommen habe, aber für mich war es eine Herzensangelegenheit.

    Und die absolut richtige Entscheidung, denn unsere Weine gehören heute – unter anderem dank unserer zwei angesehenen Önologinnen – zu den 100 besten der Schweiz.

    Damit auch die nächsten Generationen erfolgreich sein können, lege ich großen Wert auf Nachhaltigkeit, seit 2017 sind wir bio-zertifiziert.

    Auf unseren 2021 eröffneten Weinkeller, der mit regionalen Naturmaterialien und erneuerbarer Energie gebaut wurde, bin ich besonders stolz:

    Neben professioneller und schonender Traubenverarbeitung haben wir einen Begegnungsort für hochwertigen Weintourismus geschaffen, der die Tessiner Region langfristig aufwerten soll.

    Mit unserem Boutique Hotel im ehemaligen Kloster am Fuß des Weinbergs ist zudem eine symbiotische Beziehung entstanden.“

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  • Michaela Boland trifft Jesper Munk auf seiner Konzerttournee
Jesper Munk erinnert mich seiner Stimme an sein Idol Amy Winehouse
For in my way it lies lautet Jesper Munks neues Album
    exklusivinterview mit michaela boland

    Bluestalent Jesper Munk erinnert uns an sein Idol Amy Winehouse

    Dieses Interview haben wir 2014 mit Jesper Munk geführt, und er hat sich tatsächlich im Musik-Geschäft gehalten. Am 31. Mai wird er 30 Jahre und wir erinern noch einmal an seine Anfänge.

    21 Jahre, unfassbar tiefe Stimme, blonde Strubbelmähne und treuer Blick aus blauen Augen. All dies kombiniert mit einem sportlich durchtrainierten Körper im lässigen Jeans-Tanktop-Lederjacken-Look erklärt vermutlich schnell, aus welchem Grund auch BRAVO-Leser jetzt den Blues für sich entdecken.

    Der Deutsch-Däne Jesper Munk verzaubert derzeit landesweit mit berührenden Eigenkompositionen, die hin und wieder an sein Idol Amy Winehouse erinnern. "For in my way it lies" lautet der Titel seines aktuellen Albums in Anlehnung an ein Zitat aus Shakespeare`s Macbeth. Eine Lektüre, die der in München beheimatete Soul-Musiker leider nie zu Ende las.

    Grund: Für gemeinsame Jam-Sessions schwänzte er mit seinen Freunden gerne mal den Unterricht. Durchaus zu seinem Glück, denn der Sohn einer dänischen Mode-Direktrice und eines bayerischen Musikers musste währenddessen einmal derartig laut werden, dass seine bisher glockenklare Chorstimme brach, einen Sprung machte und "auf einmal total dreckig klang". Jetzt verschafft er sich Gehör, denn dieses besondere Timbre in der noch jungen Stimme prägt sich unverzüglich ein.

    Während seiner ELECTRIC SHOW Tour 2014 durch Deutschland treffe ich den belesenen Newcomer und begeisterten Tom Waits-Fan. Dass in erster Linie Gefühl seine Musik prägt, wird schnell ersichtlich, wenn man mit dem natürlich-sensiblen und sympathisch zurückgenommenen, klugen Jesper ins Gespräch kommt. Von sich hören machen wird diese Neuentdeckung gewiss noch häufig, denn sie ist uneitel, frisch, markant und gut.

     

    Michaela Boland: Hast du Macbeth in der Zwischenzeit nochmal gelesen?

    Jesper Munk: Nein, habe ich immer noch nicht. Leider bin ich nicht dazu gekommen.

    Michaela Boland: Hast du damals im Gymnasium keine Klausur über diesen Klassiker schreiben müssen?

    Jesper Munk: Doch, klar.

    Michaela Boland: Wie ist sie gelaufen, wenn du den Stoff nicht gelesen hast?

    Jesper Munk: Ganz schlecht natürlich.

    Michaela Boland: Ist es denn noch in Planung, das Stück irgendwann zu verinnerlichen oder schon ad acta gelegt?

    Jesper Munk: Ich will es unbedingt mal lesen. Ich will überhaupt mehr von Shakespeare lesen, denn das darf man nicht auslassen. Auf keinen Fall. Leider bin ich gerade einfach zu inkonsequent. Zurzeit lese ich nämlich in einer Tom Waits-Biografie, die ich von einem guten Freund geschenkt bekommen habe. Ansonsten beschäftige ich mich in literarischer Hinsicht augenblicklich hauptsächlich mit Lyrics.

    Michaela Boland: Der klassische Blues leitet sich von "I`ve got the Blues" ab. Dies heißt ja so viel wie, `ich bin traurig`. Bist oder warst du häufig traurig?

    Jesper Munk: Ich würde zwar sagen, dass ich eigentlich schon ein sonniges Gemüt habe, allerdings staut sich natürlich hin und wieder mal etwas an. Denn, nicht immer läuft alles super rund. Wenn sich dann etwas anstaut und man keine Lust hat, diese Dinge so rauszulassen oder gar gegenüber jemandem direkt zu äußern, dann braucht man ein Ventil. Für manche ist das Sport, für andere ist es etwas anderes und für mich ist es eben die Musik.

    Michaela Boland: Von deiner attraktiven Optik her könntest du ohne weiteres als eine Art Justin Bieber durchgehen. Nun steht er mit Pop für eine gänzlich andere Musikrichtung als du. Wäre Pop etwas, das du grundsätzlich ablehnen würdest?

    Jesper Munk: Schrecklich. Das lehne ich zu hundert Prozent ab.

    Michaela Boland: Im Bereich Blues würde man eher reifere Semester vermuten. Wie hast du als heute erst 21-Jähriger diese Musikrichtung schon vor Jahren für dich entdeckt?

    Jesper Munk: Ich habe angefangen in einer Band namens Lila`s Riot Bass zu spielen. Mein Band-Kollege, Clemens, war damals auch schon dabei und hat Drums gespielt. Ich selbst konnte überhaupt keinen Bass spielen und viele unserer Musiker konnten ebenso wenig spielen. Also, haben wir uns darauf geeinigt, dass wir zwar wenig, aber dafür ausdrucksstark spielen. So sind wir bei den Sixties gelandet. Wenn man sich dann diese Songs anhört und weiß, dass das alles auf den Blues zurückgeht, fängt man an, sich dafür zu interessieren und sich hinein zu hören. Ebenfalls in die 1920, -30er und -40er Jahre. Und so bin ich auf den Blues gekommen.

    Michaela Boland: Der Blues, der in seiner Entstehung Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts anzusiedeln ist, soll häufig in zwölf Takten und einer Melodie, die von drei Akkorden begleitet wird, auftreten. Hältst du dich womöglich auch streng an solche Formen?

    Jesper Munk: Nein. Bei uns sind es nicht immer nur 12 Takte und drei Grundharmonien (lacht). Blues ist natürlich harmonisch simpel gedacht. Und das ist ja auch das Schöne daran, dass es einfach und ausdrucksstark ist. Das wenige, das du spielst, musst du mit dem maximalen Gefühl spielen. Das ist auch, was mich bis heute dabei gelassen hat.

    Michaela Boland: Redakteure des Bayerischen Rundfunks sollen dich auf der Straße entdeckt haben. Klingt beinahe so wie vom Tellerwäscher zum Millionär. Wie ging das vonstatten?

    Jesper Munk: Ralf Sommer hat mich auf der Straße spielen sehen und mich ins schöne Studio 12 beim BR eingeladen und das war in der Tat der erste Radiotermin.

    Michaela Boland: Du hast mit 15 Jahren verhältnismäßig spät angefangen, Gitarre zu erlernen. Wie lange hat es gedauert, bis du dein Spiel perfektionieren konntest?

    Jesper Munk: Ich habe mit 16 Jahren angefangen Bass zu spielen und eigentlich erst mit 17 ein halb begonnen, Gitarre zu spielen. Allerdings lernt man stetig weiter. Pro Gig und pro Session geht es immer weiter voran. Auf dem Stand, auf dem ich jetzt bin, war ich noch nie. Wenn man es richtig angeht, wird sich das wohl auch nie ändern.

    Michaela Boland: Hast du dir auch die Anfänge autodidaktisch angeeignet, hast du jemals eine Musikschule besucht oder dir einfach viel bei deinem Vater, der ja ebenfalls Musiker ist, abgeguckt?

    Jesper Munk: Ich habe viel mitbekommen, mir viele Konzerte angeschaut als ich noch jünger war. Da guckt man sich natürlich alles Mögliche ab und ansonsten bin ich ein Autodidakt.

    Michaela Boland: In Interviews hast du häufig den Moment beschrieben, wie dir einst beim gemeinsamen jammen während des kollektiven Schule Schwänzens, urplötzlich die Stimme gebrochen sei, als du recht laut gesungen hast. So soll dir laut eigenen Angaben erstmalig bewusst geworden sein, wozu du mit deiner Stimme im Stande bist. Denkst du, ohne diesen Vorfall hätte sich alles so entwickelt wie es sich nun entwickelt hat?

    Jesper Munk: Nun, ja. Hätte, würde, könnte. Keine Ahnung. Definitiv war meine Stimme in irgendeinem anderen, was-auch-immer-Teil, von mir versteckt. Und auf diese Weise kam sie eben dann heraus. Mir war zuvor nicht bewusst, dass ich meine Stimme in der Art benutzen kann.

    Michaela Boland: Manche deiner Lieder erinnern in ihrer gesanglichen Umsetzung stark an Amy Winehouse. Bist du ein Fan von ihr?

    Jesper Munk: Ja, total. Amy war einfach großartig.

    Michaela Boland: Du hast in München Abitur gemacht und ganz brav erst danach deine Solokarriere gestartet. Wie dezidiert lässt sich so etwas eigentlich im Vorfeld vorausplanen?

    Jesper Munk: Wir hatten dieses Studio-Closing im BR und das hat einfach immer mehr Aufmerksamkeit nach sich gezogen. Konzerte haben wir allerdings schon gespielt als ich noch in der Schule war. Ich habe im Juni Abi gemacht und im Januar hatten wir sogar schon Konzerte, die ausverkauft waren. Ich hatte da auch Bock drauf und wusste schon länger, dass ich das machen will. Mit viel Hilfe meines Vaters konnte ich dann sogar nach dem Abi mein erstes Album aufnehmen.

    Michaela Boland: Hätte es insoweit überhaupt eine berufliche Alternative für dich gegeben oder hast du womöglich so etwas wie einen Plan B?

    Jesper Munk: Die Alternative wäre Gitarrenbauer.

    Michaela Boland: Einen Korpus-gewölbten Bau würdest also vermutlich hinbekommen?

    Jesper Munk: Vielleicht verbirgt sich auch nur die charmante Idee dahinter, denn ich weiß natürlich, dass das eine Wahnsinns-Arbeit und viel Gefitzele ist. Dennoch wäre das auf jeden Fall etwas, was auf diesem Plan stehen würde.

    Michaela Boland: Deine Texte definierst du häufig als Gefühls-Mosaik. Was ist konkret damit gemeint?

    Jesper Munk: Du fährst irgendwo hin und du schreibst hier und da mal etwas auf. Du hast eben immer dein kleines schwarzes Lederbüchlein dabei. Und dann landet halt zwischendurch auch schon mal so richtig viel Schwachsinn darin. Manche Songs entstehen in einem Rutsch und andere werden über Wochen mit mir herumgetragen und dann irgendwann zusammengefügt. So entstehen dann diese Gefühls-Mosaike.

    Michaela Boland: Wie gehst du üblicherweise beim Songschreiben vor?

    Jesper Munk: Gar nicht. Erzwingen kann ich es nicht. Ich kann mich nicht drei Stunden hinsetzten und irgendetwas aufs Blatt zwingen. Aber, ich bewundere Leute, die das einfach so können. Das funktioniert bei mir nicht oder zumindest noch nicht. Bei mir muss das einfach kommen. Und da muss der richtige Moment da sein und ein Stift und ein Blatt.

    Michaela Boland: Es soll da eine Liebesgeschichte gegeben haben, durch die dein Song 7th Street entstanden sein soll, den du ja in New York geschrieben hast. Was hat es damit auf sich?

    Jesper Munk: Schwamm drüber! Bloß nicht so viel Aufmerksamkeit darauf richten! Da ist etwas schief gelaufen und ich bin trotzdem hingefahren und dann bin ich wieder zurück, hatte aber zumindest einen neuen Song und eine neue Gitarre auf dem Weg nach Hause im Gepäck. Das ist die Kurzversion der Geschichte.

    Michaela Boland: Bist du denn gerade liiert?

    Jesper Munk: Das kann ich natürlich nicht sagen. (Anm. d. Red.: Grinst verschwörerisch).

    Michaela Boland: Geheimnisvoll und der Spekulation Tür und Tor öffnend.

    Jesper Munk: (lacht)

    Michaela Boland: Die BRAVO hat sich ebenfalls bereits für dich interessiert. Ist das etwas, das dich freut oder ist dir das eher gleichgültig, nachdem das Traditionsjugendmagazin ja klassischerweise eher über die Justin Biebers dieser Welt berichtet?

    Jesper Munk: Bewusst sind wir das nie mit einem Promo-Plan angegangen, da wir ja Blues machen. Ich finde es natürlich schön, dass da jemand drin saß, der cool fand, was ich mache.

    Michaela Boland: Das ZDF beschrieb dich im Rahmen eines Fernsehauftritts als "Deutschlands gehypten Blues-Act". Kannst du mit solchen Attributen etwas anfangen?

    Jesper Munk: Die Formulierungen sind ja in dem Sinne nicht für mich, denn ich muss ja nichts damit anfangen. Ich finde es natürlich nett, wenn man diese Art von Aufmerksamkeit bekommt und ein Feedback, das positiv ist. Aber ich in erster Linie, weiß nicht, was ich damit anfangen sollte.

    Michaela Boland: Dein Vater, Rainer Germann, ist ebenfalls Musiker und einigen bekannt durch seine Band, Cat Sun Flower, die unter anderem schon als Vorgruppe von Oasis auftrat. Mittlerweile ist er dein Berater, Bassist und Co-Produzent. Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit in der Familie?

    Jesper Munk: Sehr gut. Seitdem das mit der Musik abgeht, ist natürlich diese ganze standardmäßige Vater-Sohn- warum-gehst-du-nicht-in die Schule-was-soll-das-mach-was-G´scheits-Problematik hinfällig. Wir machen einfach miteinander Musik und so wie man zusammen Musik macht, genau so läuft es.

    Michaela Boland: Hast du noch Geschwister oder bist du Einzelkind?

    Jesper Munk: Ich bin Einzelkind.

    Michaela Boland: Deine Mutter, Helle Munk, soll in der Modebranche arbeiten. Ist sie dort ebenfalls im kreativen Bereich tätig?

    Jesper Munk: Meine Mutter hat digitale Schnitt-Direktrice erlernt und arbeitet heute als Schnittbildlegerin beim Modeunternehmen Rena Lange. Sie berechnet quasi diese Schnitte am Computer und danach wird dann der Stoff eingekauft.

    Michaela Boland: Bist du auch schon einmal in Dänemark aufgetreten?

    Jesper Munk: Nein, noch nie.

    Michaela Boland: Du firmierst als Deutsch-Däne, bist allerdings in München aufgewachsen. Wie sieht es denn da mit deiner Staatsbürgerschaft aus?

    Jesper Munk: Ich habe einen dänischen Pass.

    Michaela Boland: Doppelte Staatsbürgerschaft?

    Jesper Munk: Nein, ich habe nur einen dänischen Pass.

    Michaela Boland: Sprichst du denn Dänisch?

    Jesper Munk: Nur ein paar Schimpfwörter. (lacht)

    Michaela Boland: Du trägst den Nachnamen deiner Mutter. Hast du ihn dir als Künstlernamen angeeignet?

    Jesper Munk: Nein, ich heiße so. Das steht auch so im Pass. Meine Eltern sind gar nicht verheiratet. Ich bin ein Bastard. (lacht). Ich lass mich jetzt ohnehin von Clemens adoptieren, damit ich einen Grafen-Titel bekomme. (lacht). Jesper Graf Finck von Finckenstein, hieße ich dann. (lacht)

    Michaela Boland: Ihr seid derzeit auf Tour. Wie verläuft denn das Tourleben so?

    Jesper Munk: Der Begriff Bettruhe ist zumindest dehnbar. Wir waren jetzt im Kölner Bruegel, da war eine Jam-Session, da habe ich noch zwei Songs gespielt.

    Michaela Boland: Dein Weg führte über die sogenannten Fish`n Blues Veranstaltungen, ein Event, das in München stattfindet. Hattest du dort natürlicherweise Heimvorteil? Oder wie leicht ist es grundsätzlich, dort Bestandteil zu werden?

    Jesper Munk: Das waren für mich die ersten Male, dass ich überhaupt live gespielt habe. Zu Beginn hatte ich gerade mal zwei Songs, doch das Publikum dort ist sehr nett. Da hast du beispielsweise deinen harten Kern, der immer kommt, dann natürlich auch Menschen, die neu dazu kommen, zeitgleich auch ein sehr wechselndes, flexibles Publikum, das aber natürlich auch während des Essens gerne mal quatscht. So etwas ist natürlich sehr gut um Songs auszuprobieren. Denn wenn sie dann endlich mal ruhig sind, dann hast du es irgendwie geschafft.

    Michaela Boland: Bist du denn vor Auftritten nach derartig viel Live-Bühnenerfahrung zwischenzeitlich überhaupt noch aufgeregt?

    Jesper Munk: Ich bin auf der Bühne aufgeregt. Den ganzen Gig lang. Das ist dieses Hin- und-Hergeben von Musik zwischen Künstler auf der Bühne und Publikum. Ja, das regt einen auf (lacht).

    Michaela Boland: Für wen schreibst du deine Songs in erster Linie?

    Jesper Munk: Darauf gibt es eigentlich gar keine Antwort. Teilweise für mich, aber eigentlich hauptsächlich für den Clemens. In erster Linie immer für den Drummer (lacht).

    Michaela Boland: Hast du selbst auf deinem aktuellen Album ein Lieblingsstück?

    Jesper Munk: Nein.

    Michaela Boland: Das nächste Album ist in Arbeit?

    Jesper Munk: Ja, es ist in Arbeit und die Fertigstellung ist für Anfang 2015 anberaumt. Das ist zwar noch nicht offiziell, aber, man kann sich darauf einstellen.

    Michaela Boland: Bleibt dir neben der Musik eigentlich noch Zeit für andere Hobbys?

    Jesper Munk: Was Sport anbelangt, so schaut man halt, wenn man auf Tour ist, dass man so halbwegs in Form bleibt. Wenigstens nach dem Aufstehen erst mal so ein paar Liegestütz machen. Ansonsten trinke ich gerne und spiele Billard und Darts. Manchmal auch Kino. Wobei ich eigentlich am liebsten zu Hause Filme schaue. Der letzte richtig geile Film, den ich gesehen habe war, "Limits of Control". Am Ende kommt Bill Murray darin vor.

    Michaela Boland: Zur Zeit liest du, wie du sagtest, ja die Biografie von Tom Waits, den du sehr verehrst. Was ist für dich das Besondere an ihm?

    Jesper Munk: Der Mensch hat sich in seiner eigenen Musikrichtung gehalten. Durch eine Eigenart und sein Durchhaltevermögen. Auch hat er eine wahnsinnige, unbeschreibliche künstlerische Identität. Er ist dabei geblieben und ist darin auch noch nach wie vor einzigartig.

    Michaela Boland: Bist du Fußball-interessiert?

    Jesper Munk: Nein, Fußball nicht so. Aber, ist ja auch langweilig. Bayern gewinnt ja die ganze Zeit. (lacht)

    Michaela Boland: Wie sieht es mit bildender Kunst aus?

    Jesper Munk: Nur ganz laienhaft. Ich kann mir etwas ansehen und sagen, es gefällt mir aus dem und dem Grund. Aber ich kann jetzt nicht aus einem geschichtlich fundierten Wissen schöpfen. Ich genieße aber Fotografien und Bilder.

    Michaela Boland: Engagierst du dich für irgendetwas?

    Jesper Munk: Bisher noch nicht, weil ich einfach noch nicht genug darüber weiß. Das wird sich höchstwahrscheinlich ändern, sobald ich die Zeit habe, mich damit auseinanderzusetzen. Und politisch engagiere ich mich zur Zeit nicht aktiv.

    Michaela Boland: Lieber Jesper, vielen Dank für dieses ausführliche Interview und alles Gute weiterhin für deine Karriere.

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

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Aktuelles - Marketing News

  • Links Lissabon, rechts die Algarve: Die verträumten Retro-Motive sollen die Verbindung zu Portugal hervorheben
    Böhmi kocht wieder

    Jan Böhmermann kocht mit Ina Müller, und Jägermeister wirbt für die Marke Gin Sul

    W&V Agency Snack, die W&V Morgenpost und W&V Abendpost haben heute wieder Marketing News für mich.

    Hallo Gottfried,

    die W&V-Redaktion wünscht dir einen wundervollen Start in den Tag. Wir hoffen, die "8 vor 8" helfen dir auch heute, direkt am Morgen up to date zu sein.
     
    Heute geht es unter anderem um Perfeggt – ein Start-up aus Berlin, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Ei-Alternative zu kreieren, die sich von allem, was es bisher auf dem Markt gibt, abhebt.
     
    Außerdem mit dabei: MAN erkennt steigende Nachfrage nach nachhaltiger Logistik und taugt der CO2-Fußabdruck von Kampagnen als Kennzahl für gute Werbung? 

    So Retro wirbt Jägermeister für seinen Gin Sul

    Ende 2021 übernahm Jägermeister die Marke Gin Sul. Die erste Sommerkampagne erinnert an Meer, Zitronen und die Algarve - und zwar dort, wo die Zielgruppe in Deutschland Urlaub macht. Sie stammt von einem unbekannten Künstler.

    Limited Editions: Ritter Sport mit neuer Sorte - speziell für Gamer
    Die Limited Edition-Familie von Ritter Sport erhält Zuwachs. Das jüngste Kind heißt "Ingame". Kooperationspartner OKA Gaming unterstützt die bananenhaltige Schokolade mit einem zehnstündigen Streaming.

    ZDF: Böhmermann kocht wieder - mit Ina Müller und den Kaulitz-Brüdern
    Jan Böhmermann stellt sich diesen Sommer wieder an den Herd. Dabei geht es ihm nicht ums Gelingen, Scheitern ist ausdrücklich erlaubt. Auch bei seinen prominenten Gästen. Momentan pausiert Satiriker Jan Böhmermann zwar mit seinem "ZDF Magazin Royale". Dafür können sich die Fans auf neue Folgen seiner Kochshow freuen. 

    Pringles will eine Spinnenart nach sich benennen lassen
    Die winzige Spinnenart "Araneus mitificus" führte bis jetzt meist nur ein Schattendasein. Doch weil die Zeichnung auf dem Unterleib optisch an das Pringles-Männchen erinnert, will Hersteller Kellogg's die Spinne nun umbenennen lassen.

    Heute wieder das Wichtigste aus der Agenturwelt in Deutschland und international, alles zu Kreation, Trends und Personalien.
     
    Analyse: Die sechs zentralen Trends beim Kreativfestival in Cannes.
     
    Vergütungsmodelle: Beim Top 5 Club fordert GWA-Präsidentin Larissa Pohl: "Wir müssen dringend aus der Preisdiskussion raus."

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    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt

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  • Burger-King-Mitarbeiter Kevin Ford: Seine Tochter Seryna (links) hat die Spendenaktion für ihn organisiert
    Burger-King-Mitarbeiter

    Kevin Ford erhält nach recht schäbigen Goodie Bag 150.000 Euro Spenden

    W&V Agency Snack, die W&V Morgenpost und W&V Abendpost haben heute wieder Marketing News für mich.

    Hallo Gottfried,

    einen wunderschönen guten Morgen aus der W&V-Redaktion. Wir haben auch heute wieder alles, was heute wichtig ist, in unseren "8 vor 8" zusammengefasst – damit du top informiert in die neue Woche startest.
     
    Heute mit dabei: Teddy Teclebrhan zählt zu den bekanntesten deutschen Komikern. Das ist offenbar auch Amazon nicht verborgen geblieben. Für seinen Streaming-Dienst Prime Video hat das Unternehmen den 38-Jährigen deswegen jetzt exklusiv verpflichtet.
     
    Außerdem mit dabei: Lufthansa verliert wichtige Auszeichnung, Umfrage findet heraus, wie wichtig Gen-Z-Angehörigen Geld ist und vieles mehr.

    150.000 Euro Spenden für abgespeisten Burger-King-Mitarbeiter
    Alles begann mit einer recht schäbigen Goodie Bag, die Burger-King-Mitarbeiter Kevin Ford zum 27-jährigen Dienstjubiläum von seinem Arbeitgeber bekam. Nun überschüttet ihn das Internet mit Geld. So viel Geld hat Kevin Ford garantiert noch nie auf einem Fleck gesehen: Der US-Amerikaner, der zu seinem 27-Jährigen Dienstjubiläum von Burger King doch recht schäbig abgespeist wurde (W&V berichtete), ist jetzt beinahe ein reicher Mann. 

    Cannes Lions: Das Ergebnis: 46 Löwen, Serviceplan Independent Network of the Year
    An der Côte d'Azur holt Deutschland einen Grand Prix, elfmal Gold, 14 Silber- und 20 Bronze-Löwen. Serviceplan bekommt den Sonderpreis als unabhängiges Network. Nicht alle aber triumphieren.

    Teengeist-Studie: Die Generation Z und das liebe Geld
    Aktien, Investments, Börse – viele Begriffe und viel Unklarheit. Wie gehen Teenager mit ihren Finanzen und ihrer Freizeit um? Die Teengeist-Umfrage von Fischer-Appelt, Appinio und W&V klärt auf.

    Hugo Boss: Was den neuen Flagshipstore so besonders macht
    Nach beeindruckendem Comeback 2021 will Hugo Boss mit einem neuen Flagshipstore-Konzept weitere Märkte erobern. Den Startschuss setzte die Modemarke in London: An der Oxford Street eröffnete der erste Vorzeigeshop mit vielen digitalen Highlights.

    Heute wieder das Wichtigste aus der Agenturwelt in Deutschland und international, alles zu Kreation, Trends und Personalien.
     
    Cannes-Bilanz: Die deutschen Agenturen schnitten gut ab bei den Cannes Lions in diesem Jahr. Eine kann sich ganz besonders freuen. 
     
    Übernahme: Die Hamburger Agentur Thjnk ist nun Mehrheitsgesellschafter bei Upljft. Die Kreativschmiede hat die Anteile von DuMont übernommen.

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  • Burger King liefert vor die Tür. Aber treue Mitarbeiter sind womöglich geliefert
    der King von Burger King

    Wertlose Tüte für treuen Burger King Mitarbeiter, und Designer-Mode für alle

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    Hallo Gottfried,

    guten Morgen an diesem Freitag. Auch heute gibt es in unseren "8 vor 8" wieder die interessantesten Meldungen des Tages – optimal für einen informierten Start in den Tag.
     
    Heute geht es unter anderem um die Verleihung des Deutschen Podcast Preises. Die Gewinner*innen wurden gestern Abend in Berlin ausgezeichnet. Zwei Podcasts räumten dabei gleich in zwei Kategorien ab.
     
    Außerdem heute in der Morgenpost: Großer Erfolg für Jung von Matt und Flutwein in Cannes, Googles Pläne mit seiner "Maps"-App und vieles mehr.

    King von Burger King mit wertloser Tüte abgespeist
    27 Jahre jeden Tag zur Arbeit kommen, in der Hitze Burger braten und Pommes in Tüten schaufeln: Wer das schafft, ist der King von Burger King. Doch der Jubilar erlebte jetzt eine seltsame Überraschung – und ist trotzdem dankbar.

    AR-Erlebnis: Designer-Mode für alle
    In Cannes haben die britische Vogue und Snapchat gemeinsam eine Ausstellung kuratiert, in der man über AR Mode selbst erleben kann. Die Experience reicht von experimentellen Innenräumen bis zu Anproben.

    Cannes: Erfolg in PR für Jung von Matt und Flutwein
    Zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze - so gut lief es dieses Jahr nicht in vielen Kategorien. Die Deutschen können eben Content. Außerdem gibt es Gold in Creative Data für PUK.

    Man könnte sagen: Jung von Matt ist zurück! Die Kreativagentur, die bis zur Zwischenbilanz in Cannes viele Erwartungen enttäuscht haben dürfte, eroberte sich heute einen respektablen zweiten Platz im Medaillen-Spiegel - allerdings mit großem Abstand zu Serviceplan.

    Deutscher Podcast Preis: Das sind die Gewinner*innen
    Beim Deutschen Podcast Preis haben sowohl die "Drinnies" als auch die Produktion "Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?" gleich zwei Auszeichnungen gewonnen. Die Entscheidungen wurden am Donnerstagabend in Berlin bekanntgegeben. Alle Gewinner*innen gibt's hier: faz.net

    Twitter-Chefin Jolanta Baboulidis: Dr. Oetker hat's verstanden
    In den USA wird der Edit-Button getestet, Twitter Blue kommt nächsten Monat nach Deutschland, Produkte und Tests für Live-Shopping befinden sich ebenfalls in der Entwicklung. Einiges los bei Twitter. Nur was jetzt mit Elon Musk ist, weiß immer noch niemand.
     
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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Sie gehe gerne an die Grenzen, probiere gern Dinge aus, aber man müsse vorsichtig sein mit der Stimme, sagt Sarah Aristidou
    Sie gehe gerne an die Grenzen

    Verleihung des Belmont-Preises 2022 für zeitgenössische Musik an Sarah Aristidou

    Erstmals Gesang: Die Forberg-Schneider-Stiftung verleiht den mit 20.000 € dotierten Belmont-Preis für zeitgenössische Musik 2022 an die französisch-zypriotische Sopranistin Sarah Aristidou. J

    eder Ton ihres Gesangs sei durchdacht, sei Manifestation blitzender Intelligenz, Expressivität und Sinnlichkeit, so das Kuratorium.

    Die Preisverleihung findet am 10. November 2022 um 18.30 Uhr im Gartensaal des Prinzregententheaters in München statt. Im Anschluss: 2. Abonnementkonzert des Münchener Kammerorchesters mit Sarah Aristidou (Sopran) und Bas Wiegers (Dirigent)

    Vor wenigen Tagen erst, am 26. Juni, begeisterte sie als Nausikaa in der Premiere von Luigi Dallapicollas „Ulisse" an der Oper Frankfurt. Sarah Aristidous großes Potential wird früh erkannt

    Schon als Mitglied des Internationalen Studios der Staatsoper unter den Linden (2017-2019) beeindruckt sie im klassischen Fach nicht nur als Zerbinetta in „Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss.

    Bereits 2015 – da studiert sie noch – tritt sie als Interpretin mehrerer Uraufführungen von Werken von Komponisten wie Wolfgang Rihm und Manfred Trojahn in Erscheinung, Aribert Reimann komponiert für sie seine „Cinq fragments lyriques".

     2018 brilliert sie in der Uraufführung von Thomas Larchers „Das Jagdgewehr" bei den Bregenzer Festspielen, ein Live-Mitschnitt auf DVD erscheint 2020. Vom Fachmagazin Opernwelt wird sie gleich zweimal als „Beste Newcomerin" ausgezeichnet.

    Sie gehe gerne an die Grenzen, versichert sie Jörg Widmann zur Uraufführung seines Werkes „Labyrinth IV" (2019) und beweist ihm wie dem begeisterten Publikum ihre besondere stimmliche Bandbreite und ihr beeindruckendes Können. Widmann bescheinigt seiner Interpretin:

    „Ich glaube, dieses Stück wäre ohne sie gar nicht möglich, ohne ihre spektakuläre Fähigkeit, in einem stratosphärenhohen Register zu singen".

    Ihre künstlerische Freiheit unterstreicht Sarah Aristidou mit ihrem 2021 veröffentlichten ersten Album „Æther", das anspielt auf das „fünfte Element", das Grenzen zwischen Epochen überwinden will.

    Für die Aufnahme mit Werken von Händel bis Varèse, von Debussy bis Adès kann sie Stars wie Daniel Barenboim und Emmanuel Pahud gewinnen. 

    Abseits der Klassikbühne nimmt sie Ende 2021 zypriotische Volkslieder mit dem deutsch-türkischen Komponisten und Klangkünstler Kaan Bulak auf, gemeinsam mit Ricardo Villalobos und Ale Hop produzieren sie einen Remix.

    Ihre musikalische Ausbildung beginnt Sarah Aristidou (1991 in Paris geboren) als Kind im Rundfunkchor Maîtrise de Radio France in Paris.

    Sie erwirbt einen Abschluss in Musikwissenschaft an der Sorbonne und in Musiktheorie am Conservatoire de Paris, ehe sie Operngesang an der UdK Berlin studiert und 2016 ihr Masterstudium an der Hochschule für Musik und Theater München sowie an der Theaterakademie August Everding bei Christiane Iven (Gesang) abschließt.

    Sie gehe gerne an die Grenzen, probiere gern Dinge aus, aber man müsse vorsichtig sein mit der Stimme, sagt Sarah Aristidou: „... doch solange man es mit der richtigen Intention und der richtigen Technik tut, ist alles kein Problem."

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  • Patrick Hughes, Under the Stars, 2019
    Rendezvous der Illusionen

    Optische Täuschungen und kinetische Finesse von Patrick Hughes und Zhuang Hong Yi

    Mit dem Engländer Patrick Hughes und dem Chinesen Zhuang Hong Yi reichen sich zwei internationale Stars der OP-Art-Szene die Hand. Vom 02.07.2022 bis 23.10.2022 präsentiert die kunsthalle messmer in ihrer grandiosen Werkschau „Rendezvous der Illusionen“ Arbeiten, welche sich zwischen optischen Täuschungen und kinetischer Finesse bewegen.

    Während Zhuang den harmonischen Ruhepol der Ausstellung bildet und mit seinen changierenden Farbverläufen und reliefartigen Oberflächen bezaubert, faszinieren Hughes Arbeiten durch ihre mathematisch konstruierte Umsetzung von Perspektive und Raum.

    Für den Besucher tun sich neue – philosophische wie optische – Welten auf, wenn sie zwischen Hughes kippenden und fallenden Raumebenen und dem fast schon meditativen Mikrokosmos von Zhuangs abstrahierten Blumenstrukturen wandeln.

    Beide Künstler arbeiten in ihren Werken mit dem Phänomen der Faltung. Während Zhuang Hong Yi das Reispapier nach alter chinesischer Tradition formt und daraus einen Großteil seiner Bilder aufbaut, konstruiert Hughes durch Faltung multiple perspektivische Ansichten.

    Beide Künstler offenbaren dem Besucher den eigenen Sehvorgang als kreativen Prozess und zeigen zugleich die Uneindeutigkeit von Wirklichkeitserfahrungen auf.

    Die Illusionen sind nur an den Originalen, live vor Ort erfahrbar!  Lassen Sie sich ein auf das Rendezvous mit den Meistern der Illusionen und erleben Sie den Zauber dieser Begegnung.

    Informationen zu Patrick Hughes

    Der Brite Patrick Hughes (*1939), mit bürgerlichem Namen Peter David Hughes, fasziniert die Kunstwelt mit seiner selbstentwickelten Technik der „Reverspective“, das die Kurzform für „reverse perspective“ (dt. umgekehrte Perspektive) ist und dreidimensionale, reliefartig gestaltete Gemälde und Collagen bezeichnet, die in den Raum hineinragen und bei dem Betrachter eine optische Illusion erzeugen.                         

    Frontal als flache, perspektivisch gemalte Flächen wahrnehmbar, wird, sobald der Betrachter seinen Standort ändert, der Eindruck räumlicher Tiefe verstärkt und es kommt zu einer Verschiebung der Perspektive.

    Dies funktioniert durch die Zusammensetzung dreidimensionaler Objekte aus parallelen, stumpfen Pyramiden und dreieckigen Prismen.

    Unsere Orientierungslosigkeit wird dadurch hervorgerufen, dass der Künstler die am weitesten entfernten Elemente im Bildraum am nächsten zum Betrachter platziert, nämlich auf den Spitzen der Formen.

    Hughes gilt damit als Wegbereiter der OP-Art. Seine ersten Arbeiten entstanden in den 1950er Jahren. Seine erste Ausstellung erfolgte im Jahr 1961.

    Zumeist präsentiert er surreale Orte und integriert Anspielungen auf die Populärkultur, die Weltgeschichte und die Kunstszene. Hughes Arbeiten finden sich häufig an öffentlichen Orten, wie u.a. der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und der British Library in London. Er lebt und arbeitet in London.

    Informationen zu Zhuang Hong Yi

    Zhuang Hong Yi (*1962) gilt als einer der international einflussreichsten Künstler Chinas. Er hat sich mit seinen farbenfrohen Blütenarbeiten („Flowerbeds“) einen Namen gemacht. J

    ede dieser Arbeiten enthält hunderte von Hand gefalteter Reispapiere, welche zusätzlich mit Tusche und Lack gefärbt werden.

    Mit schillernden Farbverläufen und opulenten Blütenlandschaften erzeugt Zhuang einen harmonischen Bezug zur Natur, der zum Träumen einlädt. Denn Blumen sind für ihn eine universale Sprache. Seine Arbeiten sollen den Menschen Freude und Mehrwert bringen.

    Seine delikaten skulpturalen Arbeiten waren in zahllosen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit zu sehen, darunter im Found Museum in Peking, China, im Groninger Museum in den Niederlanden, im Ulmer Museum in Deutschland, im Erarta Museum in Russland und auf der 55. Biennale von Venedig, Italien, im Jahr 2013.

    Zhuang studierte am Sichuan College of Fine Arts in China und setzte seine Ausbildung in Europa an der Minerva Academy in den Niederlanden fort.

    Zhuang Hong Yi verbindet chinesische Handwerkstradition mit zeitgenössischer Formsprache, welche eine Brücke zwischen Asien und Europa schlägt.

    Heute lebt Zhuang in China und der Schweiz.

    In der angeschlossenen GALERIE MESSMER gibt es vom 31.07.22 – 23.10.22 weitere Arbeiten von Patrick Hughes und Zhuang Hong Yi zu bewundern und auch zu erwerben!

    Rendezvous der Illusionen

    Patrick Hughes & Zhuang Hong Yi

    02.07.2022 – 23.10.2022

    kunsthalle messmer

    Grossherzog-Leopold-Platz 1

    79359 Riegel am Kaiserstuhl

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  • Knäcke unterwegs
    Meldorfer Straßenfieber

    Gaukler, Wahrsagerinnen, Jongleure, Puppenspieler, Akrobaten und Clowns

    Simsalabim! Gaukler, Wahrsagerinnen, Jongleure, Puppenspieler, Akrobaten und Clowns - ein Wochenende lang verwandelt das “Meldorfer Straßenfieber” die Gassen und Plätze der idyllischen Domstadt in eine große Varieté-Bühne und bekräftigt einmal mehr den Ruhm Meldorfs als Kulturhauptstadt des Landkreises Dithmarschen.

    Das Publikum darf sich auf magische Momente und mitreißendes Entertainment freuen.

    “Unser Programm soll die Menschen zum Staunen, Lachen und Träumen bringen”, betont Uwe Muth, Organisator und künstlerischer Leiter des Straßenkunstfestivals. 

    Programmübersicht:

    Samstag, 16. Juli 2022

    Los geht’s um 13 Uhr auf dem Südermarkt mit einer spektakulären “Mülltonnen-Show”: Die “Groove Onkels” entlocken ihren vier 240-Liter-Mülltonnen nie zuvor gehörte Klänge - ausgefeilte Choreografie inklusive. Die Tonnen werden geworfen, getreten, geschmettert, gedeckelt, mit Sticks und Klobürsten bearbeitet. Ein außergewöhnliches Musik-Event.

    Wo er auftaucht, bleibt garantiert kein Auge trocken: Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten sorgt Markus Siebert alias “Knäcke” in einem Mix aus  Clownerie und Slapstick quer durch Europa für Lacher.

    Spontan und voller Spielwitz überrascht er immer wieder mit improvisierter Situationskomik. Zwischen 13 Uhr und 19 Uhr könnte man ihm irgendwo in der Stadt unverhofft begegnen – also aufgepasst!

    Ab 13 Uhr hat sich hoher Besuch angekündigt: Arthur kommt vorbeiKlaus Lang aus Berlin alias Arthur präsentiert artistische Komik rund um ein historisches Lastenrad und eine Klappleiter, Jonglage in XXL, sonderbare Einradstunts sowie Horst, den Doppelgänger.

    Puppenspielerin Elke Strackenbrock, “Managerin” des Comedy-Puppenensembles “Utsch-Crew”, lässt die Affen tanzen! Wenn auf ihrer mobilen Puppenbühne an der Zingelstraße 1 vor dem Modegeschäft Hartmann Onkel Ukan und Nanu zur Höchstform auflaufen, ist für Klein und Groß Mitmachen angesagt.

    Einhörner, Pferde, Marienkäfer, Dinos, Blumen, Herzen - alles, was Kinder sich wünschen: Die Ballonkünstler Oli & Felinchen formen phantasievolle Figuren voller Poesie – aus Luftballons. Sie werden den ganzen Tag in Meldorf unterwegs sein und ihre jungen Zuschauer*innen bezaubern.

     Ein weiteres Highlight für den Nachwuchs ist das Kinderschminken.

    19 Uhr, Die Fischgesichter sind in der Stadt. Die Düsseldorfer covern bekannte Songs in ihrer ganz speziellen Art und Weise. Lassen Sie sich mitreißen.

    Um 21 Uhr spielt das Theater der Nacht ebenfalls auf dem Rathausplatz das Stück "Der Hexenjäger". Ein Spiel mit Puppen und Menschen für alle großen und kleinen Gäste.

     Sonntag, 17. Juli 2022

    “Knäcke” is back in town! Von 13 Uhr bis 19 Uhr macht Markus Siebert als “Giovanni Gassenhauer” die Stadt unsicher.

    Shakespeares “Sommernachtstraum” in KurzfassungJörn Kölling spielt Hermia, Lysander und Demetrius auf der einen und Elfenkönig Oberon, Feenkönigin Titania und Puck auf der anderen Seite.

    Wird es in der Kürze der Zeit gelingen, Zaubertrank und Liebestropfen rechtzeitig zu den Verliebten zu bringen, um so den Sommernachtstraum wahr werden zu lassen? Oder nimmt das bekannte Beziehungsgeflecht eine andere Wendung und es folgt ein unbeschreibliches Gefühlschaos?

    Zweimal ab 14.00 Uhr bittet die “FeuerWer?” zum Akrobatik-Lehrgang auf den Südermarkt. Hier wird das historische Feuerwehrauto zur Bühne, der Schlauch zum Drahtseil. Hoch an der Drehleiter hängt das Trapez. Diese Show ist Gänsehaut-Action pur und nichts für schwache Nerven. Atemberaubend!

    Ein Spiel mit Objekten, Geräuschen und eine verführerische Stimme: Ganz leise berührt “Wahrsagerin” Etta Streicher in ihrem Bauchladentheater jeden, der sich auf ihre poetische Vorstellung einlässt.

    Durch den Blick in eine Kugel aus Spiegelscherben werden wir in das “Kabarett der guten Wünsche” entführt. Wohin wird uns die Reise führen? Mobil in der Innenstadt.

    Lothar Lempp, ein Meister des Kaleidoskopbauens, erweckt die alte Kunst zu neuem Leben. Mit hochwertigen optischen Materialien schafft er kinetische Licht-Kunstwerke und bietet dem Betrachter ein faszinierendes sinnliches Erlebnis.

    Glasobjekte erzeugen immer neue Blumen und Sterne, der Blick durch die beiden Kaleidoskope ermöglicht eine völlig neue Sicht auf die Außenwelt. Der “Kaleidoskopwagen” neben der Kulturkneipe Bornholdt an der Zingelstraße 14 kann an beiden Tagen besucht werden.  

    Meldorfer Straßenfieber

    16. & 17. Juli 2022 

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