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Aktuelles - Reden ist Silber

  • Heute macht der Amazonas Regenwald anderer Schlagzeilen weil er brennt 1986 war es die Gier nach Gold
    Die Gier nach Gold im Regenwald
    Goldrausch im Amazonas-Regenwald - Die Gier nach Gold

    Als Sebastiao Salgado, der seine berufliche Karriere als Fotograf 1973 in Paris begann und für zahlreiche internationale Agenturen wie auch Magnum arbeitete, zum ersten Mal nach Serra Pelada kam, war er sprachlos.

    Die Gier nach Gold im Regenwald

    Vor ihm sah er ein riesiges Loch mit einem Durchmesser von vielleicht 200 Metern und fast genauso tief. In ihm ein Gewimmel von mehreren zehntausend Männern, kaum bekleidet.

    Ungefähr die Hälfte von ihnen schleppte schwere Säcke über breite Holzleitern nach oben, während die anderen über schlammige Abhänge zurück in den Schlund der Grube rutschten. Natürlich wußte der Fotograf, was sie dort taten.

    Sie suchten nach Gold

    Und Salgado war zu dieser entlegenen Bergkuppe am Rande des Amazonas-Regenwaldes in Brasiliens nördlichem Bundesstaat Pará gereist, um sie zu fotografieren: in schwarz-weiß. Das war 1986, und verschaffte ihm ein Ansehen, das er bis zu diesem Zeitpunkt in der Welt der Dokumentarfotografie nicht hatte.

    Alle wichtigen Zeitschriften dieser Welt veröffentlichten das Serra-Pelada-Portfolio. Daraus entstanden ist nun ein Buch, das schlicht „Gold“ heißt, im Taschen-Verlag (www.taschen.com) erschienen ist und 50 Euro (CHF 70) kostet, was absolut gerechtfertigt ist bei dieser Qualität eines Fotobuches.

    Die 208 Seiten zeigen ein ganz außergewöhnliches Werk, ein biblisches Epos, das nur ein Ausnahmefotograf so einfangen kann. Die Fotos haben eine Unmittelbarkeit, die der Betrachter noch immer, über 30 Jahre nachdem sie aufgenommen worden sind, als absolut zeitgenössisch erlebt und fesselt.

    Heute ist die Goldmine geschlossen, aber Salgados Aufnahmen lassen das überwältigende Drama des Goldrausches wieder aufleben, dass die Gier nach Gold so leicht nicht zu stillen ist und es scheint, als stünde die Zeit in schwarz-weiß irgendwie still.

    „Gold“ gibt es übrigens auch als Collector’s Edition von 1.000 signierten Exemplaren für 800 Euro und als Art Edition von 100 Exemplaren und einem signieren Print, Preis auf Nachfrage. Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt...

    Sönke C. Weiss

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  • Matthias Brandt liest aus Blackbird
    heute mal wieder zwei schöne Bücher
    Blackbird ist ganz großes Kino für die Phantasie, und Charles Bukowski kommt mit voller Wucht

    Dass Matthias Brandt ein bemerkenswerter Schauspieler ist, dem widerspricht sicher niemand; dass er darüber hinaus auch schreiben kann, hat der Sohn Willy Brandts - für unsere Leser aus Österreich und der Schweiz:

    Willy Brandt war mal deutscher Bundeskanzler - bereits vor drei Jahren mit seinem Erzählband „Raumpatrouille“ bewiesen; jetzt ist sein erster Roman mit dem Titel „Blackbird“ bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, kostet 22 Euro, ist kurzweilige 275 Seiten lang und katapultiert den Leser zurück in die Zeit, als Bilitis ins Kino kam.

    Wäre heute gar nicht mehr möglich mit MeToo, etc. - und dieser absolut schreckliche Song „A Horse with no Name“ alle Mädchenherzen höher schlugen ließ. Kurzer Teaser:

    Es geht um den 15-jährigen Morten Schumacher, alias Motte, seinen besten Freund Bogi, der schwer erkrankt ist, ein Mädchen namens Jacqueline Schmiedebach, die sein Leben auf den Kopf stellt und all die Herausforderungen, die man so als Teenager zu bewältigen hat.

    Und das reicht schon als Inhalt, auf den es eigentlich gar nicht ankommt, sondern auf die Atmosphäre und Authentizität, die der Autor uns ganz grandios aufs Papier zaubert. „Blackbird“ ist ganz großes Kino für die Phantasie und wird noch viele Generationen erfreuen. Apropos:

    Schonungslos, maßlos, verwegen, gnadenlos

    Das tut der Kult-Autor Charles Bukowski, leider 1994 viel zu früh verstorben, schon seit Anfang der 70er Jahre, obwohl ihn die Universitätseliten bis heute nicht so schätzen, wie er geachtet werden sollte.

    In dem neuen Gedichteband „Liebe“ - 252 Seiten, elf Euro, ebenfalls Kiepenheuer & Witsch - schreibt Bukowski schonungslos, maßlos, verwegen, gnadenlos und voller Seele über die Liebe, die manchmal eine Zumutung ist und dann doch wieder das Leben ausmacht.

    Ich zitiere: „wach sitze ich im Bett und lausche deinem Schnarchen,getroffen habe ich dich beim Warten auf den Bus,und jetzt bestaun ich deinen Rücken,leichenblass und gesprenkelt,mit Sommersprossen wie von Kindern,und die Lampe legt den unlösbaren Kummer dieser Welt auf deinem Schlaf ab.“

    Also wem da nicht die Tränen kommen. Eines noch: Übersetzt hat die Gedichte, die über die Jahre in zahlreichen US-Publikationen erschienen waren, Jan Schönherr, der wirklich ein Gespür fürs amerikanische Englisch hat, sonst würde das Buch nicht so leben. Und das tut’s. Mit voller Wucht.

    Sönke C. Weiss

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  • Und darauf einen Dujardin haette Herr Augstein gesagt
    Im Gruselkabinett deutscher Unternehmen
    Bluthochdruckgarantie, und darauf einen Dujardin

    Normalerweise schreibe ich nicht über Aufreger mit Bluthochdruckgarantie, die kriegt man morgens schon in der Tageszeitung mit geliefert; aber in dieser Kolumne will ich mal eine Ausnahme machen.

    Wiebke Köhlers Buch „Schach der Dame“ versammelt Erfahrungsberichte von Führungsfrauen aller Hierarchien im Management und zeigt auf, wie sich diese im herrschenden Machtgefüge behaupten - oder auch nicht.

    Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit plakativen Beispielen aus dem Gruselkabinett deutscher Unternehmen und zeigt auf, wie das System der Machtspiele funktioniert, die Regeln eben, die ähnlich wie beim Schach sind, deshalb auch der Name des Buches, das die Autorin frisch im Eigenverlag veröffentlicht hat.

    19,80 Euro für 210 Seiten bei www.bod.de - was mich vermuten läßt, dass sich andere Verlage - mit Männer als Entscheidungsträgern vielleicht - nicht dran getraut haben, denn insbesondere der zweite Teil ist wirklich lesenswert und kurzweilig:

    Was lernt „frau“ aus den Ungeheuerlichkeiten und Dummheiten deutschen Machomanagements? Ähnlich versumpft scheint, nein, ist die politische Talkshowlandschaft im deutschen Fernsehen, glaubt man Oliver Webers Buch „talkshows hassen“, das jetzt bei Tropen erschienen ist und zwölf Euro kostet.

    Die 155 Seiten sind so eine Art letztes Krisengespräch, denn unsere Gesellschaft, da gebe ich dem Autoren recht, ist politisiert wie lange nicht, der Diskussionsbedarf ist hoch:

    Doch in den politischen Talkshows ist davon nichts zu spüren. Weber, der Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Mannheim studiert und unter anderem für die FAZ schreibt, erklärt mit Beispielen aus dem Reigen der üblichen Verdächtigen - Anne Will, Sandra Maischberger, Günther Jauch, etc

    Wie ein einst demokratisierendes Fernsehformat zu einer Redemaschinerie der Selbstdarsteller verkommen ist und was das über unsere Gesprächskultur aussagt. Fazit:

    Man kann es niemanden verübeln, wenn er sich vom politischen Geschehen abwendet, sollten die politischen Talkshows bei uns der einzige Zugang zur Welt der Politik sein. Und darauf einen Dujardin, hätte Herr Augstein gesagt...

    Sönke C. Weiss

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Aktuelles - Exklusiv Interviews

  • Dieter Falk sagt im Interview mit Michaela Boland den Freunden der Kuenste Jede Musik lebt von ihren Idolen
Dieter Falk an dem Platz wo er die großen Melodien komponiert 
Dieter Falk hat eine Professur an der Robert Schumann Hochschule in Duesseldorf
    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK
    Dieter Falk hat über 20 Millionen Platten verkauft - er sagt den Freunden der Künste, Musik muss anstecken

    Zweiter Teil des Exklusiv Interviews von Michaela Boland mit Dieter Falk für die Freunde der Künste.

    Als Produzent von PUR feierte er Millionenerfolge. Auch wenn er sich eher als Mann im Hintergrund versteht, verhalf er Künstlern wie Monrose, Jennifer Rush, Howard Carpendale, Gitte Haenning, DJ Ötzi, Pe Werner, Paul Young, Karel Gott, Katja Ebstein oder Marshall & Alexander mit Hits zum Triumph.

    Seit der Pro 7- Casting-Produktion "Popstars" im Jahre 2006 ist er auch einem breiten Fernsehpublikum bekannt, denn dort fungierte er neben Nina Hagen und  Detlef D! Soost als Jury-Mitglied.

    Der Absolvent der Musikhochschule Köln, der im Rahmen des Projekts "Falk & Sons" mit seinen beiden Söhnen, Max und Paul, nach dem Debüt-Album "Celebrate Bach" nun mit "Toccata" schon die zweite Familien-Scheibe herausgebracht hat, hat seit diesem Wintersemester sogar eine Professur an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf inne.

    Dort will er dazu beitragen, die Nordrhein westfälische Regierungsmetropole als Medienstadt auch musikalisch weiter voran zu bringen.

    In seinem schönen Familienanwesen im Düsseldorfer Süden treffe ich den sympathischen Passions-Musiker, der im Gegensatz zu vielen anderen Showgrößen, die dies als "unsexy" empfinden, keinen Hehl aus seinem christlichen Glauben macht.

    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK

    Michaela Boland: Du hast in jedem Fall große Erfolge zu verzeichnen.

    Dieter Falk: Insgesamt sind es, so glaube ich, über 20 Millionen Platten, die die Künstler verkauft haben, die ich mal produziert habe. Damals wurde für 500.000 eine Platinscheibe verliehen. Viermal Platin für "Abenteuerland" von Pur bedeuteten zwei Millionen verkaufte Platten. Bei Monrose gab es aber schon für 300.000 verkaufte Platten Platin. Jetzt sind wir sogar bei 200.000 angekommen. Durch den Absatzrückgang wurden die Maßstäbe heruntergesetzt. Allein mit Pur habe ich schon ungefähr 15. Millionen Platten verkauft.

    Michaela Boland: Hier bei dir hängen etliche Platin-Scheiben an der Wänden. Bekommt man als Produzent neben den Künstlern üblicherweise  jedes Mal ebenfalls ein Exemplar ausgehändigt?

    Dieter Falk: Künstler, Produzent, manchmal auch Toningenieur oder -Meister, zusätzliche Komponisten und die wichtigen Leute der Plattenfirma sowie das Management.

    Michaela Boland: Ex-EMI-Legende, Winni Ebert, - Gott habe ihn selig - hatte in seinen Räumlichkeiten ebenfalls jede Menge Gold- und Platin-Platten an den Wänden hängen.

    Dieter Falk: Winni hat natürlich auch Sachen entdeckt und hat dann als A&R (Anm. d. Red: Artists and Repertoire) auch goldene Platten bekommen. Später war er ja dann auch Manager.

    Michaela Boland: Du hast viele Jahre mit Pur zusammengearbeitet. Hast du das Erfolgsalbum "Abenteuerland" auch mit komponiert?

    Dieter Falk: Nein, das habe ich aber auch mit arrangiert. Das ist vor allem eine Produktionsarbeit gewesen. Die Pur-Jungs komponieren nämlich auch selbst phantastisch. Das war zum Beispiel ein klassischer Fall, wo ich als Arrangeur beim Songaufbau Tipps gegeben habe. Das war über insgesamt elf Jahre ein glückliches Teamwork.

    Michaela Boland: Ist es heutzutage ratsam, im Hinblick auf die Musikrichtungen als Produzent breit gefächert zu sein oder sollte  man sich besser auf etwas spezialisieren?

    Dieter Falk: Tja, ich glaube, das muss jeder halten wie er möchte. Ich empfand es immer als interessant, ein breites Stilmischmasch zu produzieren. Es gab natürlich auch Sachen, die ich weder konnte, noch wollte. Zum Beispiel Volksmusik und Heavy Metal.

    Michaela Boland: Das hast du kategorisch abgelehnt?

    Dieter Falk: Ja, da war ich auch kein Experte für. Aber, poppiger Schlager war für mich nie ein Tabu. Ich habe ja auch Brings produziert, noch vor deren Karnevalszeiten. Das war eine harte Rockband und das hat großen Spaß gemacht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Nino de Angelo produziert, der eben eine tolle Stimme ist.

    Michaela Boland: Ab wann hast du Nino de Angelo produziert?

    Dieter Falk: Ab seinem Comeback. Das war "Schwindelfrei". Da waren einige erfolgreiche Sachen dabei. Wir haben drei LPs gemacht. Dann auch Karel Gott oder Nana Mouskouri. Das sind alles Menschen, da habe ich keine Hemmungen oder gar Aversionen, ganz im Gegenteil. Ich finde, wir haben tolle Sänger, auch in der Schlagerbranche. Und die erlebt ja gerade eine unfassbare Renaissance.

    Michaela Boland: Wem ist das zu verdanken?

    Dieter Falk: Jede Musik lebt von ihren Idolen. Von charismatischen Frontsängern oder Sängerinnen. Und vielleicht haben wir jetzt einfach auch den Glücksfall, dass mit Helene Fischer und Andrea Berg eben zwei Damen da sind, die diese Branche mitbestimmen, weil sie sehr beliebt und sehr gut sind. Man muss diese Musik privat ja auch nicht hören, aber, man sollte zumindest respektieren, dass sie wirklich ein gutes Entertainment machen. Gerade Helene Fischer macht sensationelle Shows.

    Ich bin jetzt auch nicht der, der privat Schlager hört, aber es gibt Songs von Helene Fischer, die sind einfach klasse produziert und gut komponiert. Man wird das noch sehen, denn ich glaube, dass sich das in den nächsten Jahren auch noch ein bisschen mehr in Richtung Pop entwickeln wird.

    Genauso wie man sieht, dass Robbie Williams als Pop-Interpret sich ein bisschen dem großen Mainstream öffnet, denn diese Swing-Platten sind ja nur ein Beispiel dafür. Es ist natürlich immer noch super anspruchsvoll und klasse gemacht, natürlich auch jazzig, aber die ganz großen Stars der anglo-amerikanischen Musikszene, die eher aus der Rock-Pop-Ecke kommen, öffnen sich nun dem großen Mainstream. Würde man jene Titel in Deutschland mit deutschen Texten machen, würde man es sofort als schlagerresque bezeichnen.

    Michaela Boland:  Kannst du ein Beispiel benennen?

    Dieter Falk: Gerade, wenn du dir auf der jetzigen Single-Auskopplung des Swingalbums von Robbie Williams einen deutschen Text vorstellst, dann ist das ein richtiger Schlager. Da sollte man auch mal ehrlich sein. Dieses Schubladendenken ist so typisch deutsch. Einteilung in: Das ist ein Schlager und das ist ein Popsong. Diese Probleme haben Amerikaner gar nicht.

    Michaela Boland: Gibt es hier möglicherweise eine ähnliche Differenzierung zwischen Schlager und Popsong wie einst der zwischen Volkslied und Kunstlied? Was sind die typischen Merkmale eines Schlagers?

    Dieter Falk: Ein Schlager ist ein Titel, der einschlägt. Er muss von der Melodie sehr nachvollziehbar und mit singbar sein. Die Haupttext-Hookline, also die Textzeile, muss ebenfalls sehr griffig sein. Beispiele der großen deutschen Schlager, und darunter sind viele Popsongs wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Kribbeln im Bauch", "König von Deutschland", "Ich hab dich tausend mal betrogen", das sind alles Textzeilen, die super griffig sind oder gar "Komm mit mir ins Abenteuerland".

    Diese Textzeilen bleiben genauso griffig  wie eine musikalische Hookline innerhalb eines Refrains. Dann schlägt ein Song ein. Ob er ein poppiges, rockiges oder schlagerresques Arrangement hat, ist dann eigentlich eher zweitrangig. Wichtig ist einzig, dass die Melodie und die Haupttextzeile total kleben bleiben,

    Michaela Boland: Mit anderen Worten: Stilrichtungen sind dabei sich zu vermischen?

    Dieter Falk: Sagen wir mal so: Der Unterschied zwischen einem Schubert-Lied in der Klassik und einem Hoch-auf-dem-gelben-Wagen-Volkslied ist gar nicht mal so weit. Es gibt von Schubert Lieder, die sind total volksliedhaft.

    Michaela Boland: Beziehst du dich auf das Röslein?

    Dieter Falk: Das Röslein zum Beispiel oder auch Lieder von Schumann, die volksliedhaften Charakter haben. Die Unterscheidung dessen, was E- und U-Musik ist, ist ja ohnehin eher eine, die Fachleute vornehmen und nicht das Publikum. Denn das Publikum liebt Musik und denkt manchmal gar nicht so groß darüber nach, ob das nun E- oder U-Musik ist. Das war ohnehin eine Unterscheidung der 70er Jahre.

    Michaela Boland: Du hast mit vielen bekannten Leuten zusammengearbeitet. War das immer gleich leicht oder gab es auch Diven unter deinen "Schäfchen"?

    Dieter Falk: Ja, natürlich gibt es auch Diven. Und selbstverständlich gibt es auch skurrile Geschichten. Aber, das Spannende ist immer, dass man  musikalisch eine  Art kleine Ehe auf Zeit eingeht, wenn man jemanden produziert. Eine Platte dauert in der Regel drei Monate, manchmal länger, manchmal aber auch ein bisschen kürzer, und während dieser Zeit ist man wirklich ein Teamworker. Das funktioniert auch mit Kompromissen. Als Produzent ist man so eine Art Vermittler zwischen Künstler und Plattenfirma. Diese Situation ist nicht immer einfach.

    Ich habe das jetzt so viele Jahre gemacht, dass ich glaube zu wissen, welche Verhaltensweisen man an den Tag legen muss, um beiden Seiten gerecht zu werden. Mir ist wichtig, dass ich vor allen Dingen ein Dienstleister des Künstlers bin, denn der muss mit dieser Platte länger leben als ich als Produzent. Als solcher habe ich schon zwei oder drei Monate später wieder andere Aufgaben.

    Der Künstler muss mit dieser Platte anderthalb Jahre leben und sie promoten. Deswegen werde ich den Teufel tun und meinen Dickkopf durchsetzen. Ich versuche natürlich, dem Künstler gerecht zu werden und für ihn schöne Lieder zu schreiben. Dass ich das in den letzten Jahren nicht mehr so häufig gemacht habe, hat natürlich auch damit zu tun, dass ich auch auf zu neuen Ufern bin. Nach 35 Jahren in der Musikbranche ist auch wichtig, dass man versucht, jetzt, mit Anfang Mitte Fünfzig nochmal neue Kapitel aufzuschlagen.

    Michaela Boland: Mit welchen Künstlern hast du denn so alles gearbeitet? Ich sehe hier beispielsweise schon mal Andre Dietz (Anm. d. Red.: Schauspieler der Täglich-Serie "Alles was zählt")

    Dieter Falk: Wir waren zusammen beim "perfekten Promidinner". Auch mit Tom Beck (Anm. d. Red: "Alarm für Cobra 11") habe ich gearbeitet. Wir haben zusammen hier herum gejammt.  Außerdem Detlev Jöcker, der Kindersänger. Für ihn habe ich drei CDs gemacht. Jule Neigel war zum Songschreiben hier. Dann habe ich auch DJ Ötzi gemacht und Marshall & Alexander.

    Michaela Boland: Hast du ihr Album "Paradisum" produziert? Denn hierzu haben wir bei Freunde der Künste ein Interview mit Jay Alexander geführt.

    Dieter Falk: Ich habe diejenigen davor produziert. "Hand in Hand" und "Lovers forever".

    Michaela Boland: Du hast auch mit Daliah Lavi und Karel Gott gearbeitet. Was ist denn die "goldene Stimme aus Prag", Held meiner "Biene-Maja"-und "Fang-das-Licht"-Kindheit, so für eine Persönlichkeit?

    Dieter Falk: Ein Hammer-Typ! Er kam hierher, sah draußen ein grünes Kettcar mit Gummireifen, das richtig schnell fährt, war begeistert, rief, "oh,toll" und peste sogleich in einem Affenzahn hier bei uns über die Straße und du weißt, er ist über 70.

    Michaela Boland: Wird es noch weitere Zusammenarbeiten geben?

    Dieter Falk: Wenn es sich ergibt, gerne, denn es ist ein toller und super lieber Kerl. Ein echter Gentleman alter Schule. Er bringt immer Pralinen für meine Frau mit.

    Michaela Boland: Hier sehe ich noch unzählige weitere Künstler, die du produziert hast.

    Dieter Falk: Howard Carpendale, Brings, Francine Jordi, Jennifer Rush, Nektarios, Joja Wendt, der Pianist, Petra Zieger, eine Ex-DDR-Sängerin, Al Bano Carissi oder Paul Young.

    Michaela Boland: Wer denkt nicht gerne an seine Hits "Come back and stay", "Wherever I lay my hat" oder "Love of the common people" zurück?

    Dieter Falk: Das waren natürlich seine 80-er Hits. Wir haben vor acht Jahren "Rock swings" zusammen gemacht. Es war ein Swing-Album, das großen Spaß bereitet hat. Es ist so etwas, wie Paul Anka auch schon einmal gemacht hat: Rock mit Swing und Big Band. Ein tolles Projekt. Ich habe mir dazu den Band-Leader von Robbie Williams als Co-Arrangeur geholt.

    Michaela Boland: Habt ihr die Aufnahmen mit Big Band dann in deinem zweiten Studio in der Innenstadt durchgeführt?

    Dieter Falk: Nein, das haben wir in Holland gemacht. Ich habe auch einige Zeit in Holland gelebt.

    Michaela Boland: Du bist viel herumgekommen.

    Dieter Falk: Wir hatten ein zweites Haus an der Küste in Holland. Ich spreche ganz passabel holländisch, habe auch ein paar holländische Stars produziert und war sehr gerne da.

    Michaela Boland: Was waren die absoluten Highlights deiner Karriere?

    Dieter Falk: Das Paul Young Swing Album wegen der Big Band und was natürlich ein absoluter Meilenstein war, war  "Abenteuerland" mit PUR. Nicht nur weil es finanziell die spannendste Platte oder meist verkaufte war mit zweieinhalb Millionen Exemplaren, sondern auch musikalisch betrachtet. Die kannst du heute immer noch anhören.

    Michaela Boland: Nicht umsonst hat wohl auch die Werbung einst die Platte für sich entdeckt.

    Dieter Falk: Ja, "Abenteuerland" ist schon ein echtes Masterpiece. Sicherlich auch Pe Werner und "Kribbeln im Bauch".

    Michaela Boland: Hast du daran mitgeschrieben?

    Dieter Falk: Sie hat es komponiert. Doch es gibt eine Sache, die ich darüber nie vergessen werde: Wir hatten das erste Album, "Weibsbilder", zusammen gemacht. Dann hat der A&R-Chef der damaligen Intercord, Peter Cadera, dem ich sehr viel zu verdanken habe, Pe und mich ziemlich zusammengestaucht. Nachdem wir ihm Demos vorgestellt hatten, meinte er nur, "Ich höre keinen Hit".

    Pe war deswegen zunächst ein wenig niedergeschlagen. Doch am Ende hat genau dieses Zusammenstauchen sie noch in der Nacht dazu bewegt, "Kribbeln im Bauch" zu komponieren. Sie rief nachts bei mir an und sagte, dass sie so sauer auf den A&R-Chef sei. Als Pe es meiner Frau und mir also mitten in der Nacht vorspielte, waren wir total begeistert. Es war der Knaller. Schon einen Tag danach haben wir es arrangiert und schnell aufgenommen. Und das wurde ihr Hit.

    Michaela Boland: Kam in Folge dessen dann auch "Trostpflastersteine" von ihr?

    Dieter Falk: Ja. Das ist auch eine ganz tolle Nummer. Pe ist echt eine Sprachkünstlerin. Sie schreibt selbst Musik und Text. Klassisch: Singer and Songwriter. Wenn jemand so gut komponiert wie Pe Werner, werde ich den Teufel tun und mit komponieren. Klar, gebe ich auch mal meinen Senf dazu, wir haben drei LPs zusammen gemacht und verstehen uns immer noch gut.

    Michaela Boland: Ist es nicht die Regel, dass man sich danach noch gut versteht?

    Dieter Falk: Gut, dann gab es eine Trennung. Auch nach zehn CDs mit PUR. Eine Trennung ist dann immer auch traurig, aber wir sind so lange zusammen geblieben, das ist nicht die Regel. Heute werden Produzenten meist nach ein oder zwei CDs gewechselt. In der Regel arbeite ich mit meinen Künstlern recht lange zusammen. Auch mit Marshall & Alexander habe ich sechs Jahre lang gearbeitet. Insofern scheinen wir dann doch auch alle etwas richtig zu machen.

    Michaela Boland: Du bist vor kurzem 54 Jahre alt geworden. Wie hast du gefeiert?

    Dieter Falk: Meine Mutter ist genau an meinem Geburtstag verstorben.

    Michaela Boland: Das war mit Sicherheit hart.

    Dieter Falk:  Es war verrückt.

    Michaela Boland: Dein Pop-Oratorium als Musical-Vorstufe, "Die 10 Gebote", welches du gemeinsam mit Michael Kunze geschrieben hast, hatte seine Uraufführung in St. Gallen. Warum gerade in der Schweiz und  nicht in Deutschland?

    Dieter Falk: Das Pop-Oratorium war eine Auftragsarbeit der evangelischen Kirche in Deutschland, damals auch noch mit initiiert von der damaligen Bischöfin, Margot Käsmann, die übrigens eine tolle Frau ist und viel bewegt hat. Es war ein Zufall. Das Theater in St. Gallen ist sehr rührig und hat eben sofort zugegriffen. Auch ist es in Europa eine der Hochburgen für Weltpremieren.

    Michael Kunze kannte darüber hinaus den Intendanten. Es läuft jetzt seit Februar 2013 sehr erfolgreich und geht noch bis Juni 2014. Wir hatten zuvor in deutschen großen Arenen die Runde gemacht und hatten 150.000 Zuschauer und 25.000 Mitwirkende. In jeder Veranstaltung hatten wir allein zweieinhalbtausend Chorsänger, die mitgesungen haben.

    Michaela Boland: Wie castet man die alle?

    Dieter Falk: Die castet man nicht. Man schreibt aus und dann bewerben sich Chöre. Daraus wurde eine richtige Sing-Bewegung. Bis heute wird das Ding einmal pro Woche irgendwo in Deutschland aufgeführt, aber in kleinem Rahmen. Das singen dann Jugendchöre, Schulchöre, Kirchenchöre, Gospelchöre und Altenchöre. Ich bekomme immer E-Mails, in denen beschrieben wird, wer es gerade wo aufgeführt hat. Also, das ist schon so eine Art Nachsingstück. Man könnte es "interaktives Projekt" nennen. Das ist natürlich schön und für Michael und mich sehr erfreulich. So ähnlich wollen wir es dann mit  dem "Luther"-Pop-Oratorium auch halten.

    Michaela Boland: Worin bestand der Reiz für dich, mal so etwas zu schreiben?

    Dieter Falk: Es hat sehr viel Spaß gemacht, einmal keine Dreieinhalb-Minuten-Hits schreiben zu müssen, die Radio-kompatibel sind, sondern mich auch mal musikalisch auszutoben. Mein Lieblingsmusical ist "Jesus Christ Superstar". In der Weise auch mal ein wenig wildere Titel auszuprobieren, war toll. Ich wollte schon ein poppiges Musical machen, was auch dem Musikgeschmack der jüngeren Leute entspricht.

    Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Nachdem ich mich innerhalb der letzten vier bis fünf Jahre nun auch intensiv mit dem Thema Musical beschäftigt habe, ist dies ebenfalls ein großer neuer Arbeitsbereich geworden.

    Michaela Boland: Ist so etwas ein Angang im Sinne einer Hürde, wenn man es zum ersten Mal macht?

    Dieter Falk:  Ich hatte  große Lust darauf, daher  habe ich es nicht als Hürde empfunden. Ich habe mich hier eingeschlossen und daran gebastelt. Die ganzen Demos habe ich selbst eingesungen und anschließend sämtliche Schauspieler geholt, die es später singen sollten. Dann wurde es mit ihnen aufgenommen, also vorproduziert. Ich bin möglicherweise anders herangegangen als die klassischen Musicalkomponisten. Als Musikproduzent habe ich ja alle Möglichkeiten.

    Beispielsweise super Vorproduktionen zu machen, die schon toll klingen. Und wir mussten ja die 25.000 Chorsänger, die wir im Laufe der Jahre hatten, auch motivieren und das kann man am besten durch gute Musik und gute Produktionen schaffen. Die schickt man ihnen dann. Sie erhielten Noten dazu und haben dann alles eingeprobt.

    Wir haben dabei tatsächlich ganze Familien gehabt, die mit drei Generationen am Projekt teilgenommen haben. Beispielsweise elfjährige Kinder und deren Großeltern. Da wir im Vorfeld der Uraufführung schon ganze Demos oder CDs gemacht haben, war es für die Teilnehmer auch motivierend, daran mitzuwirken

    Michaela Boland: Würdest du dir auch zutrauen, ein klassisches Oratorium zu komponieren?

    Dieter Falk: Das würde ich mir schon zutrauen. Ich habe ja die ganze klassische Ausbildung. Es würde jetzt natürlich nicht die Kopie eines neo-romantischen Stücks. Wenn ich zum Beispiel alte Klassiker verpoppe oder verjazze, wie Bach, was ja immer ein Thema für mich war, denn ich habe ja beispielsweise auch schon Choräle verpoppt, dann tue ich das, indem ich die klassischen Momente nehme, aber dann mit Jazzmomenten versmische.

    Jeder hat da seinen eigenen Stil und ich habe ganz sicher auch meine eigene Handschrift. So würde ich Klassik nehmen, oder auch klassisch komponieren, aber eben mit den Einflüssen von Jazz bis Pop aus meiner Generation.

    Michaela Boland: Gemeinsam mit deinen beiden Jungs bildest du die Gruppe "Falk & Sons". Ihr variiert Stücke aus Klassik und Barock, insbesondere von Johann Sebastian Bach, und macht aus ihnen zeitgemäße poppige Musik. Wie konntest du deine Kinder für dieses Unterfangen gewinnen oder kam es sogar von ihnen?

    Dieter Falk: Nein, überhaupt nicht. Es kam nicht von ihnen. Letztlich aber auch nicht von mir. Unsere Söhne erhielten beide Klavierunterricht und haben fast nie geübt. Meine Frau und ich wollten sogar fast schon die Reißleine ziehen. Das werden sicherlich viele Eltern kennen. Man fängt mit einer Stunde Klavierunterricht in der Woche an und übt eine halbe Stunde am Tag. Daraus werden dann irgendwann mal gnädige fünf Minuten.

    Im Zuge von G 8, wo die Kinder heutzutage ja immer länger in der Schule sitzen, ist es mit der Musikerziehung natürlich auch immer schwieriger. Wir haben dann gesagt, dass es sich gar nicht mehr lohne, da beide nicht übten. Dann kam jedoch ein befreundeter Theaterdramaturg aus meiner Heimatstadt  und lud mich dazu ein, gemeinsam mit meinen Söhnen im Apollo Theater in Siegen vorbeizukommen und vier Titel für ein Schulkonzert zu machen. Das haben wir gemacht und ab dem Moment haben meine Kinder erfahren, was es heißt, auf der Bühne zu stehen und Bühnenluft zu schnuppern. Das ist jetzt sechs Jahre her.

    Michaela Boland: Blut geleckt?

    Dieter Falk: Ja, sie haben wirklich Blut geleckt und ab diesem Moment haben sie auch angefangen wieder zu spielen und zu üben. Seither gibt es eigentlich Falk & Sons. Der Weg ist das Ziel. Wenn du weißt, wofür du übst, dann übst du auch viel leichter und zielgerichtet. In 2011 haben wir dann bei Universal das erste Album herausgebracht, jetzt gerade das zweite gemacht. So haben wir natürlich immer wieder ein bisschen mehr erreicht. Die Karriere entwickelt sich und der Spaß bleibt. Vor allem weil wir sehr viel live spielen.

    Michaela Boland: Wie oft seid ihr da unterwegs?

    Dieter Falk: Wir spielen 40-mal im Jahr irgendwo. Morgen spielen wir bereits zum dritten Mal in Folge bei der Kanzlerin anlässlich der Weihnachtsfeier der CDU-Fraktion und der Regierung. Da spielen wir dann in Berlin im Tipi. Das sind natürlich Highlights. Davon lebt dann auch die musikalische Arbeit.

    Michaela Boland: Das klingt glücklicherweise nach einem ausgesprochen guten Verhältnis zwischen Vater und Söhnen.

    Dieter Falk: (lacht) Ja, klar. Das gehört dazu. Das Schöne ist, wenn man so viele Konzerte miteinander spielt, verbringt man viel Zeit miteinander. Die nächtlichen langen Rückfahrten auf deutschen Autobahnen, wenn man in Bremervörde, am Arsch der Welt oder in Greifswald gespielt  hat, dann kann man die ganze Fahrt über quatschen und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen. Familie ist uns sehr wichtig, daher verbringen wir auch viel Zeit miteinander. Auch haben wir viele Gäste, die meistens nicht nur mit meiner Frau und mir befreundet sind, sondern auch mit meinen Söhnen.

    Michaela Boland: Wie schaffst du es bei all deinen Mega-Erfolgen immer so geerdet zu bleiben?

    Dieter Falk: Ich bin immer ein Mann im Hintergrund gewesen. Vielleicht bin ich durch Popstars mal ein bisschen in den Vordergrund gerückt. Sicher taucht ab und zu auch mal das Fernsehen hier auf und macht O-Töne, aber ich bin kein Star in dem Sinne wie es andere sind. Klar kennen mich mehr Leute als andere, trotzdem bin und bleibe ich als Komponist und Musikproduzent eher jemand, der hinter dem Mischpult ist.

    Michaela Boland: Nichts desto trotz ein ausgesprochen erfolgreicher Jemand hinter dem Mischpult.

    Dieter Falk: Ja, aber was heißt erden? Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine Mutter und mein Vater haben beide nicht studiert. Wir waren nicht  gerade der sogenannte Intellektuellen-Haushalt. Doch wir Söhne haben beide studiert und aus uns ist etwas Ordentliches geworden. Aber, ich weiß, wie ich angefangen habe und das erdet einen sowieso.

    In unserem Bekanntenkreis haben wir zwar viele Freunde in der sogenannten Showbranche, aber ebenso viele Freunde in ganz normalen Berufen. Meine Frau ist Grundschullehrerin, das erdet dich auch total, das sage ich dir (lacht). An einer Brennpunktschule, wo du auf der einen Seite privilegierte Familien hast, die ihre Kinder dort einschulen, doch interessanter Weise ebenso viele Migrantenkinder. Das mischt sich super, doch hat ganz eigene Befindlichkeiten. Dann bin ich ja auch Botschafter für die Arche. Wenn du dann siehst, was dort stattfindet, dann erdet dich das ebenfalls automatisch.

    Michaela Boland: Seit diesem Wintersemester hast du auch regelmäßig mit jungen Menschen zu tun, denn du hast an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf eine Gastprofessur mit dem Schwerpunkt Musikproduktion und Populargesang inne. Wie oft bist du da zur Zeit im Einsatz?

    Dieter Falk: Aktuell hatte ich jetzt gerade einen ganzen Samstag lang einen Crash-Kurs-Workshop mit den Kirchenmusikern. Mehrere Stunden am Stück. Da ging es dann darum, dass ich Kirchenmusikern Pop Piano- und Gospel Piano beibringe. Meine Botschaft ist die: Ein klassisches Studium ist total wichtig, aber es ist heutzutage genauso wichtig, dass man zweigleisig fährt.

    Damit du auch als Kirchen- oder als Schulmusiker nicht nur vor einer Klasse oder in der Kirche sitzt und "Großer Gott wir loben dich" an der Orgel spielst, sondern, dass du auch "Oh happy day" authentisch am Klavier spielst und nicht nur so von Noten herunter liest. Es muss grooven, der große Zeh muss mitwippen, wenn du Klavier spielst.

    Und wenn du eine Kirchengemeinde zum mitsingen eines Liedes begeistern willst, dass du es auch swingig umsetzen kannst. Musik muss anstecken und das ist so viel leichter, wenn es Groove und Swing hat. Das brauchen Kirchenmusiker auch heutzutage. Das ist ein Teil meiner Aufgabe im Rahmen dieser Professur.

    Michaela Boland: Kann man bemessen wie viele Wochenstunden du gibst.

    Dieter Falk: Es ist eine halbe Gastprofessur, das heißt neun Semester-Wochenstunden. Die verteile ich auf Blöcke. Dann sitze ich vor Kirchenmusikern, aber auch vor kommenden Musikproduzenten. Es gibt ja in Düsseldorf diese einzigartige Möglichkeit am Institut für Musik und Medien, IMM, unter anderem auch Musikproduzent zu werden. Toningenieur und Musikproduzent, das nennt sich dann Ton- und Bild-Studium und Musik und Medien.

    Das ist schon eine spannende Ausbildung. Sie müssen nämlich sowohl künstlerisch als auch technisch gut sein. Da helfe ich jetzt meinen Professoren-Kollegen, dass man auch die Produktionen, die diese jungen Studenten machen, unter Marktbedingungen bewertet, zumal ich ja mit einem Fuß in der Branche auch noch am Puls des Marktes bin. Ich kann den Leuten daher relativ authentisch  sagen, das, was ihr macht, hat meines Erachtens eine Chance oder nicht. Die guten Studenten empfehle ich dann auch der Branche gleich weiter.

    Michaela Boland: Dann bist du auch eine Art Türöffner?

    Dieter Falk: Ich versuche es. Den guten Leuten werde ich natürlich sagen, "Ihr komponiert gut, ihr solltet euch unbedingt mal bei diesem oder jenem A&R oder Verleger melden, denn ihr seid wirklich talentiert". Das ist so ein bisschen meine  Funktion.

    Michaela Boland: Gab es darüber hinaus noch ein persönliches Anliegen für dich, die Professur anzutreten?

    Dieter Falk: Diese Gastprofessur ist ja von der Stadt Düsseldorf finanziert und nicht vom Land NRW. Mir ist wichtig, dass man etwas für die Musikszene der Stadt Düsseldorf, die ja nach den Toten Hosen oder Kraftwerk noch nicht so richtig viel hervorgebracht hat, tut.

    Michaela Boland: Doro Paesch kommt doch auch hierher.

    Dieter Falk: Ja, aber das sind die großen Alten, um es mal so zu sagen. Man sollte hier etwas für die Szene tun. Ich veranstalte ja auch ab und zu ein Nachwuchsfestival mit dem Titel "Ton-Talente", in der Tonhalle. Ich möchte, dass man die Leute, die da in der Stadt Musik machen, mit den Studenten aus der Musikhochschule zusammenbringt, mehr Teamwork durchführt, mehr Synergie und Networking betreibt.

    Michaela Boland: Düsseldorf soll ohnehin als Kreativstandort im Hinblick auf Musik gefördert werden. Welche weiteren Ansätze sind neben deiner Arbeit dafür noch vonnöten?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich weit davon entfernt zu sagen, ich sei der Allein-Selig-Machende für das Betreiben, die Medienstadt Düsseldorf musikalisch weiterzubringen. Es gibt ja viele Leute, die an der Front arbeiten, Düsseldorf auch  musikalisch ein bisschen nach vorne zu bringen. Düsseldorf ist eine Museumsstadt, eine Kunststadt, eine Werbe-Agentur-Stadt, eine Medienstadt. An der Musikszene kann noch etwas getan werden.

    Da bin ich einer von mehreren, die daran arbeiten, dass das so wird. So war der Eurovision Song Contest eine riesen Nummer. Darauf aufbauend kann man etwas für die Musikszene hier tun. Das fängt damit an, dass man auch Lobbyarbeit betreibt, dass beispielsweise neue Proberäume gebaut werden und. Aber das Rathaus weiß das und ist da bereits auf einem sehr guten Weg, wie ich finde.

    Michaela Boland: Interessierst du dich für bildende Kunst?

    Dieter Falk: Ja, ich gehe sehr gerne in Museen. Ich liebe Popart. Meine Frau ist auch an Malerei interessiert. Sie malt auch selbst ein bisschen. Da wir lange in Holland gelebt haben, kennen wir die Museen in Amsterdam alle in und auswendig. Wenn wir reisen, und das tun wir ganz gerne und viel, sind wir in den Städten eigentlich auch immer in den einschlägigen Museen. Ob in New York oder in London, da sehen wir uns Ausstellungen an, die wir sonst nicht mitkriegen. Köln ist überdies auch eine ganz tolle Museumstadt, wie Düsseldorf auch. Das ist auch Teil unseres Freizeitprogramms.

    Michaela Boland: Was liest du zurzeit?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich absoluter Thriller-Fan. Ich habe gerade von Joe Nesbo "Koma " gelesen. Eigentlich alle Jo Nesbos wie alle Stieg Larssons.

    Michaela Boland: Wie läuft es konkret ab, wenn jemand sich bei dir meldet und dich bittet, einen oder mehrere Songs zu schreieben und zu produzieren?

    Dieter Falk: Viele kenne ich ja auch schon, wenn sie anrufen und fragen, "hast du einen Song für mich". Aber, wenn ich jemanden noch nicht kenne, dann lade ich den- oder diejenige ein, ich setze mich hier ans Klavier und wir jammen ein bisschen. Oft ist es ja auch so, dass die Künstler auch selbst musikalische Ideen haben. Dann ist es ganz gut, wenn man es dann zusammen macht. Ich mache das super gerne im Teamwork.

    Zum Beispiel die Schlagersängerin, Francine Jordi, deren letztes Album ich gemacht habe und die in der Schweiz ein großer Star ist, kommt hierher und wir setzten uns einfach ans Klavier und wir schreiben zusammen. Oder sie kommt auch schon mit fertigen Songs und die arrangiere ich dann.

    Bei mir ist es keine Pflicht, dass ich alles selbst geschrieben haben muss. Bei meinen größten Produzentenerfolgen, wie beispielsweise bei PUR war es ja auch so, da war ich nicht als Komponist beteiligt. Dass ich jetzt mehr komponiere hat vor allen Dingen mit den Musicals zu tun. Das sind dann meine Projekte und auch meine Ideen.

    Michaela Boland: Lieber Dieter, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch und viel Erfolg auch weiterhin für die Zukunft.

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  • Auch der Zugang zu einer Premium Airport Lounge wie der Al Reem Lounge in Abu Dhabi ist über Holiday Extras für jeden Reisenden buchbar
Jerome Danglidis CEO Continental Europe von Holiday Extras
    Geheimnis der Reisebranche
    Airport Lounges - Interview mit Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis

    Die Zeit am Flughafen vor dem Abflug oder beim Zwischenstopp ist für viele Reisende das Gegenteil von Erholung – während Business- oder First-Class-Passagiere es sich in einer Lounge gut gehen lassen. Was viele nicht wissen:

    Ein Aufenthalt dort ist über Holiday Extras ganz unkompliziert und günstig buchbar. Der Münchner Spezialist für Reise-Extras vermittelt Zugang zu mehr als 140 Lounges weltweit.

    Doch was gilt es zu beachten, wenn man erstmal drin ist? Vielflieger und Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis gibt im Interview hilfreiche Tipps für Lounge-Neulinge.

    Herr Danglidis, wenn man nicht gerade Vielflieger-Status genießt oder ein Flugticket für die Business Class besitzt: Wie einfach ist es, in eine Flughafen-Lounge zu kommen?

    Airport Lounges sind das vielleicht bestgehütete Geheimnis der Reisebranche. Der Zutritt erfordert weder einen Vielfliegerstatus noch eine spezielle Kreditkarten- oder Lounge-Mitgliedschaft.

    Die Lounge ist im Reisebüro und unter www.holidayextras.de online buchbar. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Fluggesellschaft man fliegt oder in welcher Klasse.

    Rucksackreisende, Single Traveller oder Familien-Trip: Für wen eignet sich eine Airport Lounge am besten?

    Eine Airport Lounge ist ein Ruhe- und Entspannungsbereich fern von den Massen an Urlaubern und Geschäftsreisenden in Flugterminals und an Gates. Ein Aufenthalt eignet sich für Privat- oder Businessreisende, mit oder ohne Begleitung.

    Was erwartet mich in einer Lounge?

    Bequeme Sitzgelegenheiten, unbegrenzt Speisen und Getränke, oft auch eine offene Bar mit alkoholischen Getränken. Es gibt kostenlos WLAN, Zeitungen und Zeitschriften, außerdem reichlich Ladesteckdosen und vor allem einen ruhigen Bereich, in dem Sie gelassen auf Ihren Flug warten oder schlafen können.

    Lounges sind meist deutlich ruhiger und weniger frequentiert als Flugsteigbereiche. Einige verfügen über Duschen und sogar Spas.

    Kinder sind am Flughafen erfahrungsgemäß sehr aufgeregt – dürfen sie trotzdem mit in die Lounge? Gibt es dort einen spannenden Zeitvertreib für Kids auf Reisen?

    Sie bieten ein sicheres und übersichtliches Umfeld für Kinder. Dort steht eine Auswahl an Zeitschriften, Malbüchern und Fernsehsendern zur Verfügung. Zahlreiche Lounges haben einen ausgewiesenen Kinderbereich.

    Aber sie sind natürlich kein Spielplatz: Eltern sollten dafür Sorge tragen, dass sich ihre Kids entsprechend verhalten.

    Hand aufs Herz: Gibt es in den Lounges einen Dresscode?

    Ja, es muss allerdings kein schicker Anzug sein – gepflegte Freizeitkleidung ist in Ordnung.

    Was sind absolute No-Gos in der Lounge?

    Auch wenn der Eindruck entsteht, dass es alles im Überfluss gibt, sollten Reisende keine Snacks oder Getränke für später in ihrem Gepäck verstauen. Was beispielsweise gar nicht geht: laut Musik hören.

    Kopfhörer sind selbstverständlich, Elektronikgeräte sollten in den Vibrations- oder Stummmodus geschalten werden. Lounges haben gewöhnlich eine gedämpfte Atmosphäre, deswegen sollten sich Besucher an die umgebende Lautstärke anpassen und nicht zu laut telefonieren.

    Es ist kein Verstoß gegen die Hausregeln, sich am Platz übermäßig auszubreiten, jedoch nicht gerade rücksichtsvoll. Erhöhter Alkoholkonsum ist ein absolutes No-Go. Man riskiert aus der Lounge verwiesen oder sogar vom Boarding ausgeschlossen zu werden.

    Was dagegen ist ein „Must-Do“ in der Lounge und darf auf keinen Fall fehlen?

    Die Airport Lounge bietet Ihnen die Gelegenheit, Ihr Handy zu laden und die letzten E-Mails zu checken. Bei der Zwischenlandung nach einem langen Flug gibt es nichts Schöneres als eine heiße Dusche und ohne Hektik etwas zu essen.

    Einen riesigen Vorzug sehe ich darin, einen eigenen Sitzbereich zu haben und das Gepäck nicht immer mitnehmen zu müssen.

    Haben Sie weitere Tipps für den Lounge-Aufenthalt?

    Die Lounges sind sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich vorab über Ausstattung und Annehmlichkeiten. Größere, internationale Flughäfen haben meist mehr als nur eine Lounge. Wo befinden sich diese? Welche ist näher an meinem Flugsteig?

    Mein Tipp: Die Wartezeit am Airport lässt sich nicht nur bei Reiseantritt, sondern auch beim Zwischenstopp oder vor der Rückreise entspannt in einer Lounge verbringen.

    Interview: Janina Reich/AHM PR

    Preisbeispiel: Die meisten Lounge-Aufenthalte sind zwischen zwei und vier Stunden buchbar, Gäste können bis zu zwei Tage vorher kostenlos stornieren. An deutschen Flughäfen wie beispielsweise in Leipzig sind drei Stunden ab 19,90 €/Pers. zu haben. Während eines Layover in Abu Dhabi kostet die dreistündige Nutzung der „Al Reem Lounge“ (Premium) ab 39 €/Pers.

     

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  • Was waeren unsere heutigen Stars ohne RTL VOX Pro 7 Bild Bunte oder Gala fragte Anna Vilents Foto GFDK
    Metarmorphosen von Mensch und Tier
    Anna Vilents und Gottfried Böhmer präsentieren Menschentiere

    Was haben Ziegenfrauen, Adler und Wolf, Wolf und Ziege mit Boris Becker, Claudia Schiffer und Dieter Bohlen gemeinsam? Es sind Bildmotive, die von der Hand der jungen russischen Malerin stammen. Die Künstlerin ist Berühmt für ihre Metarmorphosen von Mensch und Tier.

    Zum einen fantastisch arrangiert, ins Mythische reichende Übergänge zwischen Mensch und Tier, Tierkörper mit Menschenköpfen zum Beispiel, die die Urgewalt der Triebe ebenso demonstrieren wie die Physiognomie menschlicher Eitelkeit.


    Diese großformatigen surrealen Körperporträts gehören zur Reihe „Metamorphosen", die in der Ausstellung des Kunst- und Kulturfestivals „The Exhibition - Women Only 2002" des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin - GFDK zu sehen war.

    Gottfried Böhmer, künstlerischer Leiter des Vereins hatte die junge Künstlerin, Anna Vilents, beim Rundgang an der Kunstakademie entdeckt und sofort unter Vertrag genommen.

    Ab Freitag den 14. März präsentiert die Künstlerin ihre Ausstellung erneut - erweitert um die vollständige Bilderreihe „Pseudo-Stars" in den Atelierräumen des Messemagazins Düsseldorf, die bereits im Vorfeld für Medienresonanz gesorgt hat.

    Eine neue Variation des Themas „Triebe und Eitelkeiten", die in diesem Fall ihre Allgegenwärtigen Medien-Ikonen als Aufhänger nutzt? „Was wären unsere heutigen Stars ohne RTL, VOX, Pro 7, Bild, Bunte oder Gala? Würde sie wirklich jemand kennen? fragt sich Anna Vilents.

    „ In uns ist immer auch Tierisches, dass wir zu zivilisieren nur versuchen können", meint die jüngste Meisterschülerin an der Düsseldorfer Akademie, die für ihre jungen Jahre bereits eine bemerkenswerte Entwicklung absolviert hat.
    1980 wurde sie in der Ukraine geboren.

    Nach der Wende kam sie 1993 mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland: es folgten Jahre, die vor allem von schwierigen schulischen Problemen geprägt waren. Mit 18 erreichte sie eines ihrer wichtigsten Ziele, die Aufnahme in die Kunstakademie, da sie kein Abitur besaß, über eine besondere Begabtenprüfung.

    Und nun, 22-jährig ist sie Schülerin von Prof. A. R. Penck zugleich wie gesagt jüngste Meisterschülerin der Akademie und auf dem besten Weg zu einer vielversprechenden Künstlerkarriere.

    In den vergangenen 2 Jahren nahm sie bereits an Ausstellungen in Frankfurt, Berlin und Köln teil und sie erhielt die Silber-Medaille des Europäischen Preises für jüdische Kunst.

    Ihr Ausgangspunkt scheint ein ausgesprochen analytisches Interesse zu sein. Dass aber wird nicht intellektuell, sondern plastisch in ausdrucksstarker Eindeutigkeit umgesetzt - ohne absichernde Orientierung am bekannten ästhetischen Größen.

    Für ihre Metamorphosen-Reihe hat Anna Vilents dabei eine raffinierte Tropftechnik verwendet, mit der sie aber - anders als ihr berühmter Erfinder Jackson Pollock im figürlichen bleibt. Und was ihre aktuelle Reihe „Pseudo-Stars" betrifft, so begegnen wird Becker & Co verfremdet im Gewand von Heiligen und Madonnen zur Zeit der Renaissance.

    Aber Anna Vilents ist keine Zeitgeist-Reporterin, ihr kritischer Blick gilt ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Phänomenen, die sie mit viel Kraft und Scharfblick unter die Lupe nimmt. Zunehmend offenbar auch mit einem Schuss Ironie.

    Dr. Frank Maier-Solgk

    Messemagazin Ausgabe 2/2003

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Aktuelles - Marketing News

  • Das ist Bloedsinn Die Spoiler koennen ausgedruckt und auf die Schachteln geklebt werden
    eine verblödete Idee von Pro Rauchfrei
    Stillstand ist bekanntlich Rückschritt, besonders in der Digitalwirtschaft

    Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V hat heute eine tolal verblödete Nachricht für mich: Wenn abschreckende Bilder von Todesarten und Krankheiten nicht mehr helfen, dann muss es eben der gespoilerte Tod eines fiktiven Charakters richten. Dieses Kalkül steckt hinter der aktuellen Kampagne der Nichtraucherorganisation Pro Rauchfrei.

    Lieber Herr Böhmer,

    wenn Sie Game of Thrones unbedingt noch zu Ende schauen wollen, dann sollten Sie auf keinen Fall hier klicken. Es besteht akute Spoiler-Gefahr. Und Spoiler sind bekanntermaßen das Schlimmste, was einem eingefleischten Serienfan passieren kann.

    Deshalb will die Nichtraucherorganisation Pro Rauchfrei mit gespoilerten Serienfakten auf Zigarettenschachteln Raucher abschrecken. Die Spielverderber seien noch viel schlimmer als Bilder von verfaulten Zähnen und schwarzen Lungen – so die Theorie hinter der Kampagne. Ganz schön fies.

    Eine gute Nachricht gibt es für GoT-Junkies heute aber auch noch: Denn jetzt sickerte durch, dass die Verträge für ein zweites Spin-Off der Kultserie unterzeichnet wurden.

    HBO wollte den Deal aber bisher nicht bestätigen. Ableger Nummer eins mit Naomi Watts steht auch bereits fest. 2021 soll die Ausstrahlung starten.

    Mit der Dmexco geht es schon am 23. September 2020 weiter. In der Hauptrolle – Achtung Spoiler – Messechef Dominik Matyka. Auch wenn der im Broadway-Musical von Yext auf der Messe den unfreiwilligen Tod fand.

    Selbstverständlich soll der ermordete Matyka nicht symptomatisch für die Dmexco stehen. Denn sie ist immer noch Europas wichtigstes Event für die digitale Wirtschaft, findet mein Kollege Holger Schellkopf.

    Trotzdem muss sie an sich arbeiten, denn im zweiten Jahr hintereinander ist das Wachstum ausgeblieben. Und Stillstand ist bekanntlich Rückschritt – besonders in der Digitalwirtschaft.

    Ein schönes Wochenende wünscht

    Verena Gründel

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

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  • Scheidender VDA-Praesident Bernhard Mattes auf der IAA-Eroeffnungspressekonferenz
    lau und leer war es auf der Domexco
    Automobilindustrie ohne Führung, und Höhen und Tiefen auf der Dmexco

    Das wichtigste vorweg. Am Donnerstag hat er noch gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die IAA in Frankfurt eröffnet. Doch am Abend des ersten Messetages gab Bernhard Mattes seinen Rücktritt als Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zum Jahresende bekannt.

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, meint das es zimlich lau und leer war auf der Domexco 2019. Obwohl, so ganz leer war es doch nicht: 1.000 Aussteller aus 40 Ländern, mehr als 600 Speaker und rund 40.000 Besucher waren in Köln.

    Lieber Herr Böhmer,

    und schon ist es wieder vorbei mit der Dmexco. Zwei Tage voll mit Arbeit, Gesprächen, für einige Menschen auch ein Paket Party, für alle Beteiligten viel Lautstärke.

    Was bleibt? Die Erkenntnis, dass Veränderung immer ein Prozess ist. Ein Prozess, der Höhen und Tiefen haben kann. Gilt auch für die Dmexco. Zu den Höhen gehören sicher Ideen wie der neue Future Park oder die verwandelte World of Agencies.

    Zur Wahrheit, und damit eher zu den Tiefen, gehört aber auch, dass es sowohl in Sachen Aussteller als auch in puncto Besucher zuweilen doch sehr luftig war. In der ein oder anderen Halle hätte man gut noch Platz für eine kleine Partie Fußball gehabt. Hat sich aber dann doch keiner getraut.

    Wichtig aber: Wen kann man treffen, mit wem kann man sprechen? Und da hat die Messe doch noch einiges zu bieten. Hinzukommt, dass Trust als zentrales Oberthema sicher keine schlechte Wahl war.

    Alles nachlesen, nachhören und ganz besonders nachschauen kann man natürlich bei uns. Daran soll sich auch nichts ändern.

    Viele Grüße

    Holger Schellkopf

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  • Nestlé-Marke Vittel erhaelt den Negativpreis Goldenen Geier wegen Einweg Plastikflaschen
    Verbraucher haben abgestimmt
    Auf der Dmexco rotten sie sich zusammen und der Negativpreis "Goldener Geier" geht an Vittel

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, brichte noch etwas über die Demexco, und die Nestlé-Marke Vittel bekommt den Negativpreis "Goldenen Geier" von der Deutsche Umwelthilfe für die "unsinnigste Einweg-Plastikverpackung".

    Barbara Metz, Stellvertretende Geschäftsführerin der DUH, übergab den Negativpreis direkt vor der Nestlé-Konzernzentrale in Frankfurt am Main. Vorstandschef und Unternehmensentscheider Marc-Aurel Boersch blieb laut DUH der "Preisverleihung" fern.  Auf solche Preise hat er keinen Bock. Über 20.000 Verbraucher haben laut DUH bei der Online-Wahl abgestimmt. 

    Lieber Herr Böhmer,

    man soll den Tag nicht vor dem Abend loben - und die Messe nicht vor dem Abschluss. Das gilt natürlich insbesondere für eine Veranstaltung wie die Dmexco, bei der sich nach eigenem Verständnis die Welt des digitalen Marketing trifft. Tatsächlich wird eine Bilanz zum Abschluss sehr interessant werden, aber soweit sind wir ja noch lange nicht.

    Zur Quasi-Halbzeit lässt sich jedenfalls feststellen, dass ziemlich viele Leute hier ziemlich interessante Sachen zu sagen haben. Das könnten sie natürlich auch ohne Dmexco machen, aber hier rotten sie sich halt geradezu zusammen.

    Wer einen umfassenden Blick und gleichzeitig auch an vielen Stellen eine Art Instant Deep Dive erleben will, der sollte sich unbedingt unseren News-Blog zu Gemüte führen. Dringende Empfehlung mit richtig viel Content.

    Wenn wir schon bei Großveranstaltungen sind. Nicht nur die Münchner wissen: die Wiesn steht quasi vor der Haustür. Adidas hat sich dafür heuer etwas Neues ausgedacht. Spoiler: es geht um Schuhe und um Prominente

    Schönen Abend

    Holger Schellkopf

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Aktuelles - Portrait des Monats

  • Dieter Falk sagt im Interview mit Michaela Boland den Freunden der Kuenste Jede Musik lebt von ihren Idolen
Dieter Falk an dem Platz wo er die großen Melodien komponiert 
Dieter Falk hat eine Professur an der Robert Schumann Hochschule in Duesseldorf
    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK
    Dieter Falk hat über 20 Millionen Platten verkauft - er sagt den Freunden der Künste, Musik muss anstecken

    Zweiter Teil des Exklusiv Interviews von Michaela Boland mit Dieter Falk für die Freunde der Künste.

    Als Produzent von PUR feierte er Millionenerfolge. Auch wenn er sich eher als Mann im Hintergrund versteht, verhalf er Künstlern wie Monrose, Jennifer Rush, Howard Carpendale, Gitte Haenning, DJ Ötzi, Pe Werner, Paul Young, Karel Gott, Katja Ebstein oder Marshall & Alexander mit Hits zum Triumph.

    Seit der Pro 7- Casting-Produktion "Popstars" im Jahre 2006 ist er auch einem breiten Fernsehpublikum bekannt, denn dort fungierte er neben Nina Hagen und  Detlef D! Soost als Jury-Mitglied.

    Der Absolvent der Musikhochschule Köln, der im Rahmen des Projekts "Falk & Sons" mit seinen beiden Söhnen, Max und Paul, nach dem Debüt-Album "Celebrate Bach" nun mit "Toccata" schon die zweite Familien-Scheibe herausgebracht hat, hat seit diesem Wintersemester sogar eine Professur an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf inne.

    Dort will er dazu beitragen, die Nordrhein westfälische Regierungsmetropole als Medienstadt auch musikalisch weiter voran zu bringen.

    In seinem schönen Familienanwesen im Düsseldorfer Süden treffe ich den sympathischen Passions-Musiker, der im Gegensatz zu vielen anderen Showgrößen, die dies als "unsexy" empfinden, keinen Hehl aus seinem christlichen Glauben macht.

    MICHAELA BOLAND TRIFFT DIETER FALK

    Michaela Boland: Du hast in jedem Fall große Erfolge zu verzeichnen.

    Dieter Falk: Insgesamt sind es, so glaube ich, über 20 Millionen Platten, die die Künstler verkauft haben, die ich mal produziert habe. Damals wurde für 500.000 eine Platinscheibe verliehen. Viermal Platin für "Abenteuerland" von Pur bedeuteten zwei Millionen verkaufte Platten. Bei Monrose gab es aber schon für 300.000 verkaufte Platten Platin. Jetzt sind wir sogar bei 200.000 angekommen. Durch den Absatzrückgang wurden die Maßstäbe heruntergesetzt. Allein mit Pur habe ich schon ungefähr 15. Millionen Platten verkauft.

    Michaela Boland: Hier bei dir hängen etliche Platin-Scheiben an der Wänden. Bekommt man als Produzent neben den Künstlern üblicherweise  jedes Mal ebenfalls ein Exemplar ausgehändigt?

    Dieter Falk: Künstler, Produzent, manchmal auch Toningenieur oder -Meister, zusätzliche Komponisten und die wichtigen Leute der Plattenfirma sowie das Management.

    Michaela Boland: Ex-EMI-Legende, Winni Ebert, - Gott habe ihn selig - hatte in seinen Räumlichkeiten ebenfalls jede Menge Gold- und Platin-Platten an den Wänden hängen.

    Dieter Falk: Winni hat natürlich auch Sachen entdeckt und hat dann als A&R (Anm. d. Red: Artists and Repertoire) auch goldene Platten bekommen. Später war er ja dann auch Manager.

    Michaela Boland: Du hast viele Jahre mit Pur zusammengearbeitet. Hast du das Erfolgsalbum "Abenteuerland" auch mit komponiert?

    Dieter Falk: Nein, das habe ich aber auch mit arrangiert. Das ist vor allem eine Produktionsarbeit gewesen. Die Pur-Jungs komponieren nämlich auch selbst phantastisch. Das war zum Beispiel ein klassischer Fall, wo ich als Arrangeur beim Songaufbau Tipps gegeben habe. Das war über insgesamt elf Jahre ein glückliches Teamwork.

    Michaela Boland: Ist es heutzutage ratsam, im Hinblick auf die Musikrichtungen als Produzent breit gefächert zu sein oder sollte  man sich besser auf etwas spezialisieren?

    Dieter Falk: Tja, ich glaube, das muss jeder halten wie er möchte. Ich empfand es immer als interessant, ein breites Stilmischmasch zu produzieren. Es gab natürlich auch Sachen, die ich weder konnte, noch wollte. Zum Beispiel Volksmusik und Heavy Metal.

    Michaela Boland: Das hast du kategorisch abgelehnt?

    Dieter Falk: Ja, da war ich auch kein Experte für. Aber, poppiger Schlager war für mich nie ein Tabu. Ich habe ja auch Brings produziert, noch vor deren Karnevalszeiten. Das war eine harte Rockband und das hat großen Spaß gemacht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Nino de Angelo produziert, der eben eine tolle Stimme ist.

    Michaela Boland: Ab wann hast du Nino de Angelo produziert?

    Dieter Falk: Ab seinem Comeback. Das war "Schwindelfrei". Da waren einige erfolgreiche Sachen dabei. Wir haben drei LPs gemacht. Dann auch Karel Gott oder Nana Mouskouri. Das sind alles Menschen, da habe ich keine Hemmungen oder gar Aversionen, ganz im Gegenteil. Ich finde, wir haben tolle Sänger, auch in der Schlagerbranche. Und die erlebt ja gerade eine unfassbare Renaissance.

    Michaela Boland: Wem ist das zu verdanken?

    Dieter Falk: Jede Musik lebt von ihren Idolen. Von charismatischen Frontsängern oder Sängerinnen. Und vielleicht haben wir jetzt einfach auch den Glücksfall, dass mit Helene Fischer und Andrea Berg eben zwei Damen da sind, die diese Branche mitbestimmen, weil sie sehr beliebt und sehr gut sind. Man muss diese Musik privat ja auch nicht hören, aber, man sollte zumindest respektieren, dass sie wirklich ein gutes Entertainment machen. Gerade Helene Fischer macht sensationelle Shows.

    Ich bin jetzt auch nicht der, der privat Schlager hört, aber es gibt Songs von Helene Fischer, die sind einfach klasse produziert und gut komponiert. Man wird das noch sehen, denn ich glaube, dass sich das in den nächsten Jahren auch noch ein bisschen mehr in Richtung Pop entwickeln wird.

    Genauso wie man sieht, dass Robbie Williams als Pop-Interpret sich ein bisschen dem großen Mainstream öffnet, denn diese Swing-Platten sind ja nur ein Beispiel dafür. Es ist natürlich immer noch super anspruchsvoll und klasse gemacht, natürlich auch jazzig, aber die ganz großen Stars der anglo-amerikanischen Musikszene, die eher aus der Rock-Pop-Ecke kommen, öffnen sich nun dem großen Mainstream. Würde man jene Titel in Deutschland mit deutschen Texten machen, würde man es sofort als schlagerresque bezeichnen.

    Michaela Boland:  Kannst du ein Beispiel benennen?

    Dieter Falk: Gerade, wenn du dir auf der jetzigen Single-Auskopplung des Swingalbums von Robbie Williams einen deutschen Text vorstellst, dann ist das ein richtiger Schlager. Da sollte man auch mal ehrlich sein. Dieses Schubladendenken ist so typisch deutsch. Einteilung in: Das ist ein Schlager und das ist ein Popsong. Diese Probleme haben Amerikaner gar nicht.

    Michaela Boland: Gibt es hier möglicherweise eine ähnliche Differenzierung zwischen Schlager und Popsong wie einst der zwischen Volkslied und Kunstlied? Was sind die typischen Merkmale eines Schlagers?

    Dieter Falk: Ein Schlager ist ein Titel, der einschlägt. Er muss von der Melodie sehr nachvollziehbar und mit singbar sein. Die Haupttext-Hookline, also die Textzeile, muss ebenfalls sehr griffig sein. Beispiele der großen deutschen Schlager, und darunter sind viele Popsongs wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Kribbeln im Bauch", "König von Deutschland", "Ich hab dich tausend mal betrogen", das sind alles Textzeilen, die super griffig sind oder gar "Komm mit mir ins Abenteuerland".

    Diese Textzeilen bleiben genauso griffig  wie eine musikalische Hookline innerhalb eines Refrains. Dann schlägt ein Song ein. Ob er ein poppiges, rockiges oder schlagerresques Arrangement hat, ist dann eigentlich eher zweitrangig. Wichtig ist einzig, dass die Melodie und die Haupttextzeile total kleben bleiben,

    Michaela Boland: Mit anderen Worten: Stilrichtungen sind dabei sich zu vermischen?

    Dieter Falk: Sagen wir mal so: Der Unterschied zwischen einem Schubert-Lied in der Klassik und einem Hoch-auf-dem-gelben-Wagen-Volkslied ist gar nicht mal so weit. Es gibt von Schubert Lieder, die sind total volksliedhaft.

    Michaela Boland: Beziehst du dich auf das Röslein?

    Dieter Falk: Das Röslein zum Beispiel oder auch Lieder von Schumann, die volksliedhaften Charakter haben. Die Unterscheidung dessen, was E- und U-Musik ist, ist ja ohnehin eher eine, die Fachleute vornehmen und nicht das Publikum. Denn das Publikum liebt Musik und denkt manchmal gar nicht so groß darüber nach, ob das nun E- oder U-Musik ist. Das war ohnehin eine Unterscheidung der 70er Jahre.

    Michaela Boland: Du hast mit vielen bekannten Leuten zusammengearbeitet. War das immer gleich leicht oder gab es auch Diven unter deinen "Schäfchen"?

    Dieter Falk: Ja, natürlich gibt es auch Diven. Und selbstverständlich gibt es auch skurrile Geschichten. Aber, das Spannende ist immer, dass man  musikalisch eine  Art kleine Ehe auf Zeit eingeht, wenn man jemanden produziert. Eine Platte dauert in der Regel drei Monate, manchmal länger, manchmal aber auch ein bisschen kürzer, und während dieser Zeit ist man wirklich ein Teamworker. Das funktioniert auch mit Kompromissen. Als Produzent ist man so eine Art Vermittler zwischen Künstler und Plattenfirma. Diese Situation ist nicht immer einfach.

    Ich habe das jetzt so viele Jahre gemacht, dass ich glaube zu wissen, welche Verhaltensweisen man an den Tag legen muss, um beiden Seiten gerecht zu werden. Mir ist wichtig, dass ich vor allen Dingen ein Dienstleister des Künstlers bin, denn der muss mit dieser Platte länger leben als ich als Produzent. Als solcher habe ich schon zwei oder drei Monate später wieder andere Aufgaben.

    Der Künstler muss mit dieser Platte anderthalb Jahre leben und sie promoten. Deswegen werde ich den Teufel tun und meinen Dickkopf durchsetzen. Ich versuche natürlich, dem Künstler gerecht zu werden und für ihn schöne Lieder zu schreiben. Dass ich das in den letzten Jahren nicht mehr so häufig gemacht habe, hat natürlich auch damit zu tun, dass ich auch auf zu neuen Ufern bin. Nach 35 Jahren in der Musikbranche ist auch wichtig, dass man versucht, jetzt, mit Anfang Mitte Fünfzig nochmal neue Kapitel aufzuschlagen.

    Michaela Boland: Mit welchen Künstlern hast du denn so alles gearbeitet? Ich sehe hier beispielsweise schon mal Andre Dietz (Anm. d. Red.: Schauspieler der Täglich-Serie "Alles was zählt")

    Dieter Falk: Wir waren zusammen beim "perfekten Promidinner". Auch mit Tom Beck (Anm. d. Red: "Alarm für Cobra 11") habe ich gearbeitet. Wir haben zusammen hier herum gejammt.  Außerdem Detlev Jöcker, der Kindersänger. Für ihn habe ich drei CDs gemacht. Jule Neigel war zum Songschreiben hier. Dann habe ich auch DJ Ötzi gemacht und Marshall & Alexander.

    Michaela Boland: Hast du ihr Album "Paradisum" produziert? Denn hierzu haben wir bei Freunde der Künste ein Interview mit Jay Alexander geführt.

    Dieter Falk: Ich habe diejenigen davor produziert. "Hand in Hand" und "Lovers forever".

    Michaela Boland: Du hast auch mit Daliah Lavi und Karel Gott gearbeitet. Was ist denn die "goldene Stimme aus Prag", Held meiner "Biene-Maja"-und "Fang-das-Licht"-Kindheit, so für eine Persönlichkeit?

    Dieter Falk: Ein Hammer-Typ! Er kam hierher, sah draußen ein grünes Kettcar mit Gummireifen, das richtig schnell fährt, war begeistert, rief, "oh,toll" und peste sogleich in einem Affenzahn hier bei uns über die Straße und du weißt, er ist über 70.

    Michaela Boland: Wird es noch weitere Zusammenarbeiten geben?

    Dieter Falk: Wenn es sich ergibt, gerne, denn es ist ein toller und super lieber Kerl. Ein echter Gentleman alter Schule. Er bringt immer Pralinen für meine Frau mit.

    Michaela Boland: Hier sehe ich noch unzählige weitere Künstler, die du produziert hast.

    Dieter Falk: Howard Carpendale, Brings, Francine Jordi, Jennifer Rush, Nektarios, Joja Wendt, der Pianist, Petra Zieger, eine Ex-DDR-Sängerin, Al Bano Carissi oder Paul Young.

    Michaela Boland: Wer denkt nicht gerne an seine Hits "Come back and stay", "Wherever I lay my hat" oder "Love of the common people" zurück?

    Dieter Falk: Das waren natürlich seine 80-er Hits. Wir haben vor acht Jahren "Rock swings" zusammen gemacht. Es war ein Swing-Album, das großen Spaß bereitet hat. Es ist so etwas, wie Paul Anka auch schon einmal gemacht hat: Rock mit Swing und Big Band. Ein tolles Projekt. Ich habe mir dazu den Band-Leader von Robbie Williams als Co-Arrangeur geholt.

    Michaela Boland: Habt ihr die Aufnahmen mit Big Band dann in deinem zweiten Studio in der Innenstadt durchgeführt?

    Dieter Falk: Nein, das haben wir in Holland gemacht. Ich habe auch einige Zeit in Holland gelebt.

    Michaela Boland: Du bist viel herumgekommen.

    Dieter Falk: Wir hatten ein zweites Haus an der Küste in Holland. Ich spreche ganz passabel holländisch, habe auch ein paar holländische Stars produziert und war sehr gerne da.

    Michaela Boland: Was waren die absoluten Highlights deiner Karriere?

    Dieter Falk: Das Paul Young Swing Album wegen der Big Band und was natürlich ein absoluter Meilenstein war, war  "Abenteuerland" mit PUR. Nicht nur weil es finanziell die spannendste Platte oder meist verkaufte war mit zweieinhalb Millionen Exemplaren, sondern auch musikalisch betrachtet. Die kannst du heute immer noch anhören.

    Michaela Boland: Nicht umsonst hat wohl auch die Werbung einst die Platte für sich entdeckt.

    Dieter Falk: Ja, "Abenteuerland" ist schon ein echtes Masterpiece. Sicherlich auch Pe Werner und "Kribbeln im Bauch".

    Michaela Boland: Hast du daran mitgeschrieben?

    Dieter Falk: Sie hat es komponiert. Doch es gibt eine Sache, die ich darüber nie vergessen werde: Wir hatten das erste Album, "Weibsbilder", zusammen gemacht. Dann hat der A&R-Chef der damaligen Intercord, Peter Cadera, dem ich sehr viel zu verdanken habe, Pe und mich ziemlich zusammengestaucht. Nachdem wir ihm Demos vorgestellt hatten, meinte er nur, "Ich höre keinen Hit".

    Pe war deswegen zunächst ein wenig niedergeschlagen. Doch am Ende hat genau dieses Zusammenstauchen sie noch in der Nacht dazu bewegt, "Kribbeln im Bauch" zu komponieren. Sie rief nachts bei mir an und sagte, dass sie so sauer auf den A&R-Chef sei. Als Pe es meiner Frau und mir also mitten in der Nacht vorspielte, waren wir total begeistert. Es war der Knaller. Schon einen Tag danach haben wir es arrangiert und schnell aufgenommen. Und das wurde ihr Hit.

    Michaela Boland: Kam in Folge dessen dann auch "Trostpflastersteine" von ihr?

    Dieter Falk: Ja. Das ist auch eine ganz tolle Nummer. Pe ist echt eine Sprachkünstlerin. Sie schreibt selbst Musik und Text. Klassisch: Singer and Songwriter. Wenn jemand so gut komponiert wie Pe Werner, werde ich den Teufel tun und mit komponieren. Klar, gebe ich auch mal meinen Senf dazu, wir haben drei LPs zusammen gemacht und verstehen uns immer noch gut.

    Michaela Boland: Ist es nicht die Regel, dass man sich danach noch gut versteht?

    Dieter Falk: Gut, dann gab es eine Trennung. Auch nach zehn CDs mit PUR. Eine Trennung ist dann immer auch traurig, aber wir sind so lange zusammen geblieben, das ist nicht die Regel. Heute werden Produzenten meist nach ein oder zwei CDs gewechselt. In der Regel arbeite ich mit meinen Künstlern recht lange zusammen. Auch mit Marshall & Alexander habe ich sechs Jahre lang gearbeitet. Insofern scheinen wir dann doch auch alle etwas richtig zu machen.

    Michaela Boland: Du bist vor kurzem 54 Jahre alt geworden. Wie hast du gefeiert?

    Dieter Falk: Meine Mutter ist genau an meinem Geburtstag verstorben.

    Michaela Boland: Das war mit Sicherheit hart.

    Dieter Falk:  Es war verrückt.

    Michaela Boland: Dein Pop-Oratorium als Musical-Vorstufe, "Die 10 Gebote", welches du gemeinsam mit Michael Kunze geschrieben hast, hatte seine Uraufführung in St. Gallen. Warum gerade in der Schweiz und  nicht in Deutschland?

    Dieter Falk: Das Pop-Oratorium war eine Auftragsarbeit der evangelischen Kirche in Deutschland, damals auch noch mit initiiert von der damaligen Bischöfin, Margot Käsmann, die übrigens eine tolle Frau ist und viel bewegt hat. Es war ein Zufall. Das Theater in St. Gallen ist sehr rührig und hat eben sofort zugegriffen. Auch ist es in Europa eine der Hochburgen für Weltpremieren.

    Michael Kunze kannte darüber hinaus den Intendanten. Es läuft jetzt seit Februar 2013 sehr erfolgreich und geht noch bis Juni 2014. Wir hatten zuvor in deutschen großen Arenen die Runde gemacht und hatten 150.000 Zuschauer und 25.000 Mitwirkende. In jeder Veranstaltung hatten wir allein zweieinhalbtausend Chorsänger, die mitgesungen haben.

    Michaela Boland: Wie castet man die alle?

    Dieter Falk: Die castet man nicht. Man schreibt aus und dann bewerben sich Chöre. Daraus wurde eine richtige Sing-Bewegung. Bis heute wird das Ding einmal pro Woche irgendwo in Deutschland aufgeführt, aber in kleinem Rahmen. Das singen dann Jugendchöre, Schulchöre, Kirchenchöre, Gospelchöre und Altenchöre. Ich bekomme immer E-Mails, in denen beschrieben wird, wer es gerade wo aufgeführt hat. Also, das ist schon so eine Art Nachsingstück. Man könnte es "interaktives Projekt" nennen. Das ist natürlich schön und für Michael und mich sehr erfreulich. So ähnlich wollen wir es dann mit  dem "Luther"-Pop-Oratorium auch halten.

    Michaela Boland: Worin bestand der Reiz für dich, mal so etwas zu schreiben?

    Dieter Falk: Es hat sehr viel Spaß gemacht, einmal keine Dreieinhalb-Minuten-Hits schreiben zu müssen, die Radio-kompatibel sind, sondern mich auch mal musikalisch auszutoben. Mein Lieblingsmusical ist "Jesus Christ Superstar". In der Weise auch mal ein wenig wildere Titel auszuprobieren, war toll. Ich wollte schon ein poppiges Musical machen, was auch dem Musikgeschmack der jüngeren Leute entspricht.

    Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Nachdem ich mich innerhalb der letzten vier bis fünf Jahre nun auch intensiv mit dem Thema Musical beschäftigt habe, ist dies ebenfalls ein großer neuer Arbeitsbereich geworden.

    Michaela Boland: Ist so etwas ein Angang im Sinne einer Hürde, wenn man es zum ersten Mal macht?

    Dieter Falk:  Ich hatte  große Lust darauf, daher  habe ich es nicht als Hürde empfunden. Ich habe mich hier eingeschlossen und daran gebastelt. Die ganzen Demos habe ich selbst eingesungen und anschließend sämtliche Schauspieler geholt, die es später singen sollten. Dann wurde es mit ihnen aufgenommen, also vorproduziert. Ich bin möglicherweise anders herangegangen als die klassischen Musicalkomponisten. Als Musikproduzent habe ich ja alle Möglichkeiten.

    Beispielsweise super Vorproduktionen zu machen, die schon toll klingen. Und wir mussten ja die 25.000 Chorsänger, die wir im Laufe der Jahre hatten, auch motivieren und das kann man am besten durch gute Musik und gute Produktionen schaffen. Die schickt man ihnen dann. Sie erhielten Noten dazu und haben dann alles eingeprobt.

    Wir haben dabei tatsächlich ganze Familien gehabt, die mit drei Generationen am Projekt teilgenommen haben. Beispielsweise elfjährige Kinder und deren Großeltern. Da wir im Vorfeld der Uraufführung schon ganze Demos oder CDs gemacht haben, war es für die Teilnehmer auch motivierend, daran mitzuwirken

    Michaela Boland: Würdest du dir auch zutrauen, ein klassisches Oratorium zu komponieren?

    Dieter Falk: Das würde ich mir schon zutrauen. Ich habe ja die ganze klassische Ausbildung. Es würde jetzt natürlich nicht die Kopie eines neo-romantischen Stücks. Wenn ich zum Beispiel alte Klassiker verpoppe oder verjazze, wie Bach, was ja immer ein Thema für mich war, denn ich habe ja beispielsweise auch schon Choräle verpoppt, dann tue ich das, indem ich die klassischen Momente nehme, aber dann mit Jazzmomenten versmische.

    Jeder hat da seinen eigenen Stil und ich habe ganz sicher auch meine eigene Handschrift. So würde ich Klassik nehmen, oder auch klassisch komponieren, aber eben mit den Einflüssen von Jazz bis Pop aus meiner Generation.

    Michaela Boland: Gemeinsam mit deinen beiden Jungs bildest du die Gruppe "Falk & Sons". Ihr variiert Stücke aus Klassik und Barock, insbesondere von Johann Sebastian Bach, und macht aus ihnen zeitgemäße poppige Musik. Wie konntest du deine Kinder für dieses Unterfangen gewinnen oder kam es sogar von ihnen?

    Dieter Falk: Nein, überhaupt nicht. Es kam nicht von ihnen. Letztlich aber auch nicht von mir. Unsere Söhne erhielten beide Klavierunterricht und haben fast nie geübt. Meine Frau und ich wollten sogar fast schon die Reißleine ziehen. Das werden sicherlich viele Eltern kennen. Man fängt mit einer Stunde Klavierunterricht in der Woche an und übt eine halbe Stunde am Tag. Daraus werden dann irgendwann mal gnädige fünf Minuten.

    Im Zuge von G 8, wo die Kinder heutzutage ja immer länger in der Schule sitzen, ist es mit der Musikerziehung natürlich auch immer schwieriger. Wir haben dann gesagt, dass es sich gar nicht mehr lohne, da beide nicht übten. Dann kam jedoch ein befreundeter Theaterdramaturg aus meiner Heimatstadt  und lud mich dazu ein, gemeinsam mit meinen Söhnen im Apollo Theater in Siegen vorbeizukommen und vier Titel für ein Schulkonzert zu machen. Das haben wir gemacht und ab dem Moment haben meine Kinder erfahren, was es heißt, auf der Bühne zu stehen und Bühnenluft zu schnuppern. Das ist jetzt sechs Jahre her.

    Michaela Boland: Blut geleckt?

    Dieter Falk: Ja, sie haben wirklich Blut geleckt und ab diesem Moment haben sie auch angefangen wieder zu spielen und zu üben. Seither gibt es eigentlich Falk & Sons. Der Weg ist das Ziel. Wenn du weißt, wofür du übst, dann übst du auch viel leichter und zielgerichtet. In 2011 haben wir dann bei Universal das erste Album herausgebracht, jetzt gerade das zweite gemacht. So haben wir natürlich immer wieder ein bisschen mehr erreicht. Die Karriere entwickelt sich und der Spaß bleibt. Vor allem weil wir sehr viel live spielen.

    Michaela Boland: Wie oft seid ihr da unterwegs?

    Dieter Falk: Wir spielen 40-mal im Jahr irgendwo. Morgen spielen wir bereits zum dritten Mal in Folge bei der Kanzlerin anlässlich der Weihnachtsfeier der CDU-Fraktion und der Regierung. Da spielen wir dann in Berlin im Tipi. Das sind natürlich Highlights. Davon lebt dann auch die musikalische Arbeit.

    Michaela Boland: Das klingt glücklicherweise nach einem ausgesprochen guten Verhältnis zwischen Vater und Söhnen.

    Dieter Falk: (lacht) Ja, klar. Das gehört dazu. Das Schöne ist, wenn man so viele Konzerte miteinander spielt, verbringt man viel Zeit miteinander. Die nächtlichen langen Rückfahrten auf deutschen Autobahnen, wenn man in Bremervörde, am Arsch der Welt oder in Greifswald gespielt  hat, dann kann man die ganze Fahrt über quatschen und kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen. Familie ist uns sehr wichtig, daher verbringen wir auch viel Zeit miteinander. Auch haben wir viele Gäste, die meistens nicht nur mit meiner Frau und mir befreundet sind, sondern auch mit meinen Söhnen.

    Michaela Boland: Wie schaffst du es bei all deinen Mega-Erfolgen immer so geerdet zu bleiben?

    Dieter Falk: Ich bin immer ein Mann im Hintergrund gewesen. Vielleicht bin ich durch Popstars mal ein bisschen in den Vordergrund gerückt. Sicher taucht ab und zu auch mal das Fernsehen hier auf und macht O-Töne, aber ich bin kein Star in dem Sinne wie es andere sind. Klar kennen mich mehr Leute als andere, trotzdem bin und bleibe ich als Komponist und Musikproduzent eher jemand, der hinter dem Mischpult ist.

    Michaela Boland: Nichts desto trotz ein ausgesprochen erfolgreicher Jemand hinter dem Mischpult.

    Dieter Falk: Ja, aber was heißt erden? Ich komme aus einfachen Verhältnissen. Meine Mutter und mein Vater haben beide nicht studiert. Wir waren nicht  gerade der sogenannte Intellektuellen-Haushalt. Doch wir Söhne haben beide studiert und aus uns ist etwas Ordentliches geworden. Aber, ich weiß, wie ich angefangen habe und das erdet einen sowieso.

    In unserem Bekanntenkreis haben wir zwar viele Freunde in der sogenannten Showbranche, aber ebenso viele Freunde in ganz normalen Berufen. Meine Frau ist Grundschullehrerin, das erdet dich auch total, das sage ich dir (lacht). An einer Brennpunktschule, wo du auf der einen Seite privilegierte Familien hast, die ihre Kinder dort einschulen, doch interessanter Weise ebenso viele Migrantenkinder. Das mischt sich super, doch hat ganz eigene Befindlichkeiten. Dann bin ich ja auch Botschafter für die Arche. Wenn du dann siehst, was dort stattfindet, dann erdet dich das ebenfalls automatisch.

    Michaela Boland: Seit diesem Wintersemester hast du auch regelmäßig mit jungen Menschen zu tun, denn du hast an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf eine Gastprofessur mit dem Schwerpunkt Musikproduktion und Populargesang inne. Wie oft bist du da zur Zeit im Einsatz?

    Dieter Falk: Aktuell hatte ich jetzt gerade einen ganzen Samstag lang einen Crash-Kurs-Workshop mit den Kirchenmusikern. Mehrere Stunden am Stück. Da ging es dann darum, dass ich Kirchenmusikern Pop Piano- und Gospel Piano beibringe. Meine Botschaft ist die: Ein klassisches Studium ist total wichtig, aber es ist heutzutage genauso wichtig, dass man zweigleisig fährt.

    Damit du auch als Kirchen- oder als Schulmusiker nicht nur vor einer Klasse oder in der Kirche sitzt und "Großer Gott wir loben dich" an der Orgel spielst, sondern, dass du auch "Oh happy day" authentisch am Klavier spielst und nicht nur so von Noten herunter liest. Es muss grooven, der große Zeh muss mitwippen, wenn du Klavier spielst.

    Und wenn du eine Kirchengemeinde zum mitsingen eines Liedes begeistern willst, dass du es auch swingig umsetzen kannst. Musik muss anstecken und das ist so viel leichter, wenn es Groove und Swing hat. Das brauchen Kirchenmusiker auch heutzutage. Das ist ein Teil meiner Aufgabe im Rahmen dieser Professur.

    Michaela Boland: Kann man bemessen wie viele Wochenstunden du gibst.

    Dieter Falk: Es ist eine halbe Gastprofessur, das heißt neun Semester-Wochenstunden. Die verteile ich auf Blöcke. Dann sitze ich vor Kirchenmusikern, aber auch vor kommenden Musikproduzenten. Es gibt ja in Düsseldorf diese einzigartige Möglichkeit am Institut für Musik und Medien, IMM, unter anderem auch Musikproduzent zu werden. Toningenieur und Musikproduzent, das nennt sich dann Ton- und Bild-Studium und Musik und Medien.

    Das ist schon eine spannende Ausbildung. Sie müssen nämlich sowohl künstlerisch als auch technisch gut sein. Da helfe ich jetzt meinen Professoren-Kollegen, dass man auch die Produktionen, die diese jungen Studenten machen, unter Marktbedingungen bewertet, zumal ich ja mit einem Fuß in der Branche auch noch am Puls des Marktes bin. Ich kann den Leuten daher relativ authentisch  sagen, das, was ihr macht, hat meines Erachtens eine Chance oder nicht. Die guten Studenten empfehle ich dann auch der Branche gleich weiter.

    Michaela Boland: Dann bist du auch eine Art Türöffner?

    Dieter Falk: Ich versuche es. Den guten Leuten werde ich natürlich sagen, "Ihr komponiert gut, ihr solltet euch unbedingt mal bei diesem oder jenem A&R oder Verleger melden, denn ihr seid wirklich talentiert". Das ist so ein bisschen meine  Funktion.

    Michaela Boland: Gab es darüber hinaus noch ein persönliches Anliegen für dich, die Professur anzutreten?

    Dieter Falk: Diese Gastprofessur ist ja von der Stadt Düsseldorf finanziert und nicht vom Land NRW. Mir ist wichtig, dass man etwas für die Musikszene der Stadt Düsseldorf, die ja nach den Toten Hosen oder Kraftwerk noch nicht so richtig viel hervorgebracht hat, tut.

    Michaela Boland: Doro Paesch kommt doch auch hierher.

    Dieter Falk: Ja, aber das sind die großen Alten, um es mal so zu sagen. Man sollte hier etwas für die Szene tun. Ich veranstalte ja auch ab und zu ein Nachwuchsfestival mit dem Titel "Ton-Talente", in der Tonhalle. Ich möchte, dass man die Leute, die da in der Stadt Musik machen, mit den Studenten aus der Musikhochschule zusammenbringt, mehr Teamwork durchführt, mehr Synergie und Networking betreibt.

    Michaela Boland: Düsseldorf soll ohnehin als Kreativstandort im Hinblick auf Musik gefördert werden. Welche weiteren Ansätze sind neben deiner Arbeit dafür noch vonnöten?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich weit davon entfernt zu sagen, ich sei der Allein-Selig-Machende für das Betreiben, die Medienstadt Düsseldorf musikalisch weiterzubringen. Es gibt ja viele Leute, die an der Front arbeiten, Düsseldorf auch  musikalisch ein bisschen nach vorne zu bringen. Düsseldorf ist eine Museumsstadt, eine Kunststadt, eine Werbe-Agentur-Stadt, eine Medienstadt. An der Musikszene kann noch etwas getan werden.

    Da bin ich einer von mehreren, die daran arbeiten, dass das so wird. So war der Eurovision Song Contest eine riesen Nummer. Darauf aufbauend kann man etwas für die Musikszene hier tun. Das fängt damit an, dass man auch Lobbyarbeit betreibt, dass beispielsweise neue Proberäume gebaut werden und. Aber das Rathaus weiß das und ist da bereits auf einem sehr guten Weg, wie ich finde.

    Michaela Boland: Interessierst du dich für bildende Kunst?

    Dieter Falk: Ja, ich gehe sehr gerne in Museen. Ich liebe Popart. Meine Frau ist auch an Malerei interessiert. Sie malt auch selbst ein bisschen. Da wir lange in Holland gelebt haben, kennen wir die Museen in Amsterdam alle in und auswendig. Wenn wir reisen, und das tun wir ganz gerne und viel, sind wir in den Städten eigentlich auch immer in den einschlägigen Museen. Ob in New York oder in London, da sehen wir uns Ausstellungen an, die wir sonst nicht mitkriegen. Köln ist überdies auch eine ganz tolle Museumstadt, wie Düsseldorf auch. Das ist auch Teil unseres Freizeitprogramms.

    Michaela Boland: Was liest du zurzeit?

    Dieter Falk: Ich bin natürlich absoluter Thriller-Fan. Ich habe gerade von Joe Nesbo "Koma " gelesen. Eigentlich alle Jo Nesbos wie alle Stieg Larssons.

    Michaela Boland: Wie läuft es konkret ab, wenn jemand sich bei dir meldet und dich bittet, einen oder mehrere Songs zu schreieben und zu produzieren?

    Dieter Falk: Viele kenne ich ja auch schon, wenn sie anrufen und fragen, "hast du einen Song für mich". Aber, wenn ich jemanden noch nicht kenne, dann lade ich den- oder diejenige ein, ich setze mich hier ans Klavier und wir jammen ein bisschen. Oft ist es ja auch so, dass die Künstler auch selbst musikalische Ideen haben. Dann ist es ganz gut, wenn man es dann zusammen macht. Ich mache das super gerne im Teamwork.

    Zum Beispiel die Schlagersängerin, Francine Jordi, deren letztes Album ich gemacht habe und die in der Schweiz ein großer Star ist, kommt hierher und wir setzten uns einfach ans Klavier und wir schreiben zusammen. Oder sie kommt auch schon mit fertigen Songs und die arrangiere ich dann.

    Bei mir ist es keine Pflicht, dass ich alles selbst geschrieben haben muss. Bei meinen größten Produzentenerfolgen, wie beispielsweise bei PUR war es ja auch so, da war ich nicht als Komponist beteiligt. Dass ich jetzt mehr komponiere hat vor allen Dingen mit den Musicals zu tun. Das sind dann meine Projekte und auch meine Ideen.

    Michaela Boland: Lieber Dieter, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch und viel Erfolg auch weiterhin für die Zukunft.

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  • Auch der Zugang zu einer Premium Airport Lounge wie der Al Reem Lounge in Abu Dhabi ist über Holiday Extras für jeden Reisenden buchbar
Jerome Danglidis CEO Continental Europe von Holiday Extras
    Geheimnis der Reisebranche
    Airport Lounges - Interview mit Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis

    Die Zeit am Flughafen vor dem Abflug oder beim Zwischenstopp ist für viele Reisende das Gegenteil von Erholung – während Business- oder First-Class-Passagiere es sich in einer Lounge gut gehen lassen. Was viele nicht wissen:

    Ein Aufenthalt dort ist über Holiday Extras ganz unkompliziert und günstig buchbar. Der Münchner Spezialist für Reise-Extras vermittelt Zugang zu mehr als 140 Lounges weltweit.

    Doch was gilt es zu beachten, wenn man erstmal drin ist? Vielflieger und Holiday-Extras-CEO Jerome Danglidis gibt im Interview hilfreiche Tipps für Lounge-Neulinge.

    Herr Danglidis, wenn man nicht gerade Vielflieger-Status genießt oder ein Flugticket für die Business Class besitzt: Wie einfach ist es, in eine Flughafen-Lounge zu kommen?

    Airport Lounges sind das vielleicht bestgehütete Geheimnis der Reisebranche. Der Zutritt erfordert weder einen Vielfliegerstatus noch eine spezielle Kreditkarten- oder Lounge-Mitgliedschaft.

    Die Lounge ist im Reisebüro und unter www.holidayextras.de online buchbar. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Fluggesellschaft man fliegt oder in welcher Klasse.

    Rucksackreisende, Single Traveller oder Familien-Trip: Für wen eignet sich eine Airport Lounge am besten?

    Eine Airport Lounge ist ein Ruhe- und Entspannungsbereich fern von den Massen an Urlaubern und Geschäftsreisenden in Flugterminals und an Gates. Ein Aufenthalt eignet sich für Privat- oder Businessreisende, mit oder ohne Begleitung.

    Was erwartet mich in einer Lounge?

    Bequeme Sitzgelegenheiten, unbegrenzt Speisen und Getränke, oft auch eine offene Bar mit alkoholischen Getränken. Es gibt kostenlos WLAN, Zeitungen und Zeitschriften, außerdem reichlich Ladesteckdosen und vor allem einen ruhigen Bereich, in dem Sie gelassen auf Ihren Flug warten oder schlafen können.

    Lounges sind meist deutlich ruhiger und weniger frequentiert als Flugsteigbereiche. Einige verfügen über Duschen und sogar Spas.

    Kinder sind am Flughafen erfahrungsgemäß sehr aufgeregt – dürfen sie trotzdem mit in die Lounge? Gibt es dort einen spannenden Zeitvertreib für Kids auf Reisen?

    Sie bieten ein sicheres und übersichtliches Umfeld für Kinder. Dort steht eine Auswahl an Zeitschriften, Malbüchern und Fernsehsendern zur Verfügung. Zahlreiche Lounges haben einen ausgewiesenen Kinderbereich.

    Aber sie sind natürlich kein Spielplatz: Eltern sollten dafür Sorge tragen, dass sich ihre Kids entsprechend verhalten.

    Hand aufs Herz: Gibt es in den Lounges einen Dresscode?

    Ja, es muss allerdings kein schicker Anzug sein – gepflegte Freizeitkleidung ist in Ordnung.

    Was sind absolute No-Gos in der Lounge?

    Auch wenn der Eindruck entsteht, dass es alles im Überfluss gibt, sollten Reisende keine Snacks oder Getränke für später in ihrem Gepäck verstauen. Was beispielsweise gar nicht geht: laut Musik hören.

    Kopfhörer sind selbstverständlich, Elektronikgeräte sollten in den Vibrations- oder Stummmodus geschalten werden. Lounges haben gewöhnlich eine gedämpfte Atmosphäre, deswegen sollten sich Besucher an die umgebende Lautstärke anpassen und nicht zu laut telefonieren.

    Es ist kein Verstoß gegen die Hausregeln, sich am Platz übermäßig auszubreiten, jedoch nicht gerade rücksichtsvoll. Erhöhter Alkoholkonsum ist ein absolutes No-Go. Man riskiert aus der Lounge verwiesen oder sogar vom Boarding ausgeschlossen zu werden.

    Was dagegen ist ein „Must-Do“ in der Lounge und darf auf keinen Fall fehlen?

    Die Airport Lounge bietet Ihnen die Gelegenheit, Ihr Handy zu laden und die letzten E-Mails zu checken. Bei der Zwischenlandung nach einem langen Flug gibt es nichts Schöneres als eine heiße Dusche und ohne Hektik etwas zu essen.

    Einen riesigen Vorzug sehe ich darin, einen eigenen Sitzbereich zu haben und das Gepäck nicht immer mitnehmen zu müssen.

    Haben Sie weitere Tipps für den Lounge-Aufenthalt?

    Die Lounges sind sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich vorab über Ausstattung und Annehmlichkeiten. Größere, internationale Flughäfen haben meist mehr als nur eine Lounge. Wo befinden sich diese? Welche ist näher an meinem Flugsteig?

    Mein Tipp: Die Wartezeit am Airport lässt sich nicht nur bei Reiseantritt, sondern auch beim Zwischenstopp oder vor der Rückreise entspannt in einer Lounge verbringen.

    Interview: Janina Reich/AHM PR

    Preisbeispiel: Die meisten Lounge-Aufenthalte sind zwischen zwei und vier Stunden buchbar, Gäste können bis zu zwei Tage vorher kostenlos stornieren. An deutschen Flughäfen wie beispielsweise in Leipzig sind drei Stunden ab 19,90 €/Pers. zu haben. Während eines Layover in Abu Dhabi kostet die dreistündige Nutzung der „Al Reem Lounge“ (Premium) ab 39 €/Pers.

     

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  • Was waeren unsere heutigen Stars ohne RTL VOX Pro 7 Bild Bunte oder Gala fragte Anna Vilents Foto GFDK
    Metarmorphosen von Mensch und Tier
    Anna Vilents und Gottfried Böhmer präsentieren Menschentiere

    Was haben Ziegenfrauen, Adler und Wolf, Wolf und Ziege mit Boris Becker, Claudia Schiffer und Dieter Bohlen gemeinsam? Es sind Bildmotive, die von der Hand der jungen russischen Malerin stammen. Die Künstlerin ist Berühmt für ihre Metarmorphosen von Mensch und Tier.

    Zum einen fantastisch arrangiert, ins Mythische reichende Übergänge zwischen Mensch und Tier, Tierkörper mit Menschenköpfen zum Beispiel, die die Urgewalt der Triebe ebenso demonstrieren wie die Physiognomie menschlicher Eitelkeit.


    Diese großformatigen surrealen Körperporträts gehören zur Reihe „Metamorphosen", die in der Ausstellung des Kunst- und Kulturfestivals „The Exhibition - Women Only 2002" des Kunstvereins Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf - Berlin - GFDK zu sehen war.

    Gottfried Böhmer, künstlerischer Leiter des Vereins hatte die junge Künstlerin, Anna Vilents, beim Rundgang an der Kunstakademie entdeckt und sofort unter Vertrag genommen.

    Ab Freitag den 14. März präsentiert die Künstlerin ihre Ausstellung erneut - erweitert um die vollständige Bilderreihe „Pseudo-Stars" in den Atelierräumen des Messemagazins Düsseldorf, die bereits im Vorfeld für Medienresonanz gesorgt hat.

    Eine neue Variation des Themas „Triebe und Eitelkeiten", die in diesem Fall ihre Allgegenwärtigen Medien-Ikonen als Aufhänger nutzt? „Was wären unsere heutigen Stars ohne RTL, VOX, Pro 7, Bild, Bunte oder Gala? Würde sie wirklich jemand kennen? fragt sich Anna Vilents.

    „ In uns ist immer auch Tierisches, dass wir zu zivilisieren nur versuchen können", meint die jüngste Meisterschülerin an der Düsseldorfer Akademie, die für ihre jungen Jahre bereits eine bemerkenswerte Entwicklung absolviert hat.
    1980 wurde sie in der Ukraine geboren.

    Nach der Wende kam sie 1993 mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Deutschland: es folgten Jahre, die vor allem von schwierigen schulischen Problemen geprägt waren. Mit 18 erreichte sie eines ihrer wichtigsten Ziele, die Aufnahme in die Kunstakademie, da sie kein Abitur besaß, über eine besondere Begabtenprüfung.

    Und nun, 22-jährig ist sie Schülerin von Prof. A. R. Penck zugleich wie gesagt jüngste Meisterschülerin der Akademie und auf dem besten Weg zu einer vielversprechenden Künstlerkarriere.

    In den vergangenen 2 Jahren nahm sie bereits an Ausstellungen in Frankfurt, Berlin und Köln teil und sie erhielt die Silber-Medaille des Europäischen Preises für jüdische Kunst.

    Ihr Ausgangspunkt scheint ein ausgesprochen analytisches Interesse zu sein. Dass aber wird nicht intellektuell, sondern plastisch in ausdrucksstarker Eindeutigkeit umgesetzt - ohne absichernde Orientierung am bekannten ästhetischen Größen.

    Für ihre Metamorphosen-Reihe hat Anna Vilents dabei eine raffinierte Tropftechnik verwendet, mit der sie aber - anders als ihr berühmter Erfinder Jackson Pollock im figürlichen bleibt. Und was ihre aktuelle Reihe „Pseudo-Stars" betrifft, so begegnen wird Becker & Co verfremdet im Gewand von Heiligen und Madonnen zur Zeit der Renaissance.

    Aber Anna Vilents ist keine Zeitgeist-Reporterin, ihr kritischer Blick gilt ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Phänomenen, die sie mit viel Kraft und Scharfblick unter die Lupe nimmt. Zunehmend offenbar auch mit einem Schuss Ironie.

    Dr. Frank Maier-Solgk

    Messemagazin Ausgabe 2/2003

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Aktuelles - Die Botschafter der GFDK

  • Die Gruender der Gesellschaft Freunde der Kuenste, Gottfried Boehmer und Michael Seelbach.
Gottfried Boehmer mit der Kuenstlerin Dorothea Schuele
Gottfried Boehmer auf der Ausstellung von Fehmi Baumbach 
Ausstellungs-Eroeffnung in Duesseldorf
Kaiserswerhter Kunstpreis, Johanna Rzepka Wiens, Gottfried Boehmer und Kristin Dempny.
Kaiserswerhter Kunstpreis, Preisverleihnug an Kristin Dempny.
Kaiserswerhter Kunstpreis, Preisverleihung an Sala Lieber.
Konzert für die Preistraegerin Kristin Dempny.
Gottfried Boehmer, Laudatio für Johanna Rzepka Wiens 2005
Mit Roger Willemsen, Axl Klein in der Horbach Stiftung 2013
Roger Willemsen, Michael Horbach und Gottfried Boehmer auf der Ausstellung von Axl Klein - ZORN
    Die Botschafter von GFDK
    Vorwort von Angelika Wende und Gottfried Böhmer zu, - UNSERE BOTSCHAFTER BEWEGEN UNSERE KULTUR !

    Dank der modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten hat sich im Kunst- und Kulturbetrieb ein Netz von sozialen Beziehungen gespannt, das in seinen Ausdehnungen und seiner Dichte stark zugenommen hat.  Die digitalen Medien und die zunehmende Mobilität haben diesen Prozess intensiviert.

    Auf Seiten der Akteure des Kunstbetriebs findet sich daher häufig die Einschätzung, dass der Bereich der Kunst und Kultur bereits global vernetzt ist. Dem ist jedoch nicht so.

    Viele Kunst- und Kulturschaffende sind Einzelkämpfer und von gelebter Vernetzung weit entfernt. Die Gesellschaft der Freunde der Künste beschreitet jetzt einen  weiteren Weg um Kreative in ein Netzwerk einzubinden.

    Botschafter der Gesellschaft der Freunde der Künste

    Jetzt beschreitet die Gesellschaft einen  weiteren Weg, um Kreative in ein Netzwerk einzubinden. Mit der Aktion Botschafter der Gesellschaft Freunde Künste macht das Internetportal  www.freundederkuenste.de einmal mehr einen Vorstoß, Kultur in Deutschland zu erhalten und zu fördern.

    „Die kulturelle Vielfalt in Deutschland ist ohne die Arbeit der freiberuflichen Kunst- und Kulturschaffenden nicht denkbar. Deshalb ist es wichtig, dass die Leistungen dieser Menschen auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, so Gottfried Böhmer.

    „Unsere Botschafter sind Kreative, die wie wir daran arbeiten, das Kulturgut in unserem Land zu erhalten, zu fördern und zu stärken. Ihnen geben wir jetzt eine in dieser Form einzigartige Plattform“, so Böhmer weiter. 

    In Zeiten bröckelnden Sozialstaates, wirtschaftlicher Krisen, wachsender Arbeitslosigkeit ist auch ein dramatischer Verfall humaner und kultureller Werte zu konstatieren. Dazu gehört besonders die Vernachlässigung der ästhetischen Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen.

    Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette

    Es braucht engagierte „Botschafter“, die hier im Sinne der Kultur entgegenwirken. Die Kreativen, die am Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette stehen, haben  ein großes Interesse, ihr Schaffen zu vermitteln.

    Sie brauchen Unterstützung und Vernetzung, um Ihre schöpferische Arbeit in die Gesellschaft zu tragen und auf diese Weise etwas zu bewirken.

    Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind Menschen, die für eine künstlerische oder kulturelle Idee tätig sind. Es sind Bildende KünstlerInnen, AutorInnen, FotografInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen und Kulturschaffende aller Professionen.

    Obwohl die Mehrzahl von ihnen selbst in einem existentiellen Spagat lebt, schaffen sie für den Einzelnen und für die Gesellschaft einen Mehrwert. Der findet zwar die verbale Anerkennung der Politik, lässt sich aber in der Wirklichkeit immer schwerer umsetzen.

    „nice to have“

    Allerorten werden Theater geschlossen, städtische und staatliche kulturelle Förderung gekürzt und gestrichen. Kunst und die Kultur sind auf dem verheerenden  Wege, für die Mehrzahl der Politiker und der Bevölkerung zu einem bloßen  „nice to have“ zu werden.

    Der Niedergang von Theatern, freien Kultureinrichtungen, Galerien und Bibliotheken wird am deutlichsten in den Städten und Kommunen, die den Hauptanteil der Kulturfinanzierung in diesem Land tragen.

    Die gelebte Realität – ist Schweigen

    Die Instabilität auf allen Ebenen der Gesellschaft und der Moral reißt die Kultur mit – sie geht buchstäblich den Bach runter. Längst nähert sie sich einer kritischen Marke, die gesetzlich verankerte Kultur- und Bildungspflicht ist tatsächlich nur noch gesetzlich verankert,  die gelebte Realität – ist Schweigen.

    Umdenken und Umkehr tut not.

    Vernetzung und zielgerichtete Kommunikation sind erste Schritte um Kunst- Kulturschaffenden in der Außenwahrnehmung eine Lobby und damit Unterstützung für ihre Arbeit zu geben“, sagt Gottfried Böhmer, „sie sind diejenigen ohne die sich weder die Kunst noch die Kulturwirtschaft entwickeln.

    Ohne sie und ihren Einsatz für Kunst und Kultur ist eine facettenreiche Kulturnation überhaupt nicht denkbar.“

    Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind nicht nur Boten für die Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft, sie sind Netzwerker, indem sie andere Kreative als Botschafter gewinnen und so den Kreis initiativer Menschen, die kulturell bedeutsame Impulse in die Gesellschaft tragen, erweitern.

    Ihr Engagement schafft einen Mehrwert, den Deutschland dringend nötig hat. Wie sagte einst Theodor Heuss:

    "Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht mit Kultur Politik."

    Einen Versuch ist es wert.

     

    Wie wirken die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste?

    Botschafter wirken als Netzwerker. Sie gewinnen andere Kreative als Botschafter und erweitern so beständig den Kreis initiativer Menschen, die kulturell bedeutsame Impulse in die Gesellschaft tragen.

    Botschafter wirken als Boten. Sie arbeiten gemeinsam für die Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft. In der von Botschafterin Angelika Wende geleiteten Rubrik „Reden ist Silber“, veröffentlichen sie Beiträge zu  Aspekten und Inhalten Ihres persönlichen Wirkens und Ihrer Denk- und Sichtweise.

    Botschafter wirken als Vermittler. Kulturell Interessierten verschaffen sie Kontakte zu Kunstschaffenden und Kreativen.

    Botschafter wirken als Verstärker. Sie unterstützen kulturelle Veranstaltungen mit kreativen Ideen und bereichern kulturelle Events mit ihren Persönlichkeiten, ihrem Können, ihren Potentialen und Fähigkeiten.

    Botschafter wirken als Bereicherung. Ihr nachhaltiges Engagement schafft einen Mehrwert, den Deutschland dringend nötig hat.

     

     

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  • Angelika Wende ZDF
Angelika Wende Mainz
Angelika Wende Botschafterin 
Angelika Wende Freunde der Künste
Angelika Wende GFDK
    Die Botschafter für www.freundederkuenste.de
    Botschafterin Angelika Wende - Sprecherin, Moderatorin und Autorin aus Mainz

    Über Angelika Wende:

    Die Frau mit der berührenden Stimme und der Liebe zur Sprache

    Angelika Wende ist Sprecherin, Moderatorin und Autorin. Ihre Karriere startete sie beim Münchner Sender Pro 7. Schon nach kurzer Zeit wurde die dunkelhaarige Moderatorin mit der warmen Stimme und der charismatischen Kamerapräsenz vom ZDF in Mainz abgeworben.

    Dort moderierte sie als eine der beliebtesten Fernsehansagerinnen das Programm und war Sprecherin der heute Nachrichten. Auch für die Sender Arte und Phönix verlieh sie vielen Beiträgen ihre Stimme. Die Intensität und die Kraft ihrer Stimme wirken auch ohne Bilder und wecken Emotionen.

    Die letzte Ansage, die je im Zweiten Deutschen Fernsehen lief, war im Jahr 2003 auch Angelika Wendes Abschied vom Leben vor der Kamera. Seither arbeitet die studierte Literaturwissenschaftlerin und Psychologische Beraterin erfolgreich und mit Leidenschaft in den Bereichen Kunst und Kultur.

    Schon beim ZDF waren ihre unverwechselbare intensive Stimme mit dem warmen Timbre und ihr exotisches Äußeres ihr Kapital. Ihre Vorlesekunst fasziniert heute Publikum und Veranstalter zugleich, ihr Live-Talk „Der Silberne Salon - Kultur im Gespräch“, ist in Mainz eine Institution geworden.

    Gesprächskultur Geisteskultur, künstlerische und musikalische Beiträge – daran knüpft „Der Silberne Salon“ an. Mit inspirierenden Gästen, in einem Ambiente, das zum lebendigen Gedankenaustausch anregt, widmet sich der Salon allem was mit Kultur zu tun hat und öffnet publikumswirksam spannende und gesellschaftlich relevante Themen.

    Angelika Wendes Motto „Reden ist Silber“ steht für ihr ganzes Wirken. Als Journalistin schreibt sie für die Allgemeine Zeitung und die Gesellschaft der Freunde der Künste, Ihren Blog „Reden ist Silber“ verfolgen seit Juli vergangenen Jahres viele Leser online.

    Angelika Wende kuratierte zahlreiche Ausstellungen, unter anderem für das Kulturamt der Stadt Mainz. Als gefragte Laudatorin verfasst und hält sie deutschlandweit Einführungsreden für Museen und Galerien.

    Im September vergangenen Jahres beispielsweise eröffnete sie vor dreihundert Besuchern die große Realismusschau in Berlin. Die Autorin schreibt Texte für Künstlerkataloge und hat drei eigene Bücher veröffentlicht.

    Das vierte mit dem Titel „Herzdenken“ mit Texten und Zeichnungen, erscheint im Herbst 2011.

    Ihre Leidenschaft für Sprache vermittelt sie als Stimm- und Sprechcoach in ihrer Praxis WENDE. Coaching & Consulting.

    „Der Raum der die Arbeit mit Stimme und Sprache ausmacht ist unendlich ausdehnbar, voller Möglichkeiten und schöpferischer Kreativität.

    Ich lebe in der Sprache. Meine Sprache und meine Stimme, die Lust am geschriebenen Wort und die Freude am Sprechen sind das Wesentliche für mich. Der Mensch lebt in der Sprache.

    Sie ist das Mittel alles Gedachte und Gefühlte ins Außen zu transportieren. Das macht sie zum einzigartigen Instrument unserer Kommunikation.“ 

    Mehr über Angelika Wende unter www.angelikawende.com

    Angelika Wende

    Vita & mehr

    • Freie Journalistin und Autorin
    • Sprecherin, Moderatorin, Schauspielerin
    • Dreizehn Jahre Fernseherfahrung als Moderatorin und Nachrichtensprecherin beim Sender PRO 7 in München und im Zweiten Deutschen Fernsehen
    • OFF- Sprecherin für ZDF, Arte und Phönix
    • Freie Mitarbeiterin der Allgemeinen Zeitung Mainz
    • Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für die Eventagentur oncue, Mainz
    • Kreation, Umsetzung und Saloniere des "Silbernen Salon"
    • Kreation, Umsetzung und Moderatorin des Kultur Salons Mainz mit dem Produzenten oncue event & communication
    • Inhaberin der Agentur workingforart
    • Kuratorin für das Kulturamt der Stadt Mainz:
    • "Leben ist Form - die Bildhauerin Irmgard Biernath"
    • Kuratorin des Kunstvereins Eisenturm in Kooperation mit dem Kulturamt Mainz: "Generationen"
    • Laudatorin für den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz
    • Freie Tätigkeit als Laudatorin in öffentlichen Institutionen und Galerien in Mainz, Wiesbaden, Berlin, Leipzig, Ludwigshafen, Kaiserslautern 

    angelikawende@remove-this.aol.com

    www.angelikawende.com

    Hier eine Hörprobe, gehe auf Lautsprecher:

     

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  • Barbara Rapp
    Die Botschafter für www.freundederkuenste.de
    Die Künstlerin Barbara Rapp wird Botschafterin für die Gesellschaft Freunde der Künste

    Weibliche Figuren, nackt, in expressivem Rot – mit überprägnanten Geschlechtsmerkmalen, oft ohne den Körper im Gesamten darzustellen, stattdessen die natürliche Gestalt beinahe in sich auflösend.

    Will Barbara Rapp die Frau auf ihre Sexualität reduzieren? „Ja, in gewisser Weise tue ich das, aber keinesfalls in dem Sinne, dass ich eine solche Reduktion wünsche oder favorisiere“, stellt sie richtig.

    Vielmehr reagiert Rapp mit ihrer selektiv überzeichneten Bildsprache auf die Überpräsenz des weiblichen (aber auch des männlichen) Körpers, funktionalisiert in der Medien- und Werbewelt.

    Sie bewegt sich also aus der Passivität eines Medienkonsumenten heraus und übernimmt selbst die Kontrolle über den Einsatz von Körperlichkeit, agiert und spielt, nutzt dieses „Werkzeug“ aktiv zur visuellen Umsetzung ihrer Inhalte. 

    Abseits verbitterter Opferrollenmelancholie ist sie fest davon überzeugt, mit selbstkritischem Humor viel offener auf die - nicht nur für Frauen - neuen Herausforderungen unserer Zeit reagieren zu können.

    Ihr Ziel ist es aufmerksam zu machen, Fragen aufzuwerfen, für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren, ohne dabei jedoch den Anspruch zu erheben, allgemeingültige Antworten bieten zu können und zu wollen.

    Denn auch damit würde letztlich die Verantwortung abgegeben: An ein Lösungsmodell von außen, das pauschal angewendet werden kann und nicht reflektiert werden muss.

    Verfremdete, überblendete, oft verzerrt gedruckte Fotografien kombiniert Barbara Rapp mit Malerei und Grafik zu Mischtechnik-Collagen mit starker Aussagekraft. Sie erweitert praktisch die klassische Malerei um zeitgemäße Disziplinen und Techniken, was auch als Tribut an die behandelten Themen zu verstehen ist.

    So hinterfragt sie beispielsweise das katholische System rund um den Zölibat mit ihrer visualisierten Aufforderung ‚nehmet und trinket alle davon‘, oder stellt im ‚schauraum‘ die angesichts hereinstürzender Schlagzeilen zunehmende Resignation und Praktik des Wegschauens auf den einbeinig fragilen Pranger.

    Und sie beschreibt die Hintergründe zu ‚gluttony‘, das sie für ein italienisches Kunstprojekt geschaffen hat:  „Interpretation der Völlerei als Zivilisationskrankheit, mit Umkehrwirkung hin zur Magersucht/Bulimie.

    Dritte-Welt-Kinder werden körperlich ausgebeutet und intellektuell „unten gehalten“; praktisch dazu genötigt, ihren Kopf für die physische und psychische „Verstopfung“ der westlichen Gesellschaft hinzuhalten. Derweilen träumen magersüchtige Party-Girls von monströsen Silikon-Titten und kotzen sich unter Zwangsernährung die Seele aus dem Leib.“

    Assemblage, Objektkunst und Video behält sich Barbara Rapp als weitere Disziplinen offen, um zusätzliche visuelle Möglichkeiten je nach inhaltlicher Notwendigkeit auszuloten.

    Wo beispielsweise zwanghaftes Ausbrechen aus normativen Strukturen zur Persiflage seiner selbst wird, setzt ihre ‚IndividualistenBox‘ die vermeintliche Errungenschaft „ich bin ja so was von individuell“ in kursorische Verschachtelungen zurück.

    Eine ‚GenderBoxOpen‘ verschachtelt ebenso, lässt unspezifische Körperlichkeit mit symbolisierter Männlichkeit oder Weiblichkeit kokettieren. Doch im kontrollierten Durcheinander der Orientierungslosen bleibt der Blick nach draußen frei.

    Marcel Ambrusch im März 2011
    (mit Auszügen aus Texten von Simone Kraft und Karl-Peter Gerigk)

    Informationen zu Barbara Rapp:

    Lebt in Velden am Wörthersee (Österreich), arbeitet in Österreich und Deutschland. Jahrgang 1972.

    Autodidakt. Mitglied IG Bildende Kunst Wien (IAA), Künstlervereinigungen.

    Malerei (Acryl Collage) & Grafik, Mixed Media, Objekt, Video.

    Thematische Schwerpunkte: Individualismus. Gender. Gesellschaft. 

    Ausstellungen/Projekte (Auswahl): 2011 Galerie Peithner-Lichtenfels, AT-Wien / / 2010 BBK Projekt Zeitgleich-Zeitzeichen, D-Fröndenberg / / Human Rights 2010 by Spazio Tempo, I-Rovereto / / Galerie Viktoria B, D-Bonn / / stARTup Emerging Artists, I-Verona / / Brooklyn Art Library, USA-New York / / Galerie Rimmer, AT-Velden 2009 KiC Nord Art, D-Büdelsdorf / / Galerie Hexagone, D-Aachen / / Atlanta Airport Atrium Gallery, USA-Atlanta / / Galerie am Gierkeplatz, D-Berlin 2008 Kanoria Centre for Arts, IND-Ahmedabad / / KunsthausSudhaus, AT-Villach / / Kunstraum Engländerbau, FL-Vaduz / / Liquid Art+Design Show, D-Düsseldorf 2007 Kunstraum D21, D-Leipzig / / Transit South Pole, KG-Bishkek 2005/2006 Kunstquartier Wien, AT-Wien / / Rathausgalerie, AT-Friesach / / Kunsthaussudhaus, AT-Villach 

    Kataloge, Presse, Publikationen: Katalog Zeitgleich-Zeitzeichen ART & Dialog Herbst

    2010, Hrsg. BBK Deutschland / / Interview auf ngo online Europa Nachrichten / /

    kaernten.tv Beitrag 4:08 Min. / / Katalog „heute ist die krone fällig“ Barbara Rapp, Hrsg.

    Galerie Rimmer / / Betrachtungen von Kunsthistorikerin Simone Kraft 


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Aktuelles - Medien Ausschreibungen

  • Danny Minnick in seinem Atelier
    Shooting Stars der Street Art
    Danny Minnick: New Yorker Street-Art-Shooting-Star in Ulm

    New York, Los Angeles, London – die Ausstellungen des Street-Art-Künstlers Danny Minnick sind binnen weniger Stunden ausverkauft. Hollywood-Größen, Sportler und Musiker sind verrückt nach seiner Kunst. Jessica Alba, George Clooney,

    Gus Van Sant, Dave Navarro, Fred Durst, Cindy Crawford oder Robert Downey Jr. zählen zu seinen Sammlern. Sogar die Haus- und U-Bahnwände einiger  Metropolen dieser Welt tragen seine künstlerische Handschrift:

    vom Wynwood District in Miami bis zur Londoner U-Bahn-Station am Barbican, wo Danny Minnicks Werk in direkter Nähe zu Banksys Hommage an Basquiat auftaucht und die beiden für die Ewigkeit hinter Plexiglas vereint.

    Jetzt kommt der aufstrebende Street-Art-Künstler und ehemalige Skateboard-Star aus Los Angeles nach Ulm und bringt den urbanen Flair von New York, Los Angeles und London an die Donau.

    Danny Minnick gehört er zu den Shooting Stars der Street Art. Rohe Formen und explosive Farben, stilisierte Figuren, Fragmente und Splitter – Danny Minnicks Oeuvre ist eine sehr persönliche Interpretation des Abstrakten Expressionismus.

    Über 20, teils großformatige Leinwandarbeiten, werden im Kunstverein Ulm ausgestellt. Neben den Wänden wird auch der Fußboden des Kunstvereins miteinbezogen.

    Eigens für die Ausstellung werden Teile vom Künstler live vor Ort bemalt, ganz so wie in seinem New Yorker Atelier auch. In seiner Arbeit kombiniert Minnick unterschiedliche Techniken, malt mit Pinseln und Filzstiften.

    Sein äußerst frecher und wilder Malstil erinnert an Minnicks Stil-Ikonen Keith Haring, Willem de Kooning und Jean-Michel Basquiat. Zu Basquiat hat Minnick eine besondere Beziehung. Er arbeitet oft mit der New-Yorker Street-Art- Legende Al Diaz, einem engen Schulfreund und Weggefährten Basquiats, zusammen.

    Inspiriert von internationalen Street-Art-Größen wie Lee Quiñones, RETNA und Harif Guzman, thematisiert der US-amerikanische Künstler in seinen Werken die Auseinandersetzung mit beiseitegeschobenen, schwierigen Erfahrungen, die es gilt, ins Positive zu verkehren.

    Es sind neoexpressionistische Visionen aus seinem vielseitigen, höchst interessanten und turbulenten Leben. Danny Minnick: „Metaphorisch geht es wirklich darum, Wahrheit und Ehrlichkeit mit sich selbst zu finden.”

    Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Kunstvereins Ulm, der Geuer & Geuer Art Düsseldorf, die den Künstler exklusiv vertritt, und der BEGE Galerien Ulm.

    Die Ausstellung im Kunstverein läuft bis zum 3. November 2019.

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  • Geschosspartikel wurden bei der Braunbaerin Dushi entdeckt
    Geschosspartikel bei Dushi entdeckt
    Wer hat auf die dreibeinige Braunbärin Dushi geschossen

    Erst im April dieses Jahres fand Bärin Dushi nach jahrelangem Leiden ein neues Zuhause im BÄRENWALD Müritz, einem Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN im Norden Deutschlands. Die globale Tierschutzorganisation rettete die dreibeinige Dushi im Oktober 2018 aus einem verwahrlosten Zoo in Albanien, der international für Schlagzeilen sorgte.

    Nun wurde während einer Routineuntersuchung eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: In Dushis Vorderbein und Stumpf stecken Geschosspartikel aus einer Schrotflinte.

    Wildtierarzt Marc Gölkel vom Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersuchte insgesamt fünf der 17 im BÄRENWALD Müritz lebenden Braunbären. Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Blutabnahme und Zahnuntersuchungen gaben Aufschluss über den Gesundheitszustand der Tiere.

    Bei Bärin Dushi machte Gölkel eine überraschende Entdeckung. „Jemand muss auf Dushi geschossen haben. Vermutlich hat sie deshalb auch ihr linkes Vorderbein verloren. Richtig behandelt wurde der Stumpf anschließend nicht, die Wunde scheint von selbst verheilt zu sein“, sagt Gölkel und ergänzt:

    „Grundsätzlich sind Bären nicht sehr schmerzempfindlich. Deswegen leidet Dushi wahrscheinlich nicht unter den Geschosspartikeln. Aus tierärztlicher Sicht müssen wir die Splitter auch nicht entfernen, da sie reaktionslos im Weichteilgewebe eingebettet sind. Die Wunde am Stumpf sieht soweit auch gut verheilt aus.“

    Dushis qualvolle Vergangenheit

    Die Entdeckung der Splitter gibt  Aufschluss über die Qualen und traumatisierenden Erfahrungen von Dushi. Lange Zeit lebte die dreibeinige Braunbärin in einem kleinen, dreckigen Käfig im albanischen Safari Park Zoo Fier, von internationalen Medien als „Europas schlimmster Zoo“ betitelt.

    Stark verhaltensgestört verbrachte sie dort die Zeit, indem sie vor ihrer Käfigtür hin und her humpelte. Nach der gelungenen Rettungsmission brachte VIER PFOTEN sie vorübergehend im Zoo Tirana unter.

    Dort konnte sie sich von den Strapazen ihrer Vergangenheit und der aufwendigen Evakuierung erholen. Im April 2019 wurde sie schließlich in den BÄRENWALD Müritz gebracht, wo sie die Pflege erhält, die sie braucht, um ein bärengerechtes Leben führen zu können.

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  • Eva Maria Blank Vorsitzende DIE JUNGEN UNTERNEHMER/NRW  Bernhard Borchert Geschaeftsfuehrung freiraum OB Markus Lewe Finn Wecker und Albrecht von der Hagen
    70 Jahre DIE FAMILIENUNTERNEHMER
    Feierlicher Empfang im Historischen Rathaus von Münster mit den Familienunternehmern

    Es ist ein Ort mit symbolischer Strahlkraft: Im Friedenssaal des Historischen Rathauses von Münster wurden 1648 Teile des berühmten „Westfälischen Friedens“ geschlossen – der Dreißigjährige Krieg war endlich vorbei und es wurde unter päpstlicher Vermittlung ein System der Balance installiert.

    Jetzt empfing in diesem geschichtsträchtigen Saal Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, mehr als 60 Unternehmer und Politiker aus der Region, um das 70-jährige Bestehen von DIE FAMILIENUNTERNEHMER feierlich zu würdigen. 

    Eingeladen hatte der Regionalkreis Münsterland/Osnabrück des bundesweit organisierten Wirtschaftsverbands. Unter den Gästen waren u.a.: Aus Berlin Albrecht von der Hagen, Bundesgeschäftsführer von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, Eva Maria Blank aus Düsseldorf, Vorstandsvorsitzende von DIE JUNGEN UNTERNEHMER.

    Finn Wecker, Vorsitzender des Regionalkreises Münsterland/Osnabrück von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, Bernhard Borchert, Vorstandsvorsitzender von DIE JUNGEN UNTERNEHMER Regionalkreis Münster/Osnabrück, Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH. 

    In seiner kurzweiligen, pointierten Ansprache schlug OB Markus Lewe einen Bogen von der historischen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Region, in der es zahlreiche kreative Köpfe und Hidden Champions gebe.

    Lewe erläuterte: „In Münster herrscht ein besonderer Spirit – eine Balance aus Tradition und Erneuerung.“ Er ergänzte: „Wir verfügen hier über ein hohes Potential an Wissenschaft und Forschung.“

    Das sei auch ein Grund, warum Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sich für Münster als Standort der geplanten Forschungsfabrik für Batterien entschieden habe.

    Um dem Klimawandel erfolgreich zu begegnen, müsse man das Know-how von Forschern und Ingenieuren nutzen. Zurück in die Steinzeit sei nun wirklich keine Lösung.

    Lewe verwies auch auf das hohe Ansehen von Familienunternehmern in der Gesellschaft – das seiner Meinung nach vor allem durch die Verantwortung der Unternehmer gegenüber ihren Mitarbeitern und der Gesellschaft entstanden sei. Dennoch wünsche er sich noch ein Mehr an Willkommenskultur gegenüber Unternehmern – daran würde es in Deutschland häufig mangeln. 

    Im Anschluss an den Empfang ging es zum gemeinsamen Dinner in ein Münsteraner Restaurant, wo Finn Wecker, Vorsitzender des Regionalkreises Münsterland/Osnabrück, einen kurzen Einblick in seine Arbeit vor Ort gewährte.

    Für begeisterten Applaus sorgte Albrecht von der Hagen, der als Bundesgeschäftsführer von DIE FAMILIENUNTERNEHMER in seiner fulminanten Rede einen weiten Bogen von den Anfängen des Verbands bis hin zu aktuellen politischen Entwicklungen spannte und besonders auf die Verdienste von Ludwig Erhard um die Soziale Marktwirtschaft hinwies. 

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