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Aktuelles - Reden ist Silber

  • Matthias Matusseks Erzählung Die Apokalypse nach Richard
Die Apokalypse nach Richard Eine festliche Geschichte
    Weihnachtliche Vorfreude trotz familiärer Risse

    Wunder und Weihnachtszauber - Matthias Matusseks Erzählung „Die Apokalypse nach Richard“

    Es ist ja schon bald wieder Weihnachten. Wir wollen noch einmal einen Artikel zum Weihnachtsfest aus dem Jahr 2012 präsentieren. - „Die Apokalypse nach Richard. Eine festliche Geschichte.“ So heißt eine gerade erschienene Weihnachtserzählung. Der Titel deutet schon an, um was es geht: Apokalyptische Vorgänge und anheimelnde Feststimmung. Wunder und Weihnachtszauber.

    Übersinnliches und Beschauliches. Das alles aufgeschrieben vom Literaten Matussek. Nicht vom Bestseller-Provokateur. Und nicht vom „Krawallkatholiken“, den der eine oder andere vielleicht erwartet. Aber der Reihe nach.

    Weihnachtliche Vorfreude trotz familiärer Risse

    Alles beginnt frühmorgens am 23. Dezember. In Hamburg, bei Richard und Waltraud, den Großeltern, die dem Weihnachtsfest mit ihrer ganzen Familie entgegenfiebern. Oder fast der ganzen Familie, denn die heile Welt hat – wie in so vielen Familien heute – Risse bekommen, die sich selbst an Weihnachten nicht mehr so einfach wegretouchieren lassen.

    
Sohn Roman, Berliner Journalist und Reporterlegende, kommt Heiligabend alleine, ohne Rita, denn Rita ist jetzt seine Ex-Frau. Der gemeinsame Sohn Nick soll den Heiligen Abend wie gewohnt bei ihr und ihrem neuen Mann verbringen.

    Tochter Lisa, Waltrauds „kleiner Engel, der leider so weit weg war und später überhaupt kein Engel mehr war“, kommt auch nicht. Sie ist „mit diesem kolumbianischen Naturschützer und Esoteriker davongelaufen, der doch mal Germanistik studiert und diesen vernünftigen Eindruck gemacht hatte“. Und für den ist sie gerade unverzichtbar, weil man gemeinsam Kolumbien aufforstet und begrünt.

    Vollständig samt Kindern und hochschwangerer Frau angesagt hat sich nur Sohn Wilhelm, ehrgeiziger Banker und seit seiner Zeit in den USA von allen nur „Bill“ genannt. Bill jedoch ist seit der Finanzkrise ziemlich durch den Wind, hat viel von seiner kühlen, fast technokratischen Gelassenheit eingebüßt und leidet unter Albträumen im Hieronymus Bosch-Höllenformat.

    Richard sieht Großes kommen

    Richard und Waltraud, beide bereits hochbetagt und beide liebevoll vom Autor gezeichnet, sind genau jene Vertreter der Großelterngeneration, deren Leben für das postmoderne Auge so spießig, langweilig und kleinbürgerlich erscheint.

    Ihr Leben spielt sich vorwiegend in der „Etagenwohnung eines schmucklosen Baus aus den 50er Jahren“ in der „Oberstraße“, dem „kleinbürgerlichen Müllermeierschulze unter den Straßennamen“ ab.

    In einer Straße, die noch dazu direkt an ein großbürgerliche Gründerzeitviertel - von Richard „Tortenviertel“ genannt - angrenzt und sich so noch exakter dechiffriert.

    So weit, so unspektakulär. Oder? Nicht ganz. Denn bei Müllermeierschulzes passieren Wunder. Spürt der unter beginnender Demenz leidende Richard schon am frühen Morgen des 23. Dezembers, dass sich Großes ankündigt.

    Denn plötzlich kann er, der vom Grauen Star gequält ist, kurz nach dem Wachwerden auf einmal scharf sehen. Wenn auch nur für kurze Zeit. Aber lang genug, um eine Vorahnung zu haben. Aber mehr soll noch nicht verraten werden.

    Richard und Waltraud verkörpern bei Matussek emotionale Stabilität, Glaubensfestigkeit und große Stetigkeit. Eine, nennen wir es, Lebensunverzweiflung, die selten geworden ist. Zu idealisiert, zu verklärt?

    Lebensbrüche und seelischen Schmerz gab es schließlich schon immer, keine Generation ist frei davon. Sicher, aber fraglos zugenommen hat heute eine große Rastlosigkeit, haben Quantität und Qualität der Lebensbrüche.

    Gekrümmte Lebenswege

    Am Beispiel Romans und Ritas zeigt Matussek die schmalen Lebensfeldwege, auf denen man sich wiederfindet, weil man irgendwann falsch abgebogen ist, sich verlaufen oder verrannt hat. Aus der großen Liebe Romans und Ritas wurde eine wacklige Beziehung voller Streit und Hader.

    Und dann kam ein neuer Mann. Mit dem – natürlich – alles zunächst fantastisch war. So fantastisch, dass Rita Roman verließ und mit dem gemeinsamen Sohn Nick kurzerhand zum Neuen nach München zog. Der hat – fast logisch – selbst auch schon eigene Kinder.

    Willkommen im Patchwork-Leben. Fast schon normal anno 2012. Und Matussek? Entidealisiert das, was schon viel zu viele krampfhaft schönreden.

    Für Nick war es nie schön. Denn Paul - so heißt der Neue - ist Chefarzt, der klassische Klassenprimus qua Geburt und Wesen und hält Nick für einen Versager. Streit und familiärer Unfriede sind also in München an der Tagesordnung.

    Die Lösung? Ein Klassiker: Das Internat. Und Rita? Ein langes Erwachen. Und die Erkenntnis, dass es der Neue nicht so mit der Treue hat.

    Nick, der von Matussek feinfühlig dargestellte pubertierende Teenager, sehnt sich in seinem Internat nach der Wärme in der heilen Welt der Großeltern. In diesem Kontrast liegt bereits eine der großen Stärken der Novelle.

    Was andernorts kitschig wirkt, wird bei Matussek lesenswert. Der Mann kann einfach brillant schreiben: distanziert und emotional zugleich, mal sensibel und einfühlsam, dann wieder schonungslos-bissig und fein-ironisch.

    Dabei bleibt der Ton empathisch, wird nie zynisch-kalt, arrogant oder gar hämisch. Ganz leicht öffnet sich so das Erkenntnisfenster hinüber zu etwas, das Roman, Rita, das auch uns heute fehlt: Heile Welt. Familie. Beständigkeit. Oder anders ausgedrückt: Ein Sehnsuchtsort als Wunder, das alles zum Guten wendet.

    Vom Wunder zu Richards Apokalypse

    Kommen wir vom Wunder zur Apokalypse: Nicht nur Richard erlebt am Ende seine persönliche Apokalypse – für ihn eine Erlösung. Matussek streut auch immer wieder apokalyptische Radionachrichten ein.

    Katastrophenfilmähnliche Elemente verkünden und erinnern dabei an Illies‘ Eilmeldungen, die so schön das Tempo in dessen neuem Buch „1913“ im Gleichgewicht halten. Und über das - nebenbei bemerkt - Matussek gerade erst eine wunderbare Rezension im „Spiegel“ veröffentlichte.

    Dass aber ausgerechnet Richard am Ende seine persönliche Erlösung erlebt, erscheint fast folgerichtig. Denn jener hat nie an der Existenz von Wundern gezweifelt.

    In „Die Apokalypse nach Richard“ ist eben jener Richard Fels in der Brandung. Fest im Glauben, fest in der Ehe mit Waltraud, fest als Familienvater, fest in der Perzeption der Welt, fest in der Wahl seiner Vorbilder Augustinus, Thomas von Aquin und Pascal:

    „Aber wie recht Pascal doch hatte. Gerade jetzt! Wie können sich die Menschen in den Banalitäten des Lebens verlieren, oder in Ehrgeiz, in Machtspielen oder den kurzen Lockrufen der Triebe davontreiben, wenn es doch um die Ewigkeit geht.“

    Standortbestimmung eines sensiblen Rock’n‘Rollers

    Wer Matusseks „Katholisches Abenteuer“ gelesen hat, erkennt vieles wieder. In Romans Vater Richard fraglos Matusseks eigenen Vater, der im Bestseller von 2011 ein eigenes Kapitel einnimmt und dem das Buch gewidmet ist.

    Es sind diese behutsam eindringlichen Roman-Passagen, die der Novelle ihren eigentlichen Zauber verleihen. Die Gedanken an Richard geben Roman heute Zuversicht.

    „Früher war auch Richard jähzornig und fuhr schnell aus der Haut, aber nun war er milde geworden, er hatte sich in die Kontemplation zurückgezogen und schaute dem Lebenstreiben vom Seitenaus zu“.

    Strebt auch Roman, unzweifelhaft Matusseks Alter Ego, nach Milde und Kontemplation? Ganz gewiss. Und so wird „Die Apokalypse nach Richard“ zur Standortbestimmung eines nachdenklichen und durchaus auch selbstkritischen Autors, der eben nicht (nur) der „Krawallkatholik“ ist, der er sicher auch einen Moment lang sein mochte, aber heute nicht mehr sein will und kann.

    „Matussek ist Rock’n’Roll“ – wird gerne mal gesagt. Und ja, auch daran muss man denken, wenn Roman in der Erzählung wie folgt beschrieben wird: „Der Steppenwolf“, „Roman war ein Erregungsschreiber, die Gedanken kamen erst später“, „ein Traditionskatholik als Hippie“, „Katholikenpunk“.

    Eine ebenso sensible wie laute Seele eben. Eine, die sich mit Leidenschaft und manchmal auch mit Furor und heiligem Zorn für das einsetzt, an das sie glaubt. Katholisch glaubt.

    Roman reflektiert, nimmt den Leser mit in seine Gedanken-, Glaubens- und Gefühlswelt, erklärt alles aus seiner Sicht. Ein Versuch, von Matussek, seine TV-Zornesausbrüche zu erklären? Eine Art Beichte, eine Bitte um Verständnis?

    Kann ja alles sein, aber viel mehr scheint das eine ehrliche, sensible Zeichnung der eigenen Gedanken und Gefühlswelt zu sein, der nichts Eitles, nichts Selbstgefälliges anhaftet. Roman beschönigt nichts mehr. Zeit für Wahrheiten. Zeit für den berühmten Strich unter allem.

    Wiedervereinigung und Apokalypse an Heiligabend

    Am 24. Dezember finden sich alle schließlich in Hamburg bei Richard und Waltraud ein. Und „alle“ sind plötzlich ein paar mehr Teller an der Weihnachtstafel als geplant. Denn auch Rita und Nick sind dabei.

    Kurzerhand. Rita, nachdem sie die Untreue des neuen Manns entdeckt hat, Nick nachdem die Sehnsucht nach dem Großvater so groß wurde, dass er sich per Zug und Anhalter durchgeschlagen hat.

    Und man kann dann tatsächlich sagen: Ein schlichtes anrührendes Wunder. Die Kleinfamilie ist wiedervereint. Und Roman und Richard spüren auf einmal, wie sich ihre längst verloren geglaubte Liebe wieder regt.

    Und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Gans misslingt, ausgerechnet die Gans! Ein Desaster? Nicht in der Oberstraße. Matussek will sagen: Wo Wunder die Risse kitten, Erlösung bringen, hängen Glück und Weihnachtszauber nicht vom Weihnachtsbraten ab.

    Ein Festmahl von McDonald‘s tut’s auch, selbst wenn Gänsebratenkönigin Waltraud das nicht ganz so famos findet wie Nick. Kitschig? Keine Sorge, wenn Matussek etwas nicht kann, dann ist es kitschig schreiben.

    Ein Segen für diese wunderliche und lesenswerte Geschichte. Und am Schluss dann zeigt sich die innere Erschütterung plötzlich ganz äußerlich: die Wände wackeln. Doch man möchte nichts verraten, nur so viel: Die Wunder, sie gibt es wirklich.

    Matthias Matussek: Die Apokalypse nach Richard.

    Eine festliche Geschichte.

    Aufbau Verlag, Berlin 2012.

    190 Seiten, EUR 16,99.

    Dr. Liane Bednarz studierte Rechtswissenschaften in Passau, Genf und Heidelberg. Sie wurde 2005 zum Dr. iur. promoviert. Liane Bednarz war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und schrieb für die "Westfalenpost Schwelm."

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  • Das Versprechen, nach dem Roman von Friedrich Duerrenmatt wurde von Sean Penn mit Jack Nicholson in der Hauptrolle verfilmt
    Friedrich Dürrenmatt - Eine Biografie

    Von der Schweiz bis nach Hollywood - an Friedrich Dürrenmatt kommt keiner vorbei

    „Der Besuch der alten Dame“, „Die Physiker“ oder „Grieche sucht Griechin“ - wer wie ich als Jahrgang 1967 die Schule besucht hat, kam im Deutschunterricht nicht an Friedrich Dürrenmatt vorbei und war oftmals wenig begeistert, obwohl sein Werk schon zu Lebzeiten von Erfolg gekrönt war.

    Erst während meines Studium der angewandten Theaterwissenschaften begriff ich, dass dieser Dramatiker einer der faszinierendsten Autoren des 20. Jahrhunderts war.

    Ein Genie des Erzählens, auf gleicher Stufe wie Bert Brecht, das es verstand, sein Publikum mit abgründigen Parabeln und spannenden Kriminalgeschichten zu fesseln.

    Denken Sie nur an das noch heute atemberaubende Stück „Es geschah am hellichten Tag“, das 1958 mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe verfilmt wurde.

    Darüber hinaus wurden seine Werke auch in Hollywood verfilmt. Wie zum Beispiel „Das Versprechen“ von Sean Penn mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Das Genre des Kriminalfilms zehrt bis heute von seinen Ideen und Einfällen. Was auch für die Bühne gilt.

    Der Schweizer Dürrenmatt (1921 - 1990) kombinierte die Formen der Theatergeschichte von der antiken Tragödie bis hin zur modernen Salonkomödie virtuos und gestaltete daraus sein eigenes Welttheater.

    Wer nun aber der Mann hinter dem Künstler war, das beschreibt Ulrich Weber in seinem faszinierenden Buch „Friedrich Dürrenmatt - Eine Biografie“, das jetzt bei Diogenes (www.diogenes.ch) herausgekommen ist und 28 Euro kostet.

    Weber erzählt vom kometenhaften Aufstieg des Pfarrersohns aus dem Emmental zum weltberühmten Schriftsteller mit Millionenauflagen und von den vielen kleinen und großen Brüchen in seinem Leben, die ihn immer wieder dazu zwangen, sicher neu erfinden.

    Das Buch ist sozusagen eine Neuentdeckung Dürrenmatts, ein barocker Dichterfürst, der großzügig Hof hielt, seinen erschriebenen Reichtum und seine epikureische Ader mit einem ebenso unerschöpflichen wie exquisiten Weinkeller zelebrierte.

    Auch wenn „Friedrich Dürrenmatt - Eine Biografie“ grundsätzlich die Arbeit eines Literaturwissenschaftler ist und das Werk des Künstlers im Mittelpunkt der 752 Seiten steht, führen uns die zahlreichen Mosaiksteine des Lebensweges Dürrenmatts tiefer in seine Literatur hinein und lassen uns die „Marke“ Dürrenmatt besser verstehen.

    Sönke C. Weiss

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  • Hape Kerkeling verteidigt Christian Wulf
    Hape Kerkeling stellt sich weiter hinter Wullf

    Wir von der Gesellschaft Freunde der Künste, sagen DANKE, für diese Worte - KOMMENTAR VON HAPE KERKELING: WULFF ODER BILD?

    Wer kann sich daran noch erinnern? Dieser Artikel stammt vom 21.01.2012 - Von keinem anderen Präsidenten haben wir je mehr verlangt als von Herrn Wulff!
 Einer mit zweifelhaftem Ruf schreit ihm laut zu: Los, Hosen runterlassen!
 Alle schreien: Ja!

 Der Bundespräsident hat in beispielloser Weise die Hosen herunter gelassen oder besser... lassen müssen!


    Der angebliche Skandal um unseren Präsidenten ist viel mehr ein Skandal unserer maroden und degenerierten Mediengesellschaft.

 Und dieser hochgejubelte und herbeigeredete Skandal kann unsere Demokratie nichts weniger als den Kopf kosten!

    

Mal ehrlich, nimmt irgendwer der BILD Zeitung ernsthaft ab sie sei an Wahrheit, Anstand und ehrlicher oder gar lupenreiner Aufklärung interessiert? 

Seit wann, bitte?
 Der Bild geht es nur um so viel Auflage und Skandal wie eben möglich. Ausgerechnet die Bild mutiert nun zum obersten Moralhüter und zum reinen Gewissen der Nation!?!?

    

Armes, ganz armes Deutschland!

 Die Frage, die sich hier stellt, lautet nicht: Wulff oder ein Neuer? Sondern vielmehr: 

Wulff oder BILD? Wie soll Deutschland in Zukunft aussehen?

Ich bin eindeutig für Wulff!!!

 Was hat dieser arme Präsident eigentlich verbrochen?

    Er hat sich Geld geliehen, nicht etwa geklaut, veruntreut oder unterschlagen. Nein, geliehen! Um sich ein Haus zu kaufen, keine Jacht oder einen Jet. Ein normales-nach meinem Geschmack- eher langweiliges Haus in Hannover!

 Zu einem günstigen Zinssatz, ja so ein übler Kerl!



    Dann hat er ein Upgrade einer Fluggesellschaft für einen Urlaubsflug akzeptiert? Wie maßlos kann einer sein! 

Er soll gefälligst Holzklasse fliegen und seine Thrombose-Strümpfe anziehen! Was glaubt er wer ist, der Herr Wulff, ... der Kaiser von China oder gar der 1. Mann in unserem Staate?

    

Und dann brüllt er auch noch einen großartigen, verdienten und gradlinigen Journalisten wie den Kai von der BILD am Telefon an und will ihm verbieten kritisch und aufrichtig zu berichten! 




    Hallo????? Geht es noch?

 Das kann unser Präsident gar nicht verbieten und das weiß er auch denn er ist nämlich schon volljährig auch wenn die Medien uns glauben machen wollen, er sei es nicht ... aber der Kai weiß das anscheinend nicht und heult sich bei seinen eigenen Redakteuren aus und berichtet tapfer gegen den Bundesdiktator Wulff an!!!



    Aber darf ein Präsident in diesem Land sauer sein auf boulevardesken Enthüllungsjournalismus und unappetitliche Schnüffelei in seinem Privatleben? Darf er das oder nicht? Darf er Mensch bleiben angesichts einer unmenschlichen und gnadenlosen Presse? 

Gut, seine Urlaubsreisen mit oder bei Herrn Maschmeyer hätte er sich sparen können.

    Da hätte er auch gleich mit oder beim Chefredakteur der BILD Urlaub machen können.

 Zugegeben der Bundespräsident hat Fehler gemacht aber hat er sich strafbar gemacht oder unmenschlich gehandelt? Er hat seine Fehler eingeräumt und sich dafür öffentlich entschuldigt.

    So und nun? Kohl hat einen Demonstranten vor der Weltöffentlichkeit zusammengeschlagen, Schroeder hat sich im Fernsehen hackevoll und live um Kopf und Kanzlerschaft geredet, Kiesinger war in der NSDAP.

    Tja, das waren anscheinend noch Staatsmänner! Wenn der Bundespräsident jetzt geht dann geht der demokratische Konsens! Jedem potentiellen Nachfolger des Bundespräsidenten muss angesichts dieser hysterischen Debatte die Lust auf das Amt vergehen.

    Der Präsident muss unfehlbar sein. Gut, dann bleibt nur noch der Ratzinger und der kriegt sicher keinen Ärger mit dem Kai von der BILD seitdem die beiden ja nun Papst sind.

 Herr Präsident, bleiben Sie im Amt und vor allem bleiben Sie Mensch!

    Hape Kerkeling auf seiner Facebook-Homepage.

    Weiter Lesen: Hape Kerkeling stellt sich weiter hinter Wullf

    http://www.stern.de/kultur/tv/hape-kerkeling-bei-tietjen-und-hirschhausen-ich-bin-eindeutig-fuer-wulff-1776507.html

    Montag 23.01.2012

    Der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther kritisierte die Medien auch für ihren Umgang mit Bundespräsident Christian Wulff. Derzeit werde das Staatsoberhaupt von einer "Journalistenmeute wie ein räudiger Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen gehetzt", schrieb der frühere sächsische Landesvorsitzende in seinem Rundbrief.

    Zur Strecke gebracht

    Im Fall Wulf tauchen die wirklich heiklen Fragen erst jetzt auf – Ein Kommentar

    http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/zur_strecke_gebracht_1.15125869.html

    Hier noch weitere hintergründe warum Christian Wulff zur strecke gebracht wurde:

    http://ddpberlin.wordpress.com/2012/02/29/srafanzeige-gegen-jeden-abgeordneten-der-fur-den-esm-vertrag-stimmt-jurg-jurgens/

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Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Martin Ebster ist seit 2005 Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg in Oesterreich
    Tourismusdirektor Martin Ebster

    Sündenbock der Pandemie? bitte nicht der Wintersport

    Am 17. Dezember 2020 ist geplant, die Skisaison in St. Anton am Arlberg/Tirol zu beginnen. Internationale Politiker schießen scharf gegen die Pläne, an einem Wintertourismus vor dem Jahreswechsel festzuhalten.

    „Undifferenzierte Schuldzuweisungen können nicht die Lösung sein“, findet Martin Ebster, Tourismusdirektor von St. Anton am Arlberg.

    Im Interview spricht Ebster über vermeidbare Infektionsrisiken sowie über die Schwierigkeiten, die der öffentlich ausgetragene Diskurs mit sich bringt.

    Tagesaktuelle Informationen zu den lokalen Covid-19-Maßnahmen und Regelungen finden Interessierte auf der Homepage des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg unter www.stantonamarlberg.com.

    Herr Ebster, kann das Skigebiet von St. Anton am Arlberg am 17. Dezember für Gäste öffnen?

    Martin Ebster: Von uns aus kann es das. Unsere Sicherheitsmaßnahmen wurden von langer Hand und in enger Zusammenarbeit mit Experten geplant.

    Wir haben unzählige Maßnahmen in allen Bereichen umgesetzt, darunter Konzepte für Skischulen, Bergbahnen, den öffentlichen Verkehr oder die Gastronomie, wo ein spezielles Contact-Tracing-Modell mit QR-Code-Technik entwickelt wurde. Letztendlich sind wir aber nicht diejenigen, die über eine Öffnung entscheiden.

    Könnten Sie eine europaweite Verschiebung des Wintertourismus nachvollziehen, wie es bereits aus Frankreich und Italien zu hören ist?

    Der Start einer Skisaison hängt primär von lokalen Corona-Fallzahlen ab. Wenn die österreichische Regierung daraus folgernd eine Entscheidung trifft, dann setzen wir selbstverständlich alle erforderlichen Maßnahmen um.

    Was ich nicht gutheißen kann, ist die aggressive Politik, mit der derzeit vor allem österreichische Skigebiete als Sündenböcke der Pandemie dargestellt werden. Mit erhobenem Zeigefinger kommen wir nicht weiter.

    Halten Sie die Kritik aus den Nachbarstaaten für ungerechtfertigt?

    Absolut. Wir sind uns im Klaren, dass die Behörden vorrangig nach gesundheitlichen Aspekten entscheiden.

    Alle Wirtschaftsbetriebe stehen trotz ausgefeilter Sicherheitskonzepte hinten an und werden jegliche Regulierungen umsetzen. Lautstarke Forderungen aus umliegenden Ländern klingen da fast zynisch.

    Im Sommer hat auch kein Außenstehender die Schließung von Stränden oder der U-Bahn-Stationen in Großstädten gefordert, obwohl dort teils unkontrollierte Frequentierung herrschte.

    Wichtig ist jetzt, dass die Konzepte vor Ort greifen und wir uns nicht gegenseitig zu Feindbildern aufbauen, während wir alle dasselbe Ziel verfolgen.

    Wie stehen Sie den Vorwürfen gegenüber, Wintertourismus vor dem Weihnachtsfest sei unverantwortlich?

    Ich kann für meine Kollegen aus anderen Alpenregionen sprechen, wenn ich sage: Die Gesundheit der Menschen – unserer Einheimischen, Gäste und der vielen Mitarbeiter – steht an erster Stelle.

    Die mediale Anschuldigung, österreichische Skigebiete hätten aus dem Frühjahr nichts gelernt, ist für uns ungeheuerlich. Seit März wurden wir nahezu täglich mit Fragen zu Sicherheitsmaßnahmen für den kommenden Winter konfrontiert.

    Wir haben hohe Anstrengungen unternommen, schnellstmöglich wirkungsvolle Konzepte zu entwickeln und diese maximal transparent zu kommunizieren. Und jetzt heißt es: „Wie kommt Ihr auf die Idee, Euer Skigebiet zu öffnen?“ Das kann ich nicht nachvollziehen.

    Wie schätzen Sie das Infektionsrisiko in Gondeln ein?

    Schon während des ganzen Sommers sind in Tirol Hunderttausende Menschen mit Gondeln transportiert worden. Es ist erwiesen, dass das Tragen von Masken sowie ein gut gelüfteter Raum ein niedriges Infektionsrisiko zur Folge haben.

    Die Fenster der Gondeln werden daher zum Beispiel durchgehend geöffnet sein. Natürlich gilt Maskenpflicht in und um die Bergbahnbetriebe.

    Außerdem sollte bei der Fahrt nicht viel gesprochen werden, um Aerosolausstöße so gering wie nötig zu halten.

    Wie kann ein Skiort kontrollieren, dass es in und vor den Bergbahnen nicht zu eng wird?

    Die Arlberger Bergbahnen AG hat eigens Personal dafür angestellt, das ausschließlich auf das Einhalten der Abstandsregelungen achtet.

    Nach dem Drehkreuz zum Lift wird es naturgemäß enger, weil nicht immer eine Gondel mit ausreichend Platz bereitsteht. Auch dort wird man Anweisungen hören und Kontrollen durchführen, um den Mindestabstand einzuhalten.

    Denken Sie, die Touristen werden sich mit den Abstandsregelungen arrangieren

    Ja. Gerade, weil sie die Freiheit der Berge dauerhaft genießen wollen, werden sie sich an die Regelungen halten.

    Wir appellieren wo es geht an die Vernunft, am Beispiel der Gondel bedeutet das: vorne nicht in die Kabine drängen, beim etwas längeren Anstehen Verständnis zeigen.

    Die Gäste werden sich dabei in einem gewissen Zwiespalt wiederfinden. Einerseits möchten sie schnell hoch auf den Berg kommen, andererseits eine mögliche Ansteckungsgefahr minimieren.

    Da ist Eigenverantwortlichkeit gefragt. Ein Sicherheitskonzept kann nur funktionieren, wenn sich alle daran halten.

    Ist Après-Ski diesen Winter ein Thema in St. Anton am Arlberg?

    Nein, Après-Ski wird es in der gewohnten Form nicht geben. Alle Betreiber von Lokalen haben Konzepte auf Basis der behördlichen Vorgaben entwickelt:

    Zum Beispiel werden Speisen und Getränke nur im Sitzen serviert, das Platzangebot ist beschränkt, zwischen Besuchergruppen muss mindestens ein Meter Abstand gehalten werden, die Musik bleibt auf einem niedrigen Lautstärkeniveau.

    Interview: Tom Carlos Kupfer/AHM

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  • System Of A Down protestiert mit Musik gegen die Bombenangriffe gegen die Zivilbevoelkerung in Arzach
    Song für ihre Heimat gegen den Bombenkrieg

    System Of A Down kämpft für ihre Heimat, der Republik Arzach

    System of a Down (abgekürzt SOAD) ist eine 1995 in Kalifornien gegründete Metal-Band die 15 Jahre lang nichts mehr veröffentlicht hat. Nach einer 15-jährigen Veröffentlichungspause haben die Grammy-Gewinner und Multi-Platin verkaufende armenisch-amerikanische Band nun wegen des Krieges in ihrer Heimat, wieder zwei brandneue Songs, "Protect The Land" und "Genocidal Humanoidz" veröffentlicht.  Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Songs kommen dem Armenia Fund zugute.

    Sie äußern sich so mit einem Appel an ihr Publikum: Im vergangenen Monat waren wir zutiefst betroffen und entsetzt von den ungerechtfertigten Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung von Arzach, die von Aserbaidschan und der Türkei verübt wurden, schrieb John Dolmayan, Drummer von System Of A Down, seinen drei Bandmitgliedern eine SMS:

    „Ganz gleich, was wir füreinander empfinden, ganz gleich, welche Probleme aus der Vergangenheit noch bestehen, wir müssen sie beiseitelegen, denn das hier ist größer als System Of A Down und größer als wir alle.

    Wir müssen etwas tun, um unser Volk zu unterstützen.“ Die Band telefonierte sich zusammen und entschied, dass sie alle gemeinsam helfen wollen. Auf die Art und Weise, die ihnen am besten liegt – mit Musik.“

    Die Aggression und Ungerechtigkeit von Aserbaidschan und der Türkei gegen das armenische Volk in Arzach und Armenien ist eine Menschenrechtsverletzung und ein Kriegsverbrechen“, sagte Sänger Serj Tankian.

     „Uns allen ist klar, dass dies ein existenzieller Kampf für unser Volk ist, daher ist es für uns sehr persönlich. Was wir jetzt brauchen, ist, dass die Welt die Politik beiseitelässt und Armenien unterstützt, indem sie die Türkei und Aserbaidschan sanktioniert und Arzach anerkennt.“

    2005 veröffentlichten System Of A Down ihr letztes Album, ein Doppelalbum. Das erste Album, Mezmerize, hielt sich in mehreren Ländern, so auch in Deutschland, für etliche Wochen auf Platz 1 der Charts.

    Für die Single „B.Y.O.B” des Albums gewann die Band den Grammy Award „Best Hard Rock Performance“ und durfte sich im gleichen Jahr über den MTV Europe Music Award in der Kategorie „Best Alternative” freuen. Auch der zweite Teil des Doppelalbums, Hypnotize, erreichte in vielen Ländern die Spitze der Charts.

    BAND STATEMENT

    We as System Of A Down have just released new music for the first time in 15 years. The time to do this is now, as together, the four of us have something extremely important to say as a unified voice.

    These two songs, “Protect The Land” and “Genocidal Humanoidz” both speak to a dire and serious war being perpetrated upon our cultural homelands of Artsakh and Armenia.

    On September 27, the combined forces of Azerbaijan and Turkey (along with Isis terrorists from Syria) attacked the Republic of Nagorno-Karabakh, which we as Armenians call Artsakh.

    For over the past month, civilians young and old have been awakened day and night by the frightful sights and sounds of rocket attacks, falling bombs, missiles, drones and terrorist attacks.

    They’ve had to find sanctuary in makeshift shelters, trying to avoid the fallout of outlawed cluster bombs raining down on their streets and homes, hospitals and places of worship. Their attackers have set their forests and endangered wildlife ablaze using white phosphorus, another banned weapon.

    And Why?

    Because over 30 years ago in 1988, the Armenians of Nagorno-Karabakh (which at the time was an Autonomous Oblast within the USSR), were tired of being treated as second class citizens and decided to declare their rightful independence from the Azerbaijan Soviet Socialist Republic whose borders engulfed their own.

    This ultimately led to a war of self determination by Armenians in Karabakh against Azerbaijan that ended in a cease fire in 1994, with Armenians retaining control of their ancestral homelands and maintaining their independence to the present day.

    Our people have lived there for millennia, and for most families there, it’s the only home they and their forefathers and mothers have ever known. They just want to live in peace as they have for centuries.

    There is an immediate need for global citizens to urge their respective governments to not only condemn the actions of the corrupt regime leaders of Azerbaijan and Turkey, but to also insist world leaders act with urgency to bring peace to the region and rightfully recognize Artsakh as the independent nation it is.

     Most importantly and urgently, we humbly implore you to donate, in sums small or large to provide desperately needed aid and basic supplies for those adversely affected with what are ever growing accounts of crimes against humanity.

    The music and lyrics speak for themselves. We need you to speak for Artsakh.

    Peace,

    Daron, Shavo, John and Serj

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  • 15 Jahre Therme Meran in Suedtirol
Renato Precoma war bereits 2005 unter Matteo Thun & Partners massgeblich am Interior Design der Therme Meran beteiligt
    15 Jahre Therme Meran, Südtirol

    Renato Precoma wollte Matteo Thuns Arbeit an der Therme Meran weiterführen

    Bereits bei ihrer Eröffnung vor 15 Jahren galt sie als Meilenstein in Sachen Interior Design – und ist es bis heute. Die zeitlose Schönheit der Therme Meran hat die Kurstadt geprägt wie kaum ein anderes Gebäude. Gar avancierte das Masterpiece des Südtiroler Star-Architekten Matteo Thun binnen kürzester Zeit zum neuen Herzstück der Metropole an der Passer.

    Beinah 15 Jahre später übernimmt der Nachwuchs aus der eigenen Kaderschmiede: Beim Kreativkonzept der neuen Ruhebereiche, Pool Suiten und des Kneipp Gardens 2019 zeichnet Renato Precoma erstmals allein verantwortlich.

    Der in der Schweiz lebende Italiener war bereits 2005 als Projektleiter von Matteo Thun & Partners maßgeblich an der Innengestaltung der Therme beteiligt. Im Rahmen der Metamorphose von Südtirols Signature Spa zollt der Shooting Star dem Erbe des Vorbilds den nötigen Respekt, entwickelt dabei aber seinen ganz eigenen Stil.

    Wie er die puristische Linie des Indoor-Bereichs ins neue Design-Jahrzehnt führen will, erklärt er im folgenden Interview.

    Herr Precoma, das Interieur der Therme Meran ist das wahrscheinlich markanteste seiner Art in Europa. Sie haben bereits zur Eröffnung 2005 bei dessen Gestaltung mitgewirkt. Was war die Grundidee dahinter?

    Die Architektur der Anlage verfügt über eine klare Struktur und Ordnung. Um diesen Effekt zu verstärken, war die Auswahl der Materialien essenziell. Stein als Sinnbild für das Unvergängliche – immerhin sind wir in den Bergen – zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Therme Meran

    Hinzu kommen Holz, Stahl und Glas. Letzteres lässt die alpine Umwelt Teil des Inneren werden. Nur so ist es möglich, einer derart komplexen Konstruktion mit ihren zahlreichen technischen und ästhetischen Anforderungen Rechnung zu tragen und ihr eine regionale Identität zu geben.

    Das Gebäude wird zum dezenten Rahmen, der Natur und Wasserelemente ins rechte Licht rückt.

    Bereits 2005 waren Sie bei der Therme Meran als Projekt- und gestalterischer Leiter tätig. Was hat Sie fast 15 Jahre später daran gereizt, an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren?

    Ich habe von Matteo Thun damals einiges lernen können. Heute bin ich glücklich zu sehen, dass die Anlage alle Erwartungen übertroffen und sich zudem prächtig entwickelt hat.

    Der konsequente Einsatz von Naturmaterialien und respektvolle Umgang mit der Umwelt haben sich bewährt. Es war eine großartige Chance für mich als Architekt, von Beginn an bei einem so großen Projekt dabei sein zu dürfen und Jahre später die Möglichkeit zu haben, dort einen weiteren Baustein für die Zukunft zu gestalten.

    Dies bedeutet für mich einerseits Vertrauen des Kunden. Andererseits war es eine riesige Verantwortung: Denn mein Anspruch war, die Arbeit von Matteo in seiner Südtiroler Heimat bestmöglich weiterzuführen.

    2019 haben Sie unter anderem über der Badehalle „schwebende“ Pool Suiten sowie das Sun Deck inklusive 17 Meter langem Rooftop-Whirlpool im Sauna-Außenbereich gestaltet. War das architektonisch gesehen eher „back to the roots“ oder „auf zu neuen Ufern“?

    Beides stimmt. Die neuen Eingriffe sind eine Weiterentwicklung des Bestehenden und haben sich aus vielen Gesprächen mit der Thermen-Geschäftsführung entwickelt. Dabei wollten wir vor allem Qualität schaffen:

    Die Pool Suites etwa sind ein Highlight, da sie einen fantastischen Blick in die Badehalle bieten, über der sie schweben. Von außen hingegen sind sie uneinsehbar. Dazu brauchte es eine Menge Mut seitens des Kunden.

    Aber es ist gelungen, Form und Material dezent in den Bestand einzufügen. Beim Sun Deck ging es ums einfühlsame Einbetten des Nacktbereichs in die Umgebung – die Therme befindet sich mitten in Meran und der Platz ist beschränkt.

    Die erhöhte Lage blendet die Stadt aus und gewährt einen Blick in die einzigartige Gartenlandschaft. So können Saunabesucher ganz unverhüllt Natur und Sonne genießen.

    Der Rooftop-Whirlpool hingegen ist eine räumliche Umsetzung des Themas Wasser, wichtigstes Element der Therme. Abends wird er zur blau leuchtenden Skulptur im Park.

    Die Therme Meran hat sich immer wieder neu erfunden und wird das auch in Zukunft tun. Welche Bereiche würden Sie gern als Nächstes in Angriff nehmen und in welche Richtung soll das Kreativkonzept gehen?

    Eine solch komplexe Anlage ist in ständiger Transformation. Umso mehr muss man einer klaren Linie folgen. Ein Augenmerk könnte dem visuellen Eindruck der Badehalle gelten, um diese noch spannender zu gestalten.

    Denn sie ist das Herz der Therme, dort erlebt der Gast seinen ersten Thermenmoment. Doch die Weiterentwicklung erfordert Sensibilität – es kann nicht immer nur mehr und schneller sein. Anforderungen wie dieser kann man nur mit Rücksicht und Qualität begegnen.

     Interview: Jessica Harazim/AHM PR

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Aktuelles - Marketing News

  • Marketer wollen moralischer als ihr Ruf
    Marketer wollen moralischer sein

    Positiver Einfluss auf Gesellschaft und Demokratie mit Werbung?

    Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V,

    Lieber Herr Böhmer,

    es ist eine hochkarätige Woche. Nachdem wir gestern die 100 einflussreichsten Köpfe für 2021 veröffentlicht haben, folgt heute das W&V-Kreativranking. Es gewinnt eine Agentur, über die wir dieses Jahr viel gesprochen haben, sehr viel Gutes – aber nicht nur.

    Eine Agentur, deren Siegerkampagnen uns noch lange im Kopf bleiben werden – eine davon hat sogar eine längst überfällige Änderung im deutschen Gesetz bewirkt. Schon allein deshalb ist diese Agentur der gebührende Sieger. Herzlichen Glückwunsch an ...

    Entschuldigen Sie dieses unverschämte Klickbaiting. Ich gelobe Besserung. Und sage deshalb ganz unverblümt: Es stimmt, Salesforce hat Slack gekauft . 27,7 Millionen Dollar hat der CRM-Anbieter für den Business-Messenger locker gemacht.

    Die Übernahme sei nicht weniger als "die strategisch wichtigste Kombination in der Geschichte der Software" – das sagt zumindest Slack-Chef Stewart Butterfield. Der Coup bekommt von mir ein tanzendes Pokémon-Emoji: charmander:

    Einen Daumen hoch oder sogar ein Smiley mit Herzchen-Augen haben auch 60 Prozent der Marketer und Kommunikationsexperten verdient. Sie sagen nämlich, dass die Wirtschaft ihre Werbegelder in Medien stecken sollte , die einen positiven Einfluss auf Gesellschaft und Demokratie haben.

    Haltung wird also auch für Werbespendings wichtiger. Das ist eine gute Botschaft. Auch wenn viele der Befragten vermutlich noch nicht oder nur teilweise danach handeln, ist Einsicht ein erster wichtiger Schritt.

    Das bedeutet, dass jetzt die Medien gefragt sind, ein positives Umfeld zu schaffen. Und das heißt nicht, dass nur noch positive Themen gefragt sind. Sondern vor allem, dass Hass, Hetze, Diskriminierung und Fake keinen Platz mehr haben. Ist das nicht ein schöner Vorsatz für 2021?

    Einen schönen Abend wünscht

    Verena Gründel

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  • Laut dem Zahlungs-Anbieter Klarna stieg das Umsatzwachstum am Black Friday im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent
    Rekordumsätze am Black Friday

    Der Black Friday ist das Paradoxa unserer Zeit

    Laut dem Zahlungs-Anbieter Klarna stieg das Umsatzwachstum am Black Friday im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent. Von Neuseeland bis Kalifornien konnten die Shopify-Händler eine Umsatzsteigerung von 75 Prozent  gegenüber dem Black Friday im Jahr 2019 verzeichnen.

    Deutschland belegt zudem Platz Fünf der Länder, in denen weltweit am meisten verkauft wurde - und deutschlandweit wurde in Berlin am meisten geshoppt. Und das auch noch: 63 Milliarden US-Dollar (ca. 52,6 Milliarden Euro) Werbeinvestitionen hat die Corona-Pandemie vernichtet. 

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, meint Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen am Black Friday keine Rolle.

    Lieber Herr Böhmer,

    der Black Friday hat sich längst in die Riege der besonderen Paradoxa unserer Zeit eingereiht. Während gefühlt an allen Ecken und Enden - nicht ohne Grund -  der mahnende Zeigefinger  (u. a. wegen fehlender Nachhaltigkeit, nur vermeintlich attraktiven Angebote, Klimaunverträglichkeit) gehoben wird, schießen gleichzeitig weltweit die Umsätze nach oben.

    Der Super Sale war zumindest für die Online-Händler super. Darin sind sich Analysten einig.

    Ebenso herrscht Einigkeit darüber, dass diese Entwicklung nur bedingt mit dem ja durchaus gestiegenen Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen ist und schon gar nicht mit den Aufrufen, den stationären Handel zu unterstützen. Aber gut, manchmal passen Wunsch und Wirklichkeit eben erst mit Verzögerung zueinander.

    Gilt in ähnlicher Art übrigens auch für das Thema Digitalisierung. Auch hier herrscht große Einigkeit darüber, dass schnellstens mehr passieren muss. Die harte Realität sieht aber leider noch etwas anders aus.

    Ein neuer Digitalisierungsindex für Deutschland zeigt beispielsweise großen Nachholbedarf bei kleineren und mittelständischen Unternehmen.

    Spitzenreiter ist laut Index die Informations- und Kommunikationsbranche. Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass in diesem Jahr viele Veranstaltungen quasi turbo-digitalisiert wurden.

    Mit häufig durchaus erfreulichen Ergebnissen. Weil dem so ist, sind auch wir eifrig dabei, unser Angebot konsequent weiter auszubauen.

    Jüngster Neuzugang ist hier der W&V-Chefredaktionstalk. Das Format, natürlich komplett digital, feiert morgen seine Premiere. Wer dabei sein will, kann sich immer noch anmelden.

    Wir sehen uns.

    Schönen Abend

    Holger Schellkopf

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  • US-Comedian Steve Carell in der Rolle des Weihnachtsmanns im Homeoffice
    start in die "Grünere Woche"

    Braucht eigentlich irgendwer Weihnachten noch?

    Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, fragt sich, wer noch Weihnachten braucht.

    Lieber Herr Böhmer,

    braucht eigentlich irgendwer Weihnachten noch? Oder kann das weg, weil uns der Black Friday als großes Spektakel am Ende des Jahres völlig ausreicht?

    Wenn man die Diskussionen, Medien und Botschaften in diesen Tagen verfolgt, erschleicht einen das Gefühl, dass Weihnachten nur noch Legitimation für eine große Rabattschlacht ist.

    Da ist es geradezu erfrischend, sogar beruhigend, dass sich manche Onlinehändler weigern, bei dem Rabatt-Exzess mitzumachen, und stattdessen andere Projekte starten.

    Bei einigen werden die Produkte sogar teurer, dann aber selbstverständlich für einen guten Zweck.

    Vor allem kleine Händler gehen mit gutem Beispiel voran, aber auch Globetrotter startet die "Grünere Woche". Meine Kollegin Annette Mattgey hat recherchiert, was das bedeutet.

    Für gar keinen Konsum plädiert dagegen Steve Carell alias der Weihnachtsmann. Er weiß genau, dass die begehrenswertesten Dinge die sind, die man nicht haben kann.

    In diesem Jahr ist das eben nicht das neue Apple-Gerät oder das Spielzeugauto. Sondern der Geruch von Großmutters Weihnachtsbraten, der wegen Corona ausfallen muss.

    Oder die Schneeballschlacht mit der Familie, die nicht stattfinden wird. Deswegen schnüren in diesen schönen Weihnachtsspot für die Comcast-Marke Xfinity der Weihnachtsmann und die Elfen – natürlich aus dem Homeoffice heraus – ausschließlich Pakete mit "Zusammensein"-Geschenken.

    Zwischen den Zeilen steht: Nur die Einfallslosen prügeln sich am Black Friday um die besten Schnäppchen.

    Die Botschaft des Kabelnetzbetreibers steht für eine Haltung, die auch über die Cyber Week hinaus anhält.

    Die mehr für die Marke tut, als der 30-Prozent-Rabattgutschein. Die eine Brand zur Lovebrand macht.

    Verena Gründel

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Aktuelles - Kultur und Medien

  • Nachfrage nach Ferienimmobilien steigt waehrend Corona-Krise um bis zu 54 %
    Suchaufkommen auf Allzeit-Hoch

    Deutsche kaufen Ferienimmobilien wie Klopapier - Nachfrage steigt

    Nie suchten so viele Menschen auf Google nach käuflich zu erwerbenden Ferienobjekten als im Krisenjahr 2020. Zahlreiche Interessenten lassen der Recherche auch Taten folgen: Gegenüber dem Vorjahr besitzen 21,15 Prozent mehr Deutsche eine Ferienimmobilie. Dies geht aus einer neuen „Handelskontor“-Infografik hervor.

    Während im vergangenen Jahr 1,04 Bundesbürger ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung besaßen, sind es inzwischen bereits 1,26 Millionen. Wie die Infografik aufzeigt, sank im gleichen Zug die Anzahl an gewerblich vermieteten Ferienobjekten. Immer mehr setzen folglich auf selbstgenutzte Immobilien.

    Der Google-Trend-Score für das Suchbegriffspaar „Ferienhaus Kaufen“ notierte im August auf dem größtmöglichen Wert von einhundert. Der Score gibt das relative Suchaufkommen an. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum notierte der Score knapp 54 Prozent höher.

    Indes zeigt die Erhebung, dass die Immobilienpreise auch während der Pandemie weiter zulegen. Im 2. Quartal lag der „Empirica“-Preisindex für Immobilien deutschlandweit bei 174 Punkten. Im Vorjahresquartal waren es noch 147. Der Anstieg schlägt mit 18,4 Prozent zu Buche.

    Ähnliches gilt auch für Immobilien Aktien. Während der branchenübergreifende Leitindex DAX sogar 0,2 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr notiert, kletterte der Börsenwert von Deutsche Wohnen bis zu 22,2 Prozent nach oben.

    Die Marktkapitalisierung des ebenfalls im DAX gelisteten Immobilienkonzerns Vonovia stieg hingegen um 20,8 Prozent. Betongold zeigte sich in der Krise nicht nur resistent, mehr noch: sogar als überaus renditestark.

    „Die Nachfrage nach Ferienimmobilien erhöhte sich im Angesicht von Kontakt- und Reisebeschränkungen erheblich“, so Handelskontor-Herausgeber Raphael Lulay. „Besonders groß ist der Nachfrageanstieg in den Urlaubsregionen an der Ost- und Nordsee sowie im Bayerischen Wald“.

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  • Vom einsamsten zum gluecklichsten Elefanten Kaavan hebt ab in Richtung Kambodscha
    Elefant Kaavan auf dem Luftweg

    Kaavan von Popsängerin Cher empfangen - Vom einsamsten zum glücklichsten Elefanten

    Ein russisches Frachtflugzeug, eine vier Tonnen schwere Transportbox und einen negativen Covid-19-Test für ein Wildtier: Nur einige der Dinge, die die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN für die Ausreise des einsamsten Elefanten der Welt organisieren musste.

    Nach monatelangen Vorbereitungen und mehr als 35 Jahren Gefangenschaft startete Elefant Kaavan am 30.11. seine Reise vom Marghazar Zoo in Islamabad in das Cambodia Wildlife Sanctuary in Siem Reap. Dort soll Kaavan ein artgemäßes Leben mit anderen Elefanten führen.

    Nun ist der berühmte Elefant Kaavan in seinem neuen Zuhause angekommen – und wurde von Popsängerin Cher empfangen.

    Den historischen Wildtiertransfer setzt VIER PFOTEN in Zusammenarbeit mit den pakistanischen Behörden, den amerikanischen Geschäftsmann Eric S. Margolis und Sängerin Chers NGO Free The Wild um.

    Das VIER PFOTEN Team und Kaavan sollen am Nachmittag des 30. November in Siem Reap landen. Kaavans Freilassung in sein neues Zuhause ist für 1. Dezember geplant.

    Für VIER PFOTEN war Kaavans Rettung der erste Elefantentransfer, weltweit wurden bisher nur eine Handvoll erwachsene Elefanten mit einem Flugzeug übersiedelt.

    Um den 36-jährigen Kaavan für seine Abreise vorzubereiten, verbrachte das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Tierärzten und Elefantenexperten, rund drei Monate in Pakistans Hauptstadt Islamabad.

    Drei Mal täglich übte das Team mit dem rund vier Tonnen schweren Kaavan den sicheren und stressfreien Ein- und Ausstieg in die Transportbox. „Kaavan fasste schnell Vertrauen zu uns und machte in kurzer Zeit große Fortschritte.

    Dank seiner Kooperation konnten wir ihn nun endlich nach Kambodscha ausfliegen. Das wäre nie ohne die Unterstützung des Islamabad Wildlife Management Board, der pakistanischen Behörden und Bevölkerung, unseres Großspenders Eric S. Margolis sowie unserer Partner von Free The Wild möglich gewesen“, sagt Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der komplexen Rettungsmission.

    VIER PFOTEN CEO Josef Pfabigan ergänzt: „Ich bin sehr stolz auf unsere Organisation, die mit dieser Rettungsaktion Geschichte schreibt. VIER PFOTEN sorgte für internationale Aufmerksamkeit, um das Leiden unzähliger Wildtiere in Gefangenschaft in den Fokus zu rücken.

    Mit Kaavans Übersiedlung in ein artgemäßes Tierschutzzentrum zeigen wir, wie die Leben von den vielen Tieren, die noch immer in Substandard-Zoos auf der ganzen Welt gehalten werden, verbessert werden können. VIER PFOTEN steht dafür, Missstände zu erkennen, Tiere in Not zu retten und sie zu beschützen".

    Militäreskorte und offizielle Verabschiedung vom pakistanischen Präsidenten

    Die Elefanten-Rettung glich einem Staatsakt. Einige Tage vor Kaavans Übersiedlung kamen der pakistanische Präsident Dr. Arif Alvi und die First Lady in den Marghazar Zoo, um sich von dem Elefanten – ursprünglich ein Geschenk von Sri Lanka – offiziell zu verabschieden.

    Am Tag der Abreise überwachte das pakistanische Militär, wie ein Kran die Transportbox mit Kaavan, insgesamt elf Tonnen schwer, auf einen LKW lud.

    Danach brachte VIER PFOTEN, begleitet von einer Militäreskorte, Kaavan zum Islamabad International Airport, wo bereits eine Iljushin Il-76, ein russisches Transportflugzeug, auf den Elefanten und das Rettungsteam wartete.

    Kaavan ist bei dem rund zehnstündigen Flug von Pakistan nach Kambodscha, mit Zwischenstopp in Indien, bei vollem Bewusstsein.

    In seiner Transportbox wurde ein Schlauchsystem verbaut, um bis zu 200 Liter Urin abzufangen. Das VIER PFOTEN Team begleitet den Elefanten bis an sein Endziel und ist auch an Bord des Frachtflugzeugs, um Kaavans Sicherheit und Gesundheitszustand kontinuierlich zu überwachen.

    Kaavan reist mit schwerem Gepäck: 200 Kilogramm Futter stehen im während der Reise zur Verfügung.

    Die letzten Tiere des Marghazar Zoo

    Mit Kaavan verlässt ein weiteres Tier den Marghazar Zoo, der vor seiner endgültigen Schließung steht. Zuvor hat VIER PFOTEN gemeinsam mit dem Islamabad Wildlife Management Board bereits drei Wölfe, einige Affen und alle Hasen, die ebenfalls im Zoo eingesperrt lebten, sicher innerhalb Pakistans untergebracht.

    Aktuell befinden sich nur noch zwei Himalaya-Braunbären, ein Hirsch und ein Affe im Zoo. VIER PFOTEN plant die zwei ehemaligen Tanzbären Suzie und Bubloo Mitte Dezember nach Jordanien zu bringen.

    Gemeinsam mit der Princess Alia Foundation betreibt VIER PFOTEN in der Nähe von Amman das Wildtierschutzzentrum „Al Ma’wa for Nature and Wildlife“.

    Der amerikanische Geschäftsmann Eric S. Margolis unterstützt finanziell die Rettungsmission der Bären und der anderen Tiere. Er hat auch die Hälfte der Kosten für Kaavans Flug übernommen. An artgemäßen Lösungen für den Affen und den Hirsch wird derzeit gearbeitet.

    Vom Wildtierschutzzentrum zum Substandard-Zoo

    Der 28 Hektar große Marghazar Zoo wurde 1978 ursprünglich als Wildtierschutzzentrum in den Margalla Hills in Islamabad eröffnet, wurde jedoch später zu einem Zoo umfunktioniert.

    Der Zoo ist seit seiner Gründung im Besitz der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Elefant Kaavan kam 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan. Von 1990 an teilte er sein Gehege im Marghazar Zoo mit seiner Partnerin Saheli, doch seit ihrem Tod im Jahr 2012 fristet Kaavan ein einsames Dasein.

    Immer wieder geriet der Marghazar Zoo in Islamabad aufgrund seiner schlechten Haltungsbedingungen in die Schlagzeilen. Erst im Juli 2020 tauchten schockierende Aufnahmen von zwei Löwen auf, die gegen ein Feuer in ihrem kleinen Gehege kämpfen.

    Beide Großkatzen starben schließlich an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. In den vergangenen Jahren wurden über 500 Zootiere als vermisst gemeldet, allein in den letzten vier Jahren starben über zwei Dutzend Tiere im Marghazar Zoo.

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  • In Zukunft werden Gesundheitsroboter, wie der von Medisana Standart in unserm Zuhause als Pflegehelfer
Der temi ist ein digitaler Helfer fuer Senioren im Alltag
    mehr verkaufte Haushaltsroboter

    Haushaltsroboter sind auf dem Vormarsch

    Im Jahr 2020 sollen weltweit rund 30,4 Millionen Haushaltsroboter verkauft werden. Im Jahr 2018 waren es hingegen 16,3 Millionen. Der Anstieg schlägt mit 86,5 Prozent zu Buche. Dies geht aus einer neuen Infografik von Kryptoszene.de hervor.

    Wie die Infografik aufzeigt, werden 75 % aller verkauften Haushaltsroboter in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellt. Weitere 19 Prozent in Asien, und lediglich 6 Prozent in Europa.

    Der US-Marktführer iRobot weist auch auf dem Börsenparkett ein großes Wachstum auf. Binnen der letzten 365 Tage erhöhte sich der iRobot Börsenwert um 49 Prozent. Im selben Zeitraum legte der Dow Jones lediglich 6,6 Prozent zu, der DAX wiederum notiert nahezu auf demselben Zähler, als vor einem Jahr.

    Inzwischen nutzt bereits knapp jeder fünfte Deutsche einen Roboter, der Haushaltsdienste verrichtet. Im Jahr 2014 waren es lediglich 7 Prozent.

    Die Anzahl könnte künftig noch stark ansteigen. 23 Prozent der Bundesbürger die bis dato noch nicht auf einen solchen Helfer zurückgreifen, können sich „auf jeden Fall“ vorstellen, einen Haushaltsroboter zu nutzen.

    Weitere 22 Prozent können sich den Einsatz von Haushaltsrobotern „eher vorstellen“.

    Großes Wachstum bei Gesundheitsrobotern

    Auch die Sparte der Medizinroboter wächst stark. Hierbei wurden im Jahr 2020 Umsätze in Höhe von 6,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

    Gegenüber dem Jahr 2018 ist dies ein Plus von 60,1 Prozent. Gemäß der Infografik könnte dieser Wert bis zum Jahr 2023 sogar auf 12,6 Milliarden Dollar ansteigen.

    Noch größer das relative Wachstum indes bei den Logistikrobotern. Der Umsatz kletterte von 0,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 auf 2,6 Milliarden Dollar im Corona-Krisenjahr.

    „Haushaltsroboter erfreuen sich steigender Beliebtheit“, so Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Die Corona-Krise scheint den ohnehin schon in Gang gesetzten Trend sogar noch verstärkt zu haben“.

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