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Aktuelles - Reden ist Silber

  • Tiefe einblicke, MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER
    MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER
    Ingrid Steeger, Michael Pfleghar hat es "rausgeprügelt" aber ich habe wieder mal gehorcht

    Das Große Exklusivinterview für freundederkuenste.de - MICHAELA BOLAND TRIFFT INGRID STEEGER

    Michaela Boland:

    Kommen wir nocheinmal auf Klimbim zurück. Sie sagten gerade, es sei für sie die härteste Arbeit ihres Lebens gewesen. Inwieweit hatte das mit dem Regisseur Michael Pfleghar zu tun?

    Ingrid Steeger:

    Ja, es war sehr schwierig. Und auch hier kommt wieder hinzu, dass wir miteinander liiert waren und dass ich ihm dann gehört habe, beruflich wie privat. Das war für mich zum damaligen Zeitpunkt durchaus in Ordnung. Im Nachhinein sieht man vieles anders.

    Im Hinblick auf meine Jugend sagen die Leute ja auch, "deine Jugend war ja schrecklich", aber in meiner Jugend fand ich meine Jugend in Ordnung. Mit dreißig vierzig Jahren dann nicht mehr.

    Aber, das ist auch vielleicht etwas, das man überlebt, wenn man es in dem Moment so sieht. Aber Klimbim war eben deshalb so schwierig, weil ich vor der Kamera nicht so agieren konnte, wie ich es gerne getan hätte.

    Oder der  Pfleghar hat es auch einfach nur nicht so gesehen und er hat es natürlich, ich sage immer "rausgeprügelt" in Anführungsstrichen. Ich wußte nicht, dass ich komisch sein würde und er hat es mit Gewalt herausgeholt und ich habe gehorcht.

    Also ich habe wieder mal gehorcht. Wie immer im Leben, habe ich auch ihm gehorcht. Und das war ja offensichtlich richtig so. Es hat nicht unbedingt Spaß gemacht, aber es kam etwas dabei heraus. Und das durfte das Publikum ja nun auch nicht merken.

    Das war wichtig. Wenn wir das jetzt zusammen durchgehen würden, könnte ich ihnen jede Szene nennen, bei der ich geheult habe. Auch beim Schneemann. Das war nicht im Studio, sondern das war wirklich draußen im Schnee.

    Und das im Abendkleid. Und das mußten wir zehn bis zwanzig mal drehen und da bin ich fast erforen und bin seiner Meinung nach immer falsch um den Schneemann herumgelaufen. Das war dann auch nicht komisch.

    Das ganze Exklusivinterview für freundederkuenste.de lesen sie hier:

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  • Briefe an Obama haben Soenke C. Weiss an meisten beeindruckt
    ein wirkliches Zeitdokument
    Briefe an Obama bringt einen zum Lachen, zum Weinen, es erschreckt und macht glücklich

    Das Buch, das  Sönke C. Weiss indes in letzter Zeit am tiefsten bewegt hat, heißt Briefe an Obama, wurde von der US-amerikanischen Journalistin Jeanne Marie Laskas herausgegeben, ist jetzt im Goldmann Verlag auf Deutsch erschienen und kostet schlanke 22 Euro.

    Die 544 Seiten - man wünscht sich auf der Stelle einen zweiten Band - sind ein wirkliches Zeitdokument.

    Hintergrund: Während seiner achtjährigen Amtszeit las der US-Präsident jeden Abend zehn Briefe von Bürgern, um herauszufinden, wie es um sein Land steht, einige davon beantwortete er dann persönlich.

    Er schrieb an politische Gegner, Rentner, Schulkinder, Kriegsveteranen; es geht um Gerechtigkeit, Haltung, Aufrichtigkeit, Wandel und vor allem um eines: Heimat.

    Briefe an Obama bringt einen zum Lachen, zum Weinen, es erschreckt und macht glücklich. Ob es irgendwann auch mal ein Buch mit dem Titel Briefe an Merkel geben wird, ich bezweifle es, schön wär’s…

    Sibylle Bergs neues Buch GRM

    Auch hat mich Sibylle Bergs neues Buch GRM gefreut, wie alles, was Frau Berg schreibt, selbst wenn es stramme 640 Seiten sind, die jetzt im Hause Kiepenheuer & Witsch erschienen sind und 25 Euro kosten.

    GRM steht für Grime, das Coolste, was es an Musik seit es Punk gibt und das Lebenselixier einer Gruppe Jugendlicher ist, die in einer nicht zu fernen Zukunft im Brexit-Land leben, einer orwellähnlichen Insel, wo alle, die am neuen Lebensstil mitmachen, die Gewinner sind.

    Wer indes quer denkt und sich außerhalb des Systems sieht, hat keine Chance. Willkommen in der Welt von Grime und bei SB. Sybille Berg ist vielen vielleicht auch nur als Spiegel-Kolumnistin bekannt, darüber hinaus aber Autorin von 21 Theaterstücken und 14 Romanen, die in über 34 Sprachen übersetzt worden sind und die mit ihrer unverkennbaren Stimme ein Leben zeichnet, dem wir bereits heute immer näher kommen: traumlos in einer Welt ohne Visionen, wo Algorithmen den menschlichen Geist ersetzen. 

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  • Neue Buchempfehlung von Sönke C. Weiss, Haben und nicht haben
    haben und nicht haben
    Die Habenden und Nicht-Habenden - Status. Ruhm. Prestige. Perfektion

    Wer wirklich wissen möchte, wie die Haves and Have Nots - die Habenden und Nicht-Habenden - in der Vor-Trump-Zeit der USA tickten, als es noch Hoffnung gab, dem empfehle ich unbedingt das neue Buch von Gary Shteyngart zu lesen: Willkommen in Lake Success.

    432 Seiten. 24 Euro. Sehr geschmeidig aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke übersetzt. Worum es geht: Status. Ruhm. Prestige. Perfektion.

    Eines schönen Tages macht Barry Cohen, Sohn eines jüdischen Poolreinigers und millionenschwerer Hedgefonds-Manager, Schluß mit seinem privilegierten New Yorker Leben, inklusive seiner Trophäenfrau Seema und seinem an Autismus erkrankten Sohn.

    Mit der Börsenaufsicht auf den Fersen flieht er in einem Greyhound-Bus aus dem Big Apple, um seine alte College-Liebe Layla in El Paso zu treffen. Nach 20 vergeudeten Jahren! Im Gepäck:

    Einige Kreditkarten, die er schnell entsorgt, und seine Lieblingsuhren - ja, Barry ist ein Uhrenfetischist auf der Suche nach dem wahren Leben, bevor ihm selbst die Zeit ausgeht.

    Und so fühlen wir bei jeder Seite dieses wunderbaren Buches den Herzschlag des Helden der Geschichte und sind am Puls der Zeit dabei, egal wie absurd die Charaktere auch sein mögen. Man glaubt sie, weil sie wie die USA sind. Extrem in beide Richtungen - haben und nicht haben.

    Wie sein Held Barry fuhr auch der Autor Gary Shteyngart mit dem Greyhound-Bus und den „Ungewaschenen“ quer durch die USA - von New York City bis eben nach El Paso - und ließ seine Erfahrungen in seinen nunmehr vierten Roman fließen.

    Ein Roadtrip, der irgendwie zwischen Melancholie, Selbstverachtung und Wehklagen schwebt und dabei noch so unsagbar lustig ist, wie ihn so nur ein jüdischer Autor beschreiben kann. Herrlich. (Nicht umsonst wurde der Autor mit dem National Jewish Book Award für Fiktion geehrt.)

    Aber lesen Sie selbst oder besser noch, hören Sie Gary Shteyngart beim Lesen aus Willkommen in Lake Success zu:

    Am Montag, den 6. Mai in Berlin, Geistesblüten; Dienstag, den 7. Mai in München, Literaturhaus; Mittwoch, den 8. Mai in Innsbruck, Wagner’sche Universitätsbuchhandlung und am 9. Mai in Zürich, Literaturhaus. Um Reservierung wird gebeten.

    Sönke C. Weiss

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Aktuelles - Exklusiv Interviews

  • Michaela Boland hat für die Freunde der Kuenste den Desinger Florian Wess in oeöln getroffen und so einiges erfahren.
Florian, Arnold und Oskar Wess, die Botox-Boys
Florian Wess zu Gast bei Paris Hilton.
Florian Wess, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat.
Die Show kann beginnen.
Mit einer phaenomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.
Backstage vor der Show.
Das große Finale.  
Model Larissa Marolt mit Florian Wess.
Oeffentliche Auftritte meistert Florian Wess mitlerweile mit links.
    MICHAELA BOLAND TRIFFT JUNG-DESIGNER FLORIAN WESS
    Florian Wess will Harald Glööcker, Alfredo Pauly und Sebastian Böhm in Rente schicken

    Vor fünf Jahren haben wir ein ausführliches Gespräch mit Florian Wess geführt. Dass der "Botox-Freund" keine Angst vor dem Trash-TV hat, das hatte er uns schon 2014 erzählt. Dass der Sohn und Neffe der "Botox-Boys" nach seinem Auftritt 2011 in der Realityshow "Big Brother" nun auch im "Dschungelcamp" gelandet ist, dürfte keine Überraschung sein.

    Vielleicht müssen sich Glööckler, Pauly und Co schon bald warm anziehen, denn sein Plan ist, die Riege der älteren Herren demnächst abzulösen. Von diesem Mann werden wir in Zukunft mit Sicherheit noch jede Menge hören und sehen: Florian Wess.

    Der Jung-Designer brennt seit jeher für seine Leidenschaften und lebt für seinen Traum. Jetzt ist der schöne Kölner unter die Modeschöpfer gegangen und seine junge Fashion schlägt ein. Mit einer phänomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.

    Mode medienwirksam präsentiert

    Bunt, extrovertiert, fröhlich, trendy und convenient kommt Wess` Mode daher. Medienwirksam präsentierte der versierte Geschäftsmann sein Event so denn auch in den Kölner Balloni-Hallen vor den Augen zahlreicher Prominenter. Der Einsatz hat sich gelohnt: Schon jetzt steigt der Absatz der Wess`schen Originals, die man online erwerben kann, in ungeahnte Höhen. Mehrere Modelle sind bereits vergriffen.

    Botox-Behandlungen sind wie ein Gang zum Zahnarzt

    Was den charmanten Beau mit perfekten Umgangsformen antreibt, warum er nie einen Hehl aus seinem Hang, in der Öffentlichkeit stehen zu wollen, gemacht hat, wie er sich sozial engagiert und warum sich Botox-Behandlungen für ihn wie ein Gang zum Zahnarzt anfühlen, wollte ich beim Besuch im Kölner Familienbüro herausfinden.

    Die Mittelstraße in der Domstadt am Rhein zählt zu den feinen Geschäftsadressen. Hier finden sich Edel-Boutiquen, Läden mit erlesener, exquisiter und in der Regel teurer Ware, hier flanieren häufig gut betuchte Kunden, hier reiht sich Schaufenster mit schillernder Auslage dahinter ans nächste. Auch AW-Promotion, die Firma seines Vaters, Arnold, ist hier ansässig. Florian Wess kann die Räumlichkeiten für sein noch junges Label, Garcon F, zunächst mal mitnutzen.

    Florian Wess hat keine Angst vor dem Trash-TV

    Der höfliche und zuvorkommende  Neu-Designer hat mich hierher eingeladen. Ich muss gestehen, dass ich sehr gespannt bin auf den jungen Mann, den ich bisher in erster Linie in Zusammenhang mit den sogenannten Botox-Boys, der eigenen Doku-Serie rund um seine Hochzeit, Ein- und Auszügen aus dem BB-Haus und diversen anderen Blitzauftritten auf dem Bildschirm wahrgenommen habe.

    Gemeinhin bezeichnet man diese Art des Fernsehens als Trash-TV, aber ein Geheimnis aus dem Bedürfnis, in den Medien zu sein, hatte Florian Wess zu keinem Zeitpunkt gemacht. Wir Menschen neigen dazu, in Schubladen zu denken und werden immer wieder eines Besseren belehrt.

    Wer ist er also, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat, der nun arbeitsbeflissen in Mode macht und trotz allem Glamour dennoch bodenständig und demütig wirkt.

    Michaela Boland: Hört man dich sprechen, gewinnt man nicht zwangsläufig den Eindruck, dass du waschechter Kölner bist. Wo kommst du ursprünglich her?

    In Köln eingebürgert

    Florian Wess: Mein Vater, mein Onkel und ich kommen gebürtig aus Fulda. In den 1980er Jahren sind wir hierher gezogen, da mein Vater sich damals im Bereich EDV selbständig gemacht hat und die Möglichkeiten auf dem Markt hier in NRW, im Vergleich zu unserer alten Heimat, natürlich super waren. Seitdem sind wir hier quasi eingebürgert. Abgesehen von meinem Onkel, dem Zwillingsbruder meines Vaters, und deren Schwester. Sie leben nach wie vor in Hessen.

    Michaela Boland: Welche Schulen hast Du besucht?

    Florian Wess: Nach der Grundschule habe ich, ganz normal, eine weiterführende Schule besucht. Dann habe ich neun Monate lang die Bundeswehr durchlaufen. Das war noch Wehrdienst in Rennerod im Westerwald beim Sanitätsregiment. Dort habe ich Teamgeist und Zusammenhalt gelernt, was mir auch jetzt noch etwas bringt. Viele sagen ja, „Bundeswehr ist nichts “, aber für mich war es o.k., wobei ich heute jedoch eigentlich sagen würde, dass Bundeswehr unnötig ist.

    Michaela Boland: Wie ist dein Weg danach weiter verlaufen?

    Florian Wess: Anschließend habe ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Mein Vater hat zu diesem Zeitpunkt bereits seine Firma gehabt. Die Ausbildung wollte ich allerdings nicht bei ihm machen, da dies für mich zu soft gewesen wäre. Meine Eltern und ich haben Wert darauf gelegt, dass ich meine Ausbildung extern absolviere. Also habe ich in einem Kölner Betrieb für Werbemittel gelernt. Dort wurden beispielsweise Schlüsselbänder und ähnliches hergestellt. Mir war das wichtig, damit ich einen  bodenständigen Beruf habe.

    Michaela Boland: Hat die Ausbildung komplette drei Jahre gedauert?

    Florian Wess: Ja, ich habe drei Jahre durchgezogen, habe in manchen Bereichen ganz viele Probleme gehabt, Nachhilfe bekommen, dann in der Abschlussprüfung alles bestanden. Das war mir wichtig, denn man weiß ja nie, wie das in den Medien so ist und auch ein Designerleben kann schnell vorbei sein.

    Michaela Boland: War dein Blick zu diesem Zeitpunkt denn schon zielgerichtet auf ein Dasein in der Öffentlichkeit fixiert?

    Florian Wess: Den Blick auf die Medien hatte ich schon immer. Ich habe schon im Jahre 1995 mein erstes Moderatoren-Casting beim Kindersender Nickelodeon gehabt. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Großvater noch gelebt und mich  dorthin begleitet. Da stand ich dann mit 15 Jahren ganz nervös am Tisch. Damals hat es leider nicht funktioniert, was ja auch logisch war, denn sie konnten ja keinen 15-Jährigen einstellen.

    Sie haben mich eben geholt, um mir einen Traum zu erfüllen, damit ich mal moderieren konnte. Doch nichts desto trotz hatte ich schon zum damaligen Zeitpunkt mein Bewerbungsvideo komplett selbst hergestellt. Den Hintergrund ausstaffiert mit allem Drum und Dran. Das war wohl witzig. Insofern kann ich sagen, dass ich schon immer in die Medien wollte.

    Michaela Boland: Hast du später, nach Beendigung deiner Ausbildung, denn sogleich den ersehnten Weg in die Medien gefunden?

    Florian Wess: Nach meiner Ausbildung bin ich zu meinem Vater in den Betrieb gegangen und habe in dessen Eventbereich gearbeitet. Wir erhielten den Zuschlag für die Jummimüüs-Gala, (auf Hochdeutsch: Gummimaus) ein großes Charity-Event. Dort konnte ich dann Erfahrung mit Prominenten sammeln, Connections machen und mich gleichfalls ein wenig weiterentwickeln. So ging es dann immer weiter. 2009 bin ich dann durch die Schönheits- OP-Berichte zum ersten Mal so richtig in die Medien gekommen.

    Michaela Boland: Zuvor warst du allerdings schon im Jahre 2005 in einem Video-Projekt zu sehen.

    Florian Wess: Richtig, das war ein soziales Projekt für JuPo (JungPositiv). Das ist eine junge Gruppe, die sich aus Schwulen, Lesben, Heteros und HIV-infizierten Menschen zusammensetzt und die führen ein gemeinschaftliches soziales Projekt durch. Dafür habe ich mich einige Jahre engagiert und dabei sind verschiedene Clips entstanden.

    2005 haben wir in Österreich für ein Projekt auch den Medienpreis der Deutschen Aidsstiftung bekommen. Es war wirklich eine super Sache. Auch Günther Jauch hat einen solchen Preis verliehen bekommen. (Anm.d. Red: Stern-TV –Beitrag: „Kinderwunsch trotz HIV – Die Geschichte der Heidemarie Kremer“)

    Michaela Boland: Engagierst du dich derzeit noch in diesem Projekt?

    Florian Wess: Nein, da man nur bis zum Alter von 27 Jahren mitmacht, weil dann junge Leute nachrücken sollten. Aber das ist o.k., ich habe es schließlich vier oder fünf Mal gemacht.

    Michaela Boland: War die Arbeit in diesen Filmprojekten für dich eine Art Bestätigung, nun genau zu wissen,  beruflich etwas in der Öffentlichkeit machen zu wollen?

    Florian Wess: Es war etwas, wobei ich einige Sachen gelernt habe. Es hat mich auch angespornt, weiterzumachen, weil es mir gefallen hat. Nur kann man so etwas mit den Medien nicht vergleichen. Aber ich habe mir schon gesagt, „das ist mein Ding, das möchte ich“.

    Michaela Boland: Du betreibst auch einen Blog im Netz. An welche Adressaten richtet er sich?

    Florian Wess: Ja. Da geht es um Dinge, bei denen ich es noch nicht vermocht habe, sie medial umzusetzen, zum Beispiel um Stories, wo ich Obdachlose treffe, Bekannte, die auf der Straße leben, soziale Projekte oder auch, was ich so privat mache oder wie ich schon mal Wünsche erfülle. Manchmal beschreibe ich dort auch Leute, die mir wichtig sind oder es wird über Fan-Treffen berichtet.

    Michaela Boland: Bist du ein Mensch, der politisch interessiert ist?

    Florian Wess: Ja, ich bin früher politisch sehr aktiv gewesen. So war ich beispielsweise bei Stuttgart 21 und habe dort demonstriert. Auch in Duisburg Marxloh habe ich gegen rechts demonstriert. Dort bin ich sogar in Gewahrsam genommen worden, weil wir die Nazis blockiert hatten. Da gab es drei Busse für  Minderjährige,  Leute mittleren und höheren Alters.

    Dorthin hat man uns gesteckt bis die Demo vorüber war. Also, ich bin durchaus politisch aktiv, allerdings nicht Partei-zugehörig. Ich habe  jedoch durchaus meine Meinung und die ist sehr europäisch, freundlich und recht offen ausgerichtet.

    Michaela Boland: Hast Du noch Geschwister?

    Florian Wess: Ich habe noch einen jüngeren Bruder, Marius. Er ist aber überhaupt nicht so medienaffin, sondern eher zurückhaltend konservativ in manchen Dingen.

    Michaela Boland: Liest man drei Jahre alte Medienberichte über Dich, findet man als Altersangabe immer wieder 26.  In der aktuellen Berichterstattung bist du demgegenüber plötzlich 33. Rechenfehler oder machst du grundsätzlich ein Geheimnis um dein Alter?

    Florian Wess: Natürlich lege ich sehr viel Wert darauf, immer jung auszusehen, aber ich mache kein Geheimnis um mein Alter. Ich bin 33 Jahre alt. Das Medienalter ist einfach dadurch entstanden, dass die Leute nie nachgefragt und immer einfach etwas erfunden haben. Da habe ich mir eben gesagt, „von mir aus, wenn die das machen möchten, dann habe ich kein Problem damit“. Doch wenn mich jemand fragt, gehe ich schon offen damit um.

    Michaela Boland: Welche Vorbilder hattest Du als Kind?

    Florian Wess: Sowohl als Kleinkind als auch als Jugendlicher bin ich immer schon ein Fan von amerikanischen Soaps, Sitcoms und Kinofilmen gewesen. Die habe ich auch gesammelt, z.B. Roseanne, Clueless oder die Rich Girls. Ich habe mich da schon gefragt, „wie kommt das“ und wollte ständig wissen, „woher haben die das und das“.

    Mir war da schon klar, dass ich irgendetwas mit Mode zu tun haben wollte. Irgendwie hat mich der ganze amerikanische Lifestyle fasziniert. Die großen Supermärkte, die riesige Auswahl von Softgetränken, die vielen Stars.

    Michaela Boland: Hast du dich schon als Kind häufig in den Staaten aufgehalten?

    Florian Wess: Nein, aber wir sind immer viel gereist. Wir hatten viele internationale Freunde und Bekannte, da mein Vater durch sein EDV-Business auch immer viele Leute kennengelernt hat.

    Michaela Boland: Ist dir das Weltenbummler-Dasein somit ein Stück weit in die Wiege gelegt worden?

    Florian Wess: Richtig.

    Michaela Boland: Auf deiner Garçon F- Seite beschreibst du dich als einen extrovertierten Mann, der Fashiontrends aufspürt und einen Zugang zur breiten Öffentlichkeit ermöglichen will. Betrachtest du dich im Modebereich als eine Art Mittler?

    Florian Wess: Ich bin jemand, der sich nicht festlegt. Die Sachen, die mir gefallen, die suche ich mir zusammen und die ziehe ich an, die trage ich, die vermittle ich. Genauso lebe ich auch. Natürlich habe ich Prinzipien, denen ich in meinem Leben, wie einem roten Faden, immer treu bleibe. Die gehören zu mir. Aber rundherum wechsle ich wie meine Klamotten auch meinen Lifestyle.

    Das, was aktuell ist, was Trend ist und wichtig ist und was von anderen Persönlichkeiten zeitnah umgesetzt wird, das fasse ich auf und setze es um. Genau das möchte ich mit Garçon F beispielsweise auch der Hilde aus Baden Baden vermitteln können.

    Motto:  Hör zu, wenn du etwas möchtest, dann klick dich doch auf meine Seite, da findest du, was up to date ist, musst nicht lange suchen und kannst schauen, ob es zu dir passt. Das kann eine Gedankenstütze sein, das kann eine Hilfe oder Anregung sein, vielleicht auch einfach nur eine Bestätigung für andere Leute.

    Michaela Boland: Wer soll in erster Linie von deiner Mode profitieren? An welche Klientel richtet sich das Angebot?

    Florian Wess: Das sieht man ja bereits an den Größen, die von XS bis XXL reichen.

    Michaela Boland: Wobei anzumerken ist, dass deine Models während der Show allesamt extrem schlank waren. Dagegen konnte man sich mit einer Konfektionsgröße 34 durchaus schon etwas korpulent fühlen.

    Florian Wess: Ja, die Models sind natürlich so ausgewählt, damit das alles knackig herüberkommt. Mir haben allerdings schon viele Mädels geschrieben, „danke Florian, dass du auch XXL Größen anbietest“, jetzt von dieser Kollektion abgesehen, denn das ist eben eine Möglichkeit zu zeigen, dass man alles anziehen kann.

    Michaela Boland: Du bietest ausgefallene Shirts, Sweaters oder auch Leggings an. Preislich geht es ja da schon bei sehr moderaten 25,00 Euro los. Soll deine Mode eigentlich eher erschwinglich oder exklusiv sein?

    Florian Wess: Ich werde die Preise noch mal anpassen, allerdings habe ich sie so angesetzt, um die Zielgruppe zu erreichen, die ich erreichen möchte. Ich mache logischerweise keine High-Class-Fashion. So eine Damen-Herren-Kollektion von A bis Z zu machen, wie es beispielsweise ein Cavalli kann, das möchte ich gar nicht.

    Es soll trendbewusst sein und die Preise sind so angesiedelt, dass es sich jeder kaufen kann. Das Preissegment wird schon in etwa so bleiben. Auch wenn Parfums und Kosmetik kommen, denn es ist bewusst auf die Masse abgezielt. Insoweit wird es eher ein bisschen günstiger werden.

    Michaela Boland: Kann man denn dann noch von exklusiver Mode sprechen?

    Florian Wess: Doch das kann man.

    Michaela Boland: Inwieweit?

    Florian Wess: Insoweit als diese Sachen von mir stammen. Die Ideen hierzu kommen ja aus meinem Kopf. Insbesondere die Motive. Es sind meine exklusiven Gedanken, also mein geistiges Eigentum und das ist nun mal exklusiv.

    Michaela Boland: Wie kommt deine Mode an?

    Florian Wess: Das Shirt auf dem Prinzessin Di abgebildet ist, hat gerade in der Schweiz viel Kritik hervorgerufen.

    Michaela Boland: Aus welchem Grund?

    Florian Wess: Weil darauf die Worte stehen, „I love Paris“. Sie ist ja seinerzeit in Paris gestorben. Deshalb hat man mich in der Schweiz geradezu zerrissen. Dort schrieb man dann: „Florian Wess macht Mode für die Mülltonne“. Aber das ist ja o.k., das wollte ich ja damit erreichen.

    Michaela Boland: Du schreibst, dass Du Trends aufspürst. Ist das, was du umsetzt insoweit ganz und gar originär oder siehst du irgendwo etwas und versiehst es anschließend noch zusätzlich mit deinen eigenen Ideen?

    Florian Wess: Das ist richtig, ich setze das um, aber sowohl als auch habe ich auch meine eigenen Sachen dabei.

    Michaela Boland: Welches Stück kann man da beispielsweise benennen?

    Florian Wess: Gerade das Shirt mit Lady Di darauf. Der Spruch dazu, um Kontroversen zu schaffen. Oder einfach einen richtig krassen Mundschutz zu machen, vergoldet mit Nieten darauf. Das sind richtig heftige Sachen.

    Michaela Boland: Wann war der Entschluss, nun in Mode zu machen, bei dir richtig ausgereift?

    Florian Wess: Mode wollte ich schon immer machen, aber ich habe nie gedacht, dass ich mal so eine geile Show machen würde, dass ich ein eigenes Label haben würde, dass es bei mir weitergeht und dass dieses Label so viel Potential haben würde wie Garçon F. 2011 haben Valencia und ich uns getrennt, 2012 haben wir uns scheiden lassen. Da war ich ein nahezu am Boden zerstört, weil alles so negativ ausgelegt wurde. Da war die Rede von Fake-Hochzeit und so weiter.

    Zu dem Zeitpunkt habe ich mit meinem Vater gesprochen und gesagt, dass ich etwas Neues brauche, um mich abzulenken. Gegen Ende 2011 bzw. Anfang 2012 habe ich dann gesagt, „Jetzt machen wir es“. Und dann habe ich damit angefangen, die ersten Shirts zu machen.  Wie beispielsweise das von Paris Hilton. Das waren meine ersten Entwürfe, auch meine eigenen Designs.

    Anschließend sind wir nach L.A. zu Paris Hilton und zu LaToya Jackson geflogen, um das ein bisschen zu hypen. Aber da habe ich gemerkt, dass das, was ich damals gemacht habe, ein bisschen  zu langweilig ist, zu 0815-mäßig. Danach habe ich mich noch einmal in Ruhe hingesetzt und überlegt, was man machen kann und habe mich wirklich darauf konzentriert. Und so ist Garçon F innerhalb von zwei Jahren entstanden und diese Shirt-Kollektion. Es hat also schon zwei Jahre gedauert.

    Michaela Boland: Ist es ein großes Wagnis, so etwas aufzuziehen, wenn man eigentlich nicht aus der Branche kommt, wenn man also nicht, wie andere, zunächst mal eine Schneiderlehre absolviert oder ein Modedesign-Studium abgeschlossen hat? Oder kannst du das ganz entspannt angehen, weil der finanzielle Background da ist?

    Florian Wess: Alles, was man in den Medien macht, ist immer ein Wagnis, weil es immer Menschen gibt, die einen kritisieren oder die einen unterstützen. Da gibt es kein Mittalding. Das ist bei mir genauso und war auch schon vorher so. Ich habe schnell gelernt, dass man darauf nicht so viel geben muss. Mich stört es nur, wenn meine Familie angegriffen wird oder ganz oberflächliche Beleidigungen kommen.

    Ich habe zuvor mit InStyle-Chefredakteurin Annette Weber gesprochen, die ich in Mailand kennengelernt habe und sie hat zu mir gesagt, „Florian, hör zu, wenn du heutzutage ein Label herausbringst, ein Design machst, dann kannst du das ohnehin nicht mehr allein. Dann brauchst du ein Kreativ-Team.“ Das habe ich auch. Die unterstützen mich in puncto Stoffe, Einkauf, Vermarktung und so weiter. Mit denen arbeite ich zusammen. Heutzutage ist man in puncto Design auf ein Team angewiesen. Daher weiß ich auch, ich bin nicht allein gelassen und das ist gut.

    Michaela Boland: Sind sie hier bei dir mit im Haus oder frei?

    Florian Wess: Das sind Freunde und Bekannte von mir, mit denen ich zusammenarbeite. Mit denen berät man sich und entwickelt sich weiter.

    Michaela Boland: Wie sieht deine künftige Planung im Hinblick auf kommende Kollektionen aus, nachdem deine jetzige ja zunächst auf Sweaters, Shirts, Leggings und Handy-Cases begrenzt ist?

    Florian Wess: Es wird auf jeden Fall immer wieder Shirt-Kollektionen geben, die jedes Mal abgewandelt sind, aber im selben Stil. Wobei es in nächster Zeit ein bisschen mehr ins Schwarz gehen wird. Das hatte ich ja dieses Mal bewusst herausgelassen.

    Es wird auch Parfum geben, was ich mit Helmut Berger kreieren werde. Ich möchte auf jeden Fall, dass die Leute auch sehen, dass es mehr geben kann von mir. Es wird dann Hosen geben und richtige Sachen, die auch geschneidert sind. Aber das dauert eben noch ein bisschen. Der nächste Step wird im kommenden Jahr noch einmal Shirts sein und danach wird es dann richtig weitergehen, da ich mich auch weiterentwickeln muss.

    Michaela Boland: Wie darf ich mir derzeit einen typischen Arbeitstag von dir vorstellen?

    Florian Wess: Mein Wecker klingelt jeden Morgen zwischen fünf und fünf Uhr dreißig. Meinen Vater, der zwar nebenan im Büro sitzt, aber so ein Workaholic ist, dass er nur morgens im Fitness-Studio mit mir sprechen kann, sehe ich also um zehn vor sieben zum Fitnessprogramm im Holmes Place. Dort trainieren wir, tauschen uns aus, reden und informieren uns über das Wichtigste.

    Dann gehe ich ins Büro, checke meine Mails und Facebook, mein Social Media, checke anschließend ab, wie die Bestellungen sind und kümmere mich dann um Drehs, die wir haben, z.B. Fashion-Shows oder, wo wir als V.I.P.-Gäste eingeladen sind. Auch habe ich Geruchsproben für das Parfum, das wir zusammengestellt haben. Zwischendurch mache ich hier Interview-Anfragen und andere Sachen. Ich vereinbare Fototermine, muss Autogrammkarten schreiben. Abends gehe ich wieder mit meinem Vater essen, so ab 18.00 Uhr und das war es dann.

    Michaela Boland: Unternimmst du auch mal etwas mit deiner Mutter?

    Florian Wess: Meine Mutter besuche ich meistens am Wochenende, also schon regelmäßig. Meine Großmutter auch.

    Michaela Boland: Heißt das, dass deine Eltern getrennt sind?

    Florian Wess: Meine Eltern sind schon seit 20 Jahren getrennt. Mein Vater und meine Mutter sind schon neu verheiratet, das ist aber alles super. Also, mein Leben ist schon sehr bunt gemischt. Ich bin oft in Wien, ebenfalls in Salzburg, auch wegen Helmut Berger. Ich bin auch oft in Berlin unterwegs.

    Michaela Boland: Zum Thema Berger hast du dich öffentlich bisher noch gar nicht so richtig geäußert.

    Florian Wess: Der Zeitpunkt, dass ich darüber richtig viel erzählen möchte, kommt noch.

    Michaela Boland: Verstanden. Hast du eigentlich vor, im Bereich des Schneiderns alles einmal so richtig von der Pike auf zu erlernen oder kannst du gar eine Nähmaschine bedienen?

    Florian Wess: Eine Nähmaschine kann ich bedienen, meine Oma hat ja auch welche. Ich habe durchaus schon andere Sachen gemacht, z.B. verfeinert und enger genäht. Das ist kein Problem, das funktioniert. Und Stoffkunde ist auch in Ordnung. Ich weiß, welche Stoffe es gibt und die Arten von Stichen beim Nähen stellen ebenfalls kein Problem für mich dar.

    Aber selbst die Musterteile für die Modenschau wurden extern für mich produziert. Ich lege Wert darauf, dass in Europa hergestellt wird. Das wird auch so gemacht, nämlich in Polen. Also es sieht so aus, dass ich mich mit meinen Produkten auskenne und das ist für mich wichtig. Allerdings will ich nicht sagen, dass ich nicht dazu bereit bin, Neues dazuzulernen, denn ich lerne immer gerne dazu.

    Ich bin auch offen für Kritik, wenn es wirkliche Kritik ist. Sagt jemand zu mir, „Florian, deine Mode ist Scheiße, mach doch mal etwas anderes“, dann ist das allerdings keine Kritik für mich. Kritik muss in meinen Augen so gestaltet sein, dass ich etwas umsetzen und mich weiterentwickeln kann.

    Michaela Boland: Ist dein Label schon in der Modefachwelt besprochen worden?

    Florian Wess: Nein.

    Michaela Boland: Gab es denn irgendwelches Feedback von Modedesigner-Kollegen?

    Florian Wess: Nein. Das Feedback sah so aus, dass wir auf der Modenschau ja ein paar Modedesigner da hatten, es waren ein paar Einkäufer vor Ort. Die haben sich nicht negativ geäußert, zumindest wurde mir nichts zugetragen und online habe ich auch nichts gefunden. Natürlich hatten das Label und wir einen riesengroßen Pressehype nach der Modenschau. Im Bereich Online-Media, Social Media, TV und Print. Ich denke, die Leute sehen das und werden es realisieren. Aber warum sollten sie Kritik äußern, sie wissen ja selbst wie es ist.

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Modefachjournalen aus?

    Florian Wess: Das ist gar nicht das, wo ich hin möchte. Ich sehe  mich nicht als Roberto Cavalli oder als Michalsky. Das bin ich nämlich nicht. Ich mache etwas ganz anderes. Ich sehe mich zwar als Designer, aber eben nicht als High-Class-Designer. Und ich möchte deshalb nicht dorthin, da ich dann die ganzen Leute, die mich groß gemacht haben, fallen lassen würde.

    Michaela Boland: Woher beziehst du die konkreten Inspirationen für deine Motive?

    Florian Wess: Bei meinem XOXO-Motiv war es so, dass das eine Einstellung in meinem Leben war. Ich habe Paris Hilton getroffen und ich will nicht direkt sagen, dass sie ein Vorbild ist, aber sie hat gute Geschäftsideen. Dieses XOXO hat sie immer gepostet. Es bedeutet Hugs & Kisses und das habe ich so aufgenommen.

    Auf meinem ersten Shirt war sie ja mit diesem kleinen Hund abgebildet. Das hat mir dann  nicht mehr so gefallen, und das habe ich dann abgewandelt zu dem neuen XOXO. Ansonsten haben wir eine Abbildung von Yves Saint Laurent dabei, Helmut Berger, Romy Schneider, Gianni Versace oder Christian Dior. Das sind alles Ikonen und das hat mich inspiriert.

    Michaela Boland: Das sind weitestgehend ausgesprochen schöne Menschen gewesen. Ist Ästhetik für dich ein zentraler Punkt?

    Florian Wess: Ästhetisch sein, gepflegt sein, gut riechen, gut aussehen, das ist mir schon wichtig. Wenn andere Menschen anders damit umgehen, dann akzeptiere ich das. Ich würde niemals zu jemandem sagen, „ du riechst irgendwie nach Schweiß, geh mal duschen“, so etwas sage ich nicht, sondern ich ignoriere das.

    Michaela Boland: So etwas ist ja manchmal schwer zu ignorieren.

    Florian Wess: Richtig, aber  ich bin so ein Typ, der auch niemanden diskriminieren würde. Ich würde also nicht sagen, „der ist korpulent und die da trägt ein Kopftuch, was soll das“, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich würde das ja auch nicht wollen. Bei uns war es so: Mein Vater und Onkel sind ja Zwillinge und die haben immer sehr viel Wert auf ihr Äußeres gelegt.

    Mein Bruder, meine Mutter und meine Tante genauso. Das ging früher schon damit los, Deo und Gesichtswasser zu benutzen, sowie zur Kosmetik und in die Sauna zu gehen. Nach dem Duschen eben immer neue Klamotten anzuziehen. Das ging bei uns schon los als wir klein waren. Und auf diese Weise hat sich das gewissermaßen manifestiert.

    Michaela Boland:  Kommen wir noch einmal zu deiner Kollektion. Unter deinen Stücken ist mir ein Motiv aufgefallen, auf dem dein Konterfei sehr deutlich abgebildet ist. Du trägst darauf eine Cap mit der Aufschrift „High“. Darüber hinaus gibt es dich gleich in doppelter Ausführung mit jeweils verschränkten Armen einander gegenüberstehend. Was hat es damit auf sich?

    Florian Wess: Das Motiv, bei dem ich mir selbst gegenüberstehe, soll bedeuten, dass es immer zwei Persönlichkeiten gibt. Man sieht sich im Leben immer wieder. Für mich ist das deshalb wichtig, weil ich schon Zeiten gehabt habe, in denen ich mich nicht getraut habe, in den Spiegel zu blicken. Womöglich hört sich das ein bisschen verrückt an, aber es ist so. Deswegen habe ich mich auch bewusst ohne Tätowierungen dort abgebildet.

    Michaela Boland: Warum genau?

    Florian Wess: Vielleicht möchte ich mich einfach auch mal wieder ohne Tattoos sehen.

    Michaela Boland: Wie lange trägst du sie bereits auf deiner Haut?

    Florian Wess: Ich glaube, das erste habe ich vor zehn Jahren stechen lassen. Und dann ging es immer so weiter.

    Michaela Boland: War das in deinem Elternhaus zunächst ein Problem?

    Florian Wess: Mein Vater und meine Mutter sagen immer, „in dem Beruf ist das kein Problem“. Heute gebe ich aber jedem Angestellten oder jedem Azubi den Rat, wenn er sich ein Tattoo machen lassen möchte: „Mach es und wenn dein Chef dann zu dir sagt, du kannst wegen der Tätowierung hier nicht mehr arbeiten, dann mache dich selbständig!“ Wenn nämlich ein Chef die Arbeitsleistung vom Tattoo abhängig macht, ist das sowieso kein richtiger Chef.

    Michaela Boland: Wieviel Zeit hat eigentlich die reine Herstellung der Kollektionsstücke in Anspruch genommen?

    Florian Wess: Mit den ganzen Malaktionen mindestens ein Jahr. Das sind alles Ölgemälde, die eigens angefertigt und später digital eingefügt wurden. Dann habe ich mich mit verschiedenen Firmen auseinandergesetzt, die überhaut dieses ganz neue Druckverfahren zur Anfertigung dieses Stils anbieten. Dabei handelt es sich um einen Laservolldruck, wobei ganz wichtig ist, das jener Druck auch nicht ganz durchgeht. Alles wird komplett vernäht. Das ist alles ganz fein, gibt’s auch nur recht selten und ist ebenfalls exklusiv.

    Michaela Boland: Das klingt recht aufwendig. Umso erstaunlicher, dass du den Preis für die Ware verhältnismäßig gering halten kannst.

    Florian Wess: Es ist sehr aufwendig. Ich sage ja, man macht es bei der Masse gut. Ich habe wirklich einen guten Absatz.

    Michaela Boland: Die Farbdrucke auf den Shirts sind auch alle waschresistent?

    Florian Wess: Wie auch andere Designer es handhaben: Man sollte solche Sachen grundsätzlich immer im Handwaschgang waschen und nicht in den Trockner stecken. Das ist ja logisch. Das ist alles robust und beständig.

    Michaela Boland: Wie viele Mitarbeiter beschäftigst du bereits?

    Florian Wess: Ich habe insgesamt fünf.

    Michaela Boland: Könnten es womöglich mehr werden, sobald du deine Kollektion erweiterst?

    Florian Wess: Das tut sich nichts, da es spezielle Firmen gibt, die meine Sachen für mich entwickeln. Und in der heutigen Zeit von E-Mails sind Sekretärinnen zum größten Teil überflüssig.

    Michaela Boland: Für deine ausgefeilte Bühnenshow hat es einer akribischen Vorbereitung bedurft, wie man merken konnte. Wie lange hast du im Vorfeld daran gearbeitet?

    Florian Wess: Wie die Show abläuft, was wir wollten und was ich wollte, das hatte ich alles schon im Kopf, das wusste ich genau. Schwierig ist nur gewesen, die passende Eventhalle zu finden. Um die Balloni-Hallen haben wir wirklich gekämpft, denn sie hatten hohe Auflagen. Es war schwierig, diese umzusetzen. Das ganze Event haben wir innerhalb von zehn Wochen gestemmt.

    Michaela Boland: Du konntest recht bekannte Models für deine Show gewinnen, beispielsweise Larissa Marolt und Mickey-Rourke-Freundin, Anastassija Makarenko. Heißt das, dass man die Models auch verhältnismäßig kurzfristig buchen kann?

    Florian Wess: Von Larissa wusste ich, dass sie da sein würde, denn wir haben sie schon vorher angefragt. Da haben wir das Datum durchgegeben. Ich will nicht sagen, dass wir uns nach ihr gerichtet hätten, aber ich wusste, wann sie Zeit hat und das hat dann auch bei uns gut geklappt. Wichtig war natürlich auch, dass die Kleidungsstücke rechtzeitig da sein würden. Das hat ja auch alles funktioniert.

    Michaela Boland: Wen siehst du in der Modewelt als Konkurrenz bzw. als Mitbewerber?

    Florian Wess: Die großen Designer, die weltweit bekannt sind, sind für mich keine Konkurrenten, weil ich das ja nicht bin. Ob ich dahin komme, weiß ich natürlich nicht, wäre aber sicherlich schön. Meine Konkurrenz sind ganz klar Harald Glööckler, Sebastian Böhm und Alfredo Pauly. Alle QVC-und HSE- Gesichter. Ich denke schon, dass ich bereit bin, in zwei Jahren da einige abzulösen.

    Meine Fans, meine Zielgruppe liegt vom Alter her zwischen 14 und 25 und sie sind wirklich darauf bedacht, vor allem etwas von mir zu bekommen. Die wollen keine Handtasche oder irgendeine Jeans, die irgendwo jemand genäht hat und der dann seinen Namen darauf gesetzt hat.

    Meine Zielgruppe will etwas von mir und deshalb werde ich immer meiner Linie treu bleiben. Würde ich jetzt so werden wie Michalsky, wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass das vielleicht einmal kommen wird, doch wenn es käme, wäre ich unglaubwürdig. Aber unglaubwürdig möchte ich eben nicht erscheinen.

    Michaela Boland: Jetzt wirst du natürlich, ebenso wie deine Fans, irgendwann auch älter. Ist denn insoweit völlig undenkbar, dass dein Angebot um entsprechende Produkte erweitert wird?

    Florian Wess: Erweitern schon, doch ich kann mir nicht vorstellen, extremen Luxus zu verkaufen. Im Moment kann ich mich damit noch nicht anfreunden.

    Michaela Boland: Gibt es unter allen Produkten eines, das besonders begehrt ist?

    Florian Wess: Das Fuck You – T-Shirt läuft am besten (lacht).

    Michaela Boland: Gibt es im Hinblick auf Produkte etwas, dass du kategorisch ausschließen würdest?

    Florian Wess: Ich würde niemals Schuhe machen können. Ich werde lieber auf die extravaganten Sachen gehen. Viele Accessoires, vielleicht verrückte Mützen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber es wird Sachen geben, die für Furore sorgen werden.

    Michaela Boland: Welche Kunst interessiert dich?

    Florian Wess: Ich liebe neuzeitliche Kunst, ich liebe auch bewegte Kunst in Form von Videos und Bildern. Es gibt ein Video einer Bekannten von mir, das mir besonders gut gefällt. Darin sieht man eine Frau, die ein Tuch hat. Dieses Tuch stellt die Haare dar. Jene Frau versucht immer wieder, die Haare aus dem Gesicht zu bekommen, kriegt sie aber einfach nicht weg. Das Video kann man unendlich lang laufen lassen und so etwas finde ich sehr interessant.

    Michaela Boland: Was liest du gerne?

    Florian Wess: Bücher von Vera Birkenbihl, außerdem ganz viele soziale Sachen oder Bücher über vegane Ernährung. Krimis und Romane lese ich nicht.

    Michaela Boland: Wie sieht es bei dir mit dem Glauben aus?

    Florian Wess: Ich bin sehr gläubig. Ich habe mein Losungsbuch immer dabei. Da steht für jeden Tag eine Losung drin. Diese Bücher habe ich seit 2008. Sie sind immer recht hochwertig und neu und ich nehme sie überall hin mit, wenn ich beispielsweise auf Reisen bin. Deshalb sind sie am Ende des Jahres immer ziemlich verschlissen und da bin ich stolz drauf. Ich wurde katholisch erzogen und habe auch Rituale, also Bet-Rhythmen.

    Michaela Boland: Leider selten geworden.

    Florian Wess: Meine Großmutter hat immer mit uns gebetet als wir klein waren. Vor vielen Jahren habe ich dann mal eine recht schwierige Zeit gehabt, in der es mir nicht gut gegangen ist. Irgendwann war ich verzweifelt in meiner Wohnung und hatte plötzlich den Gedanken, einmal unter mein Bett zu schauen. Das tat ich und dort fand ich das Gotteslob. Ich fing an, es zu lesen. Seit diesem Zeitpunkt ging es bei mir immer bergauf. Dieser rote Faden ist immer bei mir.

    Da gibt es so ein Motto, das lautet: Geld kommt und geht, Freunde kommen und gehen, Krieg kommt und geht, aber der Glaube bleibt immer gleich. Ich weiß, ohne das Beten würde mir etwas fehlen und ich möchte auch gar nicht ohne meinen Glauben sein. Aber ich zwinge das niemandem auf und will auch keinen bekehren oder damit belasten. Das ist einfach mein eigenes Ding.

    Michaela Boland: Du scheinst in jedem Fall bibelfest.

    Florian Wess: Ich kenne sie nicht auswendig,  ich deute sie auch nicht immer so, wie es sein muss, aber ich lese regelmäßig darin. Das ist mir sehr wichtig. Wenn ich aufstehe, bete ich immer zuerst, und lese dann auch immer ein bisschen in der Bibel. Auch abends. Zwei bis drei Mal habe ich sie bestimmt schon komplett durchgelesen. Ich habe auch die Volksbibel von Martin Dreyer gelesen, der die Bibel in die Jugendsprache übersetzt hat. Die fand ich ganz witzig.

    Michaela Boland: Dann lebst du sicherlich auch nach christlichen Grundsätzen?

    Florian Wess: Es sieht so aus. Ich habe meinen roten Faden, aber ich trinke auch ab und zu mal etwas. (lacht).

    Michaela Boland: Dass du gerne in der Öffentlichkeit stehst, war nie ein Geheimnis. Man kennt dich insofern durch unterschiedlichste TV-Auftritte. Ist dieser Umstand für deine Tätigkeit als Designer eher Fluch oder Segen?

    Florian Wess: Ich denke, ich brauche für beides beides. Die Medienpräsenz für die Umsetzung meiner Kreativität und des Labels. Andererseits brauche ich auch das Label, um immer in Dinge hineinzurutschen. Da gibt sich quasi eine Hand die andere. Ich profitiere von beidem und möchte natürlich gerne, dass es mehr wird. Es wird auch mehr.

    In diesem Punkt bin ich zwar manchmal ungeduldig, aber alles in allem mag ich das einfach. Nichts desto trotz muss ich eine Sache bemerken: Das Negative an der Medienpräsenz ist, dass viele einen gerade deswegen nur ausnutzen wollen.

    So habe ich beispielsweise einige Partner gehabt, mit denen ich auch meine Wohnung geteilt, aber dann sehr schnell gemerkt habe, dass diese eigentlich nur gerne selbst in die Medien wollten. Man weiß dann irgendwann einfach, dass man häufig zweimal hingucken muss. Es ist also nicht immer nur easy going.

    Michaela Boland: Botox ist in deiner Familie ein nicht ganz unwesentliches Thema. Du selbst hast jedenfalls keinen Hehl aus deinem Faible dafür gemacht. Wann hast du damit begonnen.

    Florian Wess: 2007, 2008 oder 2009. Irgendetwas um den Dreh.

    Michaela Boland: Wie oft machst du das?

    Florian Wess: Zwei bis drei Mal im Jahr. Das hält ja länger. Es ist sehr harmlos, zum Zahnarzt gehen ist dasselbe. Im Fernsehen wird es natürlich medial gehypt, aber es ist ja nichts Wildes. Doch das ist eine Entscheidungssache. Ich bin natürlich kein Arzt.

    Michaela Boland: Du warst ja bereits kurz verheiratet. Kennenlernen, Hochzeit, und Trennung in der Öffentlichkeit wirkten ein wenig wie im Turbo-Gang. Bist du jemand, der in dieser Hinsicht schnelle Entscheidungen trifft? Lässt du dich eher spontan auf Beziehungen ein?

    Florian Wess: Ich bin langsamer und vorsichtiger geworden in solchen Dingen. Was diese Hochzeitsgeschichte betrifft, - wir haben ja tatsächlich standesamtlich geheiratet, es war ja kein Fake -  muss ich sagen, es gibt ja den Spruch „drum prüfe, wer sich ewig bindet…“ Und das stimmt. Das habe ich nicht beherzigt.

    Michaela Boland: Mit dem Designer-Dasein bist du sehr beschäftigt, medial bist du ebenfalls präsent und beides liebst du. Kann man sich eigentlich immer mehrteilen? Wo genau soll nun deine Reise hingehen?

    Florian Wess: Es gibt da drei Pakete: Das eine ist `Die Botox-Boys und Florian Wess`, das wird es in den Medien immer geben, egal wo.

    Michaela Boland: Dabei seid ihr, dein Vater, Onkel und du buchbar?

    Florian Wess: Genau. Man kann alles mit uns machen. Dann gibt es `Garçon F und Florian`, das bin ich. Das werde ich immer weiterführen, auch ganz bewusst in den Medien. Und das dritte ist eben `Florian Wess und noch andere Dinge`. Mit dem Fernsehen möchte ich sehr gerne die Leute, die einen harten Tag hinter sich haben, am Abend unterhalten, damit sie abschalten können. Das ist mir wichtig, das ist mein Ding. Darüber hinaus ist mein Ziel, mir vor allem mit Garçon F meinen Lebensabend zurechtzurücken.

    Michaela  Boland:  Lieber Florian, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch. Für deinen weiteren, sicherlich erfolgreichen Weg, die besten Wünsche.

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

     

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  • Michaela Boland interviewt die Harry-Potter Zwillinge Oliver und James Phelps, die ab Oktober im Abenteuermuseum Odysseum ausstellen  
Die Phelps Zwillinge im Gespraech mit der GFDK Redakteurin Michaela Boland 
Oliver und James Phelps im Gespraech mit Michaela Boland
Blick in die Ausstellung
Ausgestellte Harry Potter Uniform
    michaela boland trifft die Phelps-Twins
    Joanne K. Rowling ist glücklich - Harry Potter jetzt auch als Ausstellung

    Das Gespräch führten wir 2014. Sie sind Weltstars und das schon seit ihrem 14. Lebensjahr. Selbst ohne feuerrotes Haar werden die heute 28-Jährigen in jeder Stadt sofort erkannt. Leugnen zwecklos. Doch das haben sie auch gar nicht vor, denn im Gegensatz zu ihrem Schauspielkollegen Ralph Fiennes zählten sie in den Verfilmungen von Joanne K. Rowlings Mega-Verkaufsschlager, "Harry Potter", zu den Guten.

    Harry Potter - The Exhibition

    Gerade sind Oliver und James Phelps, die in allen Teilen der Filmreihe die Weasley Zwillinge, George und Fred, geben, nach Deutschland gereist. Grund: Das Großprojekt: "Harry Potter - The Exhibition". Was sich dahinter verbirgt, wie sich die einstigen Kinderstars von ihrem Märchen-Image freistrampeln wollen und was sie von Gurkentelefonen auf Kunstaustellungen halten, haben sie in Köln verraten.

    Groß sind sie geworden, die eineiigen Phelps-Twins, die aus der Nähe von Birmingham stammen und in den Verfilmungen einer der erfolgreichsten Buchreihen aller Zeiten immerzu tapfer an der Seite des Serienhelden kämpften, sich allerdings selten einen Scherz verkneifen konnten.

    Die Feuermelder-Frise ist zwischenzeitlich einem seriösen Kurzhaarschnitt beim 13 Minuten älteren Oliver und einer, nennen wir es durchaus Vokuhila, beim lässigen James, in der natürlichen Haarfarbe gewichen. Ausgesprochen sympathisch zeigen sich die Engländer bei ihrem Kurzbesuch in Köln.

    Ab 3. Oktober im Abenteuermuseum Odysseum

    Hier nämlich sollen sie für die große Original-Requisitenausstellung im Abenteuermuseum "Odysseum" ab drittem Oktober werben. Dass sie auch privat gerne zum Scherzen aufgelegt sind, haben sie trotz bester englischer Manieren unter Beweis gestellt.

    Michaela Boland: Welche Frage wurde euch bisher am häufigsten gestellt?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es war die Frage danach, ob wir in der Stadt von den Menschen erkannt worden seien.

    Michaela Boland: Nun, eure Haare sind schließlich keineswegs mehr so rot wie in den Harry-Potter-Filmen als Weasley-Twins. Hat es bei den Leuten trotzdem sogleich Klick gemacht?

    James Phelps: Oh ja, das kann man sagen (lacht).

    Michaela Boland: Ihr seid durch die Verfilmungen Teil eines Mega-Welterfolgs geworden. Ist es für Euch grundsätzlich überhaupt noch möglich, völlig unbehelligt durch Städte zu laufen?

    Oliver Phelps: Ich denke, das Schöne daran, nette Charaktere, also liebe Jungs zu spielen, ist, dass die Leute uns nicht nur mögen, sondern auch noch recht gut kennen. Sie kommen auf uns zu, fragen, wie es läuft und sind gut drauf. Das ist eigentlich immer cool. Insofern ist es schon ganz o.k., wenn wir zu Fuß in den Städten unterwegs sind.

    Michaela Boland: Denkt ihr, dass euer Kollege, Ralph Fiennes, da mehr Probleme haben könnte?

    James Phelps: (lacht)

    Oliver Phelps: Könnte sein, dass er wegliefe, wenn die Leute denken, da kommt Voldemort und eine Front gegen ihn bilden (lacht).

    Michaela Boland: Wann hattet ihr denn schon Gelegenheit, euch ein wenig in Köln umzusehen?

    Oliver Phelps: Gestern Abend konnten wir ein bisschen durch die Stadt spazieren. So sind wir beispielsweise am Kölner Dom vorbei gekommen als wir uns auf einen Drink in eine Kneipe begeben haben. Dann kamen wir auf dem Rückweg zu Fuß sogar über den Rhein. Das war wirklich schön.

    Michaela Boland: Blieb es bei nur einem Drink?

    Oliver Phelps: Naja, sie sind ja nur so klitzeklein. Vielleicht waren es auch mehrere. (lacht)

    Michaela Boland:  Im Vergleich zu unseren Kölsch-Stangen seid ihr aus englischen Pubs sicherlich andere Bierglas-Größen gewöhnt?

    Oliver Phelps: Oh ja, ganz genau. Beim Anblick der verhältnismäßig kleinen Kölsch-Gläser dachten wir erst mal, `o.k. ` (lacht)

    Michaela Boland: Köln wird exklusiv die einzige Stadt in Deutschland sein, welche "Harry Potter - The Exhibition" ab 3. Oktober anbieten kann. Euer Job hierbei ist es, durch eure Präsenz die Werbetrommel tüchtig anzuschieben. Wann genau seid ihr hierfür in Deutschland angekommen?

    Oliver Phelps: Wir sind gestern Abend eingetroffen und haben wirklich großes Glück gehabt, zu den fünf Prozent der Passagier-Flüge gehört zu haben, die trotz des Lufthansa-Streiks überhaupt geflogen sind. Dafür sind wir wirklich dankbar.

    James Phelps: Richtig und am Sonntag verlassen wir die Stadt schon wieder. Ich bin vor einiger Zeit schon mal für zwei Tage im schönen Köln gewesen, hatte aber bedauerlicherweise immer bis spät abends zu tun. Daher ist es natürlich jetzt großartig, dass wir nun tatsächlich die Gelegenheit haben, die Stadt einmal ein bisschen genauer zu erforschen.

    Michaela Boland: Werdet ihr euch da die Domspitzen zu Fuß vornehmen?

    James Phelps: Ja, bestimmt.

    Michaela Boland: Die Ausstellung, die im Odysseum ab Herbst zu besichtigen sein wird, ist eine Wanderausstellung und war neben den USA auch schon in Asien zu sehen. Welches Ziel wird nach Köln anvisiert?

    James Phelps: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Sie sagen es mir nicht mehr, seit ich früher jedes Mal verraten habe, wohin es als nächstes geht, sobald ich gefragt wurde (lacht).

    Michaela Boland: Im Geheimnisse bewahren bist du also nicht ganz so stark?

    James Phelps: Nein, nicht im Geringsten, leider (lacht). Was jedoch wirklich cool ist, ist, dass nun bald die gesamten Requisiten tatsächlich hier in Deutschland als zweiter europäischer Aufenthaltsstätte sein werden,  obwohl hier ja keine einzige Potter-Premiere stattgefunden hat.

    Oliver Phelps: Schön ist auch zu sehen, dass die Begeisterung hier genauso riesig ist, wie überall woanders, wo wir mit dieser Tour schon gewesen sind. Dies zeigt ja, wie verwurzelt die Menschen in Deutschland bereits mit den Harry-Potter-Geschichten sind. Ich finde auch besonders toll, dass die Ausstellung gerade in Köln seine Pforten öffnen wird, da es ja die Kunst-Hauptstadt Deutschlands sein soll.

    Michaela Boland: Nun habt ihr mit der Ausstellungstour schon einige Länder hinter euch gelassen. Verhalten sich eure Fans in unterschiedlichen Ländern auch insgesamt verschieden?

    James Phelps: Das habe ich auch gedacht. Aber, überall, wo sich die Ausstellungs-Pforten zum ersten Mal geöffnet haben und die Hard-Core-Fans herein strömten, war es bisher an für sich auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich. Voller Begeisterung riefen sie, `ah, sieh dir das an, schau mal dort und hast du dies hier schon gesehen, ich werd verrückt`.

    Ich hatte angenommen, dass es auf dem asiatischen Markt noch heftiger werden würde, aber in Sidney waren sie eigentlich genauso verrückt. Jetzt wird es bestimmt lustig zu sehen, wie sich die europäischen Fans verhalten, denn als die Europa-Premieren stattgefunden haben, waren diese Fans immer die lautesten. Daher erwarte ich, dass es mindestens genauso gut wird wie überall woanders, wenn nicht sogar noch besser.

    Michaela Boland: Ihr seid im englischen Sutton Coldfield geboren, das von Birmingham verwaltet wird. Seitdem ihr mit den Potter-Filmen bekannt wurdet, zählt ihr zu den Berühmtheiten dort. Kennt ihr eigentlich auch die übrigen Söhne und Töchter der Stadt, wie beispielsweise den Schauspieler Scott Adkins oder den Formel Eins-Fahrer Riki Christodoulou?

    James & Oliver: (lachen) Nein.

    Michaela Boland: Vielleicht die Schauspielerin Hazel Court oder den Fußballspieler Darius Vassall?

    James Phelps: Nein, entschuldige, das war eine Lüge. Ich kenne sie nicht namentlich, aber durchaus ihre Gesichter. Wobei mir auch der Name Darius Vassall aus dem Bereich Soccer durchaus etwas sagt.

    Michaela Boland: Hat man in eurer Heimatstadt als bekannte Persönlichkeit eigentlich irgendwelche Vorteile?

    James Phelps: Nein.

    Oliver Phelps: Ich glaube, eigentlich nicht. Für die Leute in Sutton, die in der Regel recht gut betucht sind, ist das keine große Sache, wenn du verstehst, was ich meine. Aber, ich kann mich daran erinnern, als der erste der beiden letzten Harry-Potter-Filme herauskam und wir zwischendurch für drei Tage nach Hause kamen, um PR-Termine wahrzunehmen, ging ich mit ein paar Freunden in einen Pub. Überall auf der Welt ging es wegen des nahenden Endes wirklich total hysterisch zu und in jener Kneipe saßen wir sogar draußen, doch in Sutton kratzte das wirklich niemanden.

    Die Leute waren ungefähr so drauf, "ach ja, die. Was solls". In unserer Stadt gibt es keine besondere Überbewertung für Derartiges. Es sehen sich dort alle als ebenbürtig an. Das ist zwar ein Maßstab, den man nicht überall in der Welt zugrunde legt, aber, das ist natürlich auch eine besondere Qualität unserer Stadt.

    Michaela Boland: Und wie sieht es mit eurer Familie aus? Wie geht sie mit eurem großen Erfolg um?

    James Phelps: Sie findet das natürlich wirklich schön. Und was Sutton anbelangt, so wollte ich noch sagen, trotz allem, ist es nun mal die Stadt aus der wir kommen. Und da Birmingham die Geburtsstätte des Heavy Metall ist, ist das was wir machen, natürlich wirklich keine allzu große Sache.

    Michaela Boland: Als der erste Potter-Film herauskam, wart ihr 14 Jahre alt. Kanntet ihr das Buch, "Harry Potter und der Stein der Weisen" schon bevor ihr euch um die Rollen der Weasley-Zwillinge beworben habt?

    James Phelps: Oh ja, wir kannten die ersten drei Potter-Teile schon aus der Schule. Dort hatte ich sie gelesen. Und in der Woche als die Entscheidung getroffen wurde, wurde auch im Rahmen des ersten Mitternachtslaunches für ein Buch, zumindest, soweit ich mich erinnere, der vierte Teil, "Harry Potter und der Feuerkelch", veröffentlicht.

    Also, ich wußte bereits eine ganze Menge über die Story. Es war nicht so, dass man zum Casting ging ohne irgendetwas zu wissen.

    Michaela Boland: Was hat euch dazu bewegt, ausgerechnet zu diesem Casting zu gehen?

    James Phelps: Einen Tag schulfrei zu haben.

    Oliver Phelps: Und die Möglichkeit, in einem Film mitzuspielen, was natürlich cool war. (lacht)

    James Phelps: Aber, man sollte natürlich immer in der Schule bleiben (lacht).

    Michaela Boland: Ihr habt beide ganz normal Abitur gemacht, doch wie hat sich euer Leben durch die Karriere in jungen Jahren gewandelt?

    Oliver Phelps: Unser Leben hat sich komplett verändert. Ich hätte beispielsweise niemals die Möglichkeit gehabt, derartig viel zu reisen, wie ich es schon konnte. Vielleicht hätte ich das zu einem späteren Zeitpunkt vermocht, mal hierhin und mal dorthin zu fliegen.

    Aber so war ich beispielsweise schon in Asien. All das macht einen wesentlich weltoffener. Man geht mit weitaus offeneren Augen durch das Leben und macht auch persönlich große Entwicklungsschritte.

    So habe ich unter anderem kennenlernen dürfen, wie ein Film gemacht wird, den kompletten Prozess erleben können. Denn ich habe immer, in klassisch literarischer Manier, geglaubt, da kommt der Regisseur herein, die Klappe fällt und das war es.

    Aber, mitnichten, denn man erlebt, wie viele Menschen schon drei Monate vor dem Start der Dreharbeiten und noch sechs Monate nach den Dreharbeiten mit dem Film beschäftigt sind. Die Zahl der Mitarbeiter, die an einer solchen Produktion mitwirken, ist einfach riesig hoch.

    Michaela Boland: Habt ihr beide eigentlich nach Harry-Potter oder möglicherweise sogar schon während der drehfreien Zeit eine Schauspielschule besucht?

    James Phelps: Nein. Wenn man in England ins vierte Jahr der weiterführenden Schule kommt, wählt man gewöhnlich die Fächer, die man gerne belegen möchte. Und bei uns hat es sich tatsächlich so verhalten, dass der Schauspiellehrer zu uns sagte, "nehmt keinen Schauspielunterricht, wenn ihr in dem Metier Karriere machen möchtet".

    Das war eine Woche nachdem wir beim ersten Harry-Potter-Casting gewesen sind. Dann sind wir noch zu einigen weiteren Castings eingeladen worden bis wir schließlich die Rollen hatten und in der Zeit haben wir dann entsprechend auch keinen Schauspielunterricht in der Schule belegt.

    Ich rufe mir aber immer wieder gerne solche Leute in Erinnerung, die gesagt haben, " nur, weil irgendwer meint, man könne etwas nicht tun, bedeutet das noch lange nicht, dass dem auch tatsächlich so ist". Und das stimmt auch, was wissen diejenigen schon, die nur unken? Wenn du etwas tun kannst, dann mach es einfach.

    Michaela Boland: Augenblicklich seid ihr mit der Happy-Potter-Ausstellung überall in der Welt unterwegs. Aber plant ihr denn auch, eure Schauspielkarrieren fortzusetzen?

    James Phelps: Was die Ausstellung anbelangt, so sind wir damit in den unterschiedlichen Ländern jeweils nur ein paar Tage befasst. Wir sind ja nicht über den gesamten Ausstellungszeitraum vor Ort.

    Michaela Boland: Was allerdings eigentlich ganz schön wäre und vor allem den nicht ganz so niedrigen Eintrittspreis ein wenig schmackhafter machen würde. Mit einer durchschnittlich großen Familie ist man ja nur für den Eintritt schon mal einen knappen Hunderter los. Ohne die Kosten für die Kopfhörer.

    Oliver Phelps: Naja, wir sind jetzt nicht angekettet und müssen die ganze Zeit da in der Ausstellung für die Besucher herumlaufen (lacht). Wir werden sicherlich mit der Schauspielerei weiter machen.

    Es ist ja auch eine ganz großartige Sache, dass wir die Möglichkeit haben, das zu tun. In der glücklichen Position zu sein, so etwas ein Leben lang machen zu dürfen, ist das Größte überhaupt. Ich denke schon, dass wir das immer tun werden, selbst, wenn es noch ein langer Weg werden sollte.

    Michaela Boland: Habt ihr auch schon eine konkrete Vorstellung davon, in welcher Art Filme ihr künftig zu sehen sein könntet?

    James Phelps: Also ich liebe Filme, die innerhalb ihrer Handlung plötzlich eine unerwartete Wendung aufweisen. Also, solche, bei denen man richtig nachdenken muss. So etwas würde ich unglaublich gerne machen und wäre dabei natürlich besonders gerne der Typ, der die Wendung herbeiführt. Irgendetwas aufdecken oder so was in der Art, das würde mir gefallen.

    Michaela Boland: Ist den Produzenten und Regisseuren bewusst, dass ihr heiß darauf seid, in neuen und anderen Filmprojekten zu spielen oder habt ihr womöglich in deren Köpfen für immer den Harry-Potter-Stempel?

    James Phelps: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass ihnen bewusst ist, dass wir gerne neue und andere Sachen machen würden.

    Michaela Boland: Bringt ihr euer Begehren denn auch entsprechend bei Besetzern zum Ausdruck?

    James Phelps: Ich habe das tatsächlich schon einer ganzen Reihe von Menschen verdeutlicht und so werde ich nun auch später in diesem Jahr eine Bühnenshow in England machen.

    Dabei arbeite ich mit einem früheren Regisseur zusammen, der in diesem Bereich wirklich sehr gut ist. Zu Beginn des Jahres war ich auch in Los Angeles in den Vereinigten Staaten, um dort einen Vertrag mit einem neuen Management zu unterzeichnen.

    So gesehen habe ich natürlich tatsächlich schon einige Leute getroffen, die mich kennenlernen sollten und denen ich vermittelt habe, was ich gerne tun würde. In ein paar Monaten beabsichtige ich auch wieder hinzufahren, um wieder neue Gespräche aufzunehmen.

    Man glaubt manchmal gar nicht, wie groß der Networking-Anteil innerhalb der Filmindustrie ist. Ich bin eigentlich gar nicht so gut darin. Wenn ich mit dir spreche, dann spreche ich eben mit dir und nicht unbedingt, um etwas zu bekommen. Daher muss ich diese ganze "Ach-lass-uns-doch-mal-essen-gehen-Mentalität" erst noch erlernen.

    Michaela Boland: Wie schwierig oder einfach war es eigentlich für euch als Brüder miteinander zu arbeiten? Klappte das gänzlich ohne Konkurrenzkampf?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es ist immer ein gutes oder sicheres Gefühl, wenn James arbeitet und ich nicht und umgekehrt genauso. Gleichzeitig gibt es zwischen uns aber auch eine unbeschwerte Rivalität. Wir flapsen natürlich auch schon mal herum, so wie es jeder tut und sagen, "oh, das würde ich jetzt aber auch gerne machen".

    Wenn James in Los Angeles ist und mit diesen Regisseuren verhandelt, und ich komme gerade von einer Reise zurück, dann geht mir schon im Kopf herum, "ach, das würde ich jetzt auch so gerne machen", aber ich würde keineswegs sagen, dass dies in einer Art Eifersuchts-Rangliste ausartet. Zu sagen, "ich würde das jetzt auch gerne tun", ist da mehr wie ein Anreiz zu verstehen.

    Michaela Boland: Habt ihr noch weitere Geschwister?

    James Phelps: Es gibt nur uns beide. Ich glaube, das ist auch durchaus genug für unsere Mutter und unseren Vater.

    Oliver Phelps: Ja, das würde ich aber auch sagen.

    Michaela Boland: In der Potter Reihe habt ihr mit internationalen Schauspielgrößen wie Alan Rickman, Maggie Smith, Julie Walters oder Ralph Fiennes gespielt. Was konntet ihr von ihnen lernen?

    James Phelps: Eine ganze Menge. Damit meine ich keineswegs nur, wie man am Set schauspielert, sondern gerade auch, wie man sich abseits des Sets gibt.

    Michaela Boland: Was bedeutet?

    James Phelps: Wie man die Leute für sich einnimmt, auch innerhalb der Crew oder wie man sich auf eine Szene vorbereitet, bevor man sie macht. Wir waren ja gerade mal 14 als wir anfingen.

    Man kann natürlich nicht noch mit seinen Freunden herumtoben, kurz bevor "Action" gerufen wird. Es kommt sozusagen auf die Dosierung an. Wir mussten einfach lernen, dass die Schauspielerei ein wirklicher Job ist. Es ist nicht so, dass sich da jeder einfach mal hinstellen kann.

    Man muss sich genauso vorbereiten, wir ihr, die ihr eure Fragen vor einem Interview vorbereitet. Es ist somit exakt dieselbe Methode, um das Ziel zu erreichen.

    Julie war beispielsweise sehr gut darin, zu erklären, dass wenn es erforderlich ist, dass du auf der Bühne oder vor der Kamera extrem verärgert bist, es eigentlich kein Problem sei, wenn du schon vorher mies drauf bist und du denjenigen, der dich kurz vorher noch anspricht, einfach mal anblaffst, denn dann bleibst du einfach noch in dieser Stimmung verhaftet. Und man kann ja später immer noch mal hingehen und sich entschuldigen.

    Michaela Boland: Wie aufmerksam.

    James Phelps: Ja, aber die Leute von der Crew werden immer wissen, dass das nun mal dein Job ist. Da geht es ja auch nicht darum zu versuchen, immerzu jeden zu erfreuen, wenn das bedeuten würde, deinen Job zu gefährden. Ja und Julie konnte eben ganz wunderbar Ratschläge wie diese geben.

    Michaela Boland: Was lest ihr in eurer Freizeit?

    Oliver Phelps: Eigentlich lese ich gerne gemischte Dinge. Zuletzt habe ich mir verschiedene Biografien vorgeknöpft.

    Michaela Boland: Interessiert ihr euch gleichfalls für bildende Kunst?

    James Phelps: Bis zu einem gewissen Grad schätze ich das. Aber, es ist nicht unbedingt etwas, wozu ich zwingend aktiv hinginge, um sie mir anzuschauen. Was ich wirklich sehr bewundere sind aber die Fähigkeiten der Künstler, die die Kunst schaffen.

    Oliver Phelps: Die meisten davon sind zeitgenössisch.

    James Phelps: Oh ja, ich mag zeitgenössische Kunst. Wir waren in New York und haben uns die MoMa angesehen. Das Museum für moderne Kunst. Allerdings war da auch ein Telefon mit einer Gurke darauf. Und da kamen allen Ernstes 50 Leute, die sahen sich das an und sagten, "Oh ja, das ist großartig". Und ich dachte die ganze Zeit, "was habe ich verpasst".

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Politik aus?

    James Phelps: Ich interessiere mich durchaus für Politik. Zwar gehe ich nicht hin und verkünde allerorts meine Meinung. Ich halte Politik für sehr wichtig. Seit ich 18 bin, habe ich mein Wahlrecht auch wahrgenommen, denn ich halte es für notwendig, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

    Wenn man schon mal das Recht hat zu wählen, wofür viele Menschen gestorben sind, dann sollte man auch zur Wahl gehen. Gerade wenn Regierungen etwas tun, das dir missfällt, ist es wichtig, ihnen durch deinen Stimmentzug zu zeigen, dass sie etwas falsch machen.

    Michaela Boland: Lieber Oliver, lieber James, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Für Harry Potter - The Exhibition ebenso wie für eure Zukunft alles Gute und noch eine schöne Zeit in Köln.

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

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  • Gila Abutalebi, Ungesehen, Intensiv, Individuell, und  Vielschichtig
    Botschafter der Freunde der Künste
    Die Künstlerin Gila Abutalebi mit Intensität, Leidenschaft, Kreativität

    Die Künstlerin Gila Abutalebi, mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe", wird Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste.

    Wer die Deutsch-Iranerin kennt oder kennenlernt ist sogleich gefangen: Intensität, Leidenschaft, Kreativität, Gefühl und die ausgefeilte Sprachvirtuosität in fünf Sprachen rauben dem Gegenüber den Atem. Und so ist es auch mit ihrer Kunst: Einmalig.

    Ungesehen. Intensiv. Individuell. Vielschichtig!

    Auf ihrer Reise zu sich und zu ihrer Kunst hat Abutalebi u.a. in den USA, Spanien, Österreich und Deutschland gelebt. Stets galt und gilt ihr besonderes Interesse dabei ebenso der Kultur, Individualität und Geschichte der Menschen wie der Sprache und Kalligrafie. Ihr bisheriger Lebensweg wird auch ergänzt durch umfangreiche Bühnenerfahrung.

    Und nur aus dieser und keiner anderen Kombination der intensiven Lebenserfahrung und kulturell-künstlerischen Auseinandersetzung konnte sich das Fundament für ihre einzigartigen Werke, ihrer ganz individuellen Kompositionen aus Srache, Bild und neuartiger Tiefe und Transparenz – die „Transparente Lyrik“ - bilden.

    Mit dieser kreiert sie ein vollkommen neues, revolutionierendes Kunstchambre, das in seiner Intensität nur gelingen kann, wenn ein unendliches Feuer der Liebe und der Leidenschaft zur Sprache, den Menschen und einer ganz besonderen Ausdrucksweise brennt.

    Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln und Leipzig. Ihre Arbeiten sind vielfach in Privat- und Firmenbesitz in Italien, Spanien, USA und Deutschland.

    Gottfried Böhmer

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Aktuelles - Marketing News

  • Der US-Medienwissenschaftler Trevor Davis habe in Online-Netzwerken eine Vielzahl gefaelschter Profile entdeckt, aber stimmt das auch Foto GFDK
    Wahlrecht am Sonntag
    Die Internetinkompetenz in Deutschland hat die AfD

    Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V, macht sich Sorgen über CDU, SPD, Grüne und FDP, die keine Internetinkompetenz hätten. Der amerikanische Medienwissenschaftler Trevor Davis von der George-Washington-Universität behauptet, die AfD würde tausende dubiose Facebook-Accounts unterhalten.

    Ich habe da meine bedenken. Einem amerikanischen Medienwissenschaftler aus Washington, traue ich keinen Meter über den Weg. Der Erfolg der AfD im Internet hat ganz andere Gründe, die sind einfach nur präsenter als die anderen.

    Und noch eine Frage: Wer vergibt aus Deutschland eine Studie an einen Amerikaner aus Washington, die dann einen Tag vor der EU-Wahl, von ARD und ZDF verbreitet wird? Fragen und nachdenken sei ja noch erlaubt.

    Lieber Herr Böhmer,

    das ist mal richtig beängstigend: Dass eine sogenannte Volkspartei wie sich die CDU sieht, nicht mit dem Volksmedium Internet umgehen kann. Sie hat offensichtlich die Motorisierung der Medien verschlafen und bewegt sich noch im Kutschentempo durch des Volkes Meinung.

    Beängstigend ist es deshalb, weil ausgerechnet Parteien, die am rechten Rand operieren und gerne ekelhaft rassistisch das Ego unsicherer Menschen ansprechen, um nazinahe Stimmen zu fangen, mit dem Internet extrem gut umgehen können.

    Tausende dubiose Facebook-Accounts , deren Echtheit zweifelhaft ist, werben für die AfD, zitiert das ZDF eine Studie des Medienwissenschaftlers Trevor Davis.

    Leichtfertig neigen wir alle dazu, uns über die Internetinkompetenz von CDU & Co lustig zu machen, statt die Alarmglocken zu hören, wie leicht unser demokratisches System angreifbar wird. Wollen CDU, SPD, Grüne und FDP weiterhin Volksparteien sein, müssen sie endlich damit anfangen, die kommunikativen Mechanismen des Internets besser zu verstehen. Soooo schwierig ist das nicht.

    Lassen Sie sich von Fakes nicht beeinflussen, genießen Sie das Wahlrecht am Sonntag.

    Schönes Wochenende

    Ihr Jochen Kalka

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  • Klaus Gehrig ist enttaeucht, nicht alle Kunden wollen Fairtrade-Ware kaufen
    Billig-Bananen im Lidl-Sortiment
    Der Kunde kauft anders ein, als er redet, fair allein reicht nicht

    Fritz-Kola ändert Logo, WhatsApp will Werbung einführen und Deutschland wartet auf die Antwort der CDU auf ein Dissvideo, das bei YouTube viral gegangen ist, wir auch.

    Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V

    Lieber Herr Böhmer,

    reden wir mal darüber, warum die Banane Märchen braucht.

    Die beliebte Tropenfrucht ist im Supermarkt günstiger zu haben als der heimische Apfel. Echt billig also. Zeitgleich boomen Themen wie Bio, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Werte.

    Man könnte also meinen, dass die Konsumenten bereit sind, für das gelbe Luxusprodukt einen kleinen Aufpreis zu zahlen, wenn das Ding fair gehandelt worden ist.

    Nix da.

    "Der Kunde kauft anders ein, als er redet."  Das sagt der Chef der hinter der Marke Lidl stehenden Schwarz-Gruppe Klaus Gehrig.

    Lidl wollte komplett auf die Fairtrade-Banane umschwenken. Kurz vor Ostern hatte der Discounter sogar den Preis für fair gehandelte Bananen von 1,69 Euro auf 0,89 Euro gesenkt, um den Menschen den Pfad zur kompromisslosen Nachhaltigkeit zu ebnen.

    Der Plan ist gescheitert. Künftig gibt es wie gehabt auch Billig-Bananen im Lidl-Sortiment.

    Es scheint so zu sein: Wenn du ein Preis-Premium durchsetzen willst, dann brauchst du dafür Gründe. Fair allein reicht nicht.

    Die Formel lautet: fair + fairytale.

    Warum? Ganz einfach: Der Mensch will nicht fair sein; er will sich fair fühlen.

    Schönen Abend noch

    Rolf Schröter

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  • Der letzte Arbeitstag von Daimler-Chef Dieter Zetsche endet in einem BMW i8
    Letzter Arbeitstag für Zetsche
    Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, das gilt auch für Dieter Zetsches Zeit

    Wir feiern heute eine Elefantenhochzeit unter Online-Vermarktern, stellen dem Social Media Marketing den Totenschein aus und versuchen uns an einer Erklärung, was klassische Medien vom YouTube-Clip "Die Zerstörung der CDU" lernen können.

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat eine andere Geschichte für uns.

    Lieber Herr Böhmer,

    und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, hat uns Dichter Hermann Hesse (beziehungsweise in seiner Vertretung eine Deutschlehrkraft) beigebracht. Dass Gleiches auch für ein Ende gelten kann, mussten wir zumeist selbst lernen. Manchmal findet ein solcher Zauber auch externe Unterstützung - von durchaus überraschender Seite obendrein.

    Aktuelles Beispiel: das Ende von Dieter Zetsches Zeit als Daimler-Boss hat ausgerechnet durch den Konkurrenten BMW einen besonderen Zauber erhalten. Mit einem ganz speziellen Filmchen nach einer Idee des neuen Markenchefs Jens Thiemer, umgesetzt durch Jung von Matt und Hochkant, sagt BMW dem scheidenden CEO des Rivalen sehr stilvoll Servus.

    Aber zurück auf Anfang, besser zu einem Anfang: den wird es nämlich vom 4. bis 6. Juni mit unserer Munich Marketing Week geben.

    Es würde an dieser Stelle viel zu weit führen, das dicht bepackte Programm der MMW vorzustellen, aber im Grunde lässt es sich auf einen Nenner bringen: der Besuch wird sich lohnen, denn diesem Anfang wohnt ein Zauber inne. Finden wir jedenfalls - am besten, Sie überzeugen sich einfach selbst.

    Einen zauberhaften Abend wünscht,

    Holger Schellkopf

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Aktuelles - Portrait des Monats

  • Michaela Boland hat für die Freunde der Kuenste den Desinger Florian Wess in oeöln getroffen und so einiges erfahren.
Florian, Arnold und Oskar Wess, die Botox-Boys
Florian Wess zu Gast bei Paris Hilton.
Florian Wess, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat.
Die Show kann beginnen.
Mit einer phaenomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.
Backstage vor der Show.
Das große Finale.  
Model Larissa Marolt mit Florian Wess.
Oeffentliche Auftritte meistert Florian Wess mitlerweile mit links.
    MICHAELA BOLAND TRIFFT JUNG-DESIGNER FLORIAN WESS
    Florian Wess will Harald Glööcker, Alfredo Pauly und Sebastian Böhm in Rente schicken

    Vor fünf Jahren haben wir ein ausführliches Gespräch mit Florian Wess geführt. Dass der "Botox-Freund" keine Angst vor dem Trash-TV hat, das hatte er uns schon 2014 erzählt. Dass der Sohn und Neffe der "Botox-Boys" nach seinem Auftritt 2011 in der Realityshow "Big Brother" nun auch im "Dschungelcamp" gelandet ist, dürfte keine Überraschung sein.

    Vielleicht müssen sich Glööckler, Pauly und Co schon bald warm anziehen, denn sein Plan ist, die Riege der älteren Herren demnächst abzulösen. Von diesem Mann werden wir in Zukunft mit Sicherheit noch jede Menge hören und sehen: Florian Wess.

    Der Jung-Designer brennt seit jeher für seine Leidenschaften und lebt für seinen Traum. Jetzt ist der schöne Kölner unter die Modeschöpfer gegangen und seine junge Fashion schlägt ein. Mit einer phänomenalen Laufsteg-Show machte der zielstrebige 33-Jährige lautstark auf die Erstkollektion seines Labels Garçon F aufmerksam.

    Mode medienwirksam präsentiert

    Bunt, extrovertiert, fröhlich, trendy und convenient kommt Wess` Mode daher. Medienwirksam präsentierte der versierte Geschäftsmann sein Event so denn auch in den Kölner Balloni-Hallen vor den Augen zahlreicher Prominenter. Der Einsatz hat sich gelohnt: Schon jetzt steigt der Absatz der Wess`schen Originals, die man online erwerben kann, in ungeahnte Höhen. Mehrere Modelle sind bereits vergriffen.

    Botox-Behandlungen sind wie ein Gang zum Zahnarzt

    Was den charmanten Beau mit perfekten Umgangsformen antreibt, warum er nie einen Hehl aus seinem Hang, in der Öffentlichkeit stehen zu wollen, gemacht hat, wie er sich sozial engagiert und warum sich Botox-Behandlungen für ihn wie ein Gang zum Zahnarzt anfühlen, wollte ich beim Besuch im Kölner Familienbüro herausfinden.

    Die Mittelstraße in der Domstadt am Rhein zählt zu den feinen Geschäftsadressen. Hier finden sich Edel-Boutiquen, Läden mit erlesener, exquisiter und in der Regel teurer Ware, hier flanieren häufig gut betuchte Kunden, hier reiht sich Schaufenster mit schillernder Auslage dahinter ans nächste. Auch AW-Promotion, die Firma seines Vaters, Arnold, ist hier ansässig. Florian Wess kann die Räumlichkeiten für sein noch junges Label, Garcon F, zunächst mal mitnutzen.

    Florian Wess hat keine Angst vor dem Trash-TV

    Der höfliche und zuvorkommende  Neu-Designer hat mich hierher eingeladen. Ich muss gestehen, dass ich sehr gespannt bin auf den jungen Mann, den ich bisher in erster Linie in Zusammenhang mit den sogenannten Botox-Boys, der eigenen Doku-Serie rund um seine Hochzeit, Ein- und Auszügen aus dem BB-Haus und diversen anderen Blitzauftritten auf dem Bildschirm wahrgenommen habe.

    Gemeinhin bezeichnet man diese Art des Fernsehens als Trash-TV, aber ein Geheimnis aus dem Bedürfnis, in den Medien zu sein, hatte Florian Wess zu keinem Zeitpunkt gemacht. Wir Menschen neigen dazu, in Schubladen zu denken und werden immer wieder eines Besseren belehrt.

    Wer ist er also, der kreative junge Kopf, der auf Basis seiner eigenen Ideen mithilfe der Familie eine perfekt inszenierte Show auf die Beine gestellt hat, der nun arbeitsbeflissen in Mode macht und trotz allem Glamour dennoch bodenständig und demütig wirkt.

    Michaela Boland: Hört man dich sprechen, gewinnt man nicht zwangsläufig den Eindruck, dass du waschechter Kölner bist. Wo kommst du ursprünglich her?

    In Köln eingebürgert

    Florian Wess: Mein Vater, mein Onkel und ich kommen gebürtig aus Fulda. In den 1980er Jahren sind wir hierher gezogen, da mein Vater sich damals im Bereich EDV selbständig gemacht hat und die Möglichkeiten auf dem Markt hier in NRW, im Vergleich zu unserer alten Heimat, natürlich super waren. Seitdem sind wir hier quasi eingebürgert. Abgesehen von meinem Onkel, dem Zwillingsbruder meines Vaters, und deren Schwester. Sie leben nach wie vor in Hessen.

    Michaela Boland: Welche Schulen hast Du besucht?

    Florian Wess: Nach der Grundschule habe ich, ganz normal, eine weiterführende Schule besucht. Dann habe ich neun Monate lang die Bundeswehr durchlaufen. Das war noch Wehrdienst in Rennerod im Westerwald beim Sanitätsregiment. Dort habe ich Teamgeist und Zusammenhalt gelernt, was mir auch jetzt noch etwas bringt. Viele sagen ja, „Bundeswehr ist nichts “, aber für mich war es o.k., wobei ich heute jedoch eigentlich sagen würde, dass Bundeswehr unnötig ist.

    Michaela Boland: Wie ist dein Weg danach weiter verlaufen?

    Florian Wess: Anschließend habe ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Mein Vater hat zu diesem Zeitpunkt bereits seine Firma gehabt. Die Ausbildung wollte ich allerdings nicht bei ihm machen, da dies für mich zu soft gewesen wäre. Meine Eltern und ich haben Wert darauf gelegt, dass ich meine Ausbildung extern absolviere. Also habe ich in einem Kölner Betrieb für Werbemittel gelernt. Dort wurden beispielsweise Schlüsselbänder und ähnliches hergestellt. Mir war das wichtig, damit ich einen  bodenständigen Beruf habe.

    Michaela Boland: Hat die Ausbildung komplette drei Jahre gedauert?

    Florian Wess: Ja, ich habe drei Jahre durchgezogen, habe in manchen Bereichen ganz viele Probleme gehabt, Nachhilfe bekommen, dann in der Abschlussprüfung alles bestanden. Das war mir wichtig, denn man weiß ja nie, wie das in den Medien so ist und auch ein Designerleben kann schnell vorbei sein.

    Michaela Boland: War dein Blick zu diesem Zeitpunkt denn schon zielgerichtet auf ein Dasein in der Öffentlichkeit fixiert?

    Florian Wess: Den Blick auf die Medien hatte ich schon immer. Ich habe schon im Jahre 1995 mein erstes Moderatoren-Casting beim Kindersender Nickelodeon gehabt. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Großvater noch gelebt und mich  dorthin begleitet. Da stand ich dann mit 15 Jahren ganz nervös am Tisch. Damals hat es leider nicht funktioniert, was ja auch logisch war, denn sie konnten ja keinen 15-Jährigen einstellen.

    Sie haben mich eben geholt, um mir einen Traum zu erfüllen, damit ich mal moderieren konnte. Doch nichts desto trotz hatte ich schon zum damaligen Zeitpunkt mein Bewerbungsvideo komplett selbst hergestellt. Den Hintergrund ausstaffiert mit allem Drum und Dran. Das war wohl witzig. Insofern kann ich sagen, dass ich schon immer in die Medien wollte.

    Michaela Boland: Hast du später, nach Beendigung deiner Ausbildung, denn sogleich den ersehnten Weg in die Medien gefunden?

    Florian Wess: Nach meiner Ausbildung bin ich zu meinem Vater in den Betrieb gegangen und habe in dessen Eventbereich gearbeitet. Wir erhielten den Zuschlag für die Jummimüüs-Gala, (auf Hochdeutsch: Gummimaus) ein großes Charity-Event. Dort konnte ich dann Erfahrung mit Prominenten sammeln, Connections machen und mich gleichfalls ein wenig weiterentwickeln. So ging es dann immer weiter. 2009 bin ich dann durch die Schönheits- OP-Berichte zum ersten Mal so richtig in die Medien gekommen.

    Michaela Boland: Zuvor warst du allerdings schon im Jahre 2005 in einem Video-Projekt zu sehen.

    Florian Wess: Richtig, das war ein soziales Projekt für JuPo (JungPositiv). Das ist eine junge Gruppe, die sich aus Schwulen, Lesben, Heteros und HIV-infizierten Menschen zusammensetzt und die führen ein gemeinschaftliches soziales Projekt durch. Dafür habe ich mich einige Jahre engagiert und dabei sind verschiedene Clips entstanden.

    2005 haben wir in Österreich für ein Projekt auch den Medienpreis der Deutschen Aidsstiftung bekommen. Es war wirklich eine super Sache. Auch Günther Jauch hat einen solchen Preis verliehen bekommen. (Anm.d. Red: Stern-TV –Beitrag: „Kinderwunsch trotz HIV – Die Geschichte der Heidemarie Kremer“)

    Michaela Boland: Engagierst du dich derzeit noch in diesem Projekt?

    Florian Wess: Nein, da man nur bis zum Alter von 27 Jahren mitmacht, weil dann junge Leute nachrücken sollten. Aber das ist o.k., ich habe es schließlich vier oder fünf Mal gemacht.

    Michaela Boland: War die Arbeit in diesen Filmprojekten für dich eine Art Bestätigung, nun genau zu wissen,  beruflich etwas in der Öffentlichkeit machen zu wollen?

    Florian Wess: Es war etwas, wobei ich einige Sachen gelernt habe. Es hat mich auch angespornt, weiterzumachen, weil es mir gefallen hat. Nur kann man so etwas mit den Medien nicht vergleichen. Aber ich habe mir schon gesagt, „das ist mein Ding, das möchte ich“.

    Michaela Boland: Du betreibst auch einen Blog im Netz. An welche Adressaten richtet er sich?

    Florian Wess: Ja. Da geht es um Dinge, bei denen ich es noch nicht vermocht habe, sie medial umzusetzen, zum Beispiel um Stories, wo ich Obdachlose treffe, Bekannte, die auf der Straße leben, soziale Projekte oder auch, was ich so privat mache oder wie ich schon mal Wünsche erfülle. Manchmal beschreibe ich dort auch Leute, die mir wichtig sind oder es wird über Fan-Treffen berichtet.

    Michaela Boland: Bist du ein Mensch, der politisch interessiert ist?

    Florian Wess: Ja, ich bin früher politisch sehr aktiv gewesen. So war ich beispielsweise bei Stuttgart 21 und habe dort demonstriert. Auch in Duisburg Marxloh habe ich gegen rechts demonstriert. Dort bin ich sogar in Gewahrsam genommen worden, weil wir die Nazis blockiert hatten. Da gab es drei Busse für  Minderjährige,  Leute mittleren und höheren Alters.

    Dorthin hat man uns gesteckt bis die Demo vorüber war. Also, ich bin durchaus politisch aktiv, allerdings nicht Partei-zugehörig. Ich habe  jedoch durchaus meine Meinung und die ist sehr europäisch, freundlich und recht offen ausgerichtet.

    Michaela Boland: Hast Du noch Geschwister?

    Florian Wess: Ich habe noch einen jüngeren Bruder, Marius. Er ist aber überhaupt nicht so medienaffin, sondern eher zurückhaltend konservativ in manchen Dingen.

    Michaela Boland: Liest man drei Jahre alte Medienberichte über Dich, findet man als Altersangabe immer wieder 26.  In der aktuellen Berichterstattung bist du demgegenüber plötzlich 33. Rechenfehler oder machst du grundsätzlich ein Geheimnis um dein Alter?

    Florian Wess: Natürlich lege ich sehr viel Wert darauf, immer jung auszusehen, aber ich mache kein Geheimnis um mein Alter. Ich bin 33 Jahre alt. Das Medienalter ist einfach dadurch entstanden, dass die Leute nie nachgefragt und immer einfach etwas erfunden haben. Da habe ich mir eben gesagt, „von mir aus, wenn die das machen möchten, dann habe ich kein Problem damit“. Doch wenn mich jemand fragt, gehe ich schon offen damit um.

    Michaela Boland: Welche Vorbilder hattest Du als Kind?

    Florian Wess: Sowohl als Kleinkind als auch als Jugendlicher bin ich immer schon ein Fan von amerikanischen Soaps, Sitcoms und Kinofilmen gewesen. Die habe ich auch gesammelt, z.B. Roseanne, Clueless oder die Rich Girls. Ich habe mich da schon gefragt, „wie kommt das“ und wollte ständig wissen, „woher haben die das und das“.

    Mir war da schon klar, dass ich irgendetwas mit Mode zu tun haben wollte. Irgendwie hat mich der ganze amerikanische Lifestyle fasziniert. Die großen Supermärkte, die riesige Auswahl von Softgetränken, die vielen Stars.

    Michaela Boland: Hast du dich schon als Kind häufig in den Staaten aufgehalten?

    Florian Wess: Nein, aber wir sind immer viel gereist. Wir hatten viele internationale Freunde und Bekannte, da mein Vater durch sein EDV-Business auch immer viele Leute kennengelernt hat.

    Michaela Boland: Ist dir das Weltenbummler-Dasein somit ein Stück weit in die Wiege gelegt worden?

    Florian Wess: Richtig.

    Michaela Boland: Auf deiner Garçon F- Seite beschreibst du dich als einen extrovertierten Mann, der Fashiontrends aufspürt und einen Zugang zur breiten Öffentlichkeit ermöglichen will. Betrachtest du dich im Modebereich als eine Art Mittler?

    Florian Wess: Ich bin jemand, der sich nicht festlegt. Die Sachen, die mir gefallen, die suche ich mir zusammen und die ziehe ich an, die trage ich, die vermittle ich. Genauso lebe ich auch. Natürlich habe ich Prinzipien, denen ich in meinem Leben, wie einem roten Faden, immer treu bleibe. Die gehören zu mir. Aber rundherum wechsle ich wie meine Klamotten auch meinen Lifestyle.

    Das, was aktuell ist, was Trend ist und wichtig ist und was von anderen Persönlichkeiten zeitnah umgesetzt wird, das fasse ich auf und setze es um. Genau das möchte ich mit Garçon F beispielsweise auch der Hilde aus Baden Baden vermitteln können.

    Motto:  Hör zu, wenn du etwas möchtest, dann klick dich doch auf meine Seite, da findest du, was up to date ist, musst nicht lange suchen und kannst schauen, ob es zu dir passt. Das kann eine Gedankenstütze sein, das kann eine Hilfe oder Anregung sein, vielleicht auch einfach nur eine Bestätigung für andere Leute.

    Michaela Boland: Wer soll in erster Linie von deiner Mode profitieren? An welche Klientel richtet sich das Angebot?

    Florian Wess: Das sieht man ja bereits an den Größen, die von XS bis XXL reichen.

    Michaela Boland: Wobei anzumerken ist, dass deine Models während der Show allesamt extrem schlank waren. Dagegen konnte man sich mit einer Konfektionsgröße 34 durchaus schon etwas korpulent fühlen.

    Florian Wess: Ja, die Models sind natürlich so ausgewählt, damit das alles knackig herüberkommt. Mir haben allerdings schon viele Mädels geschrieben, „danke Florian, dass du auch XXL Größen anbietest“, jetzt von dieser Kollektion abgesehen, denn das ist eben eine Möglichkeit zu zeigen, dass man alles anziehen kann.

    Michaela Boland: Du bietest ausgefallene Shirts, Sweaters oder auch Leggings an. Preislich geht es ja da schon bei sehr moderaten 25,00 Euro los. Soll deine Mode eigentlich eher erschwinglich oder exklusiv sein?

    Florian Wess: Ich werde die Preise noch mal anpassen, allerdings habe ich sie so angesetzt, um die Zielgruppe zu erreichen, die ich erreichen möchte. Ich mache logischerweise keine High-Class-Fashion. So eine Damen-Herren-Kollektion von A bis Z zu machen, wie es beispielsweise ein Cavalli kann, das möchte ich gar nicht.

    Es soll trendbewusst sein und die Preise sind so angesiedelt, dass es sich jeder kaufen kann. Das Preissegment wird schon in etwa so bleiben. Auch wenn Parfums und Kosmetik kommen, denn es ist bewusst auf die Masse abgezielt. Insoweit wird es eher ein bisschen günstiger werden.

    Michaela Boland: Kann man denn dann noch von exklusiver Mode sprechen?

    Florian Wess: Doch das kann man.

    Michaela Boland: Inwieweit?

    Florian Wess: Insoweit als diese Sachen von mir stammen. Die Ideen hierzu kommen ja aus meinem Kopf. Insbesondere die Motive. Es sind meine exklusiven Gedanken, also mein geistiges Eigentum und das ist nun mal exklusiv.

    Michaela Boland: Wie kommt deine Mode an?

    Florian Wess: Das Shirt auf dem Prinzessin Di abgebildet ist, hat gerade in der Schweiz viel Kritik hervorgerufen.

    Michaela Boland: Aus welchem Grund?

    Florian Wess: Weil darauf die Worte stehen, „I love Paris“. Sie ist ja seinerzeit in Paris gestorben. Deshalb hat man mich in der Schweiz geradezu zerrissen. Dort schrieb man dann: „Florian Wess macht Mode für die Mülltonne“. Aber das ist ja o.k., das wollte ich ja damit erreichen.

    Michaela Boland: Du schreibst, dass Du Trends aufspürst. Ist das, was du umsetzt insoweit ganz und gar originär oder siehst du irgendwo etwas und versiehst es anschließend noch zusätzlich mit deinen eigenen Ideen?

    Florian Wess: Das ist richtig, ich setze das um, aber sowohl als auch habe ich auch meine eigenen Sachen dabei.

    Michaela Boland: Welches Stück kann man da beispielsweise benennen?

    Florian Wess: Gerade das Shirt mit Lady Di darauf. Der Spruch dazu, um Kontroversen zu schaffen. Oder einfach einen richtig krassen Mundschutz zu machen, vergoldet mit Nieten darauf. Das sind richtig heftige Sachen.

    Michaela Boland: Wann war der Entschluss, nun in Mode zu machen, bei dir richtig ausgereift?

    Florian Wess: Mode wollte ich schon immer machen, aber ich habe nie gedacht, dass ich mal so eine geile Show machen würde, dass ich ein eigenes Label haben würde, dass es bei mir weitergeht und dass dieses Label so viel Potential haben würde wie Garçon F. 2011 haben Valencia und ich uns getrennt, 2012 haben wir uns scheiden lassen. Da war ich ein nahezu am Boden zerstört, weil alles so negativ ausgelegt wurde. Da war die Rede von Fake-Hochzeit und so weiter.

    Zu dem Zeitpunkt habe ich mit meinem Vater gesprochen und gesagt, dass ich etwas Neues brauche, um mich abzulenken. Gegen Ende 2011 bzw. Anfang 2012 habe ich dann gesagt, „Jetzt machen wir es“. Und dann habe ich damit angefangen, die ersten Shirts zu machen.  Wie beispielsweise das von Paris Hilton. Das waren meine ersten Entwürfe, auch meine eigenen Designs.

    Anschließend sind wir nach L.A. zu Paris Hilton und zu LaToya Jackson geflogen, um das ein bisschen zu hypen. Aber da habe ich gemerkt, dass das, was ich damals gemacht habe, ein bisschen  zu langweilig ist, zu 0815-mäßig. Danach habe ich mich noch einmal in Ruhe hingesetzt und überlegt, was man machen kann und habe mich wirklich darauf konzentriert. Und so ist Garçon F innerhalb von zwei Jahren entstanden und diese Shirt-Kollektion. Es hat also schon zwei Jahre gedauert.

    Michaela Boland: Ist es ein großes Wagnis, so etwas aufzuziehen, wenn man eigentlich nicht aus der Branche kommt, wenn man also nicht, wie andere, zunächst mal eine Schneiderlehre absolviert oder ein Modedesign-Studium abgeschlossen hat? Oder kannst du das ganz entspannt angehen, weil der finanzielle Background da ist?

    Florian Wess: Alles, was man in den Medien macht, ist immer ein Wagnis, weil es immer Menschen gibt, die einen kritisieren oder die einen unterstützen. Da gibt es kein Mittalding. Das ist bei mir genauso und war auch schon vorher so. Ich habe schnell gelernt, dass man darauf nicht so viel geben muss. Mich stört es nur, wenn meine Familie angegriffen wird oder ganz oberflächliche Beleidigungen kommen.

    Ich habe zuvor mit InStyle-Chefredakteurin Annette Weber gesprochen, die ich in Mailand kennengelernt habe und sie hat zu mir gesagt, „Florian, hör zu, wenn du heutzutage ein Label herausbringst, ein Design machst, dann kannst du das ohnehin nicht mehr allein. Dann brauchst du ein Kreativ-Team.“ Das habe ich auch. Die unterstützen mich in puncto Stoffe, Einkauf, Vermarktung und so weiter. Mit denen arbeite ich zusammen. Heutzutage ist man in puncto Design auf ein Team angewiesen. Daher weiß ich auch, ich bin nicht allein gelassen und das ist gut.

    Michaela Boland: Sind sie hier bei dir mit im Haus oder frei?

    Florian Wess: Das sind Freunde und Bekannte von mir, mit denen ich zusammenarbeite. Mit denen berät man sich und entwickelt sich weiter.

    Michaela Boland: Wie sieht deine künftige Planung im Hinblick auf kommende Kollektionen aus, nachdem deine jetzige ja zunächst auf Sweaters, Shirts, Leggings und Handy-Cases begrenzt ist?

    Florian Wess: Es wird auf jeden Fall immer wieder Shirt-Kollektionen geben, die jedes Mal abgewandelt sind, aber im selben Stil. Wobei es in nächster Zeit ein bisschen mehr ins Schwarz gehen wird. Das hatte ich ja dieses Mal bewusst herausgelassen.

    Es wird auch Parfum geben, was ich mit Helmut Berger kreieren werde. Ich möchte auf jeden Fall, dass die Leute auch sehen, dass es mehr geben kann von mir. Es wird dann Hosen geben und richtige Sachen, die auch geschneidert sind. Aber das dauert eben noch ein bisschen. Der nächste Step wird im kommenden Jahr noch einmal Shirts sein und danach wird es dann richtig weitergehen, da ich mich auch weiterentwickeln muss.

    Michaela Boland: Wie darf ich mir derzeit einen typischen Arbeitstag von dir vorstellen?

    Florian Wess: Mein Wecker klingelt jeden Morgen zwischen fünf und fünf Uhr dreißig. Meinen Vater, der zwar nebenan im Büro sitzt, aber so ein Workaholic ist, dass er nur morgens im Fitness-Studio mit mir sprechen kann, sehe ich also um zehn vor sieben zum Fitnessprogramm im Holmes Place. Dort trainieren wir, tauschen uns aus, reden und informieren uns über das Wichtigste.

    Dann gehe ich ins Büro, checke meine Mails und Facebook, mein Social Media, checke anschließend ab, wie die Bestellungen sind und kümmere mich dann um Drehs, die wir haben, z.B. Fashion-Shows oder, wo wir als V.I.P.-Gäste eingeladen sind. Auch habe ich Geruchsproben für das Parfum, das wir zusammengestellt haben. Zwischendurch mache ich hier Interview-Anfragen und andere Sachen. Ich vereinbare Fototermine, muss Autogrammkarten schreiben. Abends gehe ich wieder mit meinem Vater essen, so ab 18.00 Uhr und das war es dann.

    Michaela Boland: Unternimmst du auch mal etwas mit deiner Mutter?

    Florian Wess: Meine Mutter besuche ich meistens am Wochenende, also schon regelmäßig. Meine Großmutter auch.

    Michaela Boland: Heißt das, dass deine Eltern getrennt sind?

    Florian Wess: Meine Eltern sind schon seit 20 Jahren getrennt. Mein Vater und meine Mutter sind schon neu verheiratet, das ist aber alles super. Also, mein Leben ist schon sehr bunt gemischt. Ich bin oft in Wien, ebenfalls in Salzburg, auch wegen Helmut Berger. Ich bin auch oft in Berlin unterwegs.

    Michaela Boland: Zum Thema Berger hast du dich öffentlich bisher noch gar nicht so richtig geäußert.

    Florian Wess: Der Zeitpunkt, dass ich darüber richtig viel erzählen möchte, kommt noch.

    Michaela Boland: Verstanden. Hast du eigentlich vor, im Bereich des Schneiderns alles einmal so richtig von der Pike auf zu erlernen oder kannst du gar eine Nähmaschine bedienen?

    Florian Wess: Eine Nähmaschine kann ich bedienen, meine Oma hat ja auch welche. Ich habe durchaus schon andere Sachen gemacht, z.B. verfeinert und enger genäht. Das ist kein Problem, das funktioniert. Und Stoffkunde ist auch in Ordnung. Ich weiß, welche Stoffe es gibt und die Arten von Stichen beim Nähen stellen ebenfalls kein Problem für mich dar.

    Aber selbst die Musterteile für die Modenschau wurden extern für mich produziert. Ich lege Wert darauf, dass in Europa hergestellt wird. Das wird auch so gemacht, nämlich in Polen. Also es sieht so aus, dass ich mich mit meinen Produkten auskenne und das ist für mich wichtig. Allerdings will ich nicht sagen, dass ich nicht dazu bereit bin, Neues dazuzulernen, denn ich lerne immer gerne dazu.

    Ich bin auch offen für Kritik, wenn es wirkliche Kritik ist. Sagt jemand zu mir, „Florian, deine Mode ist Scheiße, mach doch mal etwas anderes“, dann ist das allerdings keine Kritik für mich. Kritik muss in meinen Augen so gestaltet sein, dass ich etwas umsetzen und mich weiterentwickeln kann.

    Michaela Boland: Ist dein Label schon in der Modefachwelt besprochen worden?

    Florian Wess: Nein.

    Michaela Boland: Gab es denn irgendwelches Feedback von Modedesigner-Kollegen?

    Florian Wess: Nein. Das Feedback sah so aus, dass wir auf der Modenschau ja ein paar Modedesigner da hatten, es waren ein paar Einkäufer vor Ort. Die haben sich nicht negativ geäußert, zumindest wurde mir nichts zugetragen und online habe ich auch nichts gefunden. Natürlich hatten das Label und wir einen riesengroßen Pressehype nach der Modenschau. Im Bereich Online-Media, Social Media, TV und Print. Ich denke, die Leute sehen das und werden es realisieren. Aber warum sollten sie Kritik äußern, sie wissen ja selbst wie es ist.

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Modefachjournalen aus?

    Florian Wess: Das ist gar nicht das, wo ich hin möchte. Ich sehe  mich nicht als Roberto Cavalli oder als Michalsky. Das bin ich nämlich nicht. Ich mache etwas ganz anderes. Ich sehe mich zwar als Designer, aber eben nicht als High-Class-Designer. Und ich möchte deshalb nicht dorthin, da ich dann die ganzen Leute, die mich groß gemacht haben, fallen lassen würde.

    Michaela Boland: Woher beziehst du die konkreten Inspirationen für deine Motive?

    Florian Wess: Bei meinem XOXO-Motiv war es so, dass das eine Einstellung in meinem Leben war. Ich habe Paris Hilton getroffen und ich will nicht direkt sagen, dass sie ein Vorbild ist, aber sie hat gute Geschäftsideen. Dieses XOXO hat sie immer gepostet. Es bedeutet Hugs & Kisses und das habe ich so aufgenommen.

    Auf meinem ersten Shirt war sie ja mit diesem kleinen Hund abgebildet. Das hat mir dann  nicht mehr so gefallen, und das habe ich dann abgewandelt zu dem neuen XOXO. Ansonsten haben wir eine Abbildung von Yves Saint Laurent dabei, Helmut Berger, Romy Schneider, Gianni Versace oder Christian Dior. Das sind alles Ikonen und das hat mich inspiriert.

    Michaela Boland: Das sind weitestgehend ausgesprochen schöne Menschen gewesen. Ist Ästhetik für dich ein zentraler Punkt?

    Florian Wess: Ästhetisch sein, gepflegt sein, gut riechen, gut aussehen, das ist mir schon wichtig. Wenn andere Menschen anders damit umgehen, dann akzeptiere ich das. Ich würde niemals zu jemandem sagen, „ du riechst irgendwie nach Schweiß, geh mal duschen“, so etwas sage ich nicht, sondern ich ignoriere das.

    Michaela Boland: So etwas ist ja manchmal schwer zu ignorieren.

    Florian Wess: Richtig, aber  ich bin so ein Typ, der auch niemanden diskriminieren würde. Ich würde also nicht sagen, „der ist korpulent und die da trägt ein Kopftuch, was soll das“, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich würde das ja auch nicht wollen. Bei uns war es so: Mein Vater und Onkel sind ja Zwillinge und die haben immer sehr viel Wert auf ihr Äußeres gelegt.

    Mein Bruder, meine Mutter und meine Tante genauso. Das ging früher schon damit los, Deo und Gesichtswasser zu benutzen, sowie zur Kosmetik und in die Sauna zu gehen. Nach dem Duschen eben immer neue Klamotten anzuziehen. Das ging bei uns schon los als wir klein waren. Und auf diese Weise hat sich das gewissermaßen manifestiert.

    Michaela Boland:  Kommen wir noch einmal zu deiner Kollektion. Unter deinen Stücken ist mir ein Motiv aufgefallen, auf dem dein Konterfei sehr deutlich abgebildet ist. Du trägst darauf eine Cap mit der Aufschrift „High“. Darüber hinaus gibt es dich gleich in doppelter Ausführung mit jeweils verschränkten Armen einander gegenüberstehend. Was hat es damit auf sich?

    Florian Wess: Das Motiv, bei dem ich mir selbst gegenüberstehe, soll bedeuten, dass es immer zwei Persönlichkeiten gibt. Man sieht sich im Leben immer wieder. Für mich ist das deshalb wichtig, weil ich schon Zeiten gehabt habe, in denen ich mich nicht getraut habe, in den Spiegel zu blicken. Womöglich hört sich das ein bisschen verrückt an, aber es ist so. Deswegen habe ich mich auch bewusst ohne Tätowierungen dort abgebildet.

    Michaela Boland: Warum genau?

    Florian Wess: Vielleicht möchte ich mich einfach auch mal wieder ohne Tattoos sehen.

    Michaela Boland: Wie lange trägst du sie bereits auf deiner Haut?

    Florian Wess: Ich glaube, das erste habe ich vor zehn Jahren stechen lassen. Und dann ging es immer so weiter.

    Michaela Boland: War das in deinem Elternhaus zunächst ein Problem?

    Florian Wess: Mein Vater und meine Mutter sagen immer, „in dem Beruf ist das kein Problem“. Heute gebe ich aber jedem Angestellten oder jedem Azubi den Rat, wenn er sich ein Tattoo machen lassen möchte: „Mach es und wenn dein Chef dann zu dir sagt, du kannst wegen der Tätowierung hier nicht mehr arbeiten, dann mache dich selbständig!“ Wenn nämlich ein Chef die Arbeitsleistung vom Tattoo abhängig macht, ist das sowieso kein richtiger Chef.

    Michaela Boland: Wieviel Zeit hat eigentlich die reine Herstellung der Kollektionsstücke in Anspruch genommen?

    Florian Wess: Mit den ganzen Malaktionen mindestens ein Jahr. Das sind alles Ölgemälde, die eigens angefertigt und später digital eingefügt wurden. Dann habe ich mich mit verschiedenen Firmen auseinandergesetzt, die überhaut dieses ganz neue Druckverfahren zur Anfertigung dieses Stils anbieten. Dabei handelt es sich um einen Laservolldruck, wobei ganz wichtig ist, das jener Druck auch nicht ganz durchgeht. Alles wird komplett vernäht. Das ist alles ganz fein, gibt’s auch nur recht selten und ist ebenfalls exklusiv.

    Michaela Boland: Das klingt recht aufwendig. Umso erstaunlicher, dass du den Preis für die Ware verhältnismäßig gering halten kannst.

    Florian Wess: Es ist sehr aufwendig. Ich sage ja, man macht es bei der Masse gut. Ich habe wirklich einen guten Absatz.

    Michaela Boland: Die Farbdrucke auf den Shirts sind auch alle waschresistent?

    Florian Wess: Wie auch andere Designer es handhaben: Man sollte solche Sachen grundsätzlich immer im Handwaschgang waschen und nicht in den Trockner stecken. Das ist ja logisch. Das ist alles robust und beständig.

    Michaela Boland: Wie viele Mitarbeiter beschäftigst du bereits?

    Florian Wess: Ich habe insgesamt fünf.

    Michaela Boland: Könnten es womöglich mehr werden, sobald du deine Kollektion erweiterst?

    Florian Wess: Das tut sich nichts, da es spezielle Firmen gibt, die meine Sachen für mich entwickeln. Und in der heutigen Zeit von E-Mails sind Sekretärinnen zum größten Teil überflüssig.

    Michaela Boland: Für deine ausgefeilte Bühnenshow hat es einer akribischen Vorbereitung bedurft, wie man merken konnte. Wie lange hast du im Vorfeld daran gearbeitet?

    Florian Wess: Wie die Show abläuft, was wir wollten und was ich wollte, das hatte ich alles schon im Kopf, das wusste ich genau. Schwierig ist nur gewesen, die passende Eventhalle zu finden. Um die Balloni-Hallen haben wir wirklich gekämpft, denn sie hatten hohe Auflagen. Es war schwierig, diese umzusetzen. Das ganze Event haben wir innerhalb von zehn Wochen gestemmt.

    Michaela Boland: Du konntest recht bekannte Models für deine Show gewinnen, beispielsweise Larissa Marolt und Mickey-Rourke-Freundin, Anastassija Makarenko. Heißt das, dass man die Models auch verhältnismäßig kurzfristig buchen kann?

    Florian Wess: Von Larissa wusste ich, dass sie da sein würde, denn wir haben sie schon vorher angefragt. Da haben wir das Datum durchgegeben. Ich will nicht sagen, dass wir uns nach ihr gerichtet hätten, aber ich wusste, wann sie Zeit hat und das hat dann auch bei uns gut geklappt. Wichtig war natürlich auch, dass die Kleidungsstücke rechtzeitig da sein würden. Das hat ja auch alles funktioniert.

    Michaela Boland: Wen siehst du in der Modewelt als Konkurrenz bzw. als Mitbewerber?

    Florian Wess: Die großen Designer, die weltweit bekannt sind, sind für mich keine Konkurrenten, weil ich das ja nicht bin. Ob ich dahin komme, weiß ich natürlich nicht, wäre aber sicherlich schön. Meine Konkurrenz sind ganz klar Harald Glööckler, Sebastian Böhm und Alfredo Pauly. Alle QVC-und HSE- Gesichter. Ich denke schon, dass ich bereit bin, in zwei Jahren da einige abzulösen.

    Meine Fans, meine Zielgruppe liegt vom Alter her zwischen 14 und 25 und sie sind wirklich darauf bedacht, vor allem etwas von mir zu bekommen. Die wollen keine Handtasche oder irgendeine Jeans, die irgendwo jemand genäht hat und der dann seinen Namen darauf gesetzt hat.

    Meine Zielgruppe will etwas von mir und deshalb werde ich immer meiner Linie treu bleiben. Würde ich jetzt so werden wie Michalsky, wobei ich natürlich nicht ausschließen kann, dass das vielleicht einmal kommen wird, doch wenn es käme, wäre ich unglaubwürdig. Aber unglaubwürdig möchte ich eben nicht erscheinen.

    Michaela Boland: Jetzt wirst du natürlich, ebenso wie deine Fans, irgendwann auch älter. Ist denn insoweit völlig undenkbar, dass dein Angebot um entsprechende Produkte erweitert wird?

    Florian Wess: Erweitern schon, doch ich kann mir nicht vorstellen, extremen Luxus zu verkaufen. Im Moment kann ich mich damit noch nicht anfreunden.

    Michaela Boland: Gibt es unter allen Produkten eines, das besonders begehrt ist?

    Florian Wess: Das Fuck You – T-Shirt läuft am besten (lacht).

    Michaela Boland: Gibt es im Hinblick auf Produkte etwas, dass du kategorisch ausschließen würdest?

    Florian Wess: Ich würde niemals Schuhe machen können. Ich werde lieber auf die extravaganten Sachen gehen. Viele Accessoires, vielleicht verrückte Mützen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber es wird Sachen geben, die für Furore sorgen werden.

    Michaela Boland: Welche Kunst interessiert dich?

    Florian Wess: Ich liebe neuzeitliche Kunst, ich liebe auch bewegte Kunst in Form von Videos und Bildern. Es gibt ein Video einer Bekannten von mir, das mir besonders gut gefällt. Darin sieht man eine Frau, die ein Tuch hat. Dieses Tuch stellt die Haare dar. Jene Frau versucht immer wieder, die Haare aus dem Gesicht zu bekommen, kriegt sie aber einfach nicht weg. Das Video kann man unendlich lang laufen lassen und so etwas finde ich sehr interessant.

    Michaela Boland: Was liest du gerne?

    Florian Wess: Bücher von Vera Birkenbihl, außerdem ganz viele soziale Sachen oder Bücher über vegane Ernährung. Krimis und Romane lese ich nicht.

    Michaela Boland: Wie sieht es bei dir mit dem Glauben aus?

    Florian Wess: Ich bin sehr gläubig. Ich habe mein Losungsbuch immer dabei. Da steht für jeden Tag eine Losung drin. Diese Bücher habe ich seit 2008. Sie sind immer recht hochwertig und neu und ich nehme sie überall hin mit, wenn ich beispielsweise auf Reisen bin. Deshalb sind sie am Ende des Jahres immer ziemlich verschlissen und da bin ich stolz drauf. Ich wurde katholisch erzogen und habe auch Rituale, also Bet-Rhythmen.

    Michaela Boland: Leider selten geworden.

    Florian Wess: Meine Großmutter hat immer mit uns gebetet als wir klein waren. Vor vielen Jahren habe ich dann mal eine recht schwierige Zeit gehabt, in der es mir nicht gut gegangen ist. Irgendwann war ich verzweifelt in meiner Wohnung und hatte plötzlich den Gedanken, einmal unter mein Bett zu schauen. Das tat ich und dort fand ich das Gotteslob. Ich fing an, es zu lesen. Seit diesem Zeitpunkt ging es bei mir immer bergauf. Dieser rote Faden ist immer bei mir.

    Da gibt es so ein Motto, das lautet: Geld kommt und geht, Freunde kommen und gehen, Krieg kommt und geht, aber der Glaube bleibt immer gleich. Ich weiß, ohne das Beten würde mir etwas fehlen und ich möchte auch gar nicht ohne meinen Glauben sein. Aber ich zwinge das niemandem auf und will auch keinen bekehren oder damit belasten. Das ist einfach mein eigenes Ding.

    Michaela Boland: Du scheinst in jedem Fall bibelfest.

    Florian Wess: Ich kenne sie nicht auswendig,  ich deute sie auch nicht immer so, wie es sein muss, aber ich lese regelmäßig darin. Das ist mir sehr wichtig. Wenn ich aufstehe, bete ich immer zuerst, und lese dann auch immer ein bisschen in der Bibel. Auch abends. Zwei bis drei Mal habe ich sie bestimmt schon komplett durchgelesen. Ich habe auch die Volksbibel von Martin Dreyer gelesen, der die Bibel in die Jugendsprache übersetzt hat. Die fand ich ganz witzig.

    Michaela Boland: Dann lebst du sicherlich auch nach christlichen Grundsätzen?

    Florian Wess: Es sieht so aus. Ich habe meinen roten Faden, aber ich trinke auch ab und zu mal etwas. (lacht).

    Michaela Boland: Dass du gerne in der Öffentlichkeit stehst, war nie ein Geheimnis. Man kennt dich insofern durch unterschiedlichste TV-Auftritte. Ist dieser Umstand für deine Tätigkeit als Designer eher Fluch oder Segen?

    Florian Wess: Ich denke, ich brauche für beides beides. Die Medienpräsenz für die Umsetzung meiner Kreativität und des Labels. Andererseits brauche ich auch das Label, um immer in Dinge hineinzurutschen. Da gibt sich quasi eine Hand die andere. Ich profitiere von beidem und möchte natürlich gerne, dass es mehr wird. Es wird auch mehr.

    In diesem Punkt bin ich zwar manchmal ungeduldig, aber alles in allem mag ich das einfach. Nichts desto trotz muss ich eine Sache bemerken: Das Negative an der Medienpräsenz ist, dass viele einen gerade deswegen nur ausnutzen wollen.

    So habe ich beispielsweise einige Partner gehabt, mit denen ich auch meine Wohnung geteilt, aber dann sehr schnell gemerkt habe, dass diese eigentlich nur gerne selbst in die Medien wollten. Man weiß dann irgendwann einfach, dass man häufig zweimal hingucken muss. Es ist also nicht immer nur easy going.

    Michaela Boland: Botox ist in deiner Familie ein nicht ganz unwesentliches Thema. Du selbst hast jedenfalls keinen Hehl aus deinem Faible dafür gemacht. Wann hast du damit begonnen.

    Florian Wess: 2007, 2008 oder 2009. Irgendetwas um den Dreh.

    Michaela Boland: Wie oft machst du das?

    Florian Wess: Zwei bis drei Mal im Jahr. Das hält ja länger. Es ist sehr harmlos, zum Zahnarzt gehen ist dasselbe. Im Fernsehen wird es natürlich medial gehypt, aber es ist ja nichts Wildes. Doch das ist eine Entscheidungssache. Ich bin natürlich kein Arzt.

    Michaela Boland: Du warst ja bereits kurz verheiratet. Kennenlernen, Hochzeit, und Trennung in der Öffentlichkeit wirkten ein wenig wie im Turbo-Gang. Bist du jemand, der in dieser Hinsicht schnelle Entscheidungen trifft? Lässt du dich eher spontan auf Beziehungen ein?

    Florian Wess: Ich bin langsamer und vorsichtiger geworden in solchen Dingen. Was diese Hochzeitsgeschichte betrifft, - wir haben ja tatsächlich standesamtlich geheiratet, es war ja kein Fake -  muss ich sagen, es gibt ja den Spruch „drum prüfe, wer sich ewig bindet…“ Und das stimmt. Das habe ich nicht beherzigt.

    Michaela Boland: Mit dem Designer-Dasein bist du sehr beschäftigt, medial bist du ebenfalls präsent und beides liebst du. Kann man sich eigentlich immer mehrteilen? Wo genau soll nun deine Reise hingehen?

    Florian Wess: Es gibt da drei Pakete: Das eine ist `Die Botox-Boys und Florian Wess`, das wird es in den Medien immer geben, egal wo.

    Michaela Boland: Dabei seid ihr, dein Vater, Onkel und du buchbar?

    Florian Wess: Genau. Man kann alles mit uns machen. Dann gibt es `Garçon F und Florian`, das bin ich. Das werde ich immer weiterführen, auch ganz bewusst in den Medien. Und das dritte ist eben `Florian Wess und noch andere Dinge`. Mit dem Fernsehen möchte ich sehr gerne die Leute, die einen harten Tag hinter sich haben, am Abend unterhalten, damit sie abschalten können. Das ist mir wichtig, das ist mein Ding. Darüber hinaus ist mein Ziel, mir vor allem mit Garçon F meinen Lebensabend zurechtzurücken.

    Michaela  Boland:  Lieber Florian, vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch. Für deinen weiteren, sicherlich erfolgreichen Weg, die besten Wünsche.

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

     

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  • Michaela Boland interviewt die Harry-Potter Zwillinge Oliver und James Phelps, die ab Oktober im Abenteuermuseum Odysseum ausstellen  
Die Phelps Zwillinge im Gespraech mit der GFDK Redakteurin Michaela Boland 
Oliver und James Phelps im Gespraech mit Michaela Boland
Blick in die Ausstellung
Ausgestellte Harry Potter Uniform
    michaela boland trifft die Phelps-Twins
    Joanne K. Rowling ist glücklich - Harry Potter jetzt auch als Ausstellung

    Das Gespräch führten wir 2014. Sie sind Weltstars und das schon seit ihrem 14. Lebensjahr. Selbst ohne feuerrotes Haar werden die heute 28-Jährigen in jeder Stadt sofort erkannt. Leugnen zwecklos. Doch das haben sie auch gar nicht vor, denn im Gegensatz zu ihrem Schauspielkollegen Ralph Fiennes zählten sie in den Verfilmungen von Joanne K. Rowlings Mega-Verkaufsschlager, "Harry Potter", zu den Guten.

    Harry Potter - The Exhibition

    Gerade sind Oliver und James Phelps, die in allen Teilen der Filmreihe die Weasley Zwillinge, George und Fred, geben, nach Deutschland gereist. Grund: Das Großprojekt: "Harry Potter - The Exhibition". Was sich dahinter verbirgt, wie sich die einstigen Kinderstars von ihrem Märchen-Image freistrampeln wollen und was sie von Gurkentelefonen auf Kunstaustellungen halten, haben sie in Köln verraten.

    Groß sind sie geworden, die eineiigen Phelps-Twins, die aus der Nähe von Birmingham stammen und in den Verfilmungen einer der erfolgreichsten Buchreihen aller Zeiten immerzu tapfer an der Seite des Serienhelden kämpften, sich allerdings selten einen Scherz verkneifen konnten.

    Die Feuermelder-Frise ist zwischenzeitlich einem seriösen Kurzhaarschnitt beim 13 Minuten älteren Oliver und einer, nennen wir es durchaus Vokuhila, beim lässigen James, in der natürlichen Haarfarbe gewichen. Ausgesprochen sympathisch zeigen sich die Engländer bei ihrem Kurzbesuch in Köln.

    Ab 3. Oktober im Abenteuermuseum Odysseum

    Hier nämlich sollen sie für die große Original-Requisitenausstellung im Abenteuermuseum "Odysseum" ab drittem Oktober werben. Dass sie auch privat gerne zum Scherzen aufgelegt sind, haben sie trotz bester englischer Manieren unter Beweis gestellt.

    Michaela Boland: Welche Frage wurde euch bisher am häufigsten gestellt?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es war die Frage danach, ob wir in der Stadt von den Menschen erkannt worden seien.

    Michaela Boland: Nun, eure Haare sind schließlich keineswegs mehr so rot wie in den Harry-Potter-Filmen als Weasley-Twins. Hat es bei den Leuten trotzdem sogleich Klick gemacht?

    James Phelps: Oh ja, das kann man sagen (lacht).

    Michaela Boland: Ihr seid durch die Verfilmungen Teil eines Mega-Welterfolgs geworden. Ist es für Euch grundsätzlich überhaupt noch möglich, völlig unbehelligt durch Städte zu laufen?

    Oliver Phelps: Ich denke, das Schöne daran, nette Charaktere, also liebe Jungs zu spielen, ist, dass die Leute uns nicht nur mögen, sondern auch noch recht gut kennen. Sie kommen auf uns zu, fragen, wie es läuft und sind gut drauf. Das ist eigentlich immer cool. Insofern ist es schon ganz o.k., wenn wir zu Fuß in den Städten unterwegs sind.

    Michaela Boland: Denkt ihr, dass euer Kollege, Ralph Fiennes, da mehr Probleme haben könnte?

    James Phelps: (lacht)

    Oliver Phelps: Könnte sein, dass er wegliefe, wenn die Leute denken, da kommt Voldemort und eine Front gegen ihn bilden (lacht).

    Michaela Boland: Wann hattet ihr denn schon Gelegenheit, euch ein wenig in Köln umzusehen?

    Oliver Phelps: Gestern Abend konnten wir ein bisschen durch die Stadt spazieren. So sind wir beispielsweise am Kölner Dom vorbei gekommen als wir uns auf einen Drink in eine Kneipe begeben haben. Dann kamen wir auf dem Rückweg zu Fuß sogar über den Rhein. Das war wirklich schön.

    Michaela Boland: Blieb es bei nur einem Drink?

    Oliver Phelps: Naja, sie sind ja nur so klitzeklein. Vielleicht waren es auch mehrere. (lacht)

    Michaela Boland:  Im Vergleich zu unseren Kölsch-Stangen seid ihr aus englischen Pubs sicherlich andere Bierglas-Größen gewöhnt?

    Oliver Phelps: Oh ja, ganz genau. Beim Anblick der verhältnismäßig kleinen Kölsch-Gläser dachten wir erst mal, `o.k. ` (lacht)

    Michaela Boland: Köln wird exklusiv die einzige Stadt in Deutschland sein, welche "Harry Potter - The Exhibition" ab 3. Oktober anbieten kann. Euer Job hierbei ist es, durch eure Präsenz die Werbetrommel tüchtig anzuschieben. Wann genau seid ihr hierfür in Deutschland angekommen?

    Oliver Phelps: Wir sind gestern Abend eingetroffen und haben wirklich großes Glück gehabt, zu den fünf Prozent der Passagier-Flüge gehört zu haben, die trotz des Lufthansa-Streiks überhaupt geflogen sind. Dafür sind wir wirklich dankbar.

    James Phelps: Richtig und am Sonntag verlassen wir die Stadt schon wieder. Ich bin vor einiger Zeit schon mal für zwei Tage im schönen Köln gewesen, hatte aber bedauerlicherweise immer bis spät abends zu tun. Daher ist es natürlich jetzt großartig, dass wir nun tatsächlich die Gelegenheit haben, die Stadt einmal ein bisschen genauer zu erforschen.

    Michaela Boland: Werdet ihr euch da die Domspitzen zu Fuß vornehmen?

    James Phelps: Ja, bestimmt.

    Michaela Boland: Die Ausstellung, die im Odysseum ab Herbst zu besichtigen sein wird, ist eine Wanderausstellung und war neben den USA auch schon in Asien zu sehen. Welches Ziel wird nach Köln anvisiert?

    James Phelps: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Sie sagen es mir nicht mehr, seit ich früher jedes Mal verraten habe, wohin es als nächstes geht, sobald ich gefragt wurde (lacht).

    Michaela Boland: Im Geheimnisse bewahren bist du also nicht ganz so stark?

    James Phelps: Nein, nicht im Geringsten, leider (lacht). Was jedoch wirklich cool ist, ist, dass nun bald die gesamten Requisiten tatsächlich hier in Deutschland als zweiter europäischer Aufenthaltsstätte sein werden,  obwohl hier ja keine einzige Potter-Premiere stattgefunden hat.

    Oliver Phelps: Schön ist auch zu sehen, dass die Begeisterung hier genauso riesig ist, wie überall woanders, wo wir mit dieser Tour schon gewesen sind. Dies zeigt ja, wie verwurzelt die Menschen in Deutschland bereits mit den Harry-Potter-Geschichten sind. Ich finde auch besonders toll, dass die Ausstellung gerade in Köln seine Pforten öffnen wird, da es ja die Kunst-Hauptstadt Deutschlands sein soll.

    Michaela Boland: Nun habt ihr mit der Ausstellungstour schon einige Länder hinter euch gelassen. Verhalten sich eure Fans in unterschiedlichen Ländern auch insgesamt verschieden?

    James Phelps: Das habe ich auch gedacht. Aber, überall, wo sich die Ausstellungs-Pforten zum ersten Mal geöffnet haben und die Hard-Core-Fans herein strömten, war es bisher an für sich auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich. Voller Begeisterung riefen sie, `ah, sieh dir das an, schau mal dort und hast du dies hier schon gesehen, ich werd verrückt`.

    Ich hatte angenommen, dass es auf dem asiatischen Markt noch heftiger werden würde, aber in Sidney waren sie eigentlich genauso verrückt. Jetzt wird es bestimmt lustig zu sehen, wie sich die europäischen Fans verhalten, denn als die Europa-Premieren stattgefunden haben, waren diese Fans immer die lautesten. Daher erwarte ich, dass es mindestens genauso gut wird wie überall woanders, wenn nicht sogar noch besser.

    Michaela Boland: Ihr seid im englischen Sutton Coldfield geboren, das von Birmingham verwaltet wird. Seitdem ihr mit den Potter-Filmen bekannt wurdet, zählt ihr zu den Berühmtheiten dort. Kennt ihr eigentlich auch die übrigen Söhne und Töchter der Stadt, wie beispielsweise den Schauspieler Scott Adkins oder den Formel Eins-Fahrer Riki Christodoulou?

    James & Oliver: (lachen) Nein.

    Michaela Boland: Vielleicht die Schauspielerin Hazel Court oder den Fußballspieler Darius Vassall?

    James Phelps: Nein, entschuldige, das war eine Lüge. Ich kenne sie nicht namentlich, aber durchaus ihre Gesichter. Wobei mir auch der Name Darius Vassall aus dem Bereich Soccer durchaus etwas sagt.

    Michaela Boland: Hat man in eurer Heimatstadt als bekannte Persönlichkeit eigentlich irgendwelche Vorteile?

    James Phelps: Nein.

    Oliver Phelps: Ich glaube, eigentlich nicht. Für die Leute in Sutton, die in der Regel recht gut betucht sind, ist das keine große Sache, wenn du verstehst, was ich meine. Aber, ich kann mich daran erinnern, als der erste der beiden letzten Harry-Potter-Filme herauskam und wir zwischendurch für drei Tage nach Hause kamen, um PR-Termine wahrzunehmen, ging ich mit ein paar Freunden in einen Pub. Überall auf der Welt ging es wegen des nahenden Endes wirklich total hysterisch zu und in jener Kneipe saßen wir sogar draußen, doch in Sutton kratzte das wirklich niemanden.

    Die Leute waren ungefähr so drauf, "ach ja, die. Was solls". In unserer Stadt gibt es keine besondere Überbewertung für Derartiges. Es sehen sich dort alle als ebenbürtig an. Das ist zwar ein Maßstab, den man nicht überall in der Welt zugrunde legt, aber, das ist natürlich auch eine besondere Qualität unserer Stadt.

    Michaela Boland: Und wie sieht es mit eurer Familie aus? Wie geht sie mit eurem großen Erfolg um?

    James Phelps: Sie findet das natürlich wirklich schön. Und was Sutton anbelangt, so wollte ich noch sagen, trotz allem, ist es nun mal die Stadt aus der wir kommen. Und da Birmingham die Geburtsstätte des Heavy Metall ist, ist das was wir machen, natürlich wirklich keine allzu große Sache.

    Michaela Boland: Als der erste Potter-Film herauskam, wart ihr 14 Jahre alt. Kanntet ihr das Buch, "Harry Potter und der Stein der Weisen" schon bevor ihr euch um die Rollen der Weasley-Zwillinge beworben habt?

    James Phelps: Oh ja, wir kannten die ersten drei Potter-Teile schon aus der Schule. Dort hatte ich sie gelesen. Und in der Woche als die Entscheidung getroffen wurde, wurde auch im Rahmen des ersten Mitternachtslaunches für ein Buch, zumindest, soweit ich mich erinnere, der vierte Teil, "Harry Potter und der Feuerkelch", veröffentlicht.

    Also, ich wußte bereits eine ganze Menge über die Story. Es war nicht so, dass man zum Casting ging ohne irgendetwas zu wissen.

    Michaela Boland: Was hat euch dazu bewegt, ausgerechnet zu diesem Casting zu gehen?

    James Phelps: Einen Tag schulfrei zu haben.

    Oliver Phelps: Und die Möglichkeit, in einem Film mitzuspielen, was natürlich cool war. (lacht)

    James Phelps: Aber, man sollte natürlich immer in der Schule bleiben (lacht).

    Michaela Boland: Ihr habt beide ganz normal Abitur gemacht, doch wie hat sich euer Leben durch die Karriere in jungen Jahren gewandelt?

    Oliver Phelps: Unser Leben hat sich komplett verändert. Ich hätte beispielsweise niemals die Möglichkeit gehabt, derartig viel zu reisen, wie ich es schon konnte. Vielleicht hätte ich das zu einem späteren Zeitpunkt vermocht, mal hierhin und mal dorthin zu fliegen.

    Aber so war ich beispielsweise schon in Asien. All das macht einen wesentlich weltoffener. Man geht mit weitaus offeneren Augen durch das Leben und macht auch persönlich große Entwicklungsschritte.

    So habe ich unter anderem kennenlernen dürfen, wie ein Film gemacht wird, den kompletten Prozess erleben können. Denn ich habe immer, in klassisch literarischer Manier, geglaubt, da kommt der Regisseur herein, die Klappe fällt und das war es.

    Aber, mitnichten, denn man erlebt, wie viele Menschen schon drei Monate vor dem Start der Dreharbeiten und noch sechs Monate nach den Dreharbeiten mit dem Film beschäftigt sind. Die Zahl der Mitarbeiter, die an einer solchen Produktion mitwirken, ist einfach riesig hoch.

    Michaela Boland: Habt ihr beide eigentlich nach Harry-Potter oder möglicherweise sogar schon während der drehfreien Zeit eine Schauspielschule besucht?

    James Phelps: Nein. Wenn man in England ins vierte Jahr der weiterführenden Schule kommt, wählt man gewöhnlich die Fächer, die man gerne belegen möchte. Und bei uns hat es sich tatsächlich so verhalten, dass der Schauspiellehrer zu uns sagte, "nehmt keinen Schauspielunterricht, wenn ihr in dem Metier Karriere machen möchtet".

    Das war eine Woche nachdem wir beim ersten Harry-Potter-Casting gewesen sind. Dann sind wir noch zu einigen weiteren Castings eingeladen worden bis wir schließlich die Rollen hatten und in der Zeit haben wir dann entsprechend auch keinen Schauspielunterricht in der Schule belegt.

    Ich rufe mir aber immer wieder gerne solche Leute in Erinnerung, die gesagt haben, " nur, weil irgendwer meint, man könne etwas nicht tun, bedeutet das noch lange nicht, dass dem auch tatsächlich so ist". Und das stimmt auch, was wissen diejenigen schon, die nur unken? Wenn du etwas tun kannst, dann mach es einfach.

    Michaela Boland: Augenblicklich seid ihr mit der Happy-Potter-Ausstellung überall in der Welt unterwegs. Aber plant ihr denn auch, eure Schauspielkarrieren fortzusetzen?

    James Phelps: Was die Ausstellung anbelangt, so sind wir damit in den unterschiedlichen Ländern jeweils nur ein paar Tage befasst. Wir sind ja nicht über den gesamten Ausstellungszeitraum vor Ort.

    Michaela Boland: Was allerdings eigentlich ganz schön wäre und vor allem den nicht ganz so niedrigen Eintrittspreis ein wenig schmackhafter machen würde. Mit einer durchschnittlich großen Familie ist man ja nur für den Eintritt schon mal einen knappen Hunderter los. Ohne die Kosten für die Kopfhörer.

    Oliver Phelps: Naja, wir sind jetzt nicht angekettet und müssen die ganze Zeit da in der Ausstellung für die Besucher herumlaufen (lacht). Wir werden sicherlich mit der Schauspielerei weiter machen.

    Es ist ja auch eine ganz großartige Sache, dass wir die Möglichkeit haben, das zu tun. In der glücklichen Position zu sein, so etwas ein Leben lang machen zu dürfen, ist das Größte überhaupt. Ich denke schon, dass wir das immer tun werden, selbst, wenn es noch ein langer Weg werden sollte.

    Michaela Boland: Habt ihr auch schon eine konkrete Vorstellung davon, in welcher Art Filme ihr künftig zu sehen sein könntet?

    James Phelps: Also ich liebe Filme, die innerhalb ihrer Handlung plötzlich eine unerwartete Wendung aufweisen. Also, solche, bei denen man richtig nachdenken muss. So etwas würde ich unglaublich gerne machen und wäre dabei natürlich besonders gerne der Typ, der die Wendung herbeiführt. Irgendetwas aufdecken oder so was in der Art, das würde mir gefallen.

    Michaela Boland: Ist den Produzenten und Regisseuren bewusst, dass ihr heiß darauf seid, in neuen und anderen Filmprojekten zu spielen oder habt ihr womöglich in deren Köpfen für immer den Harry-Potter-Stempel?

    James Phelps: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass ihnen bewusst ist, dass wir gerne neue und andere Sachen machen würden.

    Michaela Boland: Bringt ihr euer Begehren denn auch entsprechend bei Besetzern zum Ausdruck?

    James Phelps: Ich habe das tatsächlich schon einer ganzen Reihe von Menschen verdeutlicht und so werde ich nun auch später in diesem Jahr eine Bühnenshow in England machen.

    Dabei arbeite ich mit einem früheren Regisseur zusammen, der in diesem Bereich wirklich sehr gut ist. Zu Beginn des Jahres war ich auch in Los Angeles in den Vereinigten Staaten, um dort einen Vertrag mit einem neuen Management zu unterzeichnen.

    So gesehen habe ich natürlich tatsächlich schon einige Leute getroffen, die mich kennenlernen sollten und denen ich vermittelt habe, was ich gerne tun würde. In ein paar Monaten beabsichtige ich auch wieder hinzufahren, um wieder neue Gespräche aufzunehmen.

    Man glaubt manchmal gar nicht, wie groß der Networking-Anteil innerhalb der Filmindustrie ist. Ich bin eigentlich gar nicht so gut darin. Wenn ich mit dir spreche, dann spreche ich eben mit dir und nicht unbedingt, um etwas zu bekommen. Daher muss ich diese ganze "Ach-lass-uns-doch-mal-essen-gehen-Mentalität" erst noch erlernen.

    Michaela Boland: Wie schwierig oder einfach war es eigentlich für euch als Brüder miteinander zu arbeiten? Klappte das gänzlich ohne Konkurrenzkampf?

    Oliver Phelps: Ich glaube, es ist immer ein gutes oder sicheres Gefühl, wenn James arbeitet und ich nicht und umgekehrt genauso. Gleichzeitig gibt es zwischen uns aber auch eine unbeschwerte Rivalität. Wir flapsen natürlich auch schon mal herum, so wie es jeder tut und sagen, "oh, das würde ich jetzt aber auch gerne machen".

    Wenn James in Los Angeles ist und mit diesen Regisseuren verhandelt, und ich komme gerade von einer Reise zurück, dann geht mir schon im Kopf herum, "ach, das würde ich jetzt auch so gerne machen", aber ich würde keineswegs sagen, dass dies in einer Art Eifersuchts-Rangliste ausartet. Zu sagen, "ich würde das jetzt auch gerne tun", ist da mehr wie ein Anreiz zu verstehen.

    Michaela Boland: Habt ihr noch weitere Geschwister?

    James Phelps: Es gibt nur uns beide. Ich glaube, das ist auch durchaus genug für unsere Mutter und unseren Vater.

    Oliver Phelps: Ja, das würde ich aber auch sagen.

    Michaela Boland: In der Potter Reihe habt ihr mit internationalen Schauspielgrößen wie Alan Rickman, Maggie Smith, Julie Walters oder Ralph Fiennes gespielt. Was konntet ihr von ihnen lernen?

    James Phelps: Eine ganze Menge. Damit meine ich keineswegs nur, wie man am Set schauspielert, sondern gerade auch, wie man sich abseits des Sets gibt.

    Michaela Boland: Was bedeutet?

    James Phelps: Wie man die Leute für sich einnimmt, auch innerhalb der Crew oder wie man sich auf eine Szene vorbereitet, bevor man sie macht. Wir waren ja gerade mal 14 als wir anfingen.

    Man kann natürlich nicht noch mit seinen Freunden herumtoben, kurz bevor "Action" gerufen wird. Es kommt sozusagen auf die Dosierung an. Wir mussten einfach lernen, dass die Schauspielerei ein wirklicher Job ist. Es ist nicht so, dass sich da jeder einfach mal hinstellen kann.

    Man muss sich genauso vorbereiten, wir ihr, die ihr eure Fragen vor einem Interview vorbereitet. Es ist somit exakt dieselbe Methode, um das Ziel zu erreichen.

    Julie war beispielsweise sehr gut darin, zu erklären, dass wenn es erforderlich ist, dass du auf der Bühne oder vor der Kamera extrem verärgert bist, es eigentlich kein Problem sei, wenn du schon vorher mies drauf bist und du denjenigen, der dich kurz vorher noch anspricht, einfach mal anblaffst, denn dann bleibst du einfach noch in dieser Stimmung verhaftet. Und man kann ja später immer noch mal hingehen und sich entschuldigen.

    Michaela Boland: Wie aufmerksam.

    James Phelps: Ja, aber die Leute von der Crew werden immer wissen, dass das nun mal dein Job ist. Da geht es ja auch nicht darum zu versuchen, immerzu jeden zu erfreuen, wenn das bedeuten würde, deinen Job zu gefährden. Ja und Julie konnte eben ganz wunderbar Ratschläge wie diese geben.

    Michaela Boland: Was lest ihr in eurer Freizeit?

    Oliver Phelps: Eigentlich lese ich gerne gemischte Dinge. Zuletzt habe ich mir verschiedene Biografien vorgeknöpft.

    Michaela Boland: Interessiert ihr euch gleichfalls für bildende Kunst?

    James Phelps: Bis zu einem gewissen Grad schätze ich das. Aber, es ist nicht unbedingt etwas, wozu ich zwingend aktiv hinginge, um sie mir anzuschauen. Was ich wirklich sehr bewundere sind aber die Fähigkeiten der Künstler, die die Kunst schaffen.

    Oliver Phelps: Die meisten davon sind zeitgenössisch.

    James Phelps: Oh ja, ich mag zeitgenössische Kunst. Wir waren in New York und haben uns die MoMa angesehen. Das Museum für moderne Kunst. Allerdings war da auch ein Telefon mit einer Gurke darauf. Und da kamen allen Ernstes 50 Leute, die sahen sich das an und sagten, "Oh ja, das ist großartig". Und ich dachte die ganze Zeit, "was habe ich verpasst".

    Michaela Boland: Wie sieht es mit Politik aus?

    James Phelps: Ich interessiere mich durchaus für Politik. Zwar gehe ich nicht hin und verkünde allerorts meine Meinung. Ich halte Politik für sehr wichtig. Seit ich 18 bin, habe ich mein Wahlrecht auch wahrgenommen, denn ich halte es für notwendig, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

    Wenn man schon mal das Recht hat zu wählen, wofür viele Menschen gestorben sind, dann sollte man auch zur Wahl gehen. Gerade wenn Regierungen etwas tun, das dir missfällt, ist es wichtig, ihnen durch deinen Stimmentzug zu zeigen, dass sie etwas falsch machen.

    Michaela Boland: Lieber Oliver, lieber James, herzlichen Dank für dieses Gespräch. Für Harry Potter - The Exhibition ebenso wie für eure Zukunft alles Gute und noch eine schöne Zeit in Köln.

     

    Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

    Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

    Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

    Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

    Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

    Exklusivinterview und Porträt des Monats

    © Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

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  • Gila Abutalebi, Ungesehen, Intensiv, Individuell, und  Vielschichtig
    Botschafter der Freunde der Künste
    Die Künstlerin Gila Abutalebi mit Intensität, Leidenschaft, Kreativität

    Die Künstlerin Gila Abutalebi, mit der die Gesellschaft Freunde der Künste schon mehrere Kunst und Kultur Projekte veranstaltet hat, unter anderem das Goethe-Festival 255 Jahre Goethe "Wie sehen Künstlerinen Goethe", wird Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste.

    Wer die Deutsch-Iranerin kennt oder kennenlernt ist sogleich gefangen: Intensität, Leidenschaft, Kreativität, Gefühl und die ausgefeilte Sprachvirtuosität in fünf Sprachen rauben dem Gegenüber den Atem. Und so ist es auch mit ihrer Kunst: Einmalig.

    Ungesehen. Intensiv. Individuell. Vielschichtig!

    Auf ihrer Reise zu sich und zu ihrer Kunst hat Abutalebi u.a. in den USA, Spanien, Österreich und Deutschland gelebt. Stets galt und gilt ihr besonderes Interesse dabei ebenso der Kultur, Individualität und Geschichte der Menschen wie der Sprache und Kalligrafie. Ihr bisheriger Lebensweg wird auch ergänzt durch umfangreiche Bühnenerfahrung.

    Und nur aus dieser und keiner anderen Kombination der intensiven Lebenserfahrung und kulturell-künstlerischen Auseinandersetzung konnte sich das Fundament für ihre einzigartigen Werke, ihrer ganz individuellen Kompositionen aus Srache, Bild und neuartiger Tiefe und Transparenz – die „Transparente Lyrik“ - bilden.

    Mit dieser kreiert sie ein vollkommen neues, revolutionierendes Kunstchambre, das in seiner Intensität nur gelingen kann, wenn ein unendliches Feuer der Liebe und der Leidenschaft zur Sprache, den Menschen und einer ganz besonderen Ausdrucksweise brennt.

    Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln und Leipzig. Ihre Arbeiten sind vielfach in Privat- und Firmenbesitz in Italien, Spanien, USA und Deutschland.

    Gottfried Böhmer

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Aktuelles - Die Botschafter der GFDK

  • Die Gruender der Gesellschaft Freunde der Kuenste, Gottfried Boehmer und Michael Seelbach.
Gottfried Boehmer mit der Kuenstlerin Dorothea Schuele
Gottfried Boehmer auf der Ausstellung von Fehmi Baumbach 
Ausstellungs-Eroeffnung in Duesseldorf
Kaiserswerhter Kunstpreis, Johanna Rzepka Wiens, Gottfried Boehmer und Kristin Dempny.
Kaiserswerhter Kunstpreis, Preisverleihnug an Kristin Dempny.
Kaiserswerhter Kunstpreis, Preisverleihung an Sala Lieber.
Konzert für die Preistraegerin Kristin Dempny.
Gottfried Boehmer, Laudatio für Johanna Rzepka Wiens 2005
Mit Roger Willemsen, Axl Klein in der Horbach Stiftung 2013
Roger Willemsen, Michael Horbach und Gottfried Boehmer auf der Ausstellung von Axl Klein - ZORN
    Die Botschafter von GFDK
    Vorwort von Angelika Wende und Gottfried Böhmer zu, - UNSERE BOTSCHAFTER BEWEGEN UNSERE KULTUR !

    Dank der modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten hat sich im Kunst- und Kulturbetrieb ein Netz von sozialen Beziehungen gespannt, das in seinen Ausdehnungen und seiner Dichte stark zugenommen hat.  Die digitalen Medien und die zunehmende Mobilität haben diesen Prozess intensiviert.

    Auf Seiten der Akteure des Kunstbetriebs findet sich daher häufig die Einschätzung, dass der Bereich der Kunst und Kultur bereits global vernetzt ist. Dem ist jedoch nicht so.

    Viele Kunst- und Kulturschaffende sind Einzelkämpfer und von gelebter Vernetzung weit entfernt. Die Gesellschaft der Freunde der Künste beschreitet jetzt einen  weiteren Weg um Kreative in ein Netzwerk einzubinden.

    Botschafter der Gesellschaft der Freunde der Künste

    Jetzt beschreitet die Gesellschaft einen  weiteren Weg, um Kreative in ein Netzwerk einzubinden. Mit der Aktion Botschafter der Gesellschaft Freunde Künste macht das Internetportal  www.freundederkuenste.de einmal mehr einen Vorstoß, Kultur in Deutschland zu erhalten und zu fördern.

    „Die kulturelle Vielfalt in Deutschland ist ohne die Arbeit der freiberuflichen Kunst- und Kulturschaffenden nicht denkbar. Deshalb ist es wichtig, dass die Leistungen dieser Menschen auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, so Gottfried Böhmer.

    „Unsere Botschafter sind Kreative, die wie wir daran arbeiten, das Kulturgut in unserem Land zu erhalten, zu fördern und zu stärken. Ihnen geben wir jetzt eine in dieser Form einzigartige Plattform“, so Böhmer weiter. 

    In Zeiten bröckelnden Sozialstaates, wirtschaftlicher Krisen, wachsender Arbeitslosigkeit ist auch ein dramatischer Verfall humaner und kultureller Werte zu konstatieren. Dazu gehört besonders die Vernachlässigung der ästhetischen Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen.

    Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette

    Es braucht engagierte „Botschafter“, die hier im Sinne der Kultur entgegenwirken. Die Kreativen, die am Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette stehen, haben  ein großes Interesse, ihr Schaffen zu vermitteln.

    Sie brauchen Unterstützung und Vernetzung, um Ihre schöpferische Arbeit in die Gesellschaft zu tragen und auf diese Weise etwas zu bewirken.

    Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind Menschen, die für eine künstlerische oder kulturelle Idee tätig sind. Es sind Bildende KünstlerInnen, AutorInnen, FotografInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen und Kulturschaffende aller Professionen.

    Obwohl die Mehrzahl von ihnen selbst in einem existentiellen Spagat lebt, schaffen sie für den Einzelnen und für die Gesellschaft einen Mehrwert. Der findet zwar die verbale Anerkennung der Politik, lässt sich aber in der Wirklichkeit immer schwerer umsetzen.

    „nice to have“

    Allerorten werden Theater geschlossen, städtische und staatliche kulturelle Förderung gekürzt und gestrichen. Kunst und die Kultur sind auf dem verheerenden  Wege, für die Mehrzahl der Politiker und der Bevölkerung zu einem bloßen  „nice to have“ zu werden.

    Der Niedergang von Theatern, freien Kultureinrichtungen, Galerien und Bibliotheken wird am deutlichsten in den Städten und Kommunen, die den Hauptanteil der Kulturfinanzierung in diesem Land tragen.

    Die gelebte Realität – ist Schweigen

    Die Instabilität auf allen Ebenen der Gesellschaft und der Moral reißt die Kultur mit – sie geht buchstäblich den Bach runter. Längst nähert sie sich einer kritischen Marke, die gesetzlich verankerte Kultur- und Bildungspflicht ist tatsächlich nur noch gesetzlich verankert,  die gelebte Realität – ist Schweigen.

    Umdenken und Umkehr tut not.

    Vernetzung und zielgerichtete Kommunikation sind erste Schritte um Kunst- Kulturschaffenden in der Außenwahrnehmung eine Lobby und damit Unterstützung für ihre Arbeit zu geben“, sagt Gottfried Böhmer, „sie sind diejenigen ohne die sich weder die Kunst noch die Kulturwirtschaft entwickeln.

    Ohne sie und ihren Einsatz für Kunst und Kultur ist eine facettenreiche Kulturnation überhaupt nicht denkbar.“

    Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind nicht nur Boten für die Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft, sie sind Netzwerker, indem sie andere Kreative als Botschafter gewinnen und so den Kreis initiativer Menschen, die kulturell bedeutsame Impulse in die Gesellschaft tragen, erweitern.

    Ihr Engagement schafft einen Mehrwert, den Deutschland dringend nötig hat. Wie sagte einst Theodor Heuss:

    "Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht mit Kultur Politik."

    Einen Versuch ist es wert.

     

    Wie wirken die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste?

    Botschafter wirken als Netzwerker. Sie gewinnen andere Kreative als Botschafter und erweitern so beständig den Kreis initiativer Menschen, die kulturell bedeutsame Impulse in die Gesellschaft tragen.

    Botschafter wirken als Boten. Sie arbeiten gemeinsam für die Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft. In der von Botschafterin Angelika Wende geleiteten Rubrik „Reden ist Silber“, veröffentlichen sie Beiträge zu  Aspekten und Inhalten Ihres persönlichen Wirkens und Ihrer Denk- und Sichtweise.

    Botschafter wirken als Vermittler. Kulturell Interessierten verschaffen sie Kontakte zu Kunstschaffenden und Kreativen.

    Botschafter wirken als Verstärker. Sie unterstützen kulturelle Veranstaltungen mit kreativen Ideen und bereichern kulturelle Events mit ihren Persönlichkeiten, ihrem Können, ihren Potentialen und Fähigkeiten.

    Botschafter wirken als Bereicherung. Ihr nachhaltiges Engagement schafft einen Mehrwert, den Deutschland dringend nötig hat.

     

     

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  • Angelika Wende ZDF
Angelika Wende Mainz
Angelika Wende Botschafterin 
Angelika Wende Freunde der Künste
Angelika Wende GFDK
    Die Botschafter für www.freundederkuenste.de
    Botschafterin Angelika Wende - Sprecherin, Moderatorin und Autorin aus Mainz

    Über Angelika Wende:

    Die Frau mit der berührenden Stimme und der Liebe zur Sprache

    Angelika Wende ist Sprecherin, Moderatorin und Autorin. Ihre Karriere startete sie beim Münchner Sender Pro 7. Schon nach kurzer Zeit wurde die dunkelhaarige Moderatorin mit der warmen Stimme und der charismatischen Kamerapräsenz vom ZDF in Mainz abgeworben.

    Dort moderierte sie als eine der beliebtesten Fernsehansagerinnen das Programm und war Sprecherin der heute Nachrichten. Auch für die Sender Arte und Phönix verlieh sie vielen Beiträgen ihre Stimme. Die Intensität und die Kraft ihrer Stimme wirken auch ohne Bilder und wecken Emotionen.

    Die letzte Ansage, die je im Zweiten Deutschen Fernsehen lief, war im Jahr 2003 auch Angelika Wendes Abschied vom Leben vor der Kamera. Seither arbeitet die studierte Literaturwissenschaftlerin und Psychologische Beraterin erfolgreich und mit Leidenschaft in den Bereichen Kunst und Kultur.

    Schon beim ZDF waren ihre unverwechselbare intensive Stimme mit dem warmen Timbre und ihr exotisches Äußeres ihr Kapital. Ihre Vorlesekunst fasziniert heute Publikum und Veranstalter zugleich, ihr Live-Talk „Der Silberne Salon - Kultur im Gespräch“, ist in Mainz eine Institution geworden.

    Gesprächskultur Geisteskultur, künstlerische und musikalische Beiträge – daran knüpft „Der Silberne Salon“ an. Mit inspirierenden Gästen, in einem Ambiente, das zum lebendigen Gedankenaustausch anregt, widmet sich der Salon allem was mit Kultur zu tun hat und öffnet publikumswirksam spannende und gesellschaftlich relevante Themen.

    Angelika Wendes Motto „Reden ist Silber“ steht für ihr ganzes Wirken. Als Journalistin schreibt sie für die Allgemeine Zeitung und die Gesellschaft der Freunde der Künste, Ihren Blog „Reden ist Silber“ verfolgen seit Juli vergangenen Jahres viele Leser online.

    Angelika Wende kuratierte zahlreiche Ausstellungen, unter anderem für das Kulturamt der Stadt Mainz. Als gefragte Laudatorin verfasst und hält sie deutschlandweit Einführungsreden für Museen und Galerien.

    Im September vergangenen Jahres beispielsweise eröffnete sie vor dreihundert Besuchern die große Realismusschau in Berlin. Die Autorin schreibt Texte für Künstlerkataloge und hat drei eigene Bücher veröffentlicht.

    Das vierte mit dem Titel „Herzdenken“ mit Texten und Zeichnungen, erscheint im Herbst 2011.

    Ihre Leidenschaft für Sprache vermittelt sie als Stimm- und Sprechcoach in ihrer Praxis WENDE. Coaching & Consulting.

    „Der Raum der die Arbeit mit Stimme und Sprache ausmacht ist unendlich ausdehnbar, voller Möglichkeiten und schöpferischer Kreativität.

    Ich lebe in der Sprache. Meine Sprache und meine Stimme, die Lust am geschriebenen Wort und die Freude am Sprechen sind das Wesentliche für mich. Der Mensch lebt in der Sprache.

    Sie ist das Mittel alles Gedachte und Gefühlte ins Außen zu transportieren. Das macht sie zum einzigartigen Instrument unserer Kommunikation.“ 

    Mehr über Angelika Wende unter www.angelikawende.com

    Angelika Wende

    Vita & mehr

    • Freie Journalistin und Autorin
    • Sprecherin, Moderatorin, Schauspielerin
    • Dreizehn Jahre Fernseherfahrung als Moderatorin und Nachrichtensprecherin beim Sender PRO 7 in München und im Zweiten Deutschen Fernsehen
    • OFF- Sprecherin für ZDF, Arte und Phönix
    • Freie Mitarbeiterin der Allgemeinen Zeitung Mainz
    • Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für die Eventagentur oncue, Mainz
    • Kreation, Umsetzung und Saloniere des "Silbernen Salon"
    • Kreation, Umsetzung und Moderatorin des Kultur Salons Mainz mit dem Produzenten oncue event & communication
    • Inhaberin der Agentur workingforart
    • Kuratorin für das Kulturamt der Stadt Mainz:
    • "Leben ist Form - die Bildhauerin Irmgard Biernath"
    • Kuratorin des Kunstvereins Eisenturm in Kooperation mit dem Kulturamt Mainz: "Generationen"
    • Laudatorin für den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz
    • Freie Tätigkeit als Laudatorin in öffentlichen Institutionen und Galerien in Mainz, Wiesbaden, Berlin, Leipzig, Ludwigshafen, Kaiserslautern 

    angelikawende@remove-this.aol.com

    www.angelikawende.com

    Hier eine Hörprobe, gehe auf Lautsprecher:

     

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  • Barbara Rapp
    Die Botschafter für www.freundederkuenste.de
    Die Künstlerin Barbara Rapp wird Botschafterin für die Gesellschaft Freunde der Künste

    Weibliche Figuren, nackt, in expressivem Rot – mit überprägnanten Geschlechtsmerkmalen, oft ohne den Körper im Gesamten darzustellen, stattdessen die natürliche Gestalt beinahe in sich auflösend.

    Will Barbara Rapp die Frau auf ihre Sexualität reduzieren? „Ja, in gewisser Weise tue ich das, aber keinesfalls in dem Sinne, dass ich eine solche Reduktion wünsche oder favorisiere“, stellt sie richtig.

    Vielmehr reagiert Rapp mit ihrer selektiv überzeichneten Bildsprache auf die Überpräsenz des weiblichen (aber auch des männlichen) Körpers, funktionalisiert in der Medien- und Werbewelt.

    Sie bewegt sich also aus der Passivität eines Medienkonsumenten heraus und übernimmt selbst die Kontrolle über den Einsatz von Körperlichkeit, agiert und spielt, nutzt dieses „Werkzeug“ aktiv zur visuellen Umsetzung ihrer Inhalte. 

    Abseits verbitterter Opferrollenmelancholie ist sie fest davon überzeugt, mit selbstkritischem Humor viel offener auf die - nicht nur für Frauen - neuen Herausforderungen unserer Zeit reagieren zu können.

    Ihr Ziel ist es aufmerksam zu machen, Fragen aufzuwerfen, für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren, ohne dabei jedoch den Anspruch zu erheben, allgemeingültige Antworten bieten zu können und zu wollen.

    Denn auch damit würde letztlich die Verantwortung abgegeben: An ein Lösungsmodell von außen, das pauschal angewendet werden kann und nicht reflektiert werden muss.

    Verfremdete, überblendete, oft verzerrt gedruckte Fotografien kombiniert Barbara Rapp mit Malerei und Grafik zu Mischtechnik-Collagen mit starker Aussagekraft. Sie erweitert praktisch die klassische Malerei um zeitgemäße Disziplinen und Techniken, was auch als Tribut an die behandelten Themen zu verstehen ist.

    So hinterfragt sie beispielsweise das katholische System rund um den Zölibat mit ihrer visualisierten Aufforderung ‚nehmet und trinket alle davon‘, oder stellt im ‚schauraum‘ die angesichts hereinstürzender Schlagzeilen zunehmende Resignation und Praktik des Wegschauens auf den einbeinig fragilen Pranger.

    Und sie beschreibt die Hintergründe zu ‚gluttony‘, das sie für ein italienisches Kunstprojekt geschaffen hat:  „Interpretation der Völlerei als Zivilisationskrankheit, mit Umkehrwirkung hin zur Magersucht/Bulimie.

    Dritte-Welt-Kinder werden körperlich ausgebeutet und intellektuell „unten gehalten“; praktisch dazu genötigt, ihren Kopf für die physische und psychische „Verstopfung“ der westlichen Gesellschaft hinzuhalten. Derweilen träumen magersüchtige Party-Girls von monströsen Silikon-Titten und kotzen sich unter Zwangsernährung die Seele aus dem Leib.“

    Assemblage, Objektkunst und Video behält sich Barbara Rapp als weitere Disziplinen offen, um zusätzliche visuelle Möglichkeiten je nach inhaltlicher Notwendigkeit auszuloten.

    Wo beispielsweise zwanghaftes Ausbrechen aus normativen Strukturen zur Persiflage seiner selbst wird, setzt ihre ‚IndividualistenBox‘ die vermeintliche Errungenschaft „ich bin ja so was von individuell“ in kursorische Verschachtelungen zurück.

    Eine ‚GenderBoxOpen‘ verschachtelt ebenso, lässt unspezifische Körperlichkeit mit symbolisierter Männlichkeit oder Weiblichkeit kokettieren. Doch im kontrollierten Durcheinander der Orientierungslosen bleibt der Blick nach draußen frei.

    Marcel Ambrusch im März 2011
    (mit Auszügen aus Texten von Simone Kraft und Karl-Peter Gerigk)

    Informationen zu Barbara Rapp:

    Lebt in Velden am Wörthersee (Österreich), arbeitet in Österreich und Deutschland. Jahrgang 1972.

    Autodidakt. Mitglied IG Bildende Kunst Wien (IAA), Künstlervereinigungen.

    Malerei (Acryl Collage) & Grafik, Mixed Media, Objekt, Video.

    Thematische Schwerpunkte: Individualismus. Gender. Gesellschaft. 

    Ausstellungen/Projekte (Auswahl): 2011 Galerie Peithner-Lichtenfels, AT-Wien / / 2010 BBK Projekt Zeitgleich-Zeitzeichen, D-Fröndenberg / / Human Rights 2010 by Spazio Tempo, I-Rovereto / / Galerie Viktoria B, D-Bonn / / stARTup Emerging Artists, I-Verona / / Brooklyn Art Library, USA-New York / / Galerie Rimmer, AT-Velden 2009 KiC Nord Art, D-Büdelsdorf / / Galerie Hexagone, D-Aachen / / Atlanta Airport Atrium Gallery, USA-Atlanta / / Galerie am Gierkeplatz, D-Berlin 2008 Kanoria Centre for Arts, IND-Ahmedabad / / KunsthausSudhaus, AT-Villach / / Kunstraum Engländerbau, FL-Vaduz / / Liquid Art+Design Show, D-Düsseldorf 2007 Kunstraum D21, D-Leipzig / / Transit South Pole, KG-Bishkek 2005/2006 Kunstquartier Wien, AT-Wien / / Rathausgalerie, AT-Friesach / / Kunsthaussudhaus, AT-Villach 

    Kataloge, Presse, Publikationen: Katalog Zeitgleich-Zeitzeichen ART & Dialog Herbst

    2010, Hrsg. BBK Deutschland / / Interview auf ngo online Europa Nachrichten / /

    kaernten.tv Beitrag 4:08 Min. / / Katalog „heute ist die krone fällig“ Barbara Rapp, Hrsg.

    Galerie Rimmer / / Betrachtungen von Kunsthistorikerin Simone Kraft 


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Aktuelles - Medien Ausschreibungen

  • Der zweiter Roman von Doerte Hansen Mittagsstunde wird von Lesern und Kritik gefeiert
    Rheingau Literatur Preis 2019
    Dörte Hansen erhält 11.111 Euro und 111 Flaschen Wein

    Gerade hat die Jury getagt: Den Rheingau Literatur Preis 2019, den 26. Rheingau Literatur Preis, erhält die deutsche Schriftstellerin Dörte Hansen für ihren Roman „Mittagsstunde“. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wird in diesem Jahr zum sechsundzwanzigsten Mal vergeben.

    Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingau Rieslings dotiert. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Rheingau Musik Festival e. V. stiften je 5.000 Euro des Preises, der vom Relais & Châteaux Hotel Burg Schwarzenstein um 1.111 Euro ergänzt wird.

    Die erlesenen Weine stammen aus den herausragenden Kellern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Rheingau.

    Die Jury begründet die Wahl folgendermaßen: „Mittagsstunde“ ist eine bewegende Reise in die verlorene Zeit. Mit archäologischem Gespür lässt Dörte Hansen die untergehende Kultur einer norddeutschen Dorfgemeinschaft wieder lebendig werden.

    In meisterhafter Intensität beschwört sie Gerüche und Geräusche der ländlichen Lebenswelt und damit gelingt ihr das Kunststück, das Verschwinden dieser Lebensform sinnlich erfahrbar werden zu lassen.“

    Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print.

    Ihr Debüt „Altes Land“ wurde 2015 zum „Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels“ gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman „Mittagsstunde“ ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

    Die Jury des Rheingau Literatur Preises setzte sich unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Boehncke zusammen aus Dr. Alf Mentzer (Literaturredakteur hr2-kultur), Dr. Viola Bolduan (ehemalige Feuilletonchefin des Wiesbadener Kuriers), Andreas Platthaus (Literaturchef der F.A.Z.), und Prof. Dr. Wilfried Schoeller (Journalist und P.E.N. Deutschland).

    Bisherige Preisträger waren Stefanie Menzinger, Ulla Berkéwicz, Herbert Maurer, Thomas Meinecke, Hella Eckert, Thomas Lehr, Peter Stamm, Bodo Kirchhoff, Robert Gernhardt, Reinhard Jirgl, Ralf Rothmann, Gert Loschütz, Clemens Meyer, Antje Rávic Strubel, Ursula Krechel, Christoph Peters, Jochen Schimmang, Josef Haslinger, Sten Nadolny, Ralph Dutli, Stephanie Bart, Klaus Modick, Saša Stanišić, Ingo Schulze und Robert Seethaler.

    Der Preis wird Dörte Hansen im Rahmen des Rheingau Literatur Festivals im September 2019 verliehen. Die Laudatio auf Dörte Hansen wird Prof. Dr. Heiner Boehncke halten.

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  • Der Beaunbaer Rocco ist gerettet und bekommt ein neues Zuhause
    Endlich Rettung für Rocco
    Braunbär Rocco nach Jahren der erbärmlichen Qual gerettet

    Braunbär Rocco wird als Haustier in einem winzigen Käfig auf einem Privatgrundstück in Elbasan in Albanien gehalten. Der Besitzer übernahm den Bären als Jungtier. Bis heute muss Rocco in einem ca. zwölf Quadratmeter verrosteten Metallkäfig auf Betonboden leben – ohne Gelegenheit zum Baden und ohne Schutz vor Wind, Sonne und Regen.

    Jetzt, nach acht Jahren, wurde dem Halter die Aufbewahrung des Bären zu teuer, weshalb er sich entschied, sich an die örtliche Behörde zu wenden.

    Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN wird am 4. Juni den Braunbären Rocco aus Elbasan in Albanien in ihren BÄRENWALD Müritz im Norden Deutschlands überführen.

    Interessierte Medien haben die Möglichkeit, diese VIER PFOTEN Rettungsaktion zu begleiten. Um Anmeldung wird gebeten.

    Roccos Reise in sein neues Zuhause startet am 4. Juni. Ein Ärzte-Team von VIER PFOTEN wird sich auch während des Transfers um sein Wohlergehen kümmern. Am 6. Juni wird die VIER PFOTEN Bärenambulanz mit Rocco schließlich nach 40 Stunden Fahrt durch neun Länder im BÄRENWALD Müritz eintreffen.

    Rocco wurde bereits von Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht, mit Mikrochips versehen und geimpft. Laut Angaben des Tierarztes ist der Bär bei guter Gesundheit, aber leicht untergewichtig, weil er in der Vergangenheit nicht viel zu essen bekam.

    „Wir sind glücklich, dass wir Rocco endlich in sein neues Zuhause bringen können. Unser Team im Bärenwald ist spezialisiert auf die Pflege, die er jetzt braucht.

    Nach jahrelangen Qualen in grausamer Haltung wird Rocco zur Ruhe kommen, sich ausreichend bewegen und bärengerecht leben. Im Bärenwald wird er seine natürlichen Instinkte endlich entdecken und ausleben können“, sagt Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN.

    In den ersten Tagen nach seiner Ankunft wird Rocco in einem der Bärenhäuser im BÄRENWALD Müritz bleiben. Anschließend hat er die Möglichkeit, zunächst das angrenzende Außengehege mit einer Größe von ca. 550 Quadratmeter zu erkunden.

    Es ist geplant, Rocco mit einem anderen Bären zu vergesellschaften, wahrscheinlich mit der albanischen Bärin Luna, die seit ihrer Ankunft im Juni 2017 allein in einem Gehege lebt.

    Das Schicksal der traurigsten Bären

    VIER PFOTEN arbeitet unermüdlich daran, die Situation der Bären in Gefangenschaft in Europa und Vietnam zu verbessern. Dennoch leben immer noch Hunderte von Bären unter nicht artgemäßen Bedingungen.

    Sie werden für die Galleindustrie in Vietnam oder als Köder- und Unterhaltungsobjekte in der Ukraine und in Südosteuropa ausgebeutet.

    Ziel für 2019 und die Folgejahre ist es, sich im Rahmen der #saddestbears Initiative weiterhin für Bären in Not in Vietnam, der Ukraine und Südosteuropa einzusetzen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

    Dazu appelliert VIER PFOTEN an die jeweiligen Regierungen, Gesetzesänderungen zum Schutz der Tiere einzuführen und VIER PFOTEN bei der Umsiedlung und Unterbringung konfiszierter Tiere in geeignete Schutzzentren zu unterstützen.

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  • Wie viel sind die talentierten Kuenstler bereit, fuer die Liebe zu riskieren
    STREETDANCE - FOLGE DEINEM TRAUM
    Rampenlicht, dein Traum oder die Liebe

    Tänzerin Barlow (Juliet Doherty) wünscht sich nichts mehr, als die Hauptrolle in einer Broadway-Show zu ergattern. Als der Star-Choreograph Zander (Thomas Doherty), der sich nicht nur für Barlows Talent als Tänzerin interessiert, ihr eine Chance gibt, muss sie sich entscheiden:

    Soll sie das Angebot annehmen und Zanders Avancen nachgeben oder ihr Herz an den zurückhaltenden Pianisten Charlie (Harry Jarvis) vergeben?

    Und wird sich der Celebrity-Headliner der Show, Popstar Kayla Jordan (Jorgen Makena), allen in den Weg stellen und  ihren Anspruch auf Zander und das Rampenlicht für sich geltend machen?

    Wie viel sind die talentierten Künstler bereit, für die Liebe zu riskieren?

    STREETDANCE: FOLGE DEINEM TRAUM! führt alle Fans akrobatischer Moves nach New York und bringt dabei wieder die Leinwand zum Kochen! Die erfolgreiche STREEDANCE-Reihe geht weiter – furios inszeniert, mit spektakulären Tanzszenen, heißer Musik und einer ebenso leidenschaftlichen wie zu Herzen gehenden Liebesgeschichte.

    Nach den Tanzfilm-Hits STREETDANCE 3D, STREETDANCE 2 und STREETDANCE: NEW YORK wird STREETDANCE - FOLGE DEINEM TRAUM! wieder das Publikum begeistern.

    Über 80 der besten Tänzer aus aller Welt bringen dabei zusammen mit den Stars Thomas Doherty (Star der Disney-TV-Serie „The Lodge“, „Descendants“), Juliet Doherty („Little Dancer“) und Jane Seymour (erneut als Tanzlehrerin Oksana zu sehen) zahlreiche Tanzstile zusammen, perfekt choreographiert von Emmy-Award-Gewinner Tyce Diorio („Showgirls“).

    mit
    Juliet Doherty, Thomas Doherty, Jane Seymour,

    Regie: Michael Damian
    Drehbuch: Janeen Damian & Michael Damian
     
    Kinostart: 11. Juli 2019
    im Verleih von SquareOne Entertainment und Universum Film
    Im Vertrieb der Twentieth Century Fox of Germany

     

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