hamburger-retina

Aktuelles aus Medien, Kulturpolitik und Marketing

Aktuelles - Reden ist Silber

  • Angesichts von 100 bekannten Infizierten und bisher keinen Toten nannte Weißrusslands Praesident Lukaschenko Ausgangsbeschraenkungen "Psychosen" des Westens
    eine absolute Dummheit
    Coronavirus, die zivilisierte Welt ist verrückt geworden

    Corona-Krise - „Die zivilisierte Welt ist verrückt geworden, und die Politiker haben schon damit angefangen, die Situation für ihre Interessen auszunutzen“. Es sei eine „absolute Dummheit“, etwa Grenzen zu schließen, das sagte Alexander Lukaschenko der Präsident von Weißrussland, der bei uns im Westen als Diktator gilt. Verkehrte Welt denke ich mir dabei.

    In den vergangenen Tagen bezeichnete Lukaschenko das Coronairus als „Psychose“, dann wiederum empfahl er scherzhaft Wodka zu trinken, um es abzutöten. Oder ließ wissen, dass seine Bürger lieber auf dem Feld arbeiten sollten, anstatt über das Virus zu reden:

    „Das Feld wird alles heilen.“ Am Samstag noch spielte er in Minsk vor Fans Eishockey, kommentierte anschließend: „Sport, besonders Eissport, ist die beste Antiviren-Medizin", berichtet "Welt-Online". Die Kneipen, Schwimmbäder und Geschäfte haben alle weiter geöffnet, und Busse und Bahnen sind knallvoll. Nun ja, Lukaschenko dürfte zwar nicht alle Tassen im Schrank haben, das heißt aber nicht, dass er am Ende mit seiner Strategie nicht Recht behält. Wir werden sehen.

    Der Schweden-Weg

    Auch in Schweden geht das Leben normal weiter, während der Rest Europas sich aus Angst vor dem Virus verbarrikadiert. „Es geht um gesunden Menschenverstand“, sagt der schwedische Staatsminister Stefan Löfven.

    Und der ist in Deutschland vollkommen verloren gegangen, wie ich meine. Fast ohne Verbote geht das Leben in der Mitte Skandinaviens weiter als wäre nichts geschehen. Auch Restaurants, Cafés und Kneipen in Schweden dürfen weiterhin öffnen, aber alle Gäste müssen voneinander Abstand halten können, während in Deutschland das gesamte öffentliche Leben zum Stillstand gekommen ist.

    In Schweden genießen die Familien das Frühlingswetter im Park, und die Kinder gehen in den Kindergarten. Auch die Fitnessstudios und das Schwimmbad sind geöffnet.

    Während man in Deutschland mit Verboten und Strafen droht, geben die schwedischen Behörden ihren Bürgern nur Ratschläge mit auf den Weg. Die täglichen Empfehlungen an die Bevölkerung lauten:

    „Bitte, besuchen Sie Ihre älteren Verwandten nicht.“

    „Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, begrenzen Sie bitte Ihre sozialen Kontakte.“

    „Wer eine Reise geplant hat, sollte gründlich überlegen, ob diese unbedingt notwendig ist.“

    "Und - Seid vernünftig "

    Und ja, die Schweden folgen diesen Ratschlägen. Die Ausgangsbeschränkungen in Deutschland sollen nun bis zum 20. April gelten, und könnten noch weiter verlängert werden. 470.000 Unternehmen, Stand 31.März haben schon Kurzabeit angemeldet, viele werden die Maßnahmen der Bundesregierung nicht überleben, und Millionen könnten ihren Job verlieren.

    So geht das, wenn man das Bad mit dem Kind ausschüttet.

    Hans-Jürgen Papier, der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, hat vor schweren Schäden für die Grundrechte gewarnt, sollten die Restriktionen in der Corona-Krise lange andauern.

    Welche Stratigie am besten aufgegangen ist, werden wir Ende Juni sehen. Bis dahin, bleiben Sie gesund

    Gottfried Böhmer

    Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

    GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

    mehr
  • Ein archetypisches Schicksal
    Grenzüberschreitende Abgründe - Die Praxis der Denunziation

    Ich bin mir nicht sicher, ob sich das folgende Buch für die gegenwärtige Zeit von Corona eignet, wo jeder Augenblick der Leichtigkeit zählt, ich empfehle es trotzdem sehr. Es heißt „So ich noch lebe...“ und ist die Niederschrift einer Suche:

    Am 07. Juli 1944 wird der Zollbeamte Hugo Paterno - am 19. Dezember 1896 in Bludenz geboren - in München-Stadelheim hingerichtet und wird so eines der vielen Opfer der im Nationalsozialismus so alltäglichen wie willkürlichen und folgenschweren als auch erbarmungslosen Praxis der Denunziation.

    Ein archetypisches Schicksal also, das sein Enkel Wolfgang Paterno auf 300 kurzweiligen Seiten erzählt. Auf seiner Odyssee findet er Neid, Rachelust, Missgunst, Gehässigkeit, Wichtigtuerei und alle anderen menschlichen Abgründen, die man sich nur vorstellen kann.

    Die gespiegelten Ungerechtigkeiten in „So ich noch lebe...“ machen wütend, am Ende war ich indes froh, es bis dahin gelesen zu haben, weil es dem Autor gelingt, die weißen Flecken und Leerstellen einer Existenz endlich mit Leben und Respekt zu füllen.

    Was das Buch nicht ist: eine Abrechnung oder gar historische Abenteuergeschichte, wo ein guter Held gegen die bösen Nazis kämpft und gewinnt.

    Was es dagegen sehr wohl zeigt: wie gewöhnlich und gesellschaftlich akzeptiert die Barbarei dieser Epoche war. „So ich noch lebe...“ spielt grenzüberschreitend - Deutschland, Österreich und in der Schweiz - ist im Haymon Verlag (www.haymonverlag.at) erschienen und kostet 24,90 Euro.

    Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

    GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

     

    mehr
  • Boulevardfotografie von 1959 bis 2019
    Boulevardfotografie von 1959 bis 2019
    Als es noch echte Stories gab - BLICK war dabei

    „BLICK war dabei - Boulevardfotografie von 1959 bis 2019“ ist der Titel eines wirklich spannenden Fotobands, der jetzt im Steidl Verlag (www.steidl.de) für 58 Euro erschienen ist und mir als ehemaligen BILD-Reporter sehr viel Freude bereitet.

    Schließlich ist der Boulevardjournalismus ohne Bilder nicht denkbar und hat bis heute seinen Stellenwert nicht verloren, wenn durchs Fernsehen indes zum Teil leider eingebüßt.

    So verwundert es nicht, dass allein das analoge fotografische Erbe von BLICK im Bildarchiv des Ringierverlags in der Schweiz über eineinhalb Millionen Aufnahmen umfaßt.

    Am 14. Oktober 1959 fing mit der ersten Ausgabe des Zürcher Blattes alles an, der Name war vom ersten Tag an Programm und machte aus der Zeitung schnell ein polarisierendes Medienereignis.

    Ähnlich der BILD-Zeitung, die bereits sieben Jahre lang sehr erfolgreich in Deutschland auf dem Markt war, wollte auch BLICK immer ganz nah am Puls der Zeit, also nahe am Geschehen, am Volk sein und wurde schnell zur meistgelesenen Zeitung des Bergvolkes.

    So faßt „BLICK war dabei“ nicht nur 60 Jahre folkloristischen Reportagestil zusammen, sondern zeigt auch 60 Jahre Schweiz, beziehungsweise die Gefühlslage der Menschen dort.

    Das Buch ist in sechs Jahrzehnte aufgeteilt, die Fotografien auf 420 Seiten sehr wohl und facettenreich ausgewählt, Bildunterschriften erklären die Zusammenhänge, der Druck ist fabelhaft und rechtfertigt den Preis auf jeden Fall. Das Buch ist nicht nur für Schweiz-Fans ein Muss, sondern für jeden, der noch Lust auf echte Stories hat.

    Sönke C. Weiss

    Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

    GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

    mehr

Aktuelles - Interviews und Portraits

  • Packerin Eleonore Perschl wickelt Schrothkur-Gaeste des Fuenf-Sterne-Hotels Allgaeu Sonne in Oberstaufen zur Mobilisierung der Abwehrkraefte in feuchtkalte Handtuecher
    Interview zur Schrothkur
    Eleonore Perschl erzählt warum Schrothler gesünder sind

    Sie werden um 4 Uhr morgens in feuchtkalte Tücher gewickelt, um ein künstliches Fieber zu erzeugen und nehmen nur 400 bis 600 Kalorien pro Tag zu sich: Schroth-Gästen der Allgäu Sonne wird einiges abverlangt.

    Wie hart die Kur wirklich ist, was das über 200 Jahre alte Naturheilverfahren so besonders macht und warum es gerade jetzt so einen Hype erlebt, erzählt Eleonore Perschl im Interview.

    Sie arbeitet seit über 30 Jahren als „Packerin“ in dem Fünf-Sterne-Hotel in Oberstaufen – Deutschlands einzigem Schrothheilbad – und bereitet sich selbst jeden Herbst mit einer Schrothkur auf den Winter vor.

    Frau Perschl, was kann die Schrothkur, was andere Diäten nicht können?

    Eine Schrothkur ist nicht in erster Linie Diät. Der Gewichtsverlust ist nur ein willkommener Nebeneffekt. Viel wichtiger: Während der Kur wird der Körper entgiftet, Krankheiten wie Migräne, Bluthochdruck und Diabetes können gelindert und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

    Schrothler sind weniger anfällig für Stress und Erkältungskrankheiten, der Effekt hält bis zu neun Monate an.

    Warum erlebt die Schrothkur derzeit so einen Hype?

    Die Kur entspricht dem aktuellen Bedürfnis, sich ganzheitlich etwas Gutes zu tun: Der gesamte Körper wird entschlackt und entgiftet.

    Die erlaubten Speisen in der Allgäu Sonne sind vegan und basisch – auch das liegt im Trend. Kurz gesagt: Das Naturheilverfahren erfüllt das verstärkte Bewusstsein für sich und die Umwelt.

    Sie machen selbst jedes Jahr eine Schrothkur. Was glauben Sie: Wie würde es Ihnen heute ohne Schrothkur gehen?

    Ich bin mir sicher: Es ist der Schrothkur zu verdanken, dass ich seit 30 Jahren nicht einen einzigen Tag krank zuhause bleiben musste.

    Bitte beschreiben Sie kurz den Tagesablauf eines „Schrothlers“.

    Außer sonntags wecke ich die Schroth-Gäste zwischen 4 und 5 Uhr mit Kräutertee sowie Zwieback, um sie anschließend erst in ein nasskaltes Tuch, dann in mehrere Schichten trockene Decken und Mollton mit Wärmflasche zu wickeln.

    Das erzeugt ein künstliches Fieber. So bleibt der Schrothler maximal zwei Stunden liegen, schläft oder schaut einen Film. Nach dem Auspacken fallen die meisten nochmal in einen tiefen, ruhigen Schlaf. Der Wechsel von Trocken- und Trinktagen ist eine wichtige Säule der Kur.

    An den Trockentagen sind nur leichte Spaziergänge und Entspannungsübungen angeraten. Ansonsten stehen Bewegung, Tanzen und Wandern auf dem Programm.

    Das Sportangebot in der Allgäu Sonne ist hinsichtlich Intensität an diesen Wechsel angepasst. Die Tagebucheinträge zwei meiner Kolleginnen geben einen guten Einblick in den Schroth-Alltag.

    Die Schrothkur hat den Ruf, dass es dabei recht lustig zugeht. Woher kommt das?

    An den Trinktagen wird Wein zum Abendessen angeboten, an den Trockentagen ist immerhin ein „Aufgestockter“ erlaubt, also ein Wacholderschnaps mit Orangen- und Grapefruitsaft.

    Außerdem gehen viele an den Bewegungstagen zum Tanzen, zum Beispiel im Stießbergstüble der Allgäu Sonne. Das Schöne ist, dass man dort immer Gleichgesinnte trifft, mit denen man fachsimpeln kann.

    Wie häufig kommt es vor, dass ein Schrothgast die Kur abbricht, weil er/sie nicht durchhält?

    Ich kann mich an keinen einzigen Fall in der Allgäu Sonne erinnern. Bei uns geht es nicht so streng zu, wie es sich vielleicht anhört. Wir gehen auf alle Wünsche ein:

    Wenn jemand beispielsweise nicht mumienartig eingewickelt sein mag, lassen wir die Arme draußen. Manche essen heimlich mal ein Stück Kuchen. Das ist zwar schade, weil es das positive Ergebnis der Kur abschwächt, aber die Entscheidung überlassen wir jedem selbst.

    Preisbeispiel: Die Schroth-Schnupperwoche ab 1.093 €/Pers. umfasst 7 Übernachtungen, Schroth-Vollpension, 6 Schrothpackungen wie oben beschrieben sowie eine Rückenmassage und ein Meersalz-Körperpeeling.

    Weitere Auskünfte

    Allgäu Sonne    Stießberg 1    D-87534 Oberstaufen/Allgäu

    Fon +49 8386 702-0    info@allgaeu-sonne.de 

     

    mehr
  • Martina Roth hat ihre Heimat auf Saint Lucia gefunden
Martina Roth, die Powerfrau, die vier Sprachen spricht
    International Women’s Day
    Die Schweizerin Martina Roth macht Karriere auf Saint Lucia

    Am 8. März ist International Women’s Day. Die Karibikinsel Saint Lucia ist eines der wenigen Länder mit mehr weiblichen als männlichen Managern. Eine von ihnen ist die 44-jährige Schweizerin Martina Roth. Bei Sandals Resorts stieg sie die Karriereleiter von der Übersetzerin zur Hotelmanagerin auf.

    Die Karibikinsel Saint Lucia ist eines der wenigen Länder mit mehr weiblichen als männlichen Managern. Eine von ihnen ist die 44-jährige Schweizerin Martina Roth. Bei Sandals Resorts stieg sie die Karriereleiter von der Übersetzerin zur Hotelmanagerin auf.

    Karrierebewusste Frauen in Management Positionen

    Sydney, Mexico, Montreal: Während ihres Jobs als Reiseverkehrsfrau bei einem Schweizer Reiseveranstalter war Martina Roth schon immer viel in der Welt unterwegs. Als sie einen Segeltörn in die Karibik gewinnt, verliebt sie sich sofort in die Sonneninsel Saint Lucia.

    „Das ganze Jahr großartiges Wetter, ein entspannter Lebensstil und karrierebewusste Frauen, von denen viele in Management-Positionen arbeiten – das hat mich beeindruckt,“ schwärmt Martina Roth. Für die Schweizerin war klar: Da will sie leben und arbeiten.

    1998 wird sie auf eine Stelle im Sandals Halcyon Beach auf ihrer Trauminsel aufmerksam. Sie bewirbt sich – und wird genommen. Im Alter von 22 Jahren entscheidet sie sich für einen neuen Job und damit ein neues Leben. Damals weiß sie noch nicht, dass sie einmal eine leitende Position in einem Hotel mit 380 Mitarbeitern haben wird.

    Aber Gleichberechtigung und Female Empowerment werden hier großgeschrieben. Die All-inklusive Resortkette fördert Martina Roths Karriere und gibt ihr die Möglichkeit, sich in verschiedene Positionen einzuarbeiten und sich weiter zu entwickeln.

    Die Powerfrau, die vier Sprachen spricht, übersetzt anfangs unter anderem Menükarten und Tauchinformationen, begleitet Ausflüge und unterstützt den Empfang. Das macht sie so gut, dass sie nach nur zwei Jahren zur Rezeptionschefin und anschließend zur Service-Direktorin befördert wird.

    Dann bekommt Martina die Chance, von der viele träumen. Sie wird Hotelmanagerin und sie weiß: Die Entscheidung, auszuwandern, war die beste ihres Lebens.

    Traumjob: Managerin eines All-inklusive Resorts

    „Ich liebe die Vielfältigkeit meiner Stelle und den direkten Kontakt zu unseren Gästen und Mitarbeiten,“ sagt Martina Roth. Im Sandals Halcyon Beach Resort mit 169 Zimmer genießen Urlauber ein umfangreiches All-inklusive Angebot:

    Gourmetmenüs in sechs Top-Restaurants und Hausweine von dem namhaften Weingut Robert Mondavi Twin Oaks zählen ebenso dazu wie Markengetränke und Premiumspirituosen in den Bars der Hotelanlage.

    Ergänzt wird das Angebot durch traumhafte Golfplätze inklusive Greenfee und das unbegrenzte Tauchvergnügen im kristallklaren Wasser direkt vor der Tür. In der Mittagspause entspannt Martina Roth am liebsten im Strandpavillon mit traumhafter Sicht auf das Meer und Kelly’s Docksite Over the Water Restaurant.

    Heimat auf Saint Lucia

    Wenn die Karrierefrau nach ihrem Job nach Hause kommt, warten ihre beiden 5 und 11 Jahre alten Kinder auf sie. Durch ein gutes Netzwerk von Freunden, Familie und Mitarbeitern schafft die alleinerziehende Mutter es, Familie und ihren Traumberuf zu verbinden.

    Auch wenn sie manchmal den Schweizer Käse vermisst – die karibische Gelassenheit, das üppige Tropengrün, das türkisblaue Meer und der spannende Job mit tollen Kollegen machen die Insel zu ihrer Wahl-Heimat.

    mehr
  • Elisabeth Moss
    von der Serien- zur Leinwand-Heldin
    Die Leinwand-Heldin Elisabeth Moss

    Was wäre Hollywood ohne Elisabeth Moss? – Die einzig mögliche Antwort: Um eine großartige und facettenreiche Darstellerin ärmer. Zum deutschen Kinostart von DER UNSICHTBARE am 27. Februar wollen wir uns anschauen, wie rasant sich Moss nicht nur mit brillanten Serienrollen sondern auch in zunehmendem Maße über starke Kinorollen in die Herzen des Publikums spielen konnte.

    Mit kleineren und größeren Film-, Serien-, Theater- und auch Synchronrollen betrat Elisabeth Moss im Alter von 8 Jahren 1990 die Schauspielbühne und baute ihr darstellerisches Repertoire seitdem immer weiter aus.

    Kein Wunder also, dass sie schon bald längere Serienauftritte hatte und beispielsweise in West Wing ganze 25 Episoden an Bord bleiben durfte.

    Der richtig große Durchbruch gelang Moss jedoch ab 2007, mit der ikonischen Verkörperung einer starken Frauenfigur: In der 60er-Jahre-Serie Mad Men schlüpfte sie als Peggy Olson in eine schlagkräftige Hauptrolle und zeigte dem Publikum eindrucksvoll, wie sich eine Frau in der von Männern dominierten Werbeindustrie durchsetzt.

    Die bisherige Serien-Speerspitze markierte dann ihre Rolle als June Osborne – seit 2017 kämpft sie in der Drama-Serie The Handmaid’s Tale furios für die Freiheit und bereichert mit ihrem ausdrucksstarken Spiel die dystopische Serie spürbar.

    Mit Serien-Preisen und Auszeichnungen überhäuft, eroberte Moss im Folgenden die Welt des Kinos und zeigte dabei, dass sie selbst das Horror-Genre vor keine schauspielerischen Probleme stellt.

    In Wir von Oscar-Regisseur Jordan Peele versetzte sie die Zuschauer in Angst und Schrecken, durfte dabei in einer Doppelrolle sogar zwei vollkommen unterschiedliche Facetten bravourös zur Schau stellen.

    In DER UNSICHTBARE taucht Moss nun noch tiefer in die Abgründe des Genres ein. Sie verkörpert die vermeintliche Witwe Cecilia Kass. Nach dem Ableben ihres gewalttätigen Mannes kann sie durchatmen.

    Doch ist ihr Mann tatsächlich tot? Oder hat er einen Weg gefunden, sie als unsichtbare Bedrohung um den Verstand zu bringen und in den Wahnsinn zu treiben?

    Zwischen Realität und Albtraum wandelnd können sich die Zuschauer gemeinsam mit Moss in der atemberaubenden Thriller-Neuverfilmung von Regisseur Leigh Whannell vor einem unsichtbaren Feind fürchten und ihm entschlossen entgegentreten.

    Besetzung: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Oliver Jackson-Cohen

    Regie: Leigh Whannell

    Produzenten: Jason Blum, Kylie du Fresne

    Ausführende Produzenten: Leigh Whannell, Beatriz Sequeira, Charles Layton, Rosemary Blight, Ben Grant, Couper Samuelson, Jeanette Volturno

    Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Die GFDK - Gesellschaft Freunde der Künste macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

    Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

    Freunde der Künste,
    das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

    mehr

Aktuelles - Marketing News

  • Auch bei der GFDK brechen die Werbeeinnahmen ein, und Gottfried Boehmer und Adele muessen in die Kurzarbeit gehen
    Das Geschäft bricht ein
    Coronakrise, erstmal Jobs und Geschäft sichern

    Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat heute weniger gute Nachrichten. Zu den Branchen, die besonders hart von der Coronakrise getroffen werden, gehören auch Medienunternehmen. Vor allem der Werbemarkt ist regelrecht eingebrochen. Nun wird gespart, Kurzarbeit und Entlassungen stehen an.

    Auch die Funke Mediengruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) und die Südwestdeutsche Medienholding SWMH (Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung) haben bereits Kurzarbeit angemeldet, und weitere werden Folgen.

    Lieber Herr Böhmer,

    plötzlich ist alles ganz anders. Die Coronavirus-Krise hat unser aller Leben mächtig durcheinandergeworfen. Eigentlich hätten unsere Abonnenten in diesen Tagen ihre nagelneue gedruckte W&V erhalten - zumeist direkt an ihren Arbeitsplatz.

    Es dürfte die erste gedruckte W&V sein, die quasi komplett im Homeoffice gemacht wurde. Ich finde, es ist eine sehr gute W&V geworden.

    Wenn wir gerade alle im Home Office sitzen, das Heft aber im Büro landet, wie soll es denn dann gelesen werden? Auch dafür gibt es eine, genau genommen sogar zwei Lösungen.

    Allen Abonnenten der Print-Ausgabe stehen nach Registrierung auch das E-Paper und unser digitales Abo-Angebot W&V+ (hier gibt es die Geschichten aus dem Heft als aufbereitete Einzelartikel) kostenfrei zur Verfügung.

    Fragen dazu gern jederzeit an support@wuv.de  - natürlich gibt es auch für Nicht-Abonnenten die aktuelle Ausgabe (wie jedes andere Einzelheft) in digitaler Variante, aus gegebenem Anlass mit einem besonderen Angebot.

    Überhaupt: In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, welche Kraft, welche Ideen eine solche Krise auslösen kann, wenn man es denn wirklich will. 

    Wir haben in kürzester Zeit eine virtuelle Konferenz entwickelt, bei der alle wichtigen Fragen zu Covid-19 und den Folgen für Marken und Marketing beantwortet werden.

    Am 6. April wird es bereits die zweite Ausgabe dieser Konferenz geben. Der Termin für Volume 3 steht übrigens mit dem 20. April auch schon fest.

    An anderer Stelle hinterlässt die Coronavirus-Krise noch deutlichere Spuren. Die deutsche Agenturen beenden frühzeitig die Award-Saison.

    Einer Initiative aus Hamburg folgend reichen dieses Jahr viele Agenturen nicht mehr bei Kreativfestivals ein. Das Virus gebe keinen Anlass zum Feiern. Und die Betroffenen wollen erstmal Jobs und Geschäft sichern.

    Das klingt nachvollziehbar.

    Bleiben Sie gesund

    Holger Schellkopf

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

    mehr
  • Mark Read hatte sich 2020 sicher anders vorgestellt Jetzt muss WPP wieder sparen
    wer macht das beste in der krise
    Die Marketingwelt spaltet sich in drei Lager

    Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichtet über mutige und zaudernde Unternehmen.

    Lieber Herr Böhmer,

    die Marketingwelt spaltet sich in drei Lager:

    Die einen verfallen in Schockstarre und frieren alle Aktivitäten ein. Dazu gehört die Mietwohnungsplattform Airbnb. Sie ist nach Coca-Cola der nächste Konzern, der seine Werbung komplett aussetzt.

    Auf Werberseite gehört auch WPP dazu. Die Agenturgruppe kündigt einen knallharten Sparkurs an, der alle Töchter betrifft. Irgendwie kann man auch Adidas dazuzählen.

    Die Herzogenauracher setzen zwar nicht das Marketing aus. Sie stoppen die Zahlungen an Vermieter und Dienstleister – was auch im weitesten Sinne wie Marketing wirkt, nur wie wahnsinnig schlechtes.

    Die zweite Gruppe ist die der Helfenden. Bestes Beispiel: Burger King. Der Fastfood-Riese hilft nicht nur Aldi, indem er seine Burgerbrater Regale einräumen lässt.

    Er verschenkt jetzt auch Menüs an alle, die an der Coronafront für Deutschland kämpfen, an Krankenpflegende, Sanitäter und Ärzte.

    Der GWA unterstützt nun auch Nicht-Mitglieder mit Rechtsberatung und Hilfspaketen. Und Brooks bietet allen Stationärhändlern kostenloses Dropshipping an.

    Gruppe drei sind die, die das Beste draus machen und in die Marketing-Offensive gehen: Die Reiseplattform Skyscanner platziert in einem rührenden Clip den Hashtag #WeWill und meint damit:

    Wir werden wieder reisen, die Welt sehen, es überstehen. Penny bedankt sich fest ebenso emotional bei allen Eltern, die zu Hause die Stellung halten.

    Hashtag #erstmalzuhause. #Togetherathome heißt es in der Ikea-Kampagne – dort ist Spaß angesagt. Bei Gaffel und Jack Daniel‘s trinkt man mit Abstand (das beste Bier – und vermutlich auch den besten Whiskey), allerdings ohne Hashtag.

    Apropos Hashtag: News gibt es auch von #MachenWirDasBesteDraus. Am kommenden Montag startet unsere zweite virtuelle Konferenz: Das Coronavirus und den Folgen statt – was man jetzt wissen muss. Die Teilnahme ist wie gehabt kostenlos. Wir freuen uns auf Sie.

    Einen schönen Abend

    Verena Gründel

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

    mehr
  • #WirBleibenZuhause  Alice Cooper unterstuetzt Jens Spahn
    #WirBleibenZuhause
    Kein Aprilscherz, Alice Cooper unterstützt das Bundesgesundheitsministerium

    Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichtet über eine Hilfe für Jens Spahn, von ungewohnter Seite. Auf herrlich knarzigem Deutsch sagt Rock-Legende Alice Cooper: "Ich bleib zuhause"

    Lieber Herr Böhmer,

    kein Aprilscherz: Alice Cooper unterstützt das Bundesgesundheitsministerium. Genauer gesagt: die Kampagne #WirBleibenZuhause.

    Dass selbst internationale Künstler wie der US-Amerikaner Alice Cooper und die Britin Bonnie Tyler honorarfrei bei einer Aktion einer langweiligen deutschen Behörde mitmachen, zeigt:

    Grenzen sind jetzt nicht wichtig. Wichtig sind Kooperationen, die einem gemeinsamen Ziel gelten: Gesundheit möglichst umfassend zu sichern und Freiheit möglichst bald wiederzuerlangen.

    Dass Adidas sich nun für sein Verhalten entschuldigt, war alternativlos. Erstaunlich, dass dieses Debakel für die Marke einem Weltkonzern überhaupt passieren konnte.

    Nicht nur Adidas, sondern fast alle Unternehmen haben durch die Pandemie gravierende Umsatzausfälle und damit das große Problem mangelnder Liquidität. Egoismus hilft nicht weiter. Aber gleichzeitig besteht jetzt die Chance mit hilfreichen und sinnvollen Maßnahmen auf sich aufmerksam zu machen und als Marke zu punkten.

    Die Menschen sind zwar zurzeit in sehr eingeschränkter Form Konsument*innen. Aber sie registrieren sehr wohl, wer sich wie verhält. Die Märkte werden sich verändern und auch die Marktanteile. Jetzt ist die Zeit, zu handeln.

    Einen schönen Abend noch.

    Rolf Schröter

    Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

    mehr

Aktuelles - Kultur und Medien

  • Wallace Rooney verstarb am 31.03. an COVID-19
    Michael Stückl schreibt an die Jazzfreunde
    Schwere Zeiten für die Jazzfreunde und Musiker in der Coronakrise

    Beim vorletzten Konzert in der Unterfahrt begann sich abzuzeichnen, dass die Welt sich anders drehen wird. Wir hatten Benny Golson auf unserer Bühne. Auf seinem Plan standen zuvor einige Konzerte in Italien. Sein Flug landete dann aber nicht wie geplant in Mailand, sondern in Barcelona.

    Am Vorabend des Konzertes bei uns machte Italien die Grenzen dicht. Offiziell waren an diesem Tag 56 positiv auf CoV-Sars2 getestete Patienten in München gemeldet. Die Fallzahlen in Deutschland hatten gerade die 1000er Marke überschritten.

    Insgesamt schien uns die Situation einigermaßen berechenbar. Benny ersetzte sein italienisches Trio durch 3 junge Münchner Musiker. Golson sollte dann eigentlich noch einige Konzerte in Spanien spielen. Doch auch daraus wurde nichts mehr.

    Nach ein paar weiteren Tagen gelang es ihm - kurz vor Trumps Einreise-Bann - nach New York zurückzukehren. Letztlich sind wir glücklich, dass er bei uns wenigstens ein einziges Konzert auf seiner Europatournee hat spielen können. Für uns war es ein Erlebnis:

    Ein heute schon legendärer Abend mit einer 91-jährigen Jazzlegende. Wir hoffen, Benny geht gut. Denn heute vermuten wir, dass es zu diesem Zeitpunkt allein in New York wahrscheinlich schon mehr Corona-Infizierte gab als in Deutschland.

    Am frühen Morgen des 13.03. rief mich Nice Brazil, die Künstlerin an, die an diesem Abend spielen sollte. Einer Ihrer Musiker hänge im Ausland fest.

    Ich war froh, das Konzert absagen zu dürfen, denn bereits vor dem offiziellen Verbot war mir klar, dass die Diskussion darum, ob Großveranstaltungen mit über 1000 Personen eventuell vermieden sollten, an der Sache ziemlich vorbei ging und auch die Konzerte in der Unterfahrt zum Risiko würden.

    Mein Herz für die Kultur blutete, als ich entscheiden musste unseren Konzertbetrieb einzustellen. Mein Herz für die Medizin war froh, dass ich schließen durfte. In dieser zweiten Profession bekomme ich im Krankenhaus mit zunehmender Dramatik mit, weshalb es wichtig ist, die aktuellen Einschränkungen zu ertragen.

    Fast drei Wochen sind vergangen. So lange hatten wir unseren Club in über 40 Jahren nie am Stück geschlossen. Wir konnten und wollten uns eine längere Schließung in der Vergangenheit nie vorstellen.

    "AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: Konzertverschiebung". So sehen heute die Mails in unseren Postfächern aus. Absagen, Terminverschiebungen, ein wildes Hin und Her. Soll man vielleicht die Tour auf Juni legen, oder vielleicht doch gleich ins nächste Jahr?

    Wir wissen das leider nicht, gehen aber davon aus, dass einige der im Moment noch angekündigten Konzerte der nächsten Monate nicht stattfinden werden.

    Auch dem Jazzclub Unterfahrt bleibt nicht erspart, sich Gedanken zu machen, wie lange wir unseren eigenen Anspruch, Musiker und Publikum zusammenzubringen nicht gerecht werden können und dürfen.

    Social Distancing ist ja genau das Gegenteil. Am schlimmsten trifft die Krise aber die Musiker. Sie können nicht mehr auftreten und nicht auf dem üblichen Weg unterrichten.

    Die meisten Jazzmusiker sind immer schon Überlebenskünstler und es ist auch in normalen Zeiten beeindruckend, welche Widrigkeiten sie auf sich nehmen, um uns, ihr Publikum mit Ihrer Musik zu beglücken. Sie haben es jetzt noch viel schwerer.

    Viele unserer Mitglieder und aus unserem Publikum, machen sich Gedanken, ob und wie der Jazzclub die Krise übersteht. Und vielen von Ihnen ist zu verdanken, dass wir uns hierüber nur nachrangig Sorgen machen müssen.

    Denn heute zeigt sich mehr denn je, dass unsere Struktur, die auf einem gemeinnützigen Verein mit ca. 1400 Fördermitgliedern beruht, uns große Stabilität sichert.

    Ihnen, unseren Förderern ist zu verdanken, dass wir diese Krise eine ganze Weile überstehen, wenn Sie uns wie bisher treu bleiben, auch wenn wir aktuell keine Konzerte vor Publikum veranstalten können.

    Berührt haben mich die Neuanträge in dieser Zeit. Vielen Dank für dieses Mut machende Zeichen Ihrer Solidarität für unsere "nicht systemrelevante Institution".

    Wie geht es weiter? Wir sind nach einer intensiven Zeit der Neu- und Umplanung vieler Konzerte, etwas später als andere Veranstalter, auch mit der Planung und Produktion von live gestreamten Konzerten von kleinen Besetzungen beschäftigt.

    Wir möchten die verfügbaren Mittel aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und der Förderung unseres Vereins auch in diesen Zeiten als Gagen an die Musiker weitergeben.

    Wir werden in den nächsten Tagen über den Jazzletter und unsere Website konkret informieren, wann wir am Start sind, um ein klein wenig Unterfahrt-Gefühl in Ihre Wohnzimmer zu bringen.

    Bleiben Sie uns treu und bleiben Sie gesund

    Michael Stückl 

    und das Team der Unterfahrt 

     

    mehr
  • Trotz Corona Neue Lufthansa-Richtlinie gefaehrdet die Gesundheit der eigenen Kunden
    Trotz Corona-Krise
    Corona-Krise, Lufthansa-Richtlinie gefährdet die Gesundheit

    Während die Regierung aktuell eine Kontaktsperre verhängt und Treffen von mehr als zwei Personen damit untersagt hat, zwingt die Lufthansa ihre Kunden dank einer neuen Richtlinie persönlich zur Post:

    Ab sofort akzeptiert das Unternehmen Vollmachten zur Durchsetzung der EU-Fluggastrechte nicht mehr digital, sondern verlangt die Zusendung eines unterschriebenen Ausdrucks.

    Christian Nielsen von dem Verband der Vertreter für Fluggastrechte (APRA), sieht darin ein unverantwortliches und illegales Verhalten:

    “Die Lufthansa hat ihre internen Richtlinien aktuell so geändert, dass die Fluggesellschaft Vollmachten für die Durchsetzung der EU-Fluggastrechte durch Dritte nicht mehr digital akzeptiert.

    Das ist einer von vielen Schritten, die Airlines aktuell gehen, um die EU-Fluggastrechte einzuschränken. Doch dieses Verhalten ist nicht nur rückständig, sondern in Zeiten von Corona auch gefährlich.

    Sämtliche Virologen empfehlen den Gang nach draußen aktuell nur, wenn es wirklich notwendig ist. Die Lufthansa zwingt ihre  Passagiere durch diese Entscheidung jedoch, vor die Tür zu gehen und sich selbst sowie andere zu gefährden.

    Die Airline spielt hier offensichtlich mit der Angst und Gesundheit ihrer Kunden, um weniger Entschädigungen auszahlen zu müssen. Das ist verantwortungslos. Deshalb werden wir juristisch gegen diese Klausel vorgehen und gegen Lufthansa vor Gericht ziehen.

    Passagiere brauchen Unterstützung bei der Rechtsdurchsetzung

    “Wer von einer Flugverspätung oder einem -ausfall betroffen ist, hat unter Umständen Anspruch auf eine Entschädigung. Dies gilt jedoch nur, wenn die jeweilige Airline auch dafür verantwortlich ist.

    Die aktuellen Flugausfälle aufgrund des Coronavirus liegen beispielsweise außerhalb des Verantwortungsbereichs einer Airline. Entschädigungsforderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus werden alle APRA-Mitglieder deshalb konsequent ablehnen”, erklärt Christian Nielsen von APRA und führt fort: 

    “Dennoch können Passagiere ihre Rechte bis zu drei Jahre rückwirkend durchsetzen. Viele Menschen nutzen daher die Zeit zu Hause, um ihre Entschädigungsansprüche von vergangenen Flügen durchzusetzen.

    Die Durchsetzung dieser Entschädigungen ist jedoch oftmals kompliziert, da sich viele Airlines bei der Auszahlung querstellen.

    Die Lufthansa lehnt beispielsweise mehr als die Hälfte (52,7 Prozent) aller Entschädigungsforderungen zu Unrecht ab. Das ist eine gängige Taktik vieler Airlines.

    Deshalb sollten betroffene Passagiere die Möglichkeit haben, sich Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Rechte zu suchen. Dafür müssen diese jedoch eine gültige Vollmacht aufsetzen.

    Die Lufthansa versucht nun gezielt, die Ausstellung solcher Vollmachten zu erschweren, um zu verhindern, dass Passagiere ihre Rechte wahrnehmen.”

    Fluggesellschaften wollen EU-Fluggastrechte massiv schwächen

    “Die Fluggesellschaften nutzen die aktuelle Krise, um eine alte Agenda voranzutreiben, die darauf abzielt, die Rechte der EU-Passagiere drastisch einzuschränken.

    Neben der Richtlinien-Änderung bei der Lufthansa fordern einige Fluggesellschaften beispielsweise, dass sie die Hotelkosten für gestrandete Passagiere nur noch für maximal drei Nächte übernehmen müssen, auch wenn der Aufenthalt länger dauert.

    Sollten sie sich durchsetzen, werden bis zu 80 Prozent der Passagiere das Recht auf Entschädigungen verlieren. Das würde einen massiven Einschnitt der Verbraucherrechte in Europa bedeuten. Dennoch wird ein entsprechender Entwurf seit Wochen im Rat der EU und zeitnah auch im Parlament diskutiert. 

    Wir sind uns bewusst, dass die gesamte Flugbranche zur Zeit eine schwierige Phase durchmacht, doch dies rechtfertigt nicht, dass die eigenen Kunden mit einer Abschwächung wenn nicht sogar Verlust ihrer Rechte konfrontiert werden.

    Die Airlines sollten sich daher darauf konzentrieren, wie sie ihre Fluggäste in der Not unterstützen können. Schließlich sind sie es auch die Passagiere, die als Steuerzahler die Fluggesellschaften in der Krise vor dem Aus bewahren.

    Daher ist es das Mindeste, dass ihre Rechte nicht bei der ersten Gelegenheit im Gegenzug eingeschränkt werden”, sagt Christian Nielsen von APRA.

    Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

    Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke.

    Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug.

    Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, durchschnittlich bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

    Außergewöhnliche Umstände, auf die die jeweilige Airline keinen Einfluss hat, bewirken, dass die verantwortliche Fluggesellschaft von ihrer Kompensationspflicht befreit wird.  Dazu zählen unter anderem Unwetter oder medizinische Notfälle.

    Über die APRA
    Die Association of Passenger Rights Advocates (APRA) wurde 2017 gegründet, um eine einheitliche Stimme zum Schutz von Fluggästen auf europäischer Ebene zu schaffen. Die APRA hat sich zum Ziel gesetzt, Fluggäste einen maximalen Schutz zu gewährleisten.

    Der Verband führt einen aktiven konstruktiven Dialog mit den europäischen und nationalen Institutionen sowie mit Fluggesellschaften, Flughäfen, nationalen Durchsetzungsstellen und anderen wichtigen Interessengruppen. 

    Die APRA bietet eine Kombination aus soliden Daten, eingehenden Analysen und kollektivem Know-how, um die politischen Entscheidungsträger zu informieren und das Interesse der europäischen Fluggäste zu fördern. Zu den Gründungsmitgliedern der APRA gehören AirHelp, EUclaim und Reclamador.

    mehr
  • Corona-Krise, Airlines fordern Geld waehrend sie die Rechte ihrer Passagiere aushoehlen
    im Schatten der Corona-Krise
    Corona-Krise, Airlines fordern Geld, Passagiere bleiben auf der Strecke

    Im Zuge der Corona-Krise fordern Fluggesellschaften weltweit finanzielle Unterstützung. Als wesentlicher Bestandteil der Reisebranche sind sie wirtschaftlich mit am stärksten von den aktuellen Änderungen betroffen. In den USA sind Rettungspakete von über 50 Mrd. Dollar im Gespräch.

    Gleichzeitig machen sich die Konzerne und Vereinigungen wie Airlines 4 Europe (A4E) jedoch die Krise zu Nutze, um die Rechte ihrer Passagiere langfristig einzuschränken. Darauf macht der Verband der Vertreter für Fluggastrechte (APRA) aufmerksam.

    Diesem zufolge sind die aktuellen Maßnahmen Teil einer langfristigen Kampagne zur Beschränkung der Europäischen Fluggastrechteverordnung EG 261.

    Bis zu 80 Prozent der Fluggastrechte sollen verschwinden
    Laut dem APRA könnten Passagiere künftig bis zu 80 Prozent ihrer Fluggastrechte einbüßen. Bis dato regelt die EG 261, dass Airlines bei selbst verschuldeten Verspätungen über drei Stunden oder Ausfällen ihre Passagiere angemessen entschädigen müssen.

    Wie geplante Restriktionen aussehen können, legt eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie nahe: Dem Bericht zufolge sollen bspw. die derzeit dreistündigen Verspätungszeiten auf bis zu zwölf Stunden ausgedehnt werden.

    Laut Flugdaten beträfe das vier von fünf verspäteten Flügen, für welche die Fluggesellschaften ihre Passagiere künftig nicht mehr entschädigen müssten. Wie weitere Einschränkungen aussehen können, zeigen aktuelle Maßnahmen seitens der Airlines im Schatten der Corona-Krise:

    So forderten sie, das Recht auf Hotelübernachtungen bei Ausfällen auf drei Nächte zu kürzen, auch wenn der erzwungene Aufenthalt länger dauern sollte. Zudem sollte die Erstattung des Ticketpreises durch die Ausgabe von Reisegutscheinen ersetzt werden. Letzteres lehnte die EU bereits ab.  

    Während die Airlines demnach aktiv an der Aushöhlung der Fluggastrechteverordnung arbeiten, fordern die Konzerne gleichzeitig staatliche Unterstützung aus Steuergeldern.

    Diese werden jedoch auch von den Millionen Passagieren mitfinanziert, die ebenfalls von der Krise betroffen sind. Der APRA fordert daher, dass eventuelle Finanzhilfen an die Wahrung der Verbraucherrechte geknüpft werden.

    Rechnen die Fluggesellschaften mit staatlichen Hilfeleistungen?
    Dass die Flugbranche wie kaum eine zweite von der Krise betroffen ist, zweifelt der APRA nicht an. Allerdings wirft der Verband den Airlines vor, sich als Bestandteil der weltweiten Infrastruktur auf ihre “Systemrelevanz” zu verlassen und mit den staatlichen Fördergeldern zu rechnen – ohne die Rechte der Verbraucher zu garantieren.

    Dazu führt die Organisation das Beispiel der amerikanischen Fluggesellschaften an, die aktuell um 50 Mrd. Dollar bitten, in den letzten Jahren jedoch Milliarden Profite erwirtschafteten und über 45 Mrd. Dollar an ihre Anteilseigner ausgeschüttet haben.

    “Wir verstehen, dass dies eine Krisenzeit für die Fluggesellschaften ist, aber es ist eine Krise für jeden auf der Welt. Die Tatsache, dass das COVID-19 derzeit ein außergewöhnlicher Umstand ist – APRA war die erste Organisation, die dies offiziell anerkannt hat – gibt den Fluggesellschaften nicht das Recht, dies als "catch it all"-Möglichkeit zu nutzen, um die Fluggastrechte langfristig abzuschaffen.

    Wenn überhaupt, dann zeigt diese Krise, dass starke Fluggastrechte heute mehr denn je erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaften die Passagiere auch während einer Pandemie gerecht behandeln", erklärt Christian Nielsen, Vorstandsmitglied und Sprecher des APRA.  

    Andrew Murphy, Luftfahrtmanager von Transport & Environment, fügt hinzu, dass "Fluggesellschaften, die in schlechten Zeiten öffentliche Unterstützung fordern, akzeptieren sollten, dass sie in guten Zeiten anfangen müssen, Steuern zu zahlen", was auch für den Schutz und die Entschädigung von Passagieren gilt.

    Mehr als 40 Millionen Fluggäste sind jährlich von Ausfällen betroffen
    "Jedes Jahr sind mehr als 40 Millionen Fluggäste allein von Flugannullierungen betroffen, wobei viele von ihnen auf dem Flughafen stranden und zusätzliche Kosten auf sich nehmen müssen. Besonders diese Passagiere sind auf starke Fluggastrechte angewiesen.

    Der APRA setzt sich dafür ein, dass die Rechte der Fluggäste so stark bleiben, wie sie es aktuell sind. Wie Studien ergeben haben, gibt es auch keinen Grund, diese zu ändern, denn die Gewinne der Fluggesellschaften wurden in der Vergangenheit kaum durch die EG 261 beeinträchtigt.

    Stattdessen hat die Verordnung bewiesen, dass sie die Fluggesellschaften erfolgreich an ihre Pflichten erinnert.", ergänzt Christian Nielsen.

    Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere
    Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke.

    Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug.  

    Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, durchschnittlich bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

    Außergewöhnliche Umstände, auf die die jeweilige Airline keinen Einfluss hat, bewirken, dass die verantwortliche Fluggesellschaft von ihrer Kompensationspflicht befreit wird. Dazu zählen unter anderem Unwetter oder medizinische Notfälle.

    mehr
Top