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Exklusiv Interviews

04.12.2011 Kammermusik und öffentliche Masterclass

GFDK - Christoph Dittmann

Für sechs Konzerte wird Sol Gabetta in der Spielzeit 2011/2012 nach Essen kommen. Im Vorfeld der ersten beiden großen Konzerte im Dezember mit dem Royal Concertgebouw und ihrem Barockprogramm Progetto Vivaldi haben wir mit der sympathischen Cellistin ein Interview geführt, dessen Langversion Sie hier nachlesen können.

Sie starten Ihre Essener Residency mit Samuel Barbers Cello-Konzert – ein großartiges Stück, oder?

Gabetta: Ich hatte 2010 eine sehr lange Tournee in Amerika, da habe ich das Werk oft gespielt. Ich muss sagen, am Anfang hatte ich ein bisschen Angst vor dem Stück. Es ist schon sperriger als etwa Barbers Violinkonzert. Zuerst habe ich gedacht: Mein Gott, dieses Stück für eine Tournee, na ja. Aber die Leute haben es geliebt.

Es ist eigentlich ein Stück mit sehr vielen positiven Effekten für das Publikum. Ich glaube, die Gegensätze in diesem Konzert sind sehr extrem. Der dritte Satz ist sehr rhythmisch und schnell. Am musikalisch interessantesten ist sicher der erste Satz. Und der zweite Satz ist ein total romantisches Stück, das kann man nach dem ersten Satz fast nicht erwarten.

Sie kommen auch mit Ihrer Cappella Gabetta nach Essen, einem noch sehr jungen Ensemble. Wie schwer oder leicht fällt es Ihnen, Barockmusik zu spielen?

Gabetta: Barockmusik ist überhaupt nicht leicht, wenn man sie ernst nimmt. Das war bei meinem ersten Vivaldi-Projekt wirklich sehr schwierig. Ich habe zum Beispiel, wie viele andere, das Problem unterschätzt, auf Darmsaiten zu spielen.

Man muss die ganze Art und Weise seiner Interpretation verändern: Man ist auf einer Bühne und freut sich auf das Konzert. Plötzlich wird es durch die Scheinwerfer sehr heiß, und das Instrument reagiert überhaupt nicht so, wie man es erwartet hat.

Das ist nur ein kleines Beispiel, aber auch darauf muss man gut vorbereitet sein – sonst bekommt man im Konzert einen Schock. Solche Unterschiede waren bei meiner ersten Platte viel schwerer zu bewältigen als jetzt mit der Cappella. In meinem Ensemble wurde jeder einzelne Musiker ausgewählt.

Das heißt, man kennt sich schon, und alle Instrumentalisten sind tatsächlich Spezialisten für Barockmusik. Zudem habe ich in den letzten drei Jahren viel mehr experimentiert als vorher.

Wer hatte denn die Idee zu diesem Ensemble – Sie oder Ihr Bruder Andrés?

Gabetta: Es war schon meine Idee. Andrés ist wirklich ein fantastischer Musiker. Und auf irgendeine Art und Weise wollte ich ihn einbeziehen, weil er bereits sehr viel Alte Musik mit Christophe Coin im Ensemble Baroque de Limoges gespielt hat. Schon beim ersten Vivaldi-Projekt dachte ich:

Wenn ich nochmal so etwas mache, arbeite ich mit meinem Bruder zusammen. Wichtig war mir, die richtigen Leute für die Cappella zu finden. Die Auswahl überlasse ich deshalb meinem Bruder, er muss sich wohlfühlen.

Natürlich ist es mein Ensemble, aber Andrés arbeitet hauptsächlich mit den Musikern – auch für alle anderen Stücke, nicht nur für die Cello-Konzerte. Deshalb überlasse ich ihm die Verantwortung, und das läuft sehr gut.

Wie kam es zur musikalischen Partnerschaft mit der Pianistin Mihaela Ursuleasa?

Gabetta: Den Kontakt habe ich durch Patricia Kopatchinskaja, die ja auch in die Philharmonie kommt. Wir haben uns bei einem kleinen Festival in der Schweiz, das sie leitet, kennengelernt. Zu Mihaela gibt es definitiv eine besondere Verbindung. Was sie einfach außerordentlich macht: Sie ist keine Partnerin, die einfach nur begleitet.

Ich finde es fantastisch, wenn man eine Pianistin haben kann, die wirklich eigene Ideen zu einem Duo-Programm hat. Mihaela kann das Klavier klingen lassen wie eine Flöte, wie ein Sänger, dann plötzlich ist sie ein Löwe, das ist unglaublich. Die Klangfarben sind wirklich phänomenal.

Sie sind in Argentinien geboren. Haben Sie ein Stück südamerikanische Mentalität aus Ihrer Heimat mitgebracht? Oder sind Sie doch eher europäisch geprägt?

Gabetta: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Natürlich sind Südamerikaner sehr offene und warme Menschen. Auch ich bin grundsätzlich von Natur aus offen und direkt. Ich bin aber nach Europa gekommen, als ich noch nicht einmal zehn Jahre alt war.

Und es ist ja nicht so, dass ein Mensch immer nur fröhlich ist, selbst wenn er sehr positiv eingestellt ist. So wie ein negativer Mensch nicht immer nur negativ ist. Ich glaube, dass ich gerade diese extremen Kontraste in mir trage.

Kontrastreich und vielseitig wird das Publikum Sie auch in der Philharmonie erleben können – in der Masterclass sogar als Cello-Dozentin. Worin liegt für Sie der Reiz, sich immer wieder anders zu präsentieren?

Gabetta: In einer Residenz kann man eine Person natürlich viel besser kennenlernen. In einem einzelnen Konzert kann ich nur ein Stück interpretieren, das dem Publikum entweder gefällt oder nicht. In einer Residenz ist die Chance für einen Musiker und auch für sein Publikum viel größer.

Es entsteht eine Verbindung zum Publikum, zum Saal und zur Stadt. Und wenn man unterreichtet, wie in diesem Fall, dann auch zur jungen Musikergeneration.

Auch abseits des Konzertsaals sind Sie sehr präsent. Sie moderieren zum Beispiel die Sendung “Klick-Klack” im Bayerischen Rundfunk. Dieser Teil des Künstlerdaseins fällt Ihnen leicht, oder?

Gabetta: Ich muss sagen, das ist eine Lehre, wie alles im Leben. Genauso wie ich gelernt habe, auf der Bühne zu sein, musste ich lernen, vor einem Kamerateam zu sprechen. Das war überhaupt nicht leicht. Ich mag Theater, ich habe als Kind auch gerne gesungen.

Ich habe kein Problem, auf einer Bühne zu sein. Aber es ist ein Unterschied, vor einer Kamera zu stehen, eine Sprache zu sprechen, die nicht meine Muttersprache ist, und manchmal Leute zu treffen, die ich nicht kenne. Doch die Sendung hat meine Persönlichkeit total geöffnet und auch die Art und Weise verändert, wie ich mit Menschen reden kann.

Sie wirken außerhalb der Bühne so unheimlich locker, überhaupt nicht gestresst – trotz vieler Verpflichtungen. Ist das Professionalität oder einfach Ihre Mentalität?

Gabetta: Ich glaube, es ist Organisation. Man muss wissen, wie viel man machen kann oder auch nicht. Gerade mit “Klick-Klack” muss ich sehr aufpassen, wann wir die Sendung filmen. Da braucht man natürlich Flexibilität. Das Team ist bereit, dann zu kommen, wenn ich mal einen Tag frei habe und mich auch auf diese Arbeit freue.

Denn sie brauchen meine gute Laune und meine Energie, nicht solche Tage, an denen ich müde oder krank bin. Die braucht eigentlich niemand. Wenn ich krank oder müde bin, bleibe ich zuhause. Aber auch da gibt es manchmal Ausnahmen.

Interview: Christoph Dittmann

Sonnendurchflutet

Sie ist jung, sie spricht sechs Sprachen, sie wirkt äußerst sympathisch, und – das Wichtigste – sie spielt hervorragend Cello. Spätestens seit Sol Gabetta 2004 mit den Wiener Philharmonikern beim Lucerne Festival auftrat, gehört sie zu den Top-Interpretinnen auf diesem Instrument.

“Ton und Spiel dieser zierlichen, auch blendend aussehenden Virtuosin wirken sonnendurchflutet und gleichsam etwas spanisch, sandig, rau, energisch, ohne Forcierung, manchmal nervös flirrend, manchmal träumerisch versonnen”, mit diesen Worten beschreibt der angesehene Streicher-Experte Harald Eggebrecht das Spiel der gebürtigen Argentinierin.

Cappella Gabetta

In der Philharmonie kann das Publikum die “In Residence”-Künstlerin von ganz unterschiedlichen Seiten kennenlernen. Zum Auftakt spielt sie mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Samuel Barbers effektvolles Cellokonzert, das als eines der schwierigsten seiner Gattung gilt.

Wenig später ist sie mit ihrem eigenen Barockensemble zu Gast: Die Cappella Gabetta hat sie vor nicht allzu langer Zeit gemeinsam mit ihrem Bruder, dem gerade im Bereich Alter Musik versierten Geiger Andrés Gabetta, gegründet.

Kammermusik und öffentliche Masterclass

Dass sie auch in kammermusikalischen Besetzungen zu überzeugen weiß, werden zwei weitere Konzerte belegen. Zum Abschluss ist Sol Gabetta im Trio mit der Violinistin Patricia Kopatchinskaja und dem Pianisten Henri Sigfridsson zu hören.

Das Publikum kann die drei Interpreten zuvor bereits bei einer öffentlichen Masterclass in der Philharmonie erleben: Zwei Tage lang geben die Künstler Studenten der Folkwang Universität wertvolle Tipps im solistischen und kammermusikalischen Spiel.

 

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10.10.2011 No 1 in den World Music Charts Europe Oktober

GFDK - Heike Urban - 7 Bilder

Fatoumata Diawara aus Mali ist eine künstlerische Ausnahme-erscheinung. Zum einen genießt sie als Theater- und Musical-Schauspielerin einen hervorragenden Ruf.

Als Musikerin gehört sie zu den vielversprechendsten afrikanischen Talenten. Ihre hochrhythmischen Lieder sind von wunderbaren Melodien untermalt und bringen die alte Wassulu-Musik in eine neue Zeit.

Das Bild von einem Mädchen mit einer Gitarre hat etwas Zeitloses: Die temperamentvolle Folk-Poetin, die die Welt mit ihrer Musik begeistert. Den Archetyp haben Joan Baez und Joni Mitchell erschaffen, und Generationen von Künstlerinnen – von Tracy Chapman bis Laura Marling – haben ihn weiterentwickelt.

Jetzt erfindet Fatou dieses starke Bild neu, für eine andere Zeit und einen anderen Kontinent. Damit gibt sie dem Konzept einer Singer/Songwriterin eine unverwechselbar afrikanische Note.

Ein neues großes Talent

Fatoumata Diawaras Debütalbum bringt ein neues, großes Talent zum Klingen – mit einer Reihe wunderschöner, selbst geschriebener Songs und einer aufregenden Lebensgeschichte dahinter.

Groß, unglaublich souverän und elegant, mit einem einnehmenden Lächeln, verwandelt sie Elemente aus Jazz und Folk zu einem exquisiten, zeitgenössischen Folk-Sound. Dabei bricht sie die rockigen Rhythmen und reichen Melodien ihrer Wassoulou-Tradition mit einer instinkthaften Pop-Empfindsamkeit auf.

Eine warme berührende Stimme

Im Zentrum ihrer Kunst stehen Fatous warme, berührende Stimme, sparsames und rhythmisches Gitarrenspiel und atemberaubend melodische Songs, die oftmals auf ihre zumeist turbulenten Erlebnisse zurückgreifen.

Fatou kam in der Elfenbeinküste zur Welt und wuchs in Mali auf. Heute lebt die 29-Jährige in Paris. Ihr junges Leben vereint eine Vielzahl afrikanischer Erfahrungen der heutigen Zeit:

Der Kampf

Der Kampf gegen den Widerstand ihrer Eltern in Bezug auf ihre künstlerischen Ambitionen. Und die kulturellen Vorurteile, denen Frauen überall in Afrika begegnen. Fatou selbst wurde als Schauspielerin in Film und Theater erfolgreich, bevor sie ihren Platz in der Musik fand.

 „Kanou“, der Eröffnungstrack, typisiert den minimalistischen, dennoch sinnlichen Gestus des Albums – mit Fatous sehnsuchtsvollem Gesang. „Bissa“ unterlegt die ironische Kommentierung des Rechts einer Frau, ihren Ehepartner selbst zu wählen, mit einem Funk-Groove.

Von Herzen kommende Worte

„Boloco“ hingegen stellt Fatous von Herzen kommende Worte über das kontroverse Thema weiblicher Beschneidung mit Anklängen einer exquisit spärlichen Gitarre und dem Ngoni-Spiel der talentierten jungen Künstler Guimba und Moh Kouyate.

Nur mit Stimme und akustischer Gitarre

Das herrlich eingängige „Sowa“ etabliert einen genussvollen Percussion-Klang, nur mit Stimme und akustischer Gitarre. Der Text ist inspiriert von Fatous eigener schmerzhafter Erfahrung mit der afrikanischen Praxis, Kinder bei anderen Menschen aufwachsen zu lassen. „Bevor ihr euer Kinder ins Leid schickt, schaut ihnen in die Augen.“

Damon Albarn, Toumani Diabaté, Herbie Hanckock und John Paul Jones von Led Zeppelin sind nur einige wenige derjenigen, die Fatous musikalischem Zauber erlegen sind. Sie war bei Shows von Africa Express und AfroCubism präsent und hat bei Hancocks Projekt „Imagine“ mitgewirkt.

Ihr Debüt aber ist fast vollständig ihr eigenes Werk: Selbst komponiert und arrangiert, auch Background-Gesang und Percussion stammen von ihr. Das Album atmet mit der natürlichen Wärme, dem Selbstvertrauen und der Spontaneität, die Fatou ausmachen.

Die Presse zum Album:

 

Journal Frankfurt, September 2011

„..eine Stimme, die zu berühren versteht.“

 

Glitterhouse, Oktober 11

“Große Empfehlung”

 

Sound-and-image.de, September 11

“..schon beim ersten Höreindruck ein sanfter Hammer.”

 

Doppelpunkt Nürnberg, Sep-Okt 2011

„(die) …neue Stimme Afrikas.“

 

Good Times, Oktober 2011

„Wie eine dunkelhäutige Joan Baez.“

 

Jazzthing, September 2011

„Neue Empfindsamkeit aus Mali.“

 

Zenith, Zeitschrift für den Orient, September 2011

„Groove, Gitarre und Herzblut.“

 

Vö: 16. September 2011, Indigo/World Circuit

Album wie DVD kann über uns bestellt werden.

Heike Urban

NuzzCom Music Office

Homburger Landstr. 122

60435 Frankfurt

Fon: 069-954 349 11

www.nuzzcom.com

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copyrights:

1-4)  Youri Lenquette

5) Phil Sharp

6-7) Mali Serena Aurora

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15.09.2011 sie gibt jetzt selbst die richtung an

GFDK - Jörg Timp

Vor ungefähr einem Jahr war Joss Stone, die Grammy-ausgezeichnete Sängerin, zu Hause in ihrem Heimatort Devon in England, als ein Bekannter vorbeikam und ihr von seinem Vorhaben erzählte, nach Spanien zu fahren, um an seinem Boot zu arbeiten.

"Ich hatte die Woche über noch nichts vor, also beschloss ich, mit ihm zu fahren", sagt Joss. "Ich holte meinen Van, den ich Janis nenne, und wir fuhren nach Spanien. Bevor ich mich versah, sind aus einer Woche vier Monate geworden, in denen wir überall gewesen sind! Der Van ist inzwischen kaputt gegangen, und wir sind wieder zuhause."

Joss' natürliche Fähigkeit, auf ihren Instinkt zu hören und danach zu handeln, hat sie an den Punkt ihrer Karriere gebracht, an dem sie jetzt steht. Mit 24, in einem Alter, in dem die meisten Künstler erst damit beginnen, sich selbst zu beweisen, ist Joss bereits seit bald zehn Jahren ein Star.

Und jetzt, nachdem sie ihr eigenes Label "Stone'd Records" gegründet hat und am 22. Juli 2011 ihr nunmehr fünftes Album "LP1" in Zusammenarbeit mit Surfdog Records (NEO/Sony Music) veröffentlicht, übernimmt sie selbst den Platz am Steuer und gibt die Richtung an.

"Kennt ihr Leute, die sagen ‚Ich würde gern ein Baby bekommen‘, oder ‚Ich würde gern ein Jahr lang herumreisen‘ oder ‚Ich möchte ein Haus bauen‘, aber dann meinen, jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt?", fragt Joss. "Ich sage euch: Macht es einfach. Steigt in den Wagen und fahrt los. Alles andere wird sich darum herum ergeben."

Joss Stone ist von Soul Musik besessen, seit sie ein kleines Mädchen ist. Im frühen Teenager-Alter beginnt sie bereits intuitiv damit, ihre zugleich ernste und strahlende Stimme zu verfeinern, indem sie "Aretha Franklin's Greatest Hits" mitsingt.

Mit dreizehn macht sie den ersten Versuch, eine Sängerkarriere anzustreben und bewirbt sich für die britische Talentshow "Star For a Night". Dies führt tatsächlich zu ihrem ersten Plattendeal und dem Release ihres Albums "The Soul- Sessions", das ihr 2003 den Durchbruch bringt.

Der Nachfolger "Mind, Body and Soul" bringt die Schwungkraft der Musik weiter nach vorne und begeistert die Kritiker, was Joss 2004 gleich drei Nominierungen für den Grammy einbringt, darunter für den als "Best New Artist".

Aber es ist ihr drittes Album, das 2007er "Introducing Joss Stone", das Menschen weltweit begeistert und, unabhängiger als die Vorgänger, weniger vollgepackt zu überzeugen weiß. Ihre ersten drei Alben verkaufen sich zusammen über 11 Millionen Mal.

Ihr Mentor ist Soullegende Betty Wright, sie steht auf der Bühne mit James Brown, Gladys Knight, Solomon Burke, Blondie, Melissa Etheridge und vielen anderen. Sie spielt vor dem Super-Bowl, tritt bei den Grammy's und im Kennedy Center auf, singt zusammen mit Smokey Robinson und für Alben von Jeff Beck und Ringo Starr.

In vierundzwanzig Jahren hat sie mehr Momente absoluter musikalischer Höhepunkte erlebt, als die meisten es sich für ein ganzes Leben erhoffen können. Und dabei tritt sie stets mit einem Gefühl von Unabhängigkeit und Lebensfreude auf. 

Stone ist schon immer eine Rebellin gewesen, ob sie nun barfuß auf der Bühne steht, ihr Haar bunt färbt oder ganz frei über die Dinge spricht, die sie beschäftigen. Was ihre Fans an ihr lieben, ist nicht nur ihre Musik, sondern auch, dass sie eine Individualistin ist, die immer ihren Instinkten folgt.

Dieser starke innere Kompass bringt sie letztlich auch dazu, sich von ihrer Plattenfirma EMI zu trennen und ihrem eigenen Weg zu folgen. "Es gibt auf der Welt niemanden, der mir erzählt, wie ich Musik machen soll, wie ich selbst sein soll", erklärt Joss.

„Anfangs hilft es, begleitet zu werden, aber man gelangt irgendwann an einen Punkt, an dem man sich denkt, jetzt stoße ich es selber an, und genau da bin ich jetzt."

Joss‘ Drang nach Freiheit beginnt mit ihrem letzten Album „Colour Me Free“, das sie 2009 ganz spontan innerhalb von einer Woche im Club ihrer Mutter aufnimmt. Lachend erzählt sie: “Wir hatten dort überhaupt nichts. Wir mussten Wände einreißen, um das Equipment hereinzubringen, nahmen in unterschiedlichen Räumen auf. Wir konnten uns gegenseitig nicht hören, aber wir hatten sehr viel Spaß!“

Auch dieses Mal ging Joss mit einer ähnlichen „komme-was-wolle“-Einstellung an die Aufnahmen, allerdings mit etwas mehr Erfahrung und Raffinesse. „Wir haben das Album in der gleichen Zeit aufgenommen – nur eine Woche im Studio in Nashville. Aber dort hatten wir alles, was man sich nur vorstellen konnte. Techniker für das Equipment. Die richtigen Geräte. Einen Kühlschrank für’s Bier.“ 

Ihr neues Album „LP1“, das von Dave Stewart, seines Zeichens Gründer und Gitarrist der Eurythmics, produziert worden ist, unterscheidet sich von allem, was man zuvor von Joss gehört hat. Vom Piano geleiteter Country-Rock mischt sich mit ihrer unvergleichlichen gefühlvollen Stimme und dem reinen Sound von Traditional Blues und Country.

„Um ehrlich zu sein, wusste ich überhaupt nicht, wie es später klingen würde, weil ich nie zuvor in Nashville Musik gemacht habe. Ich war mit meinem Bekannten in Spanien und half ihm sein Boot auf Vordermann zu bringen, als Dave [Stewart] mich anrief und sagte ‚Joss! Ich habe hier gerade diese Band, die wirklich gut ist. Warum kommst du nicht einfach für sechs Tage nach Nashville und wir nehmen ein Album auf?‘ Also bin ich hingefahren.“

Diese Herangehensweise an die Musik – Joss‘ charakteristische unabhängige Haltung kombiniert mit dem Hintergrund hart erarbeiteter Erfahrung durch fast ein Jahrzehnt in der Musikindustrie – fasst ihre Vision für „Stone’d Records“ zusammen.

Das Label wird sowohl Joss' zukünftige Alben herausbringen, als auch anderen talentierten und einzigartigen Künstlern die Möglichkeit geben, sich kreativ völlig frei zu entfalten. Erst vor Kurzem hat sie ihre erste Band Yes Sir Boss unter Vertrag genommen, eine Ska-Band aus Bristol, die mit Spielfreude überzeugt.

„Es ist Party-Musik“, sagt Joss selbst, „Man möchte einfach tanzen und Spaß haben. Ich mache zurzeit alles aus Spaß an der Sache. Wenn es keinen Spaß macht, will ich nicht dabei sein.“

Joss ist absolut leidenschaftlich, wenn es um Musik geht, und sprudelt stets von Vorschlägen über, welche Band man unbedingt sofort anhören muss, wenn nicht eher. Jetzt hat sie endlich die Plattform, die es ihr erlaubt, ihren Enthusiasmus zu verbreiten.

„Der Teil, den ich genieße, ist es, Musik zu machen und zu singen und dabei zu sein. Natürlich ist es immer auch eine Geldfrage eine Band zu fördern, aber ich habe Spaß daran. Ich singe gern. Und ich helfe auch gern anderen dabei, ihre Musik zu machen.“

Diesen Herbst wird ebenfalls das Debütalbum von Super Heavy erscheinen, die Supergroup, bei der neben Joss Stone sowohl Mick Jagger als auch Dave Stewart, Damian Marley und der indische Filmkomponist A.R. Rahman mitspielen.

Die facettenreiche Band, die im Stillen zusammen Songs geschrieben hat, freut sich, ihren Fans weltweit diese einzigartige Kollaboration zu präsentieren. 

Wenn Joss an die Zukunft denkt, sieht sie nichts als Möglichkeiten. „Ich habe mich immer gefragt, ob ich auch diese Musik oder jene Musik machen könnte. Wie würde es sich anhören?

Jetzt, wo ich etwas aus der Groove/Soul Ecke herauskomme, denke ich, wow, das hört sich cool an. Was könnte ich sonst noch machen? Ich möchte keine Person sein, die sicher in einer stagnierenden Welt lebt. Ich möchte Dinge tun, die mir Angst machen.“

Diese Furchtlosigkeit ist Joss‘ Markenzeichen, die sie aber mit ihrer Erfahrung und ihrem Selbstvertrauen bekräftigen kann. „Nicht jeder wird alles mögen, was ich mache, aber darüber mache ich mir keine Gedanken mehr“, sagt die Sängerin mit einem Lachen. „Wenn es dir gefällt, cool! Wenn nicht, auch cool. So oder so, ich werde weitermachen.“

Rückblick:

Joss Stones kometen-hafter Aufstieg an die Spitze der modernen Soulmusik ist kein Zufall. In der Stimme der jungen Britin spiegelt sich die tiefe Emotionalität einer Aretha Franklin ebenso wieder wie die becircende Sexyness einer Donna Summer oder die dunkle Melancholie einer Bettye Lavette.

Zahlreiche Grammy-Nominierungen, mehr als sechs Millionen verkaufter Alben sowie monatelange Chart-Notierungen in allen wichtigen Musikmärkten der Welt sprechen eine deutliche Sprache.

Seit im Oktober ihr viertes Album Colour Me Free erschien, kennt die weltweite Joss Stone-Begeisterung wieder einmal kaum Grenzen. Diesen stetig wachsenden Erfolg untermauert der attraktive Twen mit einer großen Tournee, in deren Rahmen sie zwischen dem 22. Februar und dem 5. März auch Konzerte in München, Köln, Berlin und Hamburg spielen wird.

Joscelyn Eve Stoker, so der Geburtsname von Joss Stone, wuchs in Dover in der englischen Grafschaft Devon umgeben von den Soul-Platten ihrer Eltern auf. Bereits seit frühster Kindheit begeisterte sie sich für Musik.

Ihre erste selbstgekaufte CD war eine Greatest Hits-Scheibe von Aretha Franklin, dem Gerücht nach der Moment, in dem sie beschloss, Sängerin zu werden. Mit 13 Jahren trat sie bei einem Talentwettbewerb der BBC auf und begeisterte mit der einzigartigen Ausdruckskraft ihrer Stimme.

Ein einziges Vorsingen bei einer Plattenfirma genügte, um die Karriere des damals 15-Jährigen in Gang zu bringen. Der Chef des Labels schickte die junge Joss, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Gesangsunterricht hatte, mit Soulmusikern ins Studio, um große Klassiker des Genres neu zu interpretierten.

Eigentlich war dieser Schritt lediglich dazu gedacht, Joss zu mehr Erfahrung und Selbstbewusstsein zu verhelfen. Als man in der Chefetage jedoch das Ergebnis hörte, war schnell klar, dass man ein Naturereignis aus Stimme, Anmut, Charisma und großer Attraktivität gefunden hatte.

Vom Fleck weg verkaufte sich das Debütalbum The Soul Sessions, das aus dieser ersten Studiosession stammte, weltweit über zwei Millionen Mal und schoss in 13 Ländern die Top 10 der Charts. Nur zehn Monate später folgte Mind, Body & Soul, ihr zweites Werk und zugleich das erste mit eigenen Songs.

An elf der 14 Songs hatte Joss Stone intensiv mitgeschrieben. In Deutschland verweilte das Album 36 Wochen in den Top 100, in England schoss es von Null auf Eins. Damit erhielt Joss Stone Einzug in das Guinness Buch der Rekorde als jüngste Sängerin, der dieser Erfolg je gelungen war.

Es folgten drei Grammy-Nominierungen, zahlreiche Preise und die erste große Welttournee. Nun war die junge Soul-Göttin überall gefragt. Sie erhielt Filmangebote, arbeitete als Model für die Bekleidungsfirma GAP und viele international gefragte Künstler wollten mit ihr kooperieren.

Doch Joss Stone konzentrierte sich weiterhin ganz auf die Musik. Wie sehr diese im Mittelpunkt steht, belegt auch ihr kürzlich erschienenes, viertes Album Colour Me Free.

Darauf präsentiert sich die mittlerweile 22-jährige Künstlerin in einer gereiften, lässig dahin rollenden Pop-Facette. Einmal mehr gehört die Welt Joss Stone. Und das aus gutem Grund: Denn derartige Naturtalente sind selten.

Jörg Timp

joerg@remove-this.starkult.de

Joss Stone: Color me free

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/joss_stone_color_me_free.html?type=0

Joss Stone "Ich bin so aufgeregt" - YES SIR BOSS – DEBÜT EP AUF JOSS STONE´S LABEL / SHOW IN ULM

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/joss_stone_ich_bin_so_aufgeregt_yes_sir_boss_debuet_ep_auf_joss_stones_label_show_in_ulm.html

Die Platinkünstlerin - „Super Duper Hits: The Best Of Joss Stone“ präsentiert neben anderen Titeln Stones Version von Nat King Coles “L-O-V-E”, bekannt aus der Werbung für den Chanel-Duft Coco Mademoiselle

http://www.freundederkuenste.de/empfehlung/musik/einzelansicht/article/die_platinkuenstlerin_super_duper_hits_the_best_of_joss_stone_praesentiert_neben_anderen_titeln_s.html

Joss Stone, Göttin der Soulmusik - Stimmwunder mit viertem Album auf Tour

http://www.freundederkuenste.de/index.php?id=165&type=0&tx_ttnews

[tt_news]=3419


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12.09.2011 … über Deutschland, Social Media und ihr aktuelles Album

Anna-Theresa Kröber

Ein Album, 14 Tracks und alles ihre Lieblingssongs. Stücke, die sie über Jahrzehnte begleitet haben und mit denen sie Erinnerungen verbindet. Diese Erinnerungen möchte sie mit ihren Fans teilen, denn die Fans lieben die Live-Auftritte von Kim Wilde, bei denen sie gerne ein paar ihrer Lieblingstracks zum Besten gibt. Mit dem aktuellen Album „Snapshots“ hat sich Kim Wilde deshalb nicht nur selbst ein Geschenk gemacht.

 

Im Interview erzählt Kim Wilde selbst, wie die Idee ein Cover-Album aufzunehmen, entstand: „Ich habe eine Menge live gespielt in den letzten zehn Jahren, vermutlich mehr, als ich es in den 80ern getan habe. Naja, und es ist natürlich immer klasse einen Song von Kim Wilde zu singen, das will das Publikum auch hören. Für mich als Performerin ist es jedoch immer schön, etwas Abwechslung reinzubringen. Also habe ich, mit einem wirklich egoistischen Hintergrund, angefangen Songs zu singen, die ich liebte. Das Publikum mochte es und es funktionierte wirklich gut. Dann ist meine Plattenfirma an mich herangetreten und meinte ‚Mach doch ein Album mit all deinen Lieblingssongs‘. Und ich sagte nur ‚Ja, das mache ich‘. Es gibt viele Künstler, die Cover-Alben veröffentlichen und ich denke, jetzt bin ich an der Reihe. Es ist mein 3. Jahrzehnt in der Musikindustrie, es ist mein 50.Geburtstag – es ist wie ein Geschenk an mich selbst!“

 

Wenn man bedenkt, dass es sich um Songs handelt, die zu Kims Lieblingen gehören, möchte man meinen, dass die Songauswahl schnell geschah. Doch dem war nicht so: „Ich musste wirklich lange über die Songs nachdenken, es war kein einfacher Prozess. Es gibt eine ganze Menge Songs, die man liebt, die aber einfach nicht zur eigenen Stimme passen. Deshalb gab es einige Situationen des Ausprobierens. Ganz gleich, ob du einen Song magst, es muss passen und deshalb gab es viele Momente in denen ich sagte „Oh, ich liebe diesen Song“ und dann funktionierte es einfach nicht. Es war also nicht so einfach, wie vielleicht alle denken. Es gab auch wirklich gute Vorschläge von Leuten aus meinem Umfeld, Leuten, die Musik lieben …“

 

Auf „Snapshots befinden sich insgesamt 14 Tracks. Sind das die meist geliebten Songs oder wäre die Liste von Kim Wilde länger gewesen? Dazu sagt Kim im Interview: „In der Kürze der Zeit, die wir für das Album hatten, haben wir die besten Songs gewählt, aber natürlich gibt es da noch eine Menge mehr, die ich gerne gesungen hätte. Es war gut, dass wir ein Zeitfenster hatten, denn sonst wäre es endlos geworden.“

 

Kim über Social Media

 

Heutzutage nutzt fast jeder ein Smartphone um Schnappschüsse festzuhalten. Aber wie hält eine Kim Wilde ihre Erinnerungen fest? „Ich mag noch immer Fotografien. Für mein Album „Snapshots“ habe ich Stunden verbracht um Fotografien zu sichten, weil es Tausende von Fotos meiner Karriere gibt. Und dann natürlich noch einige mehr von meinem Leben. Monate bevor wir mit dem Album begonnen haben, habe ich angefangen Fotos zu sichten und es war eine wirkliche Zeitreise in die Vergangenheit - besonders die Bilder vom Beginn meiner Karriere mit einem Bruder Ricky oder meinen Eltern, die schon Zwanzig Jahre alt sind.“

 

Was bevorzugt Kim Wilde - Gadgets und Social Media oder liest sie lieber ein Buch? Kim dazu: „Ich finde Gadgets sind wirklich was für Männer. Mein Mann und mein Sohn sind verrückt nach Gadgets. Ich bin da nicht verrückt nach, aber ich bin sehr hinterher zu erfahren, was so passiert und twittere auch. Ich nutze auch Computer, aber nur bis zu einem gewissen Grad, denn ich bin trotzdem auch noch eher altmodisch. Ich möchte Dinge anfassen und halten können.“

 

Kim Wilde über die Musik und andere Künstler

 

In ihrer Karriere, die mittlerweile drei Jahrzehnte umfasst, hat Kim Wilde schon viel erlebt, viele andere Künstler kennen gelernt oder sogar mit ihnen zusammengearbeitet. Doch was war Kims großartigste Erfahrung mit einem anderen Künstler? „Auf professioneller Ebene war das die Zusammenarbeit mit Michael Jackson 1988. Er war auf dem Höhepunkt seiner Karriere und er war ausnahmslos perfekt. Es war ein großes Privileg für mich ihn auf der Bühne zu sehen und seine Perfektion zu beobachten. Ich konnte das in den drei Monaten, in denen ich mt ihm gemeinsam tourte. Das war eine sehr große Ehre!“

 

Neben ihrer eigenen Musik interessiert sich die 80er-Ikone auch für die Musik anderer Künstler oder besucht mit ihrem Sohn gerne mal ein Konzert von Metallica. Wer ist denn der musikalische Dauerfavorit der Kim Wilde? „Das kann man nicht beantworten. Da gibt es so viele. Als ich Coldplay hörte, dachte ich „Das ist mein Favorit“, dann hörte ich Lilly Allen und dachte „Nein, sie ist mein Favorit“ und dann hörte ich Metallica und dachte „Nein, das ist mein Favorit“.  Und das geht immer so weiter. Es ist unmöglich für mich das zu beantworten.“

 

Kim Wilde über Deutschland

 

Kim Wilde ist in Deutschland seit den 80er Jahren bekannt und beliebt. Ihren Durchbruch feierte sie mit „Kids in America“ und machte hierzulande die Männerwelt verrückt. Noch heute offenbaren ihr männliche Fans, sie sei deren erste große Liebe gewesen. Welche Verbindung hat Kim Wilde zu Deutschland? Was macht Deutschland so besonders für sie? Kim dazu lächelnd im Video-Interview: „Ich komme schon nach Deutschland seitdem ich zwanzig Jahre bin. Es war eines der ersten Länder in das ich kam, als „Kids In America“den Durchbruch hatte. Die Journalisten wollten immer mehr von mir. Köln, München, Hamburg, Berlin habe ich also immer und immer wieder gesehen und besucht. Meine Beziehung zu Deutschland besteht also schon sehr lange, insgesamt dreißig Jahre, und seither komme ich immer wieder. Jetzt habe ich eine deutsche Plattenfirma und habe auch mit Nena zusammengearbeitet. Ich weiß gar nicht wo ich aufhören sollte, denn das ist eine endlose Beziehung, die ich liebe. Und ich bin sehr dankbar und überwältigt davon.“

 

Kim Wilde über Ziele

 

Hat eine erfolgreiche Sängerin wie Kim Wilde, die seit dreißig Jahren das Musikbusiness beherrscht, als die Pop-Prinzessin der 80er Jahre gilt und der eine Chart-Platzierung nach der anderen gelingt, eigentlich Ziele, die sie noch erreichen will? „Nein, ich hatte nie Ziele. Ich wollte immer auf der Bühne stehen, singen und großartige Popsongs machen. Und natürlich wollte ich immer eine Familie haben! Und das habe ich alles, da kann ich nicht nach mehr fragen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was besser wäre als das.“

 

 

Live-Termine + Dates „Snapshots & Greatest Hits Tour“:

01.10.2011 CH - Lorzensaal, Cham // Live Days, The GoodStyle MusicFestival

19.11.2011 Erfurt, Messehalle // Traumrock

06.03.2012 CH - Zürich - Volkshaus

07.03.2012 Mainz - Phönixhalle

08.03.2012 Trier - Europahalle

09.03.2012 Köln - E Werk

10.03.2012 Bremerhaven - Stadthalle

12.03.2012 Nürnberg - Löwensaal

13.03.2012 Stuttgart - Theaterhaus

14.03.2012 Hannover - Capitol

15.03.2012 Berlin - Columbiahalle

05.07.2012 München - Tollwood Festival

 


Popstar mit 20. Neustart mit 30. Landschaftsgärtnerin, Autorin, Moderatorin und zweifache Mutter mit 40. Comeback mit 50. Kim Wilde ist nicht nur eine der erfolgreichsten britischen Musikerinnen überhaupt, sondern vor allem eine multitalentierte und starke Frau.

 

1981 wird die zwanzigjährige Kim Smith mit Kids in America zum Star und bleibt zehn Jahre lang eine umschwärmte Pop-Prinzessin. Gemeinsam mit Bruder Ricky und Vater Marty schreibt sie Hit um Hit, tourt mit Michael Jackson und David Bowie, bekommt glühende Komplimente von den Idolen ihrer Kindheit und tanzt auf der Hochzeit von Rolling Stone Bill Wyman.

 

Als sie London mit dreißig den Rücken kehrt und in eine alte Scheune außerhalb der Stadtgrenzen zieht, stellt sie die Weichen für ‚Phase zwei’ ihres Lebens. Die junge Frau hat in der Popwelt der 80er alles erreicht und sehnt sich nach etwas anderem. Sie packt die Stimmung beim Schopf und übernimmt erst mal eine Rolle im Musical Tommy. Diese ‚ beschert ihr die Liebe ihres Lebens und zwei Kinder – ihr Mut und ihre Energie ermöglichen ihr im Anschluss eine neue Herausforderung. Um einen Garten für ihre Kinder zu kreieren, studiert sie Landschaftsgärtnerei und erntet gehörigen Respekt. Kim Wilde verfasst Gartenbücher, moderiert TV- und Radioshows, schreibt für Zeitungen und wird bei der renommierten Chelsea Flower Show ausgezeichnet. Was immer diese Frau anpackt, nimmt sie ernst.

 

2003 folgt die Erfolgs-Single „Anyplace, Anywhere, Anytime“ mit der deutschen Nena. Die Single stürmt die Top10 der Charts in Deutschland, Belgien, Niederlanden, Österreich und der Schweiz. 2010 folgt Kims Studioalbum „Come Out And Play“ welches ebenfalls eine Top10-Platzierung in den Album-Charts verbuchen kann.

 

Nach mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft, elf Alben und über dreißig Singles ist der Zeitpunkt für eine solch persönliche Retrospektive perfekt: Kim Wilde tritt selbstbewusst und entspannt eine Reise in ihre Vergangenheit an und macht ihrem Publikum damit ein einzigartiges Geschenk. Mit Snapshots lässt sie - liebevoll interpretiert und meisterhaft arrangiert - die Klassiker einer ganzen Generation wieder auferstehen, um sie mit ihren Fans zu feiern. Snapshots ist eine aufrichtige und mitreißende Verbeugung vor der zeitlosen Magie des Pop.

 

Kim Wilde | Album „Snapshots“ | seit 26.08. überall erhältlich

 

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Anna-Theresa Kröber

Tel: 0176-61637143

 

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29.08.2011 Am 16.09.2011 erscheint die neue Mozart-Aufnahme

GFDK - Hasko Witte - 4 Bilder

Sharon Kam wurde in Israel geboren und erhielt dort Unterricht bei Eli Eban und Chaim Taub. Im Alter von 16 Jahren gab sie ihr Orchesterdebüt mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Sie wurde von Isaac Stern gefördert und absolvierte die Juilliard School, wo sie bei Charles Neidich studierte.

1992 gewann sie den Internationalen ARD Wettbewerb in München und arbeitet seitdem mit den bedeutendsten Orchestern in den USA, Europa und Japan.

In der Saison 2010/11 trat Sharon Kam u. a. mit der Rubinstein Philharmonie, dem Tampere Pilharmonic Orchestra, den Rundfunkorchestern des SWR und MDR sowie dem Tonkünstler Orchester Wien auf und wird in der kommenden Saison mit dem ORTVE Madrid und dem Royal Philharmonic auftreten.


Darüber hinaus ist eine Recital-Tournee mit Lars Vogt geplant. Neben der Teilnahme bei den Festivals in Ravinia, Verbier, Schleswig-Holstein, Vancouver, Marlboro, Risør und Cork ist sie regelmäßiger Gast bei Lars Vogts Festival „Spannungen“ in Heimbach.

Als begeisterte Kammermusikerin arbeitet Sharon Kam mit Künstlerfreunden wie Heinrich Schiff, Lars Vogt, Christian Tetzlaff, Leif Ove Andsnes, Leonidas Kavakos, Marie-Luise Neunecker, Antje Weithaas, Gustav Rivinius, Isabel van Keulen, Tabea Zimmermann und Streichquartetten wie Tokyo, Artemis,
Artis, Kuss und American String Quartet.


Sharon Kam widmet sich auch Uraufführungen, wie z.B. Krzysztof Pendereckis
Klarinettenkonzert und Quartett sowie Peter Ruzickas Klarinettenkonzert „Erinnerung“. Auf ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen im Jahr 2003 erfolgten Wiedereinladungen in 2005 und im August 2006 mit der Premiere von Herbert Willis Klarinettenkonzert.

Zu Mozarts 250 Geburtstag spielte sie im Ständetheater in Prag sein Klarinettenkonzert, was vom Fernsehen live in 33 Länder übertragen wurde. Im Oktober 2011 wird sie ein Klarinettenkonzert von Ivan Eröd in Wien aus der Taufe heben.


Für ihre CD mit dem MDR Sinfonieorchester und Werken von Spohr, Weber, Rossini und Mendelssohn wurde ihr erneut der „Echo Klassik“ als „Instrumentalistin des Jahres 2006“ verliehen, eine Auszeichnung, die sie bereits für ihre Aufnahme der Weber-Konzerte mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur 1998 erhalten hatte.

Neben einer Einspielung der Mozart- und Krommer-Konzerte ist ebenfalls eine CD mit den Klarinettenwerken Krzysztof Pendereckis erschienen. Die Aufnahme „American Classics“ mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung ihres Ehemannes Gregor Bühl wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet, und die CD „The Romantic Clarinet“ enthält mit dem Konzert von Julius Rietz eine echte Repertoire-Überraschung.


Sharon Kam setzte sich auch für die Verlegung dieses Werkes ein und spielt es häufig in Konzerten. Im Herbst 2008 erschien die CD „Souvenirs“, auf der sie zusammen mit dem Pianisten Itamar Golan reizvolle Miniaturen präsentiert, und im Jahr darauf wurde die Aufnahme der Sonaten und des Trios von Johannes Brahms veröffentlicht, bei der sie zusammen mit Martin Helmchen und Gustav Rivinius musiziert.

Am 16.09.2011 erscheint die neue Mozart-Aufnahme der Klarinettistin Sharon Kam auf unserem Label Berlin Classics. Darauf hören Sie Mozarts Klarinettenkonzert, KV 622, das Sharon Kam mit der Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie aufgenommen hat, sowie Mozarts Klarinettenquintett, KV 581 – das sogenannte „Stadler-Quintett“.

Hierfür hat sie exzellente Freunde und Kollegen um sich versammelt: Isabelle van Keulen und Ulrike-Anima Mathé (Violine), Volker Jacobsen (Viola) und Gustav Rivinius (Cello).

Man kann zu Superlativen greifen wie "Supernova am Klarinettistinnen-Himmel" (Fono Forum) oder etwas nüchterner Typisches herausstellen wie "Offenheit, Neugier, Wandlungsfähigkeit und eine unprätentiöse Kollegialität" (FAZ).

Letztlich aber läßt sich Sharon Kams Ausstrahlung mit Worten kaum vermitteln, und wer ihre Aufnahmen hört oder sie live erlebt, kann nachvollziehen, warum das so ist.

Wie sie Musik hervorbringt, dabei in den Klängen schwingend scheinbar eins mit ihrem Instrument wird, das hat eine ganz unmittelbare, elementare Überzeugungskraft. Um so mehr darf man auf die neue Einspielung von Sharon Kam gespannt sein, mit der sie nach dem großem romantischen Repertoire und reizvollen Miniaturen quasi in die klassische "Mitte" zurückkehrt.

Auf ihrer aktuellen CD steht nämlich Mozart auf dem Programm, und zwar das Konzert und das Quintett. Beide Werke hat Mozart für seinen Freund und Klarinettisten Anton Stadler komponiert, und anlässlich der Uraufführung des Quintetts KV 581 in Wien stellte dieser auch die neue Bassettklarinette vor, ein Instrument, dessen Tonumfang in der Tiefe um vier Halbtöne gegenüber der normalen Klarinette erweitert ist.

Auch Mozarts Klarinettenkonzert KV 622, sein letztes Solokonzert, wurde von Stadler aus der Taufe gehoben, und zwar in Prag.


Bei dieser Musik handelt es sich um reife Meisterwerke voller Inspiration, und besonders das Konzert zählt zu den beliebtesten Werken mit Klarinette überhaupt.

Sharon Kam hat sie nun auf einer Bassettklarinette eingespielt, gemeinsam mit der Haydn-Philharmonie, die sie dabei auch leitet, sowie mit einem erlesen zusammengestellten Quartett, bestehend aus Isabelle van Keulen und Ulrike-Anima Mathé (Violinen), Volker Jacobsen (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello).


Wohlbekannte Musik frisch und unverbraucht zum Klingen zu bringen, das haben sich die Musiker auf ihre Fahnen geschrieben, und die Erwartungen dürften entsprechend groß sein – man darf auf die Reaktionen gespannt sein.

Konzerte mit Sharon Kam 2011:

17.08.11 Amsterdam - Concertgebouw (NL)
29.08.11 Mondsee - Mondsee-Festival (AT)
01.09.11 Mondsee - Mondsee-Festival (AT)
02.09.11 Mondsee - Mondsee-Festival (AT)
03.09.11 Mondsee - Mondsee-Festival (AT)
16.09.11 Oldenburg - Saal des ehemaligen Landtags
02.10.11 Wien - Musikverein, Großer Saal (AT)

03.10.11 St. Pölten - Festspielhaus St. Pölten, Haydn Saal (AT)

05.10.11 Wien - Musikverein, Großer Saal (AT)
07.10.11 Brünn - Mährischer Herbst Brno (CZ)
16.10.11 Hamburg - Laeiszhalle, Kleiner Saal
06.11.11 Seoul - Seoul Arts Center, Main Hall (KR)
23.11.11 Köln - Kölner Philharmonie
01.12.11 Berlin - Philharmonie, Kammermusiksaal
05.12.11 Berlin - Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Kleiner Saal

Hasko Witte

hasko_witte@edel.com

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22.07.2011 erfahrungen in seinen stücken verarbeitet

GFDK - Universal Music - 2 Bilder

Im November 2009 stand Adam Young, der 24-jährige Mastermind von Owl City, geboren und aufgewachsen im verschlafenen Owatonna (Einwohnerzahl: 25.000) im Staat Minnesota, auf der Chinesischen Mauer – und das, nachdem er erst ein Jahr zuvor zum ersten Mal überhaupt in einem Flugzeug gesessen hatte.

„Ich zückte natürlich sofort mein Telefon und rief bei meiner Mutter an, obwohl es in Minnesota wohl zwei Uhr morgens gewesen sein muss. Dann sagte ich zu ihr: ‘Du errätst niemals, wo ich mich gerade befinde’“, berichtet Adam und muss selbst über diese Anekdote lachen.

„Ich bin halt ein eher schüchterner Typ, der mitten im Nirgendwo aufgewachsen ist; und meine Eltern verfügten nun mal nicht über das nötige Geld, um großartig in Urlaub zu fahren – daher fühlte es sich einfach nur surreal an, plötzlich an so einem Ort zu stehen.“

Dabei war dieser Moment auf der Chinesischen Mauer nur einer vielen, eine von etlichen neuen Erfahrungen, die der bescheidene 24-Jährige in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat, seit Owl City mit dem Album „Ocean Eyes“ durchgestartet sind und die internationale Poplandschaft erobert haben. Das Major-Debüt von Owl City erschien im Sommer 2009 auf Universal Republic:

Adam hatte die grandiosen Beats, gepaart mit eingängigen Melodien, im Alleingang im Keller seines Elternhauses in Owatonna aufgenommen – und hatte mit „Ocean Eyes“ mal eben Platz #1 in diversen Billboard-Charts (Rock, Alternative und Dance/Electronic) belegt.

Dazu wurde der Longplayer in neun Ländern mit Gold oder Platin ausgezeichnet, Platin gab’s beispielsweise in den Staaten. Allein die erste Singleauskopplung „Fireflies“ wurde in den USA vierfach mit Platin ausgezeichnet und ging in sage und schreibe 24 Ländern auf Platz #1 der Charts; in den Staaten kehrte der Track sogar noch ein zweites Mal an die Chartspitze zurück, dazu verkaufte sich „Fireflies“ über vier Millionen Mal als Download.

Spätestens damit waren Owl City eine internationale Sensation. Und so verkaufte Adam nicht nur 12 Millionen Tracks, sondern teilte sich, unterstützt von einer fünfköpfigen Band, auch immer größere Bühnen: Owl City traten unter anderem im Vorprogramm von Maroon 5 und John Mayer auf, um danach ausverkaufte Tourneen in den Staaten, in Europa, Australien, Neuseeland und Japan zu spielen.

Die Erlebnisse der letzten zwei Jahre schildert Adam Young noch einmal äußerst bildhaft in den eingängigen Electropop-Hymnen, die er für das neue Album „All Things Bright And Beautiful“ aufgenommen hat. „Als ich ‘Ocean Eyes’ schrieb, saß ich die ganze Zeit über in meinem Schlafzimmer. Das war die Perspektive: Ich konnte mir nur vorstellen, wie es sich wohl anfühlen würde, all diese Orte zu besuchen“, berichtet Young.

„Dieses Mal habe ich ganz konkrete Erfahrungen in den Stücken verarbeitet. Ich konnte all das einfließen lassen, was in meinem Leben passiert ist. Daraus entstanden also die Songtexte, aber auch ganz allgemein die Stimmungen, die ich in den einzelnen Songs präsentiere.

Dabei ist es immer die Musik, die vorgibt, in welche Richtung der jeweilige Songtext gehen muss. Ich setze mich einfach ans Klavier und gehe in mich, und dann passiert alles wie von selbst.“

Auf „All Things Bright And Beautiful“ verbinden sich die Melodien und Songtexte so, dass man als Zuhörer das Gefühl bekommt, in eine vollkommen andere Welt einzutauchen – in ein musikalisches Traumland, grün und voller Wildwuchs, ein Ort, über den er sagt: „reality is a lovely place, but I wouldn’t want to live there“, an dem die gewöhnliche Realität also keine Option darstellt, wie Adam schon auf dem ersten Track „The Real World“ klarstellt.

Üppige Szenarien, ein Garten voller Schmetterlinge zum Beispiel (wie im Fall von „Honey And The Bee“), ein ganzer Raum voller Blüten („Hospital Flowers“) oder schillernde Sonnenuntergänge, „sunsets that dazzle in the dusk“ („Dreams Don’t Turn To Dust“) evoziert er in seinen Songs; dazu auch abstraktere Bilder:

„Cherrybombs“, Knaller also, die rote Farbspritzer auf Amseln hinterlassen („Kamikaze“) oder das Gefühl, seine Zehen einfach mal ins Universum einzutauchen („Alligator Sky“).

Adam Young beginnt das neue Album mit dem Stück „The Real World“, weil er darin gewissermaßen beschreibt, wie er zu derartigen Fantasiewelten ganz allgemein steht: „Es ist nicht so, dass ich vollkommen ausblenden will, was um mich herum geschieht“, erzählt er. „Aber ich bin schon eher der Typ, der nachts wach im Bett liegt und Wachträume hat.

Wie ein Regisseur, der sich einen Streifen im Kopf ausmalt und die Szenen im Kopf durchspielt. Ich finde das unglaublich inspirierend und irgendwie sogar wertvoller als alles, was ich wirklich durchlebt habe. So gesehen zeichne ich mit dem Song also ein Bild davon, wie mein Leben in einer Parallelwelt wohl aussehen könnte.“

Interessanterweise lässt er den Song „Deer In The Headlights“ direkt auf „The Real World“ folgen, ein verspieltes Stück über Erwartungshaltungen und das zwanghafte Gefühl, der perfekte Typ sein zu müssen. „Das ist meine Art, mir selbst noch mal zu sagen: ‘Hey, aufwachen, diese Art von Perfektion gibt es doch gar nicht.’

Ich habe diese beiden Songs direkt aufeinander folgen lassen, weil ich damit sagen will, dass man in einer Welt bleiben und damit zwar glücklich sein kann, schließlich sieht die Realität doch oft ganz anders aus als das, was man als Idealwelt bezeichnen würde.“

Ein absolutes Highlight ist die erste Single „Alligator Sky“, bei der auch der aus Los Angeles stammende Rapper Shawn Crystopher mit von der Partie ist. „Die Worte ‘Alligator’ und ‘Sky’ passen einfach nicht so recht zusammen, aber es entsteht gerade dadurch ein abstraktes Bild, das zur Aussage des Stücks passt“, meint Young.

„Es geht nämlich darum, dass man Tag für Tag so unglaublich vielen schrägen Dingen begegnet. Warum nicht einfach frontal drauf zugehen und mal selbst die Regie übernehmen, auch wenn man das eigentlich gar nicht kontrollieren kann? Schließlich darf man nicht vergessen, dass man selbst und die Menschen, die einen umgeben, das Wichtigste sind.“

Mit jedem einzelnen Song, sogar den eher düsteren wie „Dreams Don’t Turn To Dust“ oder „Plant Life“ (hier singt er davon, dass die Pflanzenwelt ihn umranken und einfach verschlucken soll, damit er sich „nicht mehr so tot fühlt“), zeigt Young, dass er durch und durch Optimist ist:

Seinen Zuhörern vermittelt er durchweg, dass es einen noch so hart treffen kann – es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. „Ich würde mich seltsam fühlen, wenn ich etwas anderes als diese positive Message zum Ausdruck bringen würde, denn so ticke ich nun mal“, erzählt er.

„Ich wusste schon immer, dass Owl City ein Ventil für eine positive Sicht der Dinge sein soll. Auch was meine eigenen Hörgewohnheiten betrifft, mag ich Musik, die in diese Richtung geht, die einen anspornt und aufbaut. Es gibt Melodien, die höre ich und weiß danach einfach, dass ich ein besserer Mensch sein könnte.“

Auch klanglich hat Adam Young seine Palette für „All Things Bright And Beautiful“ erweitert: Auf „Kamikaze“ präsentiert er beispielsweise eine ganz andere und sehr viel härtere Seite seiner Stimme; bei „Dreams Don’t Turn To Dust“ sind es majestätische Streichereinlagen, euphorisch klingendes Dancefloor-Tempo im Fall von „The Yacht Club“ (ein Track übrigens mit Gast-Vocals der kanadischen Sängerin Lights) oder ganz klassischer Klavier-Popsound bei „Plant Life“, das er gemeinsam mit Matthew Thiessen von der Band Relient K geschrieben hat.

Die Experimentierfreude resultiert wohl daraus, dass Young in den letzten zwei Jahren sehr viel an Selbstbewusstsein als Songschreiber, Produzent, Toningenieur und Musiker dazu gewonnen hat.

Wie schon bei „Ocean Eyes“ übernahm er die Produktion zunächst im Alleingang, um schließlich alles gemeinsam mit Mischpult-Veteran Jack Joseph Puig in die endgültige Form zu bringen. „Was die eigentliche Produktion der Platte betrifft, den Gesamtsound also, waren das klangliche Spektrum und die Zusammensetzung der Stücke dieses Mal sehr viel wichtiger“, erzählt er weiterhin.

„Ich wusste von Anfang an, dass die neue LP satter und dynamischer klingen sollte als ‘Ocean Eyes’, also hab ich mich auch intensiv mit technischen Dingen befasst, um das zu erreichen. Ich musste noch ein paar Dinge lernen, um die Sounds auch wirklich kreieren zu können, die mir da vorschwebten."

Adam Young hat wahnsinnig viel erreicht, seit er seine ersten musikalischen Experimente bei MySpace und YouTube hochgeladen hat; ein paar Klicks, die zugleich der Startschuss für eine Karriere waren, die gleichermaßen von Online-Rückenwind und viel Airplay angekurbelt wurde, so dass die New York Times sie sogar als Paradebeispiel dafür bezeichnete, „dass es heute sowohl neuer als auch alter Medien bedarf, um aus einem Künstler einen richtigen Star zu machen.“

Bevor er zur Online-Sensation avancierte – wir reden hier von 98 Millionen Plays bei MySpace, dazu über 18,5 Millionen Views bei Vevo bzw. YouTube – war Adam Young einfach nur der Sohn eines Mechanikers und einer Lehrerin, ein Einzelkind, das ganz unspektakulär aufs Community College ging und nebenher irgendwelche Jobs hatte; zuletzt stand er den ganzen Tag in einer Lagerhalle und verlud Coca-Cola-Kisten auf die Lastwagen der Firma.

Im Kampf gegen seine Schlaflosigkeit begann er schließlich damit, eigene Beats und Melodien auf seinem Laptop zu kreieren, so erschien 2007 seine erste EP „Of June“ sowie wenig später das Album „Maybe I’m Dreaming“ (2008), das genau wie die EP auf Anhieb in die Top-20 der US-amerikanischen Electronic-Charts ging.

Anfang 2008 trat dann Universal Republic an Adam bzw. Owl City heran, zu einem Zeitpunkt also, als er schon eine riesige Online-Community als Fangemeinde um sich versammelt hatte. Seither hat er nebenher auch Akustik-Tracks unter dem Namen Sky Sailing veröffentlicht und war z.B. als Gast auf dem Album „Mirage“ (2010) von Armin van Buuren zu hören.

Darüber hinaus beauftragte ihn der Hollywood-Regisseur Zack Snyder („300“, „Watchmen – die Wächter“) damit, die Titelmelodie für den Animationsfilm „Die Legende der Wächter“ zu komponieren. Der so entstandene Track „To The Sky“ wurde zum Kernstück des Soundtracks, an dem auch der mehrfach für einen Oscar nominierte Komponist David Hirschfelder mitgewirkt hat.

Nach diesen Abstechern in andere Gefilde konzentriert sich Adam momentan jedoch wieder voll und ganz auf ein einziges Projekt: Owl City.  Nach der Albumveröffentlichung am 10. Juni werden Owl City zunächst eine US-Tour absolvieren; und selbst wenn er anfangs seine Schüchternheit und seine Ängste überwinden musste, kann er es inzwischen kaum abwarten, die neuen Songs endlich den Fans live zu präsentieren.

„Das Gefühl, das sich einstellt, wenn man um die halbe Welt fliegt, um in einem ausverkauften Raum zu spielen, in dem sämtliche Kids die Texte auswendig kennen und sie mitsingen können, obwohl sie eigentlich nicht mal deine Sprache sprechen, ist wirklich mit nichts zu vergleichen“, berichtet er abschließend.

„In solchen Momenten tritt man dann kurz einen Schritt zurück und sagt sich: ‘Hey, ich bin doch nur ein ganz normaler Typ. Unfassbar, was hier gerade passiert.’“

Universal Music Deutschland
Stralauer Allee 1
10245 Berlin

Online: Tanja.Spranger@remove-this.umusic.com

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04.07.2011 Der Ball ist rund - eine CD auch

GFDK - Franz X.A. Zipperer/Columbia - 4 Bilder

Manchmal muss man eben warten können. Sich durch nichts vom Weg abbringen lassen. Das Ziel immer fest vor Augen. Tim Bendzko, der soeben seine Debüt-Platte „Wenn Worte meine Sprache wären“ eindrucksvoll nicht nur auf den Tisch gelegt hat, sondern geradezu krachend auf den Tisch geknallt hat. Nicht, weil die Musik so laut ist.

Eher das Gegenteil. Auch nicht, weil die Texte so lärmend sind. Eher die Antithese dazu. Doch Gegenteil und Antithese in ihrer Kombination sind so stark und unwiderstehlich, dass es eben richtig kracht.  

Der gerade Weg ist eine unebene Straße  

Der sympathische Lockenkopf Tim Bendzko ist waschechter Berliner. Was ja heute bei den vielen Zugezogenen, die beinhart behaupten Berliner zu sein, schon mal mehr als erwähnenswert ist. Von Kindesbeinen an schwebt über Tim Bendzko immer so etwas wie ein heller, wegweisender Stern.

Ansonsten hat er mit Vielem nichts am Hut, was in einer Musikerbiografie über die ersten und weiteren Schritte oft zu lesen ist. Er hat als Kind nie eine Gitarre unterm Weihnachtsbaum vorgefunden.

Er hat sich erst gar keine gewünscht. War als Jugendlicher nie glühender Verehrer eines Idols. In einer Schülerband hat Tim Bendzko auch niemals gespielt. Auch kaum Musik gemacht, abgesehen von seinem glockenhellen Geträller bei Schulfesten, Geburtstagen und Weihnachtsfeiern.

Dafür hat Tim Bendzko unablässig Musik gedacht und so mit seinem Stern korrespondiert. In Zappas berühmter Pose sitzt er im Bad und sinniert: „Mensch, was mache ich denn so mit meinem Leben? Auf jeden Fall etwas, was mir Spaß macht.

Etwas das mich erfüllt und etwas, was ich richtig gut kann.“ Dieses Gedankenspiel lässt Tim Bendzko nicht mehr los. Dann blitzt es durch seinen Geist. Schlagartig herrscht Klarheit in seinem Kopf: „Da bleibt nur eins: Singen und Songs schreiben.

Aber nicht so nebenher. Das kann nur groß werden, weil es groß werden muss. Und weil ich es weiß.“ Der Stern aber sagt ihm auch, dass seine musikalische Zeit noch nicht gekommen ist.

Als Frank Zappa sein bis heute bekanntes Foto schießen lässt, ist er 27 Jahre alt. Als Tim Bendzko ganz unbewusst diese Denkerpose wählt, ist er gerade mal elf.  

Der Ball ist rund - eine CD auch  

Um sich zwischendrin die Zeit zu vertreiben, nimmt es Tim Bendzko sportlich. Und spielt Fußball. Schließlich ist nicht nur eine CD rund, der Ball ist es bekanntermaßen auch.

Was er macht, das macht er richtig. Also ist es keine Frage, dass sein Kickerdasein beim 1. FC Union Berlin mit dem Sportgymnasium und allem, was sonst so dazu gehört, gespickt ist. Doch was auch nie vergeht, sind die tanzenden Töne in seinem Hirn.

Unablässig klingen sie. Werden stärker. Schieben sich vor den Ball, „Mir wurde immer klarer, dass das Fußballspielen nichts für mich ist und dass ich dringend Musik machen muss“, bekräftigt er, „und ich war mir immer noch sicher, dass das dann alle ganz toll finden werden. Deshalb habe ich angefangen Gitarre zu lernen. Irgendwie musste ich die Lieder ja schreiben.“

Gesagt, getan. Doch auch der Gitarrenlehrer, der zudem noch ein wenig schlunzig ist, ist nur Mittel zum Zweck. „Ich wollte einfach nur die Grundlagen können, ich brauchte bestimmte Akkorde, um an meinen Liedern arbeiten zu können“, erklärt er sein eher kurzes Gitarrenlern-Gastspiel.

Als dann die ersten Stücke aus Tim Bendzko herauspurzeln, sind sie gehaltvoll und fast lebensweise. „Die Lieder waren richtig gut, doch so ausdrucksstark, dass sie nicht wirklich zu einem Sechzehnjährigen passen, man hätte sie mir einfach nicht abgenommen“, stellt er klar, „aber das bedeutet nur, meine Zeit ist immer noch nicht gekommen. Mehr nicht.“  

Der Geist ist voller Unordnung  

Das musikalische Ziel fest im Blick und die Denkwindungen voll von der Seele entsprungenen Wort- und Notenfetzen, ist Tim Bendzkos Geist in Unordnung. Das soll ein Studium ändern, Ein System muss her, mit dem sich alles erklären lässt und das seine Gedanken ordnet. Vielleicht sogar sein Leben.

Tim Bendzko studiert Evangelische Theologie und Nichtchristliche Religionen. Theologie? „Eigentlich war das mehr ein Philosophiestudium und ich wollte irgendetwas finden, womit ich die Unordnung in meinem Kopf bekämpfen konnte. Um Gott oder um Religion ging es dabei zu keiner Zeit“, stellt er klar, „ich wollte damit nichts machen.

Letztendlich ging es um nichts als Musik

Es ging auch hier letztendlich um nichts, als um Musik.“ Wieder entstehen Stücke. Und Tim Bendzko testet die Lieder erstmals live. Dabei trägt er Kopf und Seele gleichzeitig auf der Zunge. Und beides lässt er dort zergehen.

Obwohl der Publikumszuspruch bereits immens ist, sieht Tim Bendzko noch Potential nach oben und entscheidet erneut: „Es war noch zu früh, um mit den Stücken groß anzutreten, ich wartete ganz bewusst noch ein wenig. Ganz automatisch werde ich den richtigen Moment erkennen.“

Doch das wilde Tier Gesang ist nicht weiter gezogen, es schläft nur. Aber nur kurzzeitig. So schreibt Tim Bendzko weiter Lieder. Sporadisch zwar. So zwischendurch. Seine Texte aber rücken dem Leben mehr und mehr auf die Pelle.

Seine Musik verwandelt sich in eine Melange aus Melancholie und träumerischer Romantik, gesungen mit einer soulig umhüllten und jazzig angehauchten Stimme, die so ihresgleichen sucht.  

Wenn Worte meine Sprache wären  

Aus eher sportlichen Gründen und gar nicht mal wegen eines möglichen Entdecktwerdens, stellt er sich der Herausforderung eines Wettbewerbs. „Ich habe daran teilgenommen, weil ich das Ding gewinnen wollte und nicht um durch den Wettbewerb irgendetwas zu gewinnen“ lacht er.

Tim Bendzko hat gut lachen. Er gewinnt. Und der Lohn? Dem Sieger winkt ein Supportkonzert auf der Berliner Waldbühne. Als er schließlich im Juli 2009 den Backstagebereich betritt und der Ruf erschallt, „Tim, dein Auftritt“, geht er ganz unaufgeregt raus, stellt sich vor fast 20.000 Zuschauer und singt.

Tim Bendzko hat immer gewusst, dass seine Zeit kommt

Und er weiß, dass es gut ist. Warum hätte er auch überrascht sein sollen? Tim Bendzko hat immer gewusst, dass seine Zeit kommt und wo sein Platz ist. Er ist angekommen. „Ich habe in dem Moment, als ich von der Bühne gegangen bin gewusst, dass es jetzt soweit ist.", erinnert sich Tim Bendzko und kriegt dabei eine Gänsehaut.

Die Zeit ist nun reif

Folgerichtig hängt er seinem Zwischenzeit-Job als Auktionator für Autos ohne zurückzublicken an den Nagel. Die Zeit ist nun reif. Reif für seine Stücke. Reif für sein endgültiges musikalisches Coming-Out. Und reif für einen Plattenvertrag, der auch nicht mehr lange auf sich warten lässt.  

Wenn die Metapher der Künstlerkollegen von Wir sind Helden, „gekommen, um zu bleiben“ auf jemanden bestens zutrifft, dann auf Tim Bendzko. Jetzt hat er nur noch eine Wahl, die des endgültigen Einschwenkens auf den kreativen Weg. Denn sein Wegweisestern ist blinkend stehen geblieben.

Alles stimmt. Zur richtigen Zeit mit den richtigen Liedern am richtigen Ort. Und die Prophezeiung, die sich aus der jugendlichen Such- und Findungsphase entspann, hat sich erfüllt. So verwundert es auch gar nicht, dass sein Album „Wenn Worte meine Sprache wären“ eine eigenartige Sogwirkung erzeugt.

Man will mehr. Viel, viel mehr. Die melodischen Entführungen sind voller Überraschungsmomente, die genau so träumerisch wie dramatisch sind. Der Gesamtklang ist einfach und erdig gehalten, aber äußerst sensibel auf Gefühl gebettet.

Die Akkorde perlen aus seinem Musikhimmel, wie Regentropfen. Wenn die Sonne sie heiß bestrahlt, werden sie warm und umhüllen die Haut. Auch wenn sie trotz ihres sonnigen Gemüts mitunter eine melancholische Stimmung verbreiten, beginnt dennoch keine triste Epoche, eher ködert eine süße Traurigkeit, die jedoch nie die Laune raubt.

Die Musik bleibt dabei gehörig reduziert. Mehr wäre schon zu viel. Und weniger nicht genügend. Obwohl bei den schönen Klängen nur auf wenige und meist akustischen Mittel gesetzt wird, ist Tim Bendzkos Musik beatlastig und will tanzen. Die vergebene Taktzahl erhöht die eindringliche Stimmung.

Die Musik ist nicht nur intim, sondern gleichzeitig auch rhythmisch äußerst intensiv. Man lauscht der Stimme des Sängers und der musikalischen Untermalung seiner Band so aufmerksam und voller Konzentration und ertappt sich dann beim wilden Kopfnicken, Fingerschnippen und Fußwippen.

Jedes von Tim Bendzkos Stücken faltet den poetischen Fächer weit auf. Verführerisch locken die Zeilen voller verstecktem Humor. Sein Kopfkino ist nun klar, strukturiert und sortiert. Tim Bendzko hat nicht nur seinen Klang gefunden, sondern auch seine höchstpersönliche Sprachordnung.

Einfach zwar, aber jedwedem komplexen Inhalt absolut gewachsen.   „Wenn Worte meine Sprache wären“ ist ein zeitloses Entdeckungsparadies. Da kann man nur Tim Bendzkos eigener Aufforderung aus dem zweiten Stück der CD folgen: „Sag einfach ja für diese Reise mit mir.“ Ein Album für die Ewigkeit. Franz X.A. Zipperer    

Kontakt: Promotion Columbia Deutschland, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Online: Markus Roth 030/726244 – 34 markus@remove-this.fourmusic.com

Presse: Jürgen Reichert (BUKEE PR) 040/298102 – 63 juergen.reichert@remove-this.bukee-pr.com

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13.06.2011 ein Pop-Meisterstück

GFDK - Universal Music - 5 Bilder

„All Of You“, das dritte Album von US-Senkrecht-starterin Colbie Caillat, ist ein einzigartiges Hörerlebnis: Es fühlt sich eher so an, als würde man das nächste Kapitel eines Romans aufschlagen, dessen ersten beiden Kapitel man regelrecht verschlungen hat; man blättert also hastig um – und stellt schon wieder positiv überrascht fest, was für grandiose Wendungen diese Geschichte doch nimmt. 

Was diese Wendungen betrifft, keine Panik: Wo Caillat draufsteht ist nach wie vor Caillat drin. „All Of You“ ist genau die Art von Pop-Meisterstück, wie sie nur die 25-Jährige komponieren kann.

Diejenigen Attribute, die schon die ersten Stücke ihres Debütalbums „Coco“ im Jahr 2007 auszeichneten – diese ausgelassene Stimmung, diese auf wenige Minuten komprimierten Höhenflüge – und die auch „Breakthrough“ (2009) ausmachten, stehen auch dieses Mal durchweg im Vordergrund.

Der einzige Unterschied ist, dass ihre Songs nun sehr viel reifer klingen und quasi in der Art von Blüte stehen, die man als Künstler/in wohl nur erreicht, wenn man es geschafft hat, seine Ängste zu überwinden und sämtliche Lektionen, die einem das Leben gelehrt hat, in die Musik einfließen lässt.

Blicken wir mal für einen Moment zurück: „Coco“ stieg vor knapp vier Jahren in den USA gleich in der ersten Woche auf Platz #5 in die Charts ein (in Deutschland ebenfalls Top-15) – danach gab es binnen kürzester Zeit diverse Platinauszeichnungen.

Ihre erste Single „Bubbly“ traf den Geschmack einer ganzen Generation und entpuppte sich als eine der erfolgreichsten Download-Singles aller Zeiten. Im Billboard-Magazin wurde Colbie in dem Jahr mal eben zum „Breakthrough Artist of the Year“ gewählt. Und dann kam – wie passend – „Breakthrough“, ihr zweites Album:

Auf Anhieb Platz #1 in den USA (Platz #9 in Deutschland), später dann zwei Grammy-Nominierungen dafür, wobei Colbie im selben Jahr auch zwei Grammys gewinnen sollte, allerdings für ihre Arbeit mit Jason Mraz und Taylor Swift.

Dann durfte sie die Nationalhymne beim Eröffnungsspiel der diesjährigen NFL-Saison singen und trat erst kurz vor dem Jahreswechsel beim Nobel-Friedenspreiskonzert in Oslo auf.

Darüber hinaus waren sie und ihre Songs andauernd im Fernsehen zu sehen bzw. zu hören – mal war es eine Kampagne für Baumwolle, dann war es das US-Weihnachtsspecial „25 Days of Christmas“ (ABC), für das sie die Titelmelodie komponieren durfte.

Parallel dazu hat sie sich auch immer wieder als Aktivistin stark gemacht – unter anderem für die Surfrider Foundation, für Save The Music und die Humane Society, für die sie neuerdings als Sprecherin unterwegs ist.

Jetzt schon eine lange, lange Liste von Erfolgen, keine Frage. Und doch wurde all das von einer Künstlerin erreicht, die gerade erst dabei war, ihre Flügel auszubreiten. Einer Künstlerin noch dazu, die sich es nicht hat nehmen lassen, die Welt auch weiterhin zu erkunden, auch wenn ihre Musik plötzlich überall lief und ihr Name schlagartig in aller Munde war.

Diese Erfahrungen, wobei die wichtigste wohl ein neues Liebesglück war, haben dazu beigetragen, dass „All Of You“ noch viel mehr Tiefgang hat als die ersten beiden Alben. Allein darum ist es ein gewaltiger Schritt, den die 25-Jährige mit dieser LP macht.

„Ich würde sagen, dass ‘All Of You’ für eine ganz neue Version meines Sounds steht“, meint Colbie. „Mir ist es wichtig, dass meine Lieder weiterhin akustisch sind.

In ihnen soll Sonnenschein und gute Laune rauszuhören sein, und deshalb haben diese neuen Songs auch noch immer dieses lockere Kalifornien-Feeling, diesen Vibe, auf den ich so sehr stehe. Zugleich sind es aber persönliche Stücke, in denen ich meine eigenen Erfahrungen thematisiere und verarbeite.“

Die wohl wichtigste Erfahrung, um die es hier geht, ist natürlich ihre Beziehung zu Justin Young. Die beiden kannten sich schon mehrere Jahre – quasi „von der Arbeit“: Justin war der Hintergrundsänger bei Colbies Konzerten.

Und dann kam es so, wie sie in „Brighter Than The Sun“ singt: „this is how it starts – lightning strikes the heart“; der Blitz schlug also ein: „Er war schon zwei Jahre lang in meiner Band gewesen, als uns schließlich auffiel, dass da irgendwie mehr war zwischen uns“, berichtet Caillat lachend.

„Weite Teile des neuen Albums handeln von uns beiden; von den Höhen und Tiefen unserer Beziehung. Überhaupt habe ich in allen Texten irgendwelche Erfahrungen und Lektionen verarbeitet, wodurch die Platte wahrscheinlich schon etwas reifer klingt und die Perspektive zugleich etwas weiser wirkt, wenn man das so sagen kann.“

Diese reifere Perspektive zeigt sich beispielsweise im Fall von „Shadow“, für das sie und ihr Justin einen Text über eine Freundin geschrieben haben, die von ihrem Freund wiederum nicht das bekommt, was sie verdient hätte.

Auch in der ersten Singleauskopplung „I Do“, ein Song, den Colbie mit Toby Gad geschrieben hat, flackert sie auf – wenn auch verpackt mit sehr viel mehr Witz: Während der Mitschnipp-Beat sofort in die Beine geht, dreht sich hier alles um das heilige Ehegelübde – bis dann die überraschende Pointe ganz am Schluss kommt. (Mehr wird nicht verraten.)

„Als die Vorschläge der unterschiedlichen Regisseure für das Video zu ‘I Do’ bei uns auf dem Tisch landeten, gab es da eine Konstante: Sie alle wollten eine Hochzeitsszene drehen“, berichtet Colbie.

„Dabei geht es im Grunde genommen gar nicht ums Heiraten. Es geht einfach nur um die Worte ‘Ich liebe dich’. Es ist also noch so ein Song über Justin; darüber, wie man einem anderen Menschen diese drei Worte sagen will und sich vorstellt, mit ihm gemeinsam alt zu werden.“

Dass Colbie als Songschreiberin und Texterin in den letzten paar Jahren sehr viel dazugelernt hat und sie reifer geworden ist, bedeutet jedoch nicht, dass der Optimismus, den man von ihr kennt und der bei all ihren Stücken mitschwingt, ihr mit einem Mal abhanden gekommen wäre.

Ihr Markenzeichen ist auf „All Of You“ sogar noch deutlicher präsent: vom ausgelassenen Rundumschlag namens „Favorite Song“, komponiert und präsentiert von Colbie, Ryan Tedder und dem Rapper Common, über den leichten Country-Einschlag von „In Stereo“ bis hin zum Flamenco-Feuerwerk von „Brighter Than The Sun“ – beste Party-Stimmung, wohin man auch schaut.

„Brighter Than The Sun“ ist zugleich das Eröffnungsstück des neuen Longplayers: Hier wird man als Zuhörer direkt auf eine Beach-Party katapultiert, während Colbie mit dem Thema Liebe auf den ersten Blick loslegt.

„Normalerweise fange ich eher seicht und behutsam an auf meinen Alben“, sagt sie über das Stück. „‘Brighter Than The Sun’ hat jedoch richtig Druck. Der Song geht dermaßen nach vorne und verbreitet sofort gute Laune! Ehrlich gesagt war es die Idee meines Managers, das Album damit zu eröffnen, und er lag vollkommen richtig damit.

Der Song ist perfekt dafür, weil es sofort zur Sache geht und man dadurch als Zuhörer automatisch Lust auf Mehr bekommt. Jeder einzelne Abschnitt des Songs beginnt mit einem anderen Instrument; es gibt da keine Wiederholungen – auch dadurch will man wissen, wie es danach wohl weitergeht.“

Der Song „What If“, der schon im Kinofilm „Briefe an Julia“ zu hören war, handelt auch vom Thema Liebe auf den ersten Blick, ganz gleich, ob nun wirklich etwas passiert ist oder alles nur im Kopf stattgefunden hat:

„Ich kenne das von mir selbst, und ich weiß, dass das jedem schon mal passiert ist“, meint Colbie über dieses Phänomen, das einen mitunter jahrelang verfolgen kann.

„Du siehst einen Menschen, vielleicht nur von weitem oder man trifft sich ganz beiläufig, und irgendwie sieht dieses Gegenüber haargenau wie derjenige Mensch aus, den man sich schon immer als Traumpartner vorgestellt hat. Als Frau überprüfst du als nächstes, ob sein Nachname zu deinem Vornamen passen würde.

Genau wie damals in der Schule schreibst du seinen Nachnamen zusammen mit deinem Vornamen auf. Das alles ist natürlich nur Träumerei, ein lächerlicher Zeitvertreib, dem man nachgeht, wenn man gerade nichts zu tun hat.

Und doch steht da immer auch diese Frage im Raum: ‘Was wäre, wenn wir doch füreinander bestimmt waren? Was, wenn wir zwei nun geboren wurden, um unser Leben gemeinsam zu verbringen?’“

Wohl kaum ein Track sagt so viel über ihr drittes Album aus wie das Titelstück: Der von Colbie und Jason Reeves komponierte Song handelt von einer Beziehung, die auf einer dermaßen intensiven Freundschaft basiert und auf einem so stabilen Fundament steht, dass selbst ein Fall von Untreue nicht daran rütteln kann.

„Ich habe wirklich kein Blatt vor den Mund genommen und absolut gar nichts ausgelassen“, so Colbie. „Ich hab kein Thema ausgespart, weil ich der Überzeugung bin, dass wir alle ehrlicher und offener miteinander umgehen sollten, und zwar in jeder Hinsicht.

Schluss mit den ganzen Geheimnissen, und weg mit den Masken, hinter denen man sein wahres Selbst versteckt. Das ist die Kernidee dieses neuen Albums.“

Indem sie fünf unterschiedliche Produzenten und eine Reihe von Musikergrößen im Studio um sich versammelt hat, ist „All Of You“ nach und nach zu einem vielschichtigen Selbstporträt von Colbie herangewachsen.

Im Gegenteil zu vielen anderen ihrer Zeitgenossen (womit sowohl alte Hasen als auch Newcomer gemeint sind) beweist sie, dass man sehr wohl die richtige Balance finden kann, auch wenn man sich auf kreatives Neuland bewegt.

Sie lässt ihre Fans mit der neuen LP sehr viel näher an sich heran als je zuvor; sie öffnet sich für einen Blick in die Vergangenheit und zeigt zugleich im Verlauf dieser 14 brandneuen Songs, was ihr für die Zukunft vorschwebt.

„Es ist wirklich wahr: Wenn man seine ersten eigenen Songs schreibt, dann geschieht das in diesem Freiraum, weil es noch ohne Erwartungen geschieht“, gibt Colbie abschließend zu bedenken. „Die Stücke für ‘Coco’ hab ich ohne Hintergedanken geschrieben, einfach nur, weil ich Lust darauf hatte:

Ich saß mit meinem Freund Jason Reeves daheim, und wir haben einfach losgelegt. Im Fall von ‘Breakthrough’ musste ich dann schon sehr genau ausloten, inwiefern ich den Tipps und Ratschlägen anderer Leute Gehör schenke, beziehungsweise bis zu welchem Punkt ich mir und meinem ursprünglichen Ansatz treu bleiben wollte.

Und bei ‘All Of You’ nehme ich das alles einfach gar nicht mehr so ernst und präsentiere durchweg nur das, was mir in den Sinn kommt. Darum ist dieses Album noch viel persönlicher als die beiden Vorgänger.“

 

VÖ 8.7.2011 bei Universal Music

 

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18.05.2011 ihre tastenkunst wird bereits international gefeiert

GFDK / Anne Heilmann - 6 Bilder

Neben dem dritten "Liebestraum" steht im Zentrum der Aufnahme mit der h-moll-Sonate eines der technisch anspruchsvollsten Werke der Klavierliteratur, welches wegen seiner neuartigen orchestralen Behandlung des Klaviers zu Lebzeiten Liszts für Aufsehen sorgte und eine Fülle von Charakteren und Satztypen unter einen einzigen großen Bogen bringt.

Gefolgt von Liszts "Mephisto-Walzer" ("Der Tanz in der Dorfschenke"), dieser ist inspiriert von einer Episode aus dem "Faust"-Gedicht von Nikolaus Lenau: in dem von Mephisto entfachten teuflischen Tanz voller Staccato-Akkorde, blitzenden Tonleitern und plötzlicher Harmoniewechsel setzt eine zarte Stimme ein, die man als die des liebenden Gretchen entschlüsseln kann.

"La Lugubre Gondola" (Die Trauer-Gondel) schließlich komponierte Liszt kurz vor dem Tod seines Schwiegersohnes Richard Wagner, nachdem er längere Zeit bei diesem in Venedig weilte.

Das Werk endet mit einer Ganztonleiter und dem Ton Gis, der zur Tonart des letzten Stücks der Aufnahme hinführt, zu Liszts Bearbeitung von Bachs verklärendem Präludium und Fuge in a-Moll.

1987 in Tiflis geboren, spielte die georgische Pianistin bereits sechsjährig als Solistin mit Orchester. Im Alter von zehn Jahren folgte sie ersten Einladungen zu Auslandsgastspielen in die Schweiz, die Niederlande, nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Österreich, Russland, Israel und in die USA.

Im Jahre 2008  bekam sie beim Internationalen Arthur Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv als mehrfache Preisträgerin auch den Publikumspreis verliehen.

Ein Jahr später gab sie beim Klavierfestival Ruhr ihr fulminantes Debüt, als sie für die erkrankte Hélène Grimaud einsprang – in diesem Jahr wird sie im Mai dort das Eröffnungskonzert spielen.

Khatia Buniatishvili wurde gerade mit dem Borletti-Buitoni Trust Award ausgezeichnet, ist in der Reihe der BBC New Generation Artists aufgenommen worden und wurde vom Musikverein und dem Konzerthaus Wien für die Saison 2011/12 zum Rising Star nominiert.

 

VÖ 20.5.2011

 

 

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09.05.2011 Eine Stimme, die durchaus schon gelebt hat

Universal Musik - 5 Bilder

Nichts ist so wichtig wie die Stimme. Sie ist das zentrale Element. Bei Clare Maguire steht sie ganz klar im Mittelpunkt: Diese große, laute, unglaublich satte Stimme.

Eine Stimme, die durchaus schon ein wenig gelebt und bereits die eine oder andere Erfahrung gemacht hat; in der dank ihrer rauchigen Note auch etwas Mysteriöses, Rätselhaftes mitschwingt.

Diese Stimme war es auch, der (wie dem Gesang der Sirenen) letztlich keiner widerstehen konnte: sie lockte immer mehr Leute auf ihre MySpace-Seite, die Zugriffszahlen explodierten förmlich.

Und dann dauerte es nicht lange, bis die ersten Produzenten bei ihr anklopften und mit Clare arbeiten wollten. Womit jedoch keiner von ihnen gerechnet hätte: Dass diese unfassbar große Stimme einem absolut schmächtigen Mädchen aus Birmingham gehört, dessen Familie ursprünglich aus Irland stammt.

"Ich hatte schon immer die lauteste Stimme von uns allen", berichtet Clare Maguire lachend. "Ich bin früher immer auf unseren Familienfesten aufgetreten. Ich fand das großartig. Und wenn ich in der Schule gelangweilt war, bin ich einfach aufgestanden, hab mich auf den Tisch gestellt und etwas gesungen.

Die Lehrer dachten manchmal schon, dass ich nicht alle Tassen im Schrank hab, aber so drücke ich mich nun mal aus: Ich erzähle meine Geschichten in Songs und schaue dann, wie die Leute darauf reagieren. Wenn ich einfach nur spreche, habe ich viel größere Schwierigkeiten damit, meine Gefühle auf den Punkt zu bringen."

Ihren ersten eigenen Song komponierte Clare bereits als Siebenjährige; sie kann sich nicht daran erinnern, jemals einen anderen Traum gehabt zu haben. Allerdings war die Musik für sie keine Karriereoption, die man sich einfach so aussucht oder anpeilt. Es war keine Abkürzung zum Ruhm. Die Musik war kein Berufswunsch für Clare. Sie war Berufung.

Ihre irischen Großeltern (väterlicherseits) waren irgendwann in die englischen Midlands gezogen, die Gegend um Birmingham also, und hatten dort ein Bauunternehmen gegründet.

Die Eltern ihrer Mutter hingegen waren Clubbetreiber und veranstalteten Konzerte in der Gegend. Dazu hatten ihre Großeltern jeweils fünf Kinder – was bedeutet, dass Clare bestimmt gut 50 Cousinen und Cousins in Birmingham und im Süden von Irland hat.

"Ja, meine Familie ist ganz schön groß", meint sie. „Das bedeutet aber auch, dass unsere Familienfeste ganz schön groß angelegt sind: viel Alkohol und viel, viel gute Musik! Sie alle sind in irgendeiner Form kreativ: Die meisten machen Musik, aber manche spielen auch Theater oder sind Geschichtenerzähler, Schauspieler oder Autoren."

Ihr Vater hörte im Auto früher stets dieselben kitschigen Popnummern; die vermeintlichen Hits liefen rauf und runter, und der kleinen Clare blieb somit, genau wie ihrem großen Bruder und ihrer kleinen Schwester, mit denen sie sich die Rückbank teilte, keine andere Wahl, als diese Einflüsse in sich aufzusaugen.

Zugleich wuchs sie jedoch auch mit dem traditionellen irischen Liedgut ihrer Mutter auf – diese Stücke bilden gewissermaßen das Fundament des düsteren, poetischen Einschlags ihrer heutigen Kompositionen.

Schon als 13-Jährige war Clare in den Plattenläden der Stadt ein Stammgast; hier entdeckte sie zum Beispiel Johnny Cash, Bob Dylan, John Lennon, Howlin’ Wolf oder auch ihr absolutes Idol, die Gospel-Queen Sister Rosetta Tharpe.

"Ich trug damals Zeitungen aus, und jeden Pfennig, den ich damit verdiente, investierte ich sofort in die CD-Empfehlungen der Plattenverkäufer. So nahm das mit der Musik, diese ganze Leidenschaft also, noch ganz neue Dimensionen an."

Nach dem 17. Geburtstag wurde ihr in der Schule jedoch ins Gewissen geredet: Sie solle ihren Traum vom Durchbruch als Sängerin doch bitte endlich aufgeben und sich stattdessen lieber mal auf die anstehenden Prüfungen konzentrieren. Anstatt diesen Rat zu befolgen, stapfte Clare wütend ins Büro des Schulleiters, um sich bei dem zu beschweren und daraufhin die Schule zu schmeißen.

Für sie war das die einzig vernünftige Entscheidung: Sie wusste einfach zu genau, wo sie hinwollte, und sie war bereit, alles dafür zu geben, um an diesen Punkt zu gelangen.

Kein leichter Weg übrigens: Tagsüber jobbte Clare in irgendwelchen Läden, Bars und Restaurants, um genügend Geld für den geplanten Umzug nach London zu verdienen, wo sie sich vollkommen auf ihre Musik konzentrieren wollte.

Nachts saß sie stundenlang vorm Rechner und knüpfte Kontakte über MySpace – bis ihre Seite schließlich unglaubliche 1,5 Millionen Zugriffe verzeichnete, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bloß erste Demoversionen ihrer Songs hochgeladen hatte.

Nach einigen Monaten mit wenig Schlaf und vielen nächtlichen Klicks vor dem Screen meldeten sich auch die ersten Produzenten und andere Musiker bei ihr:

Sie wollten mehr hören und mit Clare ins Studio gehen, also pendelte sie ab sofort zwischen den Midlands und London hin und her, übernachtete in schäbigen Absteigen, schlief auf Fußböden, lernte immer neue Leute kennen und feilte zeitgleich an ihrem Können als Songschreiberin und Sängerin.

Eine recht einsame und deprimierende Zeit, wie sie heute zu berichten weiß: "Und doch kam mir ein Gedanke dabei niemals in den Sinn: Dass es nicht klappen könnte. Schon als kleines Mädchen war mir klar, dass nur dieser Weg der richtige für mich sein würde."

Das wiederum erkannten auch diverse Vertreter der Musikindustrie, nachdem sie die eingangs erwähnte Stimme von Clare gehört hatten. Genau genommen lieferten sich die unterschiedlichen Labels eine regelrechte Gebotsschlacht, bis die damals 20-Jährige schließlich bei Universal unterzeichnete.

In den meisten Märchen und bei sämtlichen Talentshows im Fernsehen wäre damit wohl der Punkt gekommen, an dem die Geschichte endet: Eine Woche später steigt die Single dann in die Charts ein und das war’s.

In der Wirklichkeit jedoch, sprich: im Leben einer Künstlerin, die mehr vorhat, als ein paar Stücke aus der Konserve einzusingen, beginnt die harte Arbeit an diesem Punkt erst.

Bei Clare sah das so aus: Sie reiste zwei Jahre lang um die Welt, komponierte immer wieder neue Songs, machte Aufnahmen und suchte permanent nach demjenigen Sound, der zu ihren Stücken passte.

In Los Angeles traf sie sich mit Rick Rubin, der ihr zunächst unveröffentlichte Demo-Aufnahmen von Johnny Cash vorspielte, um sie danach zur Konzertprobe von Leonard Cohen einzuladen.

In New York wurde sie daraufhin von Jay-Z in dessen Restaurant auf ein paar Drinks eingeladen und erfuhr von ihm, dass sie "das Zeug zum absoluten Star" habe, das könne er an ihren Augen ablesen...

Wieder andere Vertreter der Popwelt boten ihr Songs an: Jarvis Cocker zum Beispiel, oder auch der Rapper/Sänger Plan B. Und so dankbar sie für diese Angebote auch war, konzentrierte sich Clare doch lieber darauf, den richtigen Partner zu finden, mit dem sie ihre eigenen Stücke umsetzen konnte:

"Das waren schon sehr schmeichelhafte Erfahrungen, das auf jeden Fall, und es war toll, all diese Leute zu treffen", so ihr Kommentar. "Trotzdem musste ich letzten Endes einfach das tun, was sich für mich persönlich richtig anfühlte. Nichts ist wichtiger, als sich selbst treu zu bleiben."

Als sie mit Fraser T. Smith (bekannt für seine Arbeit mit Britney, Cee-Lo, Tinchy Stryder, Ellie Goulding und James Morrison) dann schließlich den geeigneten Kreativpartner gefunden hatte, sprudelten die Songideen für "Light After Dark", ihr kommendes Album, förmlich aus ihr heraus:

Manche der Stücke entstanden innerhalb eines einzigen Tages, und was die Gesangsaufnahmen betraf, hielten die beiden oftmals sogar einfach an der ersten Version fest, um die einzigartige Energie dieser Sessions zu bewahren.

"Mir geht es immer nur um das jeweilige Gefühl", sagt Clare, die ihre Songs schließlich als Co-Produzentin gemeinsam mit Smith aufnahm.

"Ich wollte ein Album aufnehmen, bei dem einen jeder Song auf ganz unterschiedliche Art anspricht und bewegt: mal ein Stück für den Kopf, dann ein Song fürs Herz oder einer, der direkt in die Beine geht, wenn man dazu tanzen muss. Ich wollte etwas kreieren, das für jeden etwas bereithält."

Auch inhaltlich ist die Palette groß: Mal ist es der Tod ihres Helden Michael Jackson ("The Last Dance"), der sie inspiriert hat; dann geht es um die Magie der Kindheit ("The Happiest Pretenders") oder, ganz konkret, um die Einsamkeit ihrer ersten Monate in London (wie im Fall des dennoch optimistisch klingenden Gospel-Stücks "Break These Chains").

Insgesamt hat Clare Maguire auf "Light After Dark" Songs versammelt, die absolut zeitgemäß und zugleich vollkommen zeitlos klingen.

Das melancholische Echo des irischen Liedguts, mit dem sie einst aufwuchs, ist deutlich zu vernehmen, wie auch die Spuren all der unterschiedlichen Künstler, die ihr Songwriting im Laufe der Jahre geprägt haben: die keltischen Einflüsse einer Sinead O’Connor, der unverwechselbare Gesang von Annie Lennox, die eigentümlichen Einlagen von Kate Bush oder auch der Ansatz eines Johnny Cash. Doch kein Zweifel:

In erster Linie begegnet man auf "Light After Dark" einer jungen Musikerin, die ihren eigenen Sound geschaffen hat. Clare selbst wusste es schließlich schon immer: Nichts ist so wichtig wie die Stimme. Bei ihr sowieso.

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