hamburger-retina

Exklusiv Interviews

02.02.2011 Dem Geiste dieser Tradition verpflichtet

GFDK - Silvia und Lois Lammerhuber

Anlässlich des Jahrtausend-wechsels wurde vom Time Magazine nach der „Person des Millenniums“ gesucht. Und dass sie in Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Druckerpresse gefunden wurde, war für  Silvia und Lois Lammerhuber keine große Überraschung.

Denn Bücher sind nicht nur das Symbol für das Streben des Menschen nach Wissen, sondern Bücher sind darüber hinaus das endgültige Archiv der kulturellen Entwicklung der Menschheit.

Vor allem aber sind Bücher die aufregendste Art, über das Leben zu reflektieren und dabei „Seite für Seite“ unsere Geschichte fortzuschreiben.

Edition Lammerhuber widmet sich dem Thema Kunst und Wissenschaft

Vor fünfzehn Jahren (1996) haben Silvia und Lois Lammerhuber die Edition Lammerhuber als „Dach“ zur Herstellung von Printprodukten für Auftraggeber aus Werbung und Wirtschaft gegründet.

Immer öfter lautete die Aufgabe allerdings, die gewünschten Inhalte in eine bibliophile Form zu gießen – in Bücher. Daraus erwuchs der Wunsch, Bücher mit den faszinierendsten Themen aus Kunst und Wissenschaft zu verlegen. Die Kreativität des Menschen ist das großes Thema. Kunst und Wissenschaft.

Die Edition Lammerhuber ist daher ein erfahrener und dennoch sehr junger Verlag. 2010 ist das zweite Jahr mit einem eigenen Verlagsprogramm.

Das Ziel von Silvia und Lois Lammerhuber ist es, in einem leidenschaftlichen Prozess sich dem perfekten Buch zu nähern, im sorgsamen Streben nach jener ultimativen Qualität, die dazu geführt hat, dass Bücher „Häuser des Wissens und der Kunst“ – Bibliotheken – errichtet wurden.

Bücher mit emotionaler Intelligenz und Schönheit verlegen

Dem Geiste dieser Tradition verpflichtet, widmen die Lammerhubers ihre ganze gestalterische Kraft dem Bemühen, Bücher mit emotionaler Intelligenz und Schönheit zu verlegen, die ihre Wirkung über höchst qualifizierte Wissensvermittlung in Form reflektierender Gespräche und emotional aufgeladener Fotografie erzielen und die Texte wissenschaftlich kompetent, klar und unterhaltsam sind.

Silvia und Lois Lammerhuber verstehen sich als Verleger, die sich ihren Autorinnen und Autoren mit Hingabe und Freundschaft verbunden fühlen.

Sie sind dankbar und stolz, dass ihnen ein paar der klügsten und innovativsten Menschen der Welt jenes Vertrauen schenken, ihre Gedanken in ihren Büchern darlegen. Dieses Vertrauen verwalten Silvia und Lois Lammerhuber verantwortungsvoll als höchstes Gut.

Das Handwerkliche am Herstellungsprozess ihrer Bücher ist ihnen überaus wichtig, ist Teil ihrer Philosophie. Alle Produktionsschritte bis zur Drucklegung werden im Verlag erarbeitet.

Der Reproduktionsqualität von Kunstwerken und Fotografien, der Haptik der bedruckten Papiere, dem Buchbinden im Allgemeinen und dem Aufschlagverhalten ihrer Bücher im Besonderen gilt ihre stete Sorge.

Jede einzelne Druckform wird persönlich überwacht. Die Zuerkennung vieler Auszeichnungen beweist, dass dieses Bemühen sehr wohl bemerkt wird und Früchte trägt:

Awards 2009 / 2010:

Deutscher Fotobuchpreis 2009 für das Buch „Creation“: „Lobende Anerkennung“

Golden Pixel Award 2009 für das Buch Le Louvre Nu peintures I paintings – Sieger in der Kategorie Buch & Bildbände

Golden Pixel Award 2010 für das Buch Darwins Palast – Sieger in der Kategorie Buch & Bildbände

Der Golden Pixel Award zählt zu den renommiertesten Awards der österreichischen Druck- und Medienindustrie. 2010 zum 10. Mal als Jubiläums-Golden Pixel Award vergeben, prämiert diese österreichische Auszeichnung fortschrittliche und innovative Druckprodukte. Im Vordergrund dabei stehen der gesamte Projektgedanke und alle Kräfte, die daran mitgearbeitet haben.

Printissimo / Emballissimo 2010 für das Buch Darwins Palast – Sieger des Printissimo in der Kategorie Art

Printissimo / Emballissimo ist der Preis der Österreichischen Papierindustrie und wird jährlich im Rahmen einer großen Gala vergeben. Der Printissimo prämiert das kreative Design und die drucktechnische Perfektion außergewöhnlicher Druckerzeugnisse.

Goldener Werbehahn Niederösterreich 2010 für das Buch Planet Austria –the öaw blue book – Sieger in der Kategorie Public Relations.

Der Goldene Werbehahn ist der NÖ-Landeswerbepreis und wurde 2010 im Rahmen einer Gala zum 33. Mal vergeben.

Um die exklusive Qualität ihrer Bücher immer weiter entwickeln zu können, haben Sie entschieden, die Auflagenhöhe ihrer Titel mit maximal 3.000 Stück zu begrenzen, eine Größenordnung die der Sorgsamkeit des Büchermachens förderlich ist.

Darüber hinaus publizieren Sie Bücher in limitierter und signierter Auflage und im Rahmen ihrer Collector´s Edition Bücher mit ausgewählten Fotografien – Fine Art Prints aus dem jeweiligen Buch.

Silvia Lammerhuber und Lois Lammerhuber 

 

VITA LOIS  LAMMERHUBER

Geboren 1952 in St.Peter/Au, EDV-Organisator. Nach einer zweijährigen Reise  von Alaska nach Feuerland beginnt er sich erst spät, 1982, mit Fotografie zu beschäftigen. Autodidakt.

Seit 1985 intensive Zusammenarbeit mit GEO, was seine Entwicklung vehement prägt. Bis heute wurden weltweit rund 2000 Reportagen  gedruckt.

Seit 1994 ist Lois Lammerhuber Mitglied des Art Directors Club New York.

Darüber hinaus verfasste Lammerhuber viele Jahre lang Texte für Magazine und Radio, z.B für OE 1 "Neue Literatur aus Österreich" und regelmäßig für die Sendung "Unterwegs" im BR 2.

Mit dem Beginn seiner Buchpublikationen erwachte auch Lammerhubers Interesse für graphisches Design. Viele seiner Bücher, Kalender, Broschüren  und Werbung  tragen seine graphische Handschrift.

Seit Oktober 1994 ist Lammerhuber für den Österreich-Teil des Magazines GEO redaktionell und fotografisch verantwortlich.

Lois Lammerhuber ist  Eigentümer des Verlages "Edition Lammerhuber" und der "Photoagentur Lammerhuber".

Lammerhubers Interesse an Fotografie hat auch zum Aufbau einer der bedeutendsten Fotosammlungen Österreichs geführt, deren Ziel es ist, die Schlüsselwerke der Fotografiegeschichte zu vereinen. 

 

BÜCHER

Weinviertel( 1993); Mostviertel (1993); Steirisches Himmelreich( 1993); Tirol(1994); Neuseeland (1994); Wachau (1995); Österreich( 1995); Wien (1995); Ephesos und  die Ägäische Türkei(1995); Mutter Teresa(1995); Mensch, Mönch (1995); Du hast mich berührt (1997); Kernöl( 1997);

Das Dach der Welt (1998); Most (1999); The World of Biedermeier (2001);Wiener Wasser (2002);  365x Österreich (2003); Kärnten (2004); Eternit 100 (2004); Wiener Wälder (2005), Brot & Wein (2007); Metamorphosen (2007); Wiener Wein (2007); Louvre avec vues (2007); Schloss Hof (2007); Biedermeier–The invention of simplicity (2007); Creation (2008); Wiener Opernball (2008); Museum of Islamic Art (2008); Louvre Nu peintures/paintings (2008); Venus (2008); Celebration (2009); Planet Austria (2009);  Wiener Staatsoper (2009). Ars Electronica Center (2009); Darwins Palast (2009); Le Louvre Nu sculpture (2009); Closeup (2010); Wiener Parks und Gärten (2010); Hallstatt 7000 (2010); Biosphärenpark Wienerwald (2010); Wiener Hofburg (2010);

 

AUSZEICHNUNGEN

  • Top Job Award, Deutschland 1990: für eine GEO-Reportage über das "Mostviertel".
  • Art Directors Club of Europe 1994: für das GEO-Bild "Frau mit rotem Regenschirm".
  • Graphis Photo Award, USA 1994: für die beste  Fotoreportage des Jahres über "Papst Johannes Paul II" für GEO.
  • Graphis Photo Award, USA 1995: für die beste Fotoreportage des Jahres über "Das Ende der Intifada am Beispiel Jerusalem" für GEO.
  • International Photojournalism Award for Promoting Ethics of Peace and Righteousness, Schweiz 1995: für das Foto "Shishu Bhawan aus der Serie über Mutter Teresa" für GEO.
  • The Human Condition, USA 1996: für die Fotoreportage "Mutter Teresa".
  • Niederösterreichischer Tourismuspreis 1997.
  • Silberner Werbehahn, Wien 1999: für die Imagebroschüre "125 Jahre Johann Koller“
  • Silberner Werbehahn, Wien 2000: für den Kalender "Wasser" und für das Buch
  • "Das Dach der Welt". 

  • Goldener Werbehahn, Sonderpreis, Wien 2001: für das Buch "The World of Biedermeier".
  • Goldener Werbehahn, Sonderpreis, Wien 2002: für das Buch "Wiener Wasser".
  • Art Book Award, Wien 2007: für das Buch „Biedermeier – Die Erfindung der Einfachheit“.
  • Cannes Lions 2008, Shortlist in der Kategorie Best use of sponsorhip,
  • Cannes 2008: für „At the Vienna State Opera“ für Samsung.
  • Maecenas,  in der Kategorie „Kunst und Medien“, Wien 2008: für Fotos zur Billboard-Kampagne „VENUS“ für das Naturhistorische Museum Wien.
  • Deutscher Fotobuchpreis 2009, „Lobende Anerkennung“ für das Buch „Creation“.
  • Golden Pixel Award 2009: für das  Buch „Le Louvre Nu peintures|paintings“
  • Printissimo/Emballissimo, Preis der österreichischen Papierindustrie, 2010: für das Buch „Darwins Palast“.
  • Goldener Werbehahn, Niederösterreich 2010: in der Kategorie PR: für das Buch

„Planet Austria – the öaw blue book“.

·Golden Pixel Award 2010: für das  Buch „Darwins Palast“. 

 

Pressekontakt:

Johanna Reithmayer

EDITION LAMMERHUBER

T +43 2252 42269

F +43 2252 85938

E johanna.reithmayer@remove-this.lammerhuber.at

www.edition.lammerhuber.at

mehr

25.01.2011 Sie prägt selbstbewußt die internationale Musikszene

GFDK - Warner Music Group - mit 3 Bildern

Lykke Li Zachrisson kam 1986 als mittleres Kind einer Fotografin-Mutter und eines Musiker-Vaters zur Welt. Dass ihre Mutter sie stehend und ohne Narkotika gebar, war ein Ausdruck des revolutionären Krankenhaus-Credos „being born on a woman’s terms“ und vermutlich LYKKE LIs erste Konfrontation mit der Frauenwelt, die auch ihr Ringen mit der Frage der Zugehörigkeit begründen sollte.

Die Zachrissons waren eine Familie, die niemals still stand, von Schweden nach Neuseeland und schließlich nach Portugal zog, wo sie sich in einem Bergdorf niederließen, um der Nachstrahlung des Tschernobyl-Desasters zu entkommen.

Als folgsames Rebellenkind, das seine ersten Schritte barfuß auf scharfen Kieseln zu Pfauenlauten und Donner machte, die Winter in Indien, Nepal und Marokko verbrachte und in elf verschiedenen Einrichtungen zur Schule ging, wandte sich Lykke schnell dem Kritzeln von Gedichten und dem Tanzen zu – nicht aus Interesse sondern als Notwendigkeit.

Als die Familie schließlich einige Jahre später nach Schweden zurückzog, hatte sich das Umherwandern bereits auf die Natur der inzwischen Neunjährigen ausgewirkt, deren Innerstes rastlos und frühreif war.
 
Mit 19 war Tanzen kein adäquates Outlet mehr für LYKKE LIs immer lauter werdende Seele, und so wurde der Gesang zum Heilmittel für ihre jugendlichen Leiden und die Beschränkungen von Stockholms Vorstadt. Schließlich verlagerte sie ihren Lebensmittelpunkt nach New York, zog in Bushwick ihr Ding durch, schaltete und waltete, uptown und zurück.

Als sie eines Morgens in ihrer rattenverseuchten Kammer einer Wohnung aufwachte, nachdem sie am Abend zuvor bei einer Open-Mic-Nacht von der Bühne gebuht worden war, wurde ihr schlagartig klar: Schlimmer kann es nicht werden, ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen – und sie wusste, dass die Kunst, in welcher Form auch immer, für immer ihr Leben sein würde.
 
Badabing Badaboom.
 
Zurück in Stockholm, pleite und allein, aber zu allem bereit, lag Lykke dem Produzenten Björn Yttling (von Peter, Bjorn & John) in den Ohren und fand in ihm den passenden Deckel für ihren Topf, da er sie in die Welt des professionellen Schreibens und Aufnehmens von Musik einführte.
 
2007 nahmen die beiden 14 Songs auf, aus denen LYKKE LIs gefeiertes Debütalbum Youth Novels werden sollte – ein Werk, das die 21-Jährige schnell berühmt machte und sie auf ein atemberaubendes Rennen durch die Welt klaustrophobischer Backstage-Räume, greller Lichter, verruchter Partys, wuseliger Flughäfen, mieser Typen, hübscher Fremder, faltiger Mode und Stripper-Stiefeln, wertiger Lumpen und Balisons in überstrapazierten Koffern führte. Und zum Herzschmerz...


Gott segne den Herzschmerz, werden wohl alle mit einstimmen, schließlich war dieser für den unvergesslichen Song „Possibility“ verantwortlich, der von einer ziemlich kaputten Einstellung gegenüber der Liebe zeugt, für den Film „Twilight – New Moon“ geschrieben wurde und Millionen junger Vampirseelen aus dem Herzen sprach, die sich danach sehnten, nicht dazuzugehören. Und zu lieben.
 
„Mein letzter Tango mit der Liebe endete ziemlich übel, aber man kann sagen, dass ich mein eigenes Herz gebrochen habe. Liebe war nur mein Instrument und der Herzschmerz mein Geist – etwas, an das ich mich klammern konnte, als alles um mich herum zusammenbrach...“
 
Nach zwei verrückten Jahren, in denen praktisch jeder Ort, jede Person und jedes Vergnügen auf dieser Erde nach ihrer Aufmerksamkeit lechzte – außer der Liebe natürlich –, sehnte sich LYKKE LI verzweifelt nach einem Ort, an dem sie sich ausruhen konnte anstatt auf einer Bühne zu tanzen.

Da es keinen Ort gab, den sie ihr Zuhause nennen konnte, beschloss sie einmal mehr, nach New York zu gehen – um ein bisschen zu leben!
 
„Zwei Monate verbrachte ich dort und hatte eine gute Zeit. Doch ich war ausgemergelt, New York war für mich zu dem Zeitpunkt der falsche Ort. Und als ich den Stecker gezogen hatte, als ich allein war und die Flut von Angeboten und Einladungen langsam verebbte, musste ich mich damit auseinandersetzen, wer ich war.

Auch wenn sich meine Lebensumstände drastisch geändert hatten und mir alles offen stand, was ich mir je erträumt hatte, hatte ich immer noch die gleichen Gefühle wie vorher: die gleiche Existenzangst, die gleiche Rastlosigkeit. Ich hatte mich nicht verändert und wartete noch immer. Ich musste etwas unternehmen. Ich musste wachsen.“
 
Also floh LYKKE LI in den Westen, in die kalifornische Wüste, spielte in einem schrägen und dunklen Moses-Berkson-Film namens „Solarium“ mit und begrub einen Teil ihres verletzten Herzens im brühend heißen Wüstensand.

Den Rest nahm sie mit in ein Haus auf einem Hügel im Osten von Los Angeles, wo sie sich ein Fahrrad und eine Autoharp kaufte, ein wenig prachtvolles Klavier lieh, ein paar Blumen in ihrem Zimmer verteilte und sich hinsetzte um nachzudenken.
 
Zur Ruhe gekommen, ein bisschen einsam und mit der Gainsbourg’schen Angst konfrontiert, dass dich der Geist einer Liebe, die nie wirklich gelebt hat, für immer verfolgen wird, immer in dir hausen wird, ungeboren und untot, suchte sie Trost in der Musik.
 
Schon bald erzitterte die Bergkuppe des Echo Parks unter der Musik jener Gemüter, die an einem ähnlich kontemplativen, gebildeten und schmerzvollen Ort waren wie sie: Leonard Cohen, Neil Young und Dr. John gemischt mit Velvet Underground und This Mortal Coil, alles unter dem omnipräsenten Bann von Alan Lomax Feldstudien, Whiskey und Darjeeling.
 
Doch wie jeder, der sich in den Untiefen von Sehnsucht und Verlust befindet, war LYKKE LI darauf bedacht, sich wieder zu berappeln und in sich selbst die Essenz ihrer Musik wiederzuentdecken. Sie dürstete nach der rauen Kraft der Schlichtheit, nach einer Form aufrichtiger Wahrheit.


Sie kam zu dem Entschluss, dass es – unabhängig von Furcht, Verlust und Sehnsucht – nicht um die Perle in der Auster geht sondern um das Sandkorn, aus dem die Perle entsteht. Um die Kohle selbst, nicht den Diamanten, der aus ihr entstehen kann. Um das Jetzt, das sich unausweichlich ins Dann verwandelt, und das Wenn, aus dem vielleicht nie ein Jetzt wird.
 
Und dann fing sie an zu schreiben.
 
„Ich wollte zurück zu den Anfängen, als Songs noch etwas bedeuteten. Ich wollte Minimalismus, nur Texte und Melodien. Wie alle großartigen Songs sollten auch meine nur mit Handschlägen und Gesang gespielt werden können.“
 
Sie bündelte den Niedergang des Shangri-La-Leitwolfs mit „Women Under The Influence“, „Ladies And Gentlemen Of The Canyon“, einer Kung-fu-Marianne-Faithful und einer bewaffneten Nancy Sinatra im Kaktusrausch und machte Musik.

Aus ihrem Kopf kamen Voodoo-Trommeln, ein paar schmerzende Akkorde, peitschend und heilig, erschütternd und hoppelnd zugleich, und eine Stimme, die sich urplötzlich vom Sehnsuchtsvollen zum Fordernden gewandelt hatte, vom Fragilen zum Rauen.
 
„Wenn ich singe... dann geht es immer um meine intimsten Emotionen, über die ich mit niemandem sprechen würde. Aber es ist meine Bühne, mein Raum, an dem ich alles ausdrücken kann, was ich will. So oder so – ich setze die Grenzen, ich mache die Regeln. Ihr müsst draußen bleiben.“
 
„These scars of mine make wounded rhymes tonight“, singt sie und setzt damit den Titel ihres zweiten Albums in einen Kontext. Ein Zweitwerk, das das Recht einfordert, nicht dazuzugehören, wohlwissend, dass es dies dennoch tut. Von einer Künstlerin, die zu gleichen Teilen aus Diesseits und Jenseits, Liebe und Zerstörung, Kampf und Glauben besteht.
 
„Das könnte es tatsächlich sein, mein letztes Hurrah. Dieses Album musste perfekt sein, es muss für Dekaden vorhalten. Für alle Fälle.“ 
 
Mit den Worten einer Mutter, die einst aufstand, um eine Künstlerin zu gebären:
 
„Tanz’ solange du noch kannst“, singt LYKKE LI.
„Tanz’, weil du musst.“

Tourneedaten 2011

4 April 2011 Hamburg |Grunspan

 5 April 2011 Berlin Astra Kulturhaus

6 April 2011 München Muffathalle

9 April 2011 Amsterdam Paradiso

11 April 2011 Köln Gloria

Ihr neues Album Wounded Rhymes erscheint am 8.3.2011

Warner Music Group Germany Holding GmbH
Alter Wandrahm 14
20457 Hamburg

e-mail:  anfrage@remove-this.warnermusic.com
Telefon:  0049-40-30339-0
Fax 0049-40-30339-0

mehr

17.01.2011 Sie ist eine phänomenale Frau

Claudius Andersen - mit 5 Bildern

Wenn am 25. Januar die Liste der Nominierten für die beste Schauspielerin bei der 83. Oscar-Verleihung bekannt gegeben wird, hat sie gute Chancen dabei zu sein: Sally Hawkins für ihre Rolle in Nigel Coles britischer Hitkomödie WE WANT SEX (Kinostart: 13. Januar).

Darin spielt sie die couragierte FORD-Arbeiterin Rita O’Grady, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen für Lohngleichheit und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße geht und so einen ganzen Konzern in die Knie zwingt.

„Sie ist eine phänomenale Frau“, schwärmt Sally Hawkins von Rita. „Sie ist eine wahre Tour de force – weiß es am Anfang bloß noch nicht. Sie ist eine normale Mutter von zwei Kindern, Näherin in der Ford-Fabrik in Dagenham, eine Arbeiterin wie tausende andere in den Sechzigern.

Aber plötzlich wird sie ins kalte Wasser geworfen, muss mit Managern verhandeln und eine politische Rolle spielen. Sie wird zur Stimme all dieser Frauen, weil sich sonst niemand zu ihrem Sprachrohr machen will.“ Eine Paraderolle für die britische Schauspielerin.

Schon mit Poppy, der dauerfröhlichen und quirligen Grundschullehrerin in Mike Leighs HAPPY-GO-LUCKY, spielte sich Sally 2007 in die Herzen des Publikums und der internationalen Filmkritik.

Es war ihr großer Durchbruch. Erst gewann sie den Silbernen Bären der Berlinale, dann folgte der Golden Globe. Bis dahin war Sally bereits seit 10 Jahren am Theater, hatte eine Schauspielausbildung an der renommierten Royal Academy of Dramatic Art (RADA) genossen und erste kleine Rollen in Kino und Fernsehen ergattert.

Regisseur Mike Leigh besetzte sie erstmals 2002 für ALL OR NOTHING und dann 2005 in seinem Oscar-nominierten Drama VERA DRAKE. Früh erkannte er das Potential der zierlichen, hochtalentierten Frau und mit welcher Glaubwürdigkeit sie eine enorme Bandbreite von Charakteren verkörpern kann.

Noch heute erinnert sich Sally an den Tag, als sie im Soho Haus in London erstmals mit Mike Leigh über ihre Hobbies, Inspirationen und Träume sprach. „Die Erinnerungen an dieses erste Treffen werde ich bis an mein Lebensende nicht vergessen”, so Sally in einem Interview.

Von Jane Austens skeptischer Heldin Anne Elliot in VERFÜHRUNG bis hin zum Gangmitglied Slasher in Matthew Vaughns Gangsterthriller LAYER CAKE, in dem sie einen Kokainhändler, gespielt von James Bond-Darsteller Daniel Craig, in Schwierigkeiten bringt, scheint keine Rolle unpassend für die junge Britin zu sein.

Und 2011 wird sie diesem Repertoire noch etliche Facetten hinzufügen, darunter in der Neuverfilmung des Romanklassikers JANE EYRE und an der Seite von Keira Knightley in Mark Romaneks ALLES WAS WIR GEBEN MUSSTEN. Aber nicht nur beruflich wird es spannend für Sally.

Am 27. April 1976 in London geboren, steht dieses Jahr die große 35 auf ihrer Geburtstagstorte. Und eigentlich hatten sie und ihr guter Freund und Schauspielkollege James Corden einst einen Pakt geschlossen, dass beide heiraten und viele Babys miteinander bekommen werden, sollte Sally bis dahin noch Single sein.

Da heißt es „ran halten“ für all die, die ihr Herz noch erobern wollen. Unseres hat sie längst für sich gewonnen. In WE WANT SEX, dem unterhaltsamsten Geschlechterkampf, den es je auf der Leinwand zu sehen gab, können wir Sally Hawkins seit dem 13. Januar endlich wieder im Kino bewundern.

Claudius Andersen                                     
TOBIS FILM GmbH & Co.
KG

Kinomarketing & Promotion                          

Pacelliallee 47

14195 Berlin

E-Mail:  claudius.andersen@remove-this.tobis.de                   

http://www.tobis.de 

mehr

07.01.2011 Am 28.01.2011 veröffentlicht sie ihre erste CD

Hasko Witte - mit 3 Bildern

Midori Seiler ist die Konzertmeisterin der Orchester Akademie für Alte Musik Berlin und Anima Eterna. Am 28.01.2011 veröffentlicht sie mit den Partiten für Violine von Johann Sebastian Bach ihre erste CD auf dem Label Berlin Classics.


Die CD wurde im Johann-Sebastian-Bach-Saal des Schlosses in Köthen aufgenommen. In dieser Stadt wirkte Johann Sebastian Bach von 1717 bis 1723 als Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen. Im CD-Booklet können Sie ein interessantes Interview mit Midori Seiler lesen.

Darin gibt Sie u.A. Auskunft zur Historischen Aufführungspraxis und ihren Bezug zu den Bachschen Partiten. Die Bachschen Partiten für Violine solo – das ist Musik in höchster Konzentration.

Aber auch eine der größten musikalischen Herausforderungen. Midori Seiler spricht im Booklet ihrer neuen CD von einem Destillat, das man im Solo-Spiel suggestiv zur Entfaltung bringen müsse.

So kann ein ganzer Kosmos auf nur vier Saiten entstehen. Midori Seiler, Tochter einer japanischen Mutter und eines bayerischen Vaters, wuchs in Salzburg auf. Ihre musikalische Ausbildung führte sie von dort über Basel und London nach Berlin.

Dabei waren Helmut Zehetmair, Sandor Végh, Adelina Oprean, David Takeno, Eberhard Feltz und Stephan Mai ihre Lehrer. Seit 2000 ist sie Konzertmeisterin von den Ensembles Anima Eterna und der Akademie für Alte Musik Berlin – zwei der profiliertesten Ensembles der Alten-Musik-Szene.

Darüber hinaus ist sie auch als Solistin und Kammermusikerin sehr erfolgreich in Erscheinung getreten.


Mit dieser CD treibt Midori Seiler das Solistische nun auf die Spitze: Im Johann-Sebastian-Bach-Saal des Köthener Schlosses hat sie die Bachschen Partiten für Solovioline aufgenommen. Auf ihrer Guarneri-Violine entwickelt sie eine ebenso historisch versierte wie emotionale Lesart dieses puren Bachs.

JOHANN SEBASTIAN BACH (1685-1750)

Partiten für Violine solo
BWV 1002, 1004, 1006

MIDORI SEILER, Tochter einer japanischen Pianistin und eines bayerischen Pianisten, wuchs in Salzburg auf. Ihre musikalische Ausbildung führte sie von Salzburg nach Basel, London und Berlin.

Ihre Lehrer waren Helmut Zehetmair, Sandor Végh, Adelina Oprean, David Takeno, Eberhard Feltz und Stephan Mai. Seit dem Jahr 2000 ist Midori Seiler Konzertmeisterin der Orchester Akademie für Alte Musik Berlin und Anima Eterna und war Gastkonzertmeisterin bei renommierten Ensembles und Orchestern.

Als Solistin in Europa, Südamerika, Spanien, Asien und den USA spielte sie Violinkonzerte von Bach, Vivaldi, Telemann, Mendelssohn, Mozart, Haydn und Beethoven.

Unter ihren CD-Veröffentlichungen, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden, finden sich die Violinkonzerte von Mozart, das verschollene Violinkonzert von Bach BWV 1052 in einer eigenen Rekonstruktion, und die „Scheherezade“ von Rimsky-Korsakow.

Mit dem Pianisten und Spezialisten für historische Tasteninstrumente Jos van Immerseel produzierte sie die Violinsonaten von Mozart und Schubert. Die kompletten Violinsonaten von Ludwig van Beethoven werden 2011 erscheinen.


Große öffentliche Aufmerksamkeit erregte die szenische Produktion der „Vier Jahreszeiten“ mit der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Choreograph und Regisseur Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola und Midori Seiler als Solistin. Sie ist als Live-Mitschnitt auf DVD erhältlich. Die Audio-Version dieses Werkes erschien 2010.


Midori Seiler gab Meisterkurse für Barockgeige in Brügge, Antwerpen und Chemnitz und am Königlichen Konservatorium Den Haag für das Spezialgebiet „Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts“.


Seit dem Jahr 2010 ist sie Professorin für Barockvioline und -viola am Institut für Alte Musik an der „Hochschule für Musik Franz Liszt“ in Weimar.

Konzerte 2011

Midori Seiler spielt die Bach Partiten:

21.03.2011 Köthen - Bachfest Köthen
02.04.2011 Monte Carlo - Festival Printemps des Arts Monte Carlo

Weitere Konzerte in Vorbereitung

Edel:Kultur
Hasko Witte - Promotion
Neumühlen 17
22763 Hamburg

Tel.: +49 (0)40- 890 85-301

hasko_witte@edel.com

mehr

23.12.2010 künstlerische Metamorphose

Sony Music - mit 5 Bildern

Mit 21 Jahren zeigt die schwedische Singer-Songwriterin Fredrika Stahl bereits eine erstaunliche Reife. Sie will sich nicht auf das eine oder andere Genre festlegen lassen und hat ihren ganz persönlichen Ausdruck, wobei sie irgendwo zwischen Pop und Jazz anzusiedeln ist. Dank ihrer stimmlichen Qualitäten ist ihr Gesang elegant, natürlich und ungekünstelt.

Fredrika wurde 1984 in Schweden geboren und verbrachte fast ihre ganze Kindheit in Frankreich. Das erklärt auch, warum sie die französische Sprache perfekt beherrscht.

Als Kind erhielt sie Ballett- und Klavierunterricht. Singen war ebenfalls ihre Leidenschaft, doch bewunderte sie damals noch dieselben Stars wie ihre Eltern: Simon & Garfunkel, James Taylor, Chicago...

Mit 12 ging Fredrika zurück nach Schweden und begann ihre eigene musikalische Kartographie der Welt zu erstellen. Dazu zählten Musiker wie Jewel, Lisa Ekdahl, Tracy Chapman, Norah Jones und andere. Musik füllte bald ihr ganzes Leben aus.

Als sie nach ihrem Schulabschluss nach Frankreich zurückkehrte, begann sie zuerst sehr bescheiden mit der Teilnahme an einem Musical in Paris. Wie zahllose andere angehende junge Künstler arbeitete sie nachts in einer Kneipe, um über die Runden zu kommen.


Der Zufall wollte es, dass sie dabei Geef (3 Cinks Prod) kennen lernte, der daraufhin ihr Produzent wurde. Sie begannen erst mit der Arbeit an einigen von Fredrikas Folksongs.

Ein Jahr später lernte sie während einer Aufnahmesession den Pianisten Tom McClung kennen, der gegenwärtig mit Archie Shepp zusammen spielt. Tom hörte sich ihre Probeeinspielung an und bot an, Jazz-Arrangements dazu zu schreiben.

Bald hatte sie für das geplante Album das perfekte Team beisammen: den Gitarristen José Palmer (DeeDee Bridgewater, Jean-Jacques Goldman, Archie Shepp, Manu Katché), den Kontrabassisten Diego Imbert (u.a. Biréli Lagrène), den Schlagzeuger Karl Jannuska (Lee Konitz, François Théberge, Serge Forté) und den Saxophonisten Hervé Meschinet (Arturo Sandoval, Michel Legrand, Charles Aznavour, Claude Nougaro).


Fredrikas Talent entfaltet sich auch auf der Bühne. Sie trat bereits zusammen mit Eric Poirier, Ichiro Onoé und Manuel Marchès auf, aber auch mit Razul Siddick, Jean-Jacques Elangué, Peter Giron und John Betsch.

Fredrikas Musik strahlt auf subtile Art sowohl Reife als auch Frische aus. Ihr unbestritten persönlicher Stil lässt sich weder ganz dem Jazz noch dem Pop zurechnen. Und das „altmodische“ Timbre der talentierten Singer-Songwriterin erinnert den Zuhörer an die großen Jazzsängerinnen der Vergangenheit. 

Ihr neues Album "Sweep me away" erschien im Oktober bei Sony Musik.

Die künstlerische Metamorphose von Fredrika Stahl könnte eigentlich kaum frappanter sein. Die 25-jährige Schwedin, die in ihrer Wahlheimat Frankreich mit ihren ersten beiden Alben „A Fraction Of You“ (2006) und „Tributaries“ (2008) als neuer Stern am Jazzhimmel gefeiert wurde, klingt auf ihrem neuen Album „Sweep Me Away“ wie verwandelt.

Perfekter Pop. Agil arrangiert, aufregend interpretiert. Die Sängerin, die alle Songs sebst komponiert hat, kann jedoch mit solchen Kategorisierungen wenig anfangen. „Die Frage, ob ich eine Popsängerin oder eine Jazzsängerin bin, schockt mich immer. Wo ich hingehöre.

In welche Kategorie man mich einordnen soll. Für mich ist Kunst eines der wenigen Dinge, die man nicht eingrenzen kann. Für mich ist das einfach Musik. Hauptsache, sie klingt gut.“ Und „Sweep Me Away“ macht seinem Titel alle Ehre und erweist sich tatsächlich als ein Album, von dessen Songs, gleich wie man sie denn nun einordnen möchte, man unweigerlich mitgerissen wird.

Die zwölf Songs stehen durchaus in der Tradition moderner, femininer Singer/Songwriterinnen wie Emiliana Torrini und Regina Spektor, die alle ihre ganz eigene Stimme und Ausdrucksform entwickelt haben.

Fredrika Stahl singt mit einer enormen Klarheit und Akkuratesse, die das Bild einer kühlen nordischen Schönheit nähren, doch ihr wohltemperiertes Pianospiel und die warmen Arrangements produzieren eine angenehm vertraute Stimmung. Ein Jahr lang hatte Fredrika Stahl ganz zurückgezogen in Schweden gelebt und an den neuen Songs gearbeitet.

„Es war das erste Mal, dass ich solche komplexen Demos aufgenommen habe. Es gab enorm viele Gesangsarrangements, auch wenn ich niemals Gesangsstunden genommen habe.

Die fertigen Songs kommen den ursprünglichen Demos recht nahe. In dem einen Jahr in Stockholm habe ich mich von Frankreich abgekapselt gefühlt. Ich musste mich einfach auf mich und meine Musik konzentrieren – eine sehr intensive Erfahrung.“

Fredrika Stahl hatte bereits zwischen ihrem vierten und zwölften Lebensjahr mit ihren Eltern in Frankreich gelebt. Nach ihrem Abitur zog es die damals 17-jährige nach Frankreich zurück.

Nachdem sie ihren ursprünglichen Plan Tänzerin zu werden verworfen hatte und sich einige Zeit als Kellnerin über Wasser hielt, wurde der amerikanische Jazzpianist Tom McClung, jahrelanger Begleiter von Archie Shepp, auf ihr musikalisches Talent aufmerksam.

So kam es zu ersten Auftritten in Pariser Jazzclubs wie New Morning und Duc des Lombards. „Jazz ist brillant für Live-Auftritte“, erinnert sie sich. „Ich habe unglaublich viel gelernt. Anfangs gab es noch so eine Distanz, schließlich war ich kaum 20 Jahre alt und spielte mit Musikern in ihren Fünfzigern.

Dass ich meine Songs selbst schreibe, hat mich aber irgendwie gerettet.“ Gemeinsame Auftritte mit Herbie Hancock, Richard Bona und Maceo Parker erwiesen sich als unschätzbar wertvolle Erfahrungen.

Eine wesentlich wichtigere Konstante in ihrem bisherigen Werk ist der Produzent Jean Fabien Ekodo, der unter dem Künstlernamen GeeF arbeitet und auch ihre beiden ersten Alben produzierte. Für „Sweep Me Away“ arbeitete er gemeinsam mit Jeff Dolort als Co-Produzent.

Aufgenommen wurden die Songs von „Sweep Me Away“ mit einer Reihe exzellenter Jazz- und Funk-Musiker, darunter die beiden Pianisten Eric Legnini und Romain Collin, der Bassist Daniel Romeo und der Schlagzeuger Arnaud Renaville sowie die sich durch fragile Poptexturen auszeichnende Gitarristin Edith Fambuena.

Bereits das Intro des Albums, auf dessen Gesangssatz wohl sogar Brian Wilson stolz wäre, macht hellhörig. Die so komplex wie reich arrangierten Songs wie etwa „Altered Lens“ erinnern bisweilen an den nouvelle chanson eines Benjamin Biolay.

Stahl kann sich herrlichen musikalischen Tagträumereien hingeben („Fast Moving Train“), kokett fröhlich klingen („Rocket Trip To Mars“) oder ausgelassen beatlesk („In My Head“) „Fling On Boy“ hat den nötigen Swing, um auch auf dem Dancefloor zu bestehen, während „Song Of July“ wie eine leichte Sommerbrise wirkt.

Das  emotionale Spektrum, das Fredrika Stahl mit ihrem neuen Album abdeckt, ist wirklich erstaunlich. Was kann es Schöneres geben, als bei einem Album aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen? „Dreamin with both feet on the ground“ singt die hübsche blonde Schwedin in einem Song. Wir lauschen derweil ganz gebannt ihrem delikaten neuen Album. Swept away! 

Sony Music Entertainment Germany GmbH

Edison Höfe
Schlegelstr. 26b
D-10115 Berlin

juergen.dobelmann@remove-this.sonymusic.com

www.sonymusic.de

mehr

10.12.2010 unverschämt sexy, männlich und absolut alpin

GFDK und TFA-Fashion - mit 4 Bildern

Seit seiner Markteinführung Ende letzten Jahres schreibt Tu Felix Austria Erfolgsgeschichte: Die „Lederhose darunter“ ist nicht nur in Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Italien, Großbritannien und der Schweiz ein Verkaufsschlager, sondern auch bei urbanen Naturburschen in Australien und den USA absolutes Must-Have.

Doch neben den Pants & Shorts mit Alpin-Appeal und traditioneller Bestickung erfreuen sich auch die Gürtel mit IHS-Monogramm sowie die T-Shirts einer stetig steigenden Beliebtheit – Letztere tragen u.a. Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, Regisseur Robert Wilson, Sänger Rufus Wainwright, Sängerin Mojca Erdmann und Fashiondesigner Thomas Kirchgrabner gern und oft.

Gründer Mag. Stefan Lang über die Entstehungsgeschichte von Tu Felix Austria:

„Die Idee hat mehrere Väter. Einerseits war es so, dass ich auf der Suche nach jungen, modernen Souvenirs aus Österreich für amerikanische Freunde war.

Dabei stößt man relativ schnell an die Grenzten, denn Mozartkugeln oder ein Fotoband mit Luftbildaufnahmen von Salzburg sind nicht besonders cool und jung! Typisch österreichisch wären natürlich Lederhosen, aber die sind als Mitbringsel dann doch etwas teuer.

So entstand die Idee, mit der trachtigen Unterwäsche ein augenzwinkerndes Produkt aus Österreich zu entwerfen, das sowohl die Österreicher als auch die Touristen begeistert.

Auf der anderen Seite ist es ja so, dass man mittlerweile in allen Städten der Welt die gleichen Shops und Labels mit denselben Auslagen und denselben Produkten findet!

Mit Tu Felix Austria wollte ich eine Modelinie kreieren die regional verankert, typisch österreichisch und neben einer Briese Selbstironie trotzdem cool und jung ist!   

Stefan Lang (32) ist gebürtiger Salzburger und lernte im Salzkammergut die traditionellen Trachten kennen und schätzen.

Nach 7 Jahren als Mitarbeiter von US-Regisseur Robert Wilson, einem Jahr als Mitarbeiter von Donna Karan in New York und einem Abgeschlossenen Wirtschaftsstudium gründete er 2008 das Label Tu Felix Austria mit Sitz in Wien.

 

Zu beziehen auf: www.tufelixaustria.at

 

TFA-Fashion e.U.
Schottenfeldgasse 35
1070 Wien
Austria
Tel.: +43 1 522 7878
NEU: Fax: +43 1 522 7979

office@remove-this.tufelixaustria.at
www.tufelixaustria.at

 

Mehr unter http://www.freundederkuenste.de/lebensart/stil/einzelansicht/article/lifestyle_label_aus_oesterreich_tu_felix_austria_taschen_und_mode_im_trendigen_alpin_look.html
http://www.tufelixaustria.at/

mehr

02.12.2010 Ab dem 6. Januar 2011 in „Der Auftragslover“ im Kino

Verena Schönhofen - mit 6 Bildern

Längere Zeit war es recht still um die schöne Französin, die einfach alles hat – inklusive Johnny Depp. Nun kehrt sie zurück auf die Leinwand und beweist in ihren neuen Film „Der Auftragslover“ (Kinostart: 6. Januar 2011), dass sie nach wie vor mehr ist als bloß die Frau an der Seite des  zweifachen „Sexiest Man Alive“.

Vanessa Paradis hat viele Facetten: Sie ist eine bekannte Popsängerin, Schauspielerin  und gefragtes Model für den Nobel-Konzern Chanel. Und das nicht erst seit gestern…

Mädchen im Rampenlicht

Schon als Kind schwärmte die schöne Actrice für den Filmstar Marylin Monroe. Sie war auch der Grund, warum sie ihre Eltern frühzeitig überredete, Klavierstunden und Ballettunterricht nehmen zu dürfen. Und weil das kleine blonde Mädchen so gern auf einer großen Bühne stehen wollte, durfte sie schließlich in der Fernsehshow L'Ecole des Fans auftreten.

Als 8jährige bezauberte sie Millionen von Zuschauern mit dem Lied Emilie Jolie And The Big Bird aus dem Kindermusical Emilie Jolie. Dies sollte jedoch nur der Anfang einer steilen Karriere sein.

Pop-Lolita und Leinwandstar

Im zarten Alter von 14 Jahren schubste sie mit ihrem internationalen Hit „Joe le Taxi“ Madonna von Platz eins der französischen Charts und wurde zur Pop-Lolita der Nation. Doch nicht alle gönnten ihr den Erfolg. Von ihren neidischen Mitschülerinnen wurde sie wegen ihres plötzlichen Ruhms angefeindet und angespuckt.

Kein Wunder also, dass Vanessa bereits mit 16 Jahren der Schule den Rücken kehrte. Statt Mathe zu pauken wollte sie lieber ihre Karriere vorantreiben. Ihr lolitahafter Charme bescherte der Sängerin auch ihre erste Filmrolle in dem Liebesdrama „Die weiße Hochzeit“.

Für ihr Schauspieldebüt erhielt sie sogleich einen César als „Beste Nachwuchsdarstellerin“ und wurde mit dem Prix Romy Schneider ausgezeichnet. Es folgten weitere Rollen in diversen französischen Filmen, in denen sie unter anderem mit  legendären Filmgrößen wie Jeanne Moreau, Alain Delon und  Jean-Paul Belmondo vor der Kamera stehen durfte.

Trotz ihres Erfolgs mit der Schauspielerei trieb Vanessa Paradis auch ihre musikalische Karriere beständig voran. Nach ihren Alben M&J und Variation sur le même t`aime zog es die Blondine 1992 in die USA, wo sie mit Retro-Rocker Lenny Kravitz – mit dem sie zu dieser Zeit liiert war – an ihrem Album Vanessa Paradis bastelte. Die Single-Auskopplung Be My Baby wurde ein weltweiter Erfolg.

Mit Zahnlücke zum Supermodel

Als wäre eine Karriere als Sängerin und Schauspielerin nicht schon schillernd genug, machte sich Vanessa Paradis schon frühzeitig auch als Model einen Namen und wurde zum hübschen Aushängeschild des französischen Mode-Labels Chanel.

Ihr erster TV-Spot, in dem die elfengleiche Französin im schwarzen Federkleid für einen Duft der Luxusmarke warb, verknüpfte sie untrennbar mit der Marke. Es folgten weitere Model-Jobs, unter anderem lieh die schöne Vanessa ihr feines Gesicht dem Label Miu Miu.

2008 zierte sie mit der wohl süßesten Zahnlücke im Model-Business das Cover der französischen Vogue. Der Marke Chanel blieb sie dabei aber immer treu. Derzeit wirbt die heute 37jährige für den neuen Lippenstift „Rouge Coco“ und zeigt der ganzen Welt, dass der Zahn der Zeit ihrem mädchenhaften Charme so gar nichts anhaben konnte.

Privates Glück mit „Captain Sparrow”

1998 trat Hollywood-Beau Johnny Depp in ihr Leben und ist nunmehr seit 12 Jahren der Mann an ihrer Seite. Für beide war es wohl Liebe auf den ersten Blick und es dauerte kaum drei Monate bis Vanessa schwanger war.

Nachdem Töchterchen Lily-Rose Melody das Licht der Welt erblickt hatte, spielte sie mit dem Gedanken, ihre Musik-Karriere an den Nagel zu hängen. Doch Depp ermutigte sie zum Weitermachen, brachte ihr bei, Gitarre zu spielen, und unterstütze sie bei ihren ersten Versuchen, eigene Lieder zu komponieren.

So entstand schließlich ihr Album Bliss, das ausschließlich selbstkomponierte Songs enthält. Unter anderem das Lied La ballade de Lily Rose, das sie ihrer kleinen Tochter widmete. Und auch bei ihrem jüngsten Album Divinidylle hatte Johnny Depp seine Finger im Spiel: Von ihm stammt das Cover, für das er seine schöne Freundin als goldene Madonna malte.

Bei so viel Unterstützung überrascht es kaum, dass Vanessa in Interviews nur zu gern von dem Mann an ihrer Seite schwärmt und auch gern das Geheimnis ihrer Liebe lüftet:

Offenbar haben die Beiden die richtige Balance aus Nähe und Distanz gefunden und genießen ihr privates Glück abseits der glitzernden Glamourwelt Hollywoods - frei von Exzessen, Affären und sonstigen Skandalen.

Neben ihrem Haus in Frankreich hat sich die kleine Familie, zu der seit 2002 auch Sohnemann Jack Christopher gehört, noch einen weiteren Rückzugsort zugelegt: Für kleine Auszeiten zieht sich Vanessa mit ihrem sexy „Fluch der Karibik“-Star Johnny Depp gern mal auf die familieneigene Karibikinsel zurück.

Ein Star ohne Allüren

Trotz ihrer Bekanntheit in Frankreich und darüber hinaus lebt Vanessa Paradis ein vergleichsweise bescheidenes, fast schon normales Leben. Die Schauspielerin und Sängerin fühlt sich im heimischen Garten wohler als im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich.

In einem Interview gestand die scheue Blondine sogar, dass sie sich selbst manchmal als „Schande für ihren Berufsstand“ empfindet, weil sie sich nie darum gekümmert habe, ihre Talente in geordnete Bahnen zu lenken.

So ist es der Sängerin, die von sich sagt, sie könne keine Noten lesen oder besonders gut mit Instrumenten umgehen, auch eher unangenehm, mit ihrem Langzeitfreund Musik zu machen. Schließlich versteht der etwas von Musik, landete er doch ursprünglich nur beim Film, um seine Karriere als Rockmusiker zu finanzieren. 

Auch ihrem gemeinsamen Film „My American Lover“, in dem Vanessa und Johnny erstmals zusammen vor der Kamera stehen werden, blickt die bescheidene Französin mit gemischten Gefühlen entgegen.

Dabei zeigt sie in ihrem neuen Film „Der Auftragslover“ an der Seite von Romain Duris, dass sie eine erstklassige und unglaublich charmante Schauspielerin ist. Wer sich selbst davon überzeugen will, sollte sich die spritzige Romantik-Komödie, die am 6. Januar in die Kinos kommt, auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Ab dem 6. Januar 2011 präsentiert sich die Französin in ihrer Rolle der Juliette van der Beck als selbstbewusste junge Frau, die lernen wird, dass sie nur das Beste verdient!

Die offizielle Film-Seite

www.derauftragslover.de

Das offizielle Facebook-Profi

www.facebook.com/derauftragslover

Verena Schönhofen

Account Executive

Pure Online – Digitale Kommunikation

Rungestraße 22-24

10179 Berlin

Tel:  +49 (0)30 28 44 509 - 12

Fax: +49 (0)30 28 44 509 - 29

Skype: verena.pureonline

Web: www.pureonline.de

mehr

25.11.2010 vorbildlich

in focus galerie und GFDK - mit 6 Bildern

20 Jahre kontinuierliche Galerietätigkeit ist auch in der Kunst- und Kulturstadt Köln ein besonderes Jubiläum. Wenn das 20jährige Jubiläum nun eine Galerie feiert, die nur auf Fotografie spezialisiert ist, ist dies selbst in Köln einmalig.

Die in focus Galerie ist damit die älteste, bis heute aktive, private kommerzielle Galerie für Fotografie und Fotokunst in Köln, die ohne Unterstützung, ohne Verein und ohne Klüngel bis heute ein facettenreiches und freies Programm für die Öffentlichkeit bietet.


In den vergangenen 20 Jahren mit über 120 Ausstellungen brachte die in focus
Galerie einen großen Teil der faszinierenden Welt der Fotografie nach Köln.
Neben stilbildenden Meistern der Fotografie wie Jeanloup Sieff (F), René Groebli (CH), Lucien Clergue (F), Ilse Bing (D/USA), Jan Saudek (CR), Franco Fontana (I) und Frank Horvat (F) standen auch immer wieder wichtige Vertreter der wohl berühmtesten Fotoagentur der Welt „Magnum“, u.a. Marc Riboud (F), Bruce Davidson (USA), Susan Meiselas (USA), Eve Arnold (USA) oder Stuart Franklin (GB) auf dem Programm der Galerie.


Als wichtiger Bestandteil des Galerieprogramms wurden auch herausragende deutsche Fotokünstler der breiten Öffentlichkeit gezeigt. Mit zur Wiederentdeckung des großartigen Architekturfotografen Heinrich Heidersberger beigetragen, hat in den frühen 90er Jahren die Austellung der in focus Galerie.

Ausstellungen mit Fotografien von F.C. Gundlach, Floris M. Neusüss, Gottfried Jäger, Karin Szekessy, Günter Blum und Gerhard Vormwald zeugen von dem vielfältigen Programm der Galerie.


Immer wieder entdeckte die in focus Galerie für das deutsche Publikum nahezu
unbekannte internationale Stars wie Jean-Philippe Charbonnier (F), Ben J. Fernandez (USA), Gilbert Garcin (F) und den großen Meister Willy Ronis (F), der nach seiner umfangreichen Galerieausstellung bei uns, erstmalig mit einer Tournee in mehreren deutschen Museen geehrt wurde.


Ebenso wurden junge Talente von der in focus Galerie gefördert und begleitet. Künstler wie z. B. Philippe Pache, Kent Rogowski, William Ropp, Abe Frajndlich und insbesondere Thomas Kellner sind auf dem Weg zu einer internationalen Karriere.


Junge Fotokünstler aus Amerika, die der Galerist Burkhard Arnold auf dem Fotofest in Houston 2008 und 2010 entdeckte, werden Ende Januar bis Ende April 2011 in den beiden Ausstellungen „American Portraits“ und „American Temples“ präsentiert.


Die Aktivitäten der in focus Galerie werden ergänzt durch Ausstellungen,
Ausstellungsbeteiligungen und Messepräsentationen in vielen Instituten, Galerien, Festivals, Messen und Museen.


Die Galerie publiziert regelmäßig zu Künstlern der Galerie Kataloge und Fotobücher oder unterstützt und beteiligt sich an der Realisierung von Fotobüchern z.B. in den letzten drei Jahren an den Büchern von Thomas Kellner „Dancing Walls“ und „Farbwelt 135 – 36“, an den Büchern von Gilbert Garcin „Tout peut arriver“ und „Mister G“ oder an dem wunderbaren Buch von René
Groebli „Rail Magic“.


Zum 20jährigem Jubiläum freut sich der Galerist Burkhard Arnold nicht nur den Kölnern ein besonderes Highlight aus der internationalen Welt der Fotografie präsentieren zu können.

Zum ersten Mal in Köln widmet sich eine Einzelausstellung einem der berühmtesten und populärsten Fotografen der Welt:


Elliott Erwitt „... von Menschen und Hunden“


Elliott Erwitt wurde 1928 in Paris geboren. Er wuchs in Mailand auf und emigrierte mit der Familie 1938 nach Amerika. 1948 zog Elliott Erwitt nach New York, wo er Robert Capa und Edward Steichen kennen lernte. 1949 begann Erwitt seine Arbeit als professioneller Fotograf.

Seit 1953 ist er Mitglied der angesehenen Agentur Magnum und hat mehrmals als ihr Präsident fungiert. Elliott Erwitt zählt zu den berühmtesten noch lebenden Fotografen der Welt. Neben seinen journalistischen Essays, Illustrationen und Werbeanzeigen für seine Auftraggeber, fand Erwitt immer noch Zeit eigene fotografische Projekte umzusetzen.

Er findet im Alltäglichen das Verschmitzte, das Ironische, das Humorvolle und das Nachdenkliche. Gerade diese Fotografien katapultierten Erwitt in den Himmel der Kunstfotografen. Die in focus Galerie freut sich, eine Auswahl seiner „persönlichen Lieblingsbilder“ zeigen zu dürfen.

arnold@infocusgalerie.com . www.infocusgalerie.com

Brüsseler Strasse 83 . 50672 Köln
Tel. + Fax.: 02211300341 . Mobil: 01773202913

Öffnungszeiten:
9. November bis 2. Dezember,
jeden Di. - Sa. 16 – 20 Uhr,
vom 3.12.2010 bis zum 15.01.2011
gerne nach telefonischer Vereinbarung.

Alle Bilder copyright Elliott Erwitt, courtesy in focus Galerie

Mehr Bilder unter unserer Galerie Kunstwerke.

http://www.freundederkuenste.de/galerie/bildergalerie-kunstwerke/gallery/139/1/1x1.html

 

 

 

mehr

13.11.2010 Exklusivinterview für freundederkuenste.de

GFDK - Michaela Boland

Ob er selbst mit 75 noch gerne „Achterbahn“ fährt, ist ungewiss. Im gleichnamigen Theaterstück jedoch lässt Schauspieler Volker Brandt zu, dass seine Gefühle einige Runden auf dem imposanten Fahrgeschäft drehen.

Als „Pierre“ nämlich, einem Midlifecrisis-gefährdeten, verheirateten Geschäftsmann, dessen Frau und Sohn sich gerade im Urlaub befinden, nimmt der attraktive Charmeur die soeben in einer Bar kennen gelernte junge Schönheit Juliette mit zu sich nach Hause.

Statt schnell „zur Sache“ zu kommen, verwirrt das Objekt der Begierde den älteren Herrn jedoch immer wieder aufs Neue. So ziert sie sich zunächst wie eine wohlerzogene, sittsame, junge Dame aus gutem Hause, um im nächsten Moment die eigentlich „Professionelle“ herauszukehren.

Der Verwirrung nicht genug, gesteht sie wenig später, eigentlich eine Freundin der Gemahlin zu sein, welche dem Gatten während der Abwesenheit in puncto ehelicher Treue einmal gehörig auf den Zahn fühlen solle, um dann jedoch schon kurz darauf eine Journalistin zu geben, die über das Seitensprungverhalten von Männern recherchiere, und treibt den irritierten Pierre damit immer wieder an den Rand der Verzweiflung.

Wer die geheimnisvolle junge Frau tatsächlich ist, und warum sie ihr „grausames“ Spiel mit dem ahnungslosen Pierre treibt, konnten die zahlreichen Zuschauer zwischen 26. August und siebten November jetzt im Kölner Theater am Dom herausfinden. Mit „Achterbahn“ von Eric Assous gelang Theaterchef René Heinersdorff ein richtiggehend großer Coup.

Insgesamt 25.000 Menschen sollen das Stück bis zum letzten Spieltag gesehen und es somit zu einem der erfolgreichsten Gastspiele der letzten Zeit im Theater am Dom gemacht haben. Grund zur Freude: Schon im nächsten Jahr geht die Erfolgskomödie ab 11.05. bis zum 26.06.2011 im Düsseldorfer Theater an der KÖ weiter.

Als Protagonisten des Stücks konnten Alexandra Kamp und vor allem Schauspielstar Volker Brandt ihr begeistertes Publikum überzeugen. Bereits seit den 1970er-Jahren ist der beliebte Mime, der Anfang der Achtziger den Berliner Tatort-Kommisssar Walther gab und regelmäßig in den TV- Quoten-Rennern „Schwarzwaldklinik“ und „Traumschiff“ mitspielte, vor allem durch seine Stimme bekannt.

Schon in der erfolgreichen US-Serie „Die Straßen von San Francisco“ nämlich, lieh Brandt Weltstar Michael Douglas seine Stimme und tut dies bis heute nach wie vor recht erfolgreich.

So kommt es denn auch, dass es im Café unserer Wahl, unweit der Kölner Mauritiuskirche, ganz schnell mucksmäuschenstill wird als Volker Brandt hereinkommt und mich begrüßt. Kaum kommt man umhin, zu bemerken, dass die Café-Gäste aufhorchen, weil ihnen diese Stimme fast zwangsläufig bekannt vorkommen muss.

Jugendlich frisch erscheint Brandt im feschen Herbstmantel mit lässig um den Hals geworfenen Künstlerschal. Dass er bereits 75 Lenze zählt, sieht man dem in Leipzig geborenen Sohn eines Chemikers nicht im geringsten an.

Im Gegenteil, mit seinem vollen welligen Haar und dem nach wie vor jungenhaft spitzbübischen Gesicht sieht er kaum älter als Mitte Fünfzig aus, sprudelt nahezu vor Vitalität und Gedankenreichtum, obgleich der vorangegangene Abend, an welchem wie üblich Vorstellung war, nicht gerade früh geendet hat.

Einziger Wermutstropfen an diesem Vormittag: Freundin Susanne Meikl (46) aus München hatte kurz zuvor angerufen und sich über die Art der Berichterstattung verschiedener Medien bei Lebensgefährten Brandt, der in Berlin noch eine Ehefrau hat, beklagt. Offensichtlich sei nämlich zu ihrem Ärgernis der Eindruck entstanden, dass Brandt sie aushalte.

So hatte beispielsweise auch bz-berlin.de vom 27.08 2010 in der Tat mit „Volker Brandt: Ich liebe zwei Frauen “ getitelt und den Schauspieler so zitiert: „Zwei Frauen sind ganz schön teuer. Ich zahle zweimal Miete, zweimal Unterhalt, zweimal Verpflegung.“

Volker Brandt nimmts gelassen. Der souveräne Mime steht mitten im Leben und unangenehme Berichterstattung wirft ihn wohl kaum aus der Bahn. Die Prioritäten des ausgesprochen sympathischen Schauspielers liegen woanders. Seinen Job versteht er.

Auf der Bühne lebt er seine Figur, gibt ihr nicht nur Physis, sondern haucht ihr durch die ihm eigene Mimik und Gestik derart authentisch Leben ein, dass man den Eindruck gewinnt, jenen Charakter doch von irgendwoher schon zu kennen.

Witzig, traurig, tragisch, glücklich, entsetzt und erleichtert, jenes Dauerwechselbad der Gefühle vermag Volker Brandt einfach gekonnt zu transportieren. Beeindruckend: Zwei Stunden Spiel mit nur einer Partnerin und nahezu durchgehendem Text. Das Besondere: Es gibt keine Souffleuse.

Michaela Boland:

Wie hilft man sich gegenseitig, wenn man auf der Bühne während des Spielens mal einen Texthänger hat, so ganz ohne Souffleuse?

Volker Brandt:

Ja, dass man sich hilft, wenn mal irgend etwas ist, ist ja am Theater immer so. Gerade, wenn keine Souffleuse da ist. An Privattheatern ist das ja schon mal so. Ich war 20 Jahre am Staatstheater und da hatten wir immer zwischen drei und fünf Souffleusen.

Ich habe ja bei Gründgens gespielt und der hatte eine rechts und eine links hingestellt. Und dann hat er in der Mitte gehangen und beide haben etwas gerufen, doch er hat es nicht verstanden, weil es völlig durcheinander ging. Da hat er sie beide ausgeschimpft. Normalerweise ist dieses kleine Muschelding, was da unten immer ist, auf einer richtigen Bühne natürlich immer schön. Leider gibt es das aber nicht mehr.

Das ist alles abgeschafft. Die setzten jetzt manchmal die Souffleuse in die erste Reihe und die ruft das dann hoch und blättert unten mit einem kleinen Lämpchen mit. Das ist natürlich höchst blamabel, wenn man dann hängt.

Michaela Boland:

Ist das eigentlich ein typisch weiblicher Job? Von Souffleuren hört man ja nicht all zu häufig?

Volker Brandt:

Souffleure gibt es auch, bei der Oper mehr. Aber der Beruf der Souffleuse ist eigentlich etwas hochsensibles, der meist von älteren Schauspielerdamen gemacht wird, was für uns sehr hilfreich ist.

Ganz entscheidend ist ja, dass sie die Schauspieler kennen und wissen, machen die gerade eine kleine Pause oder hängen sie? Wenn zum Beispiel unten jemand hustet, der Schauspieler deshalb eine kurze Pause macht und die Souffleuse denkt, er hängt, dann gibt sie es ihm vor und dann ärgert er sich.

Michaela Boland:

Für das zweistündige Stück „Achterbahn“, in welchem Ihnen ja nur eine Partnerin gegenüberstand, mussten Sie eine riesige Menge Text lernen. Wie kann man das am besten schaffen?

Volker Brandt:

Bei der Frage, wie man es lernt, hat jeder seine eigenen Prinzipien. Manche haben da ein Tonband und hören es sich dauernd an, was ich ganz falsch und ganz schlecht finde, weil es einen dann natürlich festlegt.

Wenn die erste Probe stattfindet, muss man ja, wenn möglich, schon ein bisschen Text können und dann aber hören, wie der andere ist, damit man auch antwortet und nicht dauernd seinen eigenen Ton drauf hat.

Ich habe mal so ein Zwei-Personen-Stück mit Anita Kupsch gespielt und die kannte alle ihre Sätze hintereinander, aber sie wusste gar nicht, wann ich etwas zu sagen hatte.

Die war auf Nummer sicher, hatte alles fleißig gelernt und fleißig ist sie ja nun mal. Und dann hat sie aber nicht gewusst, wann ich einen Satz hatte. Ich sagte dann immer: „Hallo, Anita, ich habe da auch noch einen Satz. Kannst du mal einen Augenblick auf mich warten?“

Michaela Boland:

Begeben wir uns einmal zurück in Ihre Kindheit. Sie sind in Leipzig geboren und in Hannover aufgewachsen. Verbindet Sie heute noch viel mit diesen Städten?

Volker Brandt:

Also, mit Leipzig verbindet mich außer, dass ich weiß, dass da Bombenangriffe waren, wir im Keller waren und dass wir dann nach Pommern geflohen sind, nichts. Von Pommern aus, wo ich zwölf Mal die Schule gewechselt habe, gen Westen, weil mein Vater immer nachts von der Front gekommen ist und gesagt hat, dass wir sofort weg müssten, weil die Russen kämen, zogen wir weiter.

Und dann sind wir irgendwann in Celle gelandet, wo uns die Engländer überrollt haben. Da höre ich noch heute die Panzer. Dort gab es sowohl Bombenangriffe als auch Überrollungen der Besatzung.

Das war 1945, ich war damals zehn Jahre alt. Dann sind wir über verschiedene Orte wie Sulingen, Nienburg, alles Orte, wo ich heute gastiere, nach Hannover gekommen, wo mein Vater dann eine Farbenfabrik neu aufgebaut hat. Er hatte ja schon früher in Leipzig eine Farbenfabrik von meinem Großvater.

Michaela Boland:

Wie hat sich dieses Leben in früher Kindheit auf Sie ausgewirkt?

Volker Brandt:

Die Schule in Hannover funktionierte für mich nicht. Da habe ich dann gewechselt und ging fortan auf die Waldorfschule.

Michaela Boland:

Wie lange gibt es diese Schulform bereits?

Volker Brandt:

Die gibt’s schon viel länger als mich. Es stammt ursprünglich von der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik aus Stuttgart. Und in Stuttgart war Rudolf Steiner als anthroposophischer Lehrer und Professor und der wurde von den Chefs der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik beauftragt, für die Kinder der Firma eine Schule zu eröffnen.

Und das war die Waldorf Schule. Er hat daraufhin die Anthroposophie in dieses Schulsystem eingebracht, was sich dann in die ganze Welt verbreitet hat.

Michaela Boland:

Haben Sie Ihre Kinder, Ihrem Beispiel folgend, auch in der Waldorfschule eingeschult?

Volker Brandt:

Ich habe auch ein Kind von meinen vier Kindern dort untergebracht, denn ich dachte mir, bei meiner Umzieherei ist es gut, wenn ich ein Waldorfschulkind habe, weil es dort einen einheitlichen Lehrplan gibt. Während ich es ja in meiner Kindheit zunächst so erlebt hatte, dass überall, wo ich hinkam, alle schon mehr wussten als ich und ich noch gar nichts wusste. Hinzu kam natürlich, dass ja damals noch Krieg war.

Michaela Boland:

Welche Vorteile hat Ihnen die Waldorfschule gebracht?

Volker Brandt:

Ich bin durch die Waldorfschule dahingehend infiziert, was das Musische betrifft. Ich kann beispielsweise Cello spielen, ich kann Klarinette spielen. Ich kann jetzt sogar auch Saxophon spielen, weil ich das neulich noch gelernt habe. Ich habe eigentlich auch erst in der Waldorfschule für mich entdeckt, dass ich das gerne mache und dass es mir richtig Spaß macht.

Ich wollte sogar Musiker werden, habe es dann jedoch gelassen, weil meine Hand für das Cello zu klein ist. Für die Klarinette ist es gerade richtig, aber da gibt es nicht viel Literatur. Nur ein paar Klassiker von Mozart und Weber. Es gibt auch Jazz, aber das war es.

Kurzzeitig hatte ich mir dann sogar überlegt, zu malen. Dann habe ich gemalt und gemerkt, ja gut, das ist ein einsamer Job. Schreiben konnte ich auch. Ich hatte in Deutsch immer gute Noten, aber ich konnte halt keine Grammatik, übrigens genauso wenig wie Mathematik.

Das alles war mir fremd. Doch bevor ich mich deswegen nun wieder hätte zurückstufen lassen, hat die Waldorfschule eben gesagt, „nein, der ist so und so alt, dann kommt er eben in diese und jene Klasse und muss halt ein bisschen was nebenbei lernen.

Latein zum Beispiel. Das habe ich dann eben nebenbei gemacht. Aber das Wesentliche waren für mich eben die Instrumente. Die wurden erst mal zur Verfügung gestellt, nachher habe ich dann mein eigenes Cello gehabt.

Michaela Boland:

Ist das musikalische Talent beruflich auch schon zum Einsatz gelangt?

Volker Brandt:

Zum Tragen ist dies eigentlich sehr häufig gekommen. So habe ich zum Beispiel in München, als ich da noch auf der Schauspielschule war, schon als Klarinettist und Sprecher am Staatstheater mitgewirkt. Das konnten die Klarinettisten nicht, die konnten nicht spielen und sprechen.

Ich konnte beides, deshalb hat mein Lehrer mich da schön eingesetzt. Es gab 30,- Mark pro Abend. Statisterie durften wir auch machen. Die Otto Falckenberg Schule, zu der ich dann nach München gegangen bin, nachdem ich meinen Abschluss auf der Waldorfschule in Hannover gemacht hatte, war ja die einzige Schule im deutschsprachigen Gebiet, die einen Kontakt zum Theater hatte.

Ansonsten sind die nämlich in Deutschland alle extra. Da sind zwar überall Lehrer und Professoren, selbst die Buschschule, diese berühmte Berliner Akademie da im Osten, die sind alle separat. Aber ich wollte zunächst ja nur mal wissen, ob das Ganze überhaupt etwas für mich ist.  

Michaela Boland:

Wie verlief der Weg von Hannover nach München?

Volker Brandt:

Ich habe mit einigen Leuten in Hannover ein paar Vorsprechrollen erarbeitet, sie aber für mich alleine gelernt, also, ich hatte keinen Unterricht oder dergleichen, und bin zu dieser Aufnahmeprüfung nach München gefahren. Es war schönes Wetter, Föhn.

Ich hatte gute Stimmung und bin die ganze Nacht über gefahren. Dann habe ich das da gemacht und bin wieder nach Hause gekommen. Und dann kam eine Bewilligung an und ich habe mir gesagt, also, bevor ich jetzt lange fackle, mache ich das. Dann habe ich das zwei Jahre lang gemacht. Es war toll, dann zeitgleich schon richtig beim Theater reinriechen zu können.

Michaela Boland:

Sie haben ja auch mal eine Gärtnerlehre gemacht. Wann war das denn?

Volker Brandt:

Das mit der Gärtnerlehre ist in der Kriegszeit gewesen. Ich bin ja Geburtsjahr 1935.

Von München aus bin ich jedenfalls dann nach Hamburg zum Schauspielhaus, denn bei Gustav Gründgens war eine Stelle frei. Da konnte ich den jugendlichen Liebhaber spielen. Der Uwe Friedrichsen war einer, der Charlie Brauer war einer und ich war einer. Die drei Liebhaber.

Der eine hatte schon eine Glatze, Charlie Brauer. Der andere war blond und frech, das ist der Uwe Friedrichsen gewesen. Und ich war lockig und schlank und ein typischer jugendlicher Liebhaber.

Das habe ich dann sechs Jahre gemacht. Außerdem auch schöne große Rollen und dann bin ich nach Frankfurt gegangen, weil da eine kleine Bühne war. Von Frankfurt aus ging ich nach Wien, was sehr richtig und wichtig war.

Michaela Boland:

Aus welchem Grund?

Volker Brandt:

Ich war immer der Meinung, ich muss etwas lernen. Die österreichischen Schauspieler und die Theater in der Josefstadt waren sehr lehrreich. Ich war nicht ängstlich in puncto Geldverdienen. Ich wollte einfach wieder umziehen mit Kind und Kegel.

Da hatte ich übrigens schon zwei Kinder und bin dann anschließend nach Berlin gezogen und ans Schillertheater gegangen. Mit Martin Held zu spielen, ist natürlich schon was. Nach fünf Jahren habe ich das Theater dann auch verlassen. Das ist auch eine lange Zeit für so ein Staatstheater.

Dann reicht es einem aber auch, berühmte Leute hin oder her. Ich habe dann einfach Tschüss gesagt und bin nach Karlsruhe gegangen, ans badische Staatstheater. Ein Drei-Sparten-Theater mit Oper und mit Ballett. Das hat mich sehr interessiert.

Ich wollte endlich mal abends in der Kantine mit den Ballettmädchen flirten.(Lacht). (Anm. d. Red.: Die zweite Ehefrau ist übrigens Tänzerin). Dann bin ich ab 1977 freischaffend geworden. Ab 1977 habe ich dann Fernsehen, gemacht, Synchron, was ich vorher noch nie gemacht hatte.

Doch, in Berlin habe ich mit Synchron angefangen, da hatte der Michael Douglas damals schon „Die Straßen von San Francisco“. Da haben sie einen neuen Sprecher gesucht und haben gesagt, „och, der ist da am Staatstheater“. Doch ich wusste gar nicht, wie das geht und es war ganz neu und dann habe ich das doch Jahrzehnte gemacht.

Michaela Boland:

Stichwort Synchron. Wie bekommt man es eigentlich hin, immer lippensynchron zu landen, wenn man jemandem in einer anderen Sprache seine Stimme leiht?

Volker Brandt:

Es werden einzelne Takes herausgesucht, die einem vorgespielt werden. Die sind ein Satz oder zwei Sätze lang. Manchmal sind es fünf Sätze, das ist schon sehr schwer. Fünf Zeilen sind sehr schwer. Ein Stöhner geht schnell. Man muss nur aufpassen, die Stimmung des Darstellenden und einigermaßen das Timing zu erwischen. Da ist ja vorher eine Pause und plötzlich stöhnt er oder plötzlich schreit er los oder sonst irgendwas.

Michaela Boland:

Gab es in Sachen Synchronarbeit eine besondere Herausforderung für Sie?

Volker Brandt:

Besonders schwer war der Film „Falling down“. Ich kenne ja Michael Douglas selber und das ist auch sein Lieblingsfilm. Für mich war das Sauarbeit, weil der hat da ohne schauspielerische Vorbereitung gespielt. So verrückt, dass man immer sehr schreien musste, wild in der Gegend herum. Mit Theaterstimme ist da nichts zu machen.

Ich war dann auch immer heiser und er auch. Und wir waren uns eigentlich einig, das ist ein toller Film, aber eben einer aus dem Bauch und für einen Synchronsprecher fürchterlich. Dann gibt’s aber Filme von ihm, die sind ganz anders. Also, „Die Straßen von San Francisco“ waren eigentlich nicht schwer, weil er den Assistenten von Karl Malden spielt.

Da hatte ich auch immer einen sehr guten Sprecher neben mir. Den Friedel Bauschulte. Der ist auch schon gestorben und der hat mir auch manches beigebracht. Aber es ist eben ein Job, den man wirklich üben muss, üben, üben, üben.

Michaela Boland:

Gibt es heutzutage denn noch ausreichend Möglichkeiten, den Job zu üben?

Volker Brandt:

Heute bekommen junge Leute nicht die Gelegenheit dazu, weil die Produktionszahlen so hoch sind. Es waren früher mal achtzig Takes auf dem Programm oder schon mal hundert für den ganzen Tag. Von neun oder zehn Uhr morgens an bis um fünf hundert Takes.

Jetzt sind dreihundertfünfzig drauf. Und heute sind Sie auch ganz alleine. Sie haben nicht mal einen Partner. Wenn ich ins Studio komme, wie jetzt neulich bei „Wall Street“, da waren dreihundert Takes auf der Liste, immer nur ich.

Gut, ich habe aber Szenen gehabt mit einer jungen Dame, mit älteren Herren, mit meiner Frau, was weiß ich. Und ich musste aber alles alleine machen und hatte keinen Partner. Früher war das so, dass man die Frau auch hatte, man konnte mit ihr reden, man konnte sie anfassen, man konnte sie sogar kennen lernen.

Wir hatten immer viel Zeit zwischen den Takes. Heute ist sofort der nächste Take da, sofort geht es weiter. Das ist sehr effektiv, aber eben sehr anstrengend. Das macht keinen Spaß mehr in dem Sinne, dass man sich eben auch eine Mittagspause gönnt oder, dass Leute sich, wie früher beim Synchron, gegenseitig lieben- und kennen gelernt haben.

Das ging alles wunderbar. Oben war der Mitarbeiter, der ein Filmröllchen reingelegt hat, wie im Kino, dann gespielt, dann Röllchen wieder heraus und das dauerte eben.

Michaela Boland:

Macht Ihnen das Synchronsprechen mehr Spaß als die Schauspielerei?

Volker Brandt:

Nein, nein, nein. Synchron ist wirklich eine Fron. Ich hasse das und würde auch nie „Hosianna“ sagen, wenn, sagen wir mal, wieder so eine große Serie kommt, sondern dann sage ich, „ach Du meine Güte, das wird hart“. Und es ist hart. Sie sind nur im Dunkeln. Da haben sich früher die Leute umgebracht, erschossen, weil sie gar kein Licht mehr hatten. Oder sie sind Säufer geworden. Alles schwere Alkoholiker in dem Job.

Heute ist alles nicht mehr so. Früher haben wir ja auch beim Theater gesoffen. Da waren abends immer Flaschen mit Wein leer. Als ich in Wien war, da kam man nachmittags zur Vorstellung, samstags und sonntags, und eine Flasche Rosnerwein, zwei Liter, die war nach der ersten Vorstellung leer.

Dann haben wir noch eine zweite geleert und dazwischen sind wir in der Pause noch zum Heurigen gegangen. Wie wir das gemacht haben, weiß ich nicht mehr. Und da waren alle ernsthaften Leute dabei. Es war jetzt nicht so, dass da bloß die Säufer dabei gewesen wären.

Heute geht das so: Wir spielen von fünf bis sieben dieses Stück, dann haue ich mich aber so schnell wie es geht, aufs Sofa. Wenn ich Glück habe, bin ich auch weggetaucht. Dreiviertelsieben (Anm. d. Red.: Viertel vor acht) ziehe ich mir das Hemd um und dann ist bis zehn Uhr Vorstellung und dann gehen wir nach Hause.

Dann haben wir vier Stunden gespielt mit diesem Stück, das ist dann schon ein ganz schönes Ding. Wie ich dann dazwischen noch Wein trinken sollte oder schon während der Vorstellung, das ist mir schleierhaft. 

Michaela Boland:

Selbst wenn Sie in Hörspielrollen weniger nette Zeitgenossen darstellen, hat Ihre Stimme dennoch immer noch etwas Sympathisches. Woran liegt das?

Volker Brandt:

Das ist auch ein bisschen mein Job. Ich habe ja auch in der Schwarzwaldklinik einen Liebhaber gespielt, der fünf Frauen nebenher hatte (Anm. d. Red.: Spielte Dr. Werner Schübel). Das war immer so der Sympath, der aber gleichzeitig noch ein ziemlicher Schlawiner war. Damit das Gegengewicht stimmte, hat man mir immer gesagt, „ Dafür bist Du aber ein sehr guter Operateur“.

Michaela Boland:

Ist Volker Brandt auch ein Schlawiner?

Volker Brandt:

Nein, überhaupt nicht. Ach, ich bin viel zu schüchtern.

Michaela Boland:

(Lacht)

Volker Brandt:

Ich hätte nie jemals die Idee gehabt, mir jetzt mit Alexandra zum Beispiel (Anm. d. Red.: Schauspielpartnerin Alexandra Kamp) irgendetwas vorzustellen. Ich stelle es mir einfach gar nicht erst vor. Es gibt manchmal Partnerinnen, wie meine jetzige Lebensgefährtin, die ist aber jetzt schon zehn Jahre, nein zwölf Jahre, mit mir zusammen. Wir haben uns auf der Bühne verliebt, das gibt es schon.

Michaela Boland:

Bei welchem Stück hat es gefunkt?

Volker Brandt:

Das war das Stück „Mein Vater der Junggeselle“ in München. Und die Frau davor, mit der ich jetzt schon dreißig Jahre zusammen bin, soviel zu meinem sogenannten Doppelleben,

(Anm. d. Red.: Bezieht sich auf die eingangs erwähnte Medienberichterstattung, nach welcher er ein „offenes Doppelleben“ führe/ unterhaltung-t-online.de/volker-brandt-fuehrt-offenes-doppelleben vom 02.08.2010 und mit Ehefrau Donna (59) in Berlin lebe, während er mit Freundin Susanne außerdem noch eine Wohnung in München habe),

eine Tänzerin, die habe ich kennen gelernt bei „Anatevka . Da habe ich nämlich als Freischaffender am Theater des Westens gesungen, getanzt, alles. Da habe ich sie kennen gelernt. Und die Frau davor, von der ich einen Sohn, der jetzt auch schon 50 wird und eine Tochter, die über 40 ist, habe, die habe ich auch auf der Bühne kennen gelernt.

Michaela Boland:

Klingt so, als geschehe es fast schon zwangsläufig, dass man seine Partner in der Branche ausschließlich auf der Bühne trifft.  

Volker Brandt:

Ja, aber man hat ja x Partnerinnen und es passiert überhaupt nichts. Aber manchmal kann es sein, dass einen die Liebe überkommt. Wie auch immer, wenn die Gelegenheit gut ist. Also, das sind auch keine kurzen Sachen, die sind auch richtig gut dann.

Michaela Boland:

Haben Sie bei den gespielten Liebesszenen immer etwas empfunden oder nicht?

Volker Brandt:

Kann ich Ihnen etwas zu sagen, weil Michael Douglas, der ja ein großer Liebesszenenspieler war, hat gesagt, da sind erst mal 30 Leute im Raum, zweitens wird das technisch vorher ausgeixt, Motto: Kuss, Kuss, Kuss, Klatsch Peng, richtiger Kuss, wie lange, wieder zurück, wieder hin, wieder her, Klappe, fertig. Das muss so verabredet werden und muss dann echt gefüllt werden, klar.

Michaela Boland:

Sie selbst haben doch auch schon etliche Liebesszenen gedreht.

Volker Brandt:

Aber ja. Das haben wir dann auch ausgeixt. Das muss ja aussehen und da müssen wir auch ernst bleiben. Vor allen Dingen die Frauen haben es da ja mit den Männern schwer. Meine Freundin hatte immer Partner, die ihr nicht gefielen. Günther Schramm zum Beispiel oder Ilja Richter. Das waren alles so Partner, die wollte sie eigentlich nicht küssen. Und da hat sie sich immer ein bisschen überwinden müssen.

Michaela Boland:

Wie sehr sind Sie persönlich von dem Schicksal des Michael Douglas betroffen?

Volker Brandt:

Da haben sie mich alle angerufen und haben gesagt, Volker, was machst denn du jetzt? Da gibt es ja zwei Filme oder einen Film im Jahr, oder alle zwei Jahre einen Film. Neulich habe ich einen Film gemacht, der ist gerade mal eine Woche gelaufen, der hieß „The king of California“. Da war er fast nur dran, da habe ich 600 Takes gehabt.

Da war ich fast über eine Woche, jeden Tag. Wir haben immer bis mittags gemacht und dann haben wir Schluss gemacht. Man kann nicht den ganzen Tag Synchron machen und ich war natürlich auch wieder alleine. Den Film „Wall Street“ haben wir in Berlin gemacht. Da habe ich drei Tage gebraucht, mehr nicht.

Michaela Boland:

Nun, in jedem Fall wollen wir hoffen und Michael Douglas von ganzem Herzen wünschen, dass er bald wieder genesen wird. Wie haben Sie einander das erste Mal kennen gelernt?

Volker Brandt:

Wir haben uns mehrmals getroffen. Gerade hier in Köln. Da hat uns einmal RTL engagiert, da sollte er ein Stückchen von einem Film von mir synchronisieren, auf Englisch. Ich habe das Deutsch gesprochen, man hatte ihm den englischen Text gegeben und er musste das dann machen und hat es auch gemacht.

Hollywood ist für uns immer so das, wo du aufstehst, wenn jemand reinkommt. Aber Hollywood ist auch so, dass der reinkommt und er setzt sich dann neben mich und sagt, „Hallo Volker“. Das ist auch wieder ganz nüchtern und ganz natürlich. 

Michaela Boland:

Muss man sich die Schauspielerarbeit grundsätzlich so vorstellen? Nüchtern und natürlich?

Volker Brandt:

Ja, denn so ist es beim Arbeiten auch. Ich habe zwar noch nicht mit Hollywood gearbeitet, aber ich habe mal in Frankreich, in Paris einen Film gedreht mit lauter guten Leuten. Ich habe da nachts in Paris einen deutschen Immigranten gespielt, der aber Französisch sprechen musste.

Da waren die ganz großen Leute und ich musste nur aufpassen, dass ich meinen Text schnell genug sagte, denn die Franzosen sprechen sehr schnell. Das war für mich als Fremdsprachler insofern schon ein bisschen schwierig.

Allerdings ist es ein großes Geschenk, in Frankreich zu drehen. Die Franzosen sind ein Kinovolk, wie es im Buche steht. Wie da vorbereitet wird, alles ineinander greift und die mit Schauspielern umgehen, das ist einfach wunderbar. Anders als hier.

Michaela Boland:

Inwieweit?

Volker Brandt:

Wie ich es hier wieder gesehen habe, auf unserem Platz war gestern wieder ein Dreh. Ja, da frösteln alle herum, „ich will nicht früh um vier oder um fünf in einem Schminkwagen in einer Garage sitzen“, wie übrigens Frau Elsner zum Beispiel, wo ich das zuletzt gesehen habe.

Da habe ich in einem Film mit ihr mitgespielt, einem Krimi, da war sie Kommissarin. Und ich dachte mir, die arme Frau, jetzt komme ich hier um halb sechs hin, denn um neun war Drehbeginn. Da sitzt sie da schon eine Stunde, man sieht es ihr an, dass sie nicht ausgeschlafen ist.

Das sieht doch nicht aus, die Frau, also das kann man nicht machen. Aber das ist Alltag. Aber nicht in Frankreich, da wollen sie, dass die Frauen ausgeschlafen aussehen. Die schicken sie aber abends auch ins Bett. Es ist nicht so, dass die dann abends noch Highlife machen. Ebenso in Hollywood.

Wenn eine Marilyn Monroe nicht pünktlich da war, dann wurde sie rausgeschmissen. Ist ja passiert. Hohe Disziplin. Wo es ums Geld geht, wo Produzenten sind und wo genau geguckt wird, ob das auch gut gespielt ist, da herrscht eiserne Disziplin. 

Michaela Boland:

Ist es das, was den Beruf hautsächlich ausmacht?

Volker Brandt

Von dem Schauspielberuf denken viele Leute immer, dass er so lax ist. Die Schauspieler stellen sich auch immer so blöd dar. Vor allen Dingen die, die nichts sind und die auch so ein bisschen Filmleute sind, die machen immer so das Partyleben.

Ich kenne kaum Leute und ich gehe auch abends lieber nach Hause, weil ich dann auch Fernsehen gucke oder mir noch etwas zu essen mache und dann gehe ich vor halb zwei sowieso nicht ins Bett. Da ist halt noch der Abend ein bisschen drin. Man geht ja nicht aus dem Theater und ist dann nicht mehr.

Michaela Boland:

Hat man eigentlich mit 75 Jahren noch so viel Spaß an der Arbeit, dass man gerne noch weiter auf der Bühne steht oder muss man noch weiter auf der Bühne stehen? 

Volker Brandt:

Sagen wir mal so, ich will natürlich nicht, bevor ich es nicht muss, meinen Job aufgeben. Was heißt Job, das ist ja so ein neues Wort. Ich meine, Beruf aufgeben, denn das ist ja mein Beruf. Ob ich jetzt Gärtner wäre oder Musiker, das würde ich weiter machen.

Solange ich das Cello greifen kann, die Klarinette blasen kann, solange würde ich das weiter machen. Das hat gar nichts mit dem Alter bei mir zu tun. Und das ist mit dem Theaterspielen auch so. Wenn ein Schauspieler älter wird, wird er erstens mal besser und zweitens wird er ernsthafter und er legt auch mehr Wert darauf, dass sein Beruf noch funktioniert.

Viele Kollegen, die ich jetzt so in meinem Alter treffe, zum Teil auch ein wenig jünger, die sagen, „Du ich kann es nicht mehr, mit meinem Gedächtnis geht es nicht mehr. Ich habe da mal gehangen, da habe ich nichts mehr gesehen und gehört. Dem setze ich mich nicht mehr aus“.

Also haben sie ihren Beruf aufgegeben. Und ich denke, die spinnen. Wenn Du hängst, musst Du wissen, worum es jetzt geht, den Sinn kennen und dann musst Du etwas frei sagen und dann kommst Du wieder drauf. Wenn ich hänge, dann weiß ich aber genau, um was es geht. Aber das ist selten und ich kann das noch verantworten.

Michaela Boland:

Hin und wieder beobachtet man bei Schauspielern, dass diese, dann, wenn sie plötzlich ohne vorgegebene Rolle frei sprechen müssen, ein wenig unsicher werden. Bei Ihnen kann man sich kaum vorstellen, dass Sie um ein Wort verlegen sein könnten.

Volker Brandt:

Ich habe sehr viel gelernt bei Talkshows. In dem Augenblick, wo ich freischaffend und dann Tatort-Kommissar in Berlin war, war ich ja plötzlich mit zwanzig Millionen Zuschauern pro Folge, als es noch keine Privaten gab, hatte man ja noch solche Einschaltquoten, vom einen zum anderen Abend bekannt.

Ich habe das sieben Jahre lang gemacht. Mit Wolfgang Staute, oder ich habe auch mal einen Tatort mit Armin Mueller-Stahl gemacht. Das waren immer sehr gute Leute.

Es ist aber so, dass wenn Sie dann bekannt sind, Sie zu Talkshows gehen müssen. Da können Sie nicht einfach nur so da sitzen, wie die Schauspieler, und dann nicht wissen, was Sie sagen sollen. Sie müssen dann schon ein bisserl reden.

Oder auch bei einer öffentlichen Veranstaltung wie bei Carmen Nebel, wo ich neulich mal war. Zur Weihnachtszeit habe ich da einen Weihnachtsmann gespielt. Oder jetzt gehe ich hier zu Bernd Stelter (NRW Duell). Auch war ich allein fünf Mal bei Herrn Alsmann, übrigens auch mit dem Instrument.

(Anm. d. Red.: In der WDR Produktion „Einfach Alsmann“ mit Götz Alsmann konnten Prominente ihre Fertigkeiten in Sachen Musizieren mit ihren Instrumenten unter Beweis stellen).

Nachdem ich fast dreißig Jahre keine Klarinette gespielt hatte, das Ding lag irgendwo zu Hause, habe ich mir eine geliehen, habe Unterricht genommen und habe Summertime gespielt.

Mit ihm und seiner Band. Außerdem waren noch Hugo Egon Balder und Kim Fischer dabei. Und weil mein Lehrer auch Unterricht in Saxophon gegeben hat, habe ich mir gedacht, „hey“, habe mir sodann erst ein Saxophon geliehen, anschließend gekauft, um dann anzufangen, Saxophon zu spielen. 

Michaela Boland:

Was für ein Saxophon spielen Sie jetzt? 

Volker Brandt:

Ein Alt-Saxophon. Ich mag es sehr gerne, aber das ganze letzte Jahr war ich nur unterwegs und ich kann das Saxophon leider nicht mitnehmen.

Michaela Boland:

Was tun Sie, wenn Sie zu Hause sind? Ist zu Hause eigentlich bei Ihrer Familie in Berlin oder bei der Freundin in München?

Volker Brandt:

Ja, jetzt kommen Sie damit an. Mein Doppelleben ist tatsächlich ein Doppelleben. Ich bin aber auch noch hier, weil mein Sohn hier ist.

 (Anm. d. Red. Der erstgeborene Sohn von Volker Brandt, Borris Brandt, war bis 2008 Geschäftsführer von Endemol Deutschland und führt seit 2009 die ENTERTAINIA Unterhaltungsgesellschaft mbH in Köln)

Der hat schon angefragt, „was machst Du Weihnachten?“ Er ist freier Produzent und zieht auch nach Hamburg. Im letzten Jahr zur Weihnachtszeit als ich genau dieses Stück (Anm. d. Red.: „Achterbahn“) mit einer anderen Partnerin gespielt habe (Anm. d. Red.: In Bonn spielte Brandt mit Kollegin Kim Langner), wollte ich nach Berlin, weil die Kinder, große Kinder, 28 und 20, wollten mit mir, wie immer in Berlin feiern. Papa nimmt den Baum, Papa schmückt, Geschenke werden besorgt, miteinander, wir gehen auf den Weihnachtsmarkt, wir machen dies, wir machen das.

Aber das konnte ich nicht machen, weil die Schneelage so unsicher war. Dann musste ich kurzfristig absagen, obwohl ich das Ticket bereits hatte und bin dann hier zum Sohn gegangen. Das war auch sehr schön. Der hat mich abgeholt, ich hatte aber zwei Tage hinterher Vorstellung. Also am ersten und am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Es war nur der 24. und das hätte ich dann als zu hektisch empfunden, um nach Berlin zu fahren. Ich habe sogar noch am 22.gespielt, hatte also tatsächlich nur den 24. früh und am 25. mittags ging es zurück. Jetzt fragt mein Sohn, ob ich wieder komme, aber diesmal bin ich wieder in Berlin, denn die Wohnung bezahle ich noch, die Wohnung ist unsere Wohnung. Das ist sozusagen der Familientreff.

Michaela Boland:

Kommen denn da alle zusammen?

Volker Brandt:

Nein, da kommen nicht alle zusammen. Also meine erste Frau, die verträgt sich mit meiner zweiten Frau gut. Es kann sein, dass die da mal vorbei kommt. Es kann sein, dass ich zu der Tochter gehe, die neulich hier war, weil das aus dieser Ehe zwei Kinder sind. Dieses Jahr habe ich Zeit und kann schon am 18. nach Berlin fliegen. Meine andere Tochter kommt aus New York, sie studiert nämlich Schauspielerei in New York.

Michaela Boland:

Es bleibt also in der Familie. 

Volker Brandt:

Ja, allerdings weiß ich nicht, ob ich darüber glücklich oder irgend etwas sein soll.

Michaela Boland:

Warum?

Volker Brandt:

Ja, man weiß es nicht, ob so ein armes Töchterlein, was dann Schauspielerin ist, na ja. Sie hat eine gute Schule und die ersten zwei Semester schon hinter sich, sie haben sie behalten und nicht rausgeschmissen.

Michaela Boland:

Auf welcher Schule ist sie?

Volker Brandt:

Ich weiß jetzt nicht, wie sie heißt, aber es ist eine richtig gute Schule. Nun gibt es bei denen ja keine staatliche Schulen mit staatlichem Geld oder angeschlossen, wie die Falckenberg Schule und die Münchner Kammerspiele. Mein Vater hat ja damals nur hundert Mark bezahlt. Ich bekam hundert Mark zum Leben inklusive Miete und hundert Mark für die Schule, zwei Jahre lang.

Michaela Boland:

Das heißt, dass Ihr Vater, der Chemiker, das Unterfangen Schauspielerei in jedem Fall bei Ihnen unterstützt hat.

Volker Brandt:

Der hat gesagt, Du kannst das machen, aber komm nicht , wenn Du es fertig hast, und sag, Du würdest kein Geld haben. Meine Mutter mochte das sehr, weil sie eine Theaterfrau gewesen ist. Die liebte Oper, die liebte Schauspiel. Die hat mich auch mal ab und zu in die Oper mitgenommen, das mochte ich gar nicht. Aber das Theater. Vielleicht habe ich da irgendwie ein bisschen was mitgekriegt.

So und dieses ganze Gemisch von Wohnungen und hin und her und dann kommt Weihnachten, und dann wird hier gespielt und da gespielt.

Ja, Bonn, ich liebe Bonn, ich liebe Köln, ich liebe Stuttgart, ich bin in Berlin zu Hause, ich bin in München zu Hause. Das kenne ich nun schon über 50 Jahre. In Frankfurt habe ich gelebt, war drei Jahre im Theater dort.

Auch ist da eines meiner Kinder zur Welt gekommen. Das ist einfach dann mein Zuhause, bis heute. Ich kenne mich da aus, weil ich auch Fußgänger bin. Sie können mich blind im Flughafen in Frankfurt aussetzten oder im Hauptbahnhof und ich gehe blind die Stationen ab und weiß genau, wo ich bin.

Michaela Boland:

Kommen wir noch mal zurück auf das Weihnachtsfest.

Volker Brandt:

Da muss ich noch etwas dazu sagen. Meine Schauspiellehrer in München haben gesagt, wenn Du Schauspieler wirst, musst Du bereit sein, aus dem Koffer zu leben. Da habe ich gedacht, wer lebt hier aus dem Koffer? Die haben alle feste Engagements.

Aber als ich freischaffend wurde, bin ich sehr viel umgezogen. Meine Kinder sind dann immer gekommen zum Dreh, weil ich immer unterwegs war, um zu drehen. Schwarzwaldklinik, stundenlang im Schwarzwald, oder ich habe eine Serie gedreht, „Glückliche Reise“, das waren 32 Länder. Da war ich in Island, Afrika, Neuseeland, Grönland, Venedig. Da haben wir gedreht, gedreht, gedreht.

Und das war eigentlich eine Zeit, wo dann die Kinder eben zu mir gekommen sind. Teilweise haben sie sogar mitgedreht, die habe ich dann immer gleich mit eingebaut. Und jetzt ist es so, dass ich die Frau habe, die Susanne, und die ist jetzt mit mir zusammen auf Tournee.

Hier war sie jetzt zwei Mal, weil sie nicht mitspielt. Aber, wenn Tournee ist, fährt sie ja mit, spielt auch mit. Wir haben das unendliche Glück, dass wir eben schon seit zwölf Jahren immer zusammen spielen. Also, wenn ein älterer Herr und eine junge Frau drin ist, dann gibt es auch meistens was in den Stücken. Ob das jetzt die Boulevardstücke sind oder die ernsthaften Stücke sind.

Michaela Boland:

Werden Sie auch immer schon direkt als Paar gebucht?

Volker Brandt:

Die ist immer schon dabei, ja.

Michaela Boland:

Susanne Meikl spricht ja auch in Hörspielen, wie beispielsweise „Die größten Fälle von Scottland Yard – Bittere Kristalle“ mit, in denen Sie, Herr Brandt, häufig Rollen übernehmen. Bringen Sie Ihre Lebensgefährtin bei solchen Gelegenheiten auch unter?

Volker Brandt:

Da spielt die Susanne auch manchmal mit. Die tue ich dann ins Hörbuch rein, dann macht sie auch ein bisschen was. Oder ich mache Pater Brown und da ist immer irgendwas zu sprechen drin.

Aber, sie ist sehr attraktiv und wir haben sie, immer wenn es irgendwie geht, zum Beispiel habe ich ja auch „Der zerbrochene Krug“ gespielt, von Heinrich von Kleist, und da spielt sie dann eine Magd oder Frau Brigitte, am Schluss kommt doch die Frau Brigitte, die alles ahnt und weiß.

Michaela Boland:

Zusammen leben und überwiegend zusammen arbeiten ist ja schon ein Privileg.

Volker Brandt:

Mehr als bei allen anderen Schauspielern. Auch die Andrea Sawatzki mit dem Christian Berkel, die haben nicht so viel zu tun. Und die treten auch in Talkshows nicht zusammen auf. Ich versuche, sie auch immer mit in die Talkshows zu bringen.

Michaela Boland:

Im Theaterstück „Achterbahn“ versuchen Sie als „Pierre“ bei einer wesentlich jüngeren Frau zum Zuge zu kommen. Im Privatleben haben Sie auch eine wesentlich jüngere Frau an Ihrer Seite. Sie sind 75, Frau Meikl ist 46 Jahre alt. Läuft da immer alles reibungslos ab?

Volker Brandt:

Also, wesentlich jünger, das ist nur, was den Pass betrifft. Bei uns teilt sich das Kindische genauso auf, wie der Erwachsenenteil. Manchmal ist sie erwachsener als ich, manchmal bin ich erwachsener als sie.

Zum Beispiel heute, wo ich sie dann trösten musste und sagte, denke mal an Fälle wie bei dem Sittler, (Anm. d. Red.: Schauspieler Walter Sittler, der im Zuge seines Einsatzes im Streit um „Stuttgart 21“ durch CDU-Generalsekretär Thomas Strobl beleidigt wurde, nachdem Strobl in diesem Zusammenhang eine Anspielung auf die NS-Vergangenheit von Sittlers Vater machte) wo dann plötzlich die Nazi-Vergangenheit des Vaters thematisiert wird.

Das ist doch nicht schön, das ist doch grausig und da sind wir doch ein Popel dagegen mit unserer blöden Geschichte. Aber wenn wir auf Tournee sind, dann müssen wir natürlich gut zusammenhalten, denn wir haben das gleiche Zimmer, die gleiche Garderobe und stehen zusammen auf der Bühne.

Da sagen viele, wie macht ihr das? Man muss doch mal weg sein von seiner Frau. Nein, muss man nicht, das machen wir ganz gut. Das gelingt auch nicht mit jedem.  

Michaela Boland:

Wie ist die Arbeitsaufteilung?

Volker Brandt

Bei Computern und Waschmaschinen ist sie die Chefin. Kochen, das mache ich, weil ich es besser kann und ich gehe auch einkaufen.

Michaela Boland:

Wem gehören denn all die Teddybären und sonstigen Stofftiere, die man bei einer Homestory zuhauf in Ihrer Münchener Wohnung zu sehen bekommt?

Volker Brandt:

Teddy kann sie. Sie näht das sehr gut. Sie hat ein wunderbares Gefühl für Ausdruck und wie die Teddys aussehen. Sie hat ja auch schon sehr viele gemacht. Aber als Beruf wäre das Quatsch.

Sie ist halt manchmal ein bisschen unglücklich, dass sie, nicht so wie Alexandra, dann eben einfach sehr viel zu tun hat .Also, die hat ja im Augenblick eine gute Strähne. Sie würde zum Beispiel dann nicht diesen ganzen Öffentlichkeitskram machen. Das hasst sie wieder.

Michaela Boland:

Dafür bekommt man aber bei Homestories wie der, die Sie zusammen mit www.perfect4all.de gemacht haben, doch schon den einen oder anderen Einblick in Ihren gemeinschaftlichen Privatbereich.

Volker Brandt:

Also Homestories, das machen wir manchmal, weil mein Produzent Rademann gesagt hat, „pass mal auf, wenn wir hier Schwarzwaldklinik drehen, kommen die Reporter auf Dich zu, um mal ein paar Bilder von Dir zu Hause zu haben.

Du kannst det auch machen, det is doch gar nich schlimm, denn da is dann die Quote auch richtich jut. Und det musste schon machen, sonst kann ick Dir nich engagieren“. Und da habe ich gesagt, wenn die das anständig machen, und ich das vorher lesen kann so ein paar Fotos in der Stube, dann ist das o.k.

Michaela Boland:

Wie haben Sie hier in den letzten Wochen Ihre Freizeit verbracht?

Volker Brandt:

Ich habe ja hier in Köln auch eine Wohnung. Ich statte ja meine Wohnungen immer mit allem Möglichen aus. Ich kaufe Pflanzen, die ich dann aber auch mit nach Hause nehme. Ich habe hier gewaltig Schmetterlinge gekauft. Außerdem Käfer und Grillen. 

Michaela Boland:

Was für Käfer?

Volker Brandt:

Tolle Käfer aus Guatemala und aus Thailand. Da sind welche dabei, die haben riesige Hörner, so Fühler, die bis nach unten reichen Da gibt es eine Farm in Frankreich, wo sie gezüchtet werden. In einem Kölner Gartengeschäft, da hatten die jetzt diese wunderbaren Schmetterlinge ausgestellt. Die sind in so Glaskästchen drin, stinkteuer, aber so schön.

Und davon habe ich 15. Also mindestens fünf Käfer, verschiedenster Art. Gestern habe ich grade noch einen gekauft. Also, die haben Farben, unglaublich. Einer heißt „Longi Mani“, der hat riesige Hände.

Ein anderer ist wie so ein Mistkäfer, der schillert grünlich, das ganze Ding schillert, also so was Schönes. Manche haben türkise Streifen. Und vom Bauch her sehen sie wieder ganz anders aus. Die habe ich alle in Köln, schicke aber jetzt alles nach München, genau wie meinen kompletten Küchenhaushalt. Ich habe schon gepackt.

Michaela Boland:

Was kochen Sie eigentlich so?

Volker Brandt:

Heute gibt es zum Beispiel Lachs mit schwarzen Nudeln. Und dann habe ich noch so eine angebrochene Tomatensauce, das tue ich da rein und dann ist es fertig. Das geht innerhalb von zehn Minuten. Am 13. 11. bin ich eingeladen bei „Lichter Lafer Lecker“.

Erst mal mache ich hier den Bernd Stelter, dann geht es nach München, dann fahre ich nach Hamburg zu Lichter Lafer Lecker und dann fahre ich mit Susanne zur Lesung. Lesungen, das ist auch eine Sache von uns beiden.

Wir haben alles dabei, Klassiker, auch bunt, Morgenstern, Ringelnatz und auch ganz moderne, z.B. Dieter Hüsch über Weihnachten. Also, es ist ein ganzes Weihnachtsprogramm. Es geht mit der Bibel los und soll zwei mal 45 Minuten dauern, oben in Hasenfeld bei Buxtehude. 

Michaela Boland:

Sie haben Ihre Termine alle ganz gut parat. Benötigen Sie überhaut ein Management?

Volker Brandt:

Nein, nein, das weiß ich einfach.

Michaela Boland:

Sie befinden sich seit Jahrzehnten immer wieder regelmäßig auf Tournee. Welche regionalen Unterschiede kann man beim Publikum ausmachen? 

Volker Brandt:

Es gibt ja 5000 Tourneeorte . Wenn Sie in die Schweiz kommen, da ist ein sehr gutes Publikum. Sie können in Basel spielen oder Sie spielen in Frauenfeld, das ist alles sehr aufregend. Außerdem, in Österreich zu spielen, da kommen Sie ins klassische Urland des Theaters.

Da gibt es kleine Theater aus der Barockzeit, kleine süße Schatztheater, die noch vom Fürsten gebaut sind und wo man jetzt spielt und das ist ein großer Vorteil in Österreich.

Die Österreicher sind sehr musisch und theaterfreudig. Das habe ich insbesondere in der Josefstadt, in Wien. Wie versessen die Wiener auf ihr Theater sind, das ist ein Heiligtum, auch das Burgtheater. Das Publikum ist zwar auch kritisch, aber Sie müssen unterhalten.

Meine Freundin ist ja auch Österreicherin, die kommt aus Salzburg. Ich freue mich aber auch immer, in Norddeutschland zu sein. Was glauben Sie, wie schön das ist, wenn ich nach Heide in Holstein komme oder nach Buxtehude bis hoch an die Grenze. Auch auf Sylt können Sie spielen.

Im Sommer, da ist dann Bädertheater. Da kommen Leute, die am Strand liegen, dann abends hin. Das Publikum ist da total anders. Also um München herum: tote Hose. Um Köln herum: tote Hose.

In Köln sehr gut. In Stuttgart: bürgerlich. Um Stuttgart herum: ganz gut. Alles, was oberhalb des Mains liegt: sehr gut. Je höher der Norden, desto besser die Leute. Da oben im Norden zu spielen, ist ein Genuss. 

Michaela Boland:

Inwieweit?

Volker Brandt:

Wenn Sie das um München herum spielen, dann merken Sie, das ist nicht so ihr Bier.

Michaela Boland:

Heißt es klischeehaft nicht häufig, dass die Mentalität der Norddeutschen im Vergleich zur restlichen Bevölkerung eher unterkühlt wirke?

Volker Brandt:

Nicht, was das Theater betrifft und nicht, was die Intelligenz betrifft. Die sind einfach gescheiter. Die denken anders. Die denken einmal um die Ecke. Wenn Sie mit einem schönen englischen Comedy-Stück kommen, das verstehen nur die da oben. In München ist das verloren.

Michaela Boland:

Sie haben in einem Interview bemerkt, dass die Menschen heutzutage allzu lässig gekleidet ins Theater kommen. 

Volker Brandt.

Das ist ja eine Tatsache. Die sitzen ja heute mit Jeans und Sporthemd und Turnschuhen da.

Michaela Boland:

Muss man heutzutage eigentlich schon dankbar sein, wenn überhaupt noch Leute kommen?

Volker Brandt:

Ja, das ist richtig. Ich habe Aufführungen gesehen von Ingolf Lück in Berlin, da bin ich vorbei gegangen, weil ich mit dem Theater auch verbunden bin. Da habe ich gesagt, „habt Ihr eine ne Karte für mich heute Abend, ich will mal gucken“. Da haben Sie gesagt: „ Herr Brandt, wollen Sie Liegesitze oder mit 20.000 Leuten kommen?“ Da waren hundert Leute im Achthundert Leute-Haus.

Michaela Boland:

Was ist da los gewesen?

Volker Brandt:

Ingolf Lück zieht nicht, das Stück zieht nicht. Aber wenn dieses Stück, was im Keller spielt, „Männerhort“ gespielt wird, und da kommen die Komiker aus dem Fernsehen, dann ist es voll. Aber nun ist der Ingolf Lück auch kein schlechter Schauspieler.

Hat 39 Stufen gespielt, einfach leer. Sie kämpfen nicht in Hamburg, da ist es gut verkauft. In Berlin ist es ganz schwer, weil auch so viel los ist. In Stuttgart gibt es eine gute gesetzte Abonnement-Gruppe, die kommen immer. Hier in Köln kommen sie auch immer.

Früher hatten Sie hier 50.000 Abonnenten, ja. Das ist jetzt nur noch die Hälfte. Deswegen sind da jetzt links und rechts immer so Streifen frei, weil die will dann keiner haben. Früher war alles voll.

Michaela Boland:

Muss man irgendwann objektiv auch Angst davor haben, dass einem das Publikum ausstirbt? Betrachtet man beispielsweise das Besucher- Durchschnittsalter der gestrigen Vorstellung des Stücks „Achterbahn“ verwundert es, dass es bei mindestens 65 Jahren lag.

Volker Brandt:

Das ist bei den ganzen Boulevardtheatern leider der Fall, dass es die älteren Damen mehr interessiert als die jungen Leute. Die jungen Leute kaufen gerne mal flott direkt am Tagesticket-Schalter. Aber eigentlich gehen die jungen Leute mehr ins Musical.

Das gab es ja früher auch nicht. Im Boulevardtheater, da haben sie ja die Schauspieler gesehen, die konnten alle singen und tanzen. Das nehmen uns heute die großen Dome-Ereignisse, z.B. hier, Herr Ochsenknecht mit dem „Hairspray“. Wie das auch sein mag, aber da gehen die lieber hin als in die Theater, wo die vielen älteren Leute sind.

Es ist ja bei Konzerten nicht viel anders. Also, wenn ich in der Berliner Philharmonie bin, erstens mal ist es da mit der Kleidung auch nicht so, die Berliner interessiert das gar nicht, und die Altersgruppe ist auch eher höher angesiedelt. Auch in München, im Resi-Theater oder in den Kammerspielen.

Ja, oder wenn Sie dann die Schaubühne sehen, och Gott, in Berlin die Schaubühne. Da sind die 40-Jährigen und 50-Jährigen, die Intellektuellen sozusagen. Die haben ihre Schaubühne. Gehen Sie in den Boulevard, sind lauter weiss gekrögelte Omas da.

Ins Theater des Westens geht auch der Bankbeamte mit seiner Freundin hin. Da ist dann irgendein Musical. In München ist das ja auch. Im Resi. Ich möchte nicht im Resi spielen. Da sind lauter eingebildete Rotweintrinker. Die lesen auch die Süddeutsche, sind alle sehr hochnäsig.

Und wenn da ein richtig wildes Stück ist, wie das, was ich da gesehen habe, und die lachen alle nicht, das war ganz öde. Das war so ein anarchistisches Stück und das haben die überhaupt nicht geschnallt. Da ist es schwer, Theater zu machen und gerade für die Schauspieler auch nicht sehr dankbar.

Michaela Boland:

Machen Sie lieber Boulevard oder klassisches Theater?

Volker Brandt:

Das kann ich mir nicht aussuchen, weil ich ja nicht fest engagiert sein will. Ich habe 20 Jahre Staatstheater gemacht und bin an allen großen Staatstheatern gewesen. Das ist gut. Jetzt bin ich freischaffend, das heißt, auch so etwas spielen. Ich spiele auf Tournee auch Klassiker.

Es ist ja nicht so, dass ich nur in Dörfern spiele, es sind ja viele Theater in Großstädten dabei. Wenn Sie „Der zerbrochene Krug“ spielen, von Kleist, dann haben Sie aber wirklich auch das anspruchsvolle Gefühl.

Selbst, wenn Sie es jeden Tag spielen müssen und nicht so wie am Staatstheater, zweimal in der Woche oder einmal oder alle 14 Tage. Es ist Kleist und wir spielen das auch wörtlich, nicht so wie Herr Gosch in Hamburg, wo die Hälfte des Textes von Herrn Gosch oder von den Schauspielern war ,oder so. Es war einfach ganz schrecklich. Da waren 300 Leute im Schauspielhaus. Da passen über tausend Leute hinein.

Michaela Boland:

Stehen Sie neueren Interpretationen kritisch gegenüber?

Volker Brandt:

Nein, nein. Es muss stimmen. Ich habe schon Aufführungen gesehen, das ging los mit Peter Brook, der „Ein Sommernachtstraum“ gemacht hat. Das ist jetzt auch schon dreißig Jahre her. Das war so modern und so gut, da war nichts von zopfigem Max-Reinhardt-Theater.

Also Elfen-Rumhüpfen oder so was. Ich habe bei Gründgens gespielt „Der Sturm“. Er hat den Prospero gespielt, ich habe den Ariel gespielt. Wir waren ganz modern, also wirklich, moderner geht`s nimmer.

Aber wenn Sie den „Sturm“ natürlich jetzt umwandeln, dass den Prospero eine Frau spielt, Hildegard Schmahl, wenn Sie das Ganze in einer Bar spielen lassen und wenn das Ganze mit Ausziehen versehen ist und sich hier dann auch schon wieder welche wälzen, in einem Baustück, wo Schlamm ist und Wasser, mag das ja aufgehen.

Die Kritiken waren sensationell. Ich habe Fotos gesehen, weil ich da abends immer entlang gehe und es sieht alles ganz sensationell aus, auch sehr gut fotografiert. Ich würde da schon rein gehen, kann aber leider nicht, weil ich selbst Vorstellung habe.

Michaela Boland:

Sind Sie ein gläubiger Mensch?

Volker Brandt:

Ich? Also, wenn ich meine Schmetterlinge angucke und Käfer, dann kann ich Ihnen nur eins sagen: Wer diese Tiere geschöpft und geschaffen hat, der muss ein genialer Hund sein (lacht). Weil so schön kann das selbst ein Modeschöpfer nicht erfinden.

Michaela Boland:

Lieber Herr Brandt, herzlichen Dank für dieses interessante Gespräch. Für die Zukunft noch viele wunderbare Theaterstücke, schöne Filme und vor allem jede Menge weitere Michael Douglas-Synchronarbeiten.

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie als Gastgeberin der Sommer-Unterhaltungsshow „HOLLYMÜND“ des Westdeutschen Rundfunks Köln. Seit 1988 schrieb sie für die Rheinische Post, unterschiedliche Publikationen der WAZ-Gruppe Essen, Bayer direkt und Kommunalpolitische Blätter.

Außerdem präsentierte sie die ARD-Vorabendshow „STUDIO EINS“ und arbeitete als On-Reporterin für das Regionalmagazin „Guten Abend RTL“. Auf 3-Sat, dem internationalen Kulturprogramm von ARD, ZDF, ORF und SRG, moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“, sowie für TV NRW, die Casino

Show „Casinolife“ aus Dortmund-Hohensyburg. Michaela Boland arbeitet auch als Veranstaltungsmoderatorin und Synchron- sowie Hörspielsprecherin.

Für die Gesellschaft Freunde der Künste moderiert sie den Kaiserswerther Kunstpreis sowie alle grossen Kulturveranstaltungen der Gesellschaft.

Seit Mitte 2009 ist sie verantwortlich für die Ressorts:

Exklusivinterview und

Porträt des Monats

© Michaela Boland und Gesellschaft Freunde der Künste

mehr

22.10.2010 Eine aparte junge Frau, die sich nicht in den Mittelpunkt drängt

GFDK - Warner Music Group - mit 7 Bildern

Sie spielt Geige wie andere Leute Gitarre. Quer vor dem Bauch, ohne den Bogen. Dass das ungewöhnlich ist, fällt ihr vermutlich gar nicht auf, es passt zu ihr. Graziella Schazad ist ein wandelnder Widerspruch.

Eine klassisch ausgebildete Musikerin, die ihre von klein auf studierten Instrumente Klavier, Violine und Gitarre ganz in den Dienst ihrer Stimme stellt und ihre Songs gelegentlich vokalakrobatisch mit Beat-Box unterlegt.

Eine Singer-Songwriterin, die Beastie Boys oder Jungle Brothers zu ihren Lieblingen zählt und die man, ganz gegen die Genre-Gewohnheiten, nie eineinhalb Stunden am Stück mit akustischer Gitarre auf der Bühne sehen wird. Vermutlich würde ihr dann auch langweilig. Es steckt zu vieles in ihr, an Talenten, aber auch an Geschichten.
 
„Ich habe den Drang, auf der Bühne zu stehen. Ich mache das, seit ich denken kann, und ich will das unbedingt. Ich gehöre da hin.” Wenn Graziella Schazad das sagt, klingt es nicht anmaßend, eher fast ein wenig leise, ohne dabei jedoch an Überzeugungskraft zu verlieren.

Sie ist einer dieser Menschen, denen man sofort sein Herz öffnen möchte: gewinnend freundlich, mit wachen Augen und offenen Ohren für sein Gegenüber.

Eine aparte junge Frau, die sich nicht in den Mittelpunkt drängt und scheinbar trotzdem weiß, was sie will und kann. Zumindest auf den ersten Blick. Doch bei Graziella Schazad steckt immer mehr dahinter, als das Auge sieht. Etwa, wenn sie entwaffnend direkt sagt:

„Ich halte mich und meine Sicht der Dinge für ziemlich naiv”, und laut darüber lacht – um dann sehr überlegt nachzuschieben:

„Ich weiß nicht, woher dieser starke Wunsch kommt, im Mittelpunkt zu stehen und mit meiner Musik Erfolg zu haben – aber ich will es auch nicht wissen. Ich bin mir ziemlich sicher: Würde ich den Grund entdecken, würde ich die Musik sofort hinschmeißen.”
 
Das wäre ein Verlust. Die 26-Jährige hat die seltene Gabe, Ohrwürmer zu schreiben, die sich beim ersten Hören sanft in den Gehörgang schleichen und dort für lange Zeit verweilen – ohne je auch nur eine Sekunde zu nerven. Eine erste Kostprobe von Graziellas Können war ihr Song „Look at me”, 2009 ein veritabler Sommerhit in Deutschland, Polen und der Schweiz.

Irgendwie mädchenhaft, federleicht, bezaubernd – und irgendwie auch gerade nicht: Graziellas Stimme ist nicht einfach schön, sie ist eigen. Sie hat nicht die Fülle einer Soul-Diva, nicht die Energie einer Rockröhre, sie ist nicht so fröhlich und süß wie die anderer Singer-Songwriterinnen; die Stimme transportiert vor allem sehr subtil die Doppelbödigkeit und manchmal fast ausweglose Melancholie von Graziellas Texten.

Denn in ihren tiefen, dunklen Augen liegen nicht nur Kraft und Bestimmtheit. Sondern auch das jeweilige Gegenteil. Wenn Graziella Schazad von ihrer Vergangenheit spricht, dann kann sie auf einmal ganz weit weg sein vom Hier und Jetzt. Und ihre zarte Gestalt erscheint dann nicht mehr nur eigenwillig elegant, sondern ganz sicher auch zerbrechlich.
 

I’m the day without the light

 

I’m a lighthouse in the night

 
Das Spiel der Gegensätze in Graziellas Leben beginnt schon mit ihrer Geburt: Ihr Vater ist Afghane, die Mutter Polin, ihr Vorname italienisch, der Geburtsort Berlin. Die weiteren Angehörigen sind über den halben Globus verstreut. Schwierige Familienverhältnisse für ein Kind, die ständigen Konflikte zu Hause sind Graziella noch immer sehr präsent.

Aber oft ist sie auch selbst nicht zu Hause, in ihrer unsteten Kindheit ist Graziella viel unterwegs. New York, wo ein Teil ihrer Familie lebt, wird zu einer zweiten Heimat und Englisch zur zweiten Muttersprache. Sie kommt überall durch, doch diese Zeit hat Narben hinterlassen, ein tiefes Gefühl von Unsicherheit und Heimatlosigkeit.


Eine der wenigen Konstanten wird schnell die Musik, an die Graziella eher zufällig gerät. Schon im Alter von drei Jahren ist ihr sehnlichster Wunsch ein Klavier, nur ist das leider weder mit dem Geldbeutel noch mit den Nachbarn zu vereinbaren.

Doch als Graziellas Mutter gerade für ihr Patenkind eine Spielzeuggitarre kaufen will, stößt sie auf den Aushang „Gitarre lernen ab drei” – und steckt ihre Tochter kurzerhand in den Gitarrenunterricht. Wie der Zufall so spielt, ist die Frau des Gitarrenlehrers ihrerseits Geigenlehrerin, und so kommt mit vier Jahren die Violine hinzu.

Im Alter von neun gibt es endlich das lang ersehnte Klavier, und es folgen weitere Instrumente. Erst vor Kurzem eignete sich Graziella die Ukulele an, Djembe spielt sie ohnehin, Saxophon nur deshalb nicht mehr, weil sie sich durch zu hartnäckiges Üben eine chronische Entzündung der Sehnenscheiden zuzog.
 
Graziellas Talent wird früh erkannt und auf dem ehrwürdigen Berliner Bach-Gymnasium gefördert, einem Musikgymnasium mit ausgewachsener Aufnahmeprüfung, dessen Schüler parallel an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler studieren.

Von nun an sind die Instrumente keine Spielerei mehr, sondern bedeuten vor allem eines: Druck. Dabei ist die Musik eigentlich Graziellas Weg, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, sich Träumen hinzugeben. „Meine Vision mit 13 war es, irgendwann einmal die Berliner Waldbühne zu füllen.”

Und so stiehlt sie sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin an konzertfreien Tagen immer wieder über Zäune und Mauern, um auf der großen Bühne Konzerte zu geben – und davon zu träumen, das menschenleere Rund sei voll jubelnder Menschen. Bis sie einmal erwischt werden. Dann beginnen die beiden, ihren Traum zu verwirklichen, bilden ein Duo und spielen, wo immer es sich anbietet. Am liebsten eigene Songs.


„Als ich das erste Mal einen Song geschrieben habe, hat es ,klick’ gemacht, das war für mich Erfüllung”, sagt Graziella rückblickend. „Heute weiß ich: Ich bin nicht zur klassischen Interpretin geboren. Es ist schon okay, mich über ein Instrument auszudrücken, aber wenn es ein anderer Komponist ist, der seine eigene Geschichte erzählen will, dann fühle ich mich oft fehl am Platz.

Nur wenn ich mich selbst ausdrücken kann, bin ich in der Musik zu Hause.”
Die logische Konsequenz ist, das auf instrumentale Fertigkeiten konzentrierte Gymnasium zu schmeißen – und das tut sie. Mit 17, kurz vor dem Abi, nach harten Kämpfen mit ihren Eltern.
 
Doch auch das Leben als freischaffende Musikerin ist alles andere als ein Spaziergang. Nach drei wechselvollen Jahren steht Graziella kurz davor, aufzugeben. Doch die Resignation währt nur kurz, ohne Musik geht es einfach nicht.

Also wagt sie den Neuanfang in einer anderen Stadt, in Hamburg. Doch dieser kostet Geld: Um ihren Traum finanzieren zu können, kellnert sie, jobbt in der Marktforschung und macht schließlich sogar eine Ausbildung zur Stewardess. Nach 26 Flügen ist erst einmal genug Geld beisammen für die Freiheit, nur noch Musik zu machen.

Allein 2008 spielt Graziella über 70 Konzerte, die sie alle selbst organisiert. Darunter Jobs für den Lebensunterhalt genauso wie credible Gigs auf Song-Slams, Festivals oder in Clubs. Einen besonderen Stellenwert haben die Auftritte in Kinderheimen, Hospizen oder auch im Hochsicherheitstrakt von „Santa Fu”, der JVA Hamburg-Fuhlsbüttel.

„Bei Konzerten dreht sich oft vieles um Gagen und Bekanntheit, darum, dass einen möglichst viele Leute sehen und man im nächsten Monat seine Miete zahlen kann. Das ist auch in Ordnung, aber für mich bedeutet live spielen vor allem, Menschen zu berühren und selbst berührt zu werden.

Am liebsten würde ich nur in Kinder- oder Asylantenheimen spielen. Ich weiß, dass ich die Welt nicht ändern kann, aber Musik kann zumindest Hoffnung geben, zum Träumen anregen. Und ohne Hoffnung, ohne Träume ist man tot.”
 
Graziellas Umtriebigkeit weckt das Interesse der Hamburger Szene, und das trägt Früchte: Als ihre heutige Plattenfirma lose bei ihr wegen eines Demo anfragt,  packt sie entschlossen ihre Instrumente und macht sich mit Bus und Bahn auf den Weg – eine unpersönliche Studioaufnahme ist ihr zu unsicher, sie präsentiert sich lieber live.

Während ihres Spontankonzerts in der Lounge des Musikkonzerns öffnen sich schnell alle Bürotüren der verwunderten Mitarbeiter. Wenig später hat Graziella den Plattenvertrag in der Tasche, ihre Single „Look at me” wird der erste Testballon. Und nach über einem Jahr intensiver Arbeit liegt nun auch das Debütalbum vor.
 
Looking just at me is looking right through me ...
 
Die Songs auf „Feel who I am” haben internationales Format, und zumindest das ist ausnahmsweise mal kein Widerspruch, sowohl mit Blick auf Graziellas Herkunft als auch auf die am Album beteiligten Co-Autoren:

Einige Titel komponierte Graziella in Zusammenarbeit mit Songwritern wie Chris Braide, der unter anderem für James Morrison schreibt, dem eng mit Paolo Nutini verbandelten Duo Matty Benbrook und Jim Duguid oder der britischen Musiklegende Russ Ballard.


„Jeder von ihnen hatte unterschiedliche Wege und Kniffe, meine Musik zu bereichern”, so Graziella. „Gemein haben sie alle ein unglaubliches Wissen über Songs – und die Tatsache, dass sie völlig anders arbeiten als ich: Ich kann schreiben, nicht planen.

Ein Song kündigt sich an wie eine Grippe, und irgendwann ist er da. Diesen Moment muss ich abpassen, bevor er vorbeizieht. Das fühlt sich an wie das Ruckeln eines Flugzeugs auf der Startbahn – ich muss es einfach starten lassen und kann nichts forcieren.”
 
Entstanden sind auf diese Weise ausnahmslos Ohrwürmer, mal ruhig, mal lebhaft, oft mit hörbarem Folk-Einschlag, manchmal mit souligen Anklängen. Gemeinsam mit ihren Produzenten Henrik Menzel und Tommy Peters hat Graziella daraus kleine Pop-Perlen geformt.

Ihre Violine, ob gezupft oder gestrichen, zieht sich als Markenzeichen durch alle Titel. Entspannte Drums, Sitar- und Akkordeon-Klänge, Glockenspiel und Bläser ergänzen Graziellas instrumentale Vielfalt punktuell. Doch die gesamte Produktion unterstreicht vor allem sehr gefühlvoll die Melodiebögen und Texte, in denen Graziella ihr Innerstes nach außen kehrt. Bildreich, platitüdenfrei und umwerfend treffend formuliert.

„Vielleicht ein Song von 40 handelt nicht von meinem Innenleben”, so Graziella, „es ist einfach das Thema, das raus will. Nur in Momenten, in denen ich Sicherheit in mir finde, kann ich auch mehr auf die Welt außerhalb schauen.”
Inner Peace“ e“  twa, ein unruhiger, treibender Song, ist in jeder Zeile ein Ausdruck innerer Zerrissenheit.

Und die Klavierballade Leave me alone scheint nur wie ein gesungener Schlussstrich unter einer Beziehung, tatsächlich ist sie das Zwiegespräch mit einer inneren Stimme, einem nagenden Gedanken, der Graziella immer wieder übermannt.


Viele Songs sind eine Affirmation, eine Aufforderung Graziellas an sich selbst, eine Leuchtkugel, der sie folgen möchte. So wie Breathe and reboot, adressiert an sich selbst, an das Kind in ihr: „Ich bewundere Leute, die es schaffen, einfach glücklich ihr Leben zu leben.

Ich kann das nicht, ich habe immer einen Fluchttrieb. Doch ich kann mich auch nicht ewig verstecken. Ich muss mir in manchen Situationen gut zureden. Und wenn nichts mehr geht: durchatmen. Neu starten.”


Doch Graziella kann durchaus auch gute Laune haben und positiv nach vorn schauen, das hört man Stücken wie Everybody an, einer schwungvollen, fast Bluegrass-artigen Nummer mit hymnenhaftem Refrain. Oder aber Take on me, der ersten Single ihres fertigen Albums – einem für Graziella ungewöhnlichen Stück, denn Coverversionen finden sich nur selten in ihrem Programm.

„Der Stil des Originalsongs ist nicht meine Welt, und vermutlich gibt es 100 weitere Bearbeitungen, die nicht zu mir passen würden. Aber eine Version, die ich zufällig gehört habe, die hat mich berührt. Genau wie die Aussage des Songs, diese Doppeldeutigkeit aus ,nimm es mit mir auf’ und ,gib mich nicht auf’.”

Dass die spontane Idee, dieses Stück einzuspielen, so gut funktioniert und ihr schließlich sogar eine hitverdächtige Single beschert, ist auch für Graziella eine Überraschung. Doch es passt einfach. Der Song klingt nicht mehr nach einem Cover, er ist wie ein Abbild von Graziella selbst:

federleicht und trotzdem tiefgründig, ernsthaft und verschmitzt, relaxed und voller Spannung. Rastlos, aber auch zu Hause. Nichts dazwischen, sondern alles zugleich, und immer zu 100 Prozent. Für den Verstand mag das verrückt erscheinen. Aber es klingt nicht so.
 
... Close your eyes and feel who I am

 

Erschien am 15.10.2010 bei Warner www.warnermusic.de 

Warner Music Group Germany Holding GmbH
Alter Wandrahm 14
20457 Hamburg

e-mail:  anfrage@remove-this.warnermusic.com
Telefon:  0049-40-30339-0
Fax 0049-40-30339-0

mehr
Treffer: 207
Top