hamburger-retina

Exklusiv Interviews

14.02.2019 Zweiergespräch mit Iris Boss

GFDK - Marion Wagner

Marion Wagner sprach mit der Berliner Schaupielerin Iris Boss anläßlich der Berlinale über den Beruf der Schaupielerei. Marion Wagner spricht in ihrem Blog mit Kunst und Kulturschaffenden in Berlin und leitet den "Verlag für Kurzes " einen unabhängigen Verlag für kurze Texte.

Iris Boss lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin.

Roter Teppich, Glamour, hohe Gagen? Wie sieht die Lebenswirklichkeit eines Schauspielers tatsächlich aus?

Iris Boss hat es Marion Wagner in ihrem Zweiergespräch erzählt.

Viele Schauspieler sagen, sie hätten schon immer gewusst, dass sie nichts anderes werden wollen. War es bei dir auch so?

Schon immer nicht, aber schon sehr früh. Weihnachtsmann, Tierärztin, Piratin und Clownin waren die Berufswünsche davor. Als ich etwa acht war, wurde mir klar, dass ich alles zusammen werden könnte, wenn ich Schauspielerin werde.

Wie hast du dir das Leben als Schauspielerin vorgestellt?

Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen, vielleicht kam deswegen in meiner Vorstellung die Arbeit vor der Kamera gar nicht vor. Ich habe mich schon sehr früh, sehr ernsthaft mit dem Beruf befasst, habe alle Informationen gesammelt, die ich kriegen konnte. Über die Ausbildung, die Berufsanforderungen, den Arbeitsalltag am Theater usw. und habe einen dicken Ordner angelegt, in dem ich das alles archiviert habe.

Auch praktische Bühnenerfahrung habe ich schon sehr früh gesammelt, ich wusste also, was es bedeutet, eine Rolle zu erarbeiten. Ich habe mir vorgestellt, dass ich nur für diesen Beruf leben würde und in meinen Rollen ganz aufgehe.

Die Sprache war auch schon früh sehr wichtig für mich. Ich liebte die Vorstellung, mich ein Leben lang mit Sprache beschäftigen zu können.

Die Liebe zur Sprache kann ich sehr gut nachvollziehen … Bei Schauspielern denken ja viele an rote Teppiche und hohe Gagen. Die Wirklichkeit sieht für die große Masse aber nicht so aus, oder?

Nein. Sonst würden wir ja auch nicht die ständig gleichen Nasen über den roten Teppich laufen sehen, sondern die in Deutschland zum Beispiel, grob geschätzt, 25.000 Menschen, die sich hier als Schauspieler bezeichnen.

Was die hohen Gagen betrifft, ist es im Gegenteil so, dass Schauspieler froh sein müssen, wenn sie überhaupt eine kriegen. „Leider keine Gage, dafür lecker Catering“ ist eine gängige Formulierung in Stellenanzeigen unserer Branche. Wer würde darauf kommen, einen Anwalt, einen Klempner oder wen auch immer auf derart ungehörige Weise zu rekrutieren?

Aber es muss ja Schauspieler geben, die das mitmachen, sonst könnte eine solche Dreistigkeit nicht funktionieren.

Dass so etwas funktioniert, hat verschiedene Gründe. Einer davon ist sicher, dass man als Schauspieler schnell ins Abseits gerät, wenn die Vita Lücken aufweist. Wer länger nicht gespielt hat, wird nicht mehr besetzt. Ein Teufelskreis. Also lieber unbezahlt irgendeinen Scheiß machen als gar nichts.

Da jedes Jahr ca. 200 Absolventen von staatlichen und ca. 400 von privaten Schulen, dazu ungezählte Quereinsteiger – da „Schauspieler“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kann sich jeder so nennen – neu auf den Markt kommen, die bezahlten Jobs durch Streichung von Subventionen, Reality-Formate mit Laien usw. immer weniger werden, wird man als Schauspieler immer erpressbarer.

Auch die soziale Absicherung ist schwierig. Meistens ist man gezwungen, als Selbständiger zu arbeiten oder die Festanstellungszeiten beschränken sich auf wenige Tage oder Wochen. Sich so einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erarbeiten, ist für die meisten schwierig bis unmöglich.

In Deutschland können gerade mal zwei Prozent der Schauspieler von ihrem Beruf leben. Die Arbeitslosenquote liegt bei 25 Prozent. Mit einer hohen Dunkelziffer. Manchmal denke ich, der Beruf ist überhaupt nur noch als Hobby für Kinder reicher Eltern machbar. Aber – (lacht) – ich bin ja der Beweis dafür, dass es nicht so ist.

Wie ist es bei dir?

Ich lebe seit elf Jahren von meinem Beruf. Über rote Teppiche gehe ich selten.

Was gehört eigentlich noch zur Arbeit eines Schauspielers, außer dem Spielen selbst?

Für einen Drehtag oder eine Theaterproduktion arbeitet man natürlich viel mehr als die reine Anwesenheitszeit: Allein um überhaupt an den Job zu kommen, muss ein Schauspieler, der keinen Namen hat, viel Zeit für Netzwerkpflege, Bewerbungen und Vorbereitung für Vorsprechen oder Castings aufbringen.

Jeder Schauspieler braucht aktuelle Fotos, Demomaterial und muss seine Webpräsenz pflegen. Seit Neustem wird sogar verlangt, dass er bei sogenannten e-Castings eine vorgegebene Szene einreicht. Er braucht also jemanden, der ihn filmt, ihm die Szene schneidet usw., nur um sich mit hunderten anderen zu bewerben. Auch sein Instrument, also seinen Körper, seine Stimme, seine Konzentrationsfähigkeit muss er in Zeiten ohne Engagement in Schuss halten.

Wenn man zynisch sein will, könnte man sagen, er könne ja froh sein, unbezahlt arbeiten zu dürfen, so spare er sich wenigstens die Kosten für Maßnahmen, für die er sonst bezahlen müsste. Eine ganze Branche lebt inzwischen von arbeitslosen Schauspielern: Workshops, Coaches, Demobandproduzenten …

Hat er dann eine Rolle bekommen, beginnt die Vorbereitung, das Textlernen, die Proben und parallel dazu schon wieder die „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ für die Zeit danach.

Wie sieht dein Alltag aus?

Wenn ich in einer Produktion bin, probe ich von 10-14 Uhr und von 18-22 Uhr, wenn ich „frei“ bin, also verschiedene kleinere Sachen mache, ist jeder Tag anders. Da laufen dann viele Dinge parallel. Die einzigen Konstanten in dieser Zeit sind Büroarbeiten, die ich wie jeder Selbständige machen muss. Und Sport.

Die festen Zeiten sind ja nicht sehr familienfreundlich.

Natürlich bringt es der Beruf mit sich, dass wir gerade dann arbeiten, wenn alle anderen frei haben. Wochenenden, Weihnachten, Silvester … Familie oder ein “normales” Sozialleben ist da schwierig. Kinder sind, würde ich behaupten, ohne Partner, der sehr flexibel ist und zudem den Großteil des Geldes ranschafft, unmöglich.

Du warst gerade drei Monate mit dem Stück Frau Müller auf Tournee. Habt ihr jeden Abend gespielt?

Mit Ausnahme von zwei spielfreien Abenden, ja.

Wie ist das, wenn man so lange auf Tournee ist? Schaltest du beim Spielen irgendwann auf Autopilot?

Es ist ja ein Teil des Berufs, Dinge, die man schon hunderte Male gemacht hat, immer wieder frisch und neu zu machen. Natürlich bekommt man mit der Berufserfahrung auch eine gewisse Routine, geht bei der 50. Vorstellung nicht mehr mit riesigem Lampenfieber auf die Bühne. Anders geht das kräftemäßig auch gar nicht, wenn man den Beruf länger machen will.

Aber schlussendlich ist das ja alles Lebenszeit: Die des Publikums, meiner Mitspieler und nicht zuletzt die meine. Die möchte ich möglichst interessant und, wenn möglich, mit Spaß verbunden verbringen. Schon deshalb ist Autopilot keine Option für mich.

Und wie ist es hinter den Kulissen? Jeden Tag in einer anderen Stadt zu sein, mit denselben Leuten …

Ich mag das Unterwegssein, auch wenn es nach einigen Wochen ganz schön auf die Nerven gehen kann. Ich versuche mir jede Stadt anzusehen, in der ich spiele und habe gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit für Skurrilität und Schönheit in diesen Mikrokosmen eine andere ist als zuhause in Berlin. Ich fühle mich auf Tournee immer ein bisschen wie eine Forscherin.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Gar nicht, da gibt es mich ja noch überhaupt nicht.

Was ist dein größter beruflicher Wunsch?

Ich liebe meinen Beruf, würde mir aber wünschen, mich mehr auf das Eigentliche, also das Spielen konzentrieren zu dürfen und weniger um die Organisation des Ganzen.

Ich bin ja aus gutem Grund nicht Buchhalterin oder Managerin, sondern Schauspielerin geworden. Berühmtsein interessiert mich nur in dem Sinn, dass ich mehr Wahlfreiheit hätte. Was will ich machen? Was nicht? Warum? Nachdenken, ausprobieren, scheitern dürfen. Das alles gehört für mich zu einem künstlerischen Prozess. Alles andere ist Dienstleistung.

Irgendjemand hat mal gesagt: „Schauspieler sind Philosophen des Handelns.“ Ich empfinde als Schauspielerin eine gesellschaftliche Verantwortung und habe das Glück, immer wieder Dinge machen zu dürfen, in denen ich das Gefühl habe, diese wahrnehmen zu können. Doch noch sind diese Dinge Luxus.

Ich wünsche mir, mich öfter für sie entscheiden zu dürfen. Ich wünsche mir, immer wieder mit guten Leuten, Kollegen und Regisseuren arbeiten zu dürfen. Mit Künstlern, die ihr Handwerk beherrschen, die mich inspirieren und sich von mir inspirieren lassen, die was zu sagen haben und das auf ihre ganz eigene Art tun. Ich bin idealistisch geblieben.

Liebe Iris, vielen Dank für das Gespräch.

Anmerkung der Redaktion:

Sibylle Berg hat erst am 9. Februar zu diesem Thema in S.P.O.N. auf Spiegel Online geschrieben

Der Geiz hinter der Goldkante

"Menschen brauchen Kunst, damit sie sich nicht aus dem Fenster stürzen. Warum werden Künstler dann so schlecht bezahlt? Politiker missbrauchen Oper und Theater als Spielfläche - und lassen zu, dass die Gelder in der Verwaltung versickern".

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft

mehr

14.02.2019 Unterschiede zwischen Stadt -und Landkindern

GFDK - Eva Horstick-Schmitt

Was meine Person betrifft, stellte ich mich der Thematik „Töchter“ ausgehend von der Zeit, da ich meinen Mann kennenlernte und er eine Tochter und einen Sohn mit in die Ehe brachte. Ich selbst habe einen Sohn und somit waren wir nun 5 Personen.

Allerdings lebte die Tochter meines Mannes noch weitgehend bei seiner Exfrau. Seine Tochter besuchte uns regelmässig und wir verbrachten auch etliche gemeinsame Urlaube zusammen. Ich versuchte  einen Schwerpunkt zu setzen als emotionale Augenzeugin heranwachsender Kinder in meiner Seele als Frau und Fotografin.

Seit den 90er Jahren fotografierte ich schon die Töchterserie als meine persönliche Reise in neue Welten, denn ich selbst bin bzw. war Tochter eines super emotionalen Vaters und einer eher Verstand gesteuerten Mutter, aber ich war nun auch eine Art Stiefmutter mit neuen Aufgaben.

Töchter sind emotionaler als Söhne meinte ich, was aber keineswegs in unserem Fall passte. Mein Sohn war genauso emotional wie ich und die Tochter meines Mannes konnte eher mit ihren Emotionen umgehen und diese verheimlichen.

Portraits des Monats

Somit ist Herkunft und „Erbe „ der Gene nach meiner Ansicht ausschlaggebend. Es ist also wichtig, in welchen Umfeld jemand aufwächst und wie die Eltern als Vorbild agieren. 

Es gibt auch grosse Unterschiede zwischen Stadt und Landkindern.

Während der Arbeit tauchten neue Ausdrucksformen auf und ich hatte das Bedürfnis in 2011 die „Töchter“ ebenso zu interviewen zum Thema Zukunft. Dieses behalte ich bis heute bei. Ich führte die Bilderreihe der Portraits aus und betonte die Profile noch zusätzlich durch Interviews. 

Ich hatte den Eindruck, dass ich während der Schaffung dieser Portraits eine Erkenntnis hatte, nämlich die, dass sie zu meinen eigenen Wünschen damals als „Tochter“ im Alter von 16 Jahren zu heute nicht viel geändert hat.

Auch ich hatte z.B. Angst davor, dass die Umwelt weiter zerstört wird. Zudem hatte ich allerdings nicht den Drang zu heiraten und Kinder zu bekommen. Heute wollen 90 Prozent der von mir befragten Mädchen Kinder und auch heiraten.

Das Werk konnte und kann für sich selber sprechen.

Isabella 18 Jahre aus Essen

Ich bin 18 Jahre alt und lebe in Essen. Vor kurzem habe ich meine Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung am Hugo-Kükelhaus Berufskolleg erworben und stehe vor der Frage: „Was nun?“. Ich habe ständig neue Ideen, wie Sozialwissenschaften oder Wirtschaftspsychologie  zu studieren, jedoch träume ich oft davon Schauspielerin zu werden. 
Tanzen, Singen und Theaterspielen waren schon seit ich zurückdenken kann immer meine größten Leidenschaften.

Zusätzlich bestände für mich auch die Möglichkeit mein Abitur an meinem jetztigen Berufkolleg zu erwerben. 
Meine Eltern hatten ganz andere Berufsvorstellungen. Mein Vater ist Resource Manager und meine Mutter gelernte Industriekauffrau, arbeitet zurzeit allerdings als Fitnesstrainerin.
 Später will ich heiraten und mit meinem Mann dann zwei Kinder bekommen.

Im besten Fall erst einen Jungen und dann ein Mädchen und in einem Haus wohnen. Ich interessiere mich sehr für den Umweltschutz und bin froh dass es bei all dem Dreck, den wir in die Luft pumpen, den Tieren die vorm Aussterben bedroht sind und den verlorenen Urwäldern es zumindest noch teilweise auf der Welt Organisationen wie Greenpeace gibt.

Leonie W. 14 Jahre aus Dortmund

Ich denke, dass die Natur in 10 Jahren nicht mehr dieselbe sein wird wie heute. Es wird ständige Hitzewellen geben und generell wärmere Sommer und Winter. Vielleicht wird es irgendwann keinen Schnee mehr hier geben. Die Eisbären werden auch immer weniger werden und die Gletscher werden weiter geschmolzen sein. Die Gefahr für Hochwasser und Überschwemmungen wird steigen. Es werden andere Tierarten hier leben und woanders aussterben.

Mein Name ist Sonja Lauhof und ich bin 14 Jahre alt.

Wie wird die Welt in zehn Jahren aussehen? Wenn man das nur wüsste. Ich glaube vieles wird größer und vieles kleiner werden. Die Wälder werden noch mehr schrumpfen als jetzt schon und sie werden nur noch dort sein wo Holz benötigt wird. Die Regenwälder wird man absperrren und zu einer Art Museum umbauen um den Touristen zu zeigen wie die Welt einst aussah. Ich glaube viele Tiere werden aussterben, die wir früher für normal befunden haben.

Andere werden mehr werden, wie Tauben und Ratten und überall in den Städten wird die Luft verpestet sein vom Mief hunderter Autos. Um ein reines Gewissen zu haben wird die Regierung in einigen Ländern die Atomkraftwerke abschalten, aber sie wird die Energie aus anderen Quellen beziehen, die genauso schädlich sind wie die Atomkraft. Welche? Ich habe keine Ahnung. Ich glaube, dass die Sommer heißer und die Winter kälter werden.

Der Herbst und der Frühling wird entweder trocken wie in einer Dürre oder in den Fluten von hunderten Stürmen ertrinken. Aber ich glaube die nächsten zehn Jahre werden nicht nur schlechtes bringen. Ich glaube nämlich dass die Menschen diese zehn Jahre brauchen um zu begreifen, dass die Erde einzigartig ist und das man sie schützen muss. Vielleicht gibt es dann auch neue Technologien, welche die die Luft nicht verpessten und keinen Müll hinterlassen, der noch tausende Jahre alt ist. 

Ich heiße Linda Schmid / Dortmund und bin 13 Jahre alt.

Ich möchte später in New York wohnen und viel Geld als Bankkauffrau verdienen. Ich möchte dort in einer Villa mit einem großen Pool  und einer Katze leben. Ich hoffe einen tollen Mann zu finden. der viel Geld hat.

Ich könnte mir auch vorstellen einmal zu heiraten. Kinder möchte ich nicht, weil sie ständig nerven und anstrengend sind. Ich hoffe dies alles in 15 Jahren zu schaffen. Ich hoffe das meine Familie bis dahin noch gesund und munter ist und ich hoffe das sie mich dann oft in New York besuchen.

Rebecca  aus Dortmund 

Ich wünsche mir einen Beruf, 2-3 Kinder und einen Freund/Mann, der nicht arbeitslos ist. Auch wünsche ich mir, dass die Umwelt nicht weiter belastet wird und wir noch einmal so etwas erleben wie Fukoschima. Es wäre besser die Atomkraft zu stoppen. Gern hätte ich auch ein Haustier, wie z.B. eine Katze. Echte Freunde sind wichtiger als oberflächliche Freunde und dieses zu sehen, finde ich wichtig. Ich würde gern reisen, um andere Menschen und Länder zu sehen. In Dortmund möchte ich weiterhin leben.

xyyx

Franzi  13 Jahre alt, 2012 aus Gescher

Mein Name ist Franziska , genannt Franzi und ich lebe in Gescher.

Ich möchte gerne Innenarchitektur studieren und in dem Beruf auch weiter arbeiten. Später möchte ich in einer Grosstadt ziehen, nach Köln oder Berlin. Freunde sind mit sehr wichtig und meine Familie auch. Ich habe 2 Schwestern und bin schon Tante  geworden. Meine älteste Schwester hat letztes Jahr ein Baby bekommen. Mit 28 Jahren möchte ich selbst auch Kinder haben. Für die Umwelt wünsche ich mir, dass es Elektroautos gibt und keine PKWs mehr, die die Umwelt so verschmutzen.

Maria (13 Jahre aus Essen

Hallo Eva, Ich freue mich sehr, dass ich an deinem Projekt teilnehmen darf. Meine Zukunft stelle ich mir so vor: Ich möchte erstmal gerne eine WG mit meinen besten Freundinnen gründen. Eine Ehe kann ich mir zurzeit noch nicht vorstellen, wobei ich schon gerne Kinder hätte. Das müssen aber nicht unbedingt meine eigenen sein. Ich würde auch ein Kind adoptieren. Da ich Kinder sehr mag, möchte ich später beruflich etwas mit Kindern machen.

Ich kann mir aber auch einen Beruf mit Tieren vorstellen oder etwas künstlerisches. Ich bin gerne kreativ und tanze, male, bastele oder nähe etwas. Mit meinem iPod habe ich auch schon Tanz-Videos gemacht.


Ich mag die Natur und fotografiere sie gern. Daher hoffe ich, dass die  Menschen den Umweltschutz mehr ernst nehmen, dass Solar- und Windenergie mehr genutzt werden. Zukunftsängste habe ich nicht. Meine Gesundheit und die meiner Familie sind mir wichtig. Daher wünsche ich mir schon lange, dass mein Vater das Rauchen aufgibt. Meine Mutter arbeitet übrigens bei der Stadtverwaltung Essen, mein Vater bei einer Bank.

Ein Projekt von Eva Horstick-Schmitt

 

mehr

08.02.2019 Ein Haus prall gefüllt mit Kunst

GFDK - Interview und Portraits

Auch das ist nun lange her. Schon beachtlich, was der Kunstverein „Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ da in Oberkassel unter der Leitung, von Gottfried Böhmer, mit Sponsorenhilfe auf die Beine gestellt hat. Auf 4 Etagen sind die Arbeiten von 4 bemerkenswerten Künstlerinnen ausgebreitet – ein ganzes Haus, prall gefüllt mit Kunst.

Beinahe ist es so wie mit dem Adventskalender, den Katja Prewozny in Kleinmädchen-Manier kitschig – schön mit Flausch und Plüsch ausgepolstert hat. Man fragt sich nämlich beim Rundgang durchs Haus, welch Überraschung wohl hinter der nächsten Tür lauert.

Beispielsweise die skurile Chaosgruppe der in Keramikmäntel gehüllten Eierkopf-Figuren (aus Ton und Eierschalen), mit der Christina Assmann sämtliche Kitsch- und Buntheits Tabus vom Tisch fegt. Spannender wird es hinter der nächsten Tür.


Da präsentiert die Foto-Künstlerin Katharina Mayer einen Querschnitt ihrer sehenswerten Frauenporträts aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Mal westliche – stilvoll und ästhetisch als „verlorene Profile“ vor monochromen Hintergrundflächen; mal „getürkt“ (so der Titel der Serie) vor farbenfroh gemusterten Folklore–Stoffen.

Hier gelang es der Fotografin einer Reihe von herben Balkan–Schönheiten die Scheu vor der Kamera zu nehmen oder fernöstlich: Asiatinnen wurden in identischer Kleidung und Pose abgelichtet. Auf diesen Bildern muss man die individuellen Freiheiten aus den Gesichtern herauslesen.

Ebenfalls Porträts – nun in Öl auf Leinwand – gibt es von Pia Dehne im nächsten Stockwerk zu sehen. Die Lüpertz–Schülerin ist nach 2 Jahren in New York mal wieder in Düsseldorf präsent.

Rheinische Post, Donnerstag 28. Dezember 2000

Eine Gemeinschaftsausstellung des Kunstverein Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin ist derzeit im Gebäude Oberkassel 1 in Düsseldorf zu sehen. Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny präsentieren auf 1.300 m2 eine Auswahl ihrer Werke.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch Dieter Kotulla, der das Gebäude zur Verfügung stellte. Die Laudatio anlässlich der Vernissage hielt die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi.

Welt am Sonntag, 24. Dezember 2000

Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny.

Von Heide-Ines Willner

Noch bis zum 31. Januar – eventuell sogar länger – sind die Arbeiten von Christina Assmann, Pia Dehne, Katharina Mayer und Katja Prewozny in einer Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „The Exhibition OK 1“ ausgestellt. Öffnungszeit: täglich 17 bis 21 Uhr.


Im Erdgeschoß hat Katja Prewozny sich mit Geburt, Tod, Auferstehung auseinandergesetzt. Über die Wege des Lebens, von der Brutkiste bis zum Sarg, wird der Betrachter in einen farbig opulenten Lebenskreislauf geführt. Alles Kalte ist warm in Fell, Flausch und Plüsch verpackt.


Pia Dehne, Meisterschülerin bei Professor Markus Lüpertz, präsentiert im nächsten Stockwerk großformatige Acryl- und Ölmalereien. Ihr Thema sind Menschen, die auf den ersten Blick durch ihren schönen Schein faszinieren. Die Künstlerin lebt und arbeitet in New York und war bei der Ausstellungseröffnung in Düsseldorf dabei.


Frauenporträts aus unterschiedlichen Kulturen zeigt die Fotokünstlerin Katharina Mayer auf der nächsten Etage. Besonders eindrucksvoll die türkischen Frauen, die in blumigen Folklorestoffen ernst in die Kamera blicken.
Christina Assmann hat im Stockwerk darüber ihre Osterhasenfamilie in Ton und Eierschalen aufgebaut.

An den Wänden karikierte Fotos, deren Gesichter aber noch zu erkennen sind. Und dann sind da noch die großformatigen Aquarelle der Hüppi-Meisterschülerin. Bauernstuben, Jägerklausen, Hirschgeweihe an den Wänden, mit biederem Mobiliar in brauner Farbe drängen dem Betrachter die deutsche Gemütlichkeit geradezu auf.

Rheinische Post, 22. Dezember 2000

Motto der Ausstellung: „The Exhibition OK1 – 2000“. Der Kunstverein „Gesellschaft Freund der Künste Düsseldorf – Berlin“ lädt zu seiner letzten Vernissage in diesem Jahr an den Luegplatz 1 ein. Gezeigt werden über 200 Bilder, Foto-Werke & Installationen der Düsseldorfer Künstlerinnen Pia Dehne, Christina Assmann, Katharina Mayer & Katja Prewozny.

Die Laudatio hält die Düsseldorfer Kunsthistorikerin Souris Roja Kassimi. Zu sehen gibt es die Ausstellung noch bis Mitte Mai. The Exhibition OK1, ein Projekt der Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin.

Bild-Zeitung, 16. Dezember 2000

 

 

 

 

mehr

08.02.2019 Standards des Vocal Jazz

GFDK - Interview und Portraits

Bettina Pohle wurde in West-Berlin als älteste von drei Töchtern in eine Arztfamilie  (Vater Internist, Mutter Tierärztin) geboren. Da die Mutter eine sehr gute Pianistin war, war der  Klavierunterricht aller drei Töchter so normal, wie regelmäßige Hauskonzerte vor geladenem Publikum.

Bettina Pohle erhielt eine Ausbildung in Klavier, Querflöte und Gesang und war viele Jahre Mitglied im Jugend- & Hauptchor des Berliner Konzert Chores unter der Leitung von Fritz Weisse.

Nach dem Abitur am Musischen Gymnasium Erich-Hoepner in Berlin, Studium der Germanistik/Anglistik an der Freien Universität Berlin und 1986 Weggang in die USA. Studium Literatur und Gesang an der University of Georgia, Athens, GA. 2. Platz student auditions Wettbewerb NATS. Umzug nach Kalifornien.

Bis 1994 Literaturstudium an der University of California at Berkeley in Berkeley, Kalifornien, USA. Promotion „Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne“, als Buch 1998 im Fischer TB Verlag veröffentlicht, gilt es mittlerweile als Standardwerk deutscher Genderstudies Programme.

Während ihrer Studienzeit in Kalifornien arbeitete Bettina Pohle als Dozentin für u.a. Deutsch und Literatur an verschiedenen Colleges und Universitäten und war darüber hinaus eine gesuchte Synchronsprecherin & Synchronregisseurin in englisch-deutschen Werbeproduktionen in der San Francisco Bay Area.

Zeitgleich sang Bettina Pohle als Sopran in klassischen  Kammerensembles, darunter Anthony Pasqua’s Perfect Fifth und Robert Geary’s The San Francisco Chamber Singers, und unternahm dann einen Wechsel zum Jazz. Unterricht bei  Ellen Hoffmann (p), workshop mit Mark Murphy (voc).

1993 Tour mit Bill Ganz’s UC Vocal Jazz Ensemble in Hawaii. „University of California Chorale Ensembles Award for Greatest Musical Achievement, 1993-1994“, Arbeit als Asst. Prof. in den  Humanities am San Francisco Conservatory of Music in San Francisco 1995-1997.

Nach 12 Jahren USA, Rückkehr nach Deutschland und Berlin. 10 Jahre Salonière des Berliner Zukunftssalons (www.berlinerzukunftssalon.de). 2001 & 2004 Geburt der Töchter Morghan und Avril. Bis heute Tätigkeit als Dozentin für US-amerikanische Universitäten in Berlin.

2008-2010 vocal jazz coaching bei dem Lehrer-/Jazzmusikerpaar Connie Moore (voc) & Reggie Moore (p) und seit 2008 Zusammenarbeit mit dem Schweizer Jazzpianisten, Schlagzeuger und Komponisten Ralf Ruh. Bettina Pohle lebt mit Ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Berlin.

Teilnahme an:

2008  Intensivworkshop Gesang mit Esther Kaiser /CD Bandorf
2009  jazz vocal master class mit Ines Reiger/Jörg Seidel in Österreich
2010  master class “Jazz Improvisation and Beyond” mit Céline Rudolph
2010  25. Berliner Jazztreff
2011  Intensivkurs Vokale Improvisation mit Daniel Oertel-Mattar/Nicolai Thärichen

Discographie:
the san fransico chamber singers, Robert A. Geary, Artistic Director, “Island in Space”, © 1996
Bettina Pohle/Ralf Ruh, Time And Again, 2011, 7Jazz/NMD
Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio, Just [b] , 2012, Octason Records

Publikationen:

Kunstwerk Frau: Inszenierungen von Weiblichkeit in der Moderne,

Fischer Tb. Verlag, Frankfurt am Main, Februar 1998

„Authentic Material for German Language Instruction“, Arbeitsbuch & Video, McGraw-Hill Publishing House, San Francisco, USA, 1995

"Namenlose Furcht. Weiblichkeitsentwürfe zwischen Abscheu und Wollust", in: Frauen - Körper - Kunst. Inszenierungen weiblicher Sexualität in der Literatur, Karin Tebben (Hg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, September 2000

„Berlin before and after the Wall“, Vorträge für Arthur Andersen Executive Program, Berlin, 1999

contact: info@bettinapohle.com

Weiterführende Links:
http://www.bettinapohle.com/

mehr

06.02.2019 neue Herausforderung

GFDK - Gottfried Böhmer und Adolf H. Kerkhoff

Von Gottfried Böhmer und Adolf H. Kerkhoff

Pia Dehne studiert bis 1993 bei Markus Lüpertz und so sind ihre frühesten Bilder aus den späten 80iger Jahren Befreiung von dessen damaliger mythologischer Malerei. 1994 ging sie nach Berlin. Hier gelang ihr der Durchbruch als anerkannte Künstlerin.

Die Medien haben ihre Arbeit anerkennend begleitet. Aussagen wie: „die Entdeckung des Monats“, „die beste Malerin der Stadt“, „der bemerkenswerteste Beitrag stammt von Pia Dehne“, „eine schöne Blonde, selbstverständlich in Pastell“, und zum guten Schluss titelt die Bild-Zeitung ganzseitig: „Pia Dehne – Atelierbesuche bei Deutschlands größten Künstlern“.


Hier war der Zeitpunkt gekommen, die Zelte in Berlin abzubrechen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. 1999 begann für Pia das große Abenteuer New York, wo sie seither lebt und arbeitet.

Die amorphen Bilder von Pia Dehne führen weg von jeder fremden Sinngebung, also auch der des Lehrers und hin zu Farbe und Blickführung, zu Form und Volumenspiel, zu etwas, dass an etwas erinnert ohne dieses etwas zu sein.


Dass die sogenannte Kraft des Malerischen kein Gespenst ist, sondern eine wieder und wieder zu vollbringende Tat der Malerin, wie des Betrachters, will die Künstlerin zum Ausdruck bringen. Zur Tat der Malerin gehört der Entschluss, und auch dieser will wieder und wieder getroffen werden. Hierin liegt aber auch die Erklärung des Wechsels.

Pia Dehne hat des öfteren sowohl ihre Themen als auch ihre Malweise – das eine mehr, das andere weniger – gewechselt. Die so entstandenen Zyklen wurden daher zum wichtigen Bestandteil ihrer Malerei.

Das trifft auch auf die erotischen Bilder zu, bei denen es sich mehr um anonyme Aktbilder handelt, die sich mit der Fantasie einer überfluteten Nacktheit unserer Bilderwelt auseinandersetzt.

Diese erschafft die Künstlerin zeichnend wieder und umkreist sie malend, ähnlich wie der Betrachter suchend. Aber die Befriedigung, die der Betrachter des Nacktbildes sucht, die findet erst die Malerin, in der Erfüllung aus dem Unsinn der fremden Bilder neuen eigenen Sinn zu schöpfen, in dem sie durch Über- und Vermalung etwas neues, etwas jenseitigen erschafft.

Gleiches gilt auch für den Zyklus „Zoon Politikon“, eine ehrenwerte Gesellschaft. Diese Gangsterporträts sind auch unter der Bezeichnung eine „ehrenwerte Gesellschaft“ bekannt geworden. Und obwohl – oder gerade – weil es sich bei den dargestellten um Männer handelt, liegt es für die Betrachter nah, Rückschlüsse auf die Künstlerin zu ziehen, als einerseits ehrenwerte, aber andererseits als gnadenlose Vertreterin der Kunst.


Pia Dehne zeigt die Ehre als innere personelle Reflektion äußerer sozialer Anerkennung – und den Zynismus der Vorführung dieser Ehre als tödlichen Witz. Und dies in beinahe psychedelischen Farben, die mehr an den Dschungel der Gesellschaft denken lassen, als an ihre Altäre.

Das ist nichts für Fanclubs, sondern etwas für die Liebhaberei von Malerei, denn die Vergangenheit wird nicht glorifiziert, sondern nutzbar gemacht für die Kunst der Jetztzeit. Die vom fremden schwarz-weiß Foto vorgegebene Form wird mit der eigenen malerischen Farbigkeit aufgeladen bis ein neues, selbständiges Kunstwerk entstanden ist.

Diese Nutzbarmachung der Vergangenheit für die Gegenwart wurde plausibler bei der Reihe „Ich und Du (Der Künstler und Ich)“.

Hier porträtiert Pia Dehne bekannte und weniger bekannte Dichter und Maler, Künstler eben, die eine solche Bedeutung für die Künstlerin und ihr eigenes Werk haben, dass die Malerin sich zusammen mit ihnen selbst darstellte. Obwohl diese Inszenierungen eine größere Zugänglichkeit der Werke für die Betrachter implizieren, ist dies nicht zwangsläufig der Fall.


Die neuen Bilder aus New York sind noch vielschichtiger. Dass Dinge unklar sind, ist für Pia Dehne ein Merkmal unserer Zeit, und das muss gezeigt werden. Präsentierte sie früher ihre Bildgeschichten in aller Genauigkeit, so verschleiert sie jetzt.

Die Schleier sind wie Schlieren, alles ist noch da, aber abstrahiert durch die weiße Farbe, die über das Gemalte geschüttet wird und es versteckt, um dann wieder abgeschmirgelt zu werden.

Darunter kommt ein neues Bild hervor, es haben sich abstrakte Formen gebildet, das Bild scheint ein anderes geworden zu sein, und es ist doch nur verzaubert/verwandelt, dem magischen Zufall überlassen.

Das Bild vermittelt einen Traumzustand. Allerdings ist der Traum im Entschwinden, man hat noch diesen Schleier vor Augen, nichts ist ganz klar, nichts tritt mehr deutlich hervor, der Betrachter muss sich anstrengen und selbst das Bild zurückholen.


Aber diese Arbeiten wären nicht Kunst, wenn aus der Implosion der Bedeutung (und der Worte) nicht eine Explosion der Malerei erwachsen würde. Explosion allerdings nicht im Sinne einer Zerstörung, sondern einer Exploration des Bildraumes.


Pia Dehnes Bilder fesseln den Betrachter durch ihre Beharrlichkeit ebenso, wie durch ihre Unberechenbarkeit und lassen ihm (und sich) keine Ausflüchte in eine extreme Farbigkeit oder in die Tiefe eines imaginären Bildraumes.

Diese Malerei kämpft nicht für eine Ideologie (den Schein innerer Wahrheit), nicht gegen einen Naturalismus (den Anschein äußerer Richtigkeit), sondern um den Blick des Betrachters. In New York begegnen ihr die Frauen des neuen Jahrtausends.

Sie haben gerade ihren Weg eingeschlagen und ihre Zielstrebigkeit inspiriert sie. Eine neue weibliche Kraft ist im Entstehen, man sieht sie bereits in gewissen Gesichtern auf großen Leinwände bannt und die Abstraktion mit ins Bild einfließen lässt.


Pia Dehne hat dem alten Kontinent nicht ganz den Rücken gekehrt. Im Jahr 1999 war sie bei mehreren großen Ausstellungsprojekten vertreten. Im Jahr 2000 waren ihre Stationen in Berlin, Wiesbaden, Turin, Düsseldorf und Innsbruck. Für das Jahr 2001 sind zwei Projekte in Deutschland geplant.

Projekte mit der GFDK - Gesellschaft Freude der Künste

1998 "Eine ehrenwerte Gesellschaft - Zoon Politicon" - Berufskiller aus den dreißiger Jahren

1999 Goethe Festival - Künstlerinen sehen Goethe - 250 Jahre Goethe

2001 The Exhibition OK 1

2004 Goethe Festival - Künstlerinen sehen Goethe - 255 Jahre Goethe

Messemagazin, Ausgabe 4/2000

 

mehr

06.02.2019 Gesellschaft Freunde der Künste

GFDK - Interview und Portraits

Meine Güte: Auch das ist nun 20 Jahre her - Am Vorabend des ersten Kongreßtages war die Ausstellungen „Künstlerinnen sehen Goethe“ zu eröffnen. Die Gesellschaft Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin hatte unter Federführung von Gottfried Böhmer und Michael Selbach das Projekt ausgeschrieben und die Institutionen für die Realisierung gewonnen.

Einige der Werke waren schon im März zur „InCom, einem an der Heine-Universität mit rund 20.000 Besuchern aus Forschung und Industrie durchgeführten naturwissenschaftlichen Kongress zu sehen.

Nirgendwo sonst bei den bundes- und weltweiten Jubiläumsfeierlichkeiten gab es einen spezifisch weiblichen Blick auf den Dichter, obwohl dessen Frauenbeziehungen dieses doch gerade herausfordern. Hier also sind Variationen dieser Sichtweise zu begutachten.

Rheinische Post, 22. Juni 1999

„Das ist die Kunst, das ist die Welt, das eins ums andere gefällt“. Johann Wolfgang Goethe hat Geburtstag und Düsseldorf feiert mit: Die Mega-Gala zum 250. des Dichters & Denkers steigt morgen ab 18 Uhr im Malkasten. „Über 2000 Gäste haben schon zugesagt“, freuen sich die Initiatoren der Freunde der Künste.

Bild, 27. August 1999

„So voll habe ich noch kein Sommerfest erlebt“. Im Malkasten gaben sich rund 2000 Besucher, viele davon in historischen Kostümen dem Jubelfest des Dichterfürsten hin. Das hatte der Kunstverein Gesellschaft der Freunde Düsseldorf - Berlin auf die Beine gestellt. Schauspielerin Rose Keller rezitierte Texte des Dichters und im Saal gab es von der Tanz- Performance bis zum Zuheimer Quartett ein buntes Programm.

Westdeutsche Zeitung 30. August 1999

Sie fegten über die Bühne des Theatersaals des Malkasten wie vom Wirbelwind angepustet. Shannon Moreno, Eriko Yamashiro und Cécile Tuzii - alle 3 Mitglieder des Ballettensembles der Deutschen Oper am Rhein – tanzten eine Choreographie von Leon Kjellsson zu Joachim Beckers „Erlkönig 99“.

Ein Highlight der Goethe – Geburtstagsfeier im Malkasten am Samstagabend, zu der nach und nach mehr als 2000 Besucher strömten. Neben Regierungspräsident Jürgen Büssow und Schauspieler Peter Kern auch dabei: Ballettmanager Oliver Königsfeld, der mit seiner frischangetrauten Eva Zamazalavá Werbung für die nächste Vorstellung des Sommernacht-traum machte. Der Lehrstuhl hatte das Fest gemeinsam mit Gottfried Böhmer, Gesellschaft Freunde der Künste organisiert.

Rheinische Post, 30. August 1999

Goethe lässt grüssen. Unter dem Motto „Wahlverwandtschaften und mehr“ stand eine ungewöhnliche Ausstellung mit Werken von Mantalina Psoma. Als Ort hatten sich die „Freunde der Künste Düsseldorf – Berlin“ das ehemalige Zollamt am Derendorfer Güterbahnhof ausgeguckt.

Die Veranstalter überraschten als Deko-Genies. An den Wänden die Werke der griechischen Malerin Psoma, illuminiert mit tausenden von Kerzen, Tische so groß wie höfische Tafeln, ein riesiges vegetarisches Büffet. Höhepunkt des Abends:

Miniaturen der Musikgeschichte, von der 25-jährigen Konzertpianistin Marta Maria Giorgia Tarnea. Die bildhübsche Rumänin wurde übrigens in einer kleinen Stadt in Transilvanien geboren. Die Ansprache hielt der Generalkonsul von Griechenland Karl Gadis und die Laudatio, die Kunsthistorikerin Christina Wendenburg.

Presseauszug aus dem Express, 8. November 1999

 

 

 

mehr

14.12.2018 Er zählt zur ersten Garde

GFDK - Exklusiv Interviews - Michaela Boland

Einer der populärsten Schauspieler in Deutschland drehte einen Fernsehfilm in Köln. Nun ist er in "DAS ENDE DER WAHRHEIT" zu sehen. Wir erinnern an das Gespräch, das Michaela Boland für die GFDK, mit ihm 2010 geführt hat

In der deutschen Schauspielriege zählt er zur ersten Garde. Seiner Vielseitigkeit ist es zu verdanken, dass er hierzulande zu einem der gefragtesten Darsteller in Film- und Fernsehproduktionen wurde.

Schauspiel-Superstar und Adolf-Grimme-Preisträger August Zirner dreht derzeit in Köln den WDR-Fernsehfilm „Die letzten 30 Jahre“ (Arbeitstitel).

An seiner Seite: Männertraum Barbara Auer. Nach einem anstrengenden Tag am Set traf sich der charismatische Mime mit österreichischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft zum Interview mit Michaela Boland.   

Michaela Boland:        

Aus dem Titel ihres neuen Filmes „Die letzten 30 Jahre“ von Drehbuchautorin und Grimme- sowie Deutsche Fernsehpreisträgerin Ruth Toma („Romeo“, „Solino“) lässt sich unschwer erkennen, dass die zu erzählende Geschichte in die Vergangenheit führt. Worum geht es genau? 

August Zirner:             

Die Geschichte bewegt sich in einem Zeitraum zwischen 1976 und 2006. Es geht um die Liebesgeschichte der Jura-Studentin Resa und dem radikalen Oskar, vor dem Hintergrund der linken Studentenbewegung bis in die Jetztzeit, verknüpft mit dem gesellschaftspolitischen Wandel. So werden beispielsweise Ereignisse wie Startbahn West  thematisiert.

Resa wird wegen ihres Engagements in der Studentenbewegung nicht zum Staatsdienst zugelassen. Die beiden treffen sich in den 80ern wieder, finden und ziehen zueinander, bis Oskar irgendwann einfach mit einem Koffer, welcher in der gemeinsamen Wohnung als Tisch gedient hatte, verschwindet und abtaucht.

 Denn privates Glück ist in seinem Kampf gegen das System nicht vorgesehen. In den nächsten 30 Jahren führt das Schicksal die beiden immer wieder zusammen und auch, wenn sie politisch die Seiten gewechselt haben, fühlen sich die beiden noch immer stark zueinander hingezogen. 

Michaela Boland:        

Bereitet man sich auf einen Film, der drei Dekaden in die Vergangenheit führt, auf eine besonders nostalgische Art und Weise vor?   

August Zirner:             

Ich habe ja bereits den Film „Das Versprechen“ unter der Regie von  Margarethe von Trotta gemacht. Auch dort ging es      um eine Ost-West-Thematik, um Trennung und Beziehungsproblematiken. 

Michaela Boland:        

Nach welchen Kriterien wählen sie ihre Projekte aus? 

August Zirner:             

Es kommt immer darauf an, welche Fragen mir beim Lesen eines Drehbuchs kommen. Ich denke, das, was mich interessiert, könnte andere auch interessieren. Reizvoll finde ich immer, wenn sich hinter einer freundlichen Fassade, und das kommt oft vor, in Wahrheit ein Monster verbirgt. Also, traue keiner Fassade. 

Michaela Boland:        

Gab es in ihrem Leben jemals Momente, in denen sie bereuten, Schauspieler geworden zu sein? 

August Zirner:             

Nein. Es gibt zwar Momente, in denen ich merke, dass die Schauspielerei einen in seiner menschlichen Entwicklung hemmen kann, denn der Beruf macht es einem manchmal schwer, bei sich zu bleiben, wenn man stets in andere Rollen schlüpft. Auch für das Umfeld ist es nicht immer leicht, wenn ich manchmal so sehr in meinem Projekt verhaftet bin.  

Michaela Boland:        

Sie sind Vater von vier Kindern. Inwieweit hat ihr Beruf auf den Nachwuchs abgefärbt?  

August Zirner:             

Mein heute 30-jähriger Sohn, Johannes, ist ebenfalls Schauspieler. Er hatte u. a. bereits Engagements in Bochum und als freier Schauspieler am Schauspielhaus Zürich. Ich habe ihn oft auf der Bühne gesehen und ich mag sehr, was er macht. Dennoch können wir wie ganz normale Schauspielkollegen miteinander umgehen.   

Michaela Boland:        

Können sie in einem Satz beschreiben, was für sie einen guten Schauspieler ausmacht?  

August Zirner:             

Es ist die Bereitschaft, vor einer Figur demütig zu sein, zu verwandeln und ein anderes Schicksal zu respektieren, man muss nicht immer alles verstehen, aber der Beruf ist eine Art Schulung der aktiven Toleranz. 

Michaela Boland:        

Wie gehen sie mit Unvorhersehbarem um?  

August Zirner:             

Wenn auf der Bühne etwas Unvorhergesehenes passiert, handelt man einfach, weil man muß!  Der Zufall oder eine Panne helfen einem oft erstaunlicherweise weiter, ganz im Sinne von Joseph Beuys, der gesagt hat: „Zeige deine Wunde“. Oft ist die Unvollkommenheit etwas, wodurch man etwas erfahrt oder lernt. Man sollte daher Fehler oder Pannen  nicht verdrängen, sondern integrieren.   

Michaela Boland:        

Was haben sie sich eigentlich zuletzt im Fernsehen angesehen?  

August Zirner:             

Gestern: Hart aber Fair.  

Michaela Boland:        

Haben sie auch Gelegenheit, sich Unterhaltungsformate zu Gemüte zu führen? 

August Zirner:             

Für mich war die Sendung auch unterhaltsam, wenngleich ich auch nur zwei der Gäste als glaubwürdig empfand.  

Michaela Boland:        

Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, wie beispielsweise Veronica Ferres, sieht man sie kaum auf Medienveranstaltungen . Meiden sie solche Events?  

August Zirner:             

Natürlich gehe ich auch hin und wieder mal zu einer Medienparty, um Leute zu treffen. Aber grundsätzlich genügt es mir, durch die Rollen, die ich spiele, in der Öffentlichkeit zu sein. Auch war ich ja bereits mit 23 Vater und habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, schon da hatte ich keine Zeit für Parties oder abends in die Kneipe zu gehen. Und die Kneipe war ja so etwas wie die Bunte, dort entstand auch Klatsch und wurde weiterverbreitet. 

Michaela Boland:        

Sie erwähnen, schon in sehr jungen Jahren Vater geworden zu sein. War dies, rückwirkend betrachtet, eher besser oder schlechter als sich der Aufgabe in einem reiferen Alter zu stellen?  

August Zirner:             

Ich verdanke meinem Sohn, der jetzt 30 ist, den Einstieg ins Leben. Mit 23 habe ich gelernt, es geht nicht nur um mich.   

Michaela Boland:        

Sie sind seit 25 Jahren mit der Schauspielerin Katalin Zsigmondy verheiratet und führen ein skandalfreies Privat-und Familienleben.Wie schafft man es, in einer schnelllebigen Zeit und Gesellschaft mit einer Scheidungsrate von etwa 39 % eine Beziehung dauerhaft und so erfolgreich aufrecht zu erhalten?  

August Zirner:             

Indem man viele Krisen aushält. Es lohnt sich, denn die Summe der Krisen ist immer eine Vorwärtsbewegung. Man denkt immer, eine Beziehung muß  so oder so oder gar perfekt sein. Aber das kann nur enttäuschend sein, denn jede Beziehung ist anders. Man braucht Geduld und man muß  Widersprüche aushalten. . Ich bin froh um jede Form von Komplexität.  

Michaela Boland:        

Neben ihrem Schauspielerdasein sind sie ebenfalls als Sprecher für Hörbücher wie Eric Clapton`s „Mein Leben“ oder Adriaan van Dis` “Ein feiner Herr und ein armer Hund“ erfolgreich. Gibt es neue Produktionen?   

August Zirner:             

Ich habe erst vor kurzem das Buch „Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens“ des französischen Bestsellerautoren Francois Lelord (Hectors Reise) für den Hamburger Osterwoltverlag gelesen.  Ich habe bei einer Lesetour mit ihm den Psychiater Lelord kennen gelernt und einige Zeit mit ihm verbracht. Wir haben uns ausgesprochen gut verstanden. Die Tage mit Lelord waren sehr interessant.  

Michaela Boland:        

Lesen sie viel in ihrer Freizeit?  

August Zirner:             

Das hält sich in Grenzen. Lesen ist für mich sehr viel Arbeit und kein Vergnügen. 

Michaela Boland:        

Großes Vergnügen scheint ihnen demgegenüber jedoch die Musik zu bereiten. Stichwort: Diagnose Jazz! Da spielen sie sogar selbst Querflöte.  

August Zirner:             

Oh ja. In diesem Programm geht es um den Dialog Sprache und Musik. Eine Geschichte in Wort und Ton, vom Leben und Sterben dreier großer Musiker.

Gemeinsam mit dem Spardosenterzett aus Essen, bestehend aus den Musikern Rainer Lipski (Piano), Kai Struwe (Kontarbass) und Mickey Neher (Schlagzeug) gehe ich mit „Diagnose Jazz“ auf Tour.

(Anm. d. Red.: Tourdaten im Anhang) 

Michaela Boland:        

Was darf man dort konkret erwarten? 

August Zirner:             

„Diagnose Jazz“ ist ein musikalisch-literarisches Bühnenprogramm, das Geschichten aus den Leben der Jazzlegenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk erzählt. Es werden wahre und fiktive, komische und tragische Geschichten geschildert aber auch ein Einblick in die soziale Wirklichkeit der 50er Jahre gewährt.  

Michaela Boland:        

Die Aufführung eines Stückes von „Wer-hat-Angst-vor-Virginia-Wolf“-Altmeister Edward Albee, in welchem es nicht wirklich um Sodomie aber dennoch um starke Tierliebe geht, planen sie außerdem noch.

August Zirner:             

Ja, Anfang nächsten Jahres  werde ich gemeinsam mit meiner Frau mit dem Stück „Die Ziege – oder wer ist Sylvia?“ auf Tournee gehen. Es ist eine Inszenierung aus dem Volkstheater München von Christan Stückl. Es geht um eine Ziegenliebe. Ein gefeierter, 50-jähriger Architekt, verliebt sich nach 20 Jahren glücklicher Ehe in Sylvia, und die ist keine flotte Zicke, sondern eine Ziege.

 Im Stück geht es verbal ganz schön zur Sache. Das Stück stellt die Ehe, beziehungsweise die Ehekonvention sehr in Frage. Es geht in dem Stück um die Suche nach wirklicher Liebe.

 Dieses Stück habe ich schon einmal gemeinsam mit meiner Frau gespielt, allerdings ohne, dass wir kommuniziert hätten, dass wir auch privat ein Paar sind. Später fragten uns dann Freunde, wie wir dies im Hinblick auf die Derbheiten, die man einander um die Ohren hauen musste, nur tun konnten.                                     

Michaela Boland:        

Für ihre Tournee mit dem Spardosenterzett sowie alle weiteren Projekte viel Erfolg und herzlichen Dank für dieses Interview.   

 

August Zirner ist US-amerikanischer/österreichischer Schauspieler, der am 07.01 1956 in Urbana/ Illinois (USA) als Sohn österreichischer Emigranten jüdischen Glaubens geboren wurde. Seit 1973 lebt er in Europa, behielt jedoch neben seiner österreichischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Wien besuchte er das Max-Reinhardt-Seminar und debütierte als Darsteller am Volkstheater Wien.

Engagements in Hannover, Wiesbaden sowie  acht Jahre bei den Münchner Kammerspielen folgten. Zirner ist mit der Schauspielerin Katalin Zsigmondy verheiratet und hat mit ihr vier Kinder. Sein ältester Sohn, Johannes Zirner, ist ebenfalls Schauspieler.

August Zirner wirkte bisher in über 100 Filmproduktionen mit. U.a. spielte er neben Katja Riemann in „Stadtgespräch“. Im Conterganfilm „Nur eine einzige Tablette“ überzeugte er als versierter Rechtsanwalt des Pharmaunternehmens.

Für seine Darstellung eines überforderten Familienvaters erhielt er in „Wut“ den Grimme-Preis und in dem als bester ausländischer Film mit dem Oscar prämierten KZ-Drama „Die Fälscher“, spielte er einen verzweifelten Arzt. 

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Für den Westdeutschen Rundfunk stand sie nach dem Jura-Studium seit 1996 als jüngste deutsche Fernsehmoderatorin eines Unterhaltungsformates für die sonntagnachmittägliche Sommer-Familien-Talkshow „Hollymünd“ vor der Kamera.

In der ARD präsentierte sie, neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin der Creatv-Fernsehproduktions GmbH für die Daily-Talk-Formate „Hans Meiser“ und „Oliver Geissen“, die interaktive Vorabend-Live-Show „Studio Eins“ im Ersten.

Als „Guten Abend RTL“- Reporterin berichtete Michaela über spannende Themen aus ganz NRW. Außerdem war sie Gastgeberin der Freitag-Abend-Gala-TV-Show „Casinolife“ auf TV NRW und Moderatorin der Kulturtalkshow „Doppelkopf“ auf 3-Sat. 

 

 

mehr

27.08.2018 Karriereweg geht nur nach oben

GFDK - Portrait des Monats

Egal, ob als motorradfahrender Rocker, als wagemutiger König oder als zu Unrecht verurteilter Gefängnisinsasse in PAPILLON, seiner neuen Hauptrolle, in der er ab dem 26. Juli im Kino zu sehen ist: An Charlie Hunnam kommt derzeit niemand vorbei.

Kaum ein anderer Schauspieler schafft den Sprung zwischen sehr speziellen und starken Figuren so gekonnt wie Hunnam, der laut eigener Aussage selbst sein größter Kritiker ist.

Mit Bedacht und Fingerspitzengefühl wählt er Serien- und Filmrollen aus, die Zuschauer weltweit begeistern und wurde dafür nicht nur mehrfach für Preise nominiert und ausgezeichnet, sondern auch von der CinemaCon zum „Male Star of the Year“ 2017 gekürt.

Charlie Hunnams Karriereweg scheint nur eine Richtung zu kennen: steil bergauf.

Charlie Matthew Hunnam wurde am 10. April 1980 in Newcastle upon Tyne geboren, einer Stadt im englischen Nordosten, die ansonsten eher für Steinkohle, Bier und Schifffahrt bekannt ist.

Der zweitälteste Sohn einer Geschäftsfrau und eines Schrotthändlers studierte Filmgeschichte und Darstellende Künste am Cumbria College of Art und zog Anfang 2000, nach mehreren kleinen Rollen in britischen Fernsehserien, schließlich in die USA.

Nach ersten Erfolgen auf der großen Leinwand, unter anderem mit seinen Rollen als rebellierender Nicholas in der Charles Dickens Verfilmung Nicholas Nickleby (2003) oder als Patric im dystopischen Children of Men (2006), verschaffte ihm seine Darstellung des Protagonisten Jackson „Jax“ Teller, den er sechs Jahre in der US-amerikanischen Fernsehserie Sons of Anarchy (2008 – 2014) spielte, nicht nur zahlreiche Nominierungen, sondern auch weltweiten Ruhm.

Mittlerweile ist er zudem nicht nur für seine Hauptrolle in Guillermo del Toro’s millionenschwerem Blockbuster Pacific Rim (2013) bekannt, sondern auch als Percy Fawcett in Die versunkene Stadt Z (2016) und als der legendäre King Arthur in Guy Ritchies Action-Abenteuer King Arthur:

Legend of the Sword (2017), mit dem er seiner Karriere als Filmschauspieler den Ritterschlag verpasste. Aktuell sorgt er mit seinem neuesten Projekt PAPILLON international für Aufsehen.

„Er war ein anständiger Junge aus der Mittelschicht, ein Lehrersohn, der nach Wegen gesucht hat sein Leben aufregender zu gestalten.” (Darsteller Charlie Hunnam über „Papillon“

Papillon ist auf der einsamen Insel als Gefangener eines brutalen Systems immenser mentaler und körperlicher Folter ausgesetzt. Der Alltag der Gefangenen ist von Hunger, Schmerz und Demütigung geprägt.

Um seinem Charakter so viel Authentizität wie möglich zu verleihen, begab sich Hunnam selbst an die Grenzen des menschlich Erträglichen: Während der Dreharbeiten verbrachte er eine knappe Woche schweigend, ohne Essen und kaum Wasser, in einer Isolationszelle und berichtet von dieser Erfahrung als eine der schwierigsten seines Lebens:

„Das war das Mindeste was ich tun konnte, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was es bedeutet, fünf Jahre in Einzelhaft zu verbringen. Gewissermaßen war ich es der Rolle schuldig (…), aber es war dann doch ziemlich emotional.“

“Es ist eine Geschichte, die von Freundschaft und Brüderlichkeit handelt und davon erzählt, wie Leute unter den schwierigsten Umständen dennoch gütig zueinander sind. Es ist gewissermaßen ein Zeugnis an das Durchhaltevermögen des Menschen.”
(Charlie Hunnam)

Die Rede ist hier nicht von Hunnam selbst, sondern von seinem Charakter Henri „Papillon“ Charrière, auf dessen unglaublicher Lebensgeschichte der gleichnamige Film basiert.

In dieser faszinierenden, brutalen und mitreißenden Verfilmung des autobiografischen Romans von Charrière wird Papillon im Frankreich der 30er Jahre zu Unrecht wegen Mordes verurteilt und muss seine lebenslange Haftstrafe daraufhin in der berüchtigten Strafkolonie St. Laurent in Französisch-Guayana verbüßen.

Den Spitznamen „Papillon“ beschert ihm sein markantes Schmetterlingstattoo auf der Brust, welches zu damaligen Zeiten ein Zeichen für Diebe war. Papillon begegnet in der Strafkolonie letztlich seinem Leidensgenossen Louis Dega (Rami Malek), einem verurteilten Fälscher, der fortan unter seinem Schutz steht, wofür Dega im Gegenzug Papillons Fluchtversuche finanziert.

„Flucht bedeutet nicht immer, dass man Freiheit finden wird. Flucht bedeutet so viel mehr.” (Regisseur Michael Noer)

Papillon ist auf der einsamen Insel als Gefangener eines brutalen Systems immenser mentaler und körperlicher Folter ausgesetzt. Der Alltag der Gefangenen ist von Hunger, Schmerz und Demütigung geprägt.

Um seinem Charakter so viel Authentizität wie möglich zu verleihen, begab sich Hunnam selbst an die Grenzen des menschlich Erträglichen: Während der Dreharbeiten verbrachte er eine knappe Woche schweigend, ohne Essen und kaum Wasser, in einer Isolationszelle und berichtet von dieser Erfahrung als eine der schwierigsten seines Lebens:

„Das war das Mindeste was ich tun konnte, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was es bedeutet, fünf Jahre in Einzelhaft zu verbringen. Gewissermaßen war ich es der Rolle schuldig (…), aber es war dann doch ziemlich emotional.“

“Es ist eine Geschichte, die von Freundschaft und Brüderlichkeit handelt und davon erzählt, wie Leute unter den schwierigsten Umständen dennoch gütig zueinander sind. Es ist gewissermaßen ein Zeugnis an das Durchhaltevermögen des Menschen.”
(Charlie Hunnam)

Regisseur Michael Noer sieht in den verzweifelten Fluchtversuchen Papillons nicht nur eine Flucht aus grauenhaften Lebensumständen, sondern auch eine Neuentdeckung des Lebens, die Wertschätzung dessen und die Frage nach dem Sinn.

Nicht zuletzt ist es die Freundschaft zwischen Papillon und Dega, die dem Film seine prägnante zwischenmenschliche Note verleiht. Es ist eine Freundschaft, die sich von der Leinwand ins wahre Leben übertragen hat. 

Hunnam plante von Anfang an, Rami Malek für die Rolle des Dega an seiner Seite zu haben und dieser spricht nur in höchsten Tönen von ihrer Zusammenarbeit.  Malek betont, dass er in Hunnam einen Freund gefunden habe „den er für den Rest seines Lebens an seiner Seite haben wird.“

PAPILLON ist letztendlich eine Geschichte über die kettensprengende Kraft von Lebenswillen, Zusammenhalt und Hoffnung und kommt am 26. Juli in die deutschen Kinos. Es ist ohne Frage ein weiterer Meilenstein auf Charlie Hunnams Weg in die Riege der beeindruckendsten Schauspielstars unserer Zeit.


 



mehr

03.07.2018 Wohntrends mit Unterhaltungswert

GFDK - Gottfried Böhmer/ Susanne Knacke

Geschichten aus München - außergewöhnliche Unternehmer aus Deutschland. Jürgen Reiter und Peter Schönhofen, die Gründer und Eigentümer der Möbelmarke Kare gründeten ihr Unternemen 1981. Das Credo der beiden Unternehmer lautet, „Mehr Geschmack als Geld“ und ist eine Absage an langweiliges, überteuertes Einrichten.

Wohntrends mit Unterhaltungswert aus München

Peter Schönhofen, "Unser Portfolio spricht Individualisten an, die Mittelmaß ablehnen und grenzüberschreitend experimentieren wollen. Hedonisten, die sich unabhängig ihres Alters jung fühlen, im Sinne von Weltoffenheit und Toleranz, und das ganze für einen unglaublichen Preis".

Ein inszeniertes, sinnliches und erregendes Wohntheater

Der Spaß am Wohnen und Leidenschaft für Design. Für die Querdenker und Romantiker, für die Wilden und Durchgestylten, auch für Paradiesvögel und all Jene, die hinter ihrer Haustüre alle Zwänge abstreifen.

Alles, nur nicht gewöhnlich

Die Neuheiten der Münchner Möbelmarke Kare sind ein Plädoyer für Interiors voller Mut und Lebenslust in schwierigen Zeiten. Schließlich soll das Nest in den eigenen vier Wänden Geborgenheit und Sicherheit bieten, ein Fluchtpunkt vor der Alltagshektik sein - da ist stilistisch erlaubt, was gefällt.

Menschen, Marken und Produkte

Die "Möbelrebellen" spannen mit ihren Wohnwelten den Bogen von schillernden Wohnideen unter dem Namen "Glam-Rock" über meditative, von der Sehnsucht nach der Natur erzählenden Möbel-Arrangements unter der Überschrift "Elements" bis zu verspieltem Möbeldesign wie barocken Polstersesseln, die mit weißen Kaninchen bedruckt sind.

Messing, Plüsch und ein Deko-Gorilla für das Wohnzimmer

Die ungebremste Lust an der Selbstinszenierung kommt in der neuen Kare Wohnwelt "Glam-Rock" zum Ausdruck. Wohldosierter Glanz in Gold und Messing und diskreter Glamour à la Grand Hotel ist beim Einrichten nach den Jahren reduzierter Zurückhaltung in Grautönen wieder erlaubt.

Der Wohntrend vereint Zitate des Möbeldesigns aus den 50er bis 70er Jahren mit matt verspiegelten Konsolen und Sideboards, tiefen Samtsesseln, Retro-Sofas und Plexiglashockern mit Kunstpelzbezug. Als Kontrapunkt dient kühne Dekoration auf dem Sideboard wie der sitzende Kunststoffgorilla "Jane", oder das bunte XXL-Papageien-Pärchen "Sissi and Franz".

Der Barwagen ist 2017 Key-Piece aller Trendsetter

Absolut unverzichtbares Trendmöbel 2017: Ein Barwagen, der sein großes Comeback feiert. Längst dient er nicht nur zum Servieren von Getränken, sondern schafft noch in der kleinsten Ecke Platz zum Dekorieren, zum Beispiel mit angesagten Deko-Objekten in Kaktus Form.

Bergsee im Beistelltisch

Die Sehnsucht nach der Natur in den eigenen vier Wänden bleibt 2017 ein wichtiger Trend. Kare setzt mit der Wohnwelt "Elements" raue Naturmaterialien in einen eleganten Kontext. "Elements" erinnert an archaischen Landschaften, die Designer spielen mit der spannungsreichen Kombination von Holz mit Glas und Metall. So ist beim Beistelltisch "Fundy" ein "See" aus grünlichem Glas in die Massivholzplatte eingelassen.

Bei den "Vulkano" Möbeln ruhen amorph geformte, dunkle Bruchsteinplatten auf rohen Eisenbeinen. Ein mächtiger, verwitterter Wurzelstock dient als Basis für die Konsole "Roots". Massivholz Möbel bleiben ein wichtiges Thema. Hier verändert sich die Gestaltung: Wichtig sind harmonisch gerundete Kanten und von Hand gearbeitete Details wie dekorative Schnitzereien, die von alten Handwerkskünsten erzählen.

Verspielte Wohnideen: Kaninchen-Sessel und Märchen-Spiegel

Wand-Spiegel wie aus dem Feenreich und humorvolle Kleinmöbel mit tierischen Motiven bringen Verspieltheit und eine Prise Humor nachhause. Wohndesign mit einem Augenzwinkern ist eines der Markenzeichen von Kare.

Auf dem Polsterbezug eines neo-barocken Sessel grinst das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland, eine Katzenfigur mit dem Gesichtsausdruck der berühmten "Grumpy Cat" dient als Tischfuß, Kommoden aus der Serie "Fun Factory" bestehen aus kunterbunt zusammengewürfelten Elementen.

Kaktus Wohnfarbe des Jahres

Grün in allen Schattierungen Materialien des Jahres: Keramik und naturbelassenes Holz Deko-Objekte des Jahres: Neon-Leuchtschriften Möbel des Jahres: Kuschelig-samtige Sofas und Sessel Erlaubt ist, was gefällt.

ÜBER KARE Design GmbH

Mehr als 100 KARE Shops in fast 50 Ländern tragen die Botschaft "Spaß am Wohnen" in die Welt. Seit 1981 bleibt das mittelständische Unternehmen in privater Hand mit seinem einzigartigen Sortiment und den unkonventionellen Wohnwelten auf Erfolgskurs. Das Unternehmen entwirft und vermarktet eigene Möbel, Leuchten und Wohn-Accessoires jenseits der Langeweile und des Mainstreams.

KARE führt heute eigene Geschäfte in München, Regensburg und Wien/Österreich und verfügt über mehr als 100 Franchise Stores, hunderte von Shop-in-Shop Flächen im Möbelhandel, eine Tochtergesellschaft für gewerbliche Projekte und Online-Shops.

KARE Design GmbH

Zeppelinstr. 16

D-85748 Garching-Hochbrück

Fon: +49+89-320821530

mehr

18.02.2018 kosmopolitische Begabung

GFDK - Portrait des Monats

Eine schöne Auszeichnung für eine Grande Dame der Filmwelt. Die Berner Filmfachfrau Beki Probst (geb. um 1940) aus Istanbul bekam die Berlinale Kamera. Mit der Berlinale Kamera zeichnen die Internationalen Filmfestspiele Berlin seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten.

Zum Abschied sagte die Grande Dame: "Wüsster es war eine Lovestory"

Am 16. Februar 2018 wurde die Berlinale Kamera an die Präsidentin des European Film Markets Beki Probst  verliehen.

Beki Probst gilt als Grande Dame der Filmwelt. Unter ihrer Leitung entwickelte sich der European Film Market zu einer der größten und wichtigsten internationalen Filmmessen. Dieter Kosslick gratuliert seiner langjährigen Kollegin und Freundin zu 30 Jahren erfolgreicher Arbeit:

„Ohne Beki Probst und ihre weltweiten Kontakte, ihren Charme und ihre kosmopolitische Begabung, Geschäft und Kultur zu verbinden, wäre der EFM nie zu einer so erfolgreichen Plattform und einem so starken Rückgrat des Festivals geworden.“

Probst wurde in Istanbul geboren, wo sie nach dem Jura- und Journalismusstudium zunächst als Journalistin arbeitete. 1960 zog Beki Probst in die Schweiz und wurde die Betreiberin der Probst-Kinobetriebe, heute bekannt als Quinnie-Cinemas.

Von 1981 bis 1988 war Beki Probst Delegierte der Internationalen Filmfestspiele Berlin für die Länder Türkei und Griechenland. Bis 1995 war sie zudem Mitglied der Auswahlkommission von Locarno. Von 1988 bis 2014 war Beki Probst Leiterin des European Film Market der Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Der bis 1988 als Filmmesse bekannte Markt wurde von ihr zum European Film Market umbenannt und zu einem der bedeutendsten Branchentreffs der Filmindustrie ausgebaut. Beki Probst war von 1988 bis 1996 außerdem künstlerische Leiterin des Genfer Festivals „Stars de Démain“.

Sie gehörte mehrfach den Jurys internationaler Filmfestivals an, darunter Toronto, Jerusalem und San Sebastián. 1992 wurde Beki Probst mit dem französischen Staatsorden „Chevalier des Arts et des Lettres“ ausgezeichnet.


Die Berlinale Kamera ging bisher an Gina Lollobrigida (1986), Francis Ford Coppola (1991), Lauren Bacall (1997), Meryl Streep (1999), Daniel Day-Lewis (2005), Harry Belafonte (2011), Clint Eastwood (2007) und Isabella Rossellini (2013).

mehr
Treffer: 176
Top