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11.05.2010 Er hat mich als Rampensau hingestellt

Exklusivinterview für freundederkuenste.de - MICHAELA BOLAND TRIFFT - EX-GERMANY´S NEXT TOPMODEL-JUROR UND BUCH-AUTOR. PEYMAN AMIN

von: GFDK - Michaela Boland

Bekannt wurde er als „harter Hund“ innerhalb Heidi Klums Entscheiderreigen bei ihrer Suche nach Germany`s Next Topmodel. „Berüchtigt“ laut Interpretation einiger Journalisten durch seine klaren Worte hinsichtlich des weniger smarten Jury-Rauswurfs beim Pro 7-Quoten-Hit rund um angehende Hochglanzmodelle.

Daraufhin nämlich hatte Peyman Amin die Chefjurorin öffentlich folgerichtig kritisiert, nachdem diese ihm nach insgesamt zwölfjähriger erfolgreicher Zusammenarbeit lediglich per E-Mail den Laufpass gegeben haben soll. Jetzt hat der im Iran geborene Deutsche ein Buch geschrieben.

Unterstellt wurden ihm einzig Rachgelüste gegenüber Heidi Klum, was verwundert, wenn man „Der Modelmacher“ komplett gelesen hat.

Zwar befindet Amin im Abschlusskapitel, dass man dem Supermodel an sich „als „lustigste und erfolgreichste gute Laune Brezel“, dem man mittlerweile immer weniger als Model, denn vielmehr als Moderatorin und Werbefee nur so lange ausreichend Gummibärchen zwischen die Zehen stopfe und einen Haufen Geld dafür bezahle, solange jemand anderes neben ihm nicht zu populär werde und eben möglicherweise seinerseits teuer bezahlte bunte Gelantineerzeugnisse zwischen die zarten Füßchen drapiert erhalte.

Jedoch wird bei Lektüre des Gesamtwerks schnell deutlich, was die eigentliche Motivation des Neu-Autoren darstellt:

Die Mischung aus persönlicher Geschichte mit Flucht aus dem Iran wegen Bedrohung von Leib und Leben durch die Mullahs unter Ayatollah Khomeini, sowie der berufliche Werdegang Amins von Anbeginn, machen ebenso wie die Erfahrungen im Modelbusiness oder seine Ansichten über die Kollegen Bruce Darnell und Rolf(e) Scheider deutlich, dass der Ex-Juror mit seinen ungeschminkten Ansichten grundsätzlich nicht hinterm Berg hält.

Während seiner Lesetour durch die Großstädte Deutschlands treffe ich den Model-WG-Hausherrn mit den strahlend schön weißen Zähnen in Düsseldorf zum Gespräch.

Im vierten Stockwerk der Mayerschen Buchhandlung auf der Düsseldorfer Kö (Anm. d. Red.: Königsallee) kümmert Geschäftsführerin Martina Manns sich liebevoll um sämtliche Details, die für einen reibungslosen Ablauf des heutigen Abends garantieren sollen: Stargast Peyman Amin hält nämlich Einzug, um eine Lesung abzuhalten.

Sein neues und erstes Buch „Der Modelmacher- ungeschminkte Ansichten“ wird einer nicht unerheblich großen Schar Genre-Interessierten Portionsweise vom Meistro selbst zu Gehör gebracht. Zuvor jedoch nimmt sich der gertenschlanke Modelagent Zeit für die Fragen von FreundederKuenste.de.

Mit der akademischen Viertelstunde zu spät trudelt Peyman im passgerechten Military-Stil-Hemd und lässiger Umhängetasche im Konferenzraum ein. Mit besten Manieren ausgestattet bietet der ehemalige BWL-Student, der einen großen Teil seines Lebens bisher mit schönsten Menschen verbracht hat, an, die verlorene Zeit schlichtweg hinten anzuhängen.

Michaela Boland:

Wie lautet deine persönliche Definition von Schönheit?

Peyman Amin:

Schönheit ist etwas sehr Subjektives. Man kann sie nicht in eine mathematische Formel packen und sagen, das ist schön. Für mich bedeutet sie Ästhetik Es ist nicht nur das, was man als Bild vor sich sieht, sondern das gesamte Paket, nämlich auch die Ausstrahlung. Wenn jemand den Mund aufmacht, dann macht es schon etwas aus, was da raus kommt.

Michaela Boland:

In deinem Buch konstatierst du einmal, dass gute Mode ihrem Träger Sicherheit verleihe. Bedeutet das: Alles im Leben ist mehr oder weniger nur eine Frage des richtigen Schicks und der entsprechenden Passform?

Peyman Amin:

Nicht alles im Leben aber, gerade wenn es um Mode geht, kommt es darauf an, dass man sich wirklich auch wohlfühlt und dass es einem passt. Deshalb bin ich kein Freund von Trends. Wenn es heißt, heute sind Fransenlooks Trend oder Rüschen oder Miniröcke, ist das für mich Kokolores, weil es Menschen gibt, denen stehen bestimmte Aspekte, anderen wiederum nicht.

Michaela Boland:

Doch was genau macht einen daran sicher? Du stellst ja unter anderem auch fest, dass es eben einen Unterschied mache, ob man Prada oder Zara trage.

Peyman Amin:

Ja, generell ist es ja so, dass teurere Marken nicht nur wegen des Namens teurer sind, sondern auch und insbesondere wegen der Qualität und wegen ihres Schnitts. Das sind feinere Schnitte und das macht sich dann auch bemerkbar, man sieht es.

Ein geschultes Auge sieht den Unterschied zwischen Zara und Prada. Aber du hast schon ein gutes Beispiel genannt mit Zara. Zara ist durchaus eine Marke, die andere Designer-Labels sehr sehr gut kopieren kann.

Die haben ja Experten, die sie sogar in die Boutiquen schicken, die ihrerseits dort Fotos machen und Musterstücke mitnehmen et cetera um genau zu wissen, was die Designer-Labels hergeben.

Also das, was quasi an Zeit und Geld für die Designer-Labels investiert wird und sich dann auch im Preis widerspiegelt, das erspart man sich bei einer Marke wie Zara. Das ist aber auch o.k. Es ist eine legitime Art und Weise zu kopieren. Wenn es aber Louis Vuitton-Kopien in Istanbul zu kaufen gibt, finde ich das nicht schön.

Michaela Boland:

Du hast beschrieben, dass du bereits als Kind mit einer gehörigen Portion Eitelkeit versehen warst, denn schon als Sechsjähriger in Teheran war es dir wichtig, dass deine Schuluniform gut aussah. Wie eitel bist du heute?

Peyman Amin:

Ich bin immer noch sehr „uniformell“ gekleidet. Also wenn man es darauf beschränken würde, dann wäre ich immer noch sehr eitel. Aber ich denke, Eitelkeit ist etwas Menschliches. Und jeder hat einen gewissen Grad an Eitelkeit und wer das bestreitet, lügt.

Bei einigen ist es ein bisschen ausgeprägter, bei andren ist es weniger ausgeprägt. Ich fühle mich in der Welt der Mode zu Hause und entsprechend eitel bin ich dann auch.

Michaela Boland

Der Job des Modelagenten ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nach deinem Dafürhalten der stressigste der Welt. Wie sieht es denn da mit deinem Blutdruck aus, ist der noch im grünen Bereicht?

Peyman Amin:

Jetzt schon wieder. Jetzt, da ich Paris verlassen habe und das Telefon nicht ununterbrochen klingelt, wie sonst, gerade zu Zeiten der Modewoche, denn da war es wirklich hektisch. Also, da war man wirklich kurz vorm Infarkt. Das waren sehr harte Zeiten und wenn man das doch einige Jahre gemacht hat, dann geht das schon an die Substanz.

Kombiniert mit der Jurorentätigkeit bei „Germanys`s Next Topmodel“ war das sehr anstrengend. Also, ich hatte vier sehr hektische Jahre und es war wirklich auch an der Zeit zu sagen, „o.k., man lebt nur einmal, deshalb sollte man sich das nicht langfristig antun“.

Michaela Boland:

Du hast Paris verlassen und lebst in München. Was machst du jetzt?

Peyman Amin:

Es ist jetzt nicht so, dass ich mich zurücklehne und mich ausruhe. Gerade in dieser Woche bin ich viel unterwegs, natürlich im Zusammenhang mit dem Buch und natürlich ist das auch zeitlich begrenzt.

Ich war diese Woche in Essen, dann in Hamburg, heute Düsseldorf, morgen Berlin, übermorgen Frankfurt und am Sonntag Stuttgart, um am Montag wieder zurück nach München zu reisen. Und wenn der Vulkan jetzt spucken sollte, dann sitze ich wirklich tief in der Pampa.

Michaela Boland

Dann müsstest du unter Umständen auf den Zug zurückgreifen und hättest Zeit zu Lesen. Was liest du so?

Peyman Amin:

Also, ich lese grundsätzlich sehr viele Zeitschriften. Stern, Focus, das ist so mein Ding. Was Romane anbelangt, da bin ich nicht so der große Fan von. Ich habe in meiner Jugend sehr viel Stephen King gelesen. Paulo Coelho lese ich ab und zu, der hat „The Devil and Miss Prym“ geschrieben, da geht es um das Böse im Menschen. Dann lese ich jetzt aktuell „THE SECRET“, da geht es um Karma und what comes around, goes around.

Michaela Boland:

Von Rhonda Byrne?

Peyman Amin:

Ja, richtig, das ist auch etwas, was mich interessiert, also ein wenig mystische Dinge.

Michaela Boland:

Also hast du auch eine esoterische Ader, denn derartige Bücher stehen ja in Buchhandlungen meist in der Esoterikecke?

Peyman Amin:

Esoterisch würde ich nicht sagen, sonst wäre ich ja ein Male-Model, weil die haben ja eine esoterische Ader.

Michaela Boland:

In jedem Fall so dargestellt in dem, wie ich finde, großartigen Film von und mit Ben Stiller „Zoolander“, den du ja offensichtlich auch sehr magst, wie du in deinem Buch beschreibst.

Hierin geben Ben Stiller (Zoolander) und sein Freund und Kollege Owen Wilson (Hansel) zwei männliche Laufsteg-Models, welche, milde ausgedrückt, einem IQ-Wettbewerb mit Bernd, dem Brot, besser aus dem Weg gehen sollten. Während Zoolander `s Lebensaufgabe darin besteht, immer wieder neue „coole“ Gesichtsausdrücke zu kreieren, umgibt sich der stark esoterisch veranlagte Hansel gerne mal mit Räucherstäbchen und Co, bevor er sich auf waghalsigsten Freizeitspaß einlässt. Geht es in der Modelwelt wirklich so zu?  

Peyman Amin:

Genau. Auf jeden Fall ein sehr interessanter Film. Sehr aufschlussreich und auf alle Fälle auch sehr authentisch. Wenn man bedenkt, dass tatsächlich viele Gags aus der Realität genommen sind.

Michaela Boland:

Was sagst du zum Fall Griechenland?

Peyman Amin:

Tragisch, was da passiert. Ich war selbst nur mal einen Tag lang in Griechenland und habe ein Model zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung, „Fashion against breast cancer“, begleitet. Da habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir einmal die Akropolis anzuschauen.

Ich habe in der Vergangenheit viel mit griechischen Agenturen gearbeitet, habe auch zwei griechische Topmodels, die in ihrem Land absolute Superstars sind, gemanagt, Mara Damoussi und Katja Sivoli. Also, insofern kenne ich ein bisschen was über Griechenland.

Und mir ist halt auch immer aufgefallen, wenn die Griechen, mit denen ich immer auf Englisch kommuniziert habe, Griechisch gesprochen haben, dann hat sich das immer sehr aggressiv angehört. Anfangs hatte ich Probleme, mit denen zurecht zu kommen, weil ich wirklich am Telefon dachte, die Menschen sind irgendwie mies drauf.

Aber das ist wirklich nur deren Akzent. Also ich bin weder ein Finanz- noch Politexperte, aber ich sehe der ganzen Angelegenheit natürlich mit Besorgnis entgegen , gerade im Zusammenhang mit der Stärke des Euros sowie der EU. Das ist etwas, das schlimm ist.

Vor Monaten hat mir schon mein Steuerberater gesagt, dass in Sachen Finanzen in Griechenland demnächst eine Bombe explodieren werde. Und er hatte Recht.

Michaela Boland:

Apropos Finanzen. Du hast beschrieben, dass du dir als du einst nach Paris gegangen bist, eine kleine „Drecksbude“ hättest leisten können, jedoch immerhin sei sie deine eigene kleine Drecksbude gewesen. Wie ist es denn heute in München? Immer noch eine Drecksbude?

Peyman Amin:

Nee, das ist keine Drecksbude mehr, denn wenn man doch viele Jahre sehr hart gearbeitet hat und so auf seine Midlife-Crisis zukommt, dann ist es eben so, dass man merkt, man lebt ja nur einmal. Entsprechend möchte man das Leben auch ein bisschen genießen. Also meine Wohnung ist durchaus als schön zu betrachten und geräumig.

Michaela Boland:

Wie groß ist sie denn?

Peymann Amin:

(Lacht) Du möchtest aber auch alles wissen.

Michaela Boland:

Natürlich.

Peyman Amin:

Circa 200 Quadratmeter.

Michaela Boland:

Wow!

Peyman Amin:

Aber gut, in München sind die Mieten ja auch nicht ganz so hoch...

Michaela Boland:

Das ist das Neuste, was ich höre.

Peyman Amin:

...wie in Paris.

Michaela Boland:

Verstehe, alles klar.

Peyman Amin:

Und ich habe eine Wohnung in Bogenhausen gefunden, wo ich absolut meine Ruhe habe, wo ich mich zurückziehen kann und mich besinnen kann und da habe ich auch das Buch geschrieben. Das war mir ganz wichtig, dass ich da bin, wo ich mich sehr wohl fühle. Meine absolute Oase

Michaela Boland:

Dein Buch entstand, wie man erst auf der dritten Seite, etwas heller gedruckt, findet, unter Mitarbeit von Timur Vermes. Wie hoch war sein Anteil am Gesamtwerk?

Peyman Amin:

Also, sein Anteil war insofern groß, als dass wenn einer bisher noch kein Buch geschrieben hat und sich hinsetzt, dann hat man erst mal ein Blackout. Also, ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Und du brauchst jemanden. Also ich war zwar nie beim Psychiater, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass wenn man zu einem solchen geht und sich auf die Couch legt, dass es ähnlich abgeht:

Es werden Fragen gestellt. Und zwar so tiefe Fragen, wo man erst mal ein bisschen schockiert ist und erst mal so dieses Abwehrschild auspackt. Und dann mit der Zeit, wenn man die Person dann kennen gelernt hat, die einem die Fragen stellt, und wenn man einfach ein besseres Gefühl hat, öffnet man dieses Schild.

Und entsprechend war das auch mit dem Timur. Wir hatten viele Sitzungen. Wir haben uns hingesetzt und er hat Fragen gestellt, sehr viele Fragen. Und er hat wirklich ausgeholt, aus meiner Kindheit wollte er alles wissen bis heute.

Michaela Boland:

Im Buch wird teilweise sehr eindrucksvoll geschildert, wie Deine Familie sich in den Siebziger Jahren auf der Flucht vor den Mullahs unter Khomeinis Regime befand.

Als Angestellter des Innenministeriums unter dem Schah musste insbesondere dein Vater, aber genauso deine Mutter und ihr drei Kinder um Euer Leben fürchten. Du warst damals gerade mal sieben acht Jahre alt. Wie genau erinnert man sich noch an eine so schrecklich eindrucksvolle aber auch lang vergangene Zeit?

Peyman Amin:

Es gab einige Passagen oder Phasen aus meiner Kindheit, wo ich mich nicht im Detail erinnern konnte. Da musste ich meinen Bruder, den Wafa, zur Hilfe nehmen, der zweieinhalb Jahre älter ist als ich, aber diese zweieinhalb Jahre machen einen großen Unterschied aus, wenn es um die Kindheit geht.

Also ich war acht als wir 1979 das Land verlassen haben, er war zehneinhalb. In diesem Alter merkt man das . Jetzt sind wir natürlich eine Generation, das kann man nicht anders sagen.

Michaela Boland:

Mit deiner Meinung hältst du glücklicherweise nicht hinterm Berg. Deinem Ex- GNTM (Anm. d. Red: Germany`s Next Topmodel)-Jury-Kollegen Rolf Scheider, Stefan Raab sei Dank, nun schlichtweg „Rolfe“ genannt, bescheinigst Du im Buch eine Art nervige Bildschirmgeilheit.

Ständig soll sich der flotte „Let`s dance“-Mitstreiter“ auch dann mit ins Bild gemogelt haben, wenn er gar nicht dran war. “Das-ist-der-Wahrheit“- Runway-Künstler Bruce Darnell wirfst du vor, sich mit seiner Heulerei lediglich vor der Kamera zu inszenieren.

Hinter der Bühne soll Bruce, wie du auf S.88 im Buch beschreibst, vermutlich genauso über die Models gelästert haben wie Stefan Raab. Gab es insoweit schon Reaktionen deiner Kollegen auf dein Buch?

Peyman Amin:

Die Nummer mit Bruce, das ist ja etwas. Mit Komplimenten habe ich dann auch nicht gespart. Ich bewundere ihn schon. Also, das, was er erreicht hat und wie er es erreicht hat. Und das ist, denke ich, auch legitim, wenn man bedenkt, dass im Fernsehen doch nicht alles so ist, wie viele denken, also so authentisch.

Aber offensichtlich möchte die Öffentlichkeit auch nichts anderes oder fühlt sich durchaus unterhalten, wenn Menschen wie Bruce entsprechende schauspielerische Talente an den Tag legen.

Nun, was Rolf angeht, auch da finde ich, dass wenn ich auf dem Buch betitele und sage, „ungeschminkte Ansichten“, dass ich dann im Buch auch ungeschminkte Ansichten haben kann.

Es ist so. Was Rolf jetzt darüber denkt oder nicht, das weiß ich nicht. Ich habe übrigens auch versucht, ihn zu kontaktieren, bevor ich das Buch geschrieben habe, aber er geht nicht ran. Denn ich wollte mit ihm darüber sprechen, wie er sich über meine Wenigkeit in Exklusivinterviews, die er gegeben hat, geäußert hat.

Die Art und Weise, wie er in der Öffentlichkeit über mich gesprochen hat, fand ich sehr sehr schade. Er hat mich als Rampensau hingestellt und das war auch eine Möglichkeit im Buch, das gerade zu stellen. Es ist tatsächlich so gewesen, dass wenn wir Drehpause hatten, Rolf und ich, dass er dann am Set geblieben ist.

Das hat er auch bei den Exklusivinterviews gesagt. Aber er hat die Wahrheit verfälscht, indem er gesagt hat, dass er off-camera die Mädchen weiterhin noch gecoacht hätte, während ich mich einen Scheiß darum gekümmert hätte, was mit den Mädchen passiert.

Das entspricht absolut nicht der Wahrheit, sondern das, was ich im Buch geschrieben habe. Und dafür gibt es Zeugen. Da kann man gerne Leute von der Produktion oder von der Redaktion fragen und man wird sehr schnell feststellen, dass das, was ich im Buch geschrieben habe, bis ins letzte Detail stimmt.

Michaela Boland:

Mir persönlich hat es gut gefallen, dass jemand offen äußert, was er denkt. Wie hat es denn Heidi gefallen? Gab es da eine Reaktion?

Peyman Amin:

Ich habe irgendwann einmal gehört, dass Heidi gesagt haben soll, ich hätte viele Unwahrheiten erzählt. Und ich hätte dadurch nur versucht, mein Buch zu promoten. Dann frage ich mich, welche Unwahrheiten meint denn Heidi? Sie hat nicht eine einzige Unwahrheit beim Namen genannt.

Meint sie die Tatsache, dass sie mich eben nicht per E-Mail entlassen hat? Oder meint sie die Tatsache, dass ich nichts für sie gemacht hätte, für ihre Karriere, die doch durchaus bemerkenswert zu sein scheint? Meint sie, dass diese Geschichten unwahr seien? Dann soll sie die beim Namen nennen!

Michaela Boland:

Redet man ab einem gewissen Stadium, wenn etwas eskaliert, überhaupt noch persönlich miteinander oder kommuniziert man dann nur noch über Presse und sonstige Medien?

Peymann Amin:

Heidi hat meine Nummer. Sie kann mich jederzeit anrufen.

Michaela Boland:

Das heißt wohl, ihr kommuniziert derzeit ausschließlich über die Medien?

Peyman Amin:

Ich habe einfach gesagt, was vorgefallen ist, Heidi sagt angeblich, dass vieles, was ich geschrieben oder über Interviews gesagt hätte, unwahr wäre. Dann soll sie das beim Namen nennen! Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Ich habe mich ja auch bereit erklärt, mit ihr zu sprechen, wenn es darum geht, zu begründen, wieso ich nicht in der Jury sitze.

Die Begründung übrigens, finde ich absolut legitim. Sie ist die Chefin und die Sendung trägt ihren Namen. Natürlich darf sie entscheiden, ob ich in der Jury sitze oder nicht.

Aber die Art und Weise, wie man das jemandem mitteilt, mit dem man, sage und schreibe, zwölf Jahre lang zusammen gearbeitet hat, also, ich glaube, da gibt mir jeder Recht, dass das nicht die feine englische Art ist, jemandem per E-Mail abzusagen.

Michaela Boland:

Aus deinem Buch geht hervor, dass es Rolf(e) ähnlich gegangen sein soll.

Peyman Amin:

Scheint ähnlich gewesen zu sein. Auch da hatte ich jetzt keinen hundertprozentigen Einblick. Rolfs Aussagen in den Medien waren ja total unterschiedlich.

Einmal hieß es: „Heidi hat mich gefeuert“, beim nächsten Interview hieß es dann plötzlich, es sei seine freie Entscheidung gewesen, weil es seiner Mutter schlecht gehe und er anderweitig beruflich so viel um die Ohren habe. Also da frage ich mich dann auch, was ist letztlich wahr? Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass er gefeuert wurde. Alles andere sollte man dann mit Rolf klären.

Michaela Boland:

Zum Teil wurde Dir von den Medien vorgeworfen, mithilfe deines Buches lediglich eine große Abrechnung mit Heidi Klum verfolgt zu haben. Wie reagierst du auf solche Vorwürfe?

Peyman Amin?

Manche haben tatsächlich geschrieben, dass ich mir bis auf das letzte Kapitel eigentlich das komplette Buch hätte sparen können, weil es mir angeblich nur um eine solche Abrechnung gegangen sei. Das ist natürlich absoluter Schwachsinn.

So ein Buch schreibt man schließlich nicht von heute auf morgen. Erst im Dezember bekam ich die Nachricht von Heidi per E-Mail, dass ich nicht mehr dabei sei. Von Dezember bis Januar so ein Buch zu schreiben, das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Michaela Boland:

Augenblicklich könnte man den Eindruck gewinnen, dass Heidi von unterschiedlichen Zeitschriften „herunter“ geschrieben wird. Da wird gefragt, wie intensiv sie sich überhaupt um die Familie kümmere bei all ihren Jobs, ob sie womöglich herzlos sei, wenn eine junge Autogrammjägerin angeblich kein weiteres Autogramm umsonst erhalte, weil sie vor einiger Zeit bereits eins bekommen hätte u.s.w. Bekommst du so etwas mit?

Peyman Amin:

Es entgeht einem nicht. Das ist überall so, in den Prints, Radio als auch in den TV-Medien. Und es scheint wirklich so zu sein, dass der Trend in die Richtung geht, dass Heidi immer mehr in the line of fire ist. Aber das sollen die Leute selbst beurteilen. Ich enthalte mich da absolut.

Michaela Boland:

Du hast den Wunsch ausgesprochen, auch mal eine eigene Familie zu haben, mit Frau und Kindern. Stehst du schon in den Starlöchern, ist es bereits soweit oder wie sieht es da aus?

Peyman Amin:

Nein, es ist nicht soweit. Schön wäre es , wenn`s soweit wäre, aber, wenn man da jetzt irgendwie auf die Suche geht, dann wird es nichts.

Michaela Boland:

Wünschst du dir da eher ein Model oder, wie du im Buch einmal so hübsch formulierst, lieber eine Frau aus dem „richtigen Leben“ an deiner Seite?

Peyman Amin:

Von Vorteil wäre es, wenn es eine Frau aus dem richtigen Leben wäre, absolut. Ich habe viele Beziehungen mitbekommen um mich herum, andere Modelagenten mit Models et cetera und das ist eine schwierige Angelegenheit.

Das soll nicht heißen, also, ich will damit jetzt nicht sagen, dass Models ein unglückliches Leben führen, weil sie keinen Mann finden oder umgekehrt, dass die Männer mit Models nur unglücklich sind.

Aber tendenziell habe ich von vielen mitbekommen, die einfach gescheitert sind, weil Models natürlich auch viel reisen. Models lernen sehr viele andere Leute kennen, müssen mit sehr vielen Fotografen oder Kunden arbeiten, die dann ihrerseits natürlich auch was vom Model wollen.

Also es ist schon eine ganz ganz schwierige Nummer. Aber das soll nicht heißen und nicht ausschließen, dass meine zukünftige Frau und mein absolutes Glück nicht doch ein Model ist.

Michaela Boland:

Hättest du eine Tochter mit entsprechendem Potential, dürfte diese Model werden?

Peymann Amin:

Ich würde das begrüßen, sofern ich selbst Potential sehen würde. Es liegt ja auf der Hand. Für meine Tochter wäre es ja schon mal ein Vorteil, einen Vater wie mich zu haben, der doch genau weiß wie der Hase läuft.

Michaela Boland:

Ruft dann „Painful“ wieder in New York an? (Anm. d. Red.: Im Buch beschreibt Peyman, dass er in New York wegen seiner häufig nervenden Anrufe aufgrund von Modeloptionen im Rahmen seiner Booker-Tätigkeit scherzhaft den Namen „Painful“ verpasst bekommen habe.)

Peyman Amin:

Ja, dass er genau weiß, welche Agenturen seriös arbeiten und worauf es genau ankommt, wenn ein Model gemanagt wird. Und dass da keine Schauermärchen erzählt werden.

Michaela Boland:

Ein Kapitel widmest du dem Thema: Verbleib der Models nach der Karriere. Irgendwie klingt das so als ob sie nach der Karriere in einer Nebelschwade verschwinden und nie wieder ward von ihnen gehört. Etwa so wie das „verlorene Lachen“ bei Timm Thaler. Plötzlich war es weg. Was geschieht mit den Ex-Models, wo kommen sie denn nun hin? Verschollen? 

Peyman Amin:

Gewisse Models, aber das soll auch nicht heißen, dass sie unglückliche Schicksale erleben, sondern, dass man als Modelagent da einfach den Kontakt zu denn Models verliert.

Michaela Boland:

Du hast kein Geheimnis daraus gemacht, dass du einen 1,9 er Abischnitt hingelegt hast. Welche Leistungskurse hast du belegt?

Peyman Amin:

Mathematik, Wirtschaft und Sport. 

Michaela Boland:

Gleich drei Leistungskurse?

Peyman Amin:

Ja, nee, Leistungskurse waren tatsächlich Mathe und Wirtschaft, aber dann hast du ja noch zwei Abifächer zusätzlich.

Michaela Boland:

So kenne ich das auch. Welche waren es bei Dir?

Peyman Amin:

Da hatte ich dann Sport und Englisch.

Michaela Boland:

In BWL hast du das Vordiplom abgeschlossen. Hast du je bereut, das komplette Studium nicht zu Ende gebracht zu haben?

Peyman Amin:

Nein, absolut nicht. Ich habe BWL studiert, weil ich nicht wusste, was ich überhaupt machen wollte. Ich habe mich mit einigen Leuten in diesen Tagen unterhalten, die auch BWL studiert haben oder es immer noch tun, weil sie nicht wissen, wo sie enden wollen.

Das ist einfach so typisch für viele BWL-Studenten, weil da die Möglichkeiten auch sehr offen sind. Man sagt sich so: „o.k. ich weiß einfach nicht, was ich eines Tages machen möchte, in welche Richtung es gehen soll, deshalb studiere ich mal BWL, da werde ich schon was finden.

Zum Glück hatte ich von Kind an schon eine gewisse Affinität zur Mode und dementsprechend habe ich mich dann auch zu meinen Studienzeiten entschlossen, ein Praktikum bei einer Modelagentur zu machen und habe da meine Richtung gefunden.

Michaela Boland:

Deine deutschen Attribute hebst du im Buch sehr hervor. Warum ist dir das so wichtig?

Peyman Amin:

Für sich selber ist es ein Statement, wenn man so ein Buch schreibt. Man möchte seine eigene Identität auch finden. Es gab Phasen in meinem Leben, also, ich würde nicht sagen, dass ich mich Heimatlos gefühlt hätte, aber wo man sich die Frage stellt, bin ich jetzt eher persisch oder deutsch?

Aber nach so vielen Jahren und gerade auch nach meiner Zeit in Paris, nach diesen zwölf Jahren dort, habe ich meine Identität gefunden, wo ich einfach sagen kann, ich fühle mich eher .deutsch als alles andere. Ich wurde ja bei IMG als der deutsche Booker eingestellt.

Ich habe mich ja ursprünglich nur um den deutschen Markt gekümmert. Und ich wurde von den Franzosen eindeutig als Deutscher angesehen und musste mich beschimpfen lassen als wäre ich ein Deutscher. Diese typischen Vorurteile, die die Franzosen halt gegenüber den Deutschen haben.

Michaela Boland:

Etwa immer noch wegen des uralten deutsch französischen Kriegs von 1870/71?

Peyman Amin:

Richtig, seit dem ersten Weltkrieg schon.

Michaela Boland:

Nun, das wäre noch ein wenig später gewesen.

Peyman Amin:

Ja, aber gerade seit dem ersten Weltkrieg entstand auch die Bezeichnung „Schpountz“. Keiner kann mir erklären, was das bedeutet, aber es scheint eine Beleidigung gegenüber den Deutschen zu sein.

Die Franzosen nennen die Deutschen Schpountz und ich war der Schpountz im Pariser Büro. Und gleichzeitig habe ich das aber auch als Herausforderung angesehen, das Bild des Deutschen ein bisschen zu verbessern dort. Und ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass ich sagen kann, als ich Paris verlassen habe, sind einige Tränen geflossen.

Michaela Boland:

Wie ist das für deinen Vater, von dem du schreibst, dass ihm die Pflege bestimmter persischer Traditionen wichtig ist, wenn du auch dein Deutschsein hervorhebst? Stellt das ein Problem für ihn da?

Peyman Amin:

Nein, das hat er mittlerweile auch akzeptiert und respektiert. Wenn ich sage, ich fühle mich als Deutscher, das soll nicht heißen, dass ich mein Herkunftsland total in Vergessenheit geraten lasse und jegliche Tradition in die Schublade stecke und damit abschließe.

Nein, im Gegenteil, also ich finde, man sollte durchaus entsprechende Traditionen pflegen und das tue ich auch gerne. Natürlich aber auch im Sinne meiner Eltern, ihnen ist es natürlich wichtig, dass das irgendwo auch weiter vererbt wird, dass es also nicht irgendwie untergeht im Stammbaum.

Michaela Boland:

Etwa so etwas wie das persische Neujahrsfest im Frühling?

Peyman Amin:

Ja, Norus. Absolut. Das ist aber etwas Schönes. Es soll aber nicht heißen, dass ich mich eher persisch fühle als deutsch.

Michaela Boland:

Sprecht ihr zu Hause denn persisch oder deutsch?

Peyman Amin:

Ja, persisch. Das finde ich auch schön, sonst hätten wir Kinder die Sprache verlernt.

Michaela Boland:

Warst du seit deiner Kindheit tatsächlich nie wieder in Teheran?

Peyman Amin:

Nein, ich war definitiv nicht mehr dort. Meine ganze Familie nicht bis auf meine Mutter. Meine Mutter ist vor zehn oder zwölf Jahren mal für einen Monat zurückgereist, weil sie die Gräber meiner Großeltern, mütterlicherseits, besuchen wollte.

Die sind beide verstorben als wir schon in Deutschland waren und es war absolut verständlich, dass sie dann dieses gewisse Restrisiko auf sich genommen hat für diesen Zweck.

Michaela Boland:

Deine Mutter scheint ohnehin eine sehr engagierte und vor allem couragierte Frau zu sein, wie du im Buch beschreibst. Als dein Vater bereits als erster das Land verlassen hatte, musste sie mit euch drei Kindern die Flucht nach Deutschland mehr oder weniger allein bewerkstelligen?

Peyman Amin:

Ja, auch im Zusammenhang mit meinem ältesten Bruder, der das Down-Syndrom hat.

Michaela Boland:

Wie alt ist dein Bruder, Omid, heute?

Peyman Amin:

Omid ist vier Jahre älter als ich, er ist im Juli 1967 geboren, also er wird 43.

Michaela Boland:

Kannst du eigentlich persischen Reis kochen, der so schön kross ist?

Peyman Amin:

Ja, das kann ich. Da gibt es ja im Iran, oder mittlerweile auch hier, so Reiskocher.

Michaela Boland:

Ach so, Reiskocher.

Peyman Amin:

Ja, ja, aber diese Reiskocher, die sind sogar im Iran gemacht. Das ist ganz ganz praktisch. Das kannst du hier im Markt gar nicht kaufen. Das sind Töpfe, die in so einer Schale sind, die ihrerseits unten erhitzt werden. Hin und wieder mache ich das auch, aber meistens fehlt mir einfach die Zeit. Außerdem, Reis allein kann man ja nicht essen.

Michaela Boland

Gibt es dazu nicht die Möglichkeit, joghurthaltige Creme mit Salatgurke zu servieren? Jedenfalls kenne ich das so von Freundin Firouzeh aus Teheran.

Peyman Amin

Das ist mehr eine Vorspeise. Übrigens, meine Mutter kann natürlich super kochen.

Michaela Boland:

Deine Eltern leben noch in Hessen?

Peyman Amin:

Genau, im Raum Frankfurt. 

Michaela Boland:

Wie geht es nun beruflich bei dir weiter? Gerade wurde die Model WG auf Pro 7, bei der du als „Hebergsvater“ Gastgeber warst, abgedreht. Hast du jetzt „Blut geleckt“? Gibt es eine Fortsetzung von der Model WG?

Peyman Amin:

(Lacht) Blut geleckt? Das ist nicht meine Kernkompetenz, Fernsehen. Das war auch ein Anliegen von mir, dass das im Buch deutlich wird. Das ist so gekommen mit dem Fernsehen und die Model WG habe ich gemacht und es hat Spaß gemacht. Es ist angedacht, dass es eine zweite Staffel geben soll.

Michaela Boland:

Wird es denn weitere Bücher von dir geben?

Peyman Amin:

Durchaus. Da habe ich Blut geleckt. Da habe ich wirklich Blut geleckt. Es macht sehr viel Spaß. Wenn man ein Buch geschrieben hat und wenn man das Endergebnis dann sieht und liest und sich damit befasst und wenn man befragt wird, dann merkt man erst, welchen Zweck das Ganze erfüllt, nämlich, dass man durchaus auch einfach etwas zu erzählen hat

Ich habe viel erlebt, wie man in dem Buch sieht. Ich finde es schade, wenn einige Redakteure oder Reporter das auf Germany`s Next Topmodel reduzieren. Ich habe mir jetzt keine Gedanken gemacht, was das nächste Thema sein könnte, aber ich könnte mir vorstellen, so etwas wie deutsch-französische Freundschaft oder Leben in Paris, der Alltag in Paris oder auch die USA.

Ich habe auch viel und sehr eng mit den amerikanischen Kollegen gearbeitet. Da lernt man einiges über die verschiedenen Kulturen und Länder.

Michaela Boland:

Du hast einen Cousin, namens Shahin, der in der Kindheit lange mit euch zusammen in Deutschland gelebt hat und jetzt in New York als Zahnarzt tätig ist. Besuchst du ihn häufig in den Staaten?

Peyman Amin:

(Strahlt). Der wird mich übrigens am 15. in München besuchen kommen. Das Spektakuläre ist ja, dass er bei uns aufgewachsen ist und dann ist er 1990 nach München gegangen, weil er dort einen Studienplatz in Zahnmedizin bekommen hat.

In München hat er dann Zahnmedizin studiert und ist vor 15 Jahren, also 1995, nach New York, um dort in der Notaufnahme des Bronx Hospital, eine Stelle anzunehmen. Er durfte gar nicht mehr in Deutschland bleiben, weil seine Aufenthaltserlaubnis nur auf seine Ausbildungszeit begrenzt war, dann musste er das Land verlassen.

Er hatte Glück, dass er diese Stelle in Amerika bekam und eine befristete Aufenthaltserlaubnis auch für Amerika erhielt. Aber dort hat er sich dann als angenehmer Immigrant bewährt und hat mittlerweile seine Greencard und bekommt hoffentlich in den nächsten Wochen seine amerikanische Staatsangehörigkeit.

Bis dato war es ihm nicht erlaubt, das Land zu verlassen, denn er hätte damit ein zu großes Risiko auf sich genommen, dass er nicht mehr einreist und dann hätte es wirklich zappenduster für ihn ausgesehen. Deshalb ist er dort geblieben und jetzt, da alles klar ist, kann er sich erlauben, einmal wieder her zu kommen.

Er freut sich natürlich ungemein und ich selbstverständlich auch. Ich werde ihm den roten Teppich am Flughafen ausrollen, wenn er kommt. Er ist wie der kleine Bruder, den ich nie hatte. Er ist drei Monate jünger als ich und ich habe ihn sehr sehr lieb. Ich habe mir die ganze Woche, in der er da ist, frei genommen.

Er wird in München landen, dann werden wir zusammen mit dem Auto nach Frankfurt fahren und meine Eltern besuchen, meinen Bruder, Wafa, besuchen. Wahrscheinlich sogar, wenn ich Tickets bekomme, zum Pokalfinale nach Berlin fahren.

Shahin ist nämlich auch großer Bayern-Fan. Er hat alle Bayern-Spiele von New York aus live verfolgt. Es gibt also viele Dinge, die uns verbinden. Mein Cousin ist übrigens auch sehr Mode - affin.

Michaela Boland:

Das liegt also in der Familie?

Peyman Amin:

Ja, er kennt sich super gut mit Mode aus. Gerade, was Männermode angeht. Viele Tipps, die ich für die Shopping-Tour in New York gegeben habe, hatte ich von ihm erfahren. Ich habe ihn ja sehr oft in New York besucht und jedes Mal sagte er, lass uns mal hierhin oder lass und mal da hin gehen. Er kennt sich wunderbar aus in New York.

Michaela Boland:

Du hast übrigens hyper schöne Zähne. Das liegt aber doch wohl nicht an Cousin und Zahnarzt Shahin, den du häufig besucht hast ,oder?

Peyman Amin:

Dankeschön, danke. Ich habe sie gut gepflegt.

Michaela Boland:

In diesem Sinne, in der Hoffnung, dass du dich niemals durchbeißen musst, sondern, dass die Zukunft dir weiterhin viel Glück bereiten möge. Vielen Dank für dieses schöne und amüsante Interview, alles Gute, Peyman Amin. 

Peyman Amin ist ein deutscher Modelagent, Ex- Castingshow-Juror, Moderator und Buchautor. Er wurde am 30. März 1971 in Teheran geboren und besitzt ebenfalls die persische (iranische) Staatsbürgerschaft. Bekannt wurde er 2006 als Jury-Mitglied an der Seite von Model Heidi Klum in der Pro 7 Show “Germany`s Next Topmodel“, in welcher er vier Jahre lang mitwirkte.

2010 moderierte er bei Pro 7 das Spin -Off von Germany`s Next Topmodel mit dem Titel „Die Model-WG“. Nach dem Abitur studierte Amin zunächst Betriebswirtschaftslehre und verließ die Universität nach dem Vordiplom, um 1994 seine Laufbahn als Modelagent bei der Agentur „Frankfurt One“ zu beginnen.

Drei Jahre später wechselte er zu der weltweit vertretenen Agentur „IMG Models“ nach Paris. Er betreute u.a. Models wie Heidi Klum, Gisele Bündchen, Naomi Campbell, Laetitia Casta und Milla Jovovich. 2008 kündigte er bei IMG Models Paris, um sich neuen Projekten zu widmen.

Eins davon ist sein aktuelles Buch: „Der Modelmacher – ungeschminkte Ansichten“. Derzeit lebt er in München. Peyman Amin hat noch zwei ältere Brüder, Omid und Wafa Amin.

Infos unter:

www.peyman-amin.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Peyman_Amin

Buch: Peyman Amin: Der Modelmacher: Ungeschminkte Ansichten / Heyne Verlag

Michaela Boland ist Journalistin und TV-Moderatorin. Bekannt wurde sie durch die Sommer-Open-Air-Show „Hollymünd“ des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Auf 3-Sat moderierte sie die Kulturtalkshow „Doppelkopf“. Außerdem war sie Gastgeberin der ARD-Vorabendliveshow „Studio Eins“.

Als Redakteurin und Reporterin des Regionalmagazins „Guten Abend RTL“ lieferte sie spannende Reportagen aus ganz NRW. Außerdem stand sie als Moderatorin der Casino-Show „Casinolife“ für TV NRW jeden Freitagabend vor der Kamera.

Für Viva Plus produzierte sie darüber hinaus die Call-TV-Sendung „Call4Cash“ Boland arbeitet auch als Synchron- und Hörspielsprecherin. Für die Gesellschaft Freunde der Künste betreut Michaela die Rubriken „Exklusivinterview“ und „Porträt des Monats“.

 

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