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Nachrichten aus der großen weiten Welt

18.06.2014 Ein weiteres Meisterstück

GFDK - KlassikAkzente

Mit einem Feuerwerk eröffnete er das Strauss-Jahr 2014. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon einen Album-Live-Mitschnitt von Thielemanns gefeierter "Elektra"-Interpretation in der Berliner Philharmonie.

Er ist bekannt dafür, dass er die allerhöchsten Anforderungen stellt. Die Spannung muss gehalten werden. Das Orchester darf nie nachlassen. Das sind die Maximen des Christian Thielemann, und wenn man sieht, wie weit er damit gekommen ist, dann wird man ihm kaum widersprechen wollen. Der Erfolg gibt ihm recht. Sein Name leuchtet inzwischen ähnlich hell wie derjenige Herbert von Karajans, dessen Assistent er in jungen Jahren war.

Orchester von Weltrang

Seine Ausnahmebegabung hat ihm die Mission eingegeben, die Musik von Beethoven, Wagner oder Strauss auf dem höchsten Niveau erklingen zu lassen, das im 21. Jahrhundert möglich ist. Und dass er dies wirklich vermag, hat er mit der Dresdner Staatskapelle eindrucksvoll bewiesen. Unter seiner Führung ist das Traditionsorchester zu einer Institution von Weltrang aufgestiegen.

Thielemann hat dem Orchester feine Unterschiede eingeprägt. Häufig sieht man ihn mäßigende Zeichen geben: nicht zu laut, nicht zu schnell. Thielemann will damit keineswegs das Explosive der romantischen Musik abschwächen, sondern im Gegenteil: Durch die kontrollierten Steigerungen kostet er die Gefühlswallungen der romantischen Musik erst richtig aus.

Elektra – die vielen Stimmen der Seele  

Mit "Elektra" hat sich Thielemann an eine der modernsten Kompositionen von Richard Strauss gewagt. Der Komponist selbst betonte, dass er mit dieser Oper bis an die Grenzen der "psychischen Polyphonie" gegangen sei. "Psychische Polyphonie"? Was wollte uns Strauss damit sagen? Vielleicht, dass "Elektra" ein Stoff ist, der alle Stimmungsfelder der menschlichen Seele durchmisst. Und um die innere Spannung Elektras darzustellen, die ihren von der Mutter Klytämnestra und von deren Liebhaber Aegisth ermordeten Vater rächen will, musste der Komponist ja auch bis an die Grenzen der Harmonik gehen. Die Oper ist jedenfalls explosiv, sie ist heftig, zugleich aber auch zart und inniglich. Sie enthält alle emotionalen Schattierungen, die man sich vorstellen kann, und hat mit ihren gewagten Harmonien seit jeher eine große Faszination ausgeübt.

Immer wieder Gänsehaut

Das Libretto aus der Feder Hugo von Hofmannsthals verleiht der Oper einen starken poetischen Glanz. Das genießt man bei der jetzt erschienenen Aufnahme in besonderer Weise, denn die Artikulation der Sänger ist so gut, dass man jedes Wort versteht. Sopranistin Evelyn Herlitzius geht in der Rolle der Elektra voll auf. Ihr Gesang vibriert. Die enorme Energie, die in Elektras Rachegefühlen gespeichert ist, kommt in ihrer Stimme hochkonzentriert zum Ausdruck. Aber wenn ihr verzweifelt-sehnsüchter Ruf nach dem Vater ertönt ("Agamemnon, Agamemnon"), dann spürt man auch die zarte Seite dieser Frau.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Elektras Mutter Klytämnestra wird von Waltraud Meier nicht unbedingt monströs gesungen. Klytämnestra hat ihr eigenes Leid, denn sie verlor durch Agamemnon ihre Tochter Iphigenie. Der famose René Pape singt einen beherzten Orest. Das ist der Bruder Elektras, der den Rachemord an Klytämnestra und Aegisth durchführen soll. Das Orchester trägt dieses hochdramatische Setting mit viel Raffinement. Es übertönt den Gesang nie und lässt es doch, wenn es nötig ist, heftig krachen. Auf diesem Hintergrund wirken dann auch die melodischen Passagen besonders eindringlich. Kurz: Ein weiteres Meisterstück von Christian Thielemann.

Quelle: KlassikAkzente

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17.06.2014 Institut für Theaterwissenschaft soll schließen

GFDK - Yvonne Juch

In einer Zeit, in der vor allem Wirtschafts-Aspekte das tägliche Leben bestimmen, lastet auf Geisteswissenschaftlern häufig das Stigma einer Randgruppe. Eine Fatale Fehleinschätzung wie wir meinen.

Dem Institut für Theaterwissenschaft droht die Schließung. Am 21.01.2014 hat das Rektorat der Universität fünf Stellen am Institut benannt, die bis 2020 gestrichen werden sollen. Damit wäre die Einstellung der Studiengänge Bachelor, Master und Promotion im Fach Theaterwissenschaft unvermeidlich. Dagegen wenden wir uns mit Nachdruck. Wir fordern das Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Rektorat auf, die massiven Stellenkürzungen zurück zu nehmen.

Verantwortlich für den Beschluss des Rektorats ist die extreme Spar- und Streichpolitik des Frei­staates Sachsen. Sie beruhte auf der Annahme sinkender Studierendenzahlen. Diese Prognose hat sich aber längst als falsch erwiesen. Das gilt gerade auch für die Entwicklung in der Theaterwissenschaft.

Theaterwissenschaft ist ein Schlüsselfach der Geisteswissenschaften. Grundlegende Forschungskonzepte kommen aus der Theaterwissenschaft. Kultur und Gesellschaft werden maßgeblich durch theatrale Praktiken konstituiert. Deshalb ist Theaterwissenschaft besonders befähigt, kulturelle und soziale Ordnungen wissenschaftlich zu erforschen.

Die geplanten Kürzungen treffen ein höchst erfolgreiches Institut. Es ist in Lehre und Forschung vielfältig vernetzt, an der Universität Leipzig, national und international. Es erhält hohe Drittmittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und anderen namhaften Fördereinrichtungen. Mit seinen Forschungsprojekten und seiner Publikationstätigkeit ist es hervorragend aufgestellt. Mit den Schwerpunkten Theater und Geschichte, Transkulturalität, Historische Anthropologie des Akteurs, Tanz- und Bewegungsforschung ist es auch für die Zukunft bestens gerüstet.

Die Studiengänge Bachelor, Master und Promotion Theaterwissenschaft zählen zu den am meisten nachgefragten der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften. Die AbsolventInnen der Studiengänge sind in der Theater-, Kultur- und Medienlandschaft erfolgreich tätig, auch in hervorgehobenen Positionen.

Das Leipziger Institut ist das einzige theaterwissenschaftliche Institut in den neuen Bundesländern. Es unterhält zahlreiche Partnerschaften mit nationalen und internationalen KünstlerInnen sowie mit Theatern und Kultureinrichtungen in der Stadt und der Region. Damit ist es ein Motor für die Theaterszene in ganz Ostdeutschland. Die Fortexistenz des Instituts für Theaterwissenschaft ist für die Theater- und Kulturlandschaft in den neuen Bundesländern unabdingbar.

Einmalig in der deutschsprachigen Theaterwissenschaft ist die umfassende Verbindung von Gegenwartstheater und Theatergeschichte in Forschung, Lehre und Praxis. Dem entsprechen Methodenentwicklung und Theoriebildung am Institut. Auf diese Weise werden alle Formen von Theater als kulturelle Praxis im Kontext der universitären Forschung und Lehre untersucht. Die Leipziger Theaterwissenschaft hat ihre besondere Geschichte. Ihr Standort an der Universität Leipzig ist unverzichtbar.

Für den Beschluss des Rektorats gibt es keine inhaltliche Begründung. Er erklärt sich allein aus der Gelegenheit, frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen. Wenn dieses Vorgehen Schule macht, lässt sich in Zukunft jedes beliebige Fach ohne Grund abwickeln. Damit würde ein Präzedenzfall geschaffen, der gravierende Folgen für die Geisteswissenschaften an der Universität Leipzig und darüber hinaus hat. Die Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft bedürfen dringend der öffentlichen Debatte.

Wir fordern den Sächsischen Landtag, die Regierung des Freistaates Sachsen und das Rektorat der Universität Leipzig auf, die geplanten Stellenkürzungen zurückzunehmen, damit das Institut für Theaterwissenschaft seine Arbeit in vollem Umfang fortsetzen kann.

Diese Petition ist adressiert an den Präsidenten des Sächsischen Landtags, Herrn Dr. Matthias Rößler, die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen, Frau Prof. Dr. Dr. Sabine von Schorlemer, und an die Rektorin der Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. Beate Schücking.

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17.06.2014 tiefgründig, berührend, dynamisch

GFDK - ACT

Eine Bluesgitarre führt die Melodie ein, verhalten, elegisch, aber doch verspielt und energiegeladen; eine klare Frauenstimme übernimmt, deren Kraft durch die eigentümliche Ruhe des Gesangs noch potenziert wird; ein Klavier versammelt das Thema noch einmal, bevor es von allen plus einem dazu stoßenden Trio durch eine mächtige dynamische Schleife geführt wird, bis es am Schluss fast ins Nichts ausklingt.

„Ingen Vinner Frem Til Den Evige Ro“ heißt das alte norwegische Kirchenlied, das Knut Reiersrud, Solveig Slettahjell, Bugge Wesseltoft, Morten Qvenild und sein Trio In The Country am 11. März 2014 im ausverkauften Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie so faszinierend in eine moderne nordische Hymne verwandelten.

Es war wieder einer dieser magischen Momente, welche die 2012 ins Leben gerufene und von Siggi Loch kuratierte Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“ so sicher generiert. Einmalige Abende sollen es jeweils werden: durch thematische Konzentration, vor allem aber durch spannende, oft erstmalige Begegnungen von herausragenden Musikern. Wie schon beim, ebenfalls auf CD dokumentierten, Auftakt im Dezember 2012 mit dem zaubernden Pianisten-Trio Michael Wollny, Leszek Możdżer und Iiro Rantala oder eben auch beim hier dokumentierten vierten Abend unter dem Motto „Norwegian Woods“. Die Aufnahmen waren nur als Dokumentation und für Rundfunkzwecke gemacht worden aber das musikalische Ergebnis war so überzeugend, dass die beteiligten Künstler selbst eine CD-Veröffentlichung wünschten. Lediglich die Beiträge von Mathias Eick konnten aus rechtlichen Gründen letztlich nicht verwendet werden.

Der Mitschnitt veranschaulicht nicht nur beim eingangs beschriebenen Einstieg, wie unter einem Brennglas, auf welche Weise ein Land mit gerade einmal fünf Millionen Einwohnern zum Epizentrum des europäischen Jazz werden sowie über einer der spannendsten Jazzszenen der Welt verfügen kann. Und das weit abseits der alten Zentren des Jazz. Zum einen liegt es an der Besinnung auf die eigenen Wurzeln, also auf die norwegische Volksmusik und Klassik von Johann Nesenus bis Edvard Grieg. Anfangs gar nicht einmal freiwillig – das Land der Fjorde lag einfach zu weit ab von den Tour-Routen amerikanischer Jazzer – half sie, ein eigenes Vokabular zu entwickeln, den typischen „nordic sound“, wie ihn Jan Garbarek und andere Anfang der Siebziger populär machten und wie er noch heute quasi zur DNA des norwegischen Jazz gehört.

Der zweite Schlüssel des Erfolgs ist eine nahezu bedingungslose Aufgeschlossenheit für Einflüsse aller Art: In der überschaubaren norwegischen Musikszene arbeiten Jazzer ohne Scheu mit klassischen Musikern und Kollegen von Pop und Rock zusammen, was auch beim „Norwegian Woods“-Stelldichein mit bezwingenden Ergebnissen zu bewundern war.

Natürlichkeit und lyrische Sammlung einerseits, kraftvolle Eruptionen und kunstvoller Ausdruck andererseits zeichnen die Stimme des musikalischen Fixpunktes des Abends aus, jene von Solveig Slettahjell. All das und mehr setzt die Erfinderin der gesanglichen Entschleunigung und Verwesentlichung bei ihrer Version von Tom Waits „Take It With Me“ ein. Unterstützt wird sie dabei von ihrem langjährigen Partner vom Slettahjells Slow Motion Quintet, Morton Qvenild. Der geniale Universalist des jungen norwegischen Jazz hat von Pop bis Metal schon alles ausprobiert.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Seit 2003 aber spielt sein Trio In The Country mit Drummer Pål Hausken und dem Bassisten Roger Arntzen unangefochten die Hauptrolle. Die hier erprobten Gestaltungsprinzipien - Soundscapes wachsen zu fein differenzierten Dialogen, mächtige Klangdome münden in pastellenen Kammerjazz oder elektronisch verzierte Hörbilder – kommen bei „Norwegian Woods“ insbesondere bei „Can I Come Home Now“ zur Geltung.

Der soeben 50 gewordene Pianist Bugge Wesseltoft, einer der Wegbereiter der jungen norwegischen Jazz-Generation, repräsentiert die wichtigsten beiden Stränge des modernen norwegischen Jazz. Beides datiert auf das Jahr 1997: Einerseits brachte Wesseltoft mit „It’s Snowing On My Piano“ seine kontemplative Seite und damit den elegischen norwegischen Jazz auf einer radikal reduzierten, zeitlosen Solo-Piano-Weihnachtsplatte (bis heute mit über 120.000 Einheiten das meistverkaufte ACT-Album überhaupt) zur Vollendung. Gleichzeitig wandte er sich mit „New Conception of Jazz“ der Elektronik zu, mit dem wegweisenden neuen Ansatz, aktuelle Pop-Elemente von Deep House, Ambient Music, Drum’n’Bass, Big Beat bis zu Soul und Funk aufzunehmen. Wie spannend er bis heute beides weiterentwickelt, führt er bei „Norwegian Woods“ unter anderem mit dem lyrischen Solo „Chicken Feathers“ und der effektvoll schillernden Jam-Version von John Hiatts Rock-Klassiker „Have A Little Faith“ vor.

Und schließlich ist da noch der Gitarrist Knut Reiersrud, der älteste, am weitesten gereiste und doch bei uns unbekannteste Musiker dieser JABP-Ausgabe. Sein Kraftfeld ist der Blues, in den er mit 18 in den USA von Buddy Guy und Otis Rush eigeführt wurde. Seitdem spielte er mit Stars wie Dr. John, Joe Cocker, Stevie Ray Vaughn oder den Five Blind Boys of Alabama. Doch wäre Reiersrud kein Norweger, dann hätte er neben dem amerikanischen Blueserbe auch nicht diese Sehnsucht nach den eigenen heimatlichen Klangtraditionen sowie diese, durch Aufenthalte in Afrika, Indien, Nepal oder Iran beförderte, unstillbare Neugier auf andere Sphären. Sein JABP-Solo „Jargo“ ist das beste Beispiel dafür.

Die norwegischen Individualisten präsentieren sich bei diesem in der Tat einmaligen Abend als starke Gruppe und ihr Land immer noch als Speerspitze des europäischen Jazz. Dieser hat sich schon lange vom Mutterland USA emanzipiert und entscheidende Entwicklungen in Gang gesetzt.

 

 

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16.06.2014 Konzerte im September

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Lass‘ den feinen Zwirn daheim, hier reichen Dir eine Lederjacke und die Stiefel. Passt besser. Viel besser.

HIGH ENERGY ROCKIN‘ & PUNKIN‘ JAZZ mit intelligenten Kompositionen, Hochspannungs - E- Gitarre, treibenden 'drums' and pumpenden  'basslines'. Über allem schwebt der überwältingende 'sound'  ihres Baritone Saxophons - grosses Können, kombiniert mit Energie, Hingabe und Temperament. Tini Thomsen bereichert unsere Hör-Welt.

Konzerte

24.09. 2014  Lüneburg – Zwick
25.09. 2014  Hamburg St. Pauli – Zwick (Release Konzert)
30.09. 2014  Berlin – B flat

Vergiss das Altsax. Echt. Die aalglatten Noten, das leichte Gesäusel. Wenn es an Tini Thomsen liegt, werden sie alle umgeschmolzen zu Bariton Saxophonen. Die Nebelhörner, womit man bei weniger als 50 Meter Sichtweite noch sicher nach Haus kommt. Naja, vielleicht hier und da ein Kratzer und eine Delle. Es ist nämlich so, wenn Tini spielt, wird Vollgas gegeben. Runter den Fuss, wie die Noten und Töne. How low can you go? Sehr tief. Zur Not holt Tini die Bass Klarinette noch dazu.

Tini Thomsen (Hamburg, 1981) ist geformt und geeicht auf dem Konservatorium von Amsterdam, was sie 2010 cum laude abschloss. Sie spielte mit der New Cool Collective, Metropole Ochestra, NDR Bigband und in den Bands von Alain Clark und Waylon. Man würde es wahrscheinlich nicht vermuten, wenn man den sexy Lockenkopf so auf der Bühne stehen sieht (es geht das Gerücht um, ihre Frisur sei eine Ehrerweisung an Tony Curtis aus dem Film Some Like It Hot, ihre erste Jugendliebe) aber ihre Vorliebe liegt nicht im Jazz oder Soul. Tini will stampfen. Prahlen und angeben.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

„In den Jazzcombo’s in denen ich spiel bin ich immer das äußerste Extrem. Ich bringe Energie, nicht das verkopfte Solo.“

Ihre größten Inspiratoren heißen nicht Gerry Mulligan oder Pepper Amdams, sondern Queens of the Stone Age und Foo Fighters. „Energie kombiniert mit großer harmonischer Vernunft“, sagt Thomsen. „Man hört bei den Bands, dass sie sehr gut wissen, was sie tun. Die Musik ist voller Details, aber gleichzeitig will man springen und tanzen wenn man sie hört“.

Der mitreißende Enthusiasmus von Tini sprang auf den Schlagzeuger Joost Kroon über. Auch jemand, den man bei Jazzcombos hinter den Deckeln und Töpfen sieht, der aber lieber in Rockbands die Felle in zwei trommelt. Kroon holte den Topbassisten Manuel Hugas mit an Bord (Candy Dulfer, Jan Akkerman) und den Gitarrist JB Meijers (De Dijk, Common Linnets). Diese Vier machen mehr Lärm als eine Brigade Hell´s Angels auf Kriegsfuß. Das Album MaxSax ist Bartion Saxophone to the Maximum. Nimm den Titeltrack in dem Tini, Joost JB und Manuel rennen als ob eine Herde wilder Stiere ihnen auf den Fersen sitzen. Nimm „Stolen“, das Josh Homme von Queens of the Stone Age ohne Probleme nehmen kann um sein Publikum aufzuwärmen. Oder nimm das filmische, mysteriöse „West Side Trip“, in dem Baritonsax und die Streicher zusammen ein seltsames Ballet tanzen.

MaxSax ist ein Album wie es selten, sehr selten jemand gehört hat. Es ist die Musik von der Tini Thomsen Jahre lang von träumte. Wild, zappelnd, Adrenalin durch die Adern pumpend. Gib den Anzug, die Krawatte und die Brogues an der Garderobe ab, da hängen schon Deine Lederjacke und die Stiefel. Passt besser. Viel besser.

 

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath
u.kerkau@uk-promotion.de

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16.06.2014 was bringt die zukunft?

GFDK - Suhrkamp Verlag

Ein Schwarzbuch über die Zukunft. Entwickelt sie sich von Niederem zu Höherem? Orientiert sich Fortschritt an Lehren aus der Geschichte? Ist Geschichte als Progression der und in der Freiheit zu begreifen?

Solche überkommenen Fragen und die korrespondierenden unpassenden Antworten blenden den Übergang von einer Generation zur nächsten aus, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer mehr gefährdet ist.

Philosoph Peter Sloterdijk sieht schwarz

Mit dem Gelingen oder Scheitern dieses Übergangsstadiums, in welchem teilweise kriegerische und mörderische, teilweise die Population ganzer Kontinente auslöschende Szenarien dominieren, steht der Fortbestand der uns bekannten Zivilisation auf dem Spiel. Deshalb ist das neue Buch von Peter Sloterdijk eines von der äußerst pessimistischen Sorte: ein Schwarzbuch über kommende Generationen.

 

Denn da in der Moderne die Traditionsfäden chronisch reißen und immerfort neue Vektoren den Zug in Kommende bestimmen, wandeln sich die Individuen zu »Kindern ihrer Zeit«, Nachkommen »schlagen aus der Art«. Da moderne Elterngenerationen selbst meist schon zivilisatorisch labil antreten, gerät die Formung ihres Nachwuchses zu einem unbeendbaren Match zwischen potentiell schrecklichen Eltern und potentiell schrecklichen Kindern.

 »Vielleicht ist, was man Revolutionen nennt, nichts anderes als die Weigerung von Kollektiven, nur Zuschauer bei Endspielen zu sein.«

Jetzt im Buchhandel

Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918-1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.

Suhrkamp Verlag 16. Juni 2014 presse@suhrkamp.de

 

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15.06.2014 Soundtrackmusik im neuen Glanz

GFDK - Decca

Im Mittelpunkt des neuen Albums von Valentina Lisitsa steht Michael Nyman, der mit seiner unverwechselbaren musikalischen Sprache vielen Filmen seine persönliche Note verliehen hat. Der 70. Geburtstag Nymans im März dieses Jahres ist daher Anlass für Lisitsa, ihr neues Album Chasing Pianos, das am 21.03.2014 auf Decca/ Deutsche Grammophon erschien, dem populären Komponisten zu widmen.

Valentina Listitsa, 1973 geboren, studierte in ihrem Heimatland erst in Lysenko und später in Kiew. Sie gewann 1991 den „Murray Dranoff Wettbewerb“ und lebt heute in den USA. Zum wirklichen Durchbruch verhalf ihr allerdings eine sehr erfolgreiche Internetpräsenz auf YouTube. Ihre Videos wurden über 60 Millionen Mal angeklickt und derzeit zählt ihr Account fast 130.000 Follower. Dank dieses außergewöhnlichen Erfolgs bekam sie Einladungen von großen Konzerthäusern, wie der Royal Albert Hall oder der Berliner Philharmonie und Engagements bei wichtigen Orchestern, wie dem London Symphony Orchestra, den Rotterdam Philharmonic und dem Orquestra Sinfônica Brasileira unter Lorin Maazel.

Lisitsa, die eigentlich für ihre Interpretationen der Werke von Rachmaninov und Beethoven bekannt ist, entdeckte erst vor kurzem die Musik Nymans für sich und verliebte sich in deren Klänge. Auf ihrem Album interpretiert sie unter anderem Stücke aus den bekannten Filmen „Gattaca“, „Das Ende einer Affäre“, „Das Tagebuch der Anne Frank“ und vor allem die Musik des Oscar-gekrönten Dramas „Das Piano“ von Jane Campion aus dem Jahre 1993.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Michael Nyman, englischer Komponist und Musikwissenschaftler, gilt als der Erfinder des Ausdrucks „Minimalismus“ oder „Minimal Music“, die in den 70er Jahren aufkam. Aus Ablehnung der seriellen Musik aus den 60er und 70er Jahren, mit deren Vertretern Peter Maxwell Davies oder Harrison Birtwistle er während und nach seines Studiums in Kontakt kam, schuf Nyman seine ganz eigene Variante der hauptsächlich von Steve Reich und Philipp Glass vertretenen neuen „Minimal Music“. Dabei wollte er ausdrücklich „schöne“ Musik schreiben. Mit seiner Musik verhalf Michael Nyman dem Genre aus den Kinderschuhen und inspirierte eine enorme Zuhörerschaft weltweit.

Mit Chasing Pianos wird erneut die Aufmerksamkeit auf eine Pianistin gelenkt, die längst Star-Status genießt und über eine enorme mediale Wirkung verfügt.

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15.06.2014 sexy, sleazy, "for the ladies"

GFDK - Sony Music

Die Wege zur Altersmilde torpedierend, erlauben sich Moonbootica im dritten Jahrzehnt ihrer Laufbahn den Luxus, kleingeistige Zweifel über Bord zu werfen und einfach »livin’ large like« alle Bescheidenheit fahren zu lassen. Die beiden brauchen alle Kraft, das Team muss vorbehaltlos den Superlativ leben können. Genug ist nicht genug. Denn wenn die Drogen immer schlechter werden, kann uns nur noch die Musik retten. So ist es nun mal!

Das erste Gebot des Kennedy-Clans – einer Familie, die es bekanntlich wie keine zweite verstand zu feiern – war immer: »Ask not what the party can do for you – ask what you can do for the party.« Und bereits der Vater von JFK wußte (übrigens lange vor Pferdegesicht Billy Ocean): »When the going gets tough, the tough get going.« Irgendwo dazwischen erfüllen Moonbootica ihre Leistungsmaxime mit einer beinah nostalgisch erscheinenden Work Harder-Attitude. Und der damit einhergehenden Bereitschaft, echt(es) »abzuliefern«. Euphorie ist keine Party-Insel mit Visa-Zwang! Kein Wasteland ist zu klein, um nicht in neuem Schein zu erstrahlen. Moonbootica sagen: Es werde Licht!

Bereits optisch manifestiert sich die neue Leidenschaft für Pracht & Prunk in einer Lichtanlage, die einer alten Festival-Weisheit alle Ehre macht: leisere Zwischentöne drohen grundsätzlich, im medialen Friendly Fire ungehört zu verklingen. Also sagen wir es frank und frei: Jetzt werden Träume wahr, Moonbootica scheint die Sonne aus dem Arsch.

Mit ihrer neuen, deutlich überdimensionierten Lichtanlage im Gegenwert einer Luxus-Immobilie könnten Moonbootica live den Mond beleuchten und Götter blenden. Mehr noch. Eben genau diese Leuchtkraft gibt ihrem neuen/aktuellen/letzten Album den titelgebenden »Shine«. Ein Album wie ein Statement in fetten Großbuchstaben, nicht nur formal auch sprichwörtlich bold. Es wären nicht Moonbootica, wenn sich ihre Essenz plötzlich im herb-maskulinen Sprüchlein summieren ließe – »Seperates the boys from the men?« Von wegen! Dann schon eher: »Boys will be boys (will be boys)« Aber am Ende ist die Musik bei allem Bumms auch immer wieder viel zu sexy, sleazy und »for the ladies«.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Ja, wenn es hilft, könnten wir jetzt auch Dirty Ol' Boys zu koweSix und Tobitob sagen. Seien es ihre letzten Adrenalin-Videos, das neue Cover (das erste in der Geschichte, mit dem wirklich ALLE Beteiligten zufrieden sind) und auch der gesamte Auftritt mit seinem klaren Bekenntnis zu einer Corporate Identity. All das könnte Zeichen von strategischer Unternehmensführung oder gar -planung sein. Klar, sex sells. Aber beim zweiten Hinsehen wirkt das vermeintliche Unternehmenslogo eben doch eher wie das Zeichen einer Art Gang, die sich und all das Drumherum am Ende gar nicht so ernst nehmen möchte, wie es Zeilen wie diese hier gern vorgeben.

Gina Gershon sagte mal vor ein paar Monaten: »My favorite part of the Moonbootica rollercoaster ride is when you're going up and you're slightly scared and really excited. You don't know what's coming next but you know it's going to be good. You can't handle it, go on the carousel!« Mehr muss man eigentlich auch gar nicht wissen. 

Ed Thrasher, April 2014

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14.06.2014 reiseberichte

GFDK - DuMont Buchverlag

Vier Jahreszeiten und vier Himmelsrichtungen gibt es. Vier Reisen hat Helmut Krausser unternommen. In alle Winkel Deutschlands ist er gereist. Mit dem Flugzeug, mit dem Zug, mit dem Taxi und zu Fuß.

Helmut Krausser charakterisiert Städte aufmerksamer und sensibler als andere Autoren ihre Romanfiguren. Er ist ein scharfsinniger Beobachter unserer Gegenwart, knallhart zu sich selbst und zu allen, die ihm über den Weg laufen. Ergänzt um die Poetikvorlesungen Pathos und Präzision , die der Autor an der LMU München hielt, werden die Reiseberichte und Tagebuchaufzeichnungen so zum intimsten Einblick in sein Werk. »Es ist seltsam, in ein Alter gekommen zu sein, da man die meisten Städte, die man bereist, mit Siegen oder Niederlagen in Verbindung bringen kann. Die Landkarte wird historisch, wird zum Schlachtfeld.«

Pressestimmen über Helmut Krassers Buch

"Intelligente Gedanken und Beobachtungen sowie unbezahlbare Anekdoten […] Das alles zu lesen, ist äußerst vergnüglich. Und erhellend." (Claudio Campagna, NDR Kultur)

 

Über Helmut Krasser

Helmut Krausser, geboren 1964, lebt in Berlin. Bei DuMont erschienen neben dem Gedichtband ›Plasma‹ (2007) die Romane ›Eros‹ (2006), ›Die kleinen Gärten des Maestro Puccini‹ (2008), ›Einsamkeit und Sex und Mitleid‹ (2009) ›Die letzten schönen Tage‹ (2011) und ›NIcht ganz schlechte Menschen‹ (2012) sowie die Tagebücher ›Substanz‹ (2010) und ›Deutschlandreisen‹ (2014) und der Kriminalroman ›Aussortiert‹ (DuMont Taschenbuch 2011). Seine Romane ›Der große Bagarozy‹ und ›Fette Welt‹ wurden fürs Kino verfilmt.

presse@dumont-buchverlag.de

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14.06.2014 Start in den Sommer

GFDK - idee deluxe

Der „Coco Beach Club Ibiza“ erstrahlt dieses Jahr in neuem Glanz. Noch edler, noch geschmackvoller gibt es für die Gäste am Ende des gleichnamigen Traumstrands an der Plaja d’en Bossa nicht nur die besten Delikatessen für den Gaumen, sondern auch die allerfeinste elektronische Musik auf die Ohren. 

Rechtzeitig zum Start in den Sommer und zum 10 jährigen Jubiläum erscheint "Coco Beach Ibiza Vol. 3“, ein exquisites Doppelalbum, edel eingehüllt in mittelmeerblaues Schlangenleder. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern transportiert auch zu 100% das berühmte „Balearic Feeling“. In einem gefühlvoll genialen Mix vereint COCO BEACH Resident Paul Lomax (Endless Entertainment) die angesagtesten Lounge & Deep House Produzenten dieser Tage auf diesem Album. Darunter Sounds u.a. von Marlon Hoffstadt, Stee Downes, Nicone & Sascha Braemer, Dino Lenny, Nolan feat. Amber Jolene, Artenvielfalt feat. NatNat, Worakls, Chopstick & Johnjon, Kant und noch vielen mehr.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht 

On Top gibt es auch noch 2 exklusive Bonus-Tracks wie den aktuellen Radio-Hit von "Rufus & P  - Good Morning“ und die noch nicht veröffentlichte Single von "Hoeger & Lomax feat. Mariana Ohrso" - Magic to me!
 
24 geniale Songs und Remixes verschmelzen auf 2 CDs. Der absolut perfekte Soundtrack für einen sonnendurchfluteten Start in den Sommer.

Coco Beach Ibiza Vol 3 / gemixt und kompiliert von Ibiza Legende Mr. Paul Lomax. Ein „MUST HAVE“ für jeden Musikliebhaber.



idee deluxe
Heike Hesse
hesse@ideedeluxe.de

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14.06.2014 Debütalbum des Trios

GFDK - Warner Classics

Als die Pianistin Martha Argerich ihr legendäres Lugano-Projekt startete, plante sie die Förderung junger Kollegen. Hätte sie gedacht, dass ihr Progetto auch zur Gründung neuer Ensembles führen würde?

2010 spielten drei Pianisten an drei Flügeln Strawinskys Feuervogel-Suite. Die Interpretation sorgte so sehr für Furore, dass die drei zusammenblieben. Jetzt legen Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli (gleichzeitig Bearbeiter) und Alessandro Stella als Pianos Trio ihr Debütalbum vor – mit Live-Aufnahmen aus Lugano, darunter einer Ersteinspielung.

Es ist ein wahrlich sinfonischer Klavierklang, der auf den 264 Tasten mit sechs Händen entsteht – nicht nur wuchtig und schwer, sondern auch lyrisch und rhythmisch überbordend, von immensen Mischungsmöglichkeiten der vielen Klavierregister und -farben geprägt, und das Ganze praktisch ohne jede technisch- virtuose Grenze. Das außergewöhnliche Trio greift auf eigene Bearbeitungen zurück – die Arrangements von Carlo Maria Griguoli zeigen, dass die drei auch in dieser Hinsicht auf größte Qualität Wert legen.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Eine völlig neue Klangerfahrung bietet neben Strawinskys Feuervogel Debussys La Mer – Paradestück des Impressionismus und somit der Klangfarbenkomposition. Das Originalwerk Vaalbara des italienischen Komponisten Carlo Boccadoro erklingt hier als Ersteinspielung. Es ist ein massiges, weit ausgreifendes, architektonisch weiträumiges Werk, das von der Idee des gleichnamigen Urkontinents inspiriert wurde – als Klanglandschaft, deren Panorama sich immer weiter und weiter entwickelt und dabei ständig neue Bilder erzeugt.



Warner Music Group Germany Holding GmbH

Alter Wandrahm 14 – 20457 Hamburg

promoclassics@warnermusic.com

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