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Nachrichten aus der großen weiten Welt

05.09.2020 herzzerreißendste Spektakel in Berlin

GFDK - Kultur und Medien

Achtung! Achtung! Hier spricht Berlin und es ist die Waldbühne. Mein Name ist Rainald Grebe und das wird auch so sein am 31. Juli 2021. Dann findet an diesem Ort das: schönste, wahnsinnigste, komischste, traurigste, herzzerreißendste Spektakel statt, das Berlin je gesehen hat.“ Halleluja Berlin - Das Konzertspektakel.

Nach 10 Jahren kehrt Rainald Grebe am 31. Juli 2021 in die Waldbühne Berlin zurück und lässt es nochmals richtig krachen. Mit einer Show, nur für einen Abend! Die nicht auf Tour geht. Nur dieses eine Mal in der Waldbühne.

Eine einmalige Verschwendung – mit 300 oder 400 Beteiligten – auf, vor und hinter der Bühne. Eine gigantische Party mit Hüpfburg, Krokodilhologrammen und Sauerstoffzelt. Grebes runder Geburtstag als Anlass, um mit seiner Biografie zu spielen.

Zum großen Grebe-Zirkus in der Waldbühne 2021 werden unter anderem Kurt Krömer und Thomas Quasthoff erwartet. Ein 20-köpfiges Orchester sorgt unter der Leitung des Komponisten und Songtexters Mark Scheibe für den festlichen Sound.

Dann ein punkiges Blasorchester oder ganz schlicht Gitarre-Bass-Schlagzeug. Oder solo. Und ganz viel zum Mitsingen für alle, die Grebe-Song-textsicher sind. Wie immer ist Grebe im Fluss, was die Programmgestaltung und seine Gäste anbetrifft – viele Ideen, die sich erst in Reichweite des Ereignisses zu einem einzigartigen Abend verdichten.

Und dann? Auch darum geht’s: Gemeinschaftlich etwas Bleibendes zu schaffen. Am Borkenkäfer vorbei: ein Wald in Brandenburg.

Von jedem gekauften Ticket für das Konzertspektakel geht bereits 1€ an ein von Grebe initiiertes Baumprojekt, um aus einem ollen Kiefernwald einen Mischwald zu machen. Hier kann man auch direkt für Bäume spenden. Diese werden im Herbst 2021, zusammen mit Rainald Grebe eingepflanzt

Karten gibt es schon seit Mittwoch, den 01.09.2020 ab 10.00 Uhr exklusiv bei www.eventim.de. Ab Freitag, den 04.09.2020 dann bei www.d2mberlin.de und an allen autorisierten Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 030-755492560 und über die bundesweite Ticket-Hotline: 01806-570070.

 

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02.09.2020 m Rahmen der "Back to Live" Konzerte

GFDK - Kultur und Medien - Konzerte

Die Corona-Krise brachte die Kulturlandschaft 2020 zum Erliegen.
Auch Peter Maffay und Band traf es – zweimal musste die große Tournee anlässlich des 50jährigen Bühnenjubiläums verschoben werden. Die neuen Termine wurden auf den Herbst 2021 gelegt.

„Die ersten drei Konzerte unserer Tour in Kiel, Hamburg und Berlin haben uns regelrecht angezündet.  Dass wir in Berlin die grade begonnene Tour so abrupt unterbrechen mussten, hat uns alle auf Konzert-Entzug gesetzt.

Doch entsprechend der ab September geltenden gesetzlichen Vorgaben in Berlin dürfen endlich wieder Konzerte stattfinden.  Unter dem Titel „Back to Live“, geben sich in einer neuen Konzertreihe einige der besten deutschen Acts in der Waldbühne Berlin die Klinke in die Hand.

Und so steht Peter Maffay dieses Jahr überraschend doch noch einmal auf der Bühne – und zwar in der Stadt, in der die Live-Tournee Ende Februar unterbrochen werden musste:

Im Rahmen der „Back to Live“ Reihe rocken Peter Maffay und Band am 2. Oktober die Waldbühne Berlin - natürlich unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

„Dass es dieses Jahr doch noch einmal eine Begegnung zwischen uns und dem Publikum geben könnte, damit haben wir lange Zeit nicht gerechnet.

Dieser erste gemeinsame Aufschlag mit einer begrenzten Sitzplatzkapazität und unter Einhaltung der geltenden Corona-Auflagen, ist ein Signal für die Kulturlandschaft und unsere Fans“, so Peter Maffay.

Der Auftritt von Peter Maffay und Band bildet den Abschluss der „Back to Live“ Konzertreihe, in der vorab am 3. und 9. September Roland Kaiser, am 5. September Sido, am 6. September Helge Schneider, am 18. September Wincent Weiss und am 26. September die Schlagernacht – special edition zu sehen sind.

Der Ticketvorverkauf für Peter Maffay und Band begann am Donnerstag, den 27.08.2020 um 12:00 Uhr exklusiv auf www.eventim.de.

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01.09.2020 Nach qualvollem Tod von zwei Löwen

GFDK - Kultur und Medien

Nach qualvollem Tod von zwei Löwen: - VIER PFOTEN unterstützt Rettung von über 30 Zootieren in Pakistan. Ein Rettungsteam der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist in Pakistans Hauptstadt Islamabad eingetroffen, um gemeinsam mit dem dortigen Ministerium für Klimawandel und dem Islamabad Wildlife Management Board (IWMB) 30 Zootiere aus dem Marghazar Zoo zu retten und umzusiedeln.

Auslöser waren schockierende Aufnahmen von zwei Löwen, die gegen ein Feuer in ihrem kleinen Gehege gekämpft hatten.

Unerfahrene Tierpfleger hatten das Feuer gelegt, um die Großkatzen für eine Umsiedelung in Transportboxen zu treiben. Zuvor hatte das Gericht in Islamabad beschlossen, den Marghazar Zoo wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen zu schließen. Beide Löwen starben an den Folgen einer Rauchgasvergiftung.

Das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Wildtierärzten und -experten, bereitet zurzeit über 30 Tiere auf ihre Umsiedelung vor: zwei Himalaya-Braunbären, drei Wölfe, zwölf Affen, einen Hirsch und über 14 Hasen.

Die schlechten Haltungsbedingungen haben jedoch ihre Spuren an den Zootieren hinterlassen. „Bevor die beiden Bären in den Zoo kamen, mussten sie als sogenannte Tanzbären auftreten.

Deshalb wurden ihnen die Zähne gezogen. Zusammen mit dem Tierarzt des Zoos haben wir bereits eine Notoperation an der Bärin durchgeführt, da sie eine schwer infizierte Wunde hatte, die von einer kürzlichen Tumorentfernung stammt.

Wir haben bei allen Tieren ernste Verhaltensstörungen festgestellt. Sie sind apathisch und teilweise sehr aggressiv. Dank des Einschreitens des pakistanischen Ministeriums für Klimawandel und IWMB können wir die Zootiere endlich aus ihrem Elend befreien und in sichere Tierschutzzentren in der Region bringen“, sagt Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der Rettungsmission.

Unter den verbleibenden Zootieren befindet sich auch Elefant Kaavan, der 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan kam und durch eine internationale Rettungskampagne weltweiten Ruhm erlangte. Die Entscheidung über seine Übersiedlung hängt von den VIER PFOTEN Untersuchungsergebnissen ab.

Der einsamste Elefant der Welt

Ursprünglich lebte Kaavan gemeinsam mit seiner Partnerin Saheli in einem Gehege des Marghazar Zoos, doch seit ihrem Tod im Jahr 2012 fristet Kaavan ein einsames Dasein.

2016 wurde eine internationale Kampagne zur Rettung des Dickhäuters gestartet. Als das Gericht in Islamabad im Mai 2020 die Schließung des Zoos anordnete, wurde auch entschieden, dass Kaavan – abhängig von seinem Gesundheitszustand – in ein Tierschutzzentrum innerhalb oder außerhalb Pakistans gebracht werden soll.

Sollte seine Verfassung es zulassen, könnte Kaavan noch im Laufe dieses Jahres in ein Tierschutzzentrum umgesiedelt werden.

Die Geschichte des Marghazar Zoos

Der 28 Hektar große Marghazar Zoo wurde 1978 ursprünglich als Wildtierschutzzentrum in den Margalla Hills in Islamabad eröffnet, wurde jedoch später zu einem Zoo umfunktioniert.

In den vergangenen vier Jahren sind dort über zwei Dutzend Tiere verstorben. Die schlechten Haltungsbedingungen haben in der Vergangenheit immer wieder für internationale Schlagzeilen gesorgt.

Bereits 2016 war VIER PFOTEN vor Ort, vor allem um den Gesundheitszustand des Elefanten Kaavan zu prüfen. Damals verfasste VIER PFOTEN einen umfassenden Bericht zur Verbesserung der Haltungsbedingungen, die bis heute nicht umgesetzt wurden.

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29.08.2020 Grenzen im Zeichen der Corona-Krise

GFDK - Kultur und Medien

Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz, begrenzte Teilnehmerzahl - 90 geladene Gäste, darunter zahlreiche Unternehmer und Politiker aus dem Bergischen Land, Düsseldorf und vom Niederrhein, waren auf Einladung von DIE FAMILIENUNTERNEHMER zum Gründer- und Technologiezentrum nach Solingen gekommen, um mit FDP-Chef Christian Lindner über die Auswirkungen der Corona-Krise zu debattieren.

Thema der perfekt organisierten Veranstaltung in der 1888 errichteten Alten Maschinenhalle: "Freiheit – Grenzen und Verantwortung in Zeiten der Pandemie".

Zur Begrüßung skizzierte Lothar Grünewald, Vorstand des Wirtschaftsverbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER und Initiator der Veranstaltung, kurz die Inhalte der geplanten Debatte, erläuterte die bewegte Historie der Location und wies auf die schwierige Situation der familiengeführten Unternehmen im Bergischen Land hin: "Wir haben hier viele Hidden Champions, die unter den Folgen der Krise leiden".

Marco van der Meer, Vorstandsvorsitzender des Regionalkreises, stellte anschließend die Philosophie des Verbands vor und betonte: „Der Leitsatz "gemeinsam sind wir stärker" gilt heute mehr denn je“. 

Gastredner Christian Lindner warnte in seinem mit Bonmots und persönlichen Erlebnissen gewürzten Vortrag – „in Solingen haben meine Großeltern geheiratet“ -  eindringlich vor einer Wirtschaftskrise, deren Konsequenzen viel bedrohlicher seien als das Corona-Virus.

Der FDP-Chef wies darauf hin, dass die Todesrate durch Covid-19 in Deutschland trotz steigender Infektionszahlen derzeit rückläufig sei. Lindners Fazit: "Wir müssen noch lange mit dem Virus leben, aber die Situation ist beherrschbar."

Lindners Forderung: Eine vernunftorientierte Politik, die sich nicht von Panik treiben läßt. Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wie die Maskenpflicht beim Einkauf und im ÖPNV seien sinnvoll, so der FDP-Chef, bedürften aber einer regelmäßigen Überprüfung auf ihren Nutzen.

Der Staat habe die Freiheitsrechte seiner Bürger nur geliehen und sei verpflichtet, sie den Menschen so schnell wie möglich zurückzugeben.

Grundsätzlich solle sich Politik zurückhalten und sich nicht in sämtliche Bereiche des Lebens dirigistisch einmischen. Persönlich Verantwortung zu übernehmen sei immer besser als der Ruf nach offiziellen Verordnungen. 

In diesem Zusammenhang kritisierte er auch die aktuelle Politik der Bundesregierung. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei vollkommen unsinnig, ihre Wirkung kaum wahrnehmbar, ihre Kosten lägen bei 20 Milliarden.

"Damit hätte man die Toiletten aller 35.000 Schulen des Landes sanieren und jedem Kind ein Laptop kaufen können", erklärte Lindner. Schnell müsse der Staat auch wieder zu einem ausgeglichenen Haushalt und zur schwarzen Null zurückkehren.

Trotz aller Kritik bilanzierte Lindner: „Wir sind intelligenter als jedes Virus.“ Und er lobte die Einsichtsfähigkeit und gelebte Solidarität von Millionen von Menschen im Alltag.

Nach seiner Rede, die mit viel Applaus bedacht wurde, hatte das Publikum die Möglichkeit Fragen zu stellen.

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27.08.2020 Be a mover Art Night" auf der Sylt Art Fair

GFDK - Kultur und Medien

Die aktuelle Corona-Pandemie lässt viele Menschen um ihre ökonomische Existenz fürchten. Besonders betroffen sind freischaffende Künstler, vor allem die noch nicht so namhaften.

Grund genug für Leon Löwentraut, erfolgreicher Jungstar der internationalen Kunstszene und Daimler Markenbotschafter, Stargalerist Dirk Geuer und die „be a mover“-Initiative der Daimler AG  sich mit einer beispielhaften Aktion für vielversprechende Talente aus dem Kunstbereich einzusetzen:

Drei aufstrebende Künstler erhalten die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen der Ausstellung „Sylt Art Fair“ gemeinsam mit Weltstars wie Gerhard Richter, Hermann Nitsch, Julian Schnabel, Günther Uecker, Heinz Mack u.a. auf Deutschlands schönster Insel zwei Wochen lang zu präsentieren.

Leon Löwentraut, dessen Arbeiten auch auf der Sylt Art Fair ausgestellt werden, betont: "Wenn ich nächtelang an einem Bild gearbeitet habe und es endlich fertig ist, will ich es so vielen Menschen wie möglich zeigen. Das geht allen Künstlern so.“ Leon Löwentraut fährt fort:

„Ich bin deshalb von der Idee, drei talentierten Künstlern eine so grandiose Ausstellungsmöglichkeit zu bieten absolut begeistert. Ich komme auf jeden Fall nach Sylt und bin jetzt schon gespannt auf die Begegnung mit den Künstlern und ihrer Kunst.“

Dirk Geuer, Initiator der "Sylt Art Fair" ergänzt: "Wir müssen alles tun, damit Künstlern und Kulturschaffenden in der Krise geholfen wird. Ihre Situation ist wirklich dramatisch."

Stargalerist Dirk Geuer und Daimler Initiative be a mover haben folgende Künstler für die „be a mover Art Night“ samt zweiwöchiger Ausstellung ausgewählt:

Die Stuttgarter Fotografin Menja Stevenson, die bereits in die Daimler Art Collection (https://art.daimler.com) aufgenommen wurde und surreale Blickwinkel, welche die Grenzen der Fotografie neu ausloten, ermöglicht.

Die  Berliner Malerin Anne Kutzner, die auch mit Film, Installation und Performances arbeitet und deren Bilder Flüchtigkeit reflektieren.

Den in Estland geborenen und in Berlin lebenden Künstler Kennet Lekko, der intensive Farben sowie an Cartoons erinnernde Figuren und fragmentierte Wörter auf Textilien oder Leinwand verwendet und dabei bewusst die Grenzen zwischen Hoch- und Subkultur verwischt.

Die "Be a mover Art Night" setzt mit der Kunstaktion ein positives Zeichen zur Unterstützung der Künstler in schweren Zeiten.

Hintergrund: „Be a mover“ – ist eine weltweite Bewegung der Daimler AG, bei der sich junge Leute  - Künstler, Sportler, Musiker, Schauspieler mit eigenen Initiativen, Aktionen, Kunstwerken – vernetzen, um die Welt etwas besser zu machen. Leon Löwentraut ist Mitglied der „be a mover“-Community.

Die „Be a mover Art Night“ findet am Donnerstag, dem 3. September 2020, ab 16:30 Uhr im Rahmen der "Sylt Art Fair" in der "Neuen Bootshalle" am Hafen 5 in List statt.

Auftakt ist eine Führung durch die Ausstellung mit Dirk Geuer und den drei geförderten Künstlern unter sorgfältiger Berücksichtigung der Hygiene-Vorschriften.

Danach gibt es eine Führung mit Leon Löwentraut und seinem Galeristen Dirk Geuer durch die gesamte Ausstellung. Um 18.30 Uhr lädt TV-Moderator Wolfram Kons zum Kunst-Talk mit Gästen ein. Auf dem Podium sitzen: Leon Löwentraut, Dirk Geuer und die geförderten Künstler. 

Erwartet werden auf Sylt u.a. folgende Gäste: Die Olympiasiegerin im Fechten Britta Heidemann mit ihrem Lebensgefährten, dem Air Race Weltmeister Matthias Dolderer, die bald ihr erstes gemeinsames Kind erwarten, der Kunst- und Kultblogger David Roth von "Dandy Diary".  

Programm der „be a mover Art Night“: 3. September 2020 – Neue Bootshalle List, am Hafen 5 - Sylt

16:30 – 17:00 Uhr Führung durch die Ausstellung mit den drei geförderten Künstlern mit Dirk

Geuer und dem be a mover-Team – Schwerpunkt: Die Arbeiten der drei Künstler 

17:00 Führung mit Leon Löwentraut und Dirk Geuer durch die gesamte Ausstellung Geuer / Ausstellungsbesuch in Kleingruppen

18:30 Art-Talk mit TV-Moderator Wolfram Kons zum Thema "Kunst in Zeiten von Corona" und "Nachwuchsförderung" mit Dirk Geuer, Leon Löwentraut und den drei Künstler

19:15 Ende Talk / weitere Ausstellungsbesuche möglich / Getränke / Presseinterviews

21:00 Ende

Die Plätze sind streng limitiert, der Zutritt erfolgt nur mit Mund-Nasen-Maske | RSVP |.

 

 

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21.08.2020 KURATIERT VON DANIEL KOTHENSCHULTE

GFDK - Kultur und Medien - Filme Kino und TV

Das Kino ist ein Garten der Lüste, voller ebenso appetitlicher wie manchmal auch verbotener Früchte.

Schon im ersten Filmprogramm der Geschichte, das die Brüder Lumière am 28. Dezember 1895 im Pariser Grand Café aufführten, fand sich – als erster Slapstickfilm überhaupt - der 50-Sekunden-Film „Der begossene Gärtner“.

In einer Reise durch alle Epochen der Filmkunst und Avantgarde erweisen sich Gärten als Schauplätze zwischen Realität und Phantasie.

Im frühen Farbfilm „A Day with John Burroughs“ (1918) zeigt der hochbetagte literarische Naturforscher Kindern die geliebte Wildnis vor seiner Blockhütte.

Orson Welles gab sein Regiedebüt in einem Stummfilm als 17-jähriger in einer improvisierten Version von Shakespeare’s Twelveth Night, gefilmt mit Freundin im Garten seines Internats. Spätere Avantgardefilmer scheinen nahtlos anzuknüpfen an die frühen Experimente:

Der legendäre amerikanische Filmkünstler Kenneth Anger drehte 1953 seinen Klassiker Eaux d’Artifice im Garten der Villa d’Este in Tivoli, wo er grandiose Wasserspiele zu einem suggestiv-erotischen Bildgedicht montierte.

Die Schottin Margaret Tait war bereits 80, als sie 1998 in Garden Pieces einen Gleichklang aus fotografierten Blumen und abstrakter Zeichnung herstellte.

Ihre peruanische Kollegin Rose Lowder dokumentierte blühende Gärten in delirierend flatternden Einzelbildern – gar nicht unähnlich zu Walt Disneys Farbkaskaden zum Hummelflug in „Bumble Boogie“ (1946).

Doch auch ein gewöhnlicher Vorstadtgarten bietet Potential für mythologische Begegnungen: Im Trickfilmklassiker „A Unicorn in the Garden“ (William T. Hurtz, 1953) versucht ein Ehemann vergeblich, seine skeptische Frau davon zu überzeugen, wenigstens einen Blick auf den seltenen Besucher im Garten zu werfen.

Zum Abschluss führt die Kölner Filmemacherin Undine Siepker in ihrem Dokumentarfilm "Ali sein Garten" an den mythischen Urgrund (klein-)bürgerlicher Gartenträume - einen Schrebergarten im Ruhrgebiet.

Alle Stummfilme des Programms werden vom Kurator Daniel Kothenschulte selbst auf dem Klavier begleitet.

BURG LEDE BONN, SAMSTAG 22. AUGUST 2020, 21 UHR – ANMELDUNG ERFORDERLICH

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19.08.2020 hr-Sinfonieorchester und hr-Bigband

GFDK - Kultur und Medien

Es geht wieder los - Die beiden Orchester des Hessischen Rundfunks starten Mitte September in die Konzertsaison 2020/21.

Den Anfang macht das hr-Sinfonieorchester mit den letzten drei Mozart-Sinfonien Nr. 39, 40 und 41 in der Alten Oper Frankfurt am 10. und 11. September, während die hr-Bigband zur Saisoneröffnung am 10. und 12. September im hr-Sendesaal ihr „Echoes of Ellington“-Programm nachholt, das sie im März verschieben musste.

Die ursprünglich angekündigten Konzerte mussten teilweise geringfügig geändert oder komplett neu zusammengestellt werden. Grund hierfür war, dass die Konzerte gemäß der allgemeinen und hr-eigenen Pandemie-Maßnahmen eine maximale Länge von 60 Minuten aufweisen dürfen.

Außerdem wurde in der Sommerpause ein Hygienekonzept für den hr-Sendesaal erarbeitet, das derzeit eine maximale Belegung von 200 Plätzen vorsieht.

Die Alte Oper Frankfurt hat ebenfalls ein entsprechendes Hyginekonzept für ihre Räumlichkeiten entwickelt. „Um jedoch trotzdem möglichst vielen Zuschauer*innen die Möglichkeit zu geben, das Konzertprogramm zu erleben, wird es pro Abend zwei Konzerte geben, jeweils um 18.30 und 20.30 Uhr im hr-Sendesaal, in der Alten Oper um 18 und 20.30 Uhr“, begründet hr-Musikchef Michael Traub die Entscheidungen,

„Ferner erhalten unsere Abonnent*innen ein Vorkaufsrecht, die Einzelkarten gibt es ab 27. August. Die Kartenpreise für die ersten Konzerte der Saison haben wir den Gegebenheiten entsprechend angepasst.“

Wie derzeit bei vielen Veranstaltern üblich, wird aus Hygienegründen keine Abendkasse durchgeführt, stattdessen müssen alle Tickets vorab gebucht werden.

„Wichtig für unsere Kartenkäufer*innen ist außerdem, dass bereits gekaufte Karten für die ursprünglich geplanten Konzerte vom hr-Ticketcenter rückabgewickelt werden. Dazu kontaktieren wir – soweit möglich – alle Karteninhaber*innen. Tickets für die nun stattfindenden Konzerte müssen sie nämlich neu erwerben“, erklärt Michael Traub.

Konzerte in der Alten Oper Frankfurt

Saisoneröffnung: Mozart 39, 40, 41 – Eisler
hr-Sinfonieorchester; Matthias Goerne, Bariton; Andrés Orozco-Estrada, Dirigent

Donnerstag, 10. September, 18 Uhr, Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
Michael Langemann: Zug der Schatten (Scherzo Oscuro) - Auftragswerk des hr – Uraufführung
Hanns Eisler: Ernste Gesänge
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 39 Es-Moll KV 543

Donnerstag, 10. September, 20.30 Uhr, Alte Oper, Großer Saal
Michael Langemann: Zug der Schatten (Scherzo Oscuro) (Auftragswerk des hr – Uraufführung)
Hanns Eisler: Ernste Gesänge
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Freitag, 11. September, 18 und 20.30 Uhr, Alte Oper, Großer Saal
Ian A. Frederick: Reverie (Auftragswerk des hr–Uraufführung)
Hanns Eisler: Ernste Gesänge
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 („Jupiter“)

Karten: je 39/29/19 Euro – Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Konzerte im hr-Sendesaal


Donnerstag, 10. September, je 18.30 und 20.30 Uhr
Echoes of Ellington – Part I

Arrangements von Alexander von Schlippenbach, Aki Takase und Jim McNeely
hr-Bigband; Alexander von Schlippenbach, Klavier; Aki Takase, Klavier; Jim McNeely, Leitung
Karten: 20 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Samstag, 12. September, je 18.30 und 20.30 Uhr
Echoes of Ellington – Part II

Arrangements von Miho Hazama und John Beasley
hr-Bigband; Jim McNeely, Leitung
Karten: 20 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Mittwoch, 16., und Donnerstag, 17. September, je 18.30 und 20.30 Uhr
Auftakt-NEU: La muse et le poète

hr-Sinfonieorchester; Bruno Philippe, Violoncello; Stathis Karapanos; Flöte; Christoph Eschenbach, Dirigent
Camille Saint-Saëns: La muse et le poète
André Jolivet: Flötenkonzert
Camille Saint-Saëns: 1. Cellokonzert
Frank Martin: Ballade
Karten: 24 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Sonntag, 20. September, 18 Uhr
Kammermusik-NEU: Fantasiestücke

Nicolas Cock-Vassiliou, Oboe; Sophie Patey, Klavier
Ein fantastisches Programm mit Fantasiestücken, Variationen und mehr

Mittwoch, 23., und Donnerstag, 24. September, je 18.30 und 20.30 Uhr
Barock+-NEU: Per Mandolino

hr-Sinfonieorchester; Avi Avital, Mandoline; Ton Koopman, Dirigent
Unico Wilhelm van Wassenaer: Concerto Armonico Nr. 2
Johann Nepomuk Hummel: Mandolinen-Konzert
Pietro Locatelli: Concerto op. 7 Nr. 6 “Il pianto d'Arianna”
Ludwig van Beethoven: Egmont – Suite
Karten: 24 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Freitag, 25. September, je 18.30 und 20.30 Uhr
West Side Story

hr-Bigband; Jörg Achim Keller, Leitung
Karten: 20 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Mittwoch, 30. September, und Donnerstag, 1. Oktober, je 18.30 und 20.30 Uhr
hr-Sinfoniekonzert-NEU: Schostakowitsch 14

hr-Sinfonieorchester; Miina-Liisa Värelä, Sopran; Mika Kares, Bass; Klaus Mäkelä, Dirigent
Dmitrij Schostakowitsch: 14. Sinfonie
Karten: 24 Euro - Vorkaufsrecht für Abonnent*innen, Einzelkartenverkauf ab 27. August auf www.hr-ticketcenter.de oder unter Telefon: 069/155-2000, -4111, -6655

Bei allen Konzerten gilt:
• Mund-Nasen-Schutz während des Ein- und Auslasses, MNS darf am Platz abgenommen werden.
• Keine Pause
• Kein Catering
• Keine Garderobe (im hr-Sendesaal)
• Vorerst keine Abendkasse
• Hinterlegung der persönlichen Daten zur eventuellen Nachverfolgung
• Alle Tickets sind personalisiert und nicht übertragbar

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19.08.2020 Kunstwerke im inklusiven Kontext

GFDK - Kultur und Medien

Am 6. September 2020 öffnet mit RoboLAB 2020 ein neuer Kunstort und eine neue Projektreihe in Köln ihre Pforten. Den Startschuss macht die Ausstellung Circolaris – Es ist der Beginn einer Reise.

Circolaris ist auch der Name der barrierefrei begehbaren Großskulptur, die auf dem Odonien-Gelände von Odo Rumpf geschaffen wurde. Sie dient zukünftig als bleibender Ort für die inklusiven, spartenübergreifenden RoboLAB Kunst- und Kulturprojekte.

RoboLAB dockt an das Roboterkunstfestival Robodonien an. Während das Roboterkunstfestival kinetische Kunstwerke zeigt, werden im Rahmen der RoboLAB-Projekte Kunstwerke im inklusiven Kontext produziert.

Dieses Jahr war der erste Schritt die Herstellung des künstlerischen Raumes Circolaris als dauerhafte Heimstätte des RoboLAB-Projekts.

Im zweiten Schritt entwickelte der Ideengeber Nils Rottgardt gemeinsam mit Künstlern mit und ohne Beeinträchtigung eine inklusive, ortsspezifisch angelegte Ausstellung innerhalb der Skulptur. Zu sehen und hören sind Fotografien, Videos, Objekte, Klang und Lichtkunst.

Die Ausstellung Circolaris
Vernissage: 06. September 2020, ab 18:00 Uhr
Öffnungszeiten: 07. - 10. September 2020, 19:00 – 21:00 Uhr
Odonien, Hornstr. 85, 50823 Köln
Kontakt: robolab@odonien.de

Teilnehmende Künstler:
Martin Czichorowsky – Lichtdesign
Bernard Mescherowsky (Leib+Seele Produktionen) – Video
Jörn Neumann – Fotografie
Martin Widyanata – Sound
Andrea Wolf – Objekte

Odo Rumpf – Bildhauerei
Nils Rottgardt – Gesamtkonzept

Weitere Arbeiten:
FH Dortmund, Fachbereich Design – Entwürfe für Design und Inklusion (Seminar unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel René Marburger)
KISD – Prototypen für barrierefreie Interaktive Formen (Seminar unter der Leitung von Prof. Lasse Scherffig und Kal Spelletich)

RoboLAB: Ausblick und Hintergrund
Ab September 2020 sind Künstler mit und ohne Beeinträchtigung dazu eingeladen, Circolaris als Labor zu betrachten und zu nutzen.

Sie können an diesem Ort mit künstlerischen Mitteln eine inklusive Normalität erforschen und herstellen. In einem inklusiven Workshop-Verfahren werden Ideen und Konzepte für die kommende Projekte entwickelt.

Die Skulptur ist ein Raumschiff. Ein Symbol für den Aufbruch zu Neuem, Unbekanntem und Zurückgelassenem.

Interdisziplinäre mixed-abled Kunstprojekte eröffnen die Möglichkeit, in neue und ungewöhnliche Bereiche der Kunst vorzustoßen. Hierbei können Positionen artikuliert werden, die sonst vielleicht selten sichtbar sind oder gerne überhört werden.

Inklusion wird permanent durch individuelle, gesellschaftliche, ökonomische und strukturelle Diskriminierung beschnitten, Corona verstärkt das noch.
RoboLAB will benennen und offenlegen, in Frage stellen und sich dabei selbst überprüfen. Es gilt den Dogmatismus und die Vorurteile in uns selbst zu entdecken – denn das ist die Voraussetzung, um sie überhaupt verwerfen und überwinden zu können.

Das Kölner Kulturamt hat seit 2018 das Referat Kultur als Akteur der Stadtgesellschaft – kulturelle Teilhabe eingerichtet.

„Ein notwendiger und richtungsweisender Schritt hin zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, so Nils Rottgardt, verantwortlich für das Gesamtkonzept von RoboLAB.

Es sei Odonien als Kulturort ein Anliegen Räume für eine diverse Stadtgesellschaft herzustellen und gleichzeitig Labor und Akteur einer partizipativen Stadt- und Quartiersentwicklung zu sein.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden haben Rottgardt und der Bildhauer Odo Rumpf RoboLAB als kontinuierlich wiederkehrende Projektreihe konzipiert.

Sie möchten damit eine Einladung an die Stadt, die Stadtgesellschaft und ihre Künstler aussprechen, diesen Ort zu nutzen und zu unterstützen und Entwürfe einer gelebten kulturellen Vielfalt zu entwickeln, die wegweisend für das Zusammenleben in Köln sein sollen.

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18.08.2020 aufsehenerregende Fotokunstaktion

GFDK - Kultur und Medien

"KOMMT RHEIN" - STEPHAN KALUZA - ANDREAS QUARTIER - der Rhein als Wegweiser in das Wohnzimmer Düsseldorfs. Neue aufsehenerregende Fotokunstaktion von Stephan Kaluza im Hauptgebäude des Andreas Quartiers.

Unter dem Titel „Kommt rhein“ präsentierte das Andreas Quartier eine neue Fotokunstinstallation des Düsseldorfer Künstlers Stephan Kaluza und setzt damit die seit Anfang des Jahres bestehende Kooperation mit dem Künstler weiter fort.

Bis Oktober ist die Bodeninstallation, die vom imposanten Haupteingang des Andreas Quartiers bis in die erste Etage des ehemaligen Amts- und Landesgerichts führt, zu bewundern.

Das knapp 30 Meter lange Kunstwerk zeigt eine vergrößerte und begehbare Fotomontage vom Rhein, dessen Flussbett vom sandigen Ufer über das Kiesbett bis hin zur Flussmitte dargestellt wird und vom Besucher Stufe für Stufe abgegangen werden kann. 

Damit knüpft das Andreas Quartier an die seit April 2020 bestehende aufsehenerregende Fotokunstaktion Kaluzas an der Außenfassade des Gebäudes an.

Diese zeigt eine auf Bannern abgebildete Panoramaaufnahme des Rheins, die sich über die gesamte Hauptfassade an der Mühlenstraße auf einer Länge von über 100 Metern erstreckt.

Kaluza, der in seinem Rheinprojekt den gesamten Rhein von der Quelle im schweizerischen Piz Badus bis zur Mündung in Rotterdam zu Fuß abgelaufen ist, hat dabei den linken Uferstreifen des Rheins in über 21449 Fotografien künstlerisch festgehalten und als erster und einziger Künstler lückenlos dokumentiert.

Das entspricht einer Gesamtlänge von 1.620 km. Alle 70 bis 90 Meter hat er innegehalten und das gegenüberliegende Ufer fotografiert. 

Da aufgrund der Corona-Pandemie die Museen im Frühjahr geschlossen waren und die Menschen nicht zur Kunst kommen durften, wurde mit der Aktion im öffentlichen Raum die Kunst zu den Menschen gebracht.

Uwe Schmitz, Kunstförderer und Vorstand des Unternehmens Frankonia Eurobau AG, war es wichtig, in der schwierigen Zeit mittels der Kunst ein positives Zeichen zu setzen und Zuversicht zu vermitteln.

Da passte die Fotokunstaktion mit Stephan Kaluza thematisch perfekt ins Haus, da Wasser und Kunst ein Themenschwerpunkt im Andreas Quartier bilden.

Der Künstler HA Schult hat mit dem Kunstprojekt Action Blue im gesamten Hotelbereich den Anfang gemacht. Zudem fließt die Düssel direkt unter dem Andreas Quartier hindurch und mündet in den Rhein. Diese Begebenheit war auch Auslöser für beide Kunstaktionen.

Dirk Geuer, der das Projekt mit seiner Galerie Geuer & Geuer unterstützt und begleitet, ergänzt: "Künstler können wie Seismographen für unsere Gesellschaft sein und ihre Kunst kann uns helfen, die Begebenheiten unserer Zeit besser zu verstehen.

Das Andreas Quartier macht die Kunst von Stephan Kaluza auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten erlebbar.
Nun führt das Andreas Quartier seinen Themenschwerpunkt weiter fort und setzt mit „Kommt rhein“ ein weiteres positives Zeichen.

Mit Hilfe der Fußbodeninstallation, die an der Haupteingangstreppe unter dem imposanten Portikus an der Mühlenstraße 34 beginnt, möchte Uwe Schmitz Besucher und Gäste nach dem kulturellen Stillstand wieder ins Wohnzimmer Düsseldorfs „reinführen“.

Für acht Wochen wird die Kunstaktion von Stephan Kaluza, die von der Galerie Geuer & Geuer Art unterstützt wird, dort kostenfrei zu sehen sein. 

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10.08.2020 Fragmente eines Ängstlichen

GFDK - Kultur und Medien

"Schicksalsschläge lassen sich ertragen – sie kommen von außen, sind zufällig. Aber durch eigene Schuld leiden – das ist der Stachel des Lebens." (Oscar Wilde)

Eine verlassene Fabrikhalle am Rande der Stadt, irgendwo im Nirgendwo.

Ein Stahlträger, mit Tauben darauf. Der 17-jährige legt an, drückt ab. Der Vogel fällt zu Boden, zuckt nur kurz. Beim nächsten dauert es länger … Renard Castner erinnert sich. Bilder, so klar, als wäre alles gestern geschehen.

Aber im Grunde spielt die Zeit keine Rolle. Eine Handlung ist eine Handlung. Unabhängig von Gegenwart und Vergangenheit verbleibt das Wissen, sinnlos getötet zu haben.

Stephan Kaluzas neuer Roman "Fragmente eines Ängstlichen" seziert messerscharf, was die Gewissheit, sich am Leben vergangen zu haben, aus Menschen macht: Filmemacher Castner, der Todesschütze von damals, ist inzwischen 57 Jahre alt.

Seine Schuldgefühle haben ihn zum Kontrollfreak und exzessiven Hypochonder werden lassen. Während der Dreharbeiten zu einem neuen Film trifft er auf den Anthropologen Pollock, mit dem ihn das Schicksal der irreparablen Schuld verbindet.

Denn Pollock muss sich eingestehen, als Wissenschaftler an einem Genozid an Indigenen in Panama beteiligt gewesen zu sein.

Ungewöhnlich geht es weiter in "Fragmente eines Ängstlichen":

In Paris nimmt der Bewässerungsingenieur Sahin eine unbekannte Frau mit auf sein Hotelzimmer, was sich als fatal erweisen wird; die kleine Aní begleitet ihren Stiefvater beim Drogenschmuggel auf dem Rio Chucunaque in Panama und lässt ihn regungslos im Fluss ertrinken; in einem Leichenschauhaus in Los Angeles ritzt die Putzfrau Ina Zeichnungen in die Haut eines Toten und beginnt einen ebenso blutigen wie auch bizarren Roadtrip durch Kalifornien; ein Mann öffnet den Gullydeckel einer Straße und findet sich an einem Fluss wieder, der sich in einem endlos scheinenden Sandmeer verliert.

Auch wenn diese Geschichten zunächst dem Anschein nach nichts miteinander zu tun haben, werden sie im zweiten Teil des Romans ihre überraschenden Verknüpfungen zu Castner und Pollock preisgeben.

"Castor und Pollux galten in der Antike als Schutzpatrone der Seefahrer, an deren Sternbild sie sich auf dem Meer orientierten", erklärt Stephan Kaluza und fährt fort:

"Wasser, ob im Ozean, im Fluss, in der Tropfsteinhöhle oder im Putzeimer, ist das verbindende Element aller Handlungsebenen in meinem Roman.

Es sind also nicht Verwandtschaften oder Gesellschaften, die den Plot verknüpfen, sondern ein Element, das sich überall und in allem wiederfindet, zu jeder Zeit.“

Dem Maler, Fotografen und Autor Stephan Kaluza geht es nicht um vordergründige Effekte, sondern um existenzielle Fragen des Menschseins.

Schonungslos und mit chirurgischer Präzision lotet der Autor auf 400 Seiten die seelischen Abgründe seiner Figuren aus. Spannend, klug, ohne falsche Scham – anspruchsvolle Leselust im Corona-Sommer 2020.

Vorherige Publikationen:

„Transit“, Edition Cantz, 2020 (mit Dieter Nuhr)

„Mechanik Sehnsucht; Kunsterzeugung und Betrachtung“, Edition Cantz, 2019

„Das Buch der sinnlosen Wege“, Grupello Verlag, Düsseldorf, 2019, Grotesken

„First Real“, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2018, Theaterstück

„Demarkation/Transit“, Kerber Verlag, Berlin, 2018

„Ein möglicher Ort“, Frankfurter Verlagsanstalt, 2016, Roman

„Atlantic Zero, 3D, Sand“, Suhrkamp Spectaculum, 2015, Theatersstücke

„30 Keller“, Frankfurter Verlagsanstalt, 2014, Roman

„Geh auf Magenta“, Frankfurter Verlagsanstalt, 2013, Roman

„Weil ich es kann“, Suhrkamp Verlag, Berlin, 2012, Theaterstück

„Felder“, Dumont Verlag, Köln, 2011

„The right to protest“, Hrsg. Museum of the Seam, Jerusalem, 2010

„The Thames-Project - complexe 2“, Thames & Hudson Ltd, London 2009

„Die unsichtbare Mauer“, Dumont Verlag, Köln, 2009

„Das Rheinprojekt - complexe 1“, Verlag der Buchhandlung Walter König/ Dumont Verlag, Köln, 2007

„Schrift, Bilder, Denken – Die Kunst der Gegenwart und Walter Benjamin“, Hrsg. Peter Herbstreuth, Haus am Waldsee, Berlin, 2006

„Declaration“, Hrsg. National Museum of contemporary Art, Seoul, 2006 

 

 

 

 

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