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12.11.2019 Nachfolge richtig regeln – aber wie

150.000 Familienunternehmen übergeben, aber wie?

von: GFDK - Kultur und Medien

Gemäß des Instituts für Mittelstandsforschung stehen zwischen 2018 und 2022 rund 150.000 Familienunternehmen zur Übergabe an. Davon werden etwa 2,4 Mio. Beschäftigte betroffen sein. In NRW, dem Bundesland mit dem größten Unternehmensbestand, sind mit ca. 32.000 Firmen die meisten Übertragungen zu erwarten.

Grund genug für den Wirtschaftsverband DIE FAMILIENUNTERNEHMER sich dem Thema „Nachfolge“, das neben der erfolgreichen Unternehmensführung zu den wichtigsten Aufgaben einer Firma zählt, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu widmen.

Informationen dazu erhielten jetzt mehr als 50 Unternehmer im Industrie-Club Düsseldorf: Auf dem Podium referierten und diskutierten die Experten: Dr. rer. pol. Daniel Gerbaulet, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen, der in seinem Vortrag erst einmal über die Grundlagen und Formen der Nachfolge sowie die Bestimmung des Unternehmenswertes sprach.


Peter Lamers, Rechtsanwalt, Leiter Legal Public Sector Operations, KPMG Law, der die Risiken ungeregelter Nachfolge thematisierte und Manuel von Möller, Geschäftsführender Gesellschafter der BÄRO GmbH & Co. KG, der das Thema aus der  Sicht eines Praktikers anging - „Ich habe gekauft!“ - und die für seine Unternehmens-Aquisition angewandte Entscheidungsmatrix offen darstellte.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Buchautorin Martina Grünewald-Ernst („Chef im eigenen Gehirn“) und Geschäftsführerin und Inhaberin von „LeaCo Lab - Institut für angewandte Wirtschaftspsychologie“ und Buchautorin.

Das Resüme der Veranstaltung lautet: Eine gut vorbereitete Unternehmensnachfolge beinhaltet harte und weiche Erfolgsfaktoren, die gleichermaßen zu berücksich­tigen sind. Zu den harten Faktoren zählen: Die Bestimmung des Unternehmenswertes, die Risiken einer geplanten und ungeplanten Übertragung sowie praktische Lösungsansätze für  Unternehmenseigner und Nachfolger.

Udem wurde festgestellt, dass weiche Faktoren bei der Auswahl des Nachfolgers oder dem „Loslassen können“ seitens des Unternehmenseigners ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Lothar Grünewald, Vorstand von DIE FAMILIENUNTERNEHER Bergisches Land, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Krefelder Unternehmer Mathias Brauner organisierte, betonte: „Eine Unternehmensnachfolge ist ein höchst komplexer Prozess und für alle Beteiligten eine große Herausforderung.“

Auch deshalb gibt es eine Fortsetzungsveranstaltung. Die beschäftigt sich in erster Linie mit den psychologisch-sozialen Faktoren einer Nachfolge, also den weichen Faktoren, und findet am 17.03.2020 im Rathauspalais in Solingen Ohligs statt. 

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