hamburger-retina
23.06.2021 Zugang zu den Museumsschätzen

Eine Lösung für Demenz Erkrankte - Weltberühmte Meisterwerke im Pflegeheim

von: GFDK - Kultur und Medien

Als die Museen aufgrund des Lockdowns in Coronazeiten einen massiven Besucherschwund verzeichneten, zogen viele Häuser die Reißleine. Sie digitalisierten weite Teile ihrer Bestände und öffneten ihre hochkarätigen Ausstellungen für den virtuellen Rundgang. Ganz vorne mit dabei: Das berühmte Rijksmuseum in Amsterdam, das im vergangenen Jahr allein einen Rückgang von zwei Millionen Kulturhungrigen zu verkraften hatte.

Dass sich aus dem digitalen Zugang zu Kunst viel mehr machen lässt als ein virtueller Museumsbesuch, zeigt das Beispiel von Tover. Das niederländische Startup hat mit der Tovertafel eine Lösung für an Demenz Erkrankte entwickelt, die inzwischen weltweit in zahlreichen Pflegeeinrichtungen für positive Gesundheitseffekte sorgt - seit Neuestem auch über einen ganz besonderen Zugang zu Kunst.

 Die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen können die berühmten Gemälde interaktiv als große leuchtende Bilder vor sich entstehen lassen und gemeinsam erleben.

„Die Dienstmagd mit Milchkrug“ von Johannes Vermeer, die „Kinder des Meeres“ von Jozef Israëls oder der „Morgenritt am Strand“ von Anton Mauve: Per Lichtprojektion lässt die Tovertafel beim jüngst entwickelten Spiel „Masterpieces“ bunte Farbkugeln über jeden gewöhnlichen Tisch rollen.

Handbewegungen bringen sie zum Platzen. Mit jeder Farbexplosion enthüllt sich den Spielerinnen und Spielern ein wenig mehr von einem der Meisterwerke, die das Rijksmuseum in Amsterdam zum Besuchermagneten machen. 

Video: So funktioniert das Tover-Spiel „Masterpieces“ (MP4)

“Wir wollten auch Menschen mit kognitiven Herausforderungen den Zugang zu den Museumsschätzen ermöglichen. Indem wir berühmte Werke aus der Sammlung des Rijksmuseums auf die Tovertafel projizieren, können auch sie diese Meisterwerke genießen“, sagt die gebürtige Amsterdamerin und Industriedesignerin Hester Anderiesen Le Riche.

Zum Genuss gesellt sich dabei auch eine therapeutische Wirkung. „Gemeinsame Erlebnisse mit wiedererkennbaren Themen helfen Menschen mit Demenz nachweislich aus Isolation und Apathie“, so die Expertin für stimulierende serious games. 

Auf diesem Prinzip beruht ihre 2015 im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelte Tovertafel.

Das gemeinsam mit Neurologen und Pflegeexperten von ihr ausgetüftelte KI gestützte Spielesystem wird inzwischen weltweit von zahlreichen Pflegeeinrichtungen zur Aktivierung von Menschen mit kognitiven Herausforderungen eingesetzt. „Tover“ ist das niederländische Wort für Zauber.

Den Zauber erzeugt ein in die Software integriertes künstliches neuronales Netzwerk, das Hände, deren Position, Geschwindigkeit und Gesten erkennt und sie in die Interaktion des Spieles mit den Spielerinnen und Spieler umwandelt.

In mehr als 5.500 Pflegeeinrichtungen sorgt die Tovertafel für Gemeinschaftserlebnisse, Spaß und Entspannung. Allein in Deutschland nutzen 500 Pflege- und Seniorenheime die innovative Anwendung.

Mit ihren jeweils auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Spielerinnen und Spieler abgestimmten Aktivierungsspielen führt sie nachweislich zu positiven Gesundheitseffekten bei an Demenz Erkrankten und Menschen mit Behinderung. 

Über Tover
Mit der Tovertafel (dt. Zaubertisch) sorgt eine leicht in jeden Pflegealltag integrierbare Neuerung aus den Niederlanden für große Freude in deutschen Pflegeheimen, Kliniken und Senioreneinrichtungen. Die Niederländerin Hester Anderiesen Le Riche hat ihre interaktive Spieleplattform 2015 im Rahmen ihrer Doktorarbeit im Fachbereich Industriedesign entwickelt.

Per Lichtprojektionssystem werden bunte Blumen oder Seifenblasen auf jeden Tisch projiziert und laden Menschen mit Demenz spielerisch zur Interaktion mit ihrer Umwelt ein. In mittlerweile mehr als 5.500 Pflegeinstitutionen weltweit, darunter 500 Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen in Deutschland, sorgt die Tovertafel für Anregung, Bewegung, Spaß und Entspannung. 

Top