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02.10.2019 Einkaufsratgeber Daunen

Gänsedaunen – Ein Einkauf mit Schmerzen für die Gänse

von: GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz

Kaum wird es kälter, erwärmt sich die Mode- und Textilindustrie wieder für Daunen. Doch VerbraucherInnen sollten hier nicht zugreifen, ohne sich vorher zu informieren. Denn die Daunen in Jacken, Kissen, Decken und ähnlichen Produkten stammen in der Regel von Gänsen und Enten aus der Intensivtierhaltung.

Und damit nicht genug – im schlimmsten Fall leiden die Tiere unter grausamem Lebendrupf oder der Stopfmast. Wenn der Konsument Tierleid komplett ausschließen möchte empfiehlt VIER PFOTEN, auf Daunen-Alternativen zurückzugreifen.

Denn diese nehmen es in Punkto Wärme und Qualität locker mit Daunen auf. Wenn man Daunenprodukte bevorzugt, sollte man immer auf entsprechende Standards wie Responsible Down Standard (RDS) oder Global Traceable Down Standard (Global TDS) achten, um Tierqual mit größtmöglicher Sicherheit auszuschließen. Mit diesem Ratgeber gibt VIER PFOTEN alle notwendigen Informationen zum wohlig-warmen Wintereinkauf.

Gänsedaunen – Ein Einkauf mit Schmerzen

Lebendrupf findet noch immer auf Gänsefarmen in Osteuropa und China statt – eine für die Tiere extrem schmerzhafte Prozedur. Aber für den Besitzer von Elterntiergänsen, die mehrere Jahre gehalten werden, lohnt der Lebendrupf.

Denn so hat er die Möglichkeit, die Gänse immer wieder zu rupfen, sobald die Daunen bei den Tieren nachgewachsen sind. Bei Totrupf dagegen kann der Halter sein Tier nur einmal rupfen. Aber auch Totrupf ist kein Garant für tierfreundliche Produktionsmethoden – selbst, wenn sie nicht gerupft werden, leiden Gänse häufig in ihrem kurzen Leben an tierquälerischer Stopfmast.

Enten und „abgefallene“ Daunen

Enten werden nicht gerupft. Doch auch diese Tiere leben nicht in einer artgemäßen Haltung: Die meisten Enten werden in Intensivtierhaltung gemästet und es werden Millionen Tiere für die Stopfleberproduktion gequält. Schließlich ist diese auch heute noch in Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien, Belgien und China erlaubt. Aus diesen Stopfmastproduktionen können ebenfalls Daunen stammen.

Alternative und Punktsieger: Pflanzliche oder synthetische Jacken

Daunen müssen heutzutage nicht mehr sein: Die Pflanzenfaser Kapok, die sogenannte „Pflanzendaune“, eignet sich bestens als Daunenersatz. Die Palmenfaser kostet ähnlich viel wie Daunenprodukte und isoliert hervorragend. Jacken und Decken mit Kapokfüllung sind im Fachhandel erhältlich.

Weitere Option: Moderne, hochwertige synthetische Produkte. Sie sind genauso warm wie Daunen, haben aber viele Vorteile, gegenüber tierischen Produkten:

  • Sie werden tierfreundlich hergestellt
  • Sie sind in der Regel preiswerter
  • Sie sind im Vergleich zu Daunen feuchtigkeitsresistent
  • Sie können recycelt werden und sind lange haltbar

Rückverfolgung der Lieferkette hilft bei Daunenprodukten

Allgemein ist es am tierfreundlichsten, auf Daunen zu verzichten. Wer sich dennoch für Daunen entscheiden möchte, sollte auf glaubwürdige Standards achten, wie etwa den Responsible Down Standard (RDS), den Global Traceable Down Standard (Global TDS) oder den Downpass 2017.

Diese Standards stehen unter anderem für eine verlässliche Rückverfolgbarkeit bei der Lieferkette. Produkte mit dieser Auszeichnung können eine größtmögliche Sicherheit geben, dass zu ihrer Herstellung auf Lebendrupf und die Stopfmast verzichtet wurde.

Doch Tierqual findet trotzdem statt: Denn Daunen kommen meist aus der Intensivtierhaltung. Die Standards können eine komplett artgemäße Haltung mit Wasserzugang und Auslauf für das Wassergeflügel nicht garantieren. VIER PFOTEN fordert deshalb umgehend, dass diese Standards in Zukunft strenge Vorgaben erfüllen und den Tieren ein Wasserzugang sowie Auslauf gewährt wird.

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