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13.10.2021 Was kann K alles?

K wie Klima. K wie Konsum. K wie Katastrophe - Ausstellung von Gila Abutalebi

von: GFDK - Kultur und Medien

Die Natur ohne den Menschen ist möglich! Der Mensch ohne Natur? Unmöglich

Ich befinde mich stets auf der Reise der Weiterentwicklung meiner handgeschriebenen Arbeiten. Am Anfang stand das Wort, die Geschichte, die handgeschriebene Lyrik, mit sinnhafter Bedeutung.

Im Laufe der Zeit ist der Buchstabe übriggeblieben und mittlerweile zum puren Werkzeug geworden. Haupt Protagonist meiner Arbeiten ist seit über 10 Jahren der Buchstabe „K“, aber auch das „M“ und gelegentlich werden weitere „Gäste“ zum Werkzeug. (Buchstaben sind die Atome unserer Sprache!!!)

Was kann K alles? 2019 sagte mein Hirn: K wie Klima. K wie Konsum. K wie Katastrophe. K K K oder auch mal M? Macht? Mörder? Aber hinfort damit. Was kann K noch? Hinfort mit den schweren Gedanken! Ich spiele also mit K, visualisiere K und gehe mit K spazieren ...
Was macht mich glücklich?! Wirklich glücklich?!

So lese ich „Hectors Reise“ bzw. „Die Suche nach dem Glück“ von Francois Lelord. Hector, Psychiater und müde von seinen Patienten, vor allem, weil er nicht mehr weiß, wie er ihnen zu ihrem Glück verhelfen soll, reist durch die Welt und begibt sich auf die Suche nach dem Glück.

Derweil habe ich mein Glück schon lange gefunden, es war mir vielleicht nicht bewusst, aber im „Corona Jahr 2020“ war es mir klar: Die Natur! Das höchste Glück für mich ist Mutter Erde, die Natur in all ihrer Vielfalt und Schönheit – zu jeder Jahreszeit.

Glück bedeutet also einen innerlich empfundenen Zustand. Dieser Zustand macht etwas mit uns, die Botenstoffe in unseren Körpern flitzen umher und sorgen für ein äußerst angenehmes Gefühl ... wir sind glücklich! Ich bin glücklich - mit jedem Schritt in der Natur, mit all seinen Farben und Facetten. (Dabei muss ich immer wieder an Monet denken, denn ich bin mir sicher, er war ein überaus glücklicher Mensch)

Schon 2019 habe ich mit dieser Auseinandersetzung begonnen, angeregt durch die Diskussionen rund zum Thema Klima. Ich bin 2019 – 2020 durch Wälder und Täler, über Berge und Wiesen, durch Felder und Flüsse und ans Meer in den Ländern meiner Verwurzelungen gereist: Deutschland, Österreich, Iran und die Schweiz. Ich war überall glücklich – in der Natur! (Weniger mit den Menschen, denn der Mensch zerstört die Natur)

Meine Arbeit als gesamter Prozess betrachtet, teilt sich meist in eine zunächst schwer gedankliche Phase, somit der Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen. Ich füttere mein Hirn mit Informationen und diese wandern verarbeitet durch meinen Körper, werden zu Gefühlen und dann setzt sich automatisch Kraft der Intuition frei, was „raus“ will.

Gerade in der „Corona Zeit“ ist mir dieses Glück mit der Natur erst recht bewusst geworden. Bedingt durch die Kontakteinschränkungen bleibt dem Menschen nun die Natur – raus in die Natur! Wie gut, dass es doch die Natur gibt... Doch auch vorher war schon die Natur ein großes Thema! Und sie ist und bleibt ein großes Thema.

Und letztlich: was ist doch die Natur schön – aber wie lange noch? Das werden spätestens jetzt in diesen Zeiten auch viele andere Menschen begreifen... ob sie doch noch über sich hinauswachsen, bewusster und aktiv werden?! Oder werden sie jetzt die Natur „nur“ zu „Corona Zeiten“ genießen und sie danach wieder „links liegen lassen“? Somit vielleicht auch ihr Glück...?

Ich habe meine Eindrücke in der Natur gesammelt, tue es auch weiterhin und verarbeite diese nun in Auszügen, jedes Werk ist ein Ausschnitt, ein Teil, ein Einblick, eine Stimmung, eine Erinnerung...
Diese Serie ist also meine Auseinandersetzung mit Farben und Stimmungen, Gefühlen und Zuständen, vielleicht meine persönlichste Serie - bis jetzt. Die Reduktion der sichtbaren Sprache, die zusammengefügten Buchstaben, Rhythmus und Komposition, Licht und Schatten fordern mich heraus. Das K - der Buchstabe - ist also pures Werkzeug geworden, um die Schönheit der Natur, somit meine farbenfrohen Phantasiewelten zu visualisieren.

Bis zum heutigen Tage arbeite ich also an meinem Glück. Möge es nie enden...

Gila Abutalebi

Vernissage am 3. November bis zum 17. März 2022 - In der RESIDENZ am Dom in Köln, An den Dominikanern 6 - 8

Zur Vernissage am 3. November gibt es eine spannende Diskussionsrunde zum Thema „Glück & Natur“ .. 

Kuratiert wird beides von der Galeristin Karin Weber.

Anschließend geht die Ausstellung nach Dresden, in die Galerie Mitte, Vernissage am 24. März 2022.

Gila Abutalebi (*1971 in Ried, Österreich, lebt in Köln) studierte Wirtschaft, Sprachen, Schauspiel im In- und Ausland und entschied sich für die Bildenden Künste.

Schöpfend aus all ihren Berufungen (Moderatorin, Dolmetscherin, Sprecherin, Autorin, Schauspielerin, Lehrerin) hat die vielseitige Perserin ihre eigene abstrakte und narrative Bildsprache entwickelt: aus Buchstaben, Wörtern und eigenen Texten.

Sie setzt handgeschriebene lateinische Buchstaben als malerisch abstrakte Zeichen in Szene. Im Laufe der Jahre hat sie zwei langjährige und vielseitige Serien rund um die lateinischen Buchstaben K und M entwickelt.

Akribisch schreibt sie mit Acryl, Pigmenttinte und Lack auf transparente Materialien wie Plastik und Glas und spielt expressiv und poetisch mit Farben und Stimmungen. Das gezielt eingesetzte Licht ist Bestandteil ihrer mehrschichtigen Werke.

Ein Muss: Ihre Werke samt der Tiefen und Perspektiven live erleben! Sie selbst nennt ihr Schaffen „Transparente Lyrik“.
Gila Abutalebi hat ihre Wurzeln am Kaspischen Meer, im Nord Iran.

www.gilaabutalebi.world

Adamstr. 17 50996 Köln

europe@gilaabutalebi.de

look@gilaabutalebi.world 

Gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona-Hilfen und der GEDOK Köln.

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