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10.03.2022 Fitnessübungen für das Gehirn

Mehr Konzentration mit einfachen Änderungen im Lebensstil

von: GFDK - Kultur und Medien

Eine gute Konzentration fördert die Karriere, sie kann im Ernstfall aber auch lebensrettend sein, zum Beispiel im Verkehr. Wer sich problemlos konzentrieren kann, wird mit Arbeiten aller Art schneller und leichter fertig, das gilt natürlich auch für das Privatleben.

Doch was ist, wenn das Gehirn ständig auf Abwegen wandert? Dann klappt vieles nicht – oder nicht so gut wie gewünscht. Einige Menschen geben sich mit dieser Imperfektion zufrieden, dabei ist es relativ leicht, für mehr Konzentration zu sorgen und damit auf die Gewinnerspur zu gelangen.

Level 1: Einfache Schritte zu mehr Konzentration

Zuerst die einfachsten Schritte, die im Grunde jeder gehen kann, um mehr Konzentration zu gewinnen. Vieles in unserer Umgebung lenkt uns ab, allem voran das Handy, aber auch Dinge, die sich in unserer Umgebung abspielen, wie zum Beispiel das Straßengeschehen draußen hinter dem Fenster.

Diese Ablenkungsfaktoren lassen sich meistens leicht beseitigen, indem Sie zum Beispiel das Handy in einem anderen Raum lagern und die Vorhänge schließen. Falls sich die Ablenkungen nicht aus dem Raum entfernen lassen, entfernen Sie sich selbst und begeben Sie sich woanders hin, wo Sie nichts mehr stört.

Fertigen Sie sich eine detaillierte To-do-Liste an, eventuell sogar mit Zeitangaben, um sich selbst Grenzen zu setzen und zur Konzentration zu zwingen. Erstaunlich viele Menschen benötigen eine Art "Deadline" für ihre Tätigkeiten, um ernsthaft am Ball zu bleiben.

Das Multitasking muss dabei natürlich aufhören, damit kommt man nicht gut vorwärts und bringt im Zweifelsfall bestimmte Dinge nicht zu Ende. Erledigen Sie stets eine Aufgabe nach der nächsten, so gelangen Sie besser zum Ziel.

Level 2: Tiefer ansetzen und den Lebensstil umstellen

Wer den Konzentrationsmangel richtig leid ist, besitzt gewiss die Motivation, tiefer im eigenen Lebensstil zu graben. Zu wenig Nährstoffe und Bewegungsmangel sind häufige Auslöser dafür, dass das Gehirn auf Reisen geht.

Gesunde Ernährung begünstigt hingegen frisches und leistungsfähiges Denken. Mehrere Lebensmittel wurden bereits als sogenanntes Brain Food klassifiziert, wie zum Beispiel frische Beeren, Ginseng und Nüsse.

Ein weiterer Parameter, an dem Sie drehen können, ist der Sport: Laut verschiedener Studien stehen körperliche Fitness und Konzentration in direkter Verbindung, denn Bewegung wirkt sich positiv auf die Dopamin- und Serotoninausschüttung aus und verbessert damit nicht nur die Stimmung, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit. Dabei reicht meist bereits eine halbe Stunde intensive Bewegung am Tag, um spürbare Ergebnisse zu erzielen.

Und: Das Gehirn braucht Wasser, um ordentlich zu funktionierten. Sogar recht viel davon. Fachleute gehen von mindestens 2,0 Liter pro Tag für einen erwachsenen Menschen aus, doch auch 2,5 und 3,0 Liter sind im Gespräch. Süßgetränke sind damit nicht gemeint, ungesüßter Tee ist hingegen okay.

Level 3: Tägliche Fitnessübungen für das Gehirn

Auch tägliche Fitness-Übungen für das Gehirn wirken konzentrationssteigernd. Das kann durchaus spielerisch geschehen, zum Beispiel mit dem Klassiker Schach oder mit einem herausfordernden Puzzlespiel. Im Alltag gibt es darüber hinaus viele Situationen, die förmlich zu Hirntraining einladen.

Wie wäre es zum Beispiel, regelmäßig die Zeitung oder ein Buch rückwärtszulesen? Das kann sehr lustig sein und lässt nebenbei die Synapsen glühen. Oder die Zähne statt mit rechts, mit links zu putzen (oder andersherum, je nachdem, welche Hand Sie üblicherweise nutzen)?

Balancieren und Jonglieren gehören ebenfalls zu den Techniken, die die grauen Zellen maximal herausfordern und hoffentlich bald schon auf ein neues Level heben. Zu Anfang kann beides sehr mühsam sein, doch mit der Zeit bereitet es immer mehr Spaß, auch den Erwachsenen.

Ein gut trainiertes Gehirn behält viel leichter den Fokus als eines, das nur Müßiggang und Abschweifungen kennt. Deshalb lohnt es sich, das Work-out fürs Gehirn jeden Tag anzuwenden, wann immer sich eine Gelegenheit dazu ergibt. In der Vielfalt der Möglichkeiten ist gewiss für jeden etwas dabei!

Level 4: Ruhezeiten und Schlaf optimieren

Kein Organ kann ständig auf Hochtouren laufen, ohne aus dem Takt zu kommen. Auch das Gehirn braucht seine Pausenzeiten, vielleicht sogar mehr als alle anderen. Nachts toben sich die grauen Zellen in Form von Träumen aus, damit bewirken sie eine Art Frühjahrsputz. Aber auch von einer traumlosen Nacht profitiert das Gehirn, die Ruhezeit ist dringend nötig für eine gründliche Neuordnung im System.

Wahrscheinlich haben Sie es schon selbst erlebt: Ein Denkprozess, der am Abend stockte, kommt am nächsten Tag plötzlich wieder in Gang – mit bestem Ergebnis. Dieses Wunder vollbringt nur heilsamer Schlaf. Und, ja, auch eine kurze Ruhepause kann, wenn die Erschöpfung nicht zu groß ist, denselben Effekt bewirken.

Wenn Sie also lange Zeit hoch konzentriert gearbeitet haben und irgendwann nicht mehr vorwärtskommen, beißen Sie sich keineswegs fest, sondern schalten Sie eine Weile ab. In diesem Fall dürfen Sie die Vorhänge wieder öffnen, sich eine Tasse Kaffee bereiten und aus dem Fenster schauen.

Eine andere Variante, die Denkpause zu gestalten, besteht in einem kurzen Work-out, zum Beispiel auf dem Crosstrainer oder dem Ergometer. Helfen können aber auch einige einfache Atemübungen, zum Beispiel die Stern-Atem-Technik.

Dafür stellen oder setzen Sie sich aufrecht hin, ziehen die Schultern zurück und legen die Hände auf den Bauch. Wenden Sie die tiefe Atmung an, in den Bauch hinein, möglichst ohne den Brustkorb dabei zu heben. Atmen Sie langsam ein, während Sie bis 4 zählen. Dann halten Sie die Luft an und zählen bis 6.

Anschließend geht es wieder ans Ausatmen, während Sie bis 8 zählen. Das Ganze ein paar Mal wiederholen, schon kommt das Gehirn zur Ruhe, der Stress fällt ab und Sie können sich wieder an die Arbeit machen. Konzentration ist wahrlich kein Hexenwerk!

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