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Marketing News

20.11.2018 künstliche Intelligenz

GFDK - Marketing News - W&V Frank Zimmer

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online bei W&V schreibt mit heute, dass künstlicher Intelligenz (KI) auch nicht immer der wahre Jakob sei. Die Automarke Lexus hat seinen einminütigen Werbefilm "Driven by Intuition" vollständig von künstlicher Intelligenz (KI) schreiben lassen.

Na was soll ich dazu sagen, KI soll ja demnächst den Schreiberling und Journalisten überflüssig machen, die Artikel werden dann von Robotern geschrieben, und ich kann im Bett bleiben. Herr Zimmer und seine Kollegen müssen sich dann auch neue Jobs suchen.

Lieber Herr Böhmer,

"Künstliche Intelligenz erschuf diese Werbung" ist das neue "Wir sind jetzt auch auf Second Life". Der neue Spot der Toyota-Marke Lexus lässt jedenfalls erahnen, was für Kreationen auf uns zukommen und mit welcher Innovations-PR sie verkauft werden.

Im Fall der Lexus-Agentur The & Partnership London und ihres technischen Partner Visual Voice ist es einfach nur ein mittelmäßiger Film mit viel Digital-Folklore drumherum. Was die klare Mehrheit der W&V-Leser zum Schluss kommen lässt, dass Bots nicht die besseren Drehbuchschreiber sind und KI auch nur mit Wasser kocht.

Aber sehen Sie selbst. Ich bin gespannt auf Ihr Urteil. Schreiben Sie mir, wenn Sie mögen: frank.zimmer@wuv.de

Herzliche Grüße aus München,

Frank Zimmer

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19.11.2018 Das Aus für die Wälzer

GFDK - Marketing News - W&V Jochen Kalka

Jochen Kalka, Chefredakteur von W&V, schreibt mir heute, dass der Katalog nur für Otto tot ist. Amazon,  Ebay, der Online-Möbelhändler Home24, Hawesko und auch der Online-Kreuzfahrten-Anbieter Dreamlines setzen trotz ihrer Online-Angebote, auf den bewährten Katalog.

Das ist doch mal was, meinen wir von der GFDK-Redaktion. Auch wenn Claudia Schiffer, Giselle Bündchen, Eva Padberg und Heidi Klum bei Otto schon lange ausgedient haben. Der Katalog war ein Zeichen unseres westdeutschen Wirtschaftswunders, warum sollte man den beerdigen?

Lieber Herr Böhmer,


wer sich nicht in seine Kunden hineindenken kann, handelt so, wie es ausgerechnet Versandkönig Otto jetzt praktiziert. Dass ein 656-seitiger Katalog abgeschafft wird, ist per se kein Fehler.

Zu groß sind die Streuverluste, zu fett und unhandlich Ottos Bibel. Aber sich von Druckwerken für Zielgruppen komplett zu verabschieden , ist gleich eine Summierung von Denkfehlern.

Da sagt Marc Opelt als Otto-Chef, dass seine Kunden den Katalog selbst abgeschafft hätten, weil sie längst auf die digitalen Angebote zugreifen würden. Mal ehrlich, wie weltfremd kann man sein?

Ein Internet-Weinhändler wie Hawesko verschickt längst Kataloge, bringt seine Kunden in einer Lean-Back-Haltung in Kaufstimmung, damit per Klick geordert wird.

Ebenso handeln der Online-Kreuzfahrten-Anbieter Dreamlines oder der Online-Möbelhändler Home24. Sie alle erhöhen ihre Online-Umsätze durch Kataloge.

Warum bedient Otto nicht zielgruppengenau seine unterschiedlichen Personas mit gedruckter Lektüre? Wie relevant das wäre, beweisen aktuell ausgerechnet Amazon oder Ebay.

Beide kommen gerade jetzt erstmals mit gedruckten Katalogen, um im Vorweihnachtsgeschäft Waren anzupreisen. Zielgruppe beider Online-Giganten: Nein, nicht graue Panther, sondern junge Kids.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend

Jochen Kalka

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18.11.2018 Das PR-Bild des Jahres

GFDK - Marketing News W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing von W&V informiert mich über die Gewinner des PR-Bild des Jahres. Das Bild zweier Jungs aus den Slums von Phnom Penh machte das Rennen in Deutschland, kein Wunder, wie ich meine.

Nun, mein Bild ist es nicht, ich habe in den letzten 50 Jahren davon zu viele gesehen, und die Welt ist keinen deut besser geworden. Da helfen auch keine Preise und Auszeichnungen. Als Tierfreund hätte ich auch den kleinen Rudi gewählt, das geht mir mehr ans Herz. Was mir auch ans Herz gegangen ist, sind die tollen Weihnachts-Spots von Lidl und Penny.

Lieber Herr Böhmer,

keiner von den Typen, die gerade bei „GQ Männer des Jahres“ präsentiert wurden, sondern der kleine Rudi ist momentan der absolute Liebling der Frauen in unserer Redaktion.

Rudi war wegen Verdauungsproblemen und einer Atemwegserkrankung in der Uniklinik für Schweine in Wien stationiert.  Aber jetzt geht es dem Minipig wieder gut. Das Foto des genesenen Ferkelchens ist das PR-Bild des Jahres in Österreich.

In Deutschland dagegen stammt das PR-Bild des Jahres von einem Kieferorthopäden aus London und hat einen sehr ernsthaften Hintergrund. Es geht um die zahnmedizinische Versorgung von bedürftigen Kindern in Kambodscha.

Das Bild zweier Jungs aus den Slums von Phnom Penh geht ans Herz. Gegenüber einem solchen Thema, wo es um die Existenz und Würde von Menschen geht, kommen einem die sonstigen Nachrichten aus Deutschland eher belanglos vor.

Aber selbst profane Themen wie bargeldloses Bezahlen ringen um Aufmerksamkeit und brauchen dafür einen emotionalen Träger. Paydirekt, ein Zusammenschluss von rund 1.400 Banken und Sparkassen will seit April 2016 Bezahlstandard in Deutschland werden – und damit dem mächtigen US-Konkurrenten Paypal zumindest ein wenig Butter vom Brot nehmen. Bisher klappt das aber nicht.

Deshalb startet jetzt eine Gemeinschaftskampagne der Geldinstitute mit Axel Prahl als Aufmerksamkeitsangler. Der sympathisch-bodenständige Kommissar Thiel aus dem Münster-Tatort soll es schaffen, die hiesige Zahl-Alternative stärker in die Köpfe und auf die Smartphones der deutschen Shopper zu bringen.

Während der große Platzhirsch Paypal in seiner Bewegtbildwerbung ganz starke Gefühle aufbringt („Träume sind zum Teilen da“), lockt Paydirekt also mit Humorkleinstkunsthäppchen.  Bin gespannt, was das bringt.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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17.11.2018 Neue Werbeflächen

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing von W&V, schreibt mir heute, dass Huawei eine neue Werbeform aufgetan hätte. Was daran jetzt so toll sein soll, weiß ich nun auch nicht. Aber der Marketing Director von Huawei Deutschland kommt aus der Jubelei nicht mehr raus.

Dabei ging es gestern um viel wichtigeres. Die Supermarktkette Iceland kann einen Weihnachtsspot der die Zerstörung der Regenwälder durch die Palmölproduktion thematisiert nich ausstrahlen, weil der den TV Sendern zu politisch sei.

Lieber Herr Böhmer,

ts ts ts, dass Kunden immer so gestelzt reden müssen: Man bringe „Offline-Targeting auf ein neues Level“ und habe „nebenbei eine ganz neue OOH-Werbeform erfunden“, lobt sich, respektive seine Werbeagentur Jung von Matt/Next Alster, der Marketing Director des chinesischen Smartphoneherstellers Huawei, Gregor Almássy.

Die Motive versprechen: Das neue Top-Modell der Chinesen funktioniere bei normaler Nutzung mühelos zwei Tage am Stück. "Mit dieser Aktion bringen wir Offline-Targeting auf ein neues Level und haben nebenbei eine ganz neue OOH-Werbeform erfunden", so Gregor Almássy, Marketing Director, Huawei Deutschland.

Trotz der verschwurbelten Worte: Der Mann hat Recht. Die Werbemotive kleben in der Größe eines iPads direkt an öffentlichen Flughafen-Steckdosen – mit Sprüchen wie: „Dein Handy liebt es, auszugehen?“.

Damit trifft Huawei potenzielle Kunden in perfekten Situationen, um auf sein neues Flaggschiff Mate 20 Pro zu verweisen, das angeblich zwei Tage am Stück ohne Saft auskommt.

Die besten Ideen wirken ganz einfach. Auch ohne viel Worte.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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16.11.2018 unweihnachtliche Diskussionen

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V schreibt mir heute etwas zu den anlaufenden Weihnachsspots, und zu weiteren Geschichten aus der Werbewelt. Gestern ging es noch um SodaStream, die sich im Kampf gegen Plastikmüll stark machen wollen. Sehr schön, sagte ich. Aber hält sich der neue Eigentümer von SodaStream, die Pepsi-Cola Inc. auch daran?

Lieber Herr Böhmer,

es gibt auch für Menschen ohne Kalender absolut zuverlässige Hinweise dafür, dass Weihnachten mit erhöhter Geschwindigkeit heranrauscht. Auf die Lebkuchen- oder Marzipankartoffel-Dichte in den Supermärkten ist nicht mehr wirklich Verlass, im Zweifel wähnt man sich sonst schon Ende August im Advent.

Aber wenn die Saison der Weihnachtspots so richtig Fahrt aufnimmt, dann kann man davon ausgehen, dass auch die Betreiber von den Buden auf den Christkindlmärkten bereits in den Startlöchern stehen.

Zum guten Ton gehört es auch, dass mindestens ein Spot für eher unweihnachtliche Diskussionen sorgt. Den Job hat in diesem Jahr schon sehr frühzeitig die Supermarktkette Iceland übernommen.

Der Spot hat, was eine Weihnachtskampagne braucht: ein kleines Mädchen, ein Tierbaby und eine berührende Story . Trotzdem darf er nicht ausgestrahlt werden. Zu politisch, finden zumindest die britischen TV-Sender.

Die Zerstörung der Regenwälder durch die Palmölproduktion wollte die britische Supermarktkette Iceland mit einem TV-Spot tematisieren. Das Orang-Utan Baby flüchtet sich ins Kinderzimmer.

Iceland kann sich damit trösten, dass man auf der einen Seite zwangsläufig ziemlich Geld gespart und auf der anderen Seite via eigenen YouTube-Kanal auch schon eine recht gediegene Reichweite erzielt hat.


In der Schweiz geht es da schon manierlicher zu. Obwohl, immerhin verschickt Manor die Horrorfantasien eines Weihnachtselfen. Aber das Ganze ist dann doch sehr süß und durchaus sehenswert. Ein Sendestopp ist da wohl eher nicht zu befürchten.

Wer angesichts der Weihnachtsspots an die Sache mit den Geschenken für seine Lieben denkt und etwas ins Schwitzen kommt, der kann vielleicht bei einer der vielen Marken fündig werden, die inzwischen im Namen von Promis betrieben werden.

Neu im Ring ist Celine Dion. Sie will die Kinder (oder wohl eher deren Eltern) jetzt mit passender Mode beglücken.

Wer mit den Sachen nix anfangen kann, der darf sich zumindest darüber freuen, dass Frau Dion nicht singt, während sie sich um Mode kümmert.


Zum Abschluss des Tages noch ein melancholischer Blick zurück. Anfang der Woche ist die Marvel-Legende Stan Lee im Alter von 95 Jahren gestorben. Im memoriam haben wir jetzt noch einmal ein Interview veröffentlicht, dass uns der damals auch schon 91-Jährige Lee gab - und dessen Inhalte zum Teil heute noch sehr aktuell und relevant sind.

In diesem Sinne einen schönen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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14.11.2018 Gefahren von Einwegplastik

GFDK - Marketing News - W&V Jochen Kalka

Jochen Kalka, Chefredakteur von W&V schreibt mir, dass SodaStream sich im Kampf gegen Plastikmüll stark macht. Sehr schön sage ich da mal. Aber hält sich der neue Eigentümer von SodaStream, die Pepsi-Cola Inc. auch daran? Also, ich werde Morgen im Supermarkt prüfen, ob da Pepsi Plastikflaschen angeboten werden.

Zu der Übernahme von SodaStream, im August durch Pepsi, hatten wir geschrieben:  Eine chinesische Volksweisheit lautet: Die Hand, die du nicht abhaken kannst, sollst du schütteln. Man kann diese Weisheit auch anders auslegen, hat sich Pepsi-Cola wohl gedacht.

Lieber Herr Böhmer,

liegt es am Müll? Bei einer der meistgeklickten Meldungen des Tages geht es um Rod Stewart. Nicht, dass wir ihn in irgendeiner Form in die Nähe von Müll rücken wollen, findet sich doch tatsächlich auch in meiner verstaubten alten Plattensammlung eine Vinylscheibe von ihm.

Womit wir beim Thema Kunststoff  wären. Im Kampf gegen Plastikmüll startet SodaStream eine Kampagne. Das per se ist schon mal gut. Und was hat der Sänger Rod Stewart damit zu tun? Er taucht in dem Spot auf, nicht als Person, sondern als Meeresschildkröte. Genauer gesagt, er verleiht einer animierten Kröte seine unverwechselbare Stimme.

"Unsere Ozeane und alle Lebewesen darin liegen mir persönlich am Herzen. Deshalb unterstütze ich die Kampagne sehr gerne mit meiner Stimme", so Rod Stewart. "Wenn es dazu beiträgt das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und die simple Umstellung auf Mehrwegflaschen zu bewirken, dann fühle ich mich geehrt, ein Teil dieser Bewegung zu sein."

Passt irgendwie. Passt auch zu dem Reh namens Bambi. Denn dort wird Rod Stewart am Freitag den Burda-Preis in Empfang nehmen. Nein, nicht für Müll, sondern in der Kategorie „Legende“.

Ihnen einen schönen Abend.

Jochen Kalka

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13.11.2018 zum Irrtum stehen

GFDK - Marketing News - W&V Frank Zimmer

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online von W&V schreibt mir, dass es noch Leute gibt, die ihre Meinung, wenn sie falsch war, auch revidieren können. Das ist ja selten genug.

Lieber Herr Böhmer,

vor wenigen Jahren war "integrierte Kommunikationsagentur" ein Zauberwort der Branche. Mit dieser Positionierung kam 2016 auch die Interpublic-Tochter Golin nach Deutschland.

Uta Schwaner, die Gründungschefin, hat mir bei einem Besuch in Hamburg damals überzeugend erklärt, warum die kleinteilige Sparten-Denke nicht mehr zeitgemäß ist.

Heute wissen wir, dass der Kunde es anders sieht und anders will. Er braucht Spezialisten mit klarem Profil, keine Generalisten, die für alles und nichts stehen. Gute Agenturchefs reagieren darauf und ändern ihr Konzept.

Sehr gute Agenturchefs haben die Größe, öffentlich zu ihrem Irrtum zu stehen. Sie hören nie auf zu lernen . So wie Uta Schwaner.

Herzliche Grüße aus München,

Frank Zimmer

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11.11.2018 Der Shitstorm ist da

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V glaubt, dass die Kampagne #Männertage von Media Markt sexistisch und dämlich sei. Ich habe das ja ganz anders gesehen. Man sollte bei all diesen Debatten doch bitte seinen Humor nicht an der Garderobe abgeben.

Ob die Jungs der Münchner Agentur "Zum Roten Hirschen" oder Denkwerk dämlich sind, wage ich aber zu bezweifeln.

Lieber Herr Böhmer,

wer wissen will, wie echte Verzweiflung aussieht, der sollte sich die aktuelle Kampagne von MediaMarkt ansehen – aber auch wirklich nur, wer echtes Leid ertragen kann. Was der Elektrohändler da unter dem Hashtag #Männertage in die Welt wirft, kann lediglich als ganz dringendes Flehen betrachtet werden, um jeden Preis aufzufallen.

Ok, dieser Teil ist gelungen. Der Shitstorm ist da, die Beschwerden beim Werberat liegen auch schon vor.

Warum aber deshalb oder genauer gesagt wegen einer selten dämlichen sexistischen Kampagne auch nur ein Kunde mehr in den MediaMarkt gehen sollte, bleibt für den nüchternen Betrachter rätselhaft. Na ja, jeder ist halt dann doch irgendwie seines Glückes Schmied.

Wenigstens Sophia Thomalla hat Spaß an der Sache. Neben ein wenig Aufmerksamkeit hat sie immerhin als Model ein paar Euro gemacht.

Irgendwie scheint plump auch gerade en vogue zu sein, mit ähnlicher Methode hat ja erst kürzlich ein Landkreis aus Thüringen ein paar Schlagzeilen erhascht.

Da wenden wir unseren Blick doch lieber wirklich ideenreichen Menschen zu. Saim Alkan ist so ein Mensch. Er hat mit seiner Firma AX Semantics eine Software entwickelt, die auf Basis von Daten Texte schreiben kann, inzwischen in nicht weniger als 110 Sprachen.

Mehr als 15 Millionen Texte pro Monat entstehen bei den Kunden inzwischen auf diese Weise, hauptsächlich im Bereich E-Commerce. Und so ganz nebenbei treten die Stuttgarter auch noch den Gegenbeweis zu einem legendären Werbe-Slogan an. Die können nämlich alles. Außer- nein, nicht hochdeutsch sondern: schwäbisch.

Einen schönen Abend.

Holger Schellkopf

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09.11.2018 #Männertage-Kampagne

GFDK - Marketing News - Gottfried Böhmer

Media-Markt braucht dringend Erfolg, aber wie macht man das, wenn die Umsätze im Sinkflug sind? Man braucht eine Kampagne, die für Aufregung sorgt. Und was eignet sich heutzutage besser als die hysterischen MeToo Akteure, man muß sie nur in Bewegung bringen, um reichlich Aufmerksamkeit zu bekommen. Ein Shitstorm mußte also her, und der ließ nicht lange auf sich warten.

Mit MeToo zu neuen Ufern

Zum Weltmännertag am 3. November thematisierte Media-Markt die "Männertage", mit der aktuellen Kampagne #Männertage. Die Kampagnenidee der Münchner Agentur Zum Roten Hirschen in Zusammenarbeit mit Denkwerk hatte einen vollen Erfolg, da hat man tatsächlich nachgedacht.

Wie erwartet reagierten viele Internetnutzer, vor allem auf das Motiv mit Sophia Thomalla:

"An diesen Tagen streichelt er alles was Knöpfe hat", sagt die Schauspielerin auf dem Motiv, das sie mit einem knappen Blüschen zeigt, das vor der Brust gerade so von einem Knopf zusammengehalten wird. Viele Social-Media-Nutzer reagierten umgehend erbost und empört.

Komplett humorbefreit

Der Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign PolicyKristin Lunz kam die Kotze hoch, und auch die Journalistin Silke Burmester, die für den "Spiegel" und "TAZ" schreibt, eine bekennende Feministin und Nazi-Jägerin, und meldete sich umgehend zu Wort.

Die @mediamarktde Kampagne #männertage soll "dem Händler wieder ein virales Gesprächsthema in der Öffentlichkeit bescheren" Klappt prima bei der sexismuskackscheiße á la 70er-Jahre der Agentur "Zum Roten Hirschen"

Danke MeToo

Die Stuttgarter Nachrichten meldeten, das  bereits mehrere Beschwerden wegen des Motivs beim Deutschen Werberat vorliegen würden. Damit hat es Media-Markt geschafft, man ist nach der langen Sommerdürre wieder im Gespräch, dank MeToo.

Das passt diese Meldung so gar nicht ins Bild: Die Unternehmensberatung McKinsey, der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) und die Agentur BBDO legen pünktlich zur Effie-Preisverleihung die Studie "Die wahren Werbetreiber: Kreativität schlägt Krawall" vor. Emotionaler Krawall schadet der Marke, heißt es. Das gilt wohl nicht immer.

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08.11.2018 Weihnachtszeit im Handel

GFDK - Marketing News W&V Jochen Kalka

Jochen Kalka, Chefredakteur von W&V schreibt mir, was sich Lidl und Penny zu Weihnachten ausgedacht haben, um die Kundschaft zu locken. Gestern war ich noch auf der Suche nach einem Zitat für Frank Zimmer, leider ohne Erfolg. Gesucht wurde der Urheber des Zitates: Agenturen sind wie Küchenschaben im Atomkrieg.

Lieber Herr Böhmer,

ja ist denn heut schon Weihnachten? Das fragte Fußballaballa Franz Beckenbauer 1998 im Werbespot für E-Plus. Diese Frage stellen jetzt wieder Unternehmen, die in ihren Werbemaßnahmen den Werbewert der Vorweihnachtszeit zelebrieren.

Nach dem legendären Edeka-Spot mit dem Opa (#heimkommen) aus dem Jahr 2015, der als Viral einen gigantischen Hype ausgelöst hatte, suchen mehr und mehr Unternehmen ihr Heil in solchen Aktionen.

Zur Erinnerung: Der todgeglaubte Opa aus der Feder von Jung von Matt brachte es damals binnen 24 Stunden allein bei Facebook auf fünf Millionen Abrufe, plus 1,2 Millionen auf Youtube.

Lidl hat die Vorweihnachtszeit für sich schon 2017 neu definiert. Damals bereits mit der Agentur Überground. Hier wurde geweihnachtet ohne Blockflöte, dafür wurde geheadbangt, geschunkelt, gerauft.

Heute kommuniziert Lidl die werbliche Christmas-Offensive mit einem Film, der in 19 Ländern ausgestrahlt wird, abermals ausgeheckt von Überground. Diesmal mit der Mahnung: „Weihnachten ist das Fest der Liebe. Vermasseln wir es nicht.“

"Wir haben erkannt, dass der Wunsch nach einem perfekten, harmonischen Weihnachtsfest für großen Druck bei unseren Kunden sorgt. Deswegen möchten wir unseren Kunden als Partner begegnen, der ihnen ein entspanntes Weihnachten ermöglicht, damit sie sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: die Familie", so Martin Alles, Leiter Marketing International der Lidl Stiftung.

Wie Penny Weihnachten feiert, mit einem sehr emotionalen Spot von Serviceplan, haben wir schon gestern auf wuv.de gezeigt. Nämlich, wie eine alleinerziehende Mutter auch ohne Geld festlich feiern kann. Motto: „Weihnachten braucht nicht viel. Nur Liebe.“ Penny tischt in seinem Weihnachtsspot 2018 optisch, musikalisch und erzählerisch den Zuschauern das ganz große Gefühlskino auf. Also: wir von GFDK finden es gelungen.

In diesem Sinne: Schönen Abend

Jochen Kalka

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