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Marketing News

22.10.2020 emotionale Reaktionen beim BMW Pitch

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, beschäftigt sich noch einmal mit dem BMW Pitch.

Lieber Herr Böhmer,

diese Geschichte hat wirklich alles, was ein Aufreger braucht. Es geht um viel Geld, die Protagonisten sind ziemlich prominent und der ganze Ablauf lässt sehr viel Platz für Spekulationen.

Zu viel Platz für Spekulationen. Natürlich sorgt die Entscheidung in einem großen Pitch wie dem um BMW immer für Diskussionen. Natürlich ist es bemerkenswert, wenn eine Branchen-Legende wie Martin Sorrell die Finger im Spiel hat.

Die Tatsache, dass mit Thomas Strerath künftig jemand an der Spitze der Gewinneragentur steht, der beim Pitch noch als Berater des jetzigen Kunden fungierte, war für viele Beobachter (und Beteiligte) dann doch einer zu viel.

BMW-Markenchef Jens Thiemer hatte zunächst wohl darauf gesetzt, dass sich die Gemüter schnell wieder beruhigen. Er hielt sich sehr bedeckt mit Statements zum Thema.

Jetzt sieht Thiemer aber doch die Zeit gekommen, um sich gegen Vorwürfe der Mauschelei zu wehren. Immerhin zeigt er Verständnis für "die emotionalen Reaktionen" , lässt andererseits aber durchklingen, dass diese bei einer solch "polarisierenden Personalie" durchaus erwartbar waren und eine längere Cooling-off-Phase für Strerath diesbezüglich wohl hilfreich gewesen wäre.

Gleichzeitig besteht der BMW-Mann aber darauf, dass im Prozess alles sauber gelaufen sei. Außerdem lässt Thiemer keinen Zweifel daran, dass er die jetzige Konstellation inklusive der angesichts der Rahmenbedingungen umstrittenen Player als beste Lösung betrachtet.

Diese Überzeugung ist dem BMW-Markenchef wichtig genug, um die schrägen Begleittöne und Spekulationen in Kauf zu nehmen. Er muss sich aber auch die Frage gefallen lassen, warum man mit der Thematik nicht von Beginn an wesentlich offensiver umgegangen ist. Das hätte vielen Gerüchten sofort den Treibstoff entzogen.

Zumindest hier taugt die ganze Geschichte nicht nur als Aufreger, sondern auch als Lehrstück.

Schönen Abend

Holger Schellkopf

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21.10.2020 Kommunikations-Turbo eingeschaltet

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat heute ein Déjà-vu.

Lieber Herr Böhmer,

zwei Déjà-vus heute: Apple spielt MTV. Und Linkedin spielt Instagram.

Auf Apple Music TV wird es in den USA rund um die Uhr Musik geben – inklusive Charthits, Konzerten und Musikvideo-Premieren.

Und Linkedin? Noch spannender - Der Microsoft-Ableger wird gerade das, was Facebook mal war. Von einem Karriere-Netzwerk entwickelt es sich zu einem sozialen Treffpunkt.

Linkedin schaltet jetzt einen Kommunikations-Turbo ein – eine Funktion, die ursprünglich Snapchat erfand und dann von der Facebook-Marke Instagram kopiert worden war: Die Möglichkeit, 20-sekündige Bewegtbild-"Stories" zu posten, die nur 24 Stunden sichtbar sind.

Die Strategie dahinter ist genial. Denn die Work-Life-Balance ist längst passé. Corona hat die Wippe radikal auf Work gewichtet. Wer kennt das nicht: Im Homeoffice fängt man früher an zu arbeiten und hört später auf.

Soziale Kontakte zu pflegen oder gar Feiern ist momentan nicht angesagt. Aber der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen. Einige regen sich schon auf, dass Linkedin zu entertainig geworden sei. Na und?

Tatsächlich probiert die Marke gerade eine Gratwanderung zwischen Businessmeeting und Airport-Lounge-Talk.

Die Rechnung wird aufgehen. Linkedin befeuert das Engagement ihrer Gemeinde, wird damit zur Business-Community und erhellt damit eine Daten-Blackbox, in die Facebook nie wirklich eingedrungen ist: die Customer Journey während des Work-Modus.

Schönen Abend noch – vor welchem Screen auch immer

Rolf Schröter

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20.10.2020 Die Blockbuster fehlten

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, leidet mit den Kinobetreibern, wir auch.

Lieber Herr Böhmer,

die Kinos hat die Corona-Pandemie gleich mehrfach erwischt . Zunächst sorgte die Zwangsschließung für maximalen Stillstand.

Dann durften die Kinos zwar wieder öffnen, unter speziellen Bedingungen und der Gesundheit und Sicherheit zuliebe mit erheblichen Einschränkungen selbstverständlich, aber die Verleiher machten der Branche zusätzlich das Leben schwer.

Die Blockbuster fehlten, die Studios wollten die Filme nicht in der aktuellen Situation auf den Markt bringen. Bekanntestes Beispiel ist wohl der eigentlich längst fertige aber immer wieder verschobene Bond-Streifen. Inzwischen ist klar, dass James Bond es erst im kommenden Jahr auf die Leinwand schaffen wird.

Aber es gibt Hoffnung: Tenet und After Truth haben bewiesen, dass Kinofilme auch unter den derzeitigen Bedingungen erfolgreich sein können. Im Schlepptau der beiden Streifen schaffen es jetzt noch einige andere hoffnungsvolle Kandidaten in die deutschen Kinos.

Neue Filme sind gleichzeitig die wichtigste Voraussetzung für die Kinovermarktung. Immerhin: es ist wieder Bewegung im Spiel, das zeigt sich auch in den Mediaplänen.

Apropos Kino: Die hard is back. Na ja, nicht wirklich die „Stirb langsam“-Serie, sondern ihre Hauptfigur John McClane (inklusive Darsteller Bruce Willis).

Und es geht auch nicht um einen neuen Blockbuster, sondern um Werbung. Für Autobatterien, um genau zu sein. Die tragen passenderweise den Namen „Die hard“ – und Willis/McClane sollen das Geschäft der darbenden Marke retten. Zumindest an den Effekten wird auch hier nicht gespart.

Vielleicht lässt sich ja der ein oder andere Kinofan durch die Werbung animieren, auch mal wieder den Originalschauplatz, das Kino, zu besuchen.

Bleiben Sie gesund

Ihr Holger Schellkopf

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17.10.2020 man könnte sagen Back to the roots

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, glaubt wohl, alles kommt zurück. "Back to the roots".

Lieber Herr Böhmer,

wenn ich der heutigen Nachrichtenlage eine Überschrift geben müsste, wäre das so etwas wie ‚Back to the roots‘ – in etwas wenig kreativer. Vielleicht liegt es am Zeitgeist, dass sich nicht nur Menschen, sondern auch Unternehmen wieder mehr auf ihren Ursprung, ihre Herkunft besinnen.

Eine Überraschung war die Ankündigung von BMW , das gedruckte und 2018 eingestellte BMW Magazin wiederzubeleben. Vor drei Jahren hatte sich der Autohersteller für eine reine Digitalstrategie entschieden.

Jetzt rudert er zurück. Schließlich war das 1989 eingeführte Heft eine Erfolgsgeschichte und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Das Matratzen-Start-up Emma ist zurück im Messegeschäft. Für viele ist ein solcher Schritt gerade undenkbar, aber der Gründer Dennis Schmoltzi hat ihn gewagt und stellte seine Produkte auf der Möbelmesse CIFF in China vor. Im Interview berichtet er, wie das war und wo es die größten Probleme gab.

Probleme hat auch das Unternehmen The We Company, ehemals We Work. Der Trend zum Arbeiten im Homeoffice lässt die Coworking-Spaces leer stehen. Als Teil der Rettungsstrategie gibt sich The We Company jetzt einen neuen Namen , beziehungsweise einen alten Namen:

We Work. Der Hintergrund: Man wolle sich nicht mit Randaktivitäten verzetteln, sondern wieder ausschließlich auf das Kerngeschäft fokussieren und. Das ist schließlich Herausforderung genug.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Auch Donald Trump ist zurück. Nach überstandener Corona-Infektion ist er wieder ganz der Alte – und macht sich prompt zum Deppen .

Er fiel auf einen Satire-Artikel rein, demzufolge Twitter komplett abgeschaltet wurde, um die Verbreitung eines negativen Berichts über seinen Herausforderer Joe Biden zu stoppen. Das ist so, als würde Angela Merkel im Bundestag den Postillon zitieren.

Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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16.10.2020 Mission also erfüllt? Nöö

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, meint wohl, die Berliner Agentur Römer Wildberger hat ins Klo gegriffen.

Lieber Herr Böhmer,

beleidigen muss man können. Bei der Berliner Agentur Römer Wildberger ist das schief gegangen.

"Peinlich" nennt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller das Foto einer alten Frau, die Maskenverweigerern den Stinkfinger zeigt.

Müller distanzierte sich damit von der Kampagnen-Bildsprache der Marketingorganisation Visit Berlin, die der Senatverwaltung für Wirtschaft untersteht. Mittlerweile hat der Regierende Bürgermeister die Kampagne gestoppt.

Passt doch alles, findet dagegen Christian Tänzler. Der Sprecher von Visit Berlin erklärt, die Seniorin gehöre zur Risikogruppe und zeige den Mittelfinger, weil ihre Gesundheit durch diejenigen gefährdet sei, die sich nicht an die Regeln halten. Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit zu erregen.

Mission also erfüllt? Technisch gesehen vielleicht.

Aber man sollte vorsichtig sein, einen Graben zwischen Jung und Alt aufzumachen, nach dem Motto "Die Jungen sind verantwortungslos" und "die Alten sind die Opfer".

Von Tag zu Tag spannt sich die Situation mehr an. Das Robert-Koch-Institut meldet heute mit 6638 Fällen so viele Neuinfektionen wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie.

Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen Ende März erfasst. Durch die Nachrichten spürt man die Besorgnis der Bundeskanzlerin.

Was wir jetzt nicht brauchen, sind soziodemografische Schubladen, in die der Schwarze Peter gelegt wird. Maskenverweigerer gibt es in jeder Altersklasse. Sinnvoller ist es, die Zweifler zu überzeugen, anstatt Unverantwortliche auszugrenzen.

Müllers Veto war richtig und wichtig.

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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16.10.2020 Kampagnenposts auf Facebook

GFDK - Marketing News

fritz-kola polarisiert: Unter den Facebook-Posts, die die Karikatur des amerikanischen Präsidenten zeigen, haben sich vermehrt Hasskommentare angesammelt. Um sich erneut gegen Hetze im Netz zu positionieren, spendet die Hamburger Getränkemarke für jeden der Hasskommentare einen Euro an die Initiative „HASS HILFT“.

„zwei nullen. eine schmeckt“ mit diesem Spruch und einer Karikatur des amerikanischen Präsidenten Donald Trump kommuniziert die Hamburger Getränkemarke derzeit auf und außerhalb von Social Media.

Auf Facebook, das schon seit langem für den Umgang mit Hassrede in der Kritik steht, haben sich verstärkt Hasskommentare unter den neusten Posts zum Start der Kampagne gesammelt.

Da Unternehmen selbst den diskriminierenden Äußerungen von Nutzer:innen innerhalb der sozialen Medien kaum etwas entgegensetzen können, wandelt fritz-kola den Hass kurzerhand in Gutes um.

Über die Initiative „HASS HILFT“ spendet die Getränkemarke für jeden Hasskommentar unter den betroffenen Facebook Posts einen Euro für Flüchtlingsprojekte der „Aktion Deutschland Hilft“ sowie „EXIT-Deutschland“, einer Initiative gegen Rechts.

Als Hamburger:innen im Gegenwind geboren
Seit Unternehmensgründung macht sich fritz-kola für ein solidarisches, gemeinsames und freiheitliches Miteinander stark. Das Verhalten des amerikanischen Präsidenten unterstützt das Unternehmen deswegen nicht:

„Trump steht schon seit längerer Zeit, meist durch diskriminierende und vielfach falsche Aussagen und fragliche Handlungen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Durch unsere Kommunikation begleiten wir dieses Geschehen auf unsere Art und Weise. Dass fritz-kola dabei polarisiert, ist ein Nebeneffekt, den wir in Kauf nehmen, um weiterhin Haltung zu zeigen und aufzuwecken“, so Mirco Wolf Wiegert, Gründer und Geschäftsführer von fritz-kola. 

Bereits in den vergangenen Monaten haben sich die kola-Expert:innen durch den freiwilligen Werbeboykott im Rahmen der #stophateforprofit Aktion deutlich gegen Hetze im Netz ausgesprochen.

Die bezahlte Werbung auf den Plattformen Facebook und Instagram wurde gestoppt und das dadurch eingesparte Budget ebenfalls an „HASS HILFT“ gespendet. 

Über fritz-kulturgüter  

fritz-kola wurde 2002 von zwei Studenten in Hamburg gegründet. Die erste Kola kam 2003 auf den Markt, zahlreiche safthaltige Limonaden und Schorlen folgten. Der Umwelt zuliebe setzt fritz-kola seit der Gründung auf Glasmehrwegflaschen und baut die dezentrale und verbrauchernahe Abfüllung stetig aus.

Darüber hinaus engagiert sich fritz-kola mit der Initiative „Pfand gehört daneben“, der Bewegung „Trink aus Glas“ und in zahlreichen Projekten für eine nachhaltige Gesellschaft. Mirco Wolf Wiegert und Winfried Rübesam sind Geschäftsführer des Unternehmens, das seit 2014 fritz-kulturgüter heißt.

Über „Trink aus Glas“

Die Bewegung „Trink aus Glas“ möchte einen Systemwandel in der Getränkeindustrie herbeiführen und soll Menschen dazu animieren, nur noch aus Glasflaschen zu trinken – so selbstverständlich wie sie auf Plastiktüten verzichten. Das langfristige Ziel der Bewegung ist ein Getränkeregal, in dem nur noch Glasflaschen stehen. Initiiert wurde die Bewegung Anfang 2020 von fritz-kola.

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15.10.2020 Menschlichkeit statt Dogmatismus

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, meint, Facebook zeigt  Menschlichkeit statt Dogmatismus.

Lieber Herr Böhmer,

erstaunlich: Facebook lenkt ein, und zwar gleich in zwei interessanten Fällen.

Erstens: Das australische Periodenunterwäsche-Label Modibodi will das Thema Menstruation enttabuisieren, und verwendet statt der üblichen blauen Ersatzflüssigkeit die Farbe Rot für die Darstellung des Bluts. Zudem zeigt Modibodi Frauen, die unter Regelschmerzen leiden.

Prompt sperrte Facebook den 60-Sekünder. Der Film verstoße gegen die Richtlinien bezüglich schockierender, respektloser oder übermäßig gewalttätiger Inhalte. Modibodi protestierte, Facebook lenkte ein und gab den Clip frei.

Zweitens: Nach jahrelangem Zaudern verbietet Facebook endlich weltweit die Leugnung der Schoah. Firmengründer Mark Zuckerberg verweist zur Begründung auf eine Zunahme des Antisemitismus.

Beide Entscheidungen sind absolut richtig. Sie basieren auf Menschlichkeit statt Dogmatismus. Damit verlässt Facebook seine Wagenburg-Argumentation, es sei nur eine technische Plattform.

Haltung zu zeigen, heißt auch, Vertrauen zu gewinnen. Das wird wichtiger, denn die Gesetzgeber tendieren sowohl in Europa als auch in den USA dahin, den Bürgen mehr Daten-Souveränität zu verleihen.

Auch Apples neue Opt-in-Pflicht zeigt diese Entwicklung, die für das Marketing folgenreich sein wird.

Nebenbei: Apple stellt das iPhone 12 vor.

Zu guter Letzt noch was zum Wundern: Der Internetprovider Twifi aus dem schweizerischen Aarau verspricht Eltern Neugeborener 18 Jahre (!) lang Gratis-Internet, wenn sie ihr Kind Twifia oder Twifius nennen. Ein Elternpaar hat’s getan. Allerdings ist Twifia nur der dritte Vorname des Mädchens.

Asterix würde sagen: Die spinnen, die Schweizer!

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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15.10.2020 ein dickes Lob für Apple

GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, hat ein dickes Lob für die Apple-Keynote und Tim Cook.

Lieber Herr Böhmer,

wer bei der aktuellen Apple-Keynote etwas grundsätzlich Neues erfahren hat, der oder die kann sich eigentlich nicht wirklich für das Thema interessieren.

Trotzdem hat es sich auch diesmal gelohnt, die Keynote genau zu verfolgen. Zum einen, weil es schlichtweg Marketing at it’s best ist, was Tim Cook und die Seinen da so zelebrieren. Nebenbei erwähnt - das ist auch eine Message an die Veranstalter von Konferenzen: live ist nicht mehr der alles selig machende Aspekt, Storytelling gewinnt stetig an Bedeutung.

Zum anderen zeigen die Keynotes aber auch, wohin die Reise geht – nicht nur für Apple, sondern auch für den Wettbewerb.

Denn auch wenn – oder gerade weil Cupertino nicht bei allen neuen Technologie-Themen sofort anspringt, ist klar: was auf einer Apple-Keynote zum Thema wird, gehört zu den wirklich wichtigen Trends.

Es ist kein Zufall, dass der Ausdruck „Privacy“ in gefühlt jedem zweiten Satz gefallen ist. Vertrauen ist ein Wettbewerbsvorteil, der gerade im Tech-Bereich gar nicht mehr hoch genug eingeschätzt werden kann.

Hier steht Apple im Wettbewerb der Tech-Giganten ganz ausgezeichnet da. Es sieht alles danach aus, als wolle man diese Karte jetzt noch konsequenter spielen. Es wird spannend zu sehen, wie die Konkurrenz dagegenhalten will.

Ich finde, meine Kollegin Verena Gründel hat die Erfolgsfaktoren von Apple in einer Analyse der Keynote sehr schön auf den Punkt gebracht.

Und ja, natürlich sind auch die neuen iPhones (Stichwort 5G) und der Homepod Mini mehr als einen Blick wert.

Schönen Abend

Holger Schellkopf

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13.10.2020 Parfümeriekette Douglas geht ins Fernsehen

GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichter das die Parfümeriekette Douglas ins Fernsehen geht, und bei H&M fängt kann man jetzt auch Stricken.

Lieber Herr Böhmer,

Douglas‘ neuestes Projekt ist keine Verjüngungskur. Vor einer Weile noch setzte die Parfümerie alles daran, junge Zielgruppen zu gewinnen. #Fastforward nannte CEO Tina Müller die Strategie. Mit dem Superstar Cara Delevingne wollte sie neuen Wettbewerbern wie Zalando und Sephora den Kampf ansagen.

Ältere Kunden fühlen sich bei solchen Verjüngungen oftmals außen vor. Damit das nicht passiert, umgarnt Douglas die betagteren Damen nun mit dem "Douglas Beauty Talk“ auf HSE24.

Dort schalten im Schnitt Frauen Mitte 50 ein. Wenn aber doch der ein oder andere Cara-Fan reinzappt, wird die Sendung trotzdem zum Jungbrunnen – zumindest für HSE24.

Douglas geht ins Teleshopping – H&M fängt an zu Stricken . Ältere Konsumenten will der Modehändler damit aber nicht ansprechen. Sondern umweltbewusste. Oder die, die dem alten Strickpulli von Oma neuen Pep verleihen wollen.

In einer Filiale in Stockholm kann man seine alten Strickwaren in einer Maschine namens Looop reinigen, zerkleinern, zu Garn spinnen und zum neuen Teil upcyceln lassen.

Das Ganze dauert fünf Stunden und kostet gerade mal ein paar Euro. Günstig, lokal produziert und recycelt: Das nenne ich nachhaltig. So viel Ökoinnovation hätte ich dem Fast-Fashion-Label kaum zugetraut.

Auch Frosta lässt ein uraltes Prinzip wieder aufleben: das Reinheitsgebot. Nein, der TK-Hersteller geht nicht unter die Brauer. Sondern er etabliert ein Reinheitsgebot für die eigenen Lebensmittel.

Rein bedeutet so viel wie frei von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und künstlichen Aromen. Neu ist die Strategie bei Frosta nicht, aber die passende Werbekampagne von Wynken Blynken & Nod ist es.

Einen guten Appetit wünscht

Verena Gründel

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11.10.2020 Seinen Job bei RTL ist er los

GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, findet es tragisch, das sich niemand für Michael Wendler als Mensch interessiert hat.

Lieber Herr Böhmer,

da stimmt was nicht, an diesem Wendler-Wahnsinn.

Der Schlagersänger Michael Wendler verkündet am Donnerstagnachmittag in einer Instagram-Story, er werfe als DSDS-Juror hin.

Aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Und die Medien – auch der DSDS-Sender RTL – seien gleichgeschaltet und politisch gesteuert. Man solle ihm, Wendler, künftig nicht mehr auf Instagram folgen, sondern auf Telegram.

Seinen Job bei RTL ist er damit los. Den für Kaufland auch. Eine Werbekampagne war erst einige Stunden zuvor gestartet. Es drohen juristische Nachwirkungen.

Erst vor ein paar Tagen wurde seine auf RTL geplante TV-Hochzeit mit der Influencerin Laura Müller wegen Corona auf 2021 verschoben. Auch das: passé .

Warum tut Michael Wendler das? Er hat Haltung gezeigt bei einem wunden Thema unserer Gesellschaft – leider keine vorbildliche, sondern eine gefährlich destruktive. Manche vermuten, dahinter stecke eine ausgeklügelte PR-Strategie. Ist das plausibel? Nein.

Natürlich ist „der Wendler“ jetzt Talk of the town. Aber die Rechnung kann trotzdem nicht aufgehen. Sein Verhalten ähnelt nicht dem eines Geschäftsmanns, sondern vielmehr dem eines Menschen, der dringend psychologische Hilfe braucht.

Bis dato haben die Geschäftspartner von Michael Wendler von einer Kunstfigur profitiert. Sie wussten um das Seltsame, das „Verrückte“ dieser Figur und haben es genutzt. Jetzt ist diese Figur beschädigt. Sie wird einfach in die Ecke geworfen.

Niemand hat sich für den Menschen Michael Wendler interessiert. Das ist tragisch.

Ein angenehmes Wochenende wünscht

Rolf Schröter

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