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Marketing News

27.05.2014 abgedreht oder aufgedreht?

Redaktion GFDK

Die Freunde der Künste freuen sich für Jung von Matt, die beim D&AD Global Awards in London den einzigen "Pencil" (einen "yellow pencil") für Deutschland geholt haben.

Den lustigen Werbespot mit den tanzenden Hühnern hatte Jung von Matt/ Neckar im letzten Jahr für den internationalen Kunden Mercedes Benz gedreht, um die aktive Fahrsicherheit zu bewerben. Bigfish hat den Spot produziert, Daniel Warwick hat Regie geführt.

Der internationale Kreativwettbewerb D&AD ist weltweit gefürchtet

Gerade die großen internationalen Agenturen schnitten in den letzten Jahren schlecht ab. Es werden acht Black bzw. White Pencils vergeben, die Preise gingen nach England, Australien, Kanada, Japan, Schweden und in die Niederlande. Weiterhin werden 53 Yellow Pencils vergeben, darunter Jung von Matt.

Für eine Erwähnung im Jahrbuch des D&AD dürfen sich 5 Agenturen freuen: Die Münchener Agentur Serviceplan für "Troy Davis - I am alive" für den Kunden Alive, BBDO Germany erhielt für Smart "Offroad" einen yellow pencil, DDB Tribal für "#writinghelps" für den Kunden Reporter ohne Grenzen, Atelier Markgraph für die Arbeit "Fascination Mercedes: Mercedes-Benz at the IAA 2013", Jangled Nerves für "Berlin-Hohenschönhausen Memorial" für den Kunden Stiftung Hohenschönhausen.

 

 

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27.05.2014 Luxusmarken genießen Vertrauensvorschuss

Serviceplan

So lauten die Haupterkenntnisse aus der diesjährigen Nachhaltigkeitsstudie, bekannt als „Sustainability Image Score“ (SIS), von Facit Research. Sie wird seit 2011 jährlich im Auftrag der Serviceplan Gruppe erhoben und spiegelt das Nachhaltigkeitsimage von Unternehmen und Marken aus der Sicht der Kunden wider.

An der Spitze des SIS-Rankings 2014 stehen Audi, BMW, Hipp, Frosta, Milupa, Bärenmarke, Bosch, Alete, Coppenrath & Wiese und Landliebe. Den Top 3 des letzten Jahres ist es nicht gelungen, ihre Spitzenposition zu halten; insgesamt konnten sich die meisten Unternehmen jedoch verbessern. Besonders gut gelingt es den Automobilherstellern, den Mehrwert von Nachhaltigkeit erfolgreich in ihren Markenkern zu integrieren. Zusätzlich wurden beim SIS 2014 Luxusmarken wie Prada oder Mont Blanc untersucht.

Zum insgesamt vierten Mal präsentiert die Serviceplan Gruppe den „Sustainability Image Score“ (SIS): Die von Facit Research durchgeführte Studie zeigt seit 2011, welchen Einfluss das nachhaltige Handeln von Unternehmen auf deren Image, die Kaufbereitschaft sowie die Kundenbindung hat. Und vor allem: wie die nachhaltigen Anstrengungen der Unternehmen sowie deren Nachhaltigkeitskommunikation von Verbrauchern wahrgenommen und bewertet werden. Befragt werden deshalb keine Nachhaltigkeitsexperten oder Meinungsmacher, sondern ausschließlich Konsumenten und Markenverwender: Auch dieses Mal wurden mehr als 8.000 repräsentativ ausgewählte Personen zu 104 Unternehmen aus 16 Branchen befragt.


Die Ergebnisse der SIS-Studie 2014

Die übergreifende Erkenntnis der diesjährigen Untersuchung lautet: Nachhaltigkeit ist das neue Premium. Sie macht Marken zukunftsfähig und gibt Marken wieder mehr von dem, was ihre eigentliche Funktion ist – Orientierung. Belohnt wird dies durch eine höhere Loyalität und diese entsteht durch emotionale Verbundenheit, welche heutzutage stark durch Nachhaltigkeitsaspekte geprägt wird. Katrin Meyer-Schönherr, Geschäftsführerin von Facit Research, erklärt: „Es zeichnet sich darüber hinaus ab, dass Unternehmen, die aktives Nachhaltigkeitsmanagement betreiben und ihren Markenkern stets aktualisieren im SIS-Ranking aufrücken bzw. erfolgreich bleiben. Dazu zählen etwa Frosta und Edeka. Gute Nachhaltigkeitsreputation aufgrund eines traditionellen Markenkerns alleine reicht dagegen in Zukunft nicht mehr aus. Statische Marken, die sich rein auf ihr tradiertes Markenbild verlassen, werden es schwer haben, weiterhin von sich zu überzeugen.“ So fällt bei der diesjährigen Untersuchung auf, dass sich vor allem Traditionsmarken, die in den vergangenen Jahren stets gute Positionen innehatten, im Ranking verschlechtert haben bzw. von anderen Unternehmen überholt wurden. Beispiele hierfür sind etwa Ehrmann oder Lindt & Sprüngli.

Drogeriemärkte schneiden schlechter in Punkto Nachhaltigkeit ab


Weitere Kernergebnisse der Studie seien im Folgenden kurz dargestellt: Schlechter als in der Vergangenheit zeigen sich in punkto Nachhaltigkeit die deutschen Drogeriemärkte. Die Automobilbranche hingegen konnte sich verbessern. Das Branchenranking führt nach wie vor der Bereich Babynahrung an und Nachzügler sind auch 2014 die Finanz- und Energiedienstleister sowie der Bereich Fast Food und die Telekommunikationsbranche. Katrin Meyer-Schönherr fasst zusammen: „Insgesamt erreichen 2014 mehr Branchen und damit Unternehmen einen SIS-Wert, mit dem sie nicht mehr im kritischen Bereich.“ Joachim Schöpfer, Geschäftsführer Serviceplan Corporate Reputation, ergänzt: „Während die stets gute Performance der Unternehmen im sozialen Bereich auf gleichem Niveau geblieben ist, wurde hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit aufgeholt.“


Preisbereitschaft für Bio-Produkte

Zugenommen hat die Einkaufshäufigkeit der Bio-Eigenmarken. Sie werden zunehmend als nachhaltig wahrgenommen und zwar sowohl in den klassischen Supermärkten als auch bei den Discountern. Sehr anschaulich zeigte die Studie dies am Beispiel Milch: Eigenmarken-Bio-Milch wird in jeder Preislage etwas häufiger gewählt als die jeweilige Billig-Eigenmarke und die Markenmilch. Joachim Schöpfer dazu: „Klassischen Herstellern ohne Bio fällt es immer schwerer, ihren Premiumpreis durchzusetzen. Premiummarken müssen zukünftig verstärkt einen Mehrwert liefern, um nicht gegen Marken, die einen solchen USP im Sinne der Nachhaltigkeit (Bio) liefern, zu verlieren. Wenn Kunden bewusst mehr Geld ausgeben, dann für Bio bzw. Nachhaltigkeit.“

Eine der Herausforderungen besteht in glaubwürdiger Kommunikation

Die in diesem Jahr zusätzlich untersuchten Top-Premiummarken schneiden alle relativ gut ab, jedoch selten hervorragend. Sie genießen derzeit eine Art Vertrauensvorschuss, denn im Hinblick auf Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit und vor allem der entsprechenden Kommunikation besteht definitiv Aufholbedarf. Kunden von Top-Premiummarken zeigen ein vergleichsweise hohes Nachhaltigkeitsbewusstsein. Sie erwarten mehr Verantwortung von den Unternehmen. Investitionen in Nachhaltigkeit sind für sie damit mehr und mehr eine Notwendigkeit, denn wenn sie fehlt, geht auch die Rechtfertigung des Premiumpreises verloren.

Claudia Kirchmair
Unternehmenskommunikation & PR

E-Mail: c.kirchmair(at)serviceplan.com

 

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23.04.2014 staatsanwalt ermittelt

GFDk - Redaktion

Der Community-Marktplatz für die Buchung von privaten Übernachtungsmöglichkeiten Airbnb hat nach mehreren Medienberichten eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 450 bis 500 Millionen Dollar abschließen können. Damit würde der Unternehmenswert bei zehn Milliarden Dollar liegen.

Die Finanzierungsrunde wurde von dem Venture-Capital-Unternehmen Texas Pacific Group (TPG) geführt. Als weitere Investoren sollen die Dragoneer Investment Group, Sequoia sowie T. Rowe Price an Bord sein. Techcrunch

Das ist ja lustig. Erst heute meldete das Handelsblatt:

San Francisco/New York

Eine unschuldige Webplattform, um ein paar Dollar dazuzuverdienen, oder eine gigantische illegale Untergrundorganisation?  Über 60 Prozent aller Mietangebote in New York über die Web-Plattform Airbnb sind illegal. Das jedenfalls sieht der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman so.  Am heutigen Dienstag zieht er gegen das Start-Up aus San Francisco vor Gericht, um die Herausgabe der Daten tausender Anbieter zu erzwingen.

Schauen wir mal wie lange die Investoren glücklich sind

Cheflobbyist David Hantman postete am Sonntag auf der Firmenwebseite ein Update für die tausenden New Yorker, die in Angst vor einem Brief der Staatsanwaltschaft leben. „Die Regierung wird uns beschuldigen, schlechte Nachbarn zu sein, sie werden uns „Slumlords“ und Steuerbetrüger nennen, wahrscheinlich werden sie uns auch beschuldigen, die Mondlandung gefälscht zu haben. Ok, damit können wir leben“, so Hantmans zynischer Kommentar.

Auch in Deutschland gibt es schon seit 2013 Kritik an Airbnb

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16.04.2014 Neue Dachmarken-Kampagne

Redaktion GFDK

„Wenn du etwas findest, woran du wirklich glaubst, dann mach es, halt es fest, lauf los, sei echt, probier’s, sei stolz, träume es, jage es, fang es, liebe es. Aber egal was du machst: Mach das einzig Wahre“, lautet die Botschaft der neuen Warsteiner Kampagne.

Geschichten von Menschen, die das tun, was für sie das einzig Wahre ist.

Die Kampagne emotionalisiert,indem sie reale Geschichten erzählt – Geschichten von Menschen, die das tun, was für sie das einzig Wahre ist. Gleichzeitig fordert sie jeden Einzelnen auf, sich für das einzusetzen, was auch immer das individuelle Streben sein mag.

Die neue Warsteiner Dachmarken-Kampagne hebt Einstellungen und Werte hervor, welche die Marke mit Familientradition seit 1753 teilt. Die neue Warsteiner Kampagne stellt primär authentische Charaktere, ihre Erlebnisse und Leidenschaften in den Mittelpunkt. Das unterscheidet sie von vielen anderen Kampagnen im deutschen Biermarkt. „Der neue Slogan ‚Mach das einzig Wahre‘ beschreibt dabei eine inspirierende und unterstützende Haltung, die den Konsumenten in den Fokus rückt“, so Jordi Queralt, Marketing Direktor der Warsteiner Gruppe. „Er regt an, individuelle Lebenseinstellungen auszuleben, das Leben und auch den Moment auszukosten“, so Queralt weiter.

Authentische Charaktere und ihre Geschichten

Warsteiner setzt auf authentische und reale Charaktere, denn ihre Geschichten und Lebenseinstellungen geben unserer Leitidee Kraft und Tiefe“, erläutert Andy Chiu, Leiter Brandmanagement Warsteiner. Zu den Geschichten gehört jene vom Lebenskünstler Jon Rush: Weder seine 45 Jahre noch sein Job halten ihn davon ab, seiner Leidenschaft skateboarden treu zu bleiben. Oder die Geschichte vom Streetartist Andreas von Chrzanowski alias Case:

Sein Frankfurter Studio brannte ab. Er wollte die Kunst fast aufgeben. Er hat von vorne angefangen, sein Studio neu aufgebaut und setzt sich heute weltweit für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte ein. Daraus schöpft er neue Kraft für seine künstlerische Arbeit. Der Fallschirmspringer Rob Heron, der Bürostuhl-Racer Rene Karg, der Boxer Wladimir Klitschko – sie alle stehen dafür ein, das einzig Wahre zu machen.

Andy Chiu plaudert weiter: "Alle außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Kampagne wurden in mühevoller Kleinstarbeit recherchiert. Wir konnten alle Personen persönlich kennenlernen, um festzustellen, ob sie zu den Markenwerten passen. Zielsetzung war es, immer authentische Charaktere zu finden. Endresultat waren zahlreiche interessante, bewegende und inspirierende Treffen."

Langfristige Warsteiner Kommunikations-Strategie

Die neue Dachmarkenkampagne ist Dreh- und Angelpunkt einer langfristigen Kommunikationsstrategie der Marke Warsteiner. Als Grundlage aller Maßnahmen wurden das Markenleitbild überarbeitet und die Zielgruppen neu definiert. Im Leitbild ist zusammengefasst, wofür die Marke Warsteiner steht, was sie auszeichnet und vor allem, was sie von anderen Marken unterscheidet. „Wir haben definiert, was wir langfristig für die Marke Warsteiner erreichen wollen“, beschreibt Queralt.

„Dazu gehört eine höhere  Begehrlichkeit, vor allem bei einem jüngeren, vielschichtigeren Publikum. Gleichzeitig wollen wir unsere treuen Kunden halten und ihre emotionale Bindung zur Marke stärken . Insgesamt geht es darum, eine souveräneMarkenpersönlichkeit zu entwickeln, die progressiv ist, ohne auszuschließen, die Menschen  inspiriert und ihnen auf Augenhöhe begegnet“, ergänzt Queralt.

Auf die Frage, wie langfristig die neue Markenkampagne ausgerichtet ist, erläutert Queralt: "Wir haben fast 18 Monate Zeit, viel Kraft und Energie in die neue Markenausrichtung und Kampagnenentwicklung gesteckt, damit sie für die nächsten Jahre Bestand und Relevanz hat. Es war uns sehr wichtig, eine Kampagne mit entsprechender Flughöhe zu schaffen, die sich nicht so schnell abnutzt.

Die neue Warsteiner Kampagne ist bereits zu sehen

Die neue Warsteiner Kampagne startete am 10. April im deutschen TV, im Kino und Online, gestützt von nationalen Printmotiven. Interviews im Dokumentarstil, online abrufbar, portraitieren die authentischen Persönlichkeiten aus dem Spot flankierend. Und als eine der international erfolgreichsten Brauereigruppen aus Deutschland schaltet Warsteiner die „Mach das einzig Wahre“-Kampagne auch im  Ausland.

Die Warsteiner Brauerei, gegründet 1753, zählt zu den größten Privatbrauereien Deutschlands. Ihr Flaggschiff ist die Marke WARSTEINER Premium Verum, die deutschlandweit zu den beliebtesten Biermarken zählt.

Neben der Warsteiner Brauerei gehören zur Warsteiner Gruppe auch die Paderborner Brauerei (Paderborner, Isenbeck, Weissenburg), die Herforder Brauerei (u.a. Herforder Pils), die  Privatbrauerei Frankenheim (Frankenheim Alt) sowie eine Beteiligung an der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg (König Ludwig Dunkel, König Ludwig Weissbier, König Ludwig Hell). Mittlerweile vertreibt die Warsteiner Gruppe ihre Produkte in über 60 Länder der Welt.

Für nähere Informationen:

Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG

Abt. Unternehmenskommunikation

Domring 4-10

59581 Warstein

E-Mail: presse@warsteiner.com

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31.03.2014 mut zur veränderung

Redaktion - Bitburger Braugruppe

Die Werbeagentur Heimat Hamburg übernimmt zum 1. April 2014 den Etat für die klassische Kommunikation sowie die strategische Beratung von König Pilsener.

Matthias Christoffel, Direktor Markenmanagement der Bitburger Braugruppe: „Wir freuen uns, dass wir mit Heimat Hamburg eine der derzeit kreativsten Werbeagenturen Deutschlands gewinnen konnten. Gemeinsam werden wir bei König Pilsener neue Wege gehen, ohne dabei die Tradition dieser Pilsener Ikone zu vernachlässigen. Das wird eine intensive und bereichernde Zusammenarbeit!“

„Wir sind bei der Bitburger Braugruppe auf Menschen getroffen, die etwas verändern wollen. Dass wir dabei unseren Beitrag bei einer so traditionsreichen Pilsener-Marke wie König leisten können, macht uns sehr stolz. Wir freuen uns auf jede einzelne Herausforderung der nächsten Jahre“, so Tobias Jung, Geschäftsführer bei Heimat.

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20.03.2014 gravierende lücke zwischen Anspruch und Realität

GFDK - Brandoffice

München. Markenwerte sind in der Praxis oft wertlos: In kaum einem Bereich der Wirtschaft klafft eine so große Lücke zwischen strategischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung wie in der Markenführung. Die Münchner Markenagentur Brandoffice hat im Rahmen der Studie "Deutscher Markenreport 2014" die wichtigsten Gründe für das Scheitern ganzheitlicher Markenimplementierung in deutschen Unternehmen untersucht.

Die Ergebnisse der Markenführungs-Studie im Überblick:

Kein Know-how: In 48 Prozent der Unternehmen wird Markenführung mit Werbung verwechselt
Kein Einfluss: Fast 40 Prozent der Markenmanager besitzen keinen bereichsübergreifenden Einfluss
Keine Kontrolle: Marke als zentraler Wertschöpfungstreiber ist fast nie mit zentralen Steuerungs- und Controllingssystemen verzahnt

Dazu hat Brandoffice Ende 2013 rund 150 Markenentscheider in Deutschland online befragt.
Markenführung ist unbestritten Chefsache. 74 Prozent der befragten Marken-entscheider bestätigen, dass die Verantwortung für die Marke in letzter Instanz in der Geschäftsleitung liegt. Doch dort – so zeigt die Studie Deutscher Marken-report 2014 – fehlt oft das nötige Marken-Knowhow. Mangelndes Verständnis im Unternehmen für das Thema Marke gilt unter Markenentscheidern als größte Hürde für eine erfolgreiche Implementierung.

Markenführung werde häufig mit Werbung gleichgesetzt

Dies kritisieren über 48 Prozent. Ein Drittel der Experten beanstandet zudem, dass in ihrer Firma nicht kundenorientiert gedacht wird.  „Markenführung mit Werbung zu verwechseln und auf Chefebene zu einseitig technokratisch zu denken, ist äußerst riskant. Wer heute das Potenzial seiner Markenwerte nicht ganzheitlich aktiviert, hat aus Kundensicht meistens einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil“ erklärt Andreas Heim, Geschäftsführer Brandoffice und verantwortlich für die Studie.

Markenführung: Keine Konsequenz bei der Umsetzung

Als zweitgrößte Hürde benennen die Entscheider die Inkonsequenz bei der Implementierung: Fast 40 Prozent der operativen Markenführer besitzen keinen bereichsübergreifenden Einfluss bei der Durchsetzung der Markenpositionierung. Noch häufiger fehlt eine Fachabteilung, die ein vernetztes Markenerlebnis über alle Bereiche hinweg sicherstellt. „Hier sitzt der zentrale Hebel für eine effiziente Markenführung“, so Heim. „Unternehmen müssen ihre Markenchefs mit übergreifenden Befugnissen und den nötigen Kapazitäten ausstatten, damit sie bessere Ergebnisse für ihre Marke erzielen können.“ Auch fehlende Mittel, zu wenig Aufmerksamkeit durch das Management und einseitig kurzfristige Vertriebsausrichtung werden moniert.

Brand Behaviour: Größte Unbekannte der Markenführung

Obwohl die meisten Unternehmen regelmäßig im persönlichen Kontakt mit ihren Kunden stehen, haben nur 36 Prozent eine Strategie, die darauf abzielt aus aus-tauschbarem Mitarbeiterverhalten „Wow“-Erlebnisse für den Kunden zu machen. Gerade bei den wichtigsten Mitarbeiter-Kundenschnittstellen (Vertrieb und Kundenservice) ist der Einfluss der Markenstrategie in rund 80 Prozent der Unternehmen nicht groß.
Noch geringer ist die Wirkung der Markenführung fatalerweise ausgerechnet dort, wo Brand Behaviour systematisch auf alle Bereiche im Unternehmen ausgebaut werden müsste: Fast 90 Prozent der Markenverantwortlichen bemängeln, dass sie keinen großen Einfluss auf den Personalbereich haben. „Employer Branding wird heute gerne als Marketing Buzzword benutzt. Doch bei der Rekrutierung, Leistungsevaluierung und Weiterqualifizierung der Mitarbeiter spielen Markengesichtspunkte heute so gut wie keine Rolle“, sagt Heim.

Controlling: Auch Marken brauchen ein Qualitätsmanagement

Einkauf, Produktion oder Vertrieb unterliegen im Unternehmen einem strengen Controlling. Bei der Marke sieht die Sache anders aus: Obwohl sie ein zentraler Wertschöpfungstreiber für fast alle Bereiche im Unternehmen ist, wird sie so gut wie nie mit zentralen Steuerungs- und Controllingssystemen verzahnt. Nur 14 Prozent der Unternehmen setzen markenorientierte Leistungsindikatoren heute bereits als systematischen Bestandteil der Unternehmenssteuerung ein.

Customer Touchpoints: Kundenprozesse werden nicht im Detail analysiert

Marke ist überall. Das gilt heute mehr denn je. Die digitalen Medien und die rasante Zunahme mobiler Endgeräte sorgen dafür, dass die Kontaktpunkte zwischen Kunde und Marke immer vielfältiger werden. Bisher verstehen die Unternehmen die Kundenprozesse jedoch nur selten im Detail: Nur 39 Prozent kennen die Profilierungschancen ihrer Marke im Kundenprozess.

Markendesign: Strategie vorhanden, praktische Umsetzung nicht definiert

Eine durchgängige Designstrategie ist von hoher Bedeutung für die Markenverantwortlichen: Immerhin geben 78 Prozent an, dass ihr Unternehmen eine langfristig ausgerichtete markenorientierte Designstrategie besitzt. Während die Design-Grundelemente in 82 Prozent aller Fälle durch Guidelines definiert sind, gibt es bei der praktischen Anwendung des Designs Nachholbedarf: 38 Prozent der Unternehmen fehlt ein einheitliches Design im kommunikativen Auftritt. In den Bereichen Produkt (57%) und Architektur (70%) sind formale Wiedererkennungszeichen sogar meist nicht definiert.

Führende Marken besitzen stringenteres Produktdesign

Das Produkt leistet einen Hauptbeitrag zur Stärke einer Marke. „Daher erstaunt es, dass nur 55 Prozent der Unternehmen über eine markenorientiert ausgerichtete Angebotsstrategie verfügen“, erklärt Heim. „Zwischen erkennbarer Produktdesign-Typik und dem Erfolg einer Marke gibt es einen signifikanten Zusammenhang: Je einheitlicher das Produktdesign, desto größer der Erfolg.“
62 Prozent der Firmen mit führenden Marken sorgen für hohe Wiedererkennbarkeit ihrer Produkte durch Design-Guidelines. Bei den Top 3 Marken ist dieser Wert mit 50 Prozent noch relativ hoch. Dagegen haben über drei Viertel der Marken, die keine führende Positionierung besitzen, auch ihr Produktdesign nicht geregelt.

Andreas Heim
andreas.heim(at)brandoffice.com

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18.03.2014 musikalische reise durch die welt der klassik

GFDK - Redaktion

Die Jury der Deutsche Werbefilmakademie hat 26 Werbefilme in das Rennen des begehrten Werbefilmpreises geschickt. Mit dabei der dramatische Werbespot von der Agentur Kolle Rebbe für die Deutsche Grammophon, den wir Euch von der Redaktion Freunde der Künste heute vorstellen wollen.

Sven Helbig mischt die Klassik-Szene auf

"Die Geburt einer neuen Klassik" – Unter diesem Gedanken positioniert Kolle Rebbe erstmalig einen Künstler und dessen Debut-Album im Markt.

Bisher hat das Multitalent Sven Helbig, der mitunter als Komponist, Produzent, Regisseur arbeitet, sich vorallem als Arrangeur für bekannte Bands wie Rammstein, Pet Shop Boys, Snoop Dogg und das Fauré Quartett einen Namen in der Musikbranche gemacht. Die Pocket Symphonies hat Helbig gemeinsam mit dem Fauré Quartett, Dirigent Kristjan Järvi und dem MDR Sinfonieorchester entwickelt. Durch die Kurzformate, die klassische Werke in bildgewalten Pop-Musik-Formaten präsentiert, will er die klassische Szene aufmischen und neues junges Publikum gewinnen.

Die "Pocket Symphonies" (Deutsche Grammophon/Universal Music) präsentiert er stark verkürzt im gängigen 4-Minuten-Format. Die Kommunikation unterstreicht Helbigs innovativen und mutigen Ansatz mit einem Key-Visual, Merchandising-Maßnahmen und einem bildgewaltigen promotionalen Film.

Verleihung des Deutschen Werbefilmpreises am 22. März in Berlin

Die Preisträger für den Deutschen Werbefilmpreis werden am 22. März im Berliner Kino International bekanntgegeben. Alle nominierten Werbefilme, darunter Vodafone, BMW, Audi, Hornbach und Saturn sind auf der Website der Deutschen Werbefilmakademie zu sehen.

Die Jury für den begehrten Werbefilmpreis setzt sich zusammen aus  Bettina Olfe, als Co-Kreativgeschäftsführerin von Thjnk Hamburg. Da wird vorallem der Agentur Jung von Matt der Wind kalt ins Gesicht blasen, aufgrund des personelle Dauertwists zwischen den beiden Agenturen. siehe auch unseren Artikel Krieg der Kreativen

Die Werber aus Hamburg haben ihre Kollegen Jung von Matt/Neckar für Herbaria Tee - "Fears" um den besten Nachwuchswerbefilm ins Rennen geschickt.

Weitere bekannte Namen finden sich in der Liste der Juroren wie Matthias Storath (Ogilvy), Guido Heffels (Heimat), Henning Patzner (Serviceplan) sowie bekannte Regisseure z.B. Sebastian Strasser, Martin Krejci, Markus Walter und Cadmo Quintero.

Interessierte können die Preisverleihung in Berlin live im Kino International verfolgen: Ticktes sind für 99,- EUR (Studenten 39,- EUR) über die genannte Homepage erhältlich.

Gottfried Böhmer

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17.03.2014 fremdknutscher der woche

GFDK Redaktion

Das amerikanische Modelabel Wren Studios hat einen viralen coup gelandet. Unter der Federführung von der Filmkünstlerin Tatia Pilievas wurden 20 wildfremde Frauen und Männer in das Studio eingeladen, mit der Aufgabe sich zu küssen.

Dass alle 20 Protagonisten auch noch gut aussahen, bleibt am Rande bemerkt, unterstreicht aber wieder mal die werbliche Absicht dahinter. Denn es stellt sich gleich die Frage, ob 56 Millionen Menschen (Stand 16.3.2014 bei Youtube) zuschauen möchten, wie sich häßliche Menschen küssen? Wahrscheinlich eher nicht.

Fremdknutschen

Also knutschen 20 gutaussehende Frauen und Männer, darunter das amerikanische Model Langlex Fox Hemingway oder auch die SängerinnenSoko und Nicole Simone wild, teils zögerlich vor Scham oder auch einfach ganz romantisch drauf los. Bei einigen gibt es vorab noch einen netten small talk - alles sieht absolut ungestellt aus.

Ganz nebenbei gesehen, können wir davon ausgehen, dass die 20 Protagonisten in den Designeroutfits von Wren Studio knutschen. Auch wenn das Modelabel im Video nicht explizit Video genannt wird, heisst es anfangs   "Wren presents". Es ist davon auszugehen, dass 50% der Youtube Fans diesen Namen gegoogelt haben - kein schlechter Werbeeffekt. Auch die französische Sängerin Soko wird sich gefreut haben, ihr "We Might Be Dead By Tomorrow" ("Wir könnten morgen schon tot sein") ist einer der Downloadhits bei itunes.

Vorallem kommt das Video bei den Leuten absolut polarisierend an, es wird heiss diskutiert, warum, das Motto "Liebe" sei, wenn sich hier doch "Fremde" küssen, warum hier auch "Homosexuelle" abgelichtet werden und ob das nicht "geschmacklos" sei, wo denn die "Schwarzen" wären und so weiter und so fort.

Aber wer steckt eigentlich hinter diesem Gag und Modelabel?

Gegründet hat das Unternehmen 2007  Melissa Coker, die das Label nach Jenny Wren bennante, welches der Name aus einem Song von Paul McCartney ist. Melissa liess sich schon früh von verschiedenen "klassischen" Styles inspirieren und startet ihre Karriere als Modedesignerin bei namhaften Designern wie  Helmut Lang bis sie ihre eigene Kollektion in Los Angeles erfolgreich kreiierte.

Gottfried Böhmer

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04.03.2014 wer hat das schlechteste und beste ansehen?

Gottfried Böhmer

Es gibt sie. Die wirklich armen Schweinchen im deutschen Berufsleben. Wer nun glaubt, das wäre die Kassiererin an der ALDI-Kasse oder vielleicht der Postbote hat sich geirrt.

Viele Berufsgruppen geniessen bei den Deutschen nur ein mittelmäßiges Vertrauen, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) untersucht hat. Dass Politiker und Versicherungsvertreter das schlechteste Ansehen haben, kann man noch nachvollziehen. Dass aber ausgerechnet die Berufsgruppe der Kreativen, Marketingleute und Berater das drittschlechteste Berufsimage in Deutschland haben, ist nicht ganz nachvollziehbar.

Woher kommt das Zerrbild?

Wenn man berücksichtigt, dass in dieser Berufsgruppe tägliche Arbeitszeiten von 12 Stunden, regelmäßige Wochenendarbeit und alles andere als eine fürstliche Entlohung gang und gebe ist, kann man wohl von einem Zerrbild in der öffentlichen Wahrnehmung sprechen. Wenn man berücksichtigt, dass zig Millionen tag täglich mit großer Freude die bei YouTube eingestellten Werbefilmchen der Branche anschauen, ist das schlechte Image der Werber nicht zu verstehen.

Die Freunde der Künste als Sprachrohr der Kreativwirtschaft raten der Kreativbranche dringend dieses Zerrbild durch bessere Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Zukünftige Berufsanfänger sind vielleicht nicht so sehr begeistert ihren Berufsstart in einer Branche zu beginnen, die kein gutes Ansehen hat.

Dass die nicht zu rühmenden Arbeitsbedingungen auch nicht gerade ein Aushängeschild für die Werbe-Branche sind, sollte den Agenturchefs zu denken geben. Wer das auf die leichte Schulter nimmt, hat bald kein Nachwuchs mehr.

Die GFK hatte in 25 Ländern 28.000 Menschen befragt und das ist mal wirklich repräsentativ. Erstaunlich? Journalisten genießen kaum weniger Vertrauen als Werber und landeten auf dem 4. Platz der Unglaubwürdigkeit. Und das können wir sehr gut nachvollziehen.

Verfolgungsstolz der Journalisten

In der Vergangenheit haben sich etliche Journalisten wie Staatsanwälte aufgeführt und nicht nur der Fall "Wulff" und "Hoeneß" und zuletzt "Edati" gehören dazu. Jan Fleischauer schrieb im Spiegel von den "maßlosen Jägern" und bezog sich auf den Fall Wulff. Was die Journalisten-Meute nicht in betracht zog, war das ein Großteil der Bürger das Gebaren der Presse als ein Beispiel für Macht und Machtmißbrauch der Medien ansah.

Fleischauer schrieb von einem "Verfolgungsstolz einiger Journalisten". Dass die Berufsgruppe der Journalisten in Deutschland kein gutes Ansehen mehr genießt , ist fast schon eine Wohltat.

Nach den Journalisten kommen laut GFK TV-Moderatoren (wen wundert´s), Schauspieler, Profi-Sportler und Banker. Und wen vertrauen die Deutschen? Der Feuerwehr, Sanitätern, Pflegekräften und Ärzten. Mal ein Grund darüber nachzudenken. Menschen helfen Menschen. Das mit Abstand mieseste Vertrauen genießen Politiker. Warum überlassen wir denen die Gesetzgebung und Steuerpolitik?

Gottfried Böhmer

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03.03.2014 der Rubikon ist überschritten, ist das schon der Krieg

GFDK - Gottfried Böhmer

André Kemper, der Mitgründer der Agentur Kempertrautmann machte nun mal wieder von sich reden, aber nicht als Werbefachmann aus Hamburg und Entwickler der Kampagne "Geiz ist geil". Vor laufenden Kameras lieferte er sich eine Schlägerei auf dem Opernball in Wien von Gastgeber Richard Lugner.

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Würzburger Geschäftsmann wollte nur "Spaßinterview" mit Kerner - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Kerner-angegriffen-Opernball-Poebler-ist-Wuerzburger-Geschaeftsmann-id29012307.html

Sogar die Klitschkos sollen von André Kempers rechter Graden beeindruckt gewesen sein. Kemper kommentierte kurz: Das war ein harter Fight, in der Werbebrance wird aber von Haus aus mit harten Bandagen gekämpft und somit wäre das für ihn keine neue Erfahrung.

Kerners schlagkräftiger Begleiter

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Würzburger Geschäftsmann wollte nur "Spaßinterview" mit Kerner - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Kerner-angegriffen-Opernball-Poebler-ist-Wuerzburger-Geschaeftsmann-id29012307.html

André Kempers Gegner, der Würzburger Geschäftsmann Ulrich J. Pfafflhuber kommentierte kurz und knapp, „Ich habe einen schweren Kieferbruch, aber ich bestehe auf einen Rückkampf an gleicher Stelle im kommenden Jahr". Richard Lugner soll von der Idee geradezu begeistert sein, hört man aus seinem näherem Umfeld wie Insider uns bestätigten. Auch Markus Lanz unsere Geheim-TV-Waffe soll schon angekündigt haben, dass er alle zum Gespräch bitten möchte. Wenn das nichts bringt, will RTL alle ins Dschungelcamp einladen.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Ulrich J. Pfafflhuber fragte den Fernsehmoderator Johannes B. Kerner auf den Opernball in Wien "Wer hat Ihr Ticket bezahlt? Erklären Sie sich! Sie sind der neue Wulff!" Wir meinen, dass dies keine so unberechtigte Frage war, die man aber getrost noch erweitern könnte. Wer hat das Flugticket von Kerner nach Wien bezahlt? Wo hat Kerner übernachtet, wer hat die Hotelrechnung übernommen?

Abwärtstrend der journalistischen Qualität

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff war auf Druck einer medialen Verfolgungskampagne ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Urlaub auf Sylt und ein Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung, die der Filmproduzent David Groenewold zunächst für Wulff bezahlt haben soll, waren die aufgeblasenen Vorwürfe und Anschuldigungen gegen Wulff.

Der Vergleich mit Christian Wulff ist gar nicht so doof, waren es nicht die Qualitätsmedien und TV-Fernsehmoderatoren, die zwei Jahre heuchlerrisch und in der Manier von Staatsanwälten Wulff der Vorteilsannahme beschuldigt haben?

Der Rubikon ist überschritten, ist das schon der Krieg?

Wie auch immer, zu dieser Diskussion kam es leider nicht mehr, da das Rededuell mit einem Faustschlag beendet wurde. Weder Johannes B. Kerner noch André Kemper wollten dazu Stellung nehmen. Was sich bislang nicht verifizieren ließ ist, dass Kerner gesagt haben soll, "der Rubikon sei überschritten und das ist Krieg". Der Gewinner des Abends heißt in jedem Fall Richard Lugner, so viel internationale Presse hat sein Wiener Opernball in den letzten Jahren nicht mehr bekommen.

Zumindest André Kemper versteht was von Krieg: 2012 formierte Karen Heumann zusammen mit André Kemper, Michael Trautmann und Armin Jochum die Agentur Thjnk. Armin Jochum war wie Karen Heumann bis 2011 Vorstandsmitglied bei Jung von Matt. Im September 2013 wechselte dann noch der Top-Stratege von Jung von Matt Michael von Bach die Fronten und ging als Geschäftsführer Strategie zur Thjnk-Gruppe.


Schon in den Monaten zuvor, war es ein offenes Geheimnis, dass Michael von Bach bei Jung von Matt die Segel streicht. Dass es aber so dicke kam, damit hatte man wohl nicht gerechnet, denn Bach ging wie schon einige andere Prominente Jung von Matt Werbegrößen zum Rivalen Thjnk. Und das war natürlich auch kein Zufall, denn er folgt seiner ehemaligen Chefin Karen Heumann. 2010 hatte Karen Heumann in ihrer Funktion als Jung von Matt Vorstandsmitglied Michael von Bach zum Geschäftsführer Strategie gemacht. Nur ein Jahr nach dessen Berufung (2011) stieg Karen Heumann unter nicht gerade rühmlichen Bedingungen bei Jung von Matt aus.

Wirbel, Tränen, Enttäuschung und Emotionen

Der Wechsel der beiden Spitzenwerber zu Kemper-Trautmann hatte 2011 für großen Wirbel, Tränen, Enttäuschung und Emotionen geführt. Der Co-Gründer von Jung von Matt, Jean Remy von Matt hatte nach Bekanntwerden des Ausscheidens von Heumann und Jochum dem Geschäftsführer Kreation Wolf Heumann in einer e-mail, die an alle Mitarbeiter von Jung von Matt ging, das Vertrauen entzogen. Daraufhin blieb diesem nichts anderes mehr übrig als zu gehen, womit er ja wohl rechnen musste.

Der Hintergrund war einfach zu erklären, denn Wolf Heumann ist der Ehemann von Karen Heumann und muss wohl Wochen, wenn nicht Monate von dem anstehenden Wechsel seiner Gattin gewußt haben. Unter diesen Umständen war eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit für beide Seiten nicht mehr möglich.

Krieg der Kreativen

Derweil hat sich der Wind gedreht, das ist jedenfalls zu vermuten. André Kemper, noch Aufsichtsratsmitglied von thjnk will nach unbestätigten Gerüchten zur Opel Agentur Scholz und Friends wechseln und soll mit Aufsichtsrat und Gesellschaftern von thjnk über seinen Ausstieg verhandeln.

Wurde Kemper von den Leuten, die er einst holte, entmachtet?

Doch so einfach scheint der Abschied nicht zu werden. Insider sprechen von Auseinandersetzungen mit den Partnern, die er einst ins Boot holte. Dabei geht es um sehr viel Geld, um was auch sonst. Man streitet sich über die Bewertung von Kempers Anteil, die Summe die ihm ausgezahlt werden soll.

Die ist unter den Partnern anscheinend strittig. Das "Manager Magazin" spricht von einer "Scheidungsschlacht". Wenn es so kommt, wie es sich andeutet, ist das einer der spektakulärsten Wechsel in der deutschen Agenturszene.

PS: Im Fall der Opernschlägerei hat die Polizei inzwischen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen Kemper aufgenommen. Die Wiener Staatsoper ist sehr betrübt. "Wir finden den Vorfall äußerst bedauerlich", sagte Sprecher André Comploi der Welt. Das Haus wolle nun zunächst das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen abwarten.

Gottfried Böhmer

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