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23.06.2020 One Girl, One Cup

Afroamerikanische Figuren verschwinden aus der Werbung

von: GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat heute was zu erzählen.

Lieber Herr Böhmer,

man kann nur hoffen, dass Mars einen guten Alternativplan hat. Der Lebensmittelkonzern verkündet den Abschied von Uncle Ben und Aunt Jemima, wie wir sie kennen.

Ab Ende des Jahres will er die beiden afroamerikanischen Figuren von den Reis- und Pancake-Packungen verbannen. Die "Black-Lives-Matter"-Bewegung motiviert das Unternehmen, sich neue Key Visuals zu suchen.

Nun stellt sich die Frage, wer oder was der neue Onkel Ben und die neue Tante Jemima werden. Figuren mit weißer Hautfarbe eignen sich wohl kaum.

Eigentlich kommen Figuren mit irgendeiner natürlichen Hautfarbe nicht in Frage. Jede Wahl würde als rassistisch angesehen werden, wie die hitzige Diskussion auf unserer Facebook-Seite zeigt. Ist ein Avatar die Lösung? Ein Tier? Lila, grüne oder blaue Hautfarbe?

Schon jetzt ist klar, dass die Wahl die Gemüter erhitzen wird. Außerdem drängt sich unfreiwillig die Frage auf, was mit all den anderen klischeebehafteten Testimonials ist, die ebenfalls irgendeine Hautfarbe tragen. Das Thema ist streitbar, keine Frage.

Auch The Female Company zeigt sich heute polarisierend, weil unten ohne. Dabei will das Unternehmen doch nur die richtige Anwendung seiner Produkte in How-to-Videos erklären.

So wie fast jeder andere Hersteller auch. Doch da es sich bei den Produkten zum Beispiel um Menstruationstassen handelt, braucht es zur anschaulichen Erklärung eine nackte Vagina, in die der Cup eingeführt wird.

Doch solche Videos überleben es naturgemäß nicht lang in den sozialen Medien. Also versucht es das Unternehmen auf Pornhub.

Ob sich da die Zielgruppe tummelt, ist fraglich. Zumindest generiert die Aktion Aufmerksamkeit. Und eine weitere Zensur: Denn eines der Videos war selbst für Pornhub zu delikat.

Der Erotikversand Amorelie bewegt sich mit der neuen Kampagne dagegen innerhalb der Grenzen, die Social-Media-Netze vorgeben. Darauf hat Jung von Matt/Spree geachtet.

Die Agentur entwickelte eine neue Markenidentität mit der Botschaft "Sex Your Way". Slogan und Motive sind offenbar jugendfrei genug, um sie in TV, auf der Straße und in den sozialen Medien zu zeigen.

Einen schönen Abend wünscht

Verena Gründel

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