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15.11.2019 So macht man sich keine Freunde

Amazon ist kein Freund von Marken, Amazon ist der Feind der Marken

von: GFDK - Marketing News - W&V Rolf Schröter

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, hat es richtig erkannt. Wer so handelt wie Amazon, macht sich keine Freunde. Schon Birkenstock verkauft an den US-Giganten keine Schuhe mehr, weil Amazon nicht gegen Produktfälschungen auf der Plattform vorgeht. Gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC hatte Amazon eingeräumt das sie logistisch dafür nicht aufgestellt sind.

„Briefe schreiben bringt bei Amazon nichts“ meinte unlängst der CEO Oliver Reichert von Birkenstock. Auch die hohe Marge von bis zu 30 Prozent, die Händler an Amazon zahlen müssen zeugt nicht von tiefer Freundschaft zu den Händlern.

Lieber Herr Böhmer,

ist Amazon Freund oder Feind von Marken?

Nike hat gerade Schluss gemacht mit Amazon. Nach gerade mal zwei Jahren. Die Sportmarke verkauft ihre Produkte nicht mehr direkt an Amazon . Der offizielle Grund lautet, Nike wolle "das Kundenerlebnis durch direktere, persönlichere Beziehungen verbessern", schreibt Bloomberg. Es steht also offenbar die Beziehung zwischen Marke und Kunde auf dem Spiel.

Schon seit längerem fordern Marken eine Sorgfaltspflicht für Plattformen wie Amazon. Der Markenverband hatte vor zwei Jahren Testkäufe durchgeführt. Das Ergebnis: Bei Ebay waren zehn von zehn dort gekauften Markenprodukten gefälscht; bei Amazon waren es vier von sechs.

Käufer vertrauen dem Markennamen des Händlers. Ist der Händler ein echter Partner der Marke, dann sollte er seinen Bezirk im Griff haben und seinen Partner schützen. Und nicht einfach achselzuckend zuschauen, während sein Kumpel abgerippt wird. Zumal Amazon auch noch richtig viel Geld von seinen Markenpartnern nimmt.

Nebenbei: Ende Juli gab der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil dem Fahrradtaschenhersteller Ortlieb Recht. Der hatte Amazon auf Unterlassung verklagt.

Amazon hatte mit Ortlieb-Taschen als Angebot gelockt, um dann auf Produkte anderer Hersteller weiterzuleiten. Bereits das Oberlandesgericht München hatte in diesem Vorgehen eine Ausbeutung der Marke gesehen.

Irgendwie klingt das alles nicht nach Partnerschaft. Um es noch deutlicher zu sagen:

So macht man sich keine Freunde

Einen schönen Abend wünscht

Rolf Schröter

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