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05.07.2019 die Methode Kopf im Sand

Barbara Schöneberger steckt den Kopf im Sand, das ist nicht sonderlich clever

von: GFDK - Marketing News - W&V Holger Schellkopf

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, halt nichts davon den Kopf in den Sand zu  stecken.

Lieber Herr Böhmer,

wenn sich Marken mit prominenten Botschaftern aka Werbegesichtern schmücken, dann erhoffen sich davon natürlicherweise beide Seiten einen Gewinn. Eine Seite will von der Prominenz der Werbepartner profitieren, die andere Seite im Normalfall vor allem Geld verdienen.

Jetzt passiert es immer wieder mal, dass Promis diverse Dinge veranstalten, die dem Ruf der Marke nicht gerade zuträglich sind. Dass die Marke dem Prominenten schadet ist - jenseits von peinlichen Werbespots - schon deutlich seltener. Kommt aber auch immer wieder vor.

Aktuelles Beispiel: Entertainerin Barbara Schöneberger dürfte derzeit wenig Freude an ihrem Engagement für Wayfair haben. Der Online-Möbelhändler steht in seiner Heimat USA nämlich massiv unter Druck wegen die Mitarbeiter gegen Möbel-Lieferungen an die für ihre unmenschlichen Bedingungen berüchtigten US-Kinderflüchtlingslager.

Selbst die eigenen Mitarbeiter gehen gegen Wayfair auf die Straße. Öffentlich hat sich Barbara Schöneberger (bzw. ihr Management) aktuell für die Methode "Kopf im Sand" entschieden und lässt mitteilen, dass man zu dem Thema nichts mitzuteilen hat.

Es darf bezweifelt werden, dass die Variante erstens sonderlich clever und zweitens dauerhaft durchzuhalten ist. So ganz ohne Positionierung kommt man aus so einer Nummer kaum mehr raus.

Wie klare Kante aussieht, demonstriert indes das aus der Oberpfalz stammende Modelabel Human Blood. Erst vor wenigen Wochen hat man dort nicht ohne Stolz kundgetan, mit der bekannten und ebenfalls aus der Region stammenden Marke Sheepworld zu kooperieren. Die wolkig gemalten Schafe zierten seither die T-Shirts von Human Blood. Aus dem Stolz wurde aber schnell Zorn.

Sheepworld-Gründer Hiltl hatte via Facebook unter anderem Carola Rackete, Kapitänin der Seawatch, als "Schlepperin und Menschenhändlerin" diffamiert.

Diese und ähnliche Äußerungen sind für Human Blood "absolut unvereinbar mit unserer Marke und unserer Philosophie". Konsequenz: die Kooperation wurde blitzartig beendet.

Human Blood verzichtet zugunsten der Markenwerte zumindest kurzfristig auf Umsatz, langfristig sollte sich diese Haltung nicht nur in Selbstwertgefühl, sondern durchaus in Markentreue der Kunden auszahlen.

Auszuzahlen scheint sich auch das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit. Diesen Schluss lässt zumindest eine aktuelle Umfrage der GroupM-Forschungsunit M Science zu.

Über die Hälfte der Deutschen interessieren sich demnach inzwischen stark für das Thema Nachhaltigkeit. Das klingt nach Potenzial.

Einen schönen Abend wünscht

Holger Schellkopf

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