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25.03.2020 das Blatt wendet sich???????

Gottfried Böhmer sieht keine positiven Botschaften in der Corona-Krise

von: GFDK - Marketing News - W&V Verena Gründel

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, sieht positive Botschaften in der Corona-Krise, die sehe ich noch nicht. Warum:

Der Ex-Deutschlandchef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius, erwartet die „größte globale Rezession seit 100 Jahren“. Der Investor und Mediziner, in seinem ersten Leben war Dibelius Assistenzarzt in der Herzchirurgie, zeigt sich im großen „Handelsblatt“-Interview besorgt, auch über die gesellschaftspolitischen Auswirkungen der Pandemie:

Der nahezu diskussionslose und mit dem zusätzlichen moralischen Zeigefinger implementierte kollektive Shutdown der Wirtschaft und des Sozialwesens macht mir mehr Angst als diese Virusinfektion,“ sagt er im Morning-Biefing von Gabor Steingart. Und genau so sehe ich das auch.

Politische Akteure, die in einer demokratisch verfassten Gesellschaft widerstandslos einen Shutdown durchsetzen können, beunruhigen ihn: (mich auch)

"Wer nur mit genug Führungsanspruch auftritt und seine Ideen lang genug als alternativlos postuliert, könnte das Land künftig in Geiselhaft nehmen und jedes Ziel durchboxen, das gerade opportun scheint.“

Lieber Herr Böhmer,

das Blatt wendet sich. In den vergangenen zwei Wochen waren die News geprägt von abgesagten Messen, verschobenen Kampagnen, Drehstopps, geschlossenen Ladenketten. Klar, gibt es solche schlechten Nachrichten immer noch – zum Beispiel ist Olympia  nun endgültig verschoben. Aber so langsam verschiebt sich das Gleichgewicht hin zu positiven Botschaften in der Krise:

H&M produziert medizinische Schutzkleidung. Jägermeister verschenkt Alkohol an das Klinikum Braunschweig. Antoni will mit einem Gutscheinportal lokale Händler unterstützen. 

Henkel spendet Geld und Hygieneprodukte an Hilfsorganisationen. Nicht zuletzt bekocht Tim Mälzer  das Klinikpersonal, und das obwohl zwei seiner Unternehmen durch die Krise vor der Schließung stehen.

Die Wende ist offensichtlich erreicht. Zumindest die der Berichterstattung. Und das ist gut so. Denn Zuversicht ist das, was wir alle jetzt brauchen.

Zu sehen, wie sich die Menschen mit all diesen Maßnahmen füreinander einsetzen, macht die Situation ein bisschen besser. Das zeigt, keiner von uns ist allein – selbst wenn viele gerade allein zuhause an ihren Schreibtischen sitzen.

Was die Welt übrigens nicht besser macht, sind Kleidungsstücke mit Stay-at-Home-Aufdruck . Sie lassen höchstens die Kassen der Verkäufer dieser Krisenaccessoires klingeln.

Denn auf die Straße sollen wir damit ohne hin nicht gehen. Und mal ehrlich, auf Instagram braucht es kein Shirt, um die Botschaft zu kommunizieren. Mein Corona-Marketing-Fail des Tages.

Aber zurück zu den positiven Botschaften in der Krise. Noch vor Kurzem haben wir über Purpose und den tieferen Sinn von Unternehmen gefachsimpelt. Und das vor allem theoretisch.

Zum Teil mit an den Haaren herbeigezogenen Botschaften. Doch jetzt spricht niemand mehr von Purpose. Aber immer mehr handeln danach. Und genau darum geht es bei Haltung. Ums Handeln.

Einen schönen Abend und machen Sie das Beste draus

Verena Gründel

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