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Reden ist silber...Schreiben ist gold

26.05.2022 rechtsextreme Verbindungen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Die Regierung Helmut Kohl wollte 1991 die Nato-Osterweiterung und die Unabhängigkeit der Ukraine verhindern – das zeigen bisher unbekannte Akten aus dem Archiv des Auswärtigen Amtes, schrieb der "Spiegel" 

„Bellen der Nato vor Russlands Tür“ könnte laut Papst Ukraine-Einmarsch „erleichtert“ haben. Nach seiner Kritik am russischen Angriff auf die Ukraine äußert Papst Franziskus nun auch Gedanken zur Rolle der Nato. 

Er versuche aber auch, zu verstehen, warum Russland reagiert habe, wie es reagiert hat. Möglicherweise habe das „Bellen der Nato vor Russlands Tür“ dazu geführt, wurde er zitiert, „eine Wut, von der ich nicht weiß, ob man sagen kann, dass sie provoziert wurde, aber vielleicht erleichtert“.

Der russische Präsident sprach vor der Invasion davon, die Ukraine "entnazifizieren" zu wollen. Er sprach davon, mit dem Angriff werde man die "Entmilitarisierung und die Entnazifizierung der Ukraine anstreben". Wladimir Putin hat am frühen Donnerstagmorgen, in der Rede, mit der er den Angriff auf die Ukraine ankündigte, der Ukraine einen Genozid vorgeworfen. Die Russischsprachigen machen einen erheblichen Teil der ukrainischen Bevölkerung aus. 

Was ist dran an der Behauptung, es gäbe Nazis in der Ukraine? Ein Blick zurück.

Waffen-Grenadier-Division bei der SS (galizische SS-Division Nr. 1) war eine Division bei der Waffen-SS, die 1943 mit ukrainischen Freiwilligen und sogenannten Volksdeutschen aufgestellt wurde. Der Beiname „galizische Nr. 1“ bezieht sich auf die Region Galizien.

Im Dezember 1943 betrug die Stärke der Division 12.634 Mann, im Juni 1944 bereits 15.299 Mann und im Dezember 1944 22.000 Mann. Sie wurde auf dem Balkan (Juni 1943 bis März 1944), an der Ostfront (März 1944 bis Juli 1944) und in Polen und der Tschechoslowakei (Juli 1944 bis Mai 1945) eingesetzt. Als gesichert gilt die Beteiligung der Kampfgruppe Beyersdorff bei den Massakern von Pidkamin, Huta-Pieniacka[ und Palikrowy.

Im April 1945 wurde die Division als 1. Division der Ukrainischen National-Armee neu formiert und dem ukrainischen Nationalkomitee unter der Leitung von Pawlo Schandruk unterstellt. Sie stand damals in Österreich und wurde nun auf die Ukraine vereidigt.

Weitere SS-Divisionsnamen
SS-Schützendivision „Galizien“ (Mai 1943)
14. SS-Freiwilligen-Division „Galizien“ (30. Juni bis 22. Oktober 1943)
14. Galizische SS-Freiwilligen-Division (22. Oktober 1943 bis 27. Juni 1944)
14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1) (27. Juni bis 12. November 1944)
14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1) (12. November 1944 bis 25. April 1945)
1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee (25. April bis 8. Mai 1945)

Faschistische Milizen der Ukraine
Und heute? - In den ukrainischen Streitkräften sind Rechtsextreme gut vernetzt und rekrutieren Soldaten für ihren Kampf. Einige werden sogar von Deutschland, Großbritannien und den USA militärisch ausgebildet. Der Westen schaut weg. Seit 2010 findet jährlich am 28. April eine Parade zu Ehren der SS-Division statt.

Nazipropaganda in der Ukraine    

Zum 77-jährigen Jahrestages der Gründung der Waffen-SS-Division Galizien am 28. April 1943 maschieten in diesem Jahr die Rechten. mit SS-Symbolen, Flaggen der Ukraine, Blumen und Fahnen von Freiwilligenverbänden in Kiew auf.

Für ihre Sicherheit sorgte die Polizei, die einen Teil der Demonstrationsroute für den Verkehr gesperrt hatte. Dies berichtet der Radiosender „hromadske.ua“. Photos in ukrainischen Medien zeigen, wie Demonstrierende ihre Hand zum Hitlergruß erheben.

Das ukrainische Asow-Bataillon war die Hauptstreitmacht, die die Stadt Mariupol verteidigte.
Die Gruppe hat den Ruf, erbittert zu kämpfen, hat aber auch behauptet, rechtsextreme Ansichten zu vertreten.
2016 warfen ihm die Vereinten Nationen vor, gegen das humanitäre Völkerrecht zu verstoßen.

Im Jahr 2019 versuchten 40 US-Kongressabgeordnete erfolglos, Asow als ausländische terroristische Organisation zu bezeichnen.

Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die Präsenz solcher Einheiten innerhalb des ukrainischen Militärs einen der Gründe für den Start seiner sogenannten „militärischen Spezialoperation – zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“.

Die Einheit hat bestritten, dass sie an der Nazi-Ideologie als Ganzes festhält, aber Nazi-Symbole wie das Hakenkreuz und SS-Insignien sind auf den Uniformen und Körpern der Asowschen Mitglieder weit verbreitet.

Das Asow-Bataillon versteht, dass es ein Neonazi-Image-Problem hat, aber um es zu ändern, wird die Unterstützung der Basis benötigt, von denen viele verdächtigt werden, rechtsextreme Verbindungen zu haben.

Al Jazeeras Imran Khan berichtet aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Quellen
S. Wargin, The Unknown Ethnic Cleansings: White Spots in Modern History, Seite 20, S. Wargin, 2017
Institute für ukrainische Geschichte, Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Organisation von Ukrainischen Nationalisten und die Ukrainische Aufstandsarmee, Kapitel 5, Seiten 284ff
Wikipedia

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20.05.2022 Lauterbach warnt und droht

GFDK - Reden ist Silber - Klaus Miehling

In den letzten Jahren wurde die Politik hier hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der öko-globalsozialistischen Ideologie, verbunden mit dem Ziel einer entsprechenden Weltdiktatur, betrachtet.

Aber das ist nur die eine Seite des Problems. Die andere wurde am Donnerstag in „Tichys Ausblick“ unter dem Titel „Politik ohne Anstand und Moral – geht das gut?“ thematisiert.

Das kommt nämlich hinzu, und dieser Werteverfall, der längst auch in der Politik angekommen ist, hat eben mit der Sozialisation durch Gewaltmusik wesentlich zu tun, wie ich in meinen Büchern und Aufsätzen in extenso dargestellt habe.

Die Diskussion bei Tichy zeigt deutlich den Widerspruch zwischen dem scheinmoralischen Anspruch des Ökologismus, Sozialismus und Multikulturalismus einerseits und dem unmoralischen Verhalten so vieler Politiker andererseits.

Wie die Musik, so die Politik – und die Justiz! Am Donnerstag hat das Bundesverfassungsgericht die einrichtungsbezogene Impfpflicht für „rechtens“ erklärt – eine Entscheidung nicht nur gegen das Grundgesetz (Menschenwürde, Recht auf körperliche Unversehrtheit), sondern auch gegen die Menschenrechtscharta und den Nürnberger Kodex.

Trotz aller Enthüllungen der letzten Monate halten die Corona-Lügner an ihrer Strategie fest. Lauterbach warnt und droht, die STIKO empfiehlt Impfungen für Kinder, und bei einem kritischen Arzt bricht die Polizei ein.

In der „alten“ Diktatur hätte man darüber nicht so einfach berichten können, weil die Bürger kritisch waren. In der „neuen“ Diktatur kann man es, weil die meisten Bürger auf Linie gebracht sind und dem Staatsterror applaudieren.

Letzte Woche hatte ich gesagt, dass die Opferzahl der Impfungen jeden anderen Massenmord und Genozid der Geschichte übertreffen wird.

Aber nicht nur wegen der Zahl der Opfer handelt es sich um einen traurigen Rekord. So begründet man gerne die vermeintlich einmalige Dimension des Holocaust mit seiner Planung und Organisation, zumal der Staatsterror Maos und Stalins noch mehr Opfer gefordert hat als derjenige Hitlers, man aber die Deutschen in ewiger Schuldknechtschaft halten wollte.

Doch die weltweite Organisation und Propagierung der Massenimpfungen, an der Politiker, Mediziner und Medien fast aller Länder beteiligt waren – von den „Strippenziehern“ im Hintergrund ganz zu schweigen –, lässt die nationalsozialistische „Endlösung“ bei aller Schrecklichkeit provinziell aussehen. Es geht eben jetzt um nicht weniger als die Versklavung und Dezimierung der gesamten Menschheit.

Zum Thema „ewige Schuldknechtschaft“ möchte ich auch auf diesen Film verweisen, der sich auf das Buch Beuteland von Bruno Bandulet bezieht, aus dem ich hier vor einigen Jahren zitiert hatte. „Nie zuvor wurde ein modernes Industrieland so gründlich ausgeplündert“, sagt Bandulet in diesem Film.

Nachdem Milliarden Menschen weltweit auf das Klimahirngespinst hereingefallen sind und sich eine experimentelle, hochgefährliche Gentherapie gegen ein gewöhnliches Virus verabreichen ließen, scheint der Weg für ein noch verrückteres Narrativ frei zu sein:

Außerirdische! In den letzten Monaten mehren sich Hinweise aus dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium, die uns darauf vorbereiten sollen. Dann brauchen wir natürlich eine Weltregierung, um die Menschheit vor einer Invasion zu retten.

Das wird alle Kosten für Migration, Energiewende und Coronabekämpfung in den Schatten stellen. Über Grundrechte brauchen wir angesichts dieser globalen Bedrohung dann sowieso nicht mehr reden.

Und so wie der nächste gefährliche Virus nur auf den nächsten „Lockdown“ und den nächsten „Impf“stoff wartet, so werden wir jederzeit auf einen neuen Angriff aus dem All gefasst sein müssen. Eine einmal installierte Weltdiktatur wird nicht mehr weichen.

Klaus Miehling

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17.05.2022 Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Dunkle Materie heißt dunkle Materie, weil man sie nicht sieht. Logisch. Und dennoch würde unser Universum ohne sie ganz anders aussehen.

Denn erst die dunkle Materie sorgt durch ihre Gravitationskraft dafür, dass sich die gewöhnliche Materie zu leuchtenden Sternen und Galaxien zusammenballte. 

85 Prozent der Materie in unserem Universum, heißt es, existieren in einer Form, die wir nicht direkt beobachten können.

Die „Dunkle Materie“ eben, so auch der Titel des neuen Buches von Sibylle Anderl, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist ein großes, vielleicht das größte Rätsel der Kosmologie.

Wer sie zu verstehen versucht, streift fast alle Themen, die unser Kosmos bereithält. Von der Entwicklung und Dynamik der Galaxien bis zur Zeit vor dem Urknall.

All dies untersucht der neue Band aus der promovierten Wissenschaftlerin, Astrophysik natürlich, der insbesondere dem sterneninteressierten Laien Einblicke in eine Disziplin gibt, die einem sonst eher verborgen bleibt.

Außer vielleicht in Filmen wie „Interstellar“ von Christopher Nolan, der das Phänomen dunkle Materie visuell sehr wohl dargestellt hat. „Dunkle Materie“, jüngst bei C.H. Beck (www.chbeck.de/nachhaltig) erschienen, hat gut 130 Seiten und kostet 9,95 Euro. 

Sönke C. Weiss

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16.05.2022 Schweizer Wanderlust

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Vor nunmehr 80 Jahren starb die Schweizer Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach mit nur 34 Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalls.

Ihr zur Ehre hat der Lenos Verlag in Basel (www.lenos.ch) jetzt die außergewöhnlich beeindruckende Graphic Novel „Annemarie“ von Maria Castrejón und Susanna Martin herausgebracht.

Das Buch ist die ehrliche Annäherung an diese Jahrhundertpersönlichkeit, deren Werk nicht nur durch Zeitlosigkeit und Schönheit überzeugt, sondern stellt auch den faszinierenden Charakter Annemarie Schwarzenbachs in den Vordergrund.

Sie ist hedonistisch, depressiv, nachtaktiv, unangenehm und verletzend.

Aber sie ist auch promiskuitiv, ehrgeizig und bereits in jungen Jahren eine großartige Journalistin. Darüber hinaus schert sie sich nicht um die traditionelle Weiblichkeit ihrer Herkunft, in der sie immer wieder zu ersticken droht.

Annemarie Schwarzenbach zeigt sich auch in diesem Graphic Novel frei und unabhängig, als Vorreitern des Female-Empowerments.

Ihr Leben steht für ein Recht, als Frau nicht lächeln zu müssen, labil zu sein, nicht feminin zu sein, das Recht, drogenabhängig zu sein, allein oder mit einer anderen Frau durch die Welt zu reisen, das Recht darauf, nicht heterosexuell sein zu müssen.

„Annemarie“ ist ein Denkmal auf 160 Seiten für eine schillernde und tragische Ikone aus der Zwischenkriegszeit. 29,80 Euro. Dazu empfehle ich unbedingt ihre „Afrikanischen Schriften“ aus dem Hause Chronos (www.chronos-verlag.ch).

Der Band versammelt zu Lebzeiten veröffentlichte und auch nachgelassene Afrika-Reportagen und -Prosa aus den Jahren 1941/42 kurz vor Annemarie Schwarzenbachs frühzeitigem Tod.

Die Edition dieser Schriften gestattet so neue Blicke auf diese immer noch wenig bekannte Etappe ihres Lebens und Werkes, dass man mit einem Wort zusammenfassen kann: Wanderlust. 330 Seiten, 34 Euro. 

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10.05.2022 Eine klasse Geschichtenerzählerin

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Dass Künstler gemeinhin Trickser sind, ist wohlbekannt. Dass viele von ihnen Kunst betreiben, um nicht wirklich arbeiten zu müssen, ist zwar ein Klischee, aber jeder Gemeinplatz birgt ja auch ein Fünkchen Wahrheit in sich.

In Franziska Hausers neuem Roman Keine von ihnen, vor wenigen Tagen bei Eichborn (www.eichborn.de) erschienen, schlägt sich die Grafikerin Jennifer, kurz Jef, mehr schlecht als recht durchs dröge Leben.

Als sie auf ein Stipendium stößt, dass für Künstler ausgeschrieben ist, frisiert sie ihren Lebenslauf dementsprechend und wird eine von fünf Ausgewählten, die gemeinsam in eine marode Villa ziehen, um dort ihrer Kunst freien Lauf zu lassen.

Zunächst kommt sich Jef wie eine Hochstaplerin vor, was sie ja de facto auch ist; später kommt sie einem Geheimnis auf die Schliche und aus der elitären Kunstwelt wird eine Fassade, die in sich zusammenbrechen droht.

Franziska Hauser, 1975 im einstigen Ostberlin geboren, studierte Fotografie an der Ostkreuzschule bei Arno Fischer und hat sich in den zurückliegenden Jahren fest als Autorin etabliert.

Ihr Stil ist präsent, dezent und trotzdem gehaltvoll. Punktum: Die Autorin ist einfach eine klasse Geschichtenerzählerin. Was will man als Leser mehr? Rund 300 Seiten. 23 Euro. 

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09.05.2022 Gemälden, Skulpturen und Antiquitäten

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

It’s not about the Money - zu deutsch etwa: Es geht nicht ums Geld - ist ein absolut faszinierendes Buch aus dem Hause Steidl (www.steidl.de).

Es erzählt die beinahe märchenhafte Lebensgeschichte von Manuela Alexejew anhand ihrer umfangreichen Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Antiquitäten, in der sie mit ihrem Mann Carlos Brandl in einem herrschaftlichen Dachboden in Berlin lebt.

Mit Werken so unterschiedlicher Künstler wie Otto Dix, Otto Piene, George Condo, Allen Jones, Yayoi Kusama und Alicja Kwade, um nur einige zu nennen.

Manuela Alexejew besitzt wohl mit eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Ihr Leben liest sich wie ein Hollywood-Drehbuch:

Zunächst arbeitete sie während der glamourösen Blütezeit der Airline-Industrie zunächst als Flugbegleiterin für Pan Am und sammelte vielseitige Erfahrungen rund um den Globus – von Partys mit Sophia Loren im legendären Studio 54 bis hin zu entspannten Tagen im Haus von Oscar de la Renta in Santo Domingo.

Danach kehrte Alexejew zu ihren Wurzeln zurück: der Kunst. Nach ihrem Studium an der Universität der bildenden Künste Berlin widmete sie sich nun dem Sammeln mit ernsthafter Leidenschaft, jede Anschaffung basiert auf ihrer persönlichen Verbindung mit der Arbeit, nie mit dem Gedanken an Investitionen.

Basierend auf einer Reihe intimer und amüsanter Interviews mit Manuela Alexejew hat der Autor und Journalist Thomas Kausch ihre überraschende Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive aufgeschrieben.

Kombiniert mit neu in Auftrag gegebenen Fotos der Sammlung von Andrea Ferrari ist It’s not about the Money ein seltener Einblick in die normalerweise verschlossene Welt eines großen Sammlers. Absolut empfehlenswert und fast ein Kunstwerk an sich. Gut 180 Seiten. 35 Euro. 

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06.05.2022 futuristischer Roman RCE

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Sibylle Bergs neuer wie (annähernd) futuristischer Roman RCE - #Remote Code Execution setzt da an, wo ihr letztes Buch GRM - Brainfuck (wir berichteten ausführlich) endet: in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint, da der Kapitalismus alternativlos geworden ist.

Wenige sind reich, die Masse wurde ihres Daseins beraubt; Ausbeutung heißt nicht mehr Kolonialismus, sondern schöngefärbt „Förderung strukturschwacher Länder“; das Ende der Welt steht bevor, wenn es da nicht diese fünf Hacker gäbe, die einen letzten Versuch wagen, unsere Erde zu retten.

Es ist der letzte Versuch. Nerds forever. Apokalypse pur? Lesen Sie selbst. RCE spiegelt nicht nur Bergs eher spezielles Weltbild, sondern auch ihren ausdrücklich individuellen Humor, der sie über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt gemacht hat.

Vielleicht gerade deshalb lebt die Autorin in Zürich und hat dort viele Preise gewonnen, da insbesondere die Schweizer ihrer Art des Denkens aufgeschlossen sind. RCE, grundsätzlich ein absolut megacooles Buch, wird es auch als visuelles Erlebnis geben.

Ein 360 Grad-Film nämlich, am Freitag, den 20. Mai 2022 (um 19:00 Uhr) als virtuelle Premiere oder im Anschluss on demand.

Ein Film von und mit Sita Messer, Perra Inmunda, Meo Wulf. Spezielle Gäste: Katja Riemann, Olli Schulz u.v.m. Weitere Infos unter: https://konsum.sibylleberg.com/product/47052/rce360-remote-code-execution-der-film-stream-am-20-05-2022 RCE als Buch gibt es bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de). Gut 700 Seiten. 26 Euro. 

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06.05.2022 Der Morgenstern, sein jüngster Roman

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Karl Ove Knausgård gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiografischen Projektes Min Kamp (Mein Kampf) wurden weltweit zur Sensation und wurden in über 35 Sprachen übersetzt.

Der Morgenstern, sein jüngster Roman, der in Norwegen bereits 2020 erschienen ist und den es nun in der Übersetzung von Paul Berf bei Luchterhand (www.luchterhand-literaturverlag.de) für 28 Euro gibt, ist ebenso spektakulär und widmet sich allein den zwei großen Lebensfragen:

Liebe und Tod. Erneut schafft es der Autor uns in eine Geschichte zu ziehen, von der wir irgendwann nicht mehr wissen, ist dies nun Weltliteratur oder eine Seifenoper.

Letztendlich geht es um verschiedene Protagonisten - ein Literaturprofessor, eine Pastorin, ein Journalist, etc. - die während mehrerer Hochsommertage erzählen, warum sie aus dem Gleichgewicht sind und warum sie immer wieder ihre Augen vor der Wahrheit des Daseins verschließen.

(Tun wir das nicht wunschgemäß alle?) Und schon beim ersten Satz hat uns Knausgård mit seinen Worten wie hypnotisiert und entläßt uns erst gut 900 Seiten später mit einem Gefühl der literarischen Sättigung, endlich mal wieder eine richtig gute Geschichte gelesen und gefühlt zu haben.

Der Mann hat sich erneut übertroffen. Bravo. 

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03.05.2022 Pia Klems Zorn

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Pia Klemp ist sauer. Richtig sauer. So heißt das neue Buch der Autorin auch „Wutschrift“, weil sie der Überzeugung ist, dass Wut zu Engagement führt, dass Wut ein Werkzeug ist, das wir nutzen können, um Wände einzureißen, statt sie hochzugehen.

Und so richtet sichGesellschaft. Korrupte Politiker. Gewaltbereite Polizisten. Alte weiße Männergegen fast alles und jeden in unserer Gesellschaft. Korrupte Politiker. Gewaltbereite Polizisten. Alte weiße Männer, um nur drei ihrer Projektionsflächen des alltäglichen Zornes zu nennen.

„Wer nicht wütend ist, hat nur (noch) nicht richtig aufgepasst“, schreibt sie etwa 200 wutschäumende Seiten lang.

Wer sich auch so richtig fett aufregen möchte, dem lege ich dieses Büchlein für 10 Euro aus dem Hause Penguin (www.penguin-verlag.de) nahe.

Ebenso erregt ist der französische Intellektuelle Thomas Pikett in seinem Buch „Rassismus messen. Diskriminierung bekämpfen.“

Sein Anliegen ist es, ein universelles Lebensmodell zu entwerfen, das insbesondere durch Sozial- wie Wirtschaftspolitik Rassismus und Diskriminierung ausschaltet.

Dafür plädiert der Autor des Weltbestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ auf nunmehr 70 gereizten Seiten. Leider finden sich seine konkreten Beispiele fast ausschließlich in Frankreich wider, so dass es schwerfällt, diese nachzuvollziehen, außer frankophonen Lesern vielleicht.

Schade eigentlich, denn Pikettys Streitschrift, erschienen bei C.H. Beck (www.chbeck.de/nachhaltig) für 10 Euro, ist eigentlich längst überfällig. 

Sönke C. Weiss

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27.04.2022 Das Prinzip Mensch

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Packend wie ein Krimi liest sich das jüngste Buch der britischen Archäologin Rebecca Wragg Sykes mit dem Titel „Der verkannte Mensch“, das uns einen neuen Blick auf das Leben, die Liebe und die Kunst der Neandertaler erlaubt, die vor nunmehr 40.000 Jahren ausgestorben sind.

Einfühlsam und teilweise gar poetisch zeichnet sie ein faszinierendes Porträt unserer unterschätzten Verwandten als kluge Kenner ihrer Welt, bereits ausgestattet mit einem ästhetischen Sinn und hoch entwickelten sozialen Fähigkeiten.

Wragg Sykes unvoreingenommene Auseinandersetzung mit diesen Urmenschen, die keineswegs unkultiviert oder gar primitiv waren, sondern über 300.000 Jahre lang auf dieser Welt lebten und dabei extremen klimatischen Veränderungen trotzten, bis sie dem Homo sapiens Platz machten, lohnt sich insbesondere im Zeitalter globaler Pandemien und Umweltkatastrophen mehr denn je.

Es geht um unseresgleichen, und wer sich für die Menschheit interessiert, kann an diesem Buch eigentlich nicht vorbeikommen.

„Der verkannte Mensch“ ist bei Goldmann (www.goldmann-verlag.de) erschienen, hat gut 500 absolut mitreißende wie leserfreundliche Seiten (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer) und kostet 24 Euro. 

Sönke C. Weiss

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