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Reden ist silber...Schreiben ist gold

24.10.2019 Gastland auf der Frankfurter Buchmesse

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wie bereits berichtet, war Norwegen ja dieses Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Auch haben wir in der Vergangenheit schon einige norwegische Autoren vorgestellt. Wie Johan Harstad (Max, Mischa & die Tet-Offensive) und Jon Fosse (Der andere Name). Vier weitere Schriftsteller und Werke möchte ich an dieser Stelle erwähnen, so sie mich doch sehr berührt haben.

Da ist zum einen Merethe Lindstrom, die mit „Tage in der Geschichte der Stille“ einen Roman über das Schweigen und die Liebe zweier Menschen geschrieben hat, die sich im Laufe ihres Lebens eingestehen müssen, dass es in der Tat Dinge gibt, die man besser nicht ausspricht, weil ansonsten die heile Welt, die man sich mühsam erschaffen hat, in kleine Stücke zerbricht.

Wie sehr sich Wahrnehmung und Wirklichkeit in einer Ehe voneinander trennen, beschreibt Lindstrom haargenau und immer kurzweilig. Fast glaubt man, einen Krimi zu lesen, dabei geht es auf den 221 Seiten um eine Familiengeschichte; aber sind diese nicht meist auch Thriller? Das Buch ist bei Matthes & Seitz erschienen und kostet 22 Euro.

Ebenfalls bei Matthes & Seitz für 22 Euro ist Tomas Espedal Buch „Das Jahr“ erschienen und ist weder ein Roman noch eine Erzählung oder gar ein Gedichtband, obwohl Espedal auf 196 Seiten fast versartig erzählt, poetisch, von den großen Erfahrungen des Lebens: Liebe, Verlust, Krieg, Tod, Krankheit und dass wir oftmals in einem Kreislauf gefangen sind, der nur mit größter Kraft zu durchbrechen ist.

„Das Jahr“ ist zart und sensibel und lädt einen immer wieder zum Reflektieren des eigenen Selbst ein. Das gelingt auch Jostein Gaarder mit seinem Buch „Genau richtig - die kurze Geschichte einer langen Nacht.“ Erschienen bei Hanser für 16 Euro erzählt uns der Autor auf 125 Seiten die Geschichte von Albert, dem die Ärzte eine tödliche Krankheit diagnostizieren und der nun überlegt, ob er sich das Leben nehmen soll.

In einem Tagebuch läßt er zunächst aber seine Vergangenheit Revue passieren: die große Liebe, die ernüchternde Ehe, die unerfüllten Erwartungen an das Kind. Albert schreibt und schreibt, bis plötzlich ein Fremder auftaucht und etwas Wunderbares mit unserem Helden passiert. Es lohnt sich, das herauszufinden.

Ähnlich gestrickt ist auch Per Pettersons Roman „Männer in meiner Lage“, für 22 Euro ferner bei Hanser erschienen. Wie der Titel schon sagt, geht es um Männer, beziehungsweise in erster Linie um einen Mann, Arvid, dessen Leben einer nie enden wollenden Katastrophe gleicht. Die Ehe ist hin, die Eltern und der Bruder sind bei einem Unglück ums Leben gekommen, die Töchter völlig entfremdet.

Männerschmerz ohne Selbstmitleid auf 285 Seiten, von denen wirklich keine einzige langweilig ist. Denn Petterson gelingt es, die Seele des Mannes genauestens zu beschreiben. Diskret und behutsam, ehrlich und zügellos.

Ein Autor, an dem ein Psychologe verloren gegangen ist und der mit Recht zu den erfolgreichsten Schriftstellern Norwegens gehört. Bemerkenswert ist: moderne deutsche Autoren lassen ihre Geschichten eher im Außen spielen, ihre norwegischen Kollegen gehen direkt unter die Haut. So kann der literarische Herbst wohl beginnen.

Sönke C. Weiss

Foto: commons.wikimedia.org/wiki/User:Clemensfranz

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21.10.2019 Höhepunkt der Frankfurter Buchmesse

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Fünf Tage. 302.267 Besucher. 7.450 Aussteller aus 104 Ländern. Das sind die nüchternen Zahlen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, die wegen ihres Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels etwas ganz Neues spiegelte, denn gewöhnlich: sichtbare Menschlichkeit und Liebe. Und das ein Bild in der Tat mehr als 1000 Worte sagen kann.

Denn Literaten wie Literaturliebhaber sind ja meist ein wenig spröde und eher sparsam, wenn es darum geht, Gefühle zu zeigen. Der Kopf scheint immer im Vordergrund zu stehen, der Intellekt. Besonders bei den Deutschen.

Güte und Wärme. Licht und Zorn

Ganz anders demonstrierte es Sebastiao Salgado, der gestern den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche entgegengenommen hat. Als erster Fotograf überhaupt. Ein Mann, der gelebten Humanismus ausstrahlt, Güte und Wärme, aber auch Melancholie und das Wissen um das, wozu Menschen fähig sind in ihrem Zorn.

Der Journalist und Buchautor Sönke Weiss hat für die Gesellschaft Freunde der Künste Sebastiao Salgado auf der Buchmesse gleich mehrfach getroffen. „Meine Sprache ist das Licht,“ sagte Salgado. „Ich zeige Schönheit, aber lasse das Licht auch auf die Ungerechtigkeiten auf unserem Planeten scheinen.“

Salgado wurde 1944 in Brasilien geboren, mußte 1969 mit seiner Frau Lélia, die bis heute seine Bücher konzipiert, vor der Militärdiktatur seines Landes nach Paris ins Exil fliehen, und arbeitet seit Beginn der 70er Jahre als Fotograf. Mehr als 120 Länder hat Salgado für seine Sozialreportagen bereist, immer wieder monatelang mit indigenen Völkern gelebt und der Welt das oftmals Unsichtbare sichtbar gemacht.

Sozialreportagen über die Abgründe der Menschheit

Dabei hat er auch in die Abgründe der Menschheit geblickt; der Völkermord in Ruanda 1994 hat ihn fast gebrochen, heute fotografiert Salgado fast ausschließlich Natur, wie sein Buch „Genesis“ spiegelt. „Durch seine Fotografien fördert Salgado soziale Gerechtigkeit und Frieden und verleiht der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit“, sagte der Chef des Deutschen Börsenvereins, Heinrich Riethmüller, in seiner Laudatio am Sonntag.

Mit Leidenschaft und oftmals Tränen in den Augen widmete Salgado den Preis all denen, die ihn immer wieder in ihre Leben ließen. Die Arbeiter, die Armen und Gebrochenen, vor allem die Ureinwohner Brasiliens, deren Existenz durch Gier seitens der Regierung gefährdet sei und wo sich Salgado heute dem Naturschutz widme.

2021 erscheint ein neues Werk von Sebastiao Salgado

Bis heute hätten er und seine Mitstreiter mehr als 2,5 Millionen Bäume gepflanzt und wirkten so dem Naturraub entgegen. So sei es auch schwierig gewesen, ihn zu erreichen, als man ihm von dem Preis berichten wollte. Salgado war irgendwo in Amazonien unterwegs, wo er sein neues Werk fotografiert, was 2021 erscheinen soll.

Mit 75 Jahren ist Salgado noch immer unermüdlich und gibt all seine Kraft unserem Planeten: „Ohne meine Frau wäre all dies nicht möglich gewesen; es ist unser Leben, nicht nur meines. Ich bin glücklich, dass ich seit über 50 Jahren mit der schönsten Frau der Welt verheiratet bin. Dieser Preis gehört ihr genauso wie mir.“

Soviel Liebe und Wärme

Bei diesen Worten hätte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören, soviel Liebe und Wärme gab‘s bei dieser speziellen Preisverleihung sicher noch nie. Über den Taschen Verlag (www.taschen.com) sind Salgados Bücher erhältlich.

Neben diesem wahrhaftig großartigen Höhepunkt ging es auf der Messe vor allem um Nord-Literatur, Norwegen war das Gastland, über die wir unter anderem in den kommenden Wochen weiter berichten werden. Es sind wirklich grandiose Bücher für die Wintermonate dabei. Bemerkenswert noch war indes, dass sich so viele junge Menschen noch immer oder wieder für Literatur begeistern.

Besonders am Wochenende schien das Durchschnittsalter zwischen 16 und 20 zu sein. Grandios. Überhaupt gab es in diesem Jahr einen Besucherzuwachs von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Was aber auch zur Folge hatte, dass die Bewegungsfreiheit auf der Messe recht eingeschränkt war. Lange Fußwege zwischen den Hallen, nicht alle zwölf Hallen waren belegt, sondern nur sechs, vielleicht sollte die Messeleitung im kommenden Jahr auch die andern öffnen, und eine mangelhafte Beschilderung, besonders hinsichtlich der Parkmöglichkeit, lassen bei der Planung und Umsetzung Raum für Verbesserung.

Und: Dass die Causa Handke und der Literaturnobelpreis das prominenteste Gesprächsthema war, beziehungsweise die Polarisierung der Person, lasse ich mal kommentarlos, darüber werden sich die Geister, die sich gerne zurufen, sicher weiterhin streiten. Ich bin gespannt auf Leipzig im kommenden Jahr...

Sönke C. Weiss

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19.10.2019 mal was über Gedichte

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Meine erste Begegnung mit dem Werk Federico Garcia Lorcas hatte ich Ende der 80er Jahre in Hamburg. Am Schauspielhaus inszenierte der grandiose Peter Zadek Lorcas Theaterstück „Yerma“ mit der wunderbaren Eva Mattes in der Titelrolle.

Obwohl Lorcas Poesie nur unzureichend aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt werden kann, schien das Zadek-Ensemble den kulturellen wie emotionalen Hintergrund Lorcas Kunst zu verstehen und - wichtiger noch - zu fühlen.

Mich jeden Falls haute die Inszenierung total um, so dass ich sie drei Mal hintereinander sah, um tiefer und tiefer in dieses auf so vielen Ebenen funktionierende Kunstwerke zu dringen.

Anfang der 90er Jahre dann war ich Edward Albees Regieassistent für seine Inszenierung des „Lorca Plays“, ein Stück, das er im Auftrag des spanischen Kulturministeriums geschrieben hatte und nun an der University of Houston, wo er Albee auch mein Mentor war, auf die Bühne brachte. Auf die Frage, warum ihn Lorca so interessiere, antwortete Albee mir:

„Er war ein Künstler, er war schwul und er war ein Kommunist. Darum haben ihn die Faschisten 1936 ermordet. Das reicht mir aus für einen Helden.“ Ich glaube, dass das US-amerikanische Publikum das Stück nie zu würdigen wußte; Texas war sicher nicht der richtige Ort für diesen vielschichtigen Poeten.

Nun haben sich unsere Wege, Lorcas und meiner, erneut gekreuzt, und zwar wegen seinen famosen Poesiebands „Dichter in New York - Poeta en Nueva York“, das jüngst in der Bibliothek Suhrkamp - zum Glück zweisprachig - neu erschienen ist und 17 Euro kostet. 211 Seiten plus Anhang.

„Lyrik zum Die-Pulsadern-Aufschneiden“ bezeichnete Lorca, 1898 im andalusischen Teil Spaniens geboren, schon damals die Gedichte, die er 1930 aus New York mit nach Hause brachte; deren Druck, 1940 zum ersten Mal, er aber nicht mehr erlebte.

Es sind unruhige Gedichte eines nicht mehr ganz so jungen Mannes, der sich ganz offensichtlich nicht wohl in New York fühlte, dem das täglich wechselnde Gesicht der Metropole überforderte, der trotzdem weltläufig und urteilssicher über seine Beobachtungen in der Lage zu schreiben war, der sich aber trotzdem immer wieder in der Fremde verliert und ganz sicher kein Buch über New York zurückgelassen hat, sondern durch metaphorische Splitter seine eigene - vielleicht auch unsere - Identitätsnot spiegelt.

Leider ist mein Spanisch zu rudimentär, um die Übersetzung von Martin von Koppenfels beurteilen zu können; Lorcas Gedichte wirken auf jeden Fall auf mich einzeln und als Gesamtkunstwerk nachhaltig, um dieses Modewort zu gebrauchen. Nur leicht sind sie nicht. Sie passen aber wunderbar zum Herbst. Und zu einem schweren Rotwein...

Sönke C. Weiss

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17.10.2019 Fakten und Einsichten über Künstlerinen

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Dass auch die Welt der Kunst meist von Männern bestimmt wird, ist leider wahr. Und dass „ihre“ Geschichte nicht immer die Beachtung findet, die „sie“ verdient, ist auch ein Fakt. Umso mehr hat es mich überrascht, als ich vor wenigen Tagen das Buch „Great Women Artists“ entdeckt habe.

„GWA“ ist im Phaidon-Verlag erschienen, kostet 49,90 Euro und ist mit seinen 464 Seiten die vermutlich umfangreichste Illustration von Künstlerinnen, die jemals veröffentlicht worden ist.

Sie erzählt die Geschichten von über 400 Frauen aus 500 Jahren. Die älteste, Properzia de‘ Rossi, wurde 1490 in Bologna geboren; während die jüngste, die New Yorkerin Tschabalala Self, noch in ihren Zwanzigern ist. Darüber hinaus ist „GWA“ von A bis Z wohl geordnet, von Marina Abramovíć bis Andrea Zittel, so dass man sich leicht und schnell zurechtfindet.

Neben der brillanten Bildsprache steckt das Buch voller faszinierender Fakten und Einsichten. Herausgeberin Rebecca Morrill: „Die Kunstgeschichte wird nicht länger als eine einzige Erzählung wahrgenommen, die nur einen Teil der Gesellschaft repräsentiert und dient, sondern als ein Gewirr von miteinander verwobenen Geschichten, die koexistieren und nicht um eine Vorherrschaft konkurrieren.

“ Bleibt festzuhalten: „GWA“ wird sicher stolze Feministinnen erfreuen, aber auch solche Damen und Herren entzücken, die tolle Malerei, Fotografie, Bildhauerei und Performance-Kunst einfach nur genießen mögen. Kleine Randnotiz: Das Buch ist in englischer Sprache verfasst.

Sönke C. Weiss

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16.10.2019 Politisch unkorrekt

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach fand heraus: Annähernd zwei Drittel der Bürger sind überzeugt, man müsse heute „sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich wie äußert“. Denn es gebe viele ungeschriebene Gesetze, welche Meinungen akzeptabel und zulässig sind.

Zum Beispiel: Sagen Sie niemals, die ist jung, hübsch, weiblich und verfügbar, auch wenn das stimmt, bekommen Sie mit Sicherheit großen Ärger. Einzig Henryk M. Broder dürfte so etwas noch in Deutschland sagen. Gott sei dank gibt es noch kein Denkverbot.

Alexander Reinhardt ist reichlich unkorrekt

Der Airbus Chef-Lobbyist Alexander Reinhardt hält nicht so viel von politischer Korrektheit und beweist das auch, in dem er sagt, was er von den radikalen Klimaschützern der Extinction Rebellion hält, wie WELT-Online berichtete.

In einer Diskussion auf Twitter drohte er ihnen auf Englisch, „@ExtinctionR-D u better NOT get in my way!!!!!“ – sie sollten sich ihm besser nicht in den Weg stellen.

Daraufhin erfolgte am Sonntagabend eine längere Diskussion auf dem Kurznachrichtendienst, bei der Reinhardt die Konfrontation suchte, etwa mit der Aussage „Komm her, wenn Du Eier hast“.

Oder: „Eure faschistoide Logosprache passt nahtlos zu Eurem diktatorischen Absolutheitsanspruch, der Eure Partikularinteressen rücksichtslos über das Allgemeinwohl stellt“. Im nächsten Satz zog er noch einen Quervergleich zur aktuellen Sicherheitslage: „Mit der gleichen Logik marschiert die Türkei gerade in Nordsyrien ein.“

Er schrieb weiter: „Hatten wir hier im Land leider vor 80 Jahren auch schonmal. Daher bekämpfenswert: Ihr verlasst demokratische Grundwerte – die Freiheit der anderen vor allem.“

Auf eine Frage an den Cheflobbyisten, wie er das denn meine, also ob er „uns nur mit dem Dienstwagen überfahren oder auf die Waffensysteme zurückgreife, die Airbus so herstellt?“, antwortete Reinhardt: „Was immer nötig ist, geht lieber arbeiten.“

Die radikalen Blockierer würden Bürger von der Arbeit abhalten, indem sie sich moralisch über andere überhöhten. „Dabei zahlen die ihre Arbeitslosenbeiträge“, so Reinhardt.

Reinhardt meinte später, "es handele es sich um die „private Sorge vor dem Entzug von staatsbürgerlicher Freiheit durch eine nichtstaatliche Organisation. Für die Tonalität entschuldige er sich.

Der politisch korrekte Konzern geht in die Knie

Der Konzern selbst distanzierte sich am Montag von Reinhardts Äußerungen. „Airbus möchte klarstellen, dass die von einem unserer Mitarbeiter am Wochenende via Twitter geäußerten Inhalte sowie die verwendete Sprache gegenüber Extinction Rebellion unangemessen waren und nicht die Meinung des Unternehmens widerspiegeln“, hieß es in einer Stellungnahme. Das war ja auch nicht anders zu erwarten.

PS: Leider wurde das mittlerweile alles gelöscht. Wir hätten gerne die gesamten Antworten von Extinction Rebellion gelesen. Welt-Online hat die aber mal vorsichtshalber nicht veröffentlicht. Das wird schon seinen Grund haben.

Die linke TAZ schreibt: Alexander Reinhardt hat Aktivist*innen der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion auf Twitter massiv bedroht und beleidigt.

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10.10.2019 exklusiv beim Taschen-Verlag

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Die Gier nach Gold: Weltfotograf Sebastiao Salgado exklusiv beim Taschen-Verlag auf der Frankfurter Buchmesse. Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält dieses Jahr der brasilianische Fotograf und Umweltaktivist Sebastio Salgado. Mit Recht.

Der erste Fotokünstler erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Gehört er doch zu den sozial engagierten Fotografen in der Tradition der sozialdokumentarischen Fotograf und ist übrigens der erste Fotokünstler überhaupt, der diese renommierte Auszeichnung erhält.

Wer diesen eher öffentlichkeitsscheuen Menschen kennenlernen möchte, hat dazu am Samstag, den 19. Oktober 2019, von 11 bis 12 Uhr auf der Frankfurter Buchmesse beim Taschen-Verlag-Stand (Halle 3.0, Stand D85) Gelegenheit.

Salgado wird dort seine Bücher signieren, vor allem aber auch seine jüngstes Werk „Gold“ präsentieren. Wir berichteten

Als Salgado, der seine berufliche Karriere als Fotograf 1973 in Paris begann und für zahlreiche internationale Agenturen wie auch Magnum arbeitete, zum ersten Mal nach Serra Pelada kam, war er sprachlos.

Vor ihm sah er ein riesiges Loch mit einem Durchmesser von vielleicht 200 Metern und fast genauso tief. In ihm ein Gewimmel von mehreren zehntausend Männern, kaum bekleidet. Ungefähr die Hälfte von ihnen schleppte schwere Säcke über breite Holzleitern nach oben, während die anderen über schlammige Abhänge zurück in den Schlund der Grube rutschten.

Natürlich wußte der Fotograf, was sie dort taten. Sie suchten nach Gold. Und Salgado war zu dieser entlegenen Bergkuppe am Rande des Amazonas-Regenwaldes in Brasiliens nördlichem Bundesstaat Pará gereist, um sie zu fotografieren: in schwarz-weiß.

Das war 1986, und verschaffte ihm ein Ansehen, das er bis zu diesem Zeitpunkt in der Welt der Dokumentarfotografie nicht hatte. Alle wichtigen Zeitschriften dieser Welt veröffentlichten das Serra-Pelada-Portfolio.

Daraus entstanden ist nun ein Buch, das wie gesagt schlicht „Gold“ heißt, neu im Taschen-Verlag (www.taschen.com) erschienen ist und 50 Euro (CHF 70) kostet, absolut gerechtfertigt bei dieser Qualität eines Fotobuches.

Die 208 Seiten zeigen ein ganz außergewöhnliches Werk, ein biblisches Epos, das nur ein Ausnahmefotograf so einfangen kann. Die Fotos haben eine Unmittelbarkeit, die der Betrachter noch immer, über 30 Jahre nachdem sie aufgenommen worden sind, als absolut zeitgenössisch erlebt und fesselt.

Heute ist die Goldmine geschlossen, aber Salgados Aufnahmen lassen das überwältigende Drama des Goldrausches wieder aufleben, dass die Gier nach Gold so leicht nicht zu stillen ist und es scheint, als stünde die Zeit in schwarz-weiß irgendwie still.

„Gold“ gibt es übrigens auch als Collector’s Edition von 1.000 signierten Exemplaren für 800 Euro und als Art Edition von 100 Exemplaren und einem signieren Print, Preis auf Nachfrage. Also auf nach Frankfurt am Main...

Sönke C. Weiss

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07.10.2019 Das Buch Agentterrorist

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Sie erinnern sich? Deniz Yüzel? Als Kind türkischer Einwanderer 1973 in Flörsheim am Main geboren. Mehrfach ausgezeichneter Journalist. Ging 2015 als Korrespondent der WELT in der Türkei.

Von 2017 bis 2018 im Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9 bei Istanbul in Einzelhaft.

„Niemals“ werde man ihn ausliefern, polterte Staatspräsident Erdogan und sorgte so nicht nur für eine beispiellose Solidaritätsbewegung (#FREEDENIZ) wie auch eine schwere diplomatische Krise, die schließlich zu einem Happy Ending mit Petersilienstrauß führte.

Am 10. Oktober nun kommt sein Buch „Agentterrorist“ bei Kiepenheuer & Witsch auf den Markt und wird sicher der Knüller des Herbstes. Denn Deniz Yüzel erzählt eine unglaublich glaubhafte Geschichte über Freiheit und Freundschaft, über Demokratie und Nichtsodemokratie.

Auf 374 Seiten plus Anhang. Das Buch ist zum einen eine grandiose Riesenreportage über sein Jahr im Gefängnis, wie er durch die Liebe seiner Frau, die Unterstützung seiner Anwälte und Zeitung um Freiheit und Selbstbestimmung kämpfte, sich selbst immer treu blieb, egal wie viele Diplomaten er dabei an den Rand der Verzweiflung trieb.

Deniz Yüzel, auch wenn er im Mittelpunkt der Story steht, schreibt zum Glück wie ein Reporter, der mit der nötigen Distanz den Leser mit auf seine Reise ins Herz eines autoritären Regimes nimmt und dabei nicht vergißt, auch persönlich zu bleiben, damit wir den Mensch Yüzel stets im Auge behalten, dem all diese wahnsinnigen wie willkürlichen Dinge, die zu seiner Festnahme und Haft führten, wirklich passiert waren und der sich von einem Tag auf den anderen als Spielball internationaler Geopolitik wiederfand.

Und so ist „Agentterrorist“ zum anderen ein Thriller in der Tradition alter Hitchcockfilme. Oder besser gesagt: Kafka trifft Hitchcock. Denn hinter jeder Seite versteckt sich die nächste Überraschung, wobei der Protagonist überhaupt nicht weiß, warum es eigentlich ihn erwischt hat, wo er doch unschuldig ist. Nervenkitzel für 22 Euro. Absolut lesenswert.

Sönke C. Weiss

Foto: mons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57771884

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07.10.2019 Endzeitvorfreude und Attacke

GFDK - Reden ist Silber

Drohendes Impeachment gegen Trump - "endlich" titelte der "Spiegel". Auch alle anderen großen Leitmedien wünschen sich ja schon seit drei Jahren, das Ende von Trump. und verkennen immer wieder die tatsächliche Situation.

Welt-Online behauptet sogar: Jüngste Umfragen würden zeigen, das die Zustimmung zum Impeachment wächst. Das ist der totale Blödsinn, es bleibt immer nur ein frommer Wunsch der Medien in Deutschland.

Die deutschen Medien sind – wenn's um Trump geht – nahezu unisono ins Lager der Aktivisten gewechselt, schreibt Gabor Steingart. Neugier wird durch Haltung, journalistische Unabhängigkeit durch verbalen Aktionismus ersetzt.

Endzeitvorfreude und Attacke?

Für den „Spiegel“ scheint das Ergebnis des Prozesses bereits festzustehen: „Der Deal zu viel”, lautet die Titelzeile. Im Leitartikel, überschrieben mit dem Wort „Endlich“, heißt es: „Wenn man nicht gegen Trump ein Amtsenthebungsverfahren einleitet – gegen welchen Präsidenten dann?“

Endzeitvorfreude auch in der „Süddeutschen Zeitung“: Die Präsidentschaft von Trump erfahre nun ihr „logisches Finale“, schreibt der sonst so kühle außenpolitische Kopf der Zeitung, Stefan Kornelius. Seine Überschrift: „Attacke!“

In der „Welt“ feuert Ressortleiter Clemens Wergin ebenfalls die Demokraten zum unbedingten Widerstand an: „Gegen den irrlichternden amerikanischen Präsidenten muss staatspolitisch vorgegangen werden.“

So klingen Aktivisten, nicht Journalisten

Trump ging sofort in die Offensive - Die Ukraine-Affäre ist seiner Ansicht nach der „größte Betrug in der Geschichte der amerikanischen Politik“. Die oppositionellen Demokraten seien eine Bedrohung für die Rechte der US-Bürger, sagte Trump in dem am Samstag bei Twitter veröffentlichten Video.

Er werde aber den Sumpf austrocknen

Der einzige Journalist in Deutschland, der die Situation richtig einschätzt ist wie so oft, Gabor Steingart, er fast zusammen:

"Selbstbewusste verwandeln Probleme in Gelegenheiten. Unsichere machen es umgekehrt.“


Wenn diese Volksweisheit stimmen sollte, hat US-Präsident Donald Trump vieles richtig und Oppositionschefin Nancy Pelosi alles falsch gemacht. Denn Fakt ist: Das Trump-Amerika ist empört angesichts des Versuchs, einen demokratisch gewählten Präsidenten durch juristische Winkelzüge aus dem Amt zu jagen – und Trump heizt die Stimmung weiter an. Er weiß, wie man Probleme in Gelegenheiten verwandelt.  

Pelosi hatte darauf spekuliert, dass Trump im Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu weit gegangen sei. Ist er aber nicht, wie die nun veröffentlichte Mitschrift des Telefonats belegt.

Sie bestätigt eben nicht die böswilligen Vermutungen der Demokraten, Trump habe der ukrainischen Seite Geldflüsse in Aussicht gestellt, damit der Präsident in Kiew Ermittlungen gegen den Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden anschiebt.

Was Trump allerdings tat: Er wies darauf hin, wie „schrecklich“ er es fände, sollte Ex-Vizepräsident Joe Biden seine damalige Machtposition missbraucht haben, um seinen Sohn Hunter zu schützen. Der betrieb in der Ukraine Gasgeschäfte. Wegen des Verdachts der Korruption wurde gegen ihn ermittelt.

Diese Untersuchungen hat man in der Amtszeit des Duos Obama/Biden eingestellt. Er, Trump, würde die Behörden der Ukraine gern unterstützen, falls das Verfahren jetzt noch einmal neu eröffnet werden sollte.

Es war natürlich eine schlitzohrige Anregung, aber eben keine Erpressung. Es handelt sich um ein Wahlkampfmanöver, das den Scheinwerfer auf seinen bislang aussichtsreichsten Gegenkandidaten lenken soll.

Zumal unklar ist, warum das ukrainische Verfahren gegen Biden Junior damals eingestellt wurde. Womöglich hat nicht Trump mit pekuniären Incentives gearbeitet, sondern die demokratische Vorgängerregierung.

Nancy Pelosi jedenfalls, die sich bis gestern den innerparteilichen Rufen nach einem Amtsenthebungsverfahren aus guten Gründen entzogen hatte, steht als Verliererin da. Sie wird die Geister, die sie rief, nicht mehr los.

Gabor Steingart

Und heute frohlockt der Spiegel schon wieder: " Ein zweiter Informant ist offenbar zu Aussagen über US-Präsident Donald Trump bereit."

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01.10.2019 Liebeskummer, Karriere, Geld

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„Was würde Frida tun?“ Dieser Frage gehen die Autorinnen Elizabeth Foley und Beth Coates, übersetzt von Katy Albrecht, mit Illustrationen von Bijou Karman, in ihrem gleichnamigen Buch nach und stellen uns 55 coole Frauen der Weltgeschichte vor, die uns mit ihren Weisheiten durch alle Lebenslagen bringen sollen.

Auf 293 Seiten geht es um Liebeskummer, Karriere, Geld, Freundschaft und Mobbing. Am Beispiel von Coco Chanel, Rosa Parks, Katharina von Bora und vielen anderen Damen, die mutig und selbstbewußt, eigenwillig und unglaublich waren, lernen wir ziemlich kurzweilig, wie ihre Erfahrungen uns im täglichen Leben inspirieren können.

Letztlich geht es den vorgestellten Heldinnen um Selbstvertrauen und Entschlossenheit. „Was würde Frida tun?“ bezieht sich natürlich auf die gefeierte Künstlerin und Fashionikone Frida Kahlo, die trotz aller Schicksalsschläge - Kinderlähmung, Verkehrsunfall mit Becken- und Wirbelbruch - ganz in ihrer Kunst lebte.

Das Buch, im Ludwig-Verlag erschienen und für Euro 20 (D), 20,60 (A) und CHF 28,90 erhältlich, liest sich sehr trendig und ist selbstverständlich auch für Männer zu empfehlen.

„Der andere Name“ des Norwegers Jon Fosse dagegen ist meiner Überzeugung nach schlicht ein knallhartes Männerbuch.

Die 475 Seiten bestehen (fast) nur aus einem Satz, der die Geschichte des Malers Asle erzählt, der seit dem Tod seiner Frau nicht mehr malen will und der kurz vor Weihnachten einen anderen, dem Alkohol verfallenen Asle begegnet, was dann zum Herzstück der Geschichte wird, die keinen wirklichen Plot hat.

„Der andere Name“ - für stolze 30 Euro bei Rowohlt erschienen - ist echt langsame wie aufs Notwendigste reduzierte Prosa, die man mögen muß und solchen Lesern zu empfehlen ist, denen es auch nichts ausmacht, mal drei Monate in der norwegischen Einsamkeit zu verschwinden, ohne menschlichen Kontakt zu vermissen.

Interessant ist, dass das Buch, der erste Band eines Opus magnum, mitten im Satz aufhört und wir darauf warten müssen, bis sich die Story dann irgendwann weiter entfaltet - oder auch nicht. Denn ob das Gelesene nun wirklich so ein Erlebnis ist, stelle ich in Frage, obwohl das Buch etwas hat, zweifelsohne...

Sönke C. Weiss

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30.09.2019 Zum Staunen einzigartig

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Die frühen 70er Jahre. In der Küche geht es hoch her. Paul tanzt. Tochter Mary, damals etwa drei, reitet auf seinen Schultern. Die holzgetäfelte Wand hinter ihnen ist kunterbunt mit Bildern und Postkarten dekoriert. Linda ist auf dem Posten, um zu tun, was sie tut.

Nämlich dem Geschehen seinen Lauf lassen, ohne die Szene arrangieren zu wollen, um dann, so beiläufig, wie man blinzelt, ein Foto zu machen, das die Porträtierten in aller Unbefangenheit und Lebendigkeit zeigt.

Ein intimes Buch über die  Künstlerin Linda McCartney

Die Rede ist natürlich von Linda McCartney, die ja nicht nur die Ehefrau des damaligen Beatles Paul war, sondern auch eine außergewöhnliche Künstlerin, Fotografin eben. In ihrem Buch „The Polaroid Diaries“, aktuell bei Taschen (www.taschen.com) für 40 Euro (CHF 55,00) erschienen, zeigt der Herausgeber, sie selbst ist leider bereits 1998 mit nur 47 Jahren an Krebs gestorben, auf 232 Seiten ihre scheinbar beiläufig aufgenommen Sofortbilder, die in der Tat ein bleibendes Zeugnis ihres Schaffens darstellen.

Ehe Linda McCartney begann, Bilder zu machen, lernte sie erst einmal, diese zu betrachten; sie studierte Kunstgeschichte an der Universität von Arizona und war als Fotografin Autodidaktin.

Ihre Arbeit als professionelle Fotografin nahm sie in den späten 60er Jahren auf, zu einer Zeit, als die Fotografie sich gerade von den dokumentarischen Bildwelten löste.

Für Zeitschriften wie den Rolling Stone und Town & Country fotografierte Linda McCartney die jungen, neuen Idole des Jahrzehnts: die Beatles, die Stones, Jimi und Janis.

Die Sofortbildfotografie bot ihr schließlich eine neue Gelegenheit, die Grenzen des Mediums auszuloten, was ihr gelungen ist. „The Polaroid Diaries“, quasi ein Familienalbum der McCartneys mit einigen besonderen Gästen, zeugt davon.

Vielleicht werden diese Bilder in der Zukunft verblassen, so wie es die Erinnerung tut. Doch selbst wenn diese Farben ausbleichen sollten: Was bleiben wird, ist Linda McCartneys emphatische Kraft.

Ihre Fähigkeit, als Künstlerin über sich selbst hinauszugehen, den Weg einem anderen Menschen zu finden und, wie der Kunsthistoriker Ekow Eshun so treffend schreibt:

„ihn, den Menschen, von seiner privaten Seite zu zeigen, verletzlich, unvollkommen und gerade deshalb zum Staunen einzigartig.“ Ein ganz, ganz tolles, wie intimes Buch dieser Künstlerin.

Sönke C. Weiss

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