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19.05.2020 Der große Beard - Ein Leben wie ein Gesamtkunstwerk

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Neunzehn Tage lang blieb er spurlos verschwunden, dann stellte sich heraus, der große Fotograf, Maler und Abenteurer Peter Beard war tot. An Demenz erkrankt, hatte er sich wohl im Camp Hero State Park in Montauk, New York, verlaufen und war mit großer Wahrscheinlichkeit nach verdurstet, bis die Polizei ihn am 19. April 2020 fand.

Er war 82 Jahre alt. Peter Beard machte sein Leben auf dem afrikanischen Kontinent zum Gesamtkunstwerk: Eine Collage aus Fotografie, Umweltaktivismus und Tagebuch, jetzt unter dem Titel „Peter Beard“ bei Taschen (www.taschen.com) für 100 Euro erschienen.

Diese XL-Ausgabe auf 770 Seiten präsentiert die gesamte Welt des Künstlers. Ein wahrer Prachtband, den er noch mit seiner Frau Nejma zusammenstellte, in dem Haute-Couture-Models wie Iman, später David Bowies Frau und von Beard entdeckt, unter der kenianischen Sonne Giraffen füttern und Elefantenkadaver Zeugnis für die Zerstörung der Natur durch den Menschen ablegen.

Peter Beard war eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Selbstironie. 1938 in eine beeindruckend reiche US-amerikanische Familie geboren, sein Urgroßvater war Gründer der Great Northern Eisenbahngesellschaft, wollte er zunächst Medizin studieren, fand für sich aber schnell heraus, dass „der Mensch die Krankheit selbst ist“.

Er widmete sich stattdessen der Kunst, wobei er sich auch ein Jetset-Leben mit Freunden wie Truman Capote, Mick Jagger oder Jacqueline Kennedy Onassis gönnte und dabei wie eine Figur aus einem Fitzgerald-Roman wirkte, ein exotischer Aussenseiter, der sich, ermutigt durch die dänische Schriftstellerin Karen Blixen, irgendwann lieber mit 23 nach Afrika aufmachte, um von seiner Hog Ranch in Kenia aus den Kontinent zu fotografieren.

Beards Fotos von afrikanischen Wildtieren erinnern in ihrer Reduziertheit und kristallener Klarheit fast an Kriegsberichterstattung: Gefahr, Tod und alles was dazwischen lauert.

(Bei dem Versuch, einen Elefanten zu fotografieren, spießte dieser Peter Beard auf und verletzte ihn lebensgefährlich.) „Als ich mich 1955 zum ersten Mal nach Ostafrika aufmachte, war es noch eine der absolut unberührten Regionen dieser Welt für wild lebende Tiere.

Heute ist es ein touristenverseuchter Parkplatz“, schreibt er in seinem Buch „The End of the Game“, weniger eine Dokumentation, sondern eher von einem prophetischen Ansatz geprägt, ohne selbst zum Propagandisten zu werden.

Die Retrospektive „Peter Beard“ zeigt, dass dieser Mann ein Künstler war, dessen Medium nicht dieses eine Foto oder jene Fotostrecke in einer beliebigen Zeitschrift war, sondern absolut alles - dass es sich um einen dieser vielschichtigen Jäger und Sammler handelte, denen nichts im Leben entgeht.

Insbesondere seine Collagen zeugen von dieser Nähe zum Sein. Mit Sicherheit gibt es in der Kunstwelt nichts annähernd Vergleichbares, und wer durch die vielen wahnhaften Schichten dringt, fällt in eine Beard-Welt der visuellen Wortspiele und peinigender Parallelen - Models und Massai, Politiker und Popikonen, BH-Werbung und sonnengebleichte Knochen, Löwen und Geisteskranke, Krokodile und Dosensuppe, abgetrennte Köpfe, Blutflecken, Innereien, Stripperinnen und Hungernde.

Mythisch, grenzenlos und absolut einzigartig sind diese Arbeiten eines Mannes, für den das Leben selbst die größte Show der Welt war. „Peter Beard“ ist ein bedeutender Fotoband eines leidenschaftlichen Künstlers, der dies bis zu seinem Tod vor nur wenigen Wochen blieb.

Sönke C. Weiss

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18.05.2020 der Meister des Augenblicks

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Ich bin ein visueller Typ. Ich begreife durch die Augen“ - Henri Cartier-Bresson (1908 - 2004), Meister des entscheidenden Augenblicks, hat ein gewaltiges photographisches Werk geschaffen, das stilprägend für die Moderne im 20. Jahrhundert wurde.

Schriftlich hat er sich wenig über seine Tätigkeit geäußert, das überlies er befreundeten Schriftstellern und der Kunstwissenschaft. In Interviews und Gesprächen hingegen gab er freimütig Auskunft.

Jetzt ist eine vom Centre Pompidou in Paris herausgegebene Auswahl seiner Gespräche und Interviews erstmals in deutscher Übersetzung bei Schirmer/Mosel in München (www.schirmer-mosel.com) erschienen.

Hinter dem vielsagenden Titel „Man redet immer zu viel“ steckt ein mit Verve und Esprit, mit Temperament und Humor erzähltes Buch, das uns durch das Leben des Jahrhundertfotografen Cartier-Bresson führt.

In zwölf Interviews aus knapp 50 Jahren, die sonst schwer zu finden sind, berichtet er von seinen frühen Abenteuerreisen durch Afrika und Mexiko, seiner geliebten Leica-Kamera, seiner Zeit im Krieg und in der Gefangenschaft, der Gründung der Fotoagentur Magnum, wie er vom Surrealismus und Kubismus in seiner Arbeit beeinflußt wurde, spricht über Stil und Ethos und vieles andere mehr.

„Man redet immer zu viel“ liest sich wie eine Autobiografie, die Cartier-Bresson nie geschrieben hat und ist die perfekte Ergänzung zu den Bildbänden des Künstlers, der in diesen Gesprächen auch so manche Legende um seine Person zurechtrückt.

Die 216 Seiten lesen sich spannend und vergnüglich, wie eine Reise um die Welt und durch die Geschichte sein sollte, und kosten 24,80 Euro. 

Sönke C. Weiss

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16.05.2020 eine Traumreise zum Albtraum

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Wie eine Traumreise zum Albtraum wird zeigt uns der niederländische Autor Gerwin van der Werf in seinem neuen Buch „Der Anhalter“, das bei S.Fischer (www.fischerverlage.de) erschienen ist, 286 Seiten hat und 20 Euro kostet. Zum Inhalt: Tiddo, Isa und ihr Sohn Jonathan fahren mit dem Wohnmobil durch Island.

Tiddo erhofft sich von der Reise nicht weniger, als seine zerrüttete Ehe zu retten. Irgendwann nehmen sie einen seltsamen Anhalter mit, der immer wieder neue Gründe findet, sie weiter zu begleiten.

Bis das neue geschaffene Gleichgewicht der noch immer fragilen Familie endgültig wieder zu kippen droht und Tiddo eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Van der Werf hat glaubwürdige Figuren erschaffen, in denen ich mich immer wiedergefunden habe. Insbesondere Tiddo, ein entgleister Vater, hatte von Anfang an an meine ernsthafte Zuneigung, weil dieser immer wieder versucht, ein guter Vater zu sein.

Wer kennt diese Herausforderung nicht? „Der Anhalter“ ist ein ganz famoses Buch, wie es auch „I Seem To Live. The New York Diaries, 1950 - 2011“ von Jonas Mekas ist

Dieser unglaubliche Filmschaffende zählte zur Speerspitze der amerikanischen Filmkunst. 1922 in Litauen geboren, kam er nach dem Zweiten Weltkrieg mittel- und staatenlos in New York an und wurde dort bald Teil der Szene um Andy Warhol.

In der Tradition des Amateurregisseurs illustrierte er sein unmittelbares Umfeld wie einen nie enden wollenden Traum, der trotzdem wahr zu sein scheint. „I Seem To Live. The New York Diaries, 1950 - 2011“ ist sein literarisches Schlüsselwerk.

Der erste Band dieses Magnum Opus, der die Zeit von 1950 bis 1969 umfasst und 38 Euro kostet, ist jetzt posthum ein Jahr nach Mekas’ Tod 2019 bei Spector Books in Leipzig (www.spectorbooks.com) auf Englisch erschienen.

Er umfasst 824 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Dieses fulminante Werk - nicht verwunderlich, sind Jonas Mekas’ Filme nicht selten drei oder vier Stunden lang - steht gleichberechtigt neben seinem filmischen Schaffen.

Es ist ehrlich, berührt und spiegelt eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. Die totale und unverfälschte Reflexion des Lebens manifestiert den Anspruch Jonas Mekas’ Kunst, die er neben seiner wöchentlichen Kolumne in der New Yorker „Village Voice“ und seinem Magazin „Film Culture“ kultivierte.

Für mich war und ist Jonas Mekas immer schon das wahre amerikanische Kino gewesen, aus dem Regisseure wie Martin Scorsese oder Francis Ford Coppola wuchsen, bevor sie zu bezahlten Gehilfen Hollywoods wurden.

Insbesondere seine Meisterwerke „As I was moving ahead, I saw brief Glimpses of Beauty“ (2000) und „Lost, Lost, Lost“ (1976) sind gefilmte Selbstporträts, die jedem Cineasten unvergesslich bleiben werden.

Leider blieb diese Ikone einem breiten Publikum so gut wie unbekannt. Vielleicht hilft dieses Buch und die folgenden Bände, dass Mekas unverkennbare Filmsprache nie ein Ende erfährt.

Sönke C. Weiss

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12.05.2020 Freiheit, Widerstand, Volksverräter

GFDk - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Immer mehr Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker tauchen, wenn es nach den Medien geht, in Deutschland auf.  Allen voran, Johannes Boie, Chefredakteur bei WELT AM SONNTAG, dieser schreibt: "Früher gab es pro Dorf ein paar Spinner, die alleine in der Kneipe saßen. Heute sind dank sozialer Medien wie Facebook diese Spinner mit anderen global vernetzt.

Alles Fälle für Polizei und Psychiater?

Sie reden von „querdenken“ und „hinterfragen“, in Wahrheit haben sie schlicht den Schulstoff aus der vierten Klasse vergessen. Oder nie gelernt. Der Koch und Corona-Kritiker Attila Hildmann ist für ihn ein Fall für Polizei und Psychiater.

Sein Wunsch ging sogleich in Erfüllung. Attila Hildmann wurde in Berlin auf einer Anti-Corona-Demo von der Polizei abgeführt. In Berlin war richtig was los: Viele Teilnehmer skandierten unter anderem „Freiheit“, „Widerstand“, „Volksverräter“ und „Wir alle sind das Volk“. Nun gut, scheinbar gehören auch die Bischöfe zu denen, die den Schulstoff aus der vierten Klasse nie gelernt haben.

Verschwörer - Bischöfe sind auch nicht besser?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich deutlich von einem Schreiben gegen die Corona-Beschränkungen distanziert, das auch von mehreren Bischöfen unterzeichnet worden ist. In dem Schreiben mit dem Titel „Ein Aufruf für die Kirche und für die Welt – an Katholiken und alle Menschen guten Willens“ werden die Corona-Maßnahmen scharf kritisiert.

„Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit“, heißt es dort unter anderem.

Weiter heißt es: Über die Durchführung von Gottesdiensten dürften nur die „Hirten der Kirche“ entscheiden, nicht staatliche Behörden oder die Politik. Weiterhin wird gewarnt, der Kampf gegen Covid-19 dürfe nicht „als Vorwand zur Unterstützung unklarer Absichten supranationaler Einheiten dienen, die sehr starke politische und wirtschaftliche Interessen verfolgen“.

Kritisiert werden aber auch „Trackingsysteme“ und „zweifelhafte Geschäftsinteressen“, insbesondere aus dem Bereich der Pharmaindustrie. Weiterhin wird daran erinnert, „dass es für Katholiken moralisch inakzeptabel ist, sich mit Impfstoffen behandeln zu lassen, zu deren Herstellung Material von abgetriebenen Föten verwendet wird“.

Man habe zudem Grund zu der Annahme, „dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen“. Auf diese Weise wollten sie dauerhaft „Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen“ durchsetzen.

„Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“ Das ist nun der Stein des Ansoßes. Hierin sehen die Kritiker eine Verschwörungstherorie.

Grundgesetz statt Corona-Wahnsinn

Der "Spiegel" schreibt von einem "Corona-Rebell" im Innenministerium
Ein Referent des Bundesinnenministeriums verfasst ein Papier zur Coronakrise, in dem von einem "Fehlalarm" die Rede ist und das Virus angeblich verharmlost wird. Nun wurde er von seinen Dienstpflichten entbunden.

Das Bundesinnenministerium von Horst Seehofer (CSU) steht nun sehr dumm da. Das gut 80 Seiten umfassende Papier soll er nach SPIEGEL-Informationen sowohl intern wie extern an einen großen Verteiler verschickt haben.

Globaler Fehlalarm aus dem Bundesinnenministerium

Seiner Ansicht nach handele es sich beim Umgang mit Covid-19 um einen "globalen Fehlalarm", behauptet der Ministeriumsmitarbeiter dort. Die Gefahr des neuartigen Coronavirus sei "nicht größer als die vieler anderer Viren". Die von den Behörden angeordneten Maßnahmen richteten mehr Schäden an als Nutzen, glaubt er.

Er behauptet: Der Staat müsse sich in der Coronakrise womöglich den Vorwurf gefallen lassen, "einer der größten Fake-News-Produzenten" gewesen zu sein. Das Papier widerspricht so ziemlich allem, was die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut zu Covid-19 sagen, meint der "Spiegel".

Und was soll man sagen? Die AfD darf als Sündenbock nich fehlen

Nähe zwischen AfD und Corona-Verschwörungstheoretikern. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht eine „gefährliche Nähe“ zwischen der AfD und Menschen, die in der Corona-Krise Verschwörungstheorien verbreiten.

„Das ist die gleiche Tonspur, in der die Leute unterwegs sind“, sagte Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren, indem sie mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen verbreiteten.

„Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen“, warnte Klingbeil. Er rief die Bürger auf, sich stärker als bisher dagegen zu wehren. „Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an“, forderte der Bundestagsabgeordnete.

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen und bekommt sogleich eins auf Maul. Er habe an einer Veranstaltung in Gera für „Verhältnismäßigkeit und einen Corona-Exit mit Maß und Mitte“ teilgenommen, schrieb Kemmerich in dem Nachrichtendienst Twitter.

Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass der FDP-Politiker sich dafür lobe, zusammen mit der AfD und Verschwörungstheoretikern „gegen Verantwortung für unser aller Gesundheit“ aufzulaufen. Kritik an Kemmerichs Teilnahme kam prompt, sichtbar wurde sie vor allem in den sozialen Medien. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Die LInke, etwa kritisierte dort vor allem die mutmaßliche Nicht-Einhaltung von Corona-Regeln bei der Veranstaltung:

Das Hauptstadt-Briefing von Gabor Steingart zeigt was auf uns zukommt

Fast 1,2 Billionen Euro beträgt das staatliche Hilfsprogramm für die deutsche Wirtschaft bislang, es ist das größte der Geschichte: Es umfasst Kredite, Garantien, Zuschüsse und Mindereinnahmen. Doch was hinter den abstrakten Zahlen steckt, wird erst jetzt klar. Die Rücklagen der Sozialkassen schmelzen.

Die Reserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 10 Milliarden Euro wird in diesem Jahr schwinden, ließ Gesundheitsminister Spahn intern durchblicken. Düster sieht es auch bei Rente, Pflege und Arbeitslosenversicherung aus. Dem Fiskus drohen historische Steuermindereinnahmen, von 100 Milliarden Euro, heißt es in Regierungskreisen.

Die Zeit der Schockstarre in Deutschland ist vorbei

Die Zeit der Schockstarre scheint vorbei schreibt Gabor Steingart in seinem Mornig-Briefing. Zehntausende demonstrierten am Wochenende in Stuttgart, Berlin, München und Frankfurt am Main, begleitet von dem Vorwurf, es handele sich um Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikale.

Die Botschaften von Transparenten und Sprechchören belegen diesen Vorwurf in seiner Pauschalität nicht.

"Freiheit. Demokratie. Grundgesetz“

"Legt den Maulkorb ab“

"Sind die Maßnahmen verhältnismäßig?“

"Gib Gates keine Chance“

"Betreutes Denken“

"Wir fordern einen Corona-Untersuchungsausschuss“

"Sei kein Walking De(ad)pp“

"Wir wollen unser Leben zurück“
Ein buntes Potpourri von Menschen hat sich da zusammengefunden. Alles Spinner? Schwer zu glauben. Auch Spinner? Mit Sicherheit.

Allianz der Schwachsinnigen und Fake-Ziviler-Ungehorsam?

In den sozialen Medien und mittlerweile auch auf der Straße formiert sich in Sachen Corona gerade eine Allianz des Schwachsinns, schreibt der "Spiegel-Mann" Christian Stöcker in seiner Kolumne auf "Spiegel-Online", und gewaltbereit sollen die auch sein. Auch Grünen-Chef Robert Habeck hat die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen kritisiert.

"Welt-Online" hat noch so eine Kellerassel ausgegraben, die die Demonstranten verunglimpft. Claus Leggewie tönt dort rum,

"Das ist eine Usurpation des Widerstandsrechts, eine Art „Fake-Ziviler-Ungehorsam“. Die Voraussetzungen, um zivilen Ungehorsam zu reklamieren, sind überhaupt nicht gegeben, schon gar nicht das Recht auf Widerstand nach Art. 20,4 Grundgesetz, mit dem die radikale Rechte schon seit Langem operiert.

" Die Covidioten haben den antiautoritären Gestus gekapert, sie sind prinzipiell gegen alles, was eine Regierung tut". Das ist der Tonfall von dem gleichen Typ der den zivilen Ungehorsam von Fridays for Future gutheißt, und lauthals verteidigt.

2,1 Millionen Deutsche stehen jetzt schon vor dem Ruin, und in sechs Monaten werden es 10 Millionen sein, vorsichtig gerechnet, und dann wird abgerechnet.

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10.05.2020 Absurdistan in Deutschland

GFDK - Reden ist Silber

Normalerweise macht Eltville nur von seinen schönen Weinfesten, und natürlich von dem Erdbeerfest, von sich reden. Nun hat es der schöne Ort am Rhein nahe Wiesbaden aber in die bundesweiten Nachrichten geschafft. Zu verdanken haben sie es einem Richter und einem Hundefriseursalon.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat einer Hundefriseurin aus Eltville nicht erlaubt, ihren Hundefriseursalon “Feingemacht” wegen der Corona-Pandemie zu öffnen, berichtet die “FAZ”.

Grundlage war eine Verordnung des Landes Hessen, die das Gericht damit vorerst bestätigte. Die Klägerin bezeichnete dies als “absurdes Berufsverbot”, denn der Halter müsse sich zu keiner Zeit im Salon aufhalten, und Tier samt Leine könnten kontaktlos übergeben werden.

Hintergrund des Ärgers ist unter anderem ein Teil der Begründung, in dem das Gericht schreibt, die Klägerin könne ihre Dienste auch online anbieten.

“Mir ist noch nicht ganz klar, wie ich Hunde online pflegen, waschen und schneiden soll.”

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07.05.2020 Widerstand wird betraft

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Für den "Spiegel", die "Welt", FAZ und natürlich die Öffentlich-Rechtlichen-TV-Sender sind die Gegner der Corona-Maßnahmen eine wilde Mischung aus Impfgegnern,Trotzbürgern, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker. Aber stimmt das überhaupt?

Die Rechtslage

Zuerst halten wir einmal fest. Die Corona-Maßnahmen von Merkel und Co waren zu keiner Zeit gerechtfertigt. Der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio ist Mitglied im Expertenrat Corona der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat das nochmal deutlich gemacht.

Er sagte: "Das Grundgesetz kennt keinen Ausnahmezustand, der es erlauben würde, die Grundrechte außer Kraft zu setzen. Aber in einer Katastrophenlage, in der die Gefahr für kaum übersehbare Schäden an geschützten Rechtsgütern wie Leben und Gesundheit droht, lassen sich auch flächendeckende intensive staatliche Eingriffe in eine Vielzahl von Grundrechten rechtfertigen.

Das wirkt wie ein Blankoscheck, ist es aber nicht". Genau diesen Blankoscheck haben sich Merkel, Söder. das Robert-Koch-Institut und ein total überflüssiger Virologe namens Christian Drosten aber ausgestellt.

Und noch was gibt es hier von uns anzumerken: Keine einzige dieser Maßnahmen wurde von einem Parlament abgesegnet. Wir alle wurden widerrechtlich unseren Grundrechten und der Freiheit beraubt.

Auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, sieht im Umgang Deutschlands mit der Corona-Pandemie die Freiheitsrechte in Gefahr. Gesundheitsschutz rechtfertige nicht jedweden Freiheitseingriff, sagte Papier in einem „Spiegel“-Streitgespräch mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Auch Robert Seegmüller, Vorsitzender des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter, äußert große Zweifel daran, dass alle Grundrechtseingriffe gerechtfertigt waren. Er sendet deutliche Worte in Richtung Kanzleramt.

Mit anderen Worten, so falsch konnte ich also mit meinen Corona-Berichten nicht liegen. Papier kritisierte außerdem, dass die parlamentarische Demokratie derzeit teilweise ausgehebelt werde. Und ich nehme mal an, das der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio und der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, weder zu den Impfgegnern,Trotzbürgern, Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern gehören.

Auch der Pneumologie-Professor Santiago Ewig hält die Strategie der Merkel-Regierung für "maßlos". Wir müssten lernen, mit dem Virus zu leben wie mit den Todesfällen im Straßenverkehr, sagte er dem "Spiegel".

Widerstand wird betraft, ist der erhalt der Demokratie ist in Gefahr?

Der Vegan-Koch Attila Hildmann hat auf seiner Instagram-Seite zum Widerstand gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung aufgerufen. Bekannt wurde er mit seinen Kochbüchern „Vegan for Fit“ oder „Vegan for Fun“, die sich hundertausendfach verkauften.

Auch betreibt er eine erfolgreiche Lebensmittelmarke mit Produkten für die vegane Ernäherung. Seine Proteste haben nun Folgen: Seine Produkte wurden nun von den Handelsketten bei Kaufland und Vitalia ausgelistet.


Hildmann selbst gab sich in seiner Gruppe beim Nachrichtendienst Telegram kämpferisch: „Nochmal: Auslistungen sind meine kleinste Sorge. Schlafe ich in einer Demokratie ein und wache in einer Diktatur auf, ist nicht nur meine Unternehmerfreiheit eingeschränkt.

Es geht hier um den Erhalt unser aller Demokratie und Freiheit, die beide in großer Gefahr sind.“ Mit einer Freiheitsdemo gegen die geplante Verabschiedung eines überarbeiteten Infektionsschutzgesetzes durch die Parlamentarier will er nun protestieren.

Marketing-Chef Ingo Bauer erklärte dazu: „Die Firma Vitalia möchte sich ausdrücklich distanzieren von den Ideologien, die Attila Hildmann zuletzt im Internet verbreitet hat. Hildemann hatte mehrfach den US-Milliardär Bill Gates und dessen Impfprojekte angegriffen.

Und nochmals der Schweden-Weg

Ich habe schon mehrfach darauf verwiesen, dass die Merkel-Maßnahmen total überflüssig waren. Das Plattmachen unserer Wirtschaft, unserer Unternehmen und die Freiheitsberaubungen aller Bürger hat Deutschland keinen echten Vorteil gebracht wie der Schweden-Weg, den wir hier auch schon mehrfach aufgezeigt haben nun zeigt.

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen geht nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Schweden zurück. Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell bestätigte im Gespräch mit dem Sender SVT, dass die sogenannte Reproduktionszahl seit einigen Tagen unter 1,0 liege und weiter sinke.

Dies besagt, dass ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Schwede durchschnittlich weniger als einen weiteren Schweden ansteckt. „Das bedeutet, dass die Pandemie allmählich abebben wird“, erklärte Tegnell in dem Sender.

Eine Zusammenstellung der schwedischen Gesundheitsbehörde zeigt, dass die Reproduktionsrate im Land seit dem 10. April relativ stabil bei rund 1,0 lag. Am 25. April – dem letzten bislang veröffentlichten Wert – nach mehrtägigem Rückgang lag sie nur noch bei  0,85 und ist heute auf dem nivo von Deutschland.

Und das, obwohl die Schweden weder die Restaurants, die Bars, die Sporteinrichtungen noch die Schulen und Kitas geschlossen haben. Das ist schon ein dickes Ding. Aber bitte nicht vergessen, dass unsere gesamten Qualitätsmedien die Schweden dafür permanent in ein schlechtes Licht gerückt haben. Na ja, die bösen Schweden wollten den Weg von Merkel, Söder und Co einfach nicht mitgehen.

Die allgemeine Einschränkung der Versammlungsfreiheit, wie sie von CDU, CSU, SPD, Grünen und FDP gutgeheißen wurde, ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. So weit, so gut. Die Diskussion über die Vorbeuge-Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel verhindern wollen. Sie reagierte verärgert und nannte kritische Fragen „Öffnungsdiskussionsorgien„.

Das hat nun Folgen, die man gerne unter dem Tisch halten möchte

Dr. Bodo Schiffmann, Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Sinsheim, gründete mit anderen Personen die Partei Widerstand2020. In einem Video ruft er die Politiker in Landtagen und im Bundestag auf, sich dem Widerstand anzuschließen.

Wir brauchen Politiker, die die Zivilcourage besitzen, ihre Partei zu verlassen, zu unserer Partei zu wechseln, damit wir direkt eine Stimme haben in den Landtagen und im Bundestag. Das geht, das ist schon mehrfach passiert, bitte macht das, helft uns, wir müssen schnell aktiv werden, wir haben nicht viel Zeit“. Könnt ihr euch unten im Video anschauen.

Neue Partei - 111.000 Mitglieder in zwei Wochen

Eine neue Grenze erfährt Merkel zurzeit durch die Gründung einer neuen Partei: Widerstand2020. Die Kanzlerin hat mit dem Versuch, Kritik zu unterdrücken, das Gegenteil erreicht. „Es ist der Widerstand gegen den politischen Umgang, den wir gerade erleben, gegen das Außerkraftsetzen unserer Grundgesetze und gegen die Machtausnutzung unserer Regierung“, heißt es „Kurz & Knapp“ bei widerstand2020.de.

Und was soll man sagen. Innerhalb von zwei Wochen hat die neue Partei über 111.000 Mitglieder eingesammelt. Zum Vergleich: Die Grünen, die es seit 1980 gibt, haben es erst 2020 nach 40 Jahren auf 100.000 Partei-Mitglieder gebracht.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) schoß schon am 1. Mai aus vollen und allen Rohren gegen die neue Partei. Weil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland die sachlichen Argumente gegen die neue Patei fehlen, benutzt das RedaktionsNetzwerk die inzwischen sattsam bekannte Streumunition. Dr. Bodo Schiffmann, ein anerkannter Mediziner, wird als Gefährte von Wutbürgern, Rechtsextremen und „knallharten Verschwörungstheoretikern gebrandmarkt.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland ist die Redaktion für überregionale Inhalte der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover. Deren größte Kommanditistin ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft, das Medienbeteiligungsunternehmen der SPD.

Widerstand hätte man von der Opposition erwartet. Fehlanzeige. Leider stimmten außer den Regierungsparteien SPD und CDU/CSU auch die Grünen und die FDP am 24. März 2020 im Eilverfahren sogar einem Ermächtigungsgesetz zu oder enthielten sich der Stimme wie die AfD und Linke.

McKinsey: Deutsche erwarten schwere Wirtschaftskrise

Noch profitiert Merkel, Söder und Co von ihren Corona-Maßnahmen, aber ich habe ja schon gesagt, im kommenden Herbst und Winter wird die Stimmung kippen. Die ersten Vorboten machen sich schon bemerkbar.

Tatsächlich macht sich trotz des bislang vergleichsweise milden Verlaufs der Pandemie in Deutschland ein wachsender Pessimismus in der Bevölkerung breit, wie die repräsentative Befragung "Consumer Sentiment Pulse Check" der Unternehmensberatung McKinsey & Company verrät.

52 Prozent der befragten Menschen gaben an, wegen der wirtschaftlichen Situation in Deutschland sehr oder gar extrem beunruhigt zu sein. Somit steht die Angst um die wirtschaftliche Situation ganz vorn in der Sorgenliste der Bevölkerung.

„Die volle Wucht der Krise wird sich im Maschinenbau in den nachfolgenden Berichtsmonaten zeigen. Der Orkan ist näher gekommen und wird bald so richtig losstürmen.“ meint der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
„Dann wird sich der Shutdown in der Automobilindustrie bemerkbar machen“ und der Deutscher Export erleidet den stärksten Einbruch seit 30 Jahren. Das alles ist nur der Anfang.

Gottfried Böhmer

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02.05.2020 Die Corona-Soforthilfe ist eine Lüge

GFDK - Reden ist Silber - Thomas Schweinsberg

Ein Wechruf von Thomas Schweinsberg. „Deshalb haben wir mit der Bundesregierung unmittelbar reagiert. Gemeinsam mit unserer Staatsministerin für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters MdB, haben wir dafür gesorgt, dass bei allen Hilfen und Leistungen die Belange des Kultur- und Kreativbereichs berücksichtigt werden. Bundesregierung und Bundestag haben dafür gemeinsam insbesondere vier Maßnahmen auf den Weg gebracht.


1. Mit dem Sozialschutzpaket wird eine nahezu bedingungslose Grundsicherung ermöglicht. So ist der Zugang massiv erleichtert worden. Die persönlichen Lebensumstände werden damit abgesichert. Hinzu kommen weitere Hilfen wie z. B. die reellen Miet- und Heizkosten, ein Notfall-Kinderzuschlag etc, so heißt es. Aber stimmt das alles auch? Und hilft das auch? Nee

Die persönlichen Lebensumstände werden damit nicht abgesichert.

1. Der Beitrag für meine private Rentenversicherung liegt bei 390,-€ pro Monat. Damit ist der Satz für die Lebenshaltungskosten (ca. 450,-€) schon fast verbraucht.

2. Die Vermögensprüfung findet in all ihrer Übergriffigkeit statt.

Dabei gilt folgendes Schonvermögen: 60.000,€ für die erste Person, für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft 30.000,—€.

Wenn aber z.B. zwei Solo-Selbständige zusammen leben, heißt das 90.000,€ Freibetrag.

Wenn diese Solo-Selbständigen dann auch noch der Empfehlung der Politik entsprechend privat vorgesorgt haben, sprich seit 30 Jahren in Lebens- oder Rentenversicherung eingezahlt haben, dann übersteigen die Rückkaufswerte dieser ALTERSVORSORGE das Schonvermögen.

Mal abgesehen davon, dass diese Geld kein verfügbares Vermögen darstellt, sondern eine RENTE und der Rückkauf immer ein Verlust ist, muss dieser Verlustbetrag voll versteuert werden, also entfallen noch mal ca. 30%. 
Wer darüber hinaus auch noch kaufmännisch klug gehandelt und Geld für die Steuernachzahlungen aus dem Jahr 2019 zurück gelegt hat, bekommt erst recht keine Hilfe.

Wer also vernünftig war, sich um sein Alter gekümmert hat, wird bestraft - und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Also: das ist die absolute MINIMALFORDERUNG: Altersvorsorge raus aus der Vermögensprüfung.

Und zwar ohne, dass die Freibeträge fürs Schonvermögen gesenkt werden!

Und wie gesagt, das ist schon das absolut untere Ende für uns! Selbst diese Regelung wäre für uns alle immer noch eine Demütigung.

Denn die Ungerechtigkeit (im Vergleich zu Staatshilfen für Beamte, Angestellte und Arbeiter) bleibt weiter himmelschreiend.

Gerechter wäre eine dem Kurzarbeitergeld-ähnliche Regelung: Jahreseinkommen geteilt durch 12, mal 60%. Dies auch gern mit einer Obergrenze (bspw. nicht mehr als 2.500,-€ pro Monat).
Das wäre halbwegs fair und vor allem auch unbürokratisch - im Gegensatz zum Antrag auf Grundsicherung.


2. Mit der Corona-Soforthilfe stellen wir auf Bundesebene die Mittel für Einmalzahlungen an (Solo)Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer zur Verfügung.

Die Zuschüsse von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro sollen helfen, akute Engpässe wegen laufender Betriebsausgaben wie Pacht, Darlehen oder Leasing zu überbrücken. Auch Künstlerinnen, Künstler und kleine kulturwirtschaftliche Unternehmen können diese Betriebskostenzuschüsse beantragen.

Die Kulturschaffenden haben meistens keine klassischen Betriebsausgaben. Und selbst wenn: von einer beglichenen Büromiete kann man nicht leben!

Das ist keine Hilfe für Solo-Selbständige, das ist eine Hilfe für Besitzer von Gewerbeimmobilien.


3. Mit vielen rechtlichen Einzelmaßnahmen im Bereich Insolvenz- und Mietrecht sollen Härten abgemildert werden. So werden Mieterinnen und Mieter in den nächsten sechs Monaten davor geschützt, ihre Wohnung zu verlieren, wenn sie wegen der gegenwärtigen Situation ihre Miete nicht bezahlen können.

Und dann müssen die Mieten mit 6% Zinsen nachgezahlt werden - also auch hier: mehr Geld für Vermieter. Auch das ist keine Hilfe für uns.


4. In dieser Woche werden wir im Deutschen Bundestag die so genannte Gutscheinlösung auf den Weg bringen. Danach können Veranstalter den Inhabern von Eintrittskarten für Ereignisse, die wegen der COVID-19-Pandemie ausfallen, einen Gutschein für die Nachholveranstaltung oder alternativ für ein anderes gleichwertiges Angebot ausstellen.

Damit sollen drohende Insolvenzen in der Veranstaltungswirtschaft verhindert werden. Dies nutzt am Ende mittelbar auch Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden.

Die Gutscheinlösung halte ich tatsächlich für eine Hilfe - aber eben sehr mittelbar, sprich aktuell hilft das nicht gegen die Einnahmeausfälle von 100%.


Sie weisen darauf hin, dass die allermeisten Künstlerinnen, Künstler die Corona-Selbsthilfen nicht in Anspruch nehmen können. Denn in den meisten Bundesländern werden nur Betriebsausgaben wie z. B. Mieten für Ateliers, Arbeits- und Probenräume anerkannt.

Solche anerkennungsfähigen Betriebskosten fallen bei vielen Künstlern und Kreativen aber nicht an. Demgegenüber können persönliche Lebenshaltungskosten und ausfallende Honorare in den meisten Bundesländern nicht geltend gemacht werden. Liebe Frau … deshalb fordern Sie einen eigenen Schutzschirm für die Gruppe der Kreativen, Künstlerinnen und Künstler.

Ja, auch ein Schutzschirm ist eine gute Idee - aber auch das wird dauern und wird sehr bürokratisch (wer darf wann was bei wem wie beantragen).

Besser und unbürokratischer wäre (s.o.) eine dem Kurzarbeitergeld-ähnliche Lösung.

Und ja, wir wissen alle, dass das Kurzarbeitergeld eine Versicherungsleistung ist - Leistung einer Versicherung, von der wir übrigens per Gesetz ausgeschlossen sind.


Genau diesen bietet bereits heute die soziale Grundsicherung. Die Antragstellung wurde deutlich vereinfacht. Der Zugang wurde gelockert und damit für die allermeisten Betroffenen eröffnet.

Um Grundsicherung beantragen zu können, bedarf es z. B. keiner Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse. Zudem wurde der Katalog an Leistungen erweitert. Schließlich wird für die Dauer von sechs Monaten eigenes Vermögen im Wesentlichen nicht berücksichtigt.

„Im Wesentlichen“… s.o. Und noch mal: die Altersvorsorge stellt kein verwertbares Vermögen dar, es ist eine RENTE.

Und die Vermögensprüfung ist ein unfassbarer Eingriff in die privaten Lebensumstände!

Kein Angestellter oder Arbeiter muss sein Vermögen und seine privaten Lebensumstände offen legen, um Kurzarbeitergeld zu erhalten.


Liebe Frau …, diese Grundsicherung ist kein Almosen für "arme Künstler". Sie sichert ein Grundeinkommen in der Krise ab.

Das tut sie nicht - s.o.

Dafür steht die Allgemeinheit ein.

Genau wie für die Zahlungen an die Immobilienbesitzer - die bekommen ihr Geld, entweder aus dem 9.000,-€ „Soforthilfe“ bei Gewerbemieten oder durch ALG II für Privatmieten.

Schön, dass für die Reichsten im Land so gut von der Allgemeinheit gesorgt wird.

Zu den Betroffenen gehören natürlich Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende. Allerdings sind auch andere Berufsgruppen von der Krise hart getroffen. Deshalb besteht keine Rechtfertigung, branchenspezifische Unterstützungsmaßnahmen aufzulegen.

Zudem hätte kein Programm die Höhe der Leistungen abdecken können, die heute bereits durch die Grundsicherung gewährt werden. Diese Einschätzung wird vom Deutschen Kulturrat bestätigt. Dieser Spitzenverband der Bundeskulturverbände hat die Grundsicherung ausdrücklich gelobt. Dieser sollte eine Chance gegeben werden.

Der deutsche Kulturrat beschäftigt sich hauptsächlich mit „Hochkultur“. Dessen Vorsitzender O. Zimmermann bezeichnete uns Solo-Selbständige Kulturschaffenden als „kleine Krauter“. Wenn der unser oberster Lobbyist ist, na dann gute Nacht.

Damit lassen wir es nicht bewenden. Im Gegenteil: Alle Hilfsprogramme, die in den letzten Wochen aufgelegt worden sind und für die es vielfach kein Vorbild gab, werden fortlaufend überprüft. Sofern erforderlich, werden diese nachjustiert. Zugesagt.

Wir wissen auch, dass das für ALLE eine vollkommen neue Situation ist - aber die Ungerechtigkeit und Nutzlosigkeit bei den Hilfsmaßnahmen sind so eklatant, dass wir nicht verstehen, warum die Politik alle Vorschläge für eine gerechtere und unbürokratischere Lösung ignoriert.

Und noch eins zur Grundsicherung: die Mitarbeiter dort in den Jobcentern sind durch die Flut von Anträgen völlig überfordert! Das Personal reicht für die Bearbeitung all der Anträge nicht aus.

Auch denen wäre mit einer gerechteren Lösung für uns geholfen.

Ich hoffe im Übrigen auf zahlreiche und kompetente Berichterstattungen zum Thema. Die Kulturschaffenden aus den Bereichen Kabarett/Kleinkunst/Comedy/Musik/Theater gehen sonst vor die Hunde.

Danke und beste Grüße

Thomas Schweinsberg

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29.04.2020 Merkel und ihr Blödmanns-Gehilfen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Wochenlang erklärte Merkel und Co, es gehe um Leben und Tod, jeder Tote sei zu viel. Es entstand ein Klima der Angst, dass sie selber herbeigeführt hat. Alles was Merkel und ihre Gesellen gemacht haben, war verfassungswidrig, aber die deutschen Lemmlinge sind ihr zunächst gefolgt.

Merkel und ihre Blödmanns-Gehilfen

Die würden sich auch auf jeden Schlachthof führen lassen, aber die Gefolgschaft bekommt Risse. Spätesten im kommenden Winter, aber vereinzelt auch schon jetzt. Die dumme Merkel und ihre Blödmanns-Gehilfen Marcus Söder, Christian Drosten und Lothar Wieler wissen wohl nicht mehr, wie sie ihren Kopf aus der Schlinge ziehen sollen, ihnen bleibt wohl nichts mehr, als die Flucht nach vorne.

Christian Drosten macht nun auch den Kindern Angst, die seien vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Kinder sind einer Analyse von Drosten, in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie genauso gefährdet wie Erwachsene, teilt er am 30. April mit.

Frank Castorf ruft zu "republikanischem Widerstand" gegen die Pandemie-Maßnahmen auf. Wir sollten uns nicht länger den Dekreten von Virologieprofessoren und Politikern unterwerfen.

Das Bürgertum bringt sich in Stellung

Das erzkonservative Bürgertum sieht das auch so, nur schärfer formuliert, schrieb Gabor Steingart. Die sogenannte Atlas-Initiative, die sich als „ordo-liberal und wertkonservativ“ versteht, hat einen Brief an die Bundesregierung veröffentlicht, der Kanzlerin Merkel derbe angeht:
    
Sie schließen Theater, Museen und Kinos, verbieten private Feiern und schließen Gaststätten, Restaurants und Bars, heben Teile der Privatautonomie und damit die Marktwirtschaft auf, schränken Eigentumsrechte von Verpächtern und Vermietern ein, verbieten Gottesdienste und verhängen Ausgangssperren. Sie gehen gerade das Risiko eines Einbruches unserer öffentlichen Ordnung ein.“
    
Wenn ein Großteil der Arbeitnehmer und Unternehmer in unserem Land, bei gleichzeitigem Einbruch der Lieferketten und einer starken Reduktion des Steueraufkommens seine wirtschaftliche Existenz verliert, wer soll den Staatsapparat dann noch finanzieren und unserer öffentlichen Ordnung sichern?“
Der Brief endet unversöhnlich:
    
Wir fordern Sie zu einer sofortigen Aufhebung aller Zwangs- und Überwachungsmaßnahmen auf, weil sie auf Vermutungen und nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen und Beweisen beruhen und weil sie einem sozialistischen Grundprinzip folgen, dem wir eine entschiedene Absage erteilen.“

Gabor Steingart fast es so zusammen."Die Demokratie ist zurück, was für Bundeskanzlerin Angela Merkel keine gute Nachricht ist: Ihre Corona-Politik gerät unter Druck".

Das will Merkel und Söder nicht hören

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat das Robert Koch-Institut und seinen Präsidenten Lothar Wieler wegen der regelmäßig verbreiteten Corona-Zahlen scharf kritisiert.

Diese „vermitteln eher den Eindruck, politisch motivierte Zahlen zu sein als wissenschaftlich fundiert“, sagte Kubicki der Deutschen Presse-Agentur.

Er wies insbesondere auf den Reproduktionszahl hin, die nach RKI-Angaben bundesweit von 0,9 auf 1,0 gestiegen ist. Während Ministerpräsident Markus Söder für Bayern, das Land mit den meisten Infektionen, einen R-Wert von 0,57 verkünde, melde das RKI bundesweit einen Wert von 1, sagte Kubicki.

„Woher dieser Wert bei sinkenden Infektionsraten kommen soll, erschließt sich nicht einmal mehr den Wohlmeinendsten.“

Boris Palmer büchst aus

Im Sat.1-Frühstücksfernsehen hatte Boris Palmer zuvor erneut eine Lockerung der Corona-Auflagen gefordert und dabei drastische Worte gewählt: „Ich sag es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“, sagte er. Es müsse unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen für Junge und Ältere geben.

Anmerkung: Die Corona-Opfer waren im Durchschnitt 81 Jahre alt, aber es steht nicht einmal fest, ob sie an dem Coronavirus verstorben sind.

Dafür muste Palmer sich umgehend entschuldigen. Gegenüber der F.A.Z. hatte Palmer zuvor noch gesagt, er habe nur „Fakten der Vereinten Nationen und einen Zielkonflikt“ beschrieben. Und weiter: „Ich weiß nicht, wie ich mich für Fakten entschuldigen könnte.“

Palmer meinte weiter: „Die Industrieländer führen absichtlich eine Weltwirtschaftskrise herbei" „Beunruhigende Zahlen, die auf eine kommende Pleitewelle hindeuten“ vermeldet das IFO-Institut am 29. April. Einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge droht mehr als der Hälfte aller Unternemen die Pleite – sollten die Einschränkungen länger anhalten

Der Jurist Oliver Lepsius schrieb in seinem Gastbeitrag für die FAZ

Das eingeredete schlechte Gewissen, Freiheitsgebrauch sei lebensgefährlich und unsolidarisch.

"Die Lust Macht zu demonstrieren. Die sächsische Polizei beantragte einen Strafbefehl gegen ein Paar, das beim wandern 50 Kilometer entfernt vom Wohnort angetroffen wurde. In Mecklenburg-Vorpommern bekam Monika Maron eine „Ausreiseverfügung“ aus ihrem Landhaus, das sie zum schreiben nutzt.

Im Landkreis Wittmund wurde ein Student aus dem Haus seiner Eltern verwiesen, weil er den Erstwohnsitz am Studienort hat. In Oberbayern durfte man zwar im See schwimmen, traf dann aber auf Ordnungskräfte, die am Ufer darauf warteten, die Zeit zum Umziehen zu stoppen".

Die Lemminge warten auf die Spritze

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für eine verpflichtende Impfung gegen das neue Coronavirus. 45 Prozent der Befragten wünschen sich auf jeden Fall eine Impfpflicht, sobald es einen Impfstoff gibt. 16 Prozent beantworteten die Frage mit „eher ja“.

Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Civey-Instituts für das Nachrichtenportal t-online.de hervor. Knapp ein Drittel der repräsentativ ausgewählten Befragten lehnte eine Impfpflicht ab. Der Rest war unentschieden.

Das Gen der Deutschen

Eine repräsentative Umfrage unter 1014 Bürger, die das Forsa-Institut am 20. und 21. April exklusiv für das Morning Briefing von Gabor Steigart durchgeführt hat, kommt zu folgenden Ergebnissen:

Erstens: Eine überwältigende Mehrheit der Befragten, 85 Prozent, finden die Einschränkungen der Grundrechte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angemessen. Nur 12 Prozent stören sich daran, dass Demonstrationsverbote gelten, die Gewerbefreiheit limitiert ist und überall im Bundesgebiet die Bewegungsfreiheit reduziert wurde.

Angst und Gehorsam der Deutschen


Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner sagt :
    
Diese Mischung aus Angst und Gehorsam führt dazu, dass man im Augenblick fast alles akzeptiert. Das ist vielleicht ein Gen der Deutschen.“ Was soll man dazu noch sagen?

Mir fällt nichts mehr ein. Ausser:

Leistet Widerstand: Als Widerstand wird die Verweigerung des Gehorsams oder das aktive oppositionelle Handeln gegenüber der Obrigkeit oder der Regierung bezeichnet. Dabei ist es zunächst von nachgeordneter Bedeutung, ob die Machthaber, gegen die Widerstand geleistet wird, die Herrschaft legal, legitim oder aber illegal ausüben.

Ach ja, es gilt ja nun die Maskenpflicht in ganz Deutschland. Meine Nachbarn haben mir einen schönen Tipp dazu gegeben. Schreiben sie doch auf ihren Mundschutz: Maulkorb oder Querdenker. So können Sie auch ihren Protest ausdrücken.

„Herrn Söders Kasperletheater“ – Fleischerei verursacht mit Aushang Aufsehen - „Achtung bei uns findet keine Vorstellung von Herrn Söders Kasperletheater statt. Sollten Sie uns unbedingt mit Masken sehen wollen kommen sie im Fasching wieder.“ Mit diesem Hinweis hat eine Nürnberger Fleischerei für Aufsehen bei Facebook gesorgt – und daraufhin Besuch von der Polizei bekommen.

Die haben uns an die 5000 Euro Bußgeld erinnert und mit einer Strafanzeige gedroht“, sagte Inhaber Frank Kraft am Mittwoch.

Und zuletzt: In Schweden geht die Anzahl der täglichen Corona-Toten drastisch zurück. Das Land wird es offenbar schaffen, auch ohne Lockdown die Corona-Krise zu überstehen.

Gottfried Böhmer

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27.04.2020 Tanzen ist Omahas Leben

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Tanzen ist Omahas Leben, am liebsten aber bewegt sie sich vor Publikum und zeigt dabei ihre volle Pracht. Und davon nicht zu wenig:

Der Kopf Katze, der Rest ein weibliches Kunstwerk wie von Rodin geschaffen, nur mit Schwanz, beispielhaft kurvig, vorbehaltlich koitabel, doch eines jeden Katers feuchter Traum, ähnlich einer heidnischen Göttin mit Pelz.

Omahas Konflikt: ihr geliebter Nachtclub soll von Moralhütern, Politikern und entrüsteten Bildungsbürgern geschlossen werden. Doch sie und ihre Freunde leisten Widerstand und vögeln, was das Zeug hält. Und ich meine: in allen Lagen, Stellungen und Konstellationen.

Wichtig aber ist: „Omaha the cat dancer“ erzählt eine emanzipatorische Geschichte, die Geschlechterrollen nicht als Gegensätze aufbaut und gerade deswegen zeitlos und seit über 40 Jahren ein Meilenstein des Underground-Comics darstellt.

Schreiber & Leser (www.schreiberundleser.de) ist ein deutscher Comicverlag mit Sitz in Hamburg, der seit 1981 internationale „graphic novels“ veröffentlicht, eine Kunstform, die besonders im frankophonen Raum sehr geschätzt, in Deutschland nach wie vor oftmals vernachlässigt, ja sogar belächelt wird, im Feuilleton so gut wie gar nicht vorkommt.

Zu Unrecht. Bücher wie „Omaha the cat dancer“ sind ganz große Literatur, die den Test der Zeit überstehen werden und die Doppelmoral in der unserer Gesellschaft immer wieder entlarven.

„Omaha the cat dancer“ eignet sich leider nur für Erwachsene, hat 256 Seiten, kostet 29,80 Euro und ist ein höllisch cooler graphischer Roman, der es weiß Gott in sich hat. Kurz noch zum Hintergrund:

Die USA im Jahre 1976. Die Beziehungen der Geschlechter waren im allgemeinen traditionell und vor allem eines, verklemmt. Zeichner Reed Waller suchte nach einer Möglichkeit, in Comics von Sex und Liebe zu erzählen, und das mit Wärme, Humor, Sensibilität.

Er wollte seine Leser berühren, möglichst mit lustigen Tieren. „Meiner Überzeugung nach wirken Menschen im Comic oft nicht überzeugend, sind ganz offensichtlich ‚unecht‘.

Tiere dagegen passen immer“, schreibt Waller im Vorwort zu „Omaha the cat dancer“, in dem Omahas Abenteuer zum ersten Mal in deutscher Sprache in einem Buch von Schreiber & Leser zusammengefasst worden sind.

Im Original erschienen sie zunächst unter anderem in der Zeitschrift Vootie, ein Underground-Magazin für unter anderem erotische Stories. Die Omaha-Texte lieferte bis zu ihrem Tode 2004 Kate Worley. Das Buch ist ein Klassiker. Unbedingt empfehlenswert. Nicht nur Katzenfreunde. Miau!

Sönke C. Weiss

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24.04.2020 die Kunst der flotten Schreibe

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Zwei neue und darüber hinaus charmante Bücher aus dem Hause Diederichs (www.diederichs-verlag.de) möchte ich heute vorstellen. Da ist zum einen der Roman „Am Ende bin ich“ von Alexander Wächter.

Weil Aurora seine Liebe nicht erwidert, sucht sich Luca Trost bei anderen Frauen wie Männern, bis ihm bewußt wird, dass Flucht in Oberflächlichkeit gepaart mit körperlicher Befriedigung ins seelische Nichts führt und wahre Liebe bei einem selbst beginnt.

Was sicher keine neue Erkenntnis ist, auf 224 Seiten dagegen einnehmend erzählt wird. Man spürt beim Lesen, dass der Autor ein wirklich netter Mensch sein muß.

Ähnlich sympathisch ist auch „Die letzte Flaschenpost“ von Annika Kemmeter. Janis, Student der Kunstgeschichte, muss sich entscheiden.

Entweder Karriere an der Universität, oder rein ins pralle Leben voller Abenteuer und Geheimnisse, wohin ihn seine Freundin Angelina, Enkelin des von ihm verehrten und toten Dichters Otto Maaßen, locken will.

Der Köder sind mehrere Flaschenposten, in die der Literat seine letzten Gedichte gestopft und in den Rhein geworfen hat. Diese Flaschen zu suchen, dauert fast 251 Seiten. Langeweile kommt dabei nicht auf.

Annika Kemmeter beherrscht die Kunst der flotten Schreibe. Es geht um Anerkennung und Vertrauen, um Nachsicht und Güte und um Geheimnis, das die Familie Maaßen schon eine Ewigkeit mit sich trägt.

Beide Bücher lesen sich wohl und in einem Rutsch. Es muß ja nicht immer Weltliteratur sein. „Am Ende bin ich“ und „Die letzte Flaschenpost“ kosten je 18 Euro.

Sönke C. Weiss

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