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Reden ist silber...Schreiben ist gold

01.12.2020 Carla Berling - "Die Rattenfänger"

GFDK - Reden ist Silber - Heinrich Schmitz

Kurz nach unserer Hochzeit in den 80er Jahren erschienen nach telefonischer Anmeldung bei uns zu Hause zwei Herren in schicken Anzügen, angeblich auf Empfehlung eines Kommilitonen, unterhielten sich freundlich mit meiner Frau und mir - und zogen nach zweieinhalb Stunden mit einem Antrag für eine Kapitallebensversicherung von dannen.

Da war ich noch Student. Unser Familieneinkommen reichte so gerade.

Hätte ich damals bereits Carla Berlings "Die Rattenfänger" gelesen, wäre mir das garantiert nicht passiert. Gab's aber leider noch nicht. In der ein oder anderen Form hat vermutlich nahezu jeder von uns einmal Kontakt mit einem oder mehreren Strukturvertrieben gehabt, mit mehr oder weniger großem finanziellen oder persönlichem Schaden, oft ohne es tatsächlich zu bemerken.

Wer meint, ein Roman über den Aufbau und die Methoden eines Strukturvertriebes, der zudem auch noch in den 80ern spielt, sei kalter Kaffee, überholt, überflüssig und langweilig, der irrt gewaltig.

Carla Berlings Roman ist auch heute brandaktuell, notwendig, lebensnah, informativ. Trotz aller Not, die die beiden Protagonisten, Kellnerin Rena und DJ Mike, vor den Augen des Lesers erleiden, äußerst vergnüglich. Filmreif.

Noble Hotels, Seminare, Alkohol, Sex und Eitelkeiten

Rena und Mike, gerade frisch verheiratet, chronisch klamm und voller Träume, geraten an die JUNO, einen Strukturvertrieb des Pegasus-Konzerns.

Sie erliegen schnell dem Sog der wunderbaren Versprechungen von Reichtum, Reisen und Luxus und geraten innerhalb kurzer Zeit in ein Netzwerk, dass fortan ihr Leben bestimmt und beinahe auffrisst. Noble Hotels, Seminare, Alkohol, Sex und Eitelkeiten.

Dieser Roman enthält zweifellos Insiderkenntnisse über Methoden, Argumentationsstrategien, Orgien, Provisionen und kleine und große Betrügereien. Informationen ,die mehr leisten als jede Verbraucherberatung. Informationen, die einen den großen Beschiss durchschauen lassen. Hier schreibt eine Autorin, die drin war, die weiß wie es läuft und das auch verrät.

Kein Satz Langeweile

Wie persönliche Beziehungen zwischen Menschen eiskalt dem Profit eines Strukturvertriebes geopfert werden, wie die nächste Stufe innerhalb der Struktur zum wichtigsten Lebensziel wird, wichtiger als ein Baby, wie arglose Mitarbeiter zu gewissenlosen Arschlöchern werden, die auch Freunden und Familienmitgliedern ohne mit der Wimper zu zucken unsinnige Finanzprodukte verkaufen, das erzählt Carla Berling unterhaltsam und trotz der ja eigentlich drögen Thematik spannend und folgerichtig. Kein Satz Langeweile.

Neben der verständlichen Darstellung der Geschäftspraktiken ist der Roman auch eine flotte Zeitreise in die 80er mit ihrer aus heutiger Sicht merkwürdigen Mode, ihrer Musik und ihrer Discoszene. Bei der Lektüre bekam ich "Money for nothing and chicks for free" nicht aus dem Kopf.

Für diejenigen, die diese Zeit bewusst miterlebt haben, eine bildhafte Erinnerung, für die jüngeren ein kleiner Ausflug in die skurrile Vergangenheit ihrer Eltern.

Nach der Lektüre dieses Romans werden sie sich so schnell nichts mehr von freundlichen "Anlageberatern" aufschwatzen lassen.

Sie werden bei entsprechenden Versuchen mit Freude feststellen, dass die im Buch beschriebenen rhetorischen Tricks immer noch angewendet werden und vielleicht werden sie manche davon selbst mit Vergnügen anwenden. Vielleicht legen Sie auch ab und zu einfach mal den Telefonhörer auf oder gar nicht erst ab.

Die Kommerzialisierung persönlicher Beziehungen

Heute nennt man Strukturvertriebe vielleicht nicht mehr Strukturvertriebe ,sondern MLM (Multi-Level-Marketing ), Netzwerk-Marketing oder auch weniger stylisch Mundpropaganda - am zynischen Vertriebssystem hat sich aber nicht viel geändert. Der pyramidenartige Hierarchieaufbau hat genauso überlebt wie die Kommerzialisierung persönlicher Beziehungen.

Die Feststellung, dass Carla Berling (http://www.carla-berling.de/) selbst das Prinzip des beschriebenen Mundpropaganda-Marketings äußerst geschickt für die Vermarktung ihrer Bücher z.B. bei facebook eingesetzt hat, sei gestattet. Aber, damit hat sie niemandem, der sich wegen der persönlichen Empfehlung von Freuden zum Kauf und zur Lektüre der "Rattenfänger" entschieden hat, geschadet. Das Gegenteil ist der Fall.

Ergo, die Anlage von 19,90 € für dieses Buch ist eine sehr gute Anlage, die Sie vor größerem Schaden bewahren wird und die Ihnen erheblichen Profit bringt.

Ich beglückwünsche Sie zu dieser Entscheidung, die ihr Leben verändern wird. Die beiden letzten Sätze werden sie nach der Lektüre der "Rattenfänger" vielleicht nochmal lesen und kritisch überdenken. Ganz falsch sind sie jedenfalls nicht.

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25.11.2020 Das also ist Dar-es-Salaam

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Das also ist Dar-es-Salaam! Tansanias Hauptstadt. Hochhäuser so weit das Auge reicht. Die Innenstadt bunt und vibrierend. International. Alle möglichen Religionen leben hier friedlich miteinander. Meist.

Ein beeindruckender Hafen. Grundlage für das Wachstum der sechs Millionen Menschen hier, geht man von inoffiziellen Schätzungen aus.

Von 1891 bis 1918 unter deutscher Kolonialherrschaft, vorher hatten die Araber das Sagen, die Briten blieben bis 1961, seitdem ist das ostafrikanische Land unabhängig.

Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Metropolen wie Kampala, Nairobi oder Johannesburg hat Dar-es-Salaam eines: wunderschöne Strände, die zu den schönsten des ganzen Landes gehören, obwohl auch hier die Umweltverschmutzung nicht Halt macht.

Mit traumhaften Villen und Urlaubsressorts. Wer’s sich leisten kann. Nur dass seit März eben die ausbleiben, die sonst für über 50 Prozent des Bruttosozialproduktes sorgen, wenn sie von hier aus mit der Fähre nach Sansibar strömen, in die Serengeti weiterreisen oder den Kilimanjaro erklimmen.

Die Touristen. Schuld daran ist das Corona-Virus, das es offiziell in Tansania nicht mehr gibt; nach Aussage des wiedergewählten Präsidenten John Magufuli wurde es durch Gebete besiegt.

Etwas mehr als 500 Infizierte soll es gegeben haben, keine Toten. „Take off the mask. No Covid-19 in Tanzania,“ werde ich immer wieder angesprochen. Nimm die Maske ab. Kein Covid-19 in Tansania. Soll ich den Menschen glauben?

Es wäre ja schon fast ein Wunder. Dass das Virus dieses Land verschont, während der Alptraum andernorts, auch und gerade im benachbarten Kenia, weiter anhält. Am 2. November komme ich an. Ein heißer Morgen. Die Hitze steigt aus der Erde, sickert von den Mauern, fällt vom Himmel herunter. Ich fühle mich benommen.

Schon, weil ich im Flugzeug über zwölf Stunden lang, über drei Kontinente hinweg, eine Maske und ein Corona-Schutzschild tragen mußte. Eine niederdrückende Traurigkeit lastet auf der sonst so lebhaften Stadt.

Dar-es-Salaam, das Tor zu einer wunderbaren Welt voller mondäner Ruhe und Unberührtheit. Egal was die Menschen auch sagen oder glauben, die internationalen Hotels halten sich strikt an Vorsichtsmaßnahmen. (In den öffentlichen Gebäuden ist es nicht anders.)

Es gibt unaufgefordert Desinfektionsmittel, Abstandsregeln werden eingehalten, man ist guten Muts, den einzigen Gast zu beherbergen, zeitgemäß zu wirken und ihn in Sicherheit zu wiegen. Und ja, ich fühle mich wohl aufgehoben; jedes Mal, wenn ich das Hotel betrete, mißt jemand meine Temperatur.

Die Angestellten tragen diszipliniert ihre Masken, der Fahrstuhl darf nur einzeln betreten werden, etc. Überhaupt und grundsätzlich komme ich mir nicht wie in einem Riesenkäfig vor, so wie Deutschland momentan auf mich wirkt; die Restaurants verschwunden, das Leben irgendwie auch, der psychische Stress, überall unsichtbare Mauern und überforderte Krisenmanager.

Vor meinen Augen spiegelt sich ein kulinarisches Kaleidoskop; neue, fremde Düfte, die meine Geister erwachen lassen.

Ich schlendere durch typisch asiatische, arabische und afrikanische Viertel - als einzig Weißer wohlgemerkt - und bewundere die Großprojekte, die das Leben in einer Millionenstadt bequemer für die Menschen soll, wie ein Schnellbus-System (ökofreundlich) oder eine Brücke nach Kigamboni, wohin täglich Tausende von Pendlern reisen.

Hier tut sich etwas Gewaltiges; und dem soll sich auch kein Virus in den Weg stellen. Politik eben. Schon am kommenden Tag beginne ich mein Fotoprojekt und suche nach Menschen, die willens sind, mit mir zu sprechen und sich porträtieren lassen. Es fällt mir nicht schwer, sie zu finden...

Aus dem Projekt „Nah und fern - Tansania 2020“ von Sönke C. Weiss, das der Autor und Afrika-Experte mit freundlicher Unterstützung eines Künstlerstipendiums des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen verwirklicht hat (www.soenkecweiss.com).

Weitere Reiseinformationen finden Sie auf 448 Seiten im ausführlichen und wohl recherchierten Dumont Reise-Handbuch „Kenia Tansania“ (www.dumontreise.de) für 24,99 Euro. 

Sönke C. Weiss ist ein deutscher Journalist, Filmemacher und Fotograf. Der Journalist sammelte zwanzig Jahre lang Berufserfahrung als Korrespondent und Reporter für deutsche Zeitungen in Frankreich, im Balkan, Afrika und Asien.

Weiss arbeitete als Korrespondent für den Evangelischen Rundfunkdienst Baden und von 2002 bis 2008 bei World Vision Deutschland. Er reiste als Communications Manager von 2002 bis 2008[2] durch den Süden Afrikas.

Er berichtete über die Ursachen der dortigen Hungerkrise und Landminen sowie HIV. Er bereiste fast alle afrikanischen Länder. Seit 2008 arbeitet er als Foto- und Filmkünstler. 2007 folgte das Theaterstück Butterflies of Uganda, für das er für den Pulitzer-Preis nominiert wurde.

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20.11.2020 Das Buch ist der Hammer

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Aufregend. Imposant. Herausragend. So läßt sich die neue Biografie über den wohl bekanntesten Künstler der Pop-Art zusammenfassen. Doch selbst das ist untertrieben.

Das Buch ist der Hammer! „Warhol - Ein Leben als Kunst“ entstand auf Basis langjähriger Recherchen, bisher unbekannten Dokumenten und Hunderter exklusiver Interviews mit Warhols Freunden, Feinden und Liebhabern, die der Autor und Kunstkritiker Blake Gopnik hat führen dürfen.

Auf 1.232 nie langweiligen Seiten, ganz im Gegenteil, verfolgt er den Lebensweg des Künstlers von seinen Anfängen als verarmter Sohn osteuropäischer Einwanderer im Pittsburgh, USA, der Dreißigerjahre über seine ersten Erfolge als Werbezeichner bis hin zu seinen bahnbrechenden Werken der Pop-Art in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Warhols Mantra:

Alles ist Kunst. Ob Suppendosen, Hollywood-Stars, Dragqueens oder Intellektuelle. In seiner New Yorker „Factory“ gaben sie sich die Klinke in die Hand, umschwärmten die radikale wie rätselhafte Kunstfigur Warhol wie Motten das Licht.

Nur wer bei ihm ein- und ausging war von Bedeutung. Daran konnte selbst Valerie Solanas nichts ändern, die am 3. Juni 1968 ein Attentat auf Warhol verübte und ihn um Haaresbreite tötete.

„Warhol - Ein Leben als Kunst“ ist mehr als nur eine umfassende Biografie, sondern spiegelt eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die ohne Weiteres einem Picasso, Rembrandt oder jedem anderen Genie das Wasser hat reichen können.

Erschienen ist dieses wunderbare Buch bei C. Bertelsmann (www.cbertelsmann.de) und kostet 48 Euro. Absolut unvergessbarer Lesestoff.

Sönke C. Weiss

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19.11.2020 Also doch eine Ermächtigung?

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Sorgen die Truppen des Kultur- und Medienestablishments für ausgewogene Berichterstattung? 92 Prozent der ARD-Volontäre wählen Grün-Rot-Rot. Und diese Tendenz wird noch zunehmen wie eine Umfrage der Verbandszeitschrift „Der Journalist“ zur politischen Einstellung des ARD-Nachwuchses zeigt.

„Wenn am Sonntag nur die Volontär*innen der ARD wählen würden“, schreibt das Blatt, „dann sähe das so aus“: 57,1 Prozent für die Grünen, 23,4 für Die Linke, 11,7 für die SPD. Dann folgen die Sonstigen mit 3,9 Prozent und – kaum noch messbar – die Union mit 3 Prozent und die FDP mit 1,3 Prozent (beim ZDF sieht es nicht besser aus).

Deutschland ohne Bürgertum in den Medien

92 Prozent für Grün-Rot-Rot - Wenn die ARD so weitermacht, herrscht in deren Redaktionen bald eine Vielfalt wie beim chinesischen Volkskongress, schreibt Rainer Haubrich Stv. Ressortleiter Meinung von "Welt-Online".

Diese links grünen ARD-Volontäre bekommen später alle einen schönen gut bezahlten Vertrag bei der ARD und können dann als Moderatoren, Reporter, Büroleiter usw. ihre Meinungsbild täglich über die deutschen Bürger ausschütten und denen klar machen, wen sie zu wählen oder was sie zu denken haben.

Dass die Klimakatastrophe vor der Tür steht, und dass alle Autofahrer so oder so Schweine sind, und dass alle nur noch Radfahren sollen. Und Fliegen nur noch für Reiche? Ach nee, die sollen ja am besten enteignet werden.

Beim WDR wird ihnen ihr Gehirn ausgefegt

Das sind nur einige Beispiele was auf uns zukommt, und beim ZDF sieht es nicht viel besser aus. Die Bürgerliche Mitte wird aus den Medien verschwinden. Heute schon sind ja nur noch Zeitgeist-Surfer und Opportunisten unterwegs.

Der absolute Gehirnwäsche-Sender ist der WDR, hier wird ihnen das Gehirn nicht nur gewaschen, es wird ausgefegt. Sie müssen nur 15 Tage die Aktuelle Stunde schauen, danach sind sie garantiert gehirnfrei. Ich mach das jeden Tag, aber ich ziehe mir dazu einen Aluhut auf. Das Schlimmste ist, dass sich im Bürgertum niemand daran zu stören scheint. Oder doch?

Corona und die Folgen bekommen wir jetzt schon zu spüren

„Das Jahr 2020 wird als »Epochenjahr« in die Geschichtsbücher eingehen. Weltweit trug eine Mehrheit der Bevölkerung teils drastische Einschränkungen ihrer Grundrechte bereitwillig mit, in der irrigen Annahme, es handle sich um zeitlich befristete Reaktionen auf die "Corona-Pandemie".

Die gnadenlose Hetzjagd der Mainstream-Medien auf diese Menschen, das Sperrfeuer aus Diskreditierung, Verunglimpfung und Diffamierung haben jedoch jedes normale Gespräch in ein hochexplosives Minenfeld verwandelt, schreibt mir Klaus Mehling, der aus dem Artikel von Matthias Müller "Auf hauchdünnem Eis" im rubikon zitierte. Aus Angst beim ersten Anzeichen von Kritik sofort als Corona-Leugner, Covidiot oder rechter Verschwörungstheoretiker zu gelten, schweigt man lieber.

Also doch eine Ermächtigung

Um die schwierige Corona-Lage zur erklären, spricht Angela Merkel im Bundestag wie zu Kleinkindern, kritisiert Alexander Kissler in einem Beitrag für "Welt-Online" und warnt vor der Infantilisierung der Gesellschaft: Wenn wir uns das gefallen lassen, enden wir im geistigen Laufstall. Man achte auf folgende Aussage von
Merkel: "Es wird am 1. Dezember nicht die Normalität einkehren, wie wir sie vor Corona kannten".

Abstandsgebote, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum, das Beschränken oder Untersagen von Übernachtungsangeboten, Reisen, Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen, das Schließen von Geschäften oder das Anordnen einer Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

"Schwerwiegende Schutzmaßnahmen kommen insbesondere bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Betracht". Ab einem Wert von 35 seien auch "stark einschränkende Schutzmaßnahmen" erlaubt.

Berliner Gesinnung und Faschisten

Was für eine Gesinnung die Damen und Herren in Berlin haben, konnte man an dieser Aussage ersehen: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wollte Treffen in privaten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, kontrollieren lassen. "Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, das sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Dazu sage ich, wer sowas auch nur denkt, ist ein Faschist.

Die Regierung will - das ist der tiefere Sinn der gesetzgeberischen Aktivität,  nicht länger Gerichtsurteile kassieren, die ihre Autorität infrage stellen.

Gabor Steingart schreibt dazu: " Die Mechanismen des liberalen Rechtsstaats, mit der Gewaltenteilung im Zentrum, werden von Spahn und Merkel strapaziert und womöglich auch verformt, aber eben nicht beseitigt.

Die Debatte muss geführt werden, aber nicht mit feuchter Aussprache. Die Regierung hat das erste Wort, aber nicht das letzte. Auf die Einlassung des Bundesverfassungsgerichts darf man gespannt sein.Doch auch ein höchstrichterlicher Spruch kann zwar beruhigend, aber niemals heilend wirken. Diese Pandemie verletzt Interessen, berührt Biografien, gefährdet Existenzen. Es gibt in diesen Tagen keine unschuldigen Beschlüsse".

Der zahnlose Tiger, Christian Lindner, kritisierte die geplante Reform des Infektionsschutzgesetzes zwar als „Blankoscheck“, das war es aber auch schon. Immerhin hat er von einem Freifahrtschein für die Bundesregierung gesprochen. Also doch von einer Ermächtigung.

Corona-Demos verbieten

In Berlin gingen zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Darunter das übliche Gemisch der selbst ernannten "Querdenker": eine recht große Gruppe von schwer verwirrten Verschwörungstheoretikern, einigen Protestler mit berechtigten Sorgen, die sich offenbar wenig Gedanken darüber machen, mit wem sie da marschieren – und dazu nicht wenige Rechtsextremisten, die sich dem Corona-Leugner-Milieu anbiedern, schreibt Timo Lehmann, Redakteur im SPIEGEL-Hauptstadtbüro, und fordert deshalb solche Großveranstaltungen vorübergehend einzuschränken, oder zu verbieten.

Nun warum soll man sich darüber noch wundern, wenn der "Spiegel" von Corona-Leugner-Demos in Berlin schreibt. Das ist genau die linke Presse, die bei vielen so verhasst ist, mittlerweile auch in einigen Teilen des Bürgertums.

Die WELT fragte heute den Mediziner und Gesundheitsökonom Matthias Schrappe, er war von 2007 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit.

Was halten Sie vom neuen Infektionsschutzgesetz?

Schrappe: Damit wächst die Kontrollmacht des Staates, die ärztliche Schweigepflicht ist in Gefahr. Wir gefährden einen wichtigen, historisch bewährten Grundwert unserer Gesellschaft.

Donald Trump hat die Wahl nicht verloren, er hat die Medienschlacht verloren

Der bekannte US-Journalist Glenn Greenwald ist im Streit über einen Artikel über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden aus dem von ihm mitbegründeten investigativen Journalismusprojekt "The Intercept" ausgestiegen.

Die Redaktionsspitze der Investigativ-Website habe sich geweigert, den Artikel zu veröffentlichen, falls er nicht "alle kritischen Abschnitte" über Biden entferne, erklärte Greenwald am Donnerstag

Greenwald wollte nach eigenen Angaben auf "The Intercept" einen Artikel veröffentlichen, in dem er Nachrichtenredaktionen eine positive Voreingenommenheit gegenüber Biden vorwirft. Einen Entwurf des Artikels veröffentlichte Greenwald inzwischen selbst

Greenwald erklärte, "The Intercept" sei von den "gleichen Tendenzen von Repression, Zensur und ideologischer Homogenität" wie die nationale Presse geprägt. Na, was gibt es dazu noch zu sagen? Kennen wir doch zu genüge von unseren Medien.

Gottfried Böhmer

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17.11.2020 Terror - das Recht braucht eine Bühne

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Das Drama „Terror“ von Ferdinand von Schirach behandelt einen Stoff von brisanter Aktualität: Wollen wir, dass die Würde des Menschen trotz Terrorgefahr noch gilt? Worum es geht: Ein Terrorist kapert eine Passagiermaschine und zwingt die Piloten, Kurs auf ein voll besetztes Fußballstadion zu nehmen.

Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug in letzter Minute ab, alle Passagiere sterben, der Pilot muss sich vor Gericht für sein Handeln verantworten.

Seine Richter sind die Theaterbesucher, sie müssen über Schuld und Unschuld urteilen. (In der ARD, dem ORF und dem SRF lief das Stück 2016 zum ersten Mal als Fernsehfilm unter dem Titel „Terror - Ihr Urteil.) „Terror - das Recht braucht eine Bühne“ ist eine Sammlung von Essays, Hintergründen und Analysen zu einem der erfolgreichsten Theaterstücke unserer Zeit.

Namhafte Expertinnen und Experten widmen sich den politischen, juristischen, ethischen und künstlerischen Fragestellungen des Stücks.

Wie zum Beispiel Dr. Mathias Döpfner (Chef des Springer-Verlags), Dr. Robert Habeck (Grünen-Chef), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (ehemalige Justizministerin, FDP) und der Autor selbst.

Sie beleuchten Hintergründe, schildern persönliche Erfahrungen, geben Denkanstöße. Denn „Terror“ fordert das Publikum auf, über einen Gewissenskonflikt zu entscheiden.

Dieser Konflikt reflektiert weitere wesentliche Themen, wie den Unterschied zwischen liberaler und konservativer Gesinnung, zwischen defensivem und offensivem Denken.

Die 15 in der Tat unterschiedlichen Beiträge, wohl ausgewählt vom Herausgeber und Verleger Bernd Schmidt, bringen einen Diskurs über das Wesen der Demokratie in Gang, ohne Antagonismen zu erzeugen.

Erschienen ist „Terror - das Recht braucht eine Bühne“ frisch im btb Verlag (www.btb-verlag.de) für 12 Euro. Heftiger Lesestoff, aber in Zeiten von Charlie Hebdo und andere Anschläge auf unsere Werte wichtig.

Sönke C. Weiss

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15.11.2020 Ausgrenzung Andersdenkender

GFDK - Reden ist Silber

„Steinmeier: ‚Rücksichtslosigkeit ist kein Freiheitsrecht‘. Außer für Merkel und Linksradikale!“ - Rufen Sie einmal diese Umfrage auf: „Haben Sie Verständnis für die aktuellen Demonstrationen in Leipzig, die sich gegen die Corona-Politik der Bundesregierung richten?

Derzeit ist da zu lesen, dass 67,9 % „auf keinen Fall“ Verständnis haben. Und nun klicken Sie rechts unter der Ergebnisanzeige auf das Feld „Repräsentativ“ und wechseln Sie zu „Rohdaten“. Sie werden eine große Überraschung erleben.

Von über 100.000 Antworten wurden demnach nur rund 5.000 berücksichtigt, und das Ergebnis hat sich ins Gegenteil verkehrt! Mir ist schon klar, dass eine Umfrage im Netz zunächst einmal nicht repräsentativ ist und einen Korrekturfaktor braucht. Aber dass nicht einmal ein Zwanzigstel der abgegebenen Stimmen berücksichtigt wird, ist mehr als fragwürdig.

Auch bei drei anderen Umfragen im Laufe der Woche zeigten die Rohdaten eine politisch unerwünschtere Tendenz als die ausgesuchten repräsentativen. Welch ein Zufall.

Ein Gastbeitrag von Klaus Miehling

Am Mittwoch (18. 11.) wird im Bundestag über die Änderung des „Infektionsschutzgesetzes“ abgestimmt. Hier können Sie den Entwurf ansehen:

Hinter den juristisch verquasten Formulierungen steckt nichts anderes als die Grundlage einer künftigen Diktatur. Zu Recht ist das Gesetz mit dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933, dem „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ verglichen worden.

Da man heute weder „Volk“ noch „Reich“ sagen darf, heißt es jetzt „Gesetz zum Schutz der Bevölkerung“. Überwachung wird mit dem französischen „Surveillance“ bezeichnet, damit nicht gleich jeder merkt, was gemeint ist. Die nichtnamentliche Meldepflicht soll durch eine namentliche ersetzt werden.

Für die Kosten gibt es keine Obergrenze: Es „könnten für Bürgerinnen und Bürger Kosten entstehen, die lagespezifisch und daher nicht allgemein bezifferbar sind. […]

Soweit Rechtsverordnungen durch das BMG erlassen werden, könnten für die Wirtschaft Kosten entstehen, die lagespezifisch und daher nicht allgemein bezifferbar sind.“

„Durch Artikel 1 Nummer 16 und 17 werden die Grundrechte der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 Absatz 1 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 des Grundgesetzes) eingeschränkt.“

Das Wort „Pflicht“ bzw. Ableitungen davon kommt in dem Entwurf 116mal vor. Das Wort „Zwang“ wird vermieden, aber es läuft auf dasselbe hinaus: „Personen, die kein aufgrund der Rechtsverordnung nach Satz 1 Nummer 1 erforderliches ärztliches Zeugnis oder erforderliches Testergebnis vorlegen, sind verpflichtet, eine ärztliche Untersuchung auf Ausschluss der in Absatz 8 Satz 1 genannten Krankheit zu dulden.“

„Im Umgang mit den Demonstrationen von Leipzig zeigt sich einmal mehr das fortgesetzte Bestreben zur Ausgrenzung Andersdenkender.“

Und wie schon bei der letzten Änderung ist zu lesen: „Alternativen: keine“.

Sämtliche Corona-Maßnahmen sind „womöglich nichtig“.

Dazu das Protokoll: „Wir stehen, das ist mehrfach schon angeklungen, vor einer Situation die sich in der Rechtsprechung jetzt abzeichnet, dass möglicherweise sämtliche Maßnahmen der Corona-Pandemiebekämpfung, die in der Vergangenheit ausschließlich auf der Grundlage § 32 IfSG in der Verbindung mit § 28 ergriffen wurden, womöglich komplett nichtig sind.“ (S. 34)

Petition: „Solange also das erweiterte Infektionsschutzgesetz zum Tragen kommt, ist mit diesem Gesetzesentwurf unsere Demokratie ausgehebelt. Da dieses auf unbestimmte Zeit geschieht, bedeutet es, dass wir ab Ende November 2020 keine Grundrechte mehr haben, nur die, die uns ein Gesundheitsminister zugesteht.“

Die sogenannte Cancel Culture ist in Diskussionen über den Umgang mit der Pandemie derzeit wieder stark ausgeprägt. Einmal „Schweden“, „Schutz für Risikogruppen“ oder „Herdenimmunität“ sagen, schon war es das mit der offenen Debatte.

Es wird wieder fröhlich niedergemacht, ausgeschlossen, verbal hingerichtet. Mit oft hoher moralischer Selbstgewissheit derer, die so agieren, schließlich geht es um Menschenleben schreibt Kristina Schröder, die  ehemalige Bundesministerin, für "Welt-Online".

Milosz Matuschek hat für "Welt-Online" den Artikel "Demokratiedämmerung" zum Bevölkerungsschutzgesetz geschrieben. Es ist geradezu Pflicht ihn zu lesen. Auch die Kommentare unter dem Artikel haben es in sich: Hier zwei Beispiele.

Thomas B.

Es ist eine Ironie, dass wir gerade Druck auf Polen und Ungarn ausüben, weil deren Regierungen gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstoßen ...
Und unsere Vorsitzende des Staatsrates hat nichts besseres zu tun, als die massivste Verletzung der Grundrechte in Deutschland seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland zu organisieren. Aber was will man von Frau Merkel schon erwarten. Nach 15 Jahren "üben" als Kanzlerdarsteller immer noch nichts gelernt.

Gerhard H.

Der Bundeskanzlerin aus der ehemaligen DDR wird mit dem neuen "Bevölkerungsschutzgesetz" doch glatt der Putsch gegen die Demokratie in der Bundesrepublik gelingen.

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14.11.2020 Nackt in Berlin, Hamburg und New York

GFDK - Reden ist Silber

Alle 5 Sekunden erhält ein Mensch in Deutschland die schreckliche Diagnose Blutkrebs. Um dieses Thema – gerade in Corona-Zeiten – in den Fokus zu rücken, engagiert sich der Fotokünstler Kristian Liebrand und seine Models seit 3 Jahren mit außergewöhnlichen Akt-Fotoshootings.

Genauso unvermittelt wie eine Blutkrebserkrankung auftaucht, haben sich die Models in den Hotspots von Berlin, Hamburg und New York für ein Aktfoto ausgezogen.  Innerhalb von Sekunden und vor hunderten Passanten.

Entstanden sind Fotos, die zwischenzeitlich mehrfach ausgezeichnet wurden. Jetzt wurden die Lichtbilder der Shootings von 2018 bis 2020 in einem großformatigen Bildband „Mutspenden – Berlin – Hamburg – New York“ veröffentlicht.

Jeder, der direkt an die Spendenorganisation „DKMS – wir besiegen Blutkrebs“ eine Spende leistet, bekommt den Bildband kostenlos zugeschickt. Aktfotograf Kristian Liebrand:

„Über die heimtückische Krankheit Blutkrebs denkt man meist erst nach, wenn sie im eigenen Umfeld auftritt. Und das soll sich mit dieser Mutspenden-Aktion ändern.

Ich möchte möglichst viele Menschen ermutigen, zu spenden oder sich für eine Stammzellenspende registrieren zu lassen. Für jeden einzelnen ist es ein Beitrag, der nicht ärmer macht, sondern spürbar bereichern wird.“

E-Mail: info@aktfotostudio-nrw.de
Telefon: (0234) 915 391 45

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11.11.2020 zu Lebzeiten eine Legende

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Oliver Stone ist bereits zu Lebzeiten zu einer Legende geworden. Regisseur. Drehbuchautor. Produzent. Mit seinen Filmen wie „Platoon“, „Wall Street“, „JFK - Tatort Dallas“ oder „Geboren am 4. Juli“ wurde der Sohn einer Französin und einem US-amerikanischen GI zum Weltstar, der durch seine eine Arbeiten immer wieder polarisiert.

Aber kalt lassen sie niemanden. Nun hat der dreifache Oscargewinner seine Autobiografie unter dem Titel „Chasing the Light“ veröffentlicht, die in Deutschland im FinanzBuch Verlag (www.m-vg.de) erschienen ist, 416 Seiten umfasst, 24,99 Euro kostet und ganz famos von Thomas Gilbert übersetzt wurde.

Das Buch gewährt intime wie schonungslose Einblicke in die Karriere eines der wichtigsten Cineasten der Gegenwart.

In seinem Buch erzählt Stone eine Geschichte darüber, wie er um jeden Preis seinen Traum verwirklichen will, auch ohne Geld; sie reicht von einer magischen Kindheit in New York bis zum Vietnamkrieg, an dem Stone als Soldat freiwillig teilgenommen hat, und seinen privaten Kämpfen, anschließend wieder ins Leben zurückzufinden, und sie endet, als er im Alter von 40 Jahren sein Magnum opus „Platoon“ filmt.

Stones Geschichte handelt vom Scheitern wie von Triumphen, seinen persönlichen Dämonen, seinen Hang zu Drogen und der notwendigen Disziplin, sich immer wieder bewähren zu müssen, da das Leben aus einer Kette von Schlachten besteht.

Tief im Herzen scheint Herr Stone immer noch der Soldat zu sein, der tagtäglich den vietnamesischen Dschungel überleben will.

„Chasing the Light“ ist nicht nur für Leser geeignet, die wissen möchten, wie Filme entstehen, die Einsichten in die Funktionsweise der Filmindustrie wünschen, auch sie werden belohnt, sondern zeigt vor allem eine Lebensgeschichte auf, die sich wie ein griechisches Drama liest:

Es erinnert an Passagen in Homers Epen über Götter und Göttinnen, die vom Olymp auf die blutigen Schlachtfelder bei Troja hinabstiegen, um ihren Lieblingen zu helfen, indem sie einen Nebel oder Mantel um sie hüllten und sie auf Flügeln in Sicherheit brachten.

Sönke C. Weiss

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28.10.2020 Die Aussage ist diffamierend

GFDK - Reden ist Silber - Jazztage Dresden

Klarstellung der Jazztage Dresden zum Artikel auf BILD.de  - Die Jazztage Dresden werden, von einem Artikel auf BILD.de am späten Nachmittag des gestrigen Montags ausgehend, mit heftiger Kritik konfrontiert.

Herr Lauterbach wird dabei mit den Worten zitiert, bei den Veranstaltungen der Jazztage handele sich um einen „völlig unethischen Menschenversuch“ und fordert das Ende des Festivals.

Diese Aussage ist diffamierend, entbehrt jeglicher Grundlage und wertet Menschen, die eine Veranstaltung besuchen ebenso wie die Organisatoren und Mitarbeiter derselben auf eine Weise ab, die finsterste Zusammenhänge suggeriert.

„Wir verbitten uns derartige Anschuldigungen und Äußerungen gegenüber dem Festival, unseren Gästen und der Landeshauptstadt Dresden aufs Schärfste!“, so Jazztage-Dresden-Intendant Kilian Forster.

Alle Veranstaltungen der Jazztage Dresden werden selbstverständlich unter Einhaltung des genehmigten Hygienekonzeptes durchgeführt.

Mit verleumderischen Aussagen und Berichten wird eine ganze Branche diffamiert und im schlimmsten Fall sehendes Auges in Mitleidenschaft gezogen, die bereits seit März zu den am schwersten von der aktuellen Krise betroffenen gehört.

Diese Branche versucht mit aller Kraft, unter Einhaltung aller geltenden Regeln und gebotenen Schutzmaßnahmen, Kultur noch zu ermöglichen. Hier ist, insbesondere von im öffentlichen Raum erfahrenen Mandatsträgern, eine mit Bedacht gewählte und ausgewogene Kommunikation zu erwarten und keine, die zu Mutmaßungen, Anfeindungen und Spaltung beiträgt.

„Die Jazztage Dresden veranstalten aktuell im 20. Jahr Konzerte im weiten Feld des Jazz. Kunst und Kultur ist für uns alle wichtige Seelennahrung – deren Ermöglichung ist der Kern unserer Arbeit.

Die Gesundheit in all ihren Aspekten bei Festivalgästen, Künstlern und allen Mitarbeitern war schon immer selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit. Diese hat in diesem Jahr eine neue Dimension erhalten.

Die Jazztage Dresden haben auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen (Sächsische Corona-Schutz-Verordnung und Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt Dresden) ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet und entwickelt, das geprüft und genehmigt wurde.

Die Veranstaltungen des Festivals finden NUR unter Einhaltung der dort festgelegten Bestimmungen statt. Die Platzierung von Gästen in freiwilligen 10-er Infektionsgruppen ist in Hygienekonzepten verschiedener Veranstalter, ebenso wie bei den Jazztagen, genehmigt und entspricht den gesetzlichen Vorgaben.

In allen Innenbereichen besteht Maskenpflicht. Das Abnehmen der Mund-Nasen-Maske nach Erreichen des eigenen Sitzplatzes war in Dresden bis gestern (26. Oktober) gestattet.

Darüber hinaus hatten wir bislang in jedem Konzert einen zusätzlichen, separaten Mund-Nasen-Schutz-Pflichtbereich eingerichtet, in den wir Gäste auf Wunsch umplatziert haben.

Alle Gäste konnten sich in diesen Bereich umbuchen lassen. Nicht nur diejenigen mit Tickets aus der Vor-Corona-Zeit, wie im Artikel fälschlicherweise berichtet“, so Forster weiter.

Die 10-er Infektionsgruppen werden als Freiwillige Infektionsgruppen bezeichnet, da jeder Gast die Möglichkeit hat, sich in diesen Mund-Nasen-Schutz-Pflichtbereich umbuchen zu lassen.

Alle Ticketkäufer wurden an unterschiedlichen Stellen (Ticketkauf, Website, Newsletter, etc.) darüber informiert. Hier ein Auszug auf dem genehmigten Hygienekonzept:

Während des Festivals Jazztage Dresden sind vom 21.10. – 23.11.2020 ca. 50 Veranstaltungen geplant. Diese finden in den Konzertsälen Ostra-Dome und Ostra-Studios (teilweise parallel) statt.
Der Besucherbereich Ostra-Dome und Ostra-Studios umfasst gesamt ca. 2.800 m² zzgl. des 1.200 m² großen Außenbereiches auf der Plaza. Hinzu kommt der Backstage-Bereich für Künstler mit ca. 400 m².
Die Besucherzahl von 1.000 Personen wird, beide Säle zusammengezählt, zu keinem Zeitpunkt überschritten.

Die stark reduzierten Kapazitäten sind folgende:
OSTRA-STUDIOS: 456 Sitzplätze (1.300 Personen wären normal als Stehplatzkonzert möglich)
OSTRA-DOME: 898 Sitzplätze (ca. 3.000 Personen wären normal als Stehplatzkonzert möglich, allerdings aufgrund der Zeltbauweise nur 1.078 feuerpolizeilich zugelassen)
Folgende Maßnahmen zur Abstandswahrung werden ergriffen.
- Alle Konzerte finden als Sitzplatzkonzerte in Reihenbestuhlung mit nummerierten Reihen und Plätzen statt.
- Die Abstände zwischen den Stuhlreihen wird von 84 cm auf 1 m erweitert.
- Nach jeweils einer freiwilligen Infektionsgruppe von max. 10 Personen sind 2 Stühle, bzw. mindestens 100 cm (z.B. Gang) zum nächsten Stuhl frei.
- Die Nachverfolgung der Sitzplätze ist zu 100% garantiert.
- Empfehlung zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske besteht auch während des Konzertes, ist jedoch ab Einnahme des Sitzplatzes nicht mehr zwingend erforderlich.
- In jedem Konzert gibt es einen extra von 4 Seiten per Wand oder Gang abgetrennten Bereich mit Mund-Nasen-Maskenpflicht.
- Dieser ermöglicht es Risikogruppen oder Personen, die nicht freiwillig in einer 10-er Infektionsgruppe sitzen wollen, sich dort noch sicherer mit Mund-Nasen-Maske zu platzieren.
Die Freiwilligkeit der 10-er Infektionsgruppen ist durch folgende Punkte gewährleistet.
- Die Käufer wählen ihren Sitzplatz selbst und von Hand im Ticketsystem aus und entscheiden sich freiwillig, sich neben and
ere Käufer zu setzen.

Im Artikel wird formuliert „Ein Blick in dieses Hygienekonzept...“. Hinter „Hygienekonzept“ liegt ein Link, der scheinbar zum Hygienekonzept führt. Dies ist nicht korrekt.

Dieser Link führt an die Stelle der Jazztage-Website, an der „Das Wichtigste in Kürze“ der im Hygienekonzept festgelegten Vorgaben für das Publikum kommuniziert wird.

Dies ist in dem dort zu findenden Text eindeutig zu erkennen. www.jazztage-dresden.de/de/startseite/ oder www.jazztage-dresden.de/de/programm/veranstaltung/hygienekonzept/

„Die Anfrage von Bild.de wurde an die allgemeine Jazztage-Mailadresse gesandt, an die derzeit täglich hunderte von Ticketmails, Umbuchungsanfragen und andere Nachrichten eingehen.

Diese Mail wurde erst nach erfolgter Veröffentlichung des BILD.de-Artikels von uns gelesen. Für Presseanfragen stehen wir immer zur Verfügung.

Jedoch wurde weder die Presseagentur der Jazztage Dresden, die regelmäßig von Pressevertretern angefragt wird, noch das Festivalbüro selbst oder direkte Kontakte der Festivalleitung angefragt“, sagt Tanja Grandmontagne, Geschäftsführerin der Jazztage Dresden.

Zu fragen bleibt auch, warum der vorgenannte Artikel heute NICHT in der gedruckten Form erschienen ist.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich die obigen Erläuterungen auf den Stand der gesetzlichen Verordnung bezieht, der bis zum 26. Oktober gültig war.

Ab heute, 27. Oktober, 0 Uhr, gilt in der Landeshauptstadt Dresden eine neue Allgemeinverfügung mit erweiterten Vorgaben, die die Jazztage Dresden selbstverständlich vollumfänglich umsetzen.

Anmerkung der Redaktion: Karl Lauterbach will nun auch noch die Polizei in ihre Wohnungen eindrigen lassen. Lauterbach ist wohl vollkommen am durchdrehen. Das schimme daran ist, das ihm niemand widerspricht.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen Treffen in privaten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, kontrollieren lassen. „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

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27.10.2020 Ganz großes Kopfkino

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Einer der bedeutendsten Romane des südlichen Afrika ist jetzt in einer sehr wohl gelungenen Neuübersetzung von Viola Siegemund im Manesse Verlag (www.manesse-verlag.de) erschienen.

„Die Geschichte einer afrikanischen Farm“ wurde zunächst 1883 unter dem männlichen Pseudonym Ralph Iron veröffentlicht, obwohl das Buch von einer Frau geschrieben worden war: Olive Schreiner, Vorbild von Autorinnen wie Tania Blixen oder Doris Lessing.

Worum es auf 608 kurzweiligen Seiten geht: Lyndall wird auf einer Farm in der südafrikanischen Karoo groß, zwischen überwältigender Naturschönheit und Menschen, die entweder völlig hilflos oder nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht sind.

Das eigenwillige Mädchen lernt schnell, dass gegen Bigotterie und Ignoranz nichts mehr hilft als ein scharfer Verstand und ein starker Wille.

„Die Geschichte einer afrikanischen Farm“ ist ein psychologisch feinfühliger und autobiografischer Emanzipationsroman, der bis heute durch seine Zeitlosigkeit glänzt und dessen Druck, Veredlung und Bindung seine 28 Euro Wert ist, was auch für das neueste Werk des schwedischen Autoren Jonas Jonasson gilt, der mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ einen Weltbestseller schuf.

„Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“ verspricht, ein ebenso großer Erfolg zu werden. Zum Inhalt: Victor hat ein seinem Leben nur ein einziges Ziel, möglichst viel Geld und Ruhm zu scheffeln, egal wie.

Doch dann steht plötzlich ein dunkelhäutiger Teenager vor seiner Tür, der sein unehelicher Sohn sein will. Was folgt, ist eine skurrile Tour de Force mit fortlaufenden Kultur-Clashs, die den Leser wegen der erzählerischen Leichtigkeit Jonassons immer wieder verzaubern.

„Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“ ist schlicht und ergreifend ein wunderbares Buch, das vor Seele und Herz nur so strotzt. Ganz großes Kopfkino auf 400 Seiten, erschienen bei C. Bertelsmann (www.randomhouse.de) für 22 Euro.

Sönke C. Weiss

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