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Reden ist silber...Schreiben ist gold

26.08.2019 der Fotograf Helmut Newton

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Eines Tages im Jahr 1997 erhielt der Fotograf Helmut Newton (1920 - 2004), ursprünglich Helmut Neustädter, Sohn einer wohlhabenden jüdischen Knopffabrikantenfamilie, in Los Angeles einen Anruf des Verlegers Benedikt Taschen, der sich in einem Hotel nur ein paar Minuten entfernt aufhielt und Newton gerne etwas zeigen wollte.

Newton ging hin, um es sich anzusehen, und rief seine Frau June wenig später an: Sie solle alles stehen und liegen lassen und sofort herüberkommen.

Das Werk eines Ausnahmeverlegers und eines Weltbürgers

Sie ging die paar Straßen zum Hotel des Verlegers und fuhr mit dem Lift zu seiner Suite, wo dieser und ihr Mann gespannt darauf warteten, was sie zu einem Projekt sagen würde, aus dem schließlich der SUMO entstand, der bei einer Benefizauktion am 6. April 2000 als teuerstes Buch des 20. Jahrhunderts versteigert wurde: für 620.000 DM.

Ein großartiges Werk, die gewagte Idee eines Ausnahmeverlegers, der das Verlagswesen gründlich aufmischen sollte.

Die Newtons waren vom ersten Moment an in das Projekt verliebt, das bislang nur ein leeres Dummy mit wenigen bedruckten Seiten war; auf einer davon sah man einen Schnappschuss, den Newton von seiner Frau in ihrer gemeinsamen Wohnung im Pariser Marais-Viertel gemacht hatte.

June Newton trug ein Ossie-Clark-Negliegé, und ihr Mann, der stets eine Kamera griffbereit hatte, bat sie, ein bisschen offenherziger zu sein. Um nur ein Beispiel aus Helmut Newton’s monumentalen Kunstbuch SUMO zu nennen. 400 ikonische Fotografien auf 464 Seiten:

Newtons Akt- und Modebilder sowie Portraits, meist entstanden im Auftrag der unterschiedlichsten Zeitschriften, eingeleitet von einem autobiografischen Text. Darin nimmt uns der Künstler mit auf eine Zeitreise, zurück in seine Ausbildungszeit bei Yva in Berlin, später nach Singapur, Australien und Paris, wo Anfang der 1960er-Jahre seine unvergleichliche Karriere als Modefotograf begann.

Zum 20. Jahrestag von SUMO zeigt das Museum für Fotografie (www.helmutnewton.com) in Berlin noch bis zum 10. November 2019 die SUMO-Werke. Parallel dazu hat der Taschen-Verlag (www.taschen.com) SUMO neu zu einem erschwinglichen Preis von 100 Euro neu verlegt, und das in der gewohnten Taschen-Qualität, die Newtons Blick auf die Schönheiten des Lebens gerecht wird.

Ausstellung und Buch empfehle ich sehr, besonders auch vor dem Hintergrund, dass es leider so wenige deutsche oder zumindest deutschstämmige Künstler gibt, die zu Weltstars geworden sind, selbst wenn Alice Schwarzer Newtons Fotos als „sexistisch“, „rassistisch“ und sogar „faschistisch“ bezeichnet hat.

Der Weltbürger Helmut Newton wurde übrigens auf eigenen Wunsch am 2. Juni 2004 in Berlin in einer Urne beigesetzt, nachdem er einige Monate zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. 

Sönke C. Weiss

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22.08.2019 "Was habe ich falsch gemacht?"

Rainer Kahni und Gottfried Böhmer

Das war unser Artikel vom 23.04.2016. Und nun eine Frage, hat sich daran etwas geändert?  Das war erbärmlich - Mangels anderer Alternativen war Rainer Kahni gezwungen, am Sonntag abend die allsonntagabendliche Talkshow der Supermoderatorin Anne Will anzusehen. Das Thema war wichtig, die Präsentation war trostlos.

Auf die verzweifelte Frage der Putzfrau "Was habe ich falsch gemacht?" wurde die einfache Frau von elegant gekleideten Politikern, Journalisten, Unternehmern und Wissenschaftlern mit Statistiken zugeschüttet. Sie hat 45 Jahre gearbeitet und erwartet eine Rente an der Armutsgrenze. Die Renten sind eben nicht sicher. 50 % der Rentner erwarten eine Rente unterhalb der Armutsgrenze.

Die Rentner in die Trostlosigkeit entlassen

Die Sozialdemokraten in enger Zusammenarbeit mit den Grünen haben es fertiggebracht, die Rentner in die Trostlosigkeit zu entlassen. Während sie selbst Renten kassieren, für die sie niemals eingezahlt haben und für die ein Arbeiter rund 300 Jahre gearbeitet haben müsste.

Um die gescheiterte Riesterrente wurde herumgeeiert, als ob eine Krankenschwester noch das Einkommen hätte, in die Riesterrente einzubezahlen. Die EZB hat mit ihrer Null-Zinspolitik die Sparer kalt enteignet.

So sieht also die Solidarität bei den Alten, Kranken, Rentnern und sozial Schwachen in der Bundesrepublik Deutschland aus. Auf die nächstliegende Idee, alle Erwerbstätigen, auch Beamte und Selbständige, gesetzlich zu verpflichten, in die Rentenkassen einzubezahlen, kam niemand der Gäste.

Das wäre Solidarität. Das ist in Österreich, in der Schweiz, in Frankreich und in vielen Ländern Europas so. Deutschland schont diese Klientel. Das ist der eigentliche Skandal. Und was ist die Lösung für die Herrschaften? "Anpassung an Lebenserwartung Schäuble fordert höheres Rentenalter"

SPD feiert Mindestlohn

Einer der Wissenschaftler rechnete bei Anne Will vor, das bei einem Mindestlohn von 13 Euro ein Arbeiter/in 45 Jahre Knechten muß um eine Rente von 840 Euro zu erhalten. Davon könnte er niemals leben. Darauf können sie sich ein Ei schlagen, und den politikern in die Fresse. Die SPD läßt sich heute noch für einen Mindestlohn von 8.50 feiern, einen der niedrigsten in ganz Europa.

Hat Anne Will nur ein Herz für die Oberen 100.000?

Hat es Tucholsky noch erlebt? Hat es Lichtenberg noch erlebt? Hat es Heinrich Heine noch erlebt? Hat es Brecht noch erlebt? Hat es Schopenhauer noch erlebt? Haben es Goethe und Schiller noch erlebt?

Ich wage es nicht, mich mit diesen grossen Deutschen zu vergleichen. Doch auch ich werde es nicht mehr erleben, dass sich die Deutschen gegen das offensichtliche Unrecht erheben.

Gleichwohl muss ich weiterarbeiten, weil ich einfach nicht einsehen mag, dass sich die Oberen 100 000, die Politiker, die Lobbyisten, die Medienzaren und die arroganten Pinsel der New Economy über das arbeitende Volk erheben und lustig machen.

Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung in Ihrer Dumpfheit sich eine Demokratie vorspielen lässt, die keine ist.

Es darf nicht sein, dass die Mehrheit der Deutschen sich mit einem Almosen als Lohn zufrieden gibt, ihre Löhne, Steuern und Abgaben in die Rentenkassen entrichtet, während Selbständige und Beamte nie in die Sozialkassen einbezahlt haben und im Alter leben, wie Gott in Frankreich.

Wann, Deutsches Volk, wehrt ihr Euch gegen dieses Unrecht, wann erhebt ihr Euch, wann steht ihr auf? Wollt ihr ewig als dummes Volk von der ganzen Welt ausgelacht werden? DEMOKRATIE JETZT ODER NIE, oder ihr bleibt ewig Untertanen. Das Buch wird Ende April lieferbar sein.

Deutschland ist ein sehr ungerechtes Land

Aber nicht nur die Rentner sind betrogen. Die Deutschen zahlen einen Spitzenwert an Steuern und Abgaben und so bleibt kaum etwas übrig, um sich gegen die Altersarmut zu schützen. Das ist den Herren in den feinen Anzügen aber auch egal. Arbeitnehmer müssen in Deutschland deutlich mehr Steuern und Abgaben zahlen als in den meisten anderen Ländern der ganzen Welt.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am 12. April 2016 veröffentlicht wurde. Nur Belgier und Österreicher müssen mehr Steuern und Abgaben abführen.

Der Generalsekretär der OECD Angel Gurría sagte schon am Dienstag, 13. Mai 2014 in Berlin: Gute Löhne. Ein faires Steuersystem. Gleiche Chancen. Ausreichende Bildungsinvestitionen. Nichts von dem sieht die OECD in Deutschland mehr gewährleistet.

Jakob Augstein schrieb am 15. Mai 2014, "Ob die Sozialdemokraten in der Regierung saßen oder nicht - die soziale Schere hat sich in Deutschland immer weiter geöffnet. 1970 verfügte das oberste Zehntel der Gesellschaft über 44 Prozent des gesamten Nettogeldvermögens. 2011 waren es 66 Prozent. (Anmerkung der Redaktion, 2016 sind es vieleicht schon über 80 Prozent.)

Kein Wunder. Unser Steuersystem begünstigt die Unternehmen und die Reichen. Achtzig Prozent des Steueraufkommens stammen aus Lohn- und Verbrauchssteuern. Nur zwölf Prozent aus Unternehmens- und Gewinnsteuern. Die Arbeitnehmer wurden im Stich gelassen. Am schlimmsten haben die Gewerkschaften versagt".

Um es gleich noch mal zu sagen, das hier ist keine Neiddebatte. Hier geht es um Gerechtigkeit und das was in Deutschland passiert, immerhin haben wir mittlerweile eine Staatsquote von 81 Prozent, und das hat mit Gerechtigkeit nichts mehr zu tun. Das ist Ausbeutung.

4 Jahre im Bundestag bringen mehr als ein Leben lang arbeiten

Nach nur einer Legislaturperiode bekommt ein Bundestagsabgeordneter im Ruhestand mehr Bezüge als ein Geringverdiener durch seine gesamte Lebensleistung erwirtschaften kann.

Das bedeutet, das ein Abgeordneter innerhalb einer einzigen Legislaturperiode bereits Anspruch auf 932 Euro Ruhegeld erwirtschaftet, wie Focus Online berichtet. Die aktuellen Diäten der 630 Bundestagsabgeordneten steigen dann ab Juli 2016 von 9082 auf 9327 Euro brutto im Monat.

Fast schon süffisant hat Augstein angemerkt, dass der Bürger sich darauf verlassen hat, dass die Parteien, die Gewerkschaften und die Medien sich der Sache der Gerechtigkeit annehmen würden. Alle drei haben nach unserer Meinung die Bürger, den Steuerzahler regelrecht in die Pfanne gehauen.

Dazu ein paar schöne Zahlen: 1989 hat ein DAX Vorstand durschnittlich 500 000 DM verdient. 2010 verdiente ein DAX Vorstand im Durchschitt 6 Millionen Euro (12 Millionen DM) 1998 war das zwanzigmal so viel wie das Einkommen eines Arbeitnehmers, heute verdienen die Herren das zweihundertfache.

DAX, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sagen wir.

Augstein schrieb: Die Medien und Gewerkschaften haben den Weg in die Ungleichheit freundlich begleitet. Ich gehe da noch weiter: Politiker, Gewerkschaften und die Leitmedien haben in gemeinsamer Zusammenarbeit dafür gesorgt, dass es ihnen sehr prächtig geht. Und man war sich einig, dass der Reichtum der "ihren" nur zu steigern ist, wenn die anderen (das Volk, der gemeine Bürger) arm werden und auch bleiben. GESCHAFFT.

Einkommens-Armut in Deutschland

In Deutschland, leben Millionen Menschen mittlerweile in (Einkommens-Armut) Der Großteil ihres Einkommens dient der Absicherung elementarer Lebensbedürfnisse, aber zu mehr reicht es auch nicht. Fast 40 Prozent der Deutschen verfügen trotz harter Arbeit über kein Vermögen, also nicht mal ein paar Spargroschen. Dank an die Bundesregierung und ihrer Vorgänger.

Und die nächste Schweinerei wird gerade hinter unserem Rücken vorbereitet. Das transatlantische Freihandelsabkommen kurz TTIP für Transatlantic Trade and Investment Partnership wird uns noch ärmer machen. VERSPROCHEN. Dass alle deutschen Großkonzerne das Abkommen lieber heute als morgen hätten, sollte nun niemanden verwundern.

Und warum werden auf Verlangen der USA die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen GEHEIM geführt und nicht, wie in einer Demokratie üblich, öffentlich diskutiert, fragte unlängst unser Autor Rainer Kahni.

"Die Menschen sind grundsätzlich unzufrieden, weil sie den Eindruck haben, im Bundestag gibt es keine Unterschiede mehr zwischen den Parteien." Das sagte vor einigen Tagen Carsten Linnemann (CDU) Chef der Mittelstandsvereinigung.

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Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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22.08.2019 Die Nilquellen in Uganda, am Viktoriasee

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Zu Beginn der 1860er-Jahre spitzte sich ein heute weitgehend in Vergessenheit geratenes Rennen um eines der letzten und größten Rätsel der Geographie zu: Wo lag die Quelle des Nils - und wer würde sie erreichen? 2006, vor nunmehr 13 Jahren, stand ich zum ersten Mal an den Nilquellen in Uganda, am Viktoriasee.

Ich war mit meinem guten Freund  aus Los Angeles dort, um für unser Theaterstück Butterflies of Uganda zu recherchieren. Für mich gehörte zu dieser Reise dazu, meinem amerikanischen Besucher auch die schönen Seiten des Kontinents zu zeigen, nicht nur den Horror, den unser Stück spiegelte, es ging um Kindersoldaten.

Der Nil - Wahrhaftig eine Quelle des Lebens

Die Reise nach Jinja von Kampala aus, gut drei kurzweilige Stunden mit dem bequemen Auto, hatte sich auf jeden Fall gelohnt und ist unvergesslich:

Ich kann den Anblick der besagten Quelle nur als absolut grandios beschreiben, fast himmlisch gar, besonders vor dem Hintergrund, dass das Wasser von hier aus über 6650 Kilometer durch sieben Staaten, ein Einzugsgebiet von immerhin 3.255.000 Quadratkilometer, bis nach Kairo ins Mittelmeer fließt.

Lebendig, informativ und dramatisch

Wahrhaftig eine Quelle des Lebens, die in unserem Theaterstück dann mit eine wichtige Rolle spielte. Schon deshalb bin ich so begeistert von dem Buch „Die Entdeckung der Nilquellen“, in dem der Entdecker John Hanning Speke (1827-1864) den Wettlauf zu den Quellen des Nils schildert.

Alles, was Speke beschreibt, inklusive seine mehrmonatigen Aufenthalte an den Höfen der jeweiligen Herrscher, inklusive Saufgelage, ist offensichtlich wahr, zumindest nicht wissenschaftlich widerlegt, selbst wenn man beim Lesen oftmals glaubt, bei Karl May zu sein, so lebendig, informativ und dramatisch sind seine Schilderungen, die, auch als historische Quelle, uns einen einzigartigen wie persönlichen Einblick in die Vorstellungen und Meinungen der damaligen Zeit und die europäische Afrikaforschung des 19. Jahrhunderts liefert.

Es bleibt dem aufmerksamen Lesen selbst überlassen, sich ein Urteil zu bilden und dort, wo es in der Tat notwendig ist, auf kritische Distanz zu gehen.

Parallelen zu heute sind noch immer zu finden und machen das Buch, das der Sozialwissenschaftler und Journalist Niels-Arne Münch sehr greifbar neu vom Englischen ins Deutsche übersetzt hat und das in der Edition Erdmann - Leinen mit Schutzumschlag und Leseband für nur 24 Euro - erschienen ist, politisch aktuell.

Vor allem ist „Die Entdeckung der Nilquellen“ eines: Eine verdammt coole Reportage auf 365 Seiten. Apropos: Die Edition Erdmann hat mehr als 100 Bände „Die bedeutendsten Entdecker der Welt“ im Programm. Wer sich für Geschichte und fremde Kulturen interessiert, findet hier wahre Schätze. Im Haus der schönen Bücher kann man weitere tolle Publikationen finden.

Sönke C. Weiss

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11.08.2019 ist Carsten Linnemann ein Rechter Brandstifter

GFDK - Reden ist Silber

Da sagt einer mal das Richtige, und schon bekommt er es vom Orden der politisch Korrekten in Politik und Medien aufs Maul. Die Realitätsverweigerer haben die Oberhand auf allen Ebenen gewonnen, so wie es aussieht. Und der Empörungsreflex hat voll zugeschlagen.

Der CDU-Politiker Carsten Linnemann hatte in der „Rheinischen Post“ unter Hinweis auf „neue Parallelgesellschaften“ erklärt: „Um es auf den Punkt zu bringen:

Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen.“ Für die betroffenen Kinder schlug er eine Vorschulpflicht vor. Notfalls müsse eine Einschulung auch zurückgestellt werden.

Hintergrund dieser Anregung ist die dramatische Veränderung des deutschen Schulalltages. In vielen Grundschulen ist ein ordnungsgemäßer Lehrbetrieb nicht mehr möglich.

Anmerkung der GFDK Redaktion: Nun ist es so, ich bin mit einer Grundschul-Lehrerin befreundet. Sie erzählte mir, in ihrer Klasse sind gerade mal zwei Kinder ohne Migrationshintergrund. Die meisten, sind sau frech, stroh dumm, und sprechen kein Deutsch.

Aber Linnemanns Aussage wurde in den Schlagzeilen völlig entstellt und unter größtmöglicher Empörung in die Tonne getreten. Und was ist das Ziel, man will aus Carsten Linnemann einen "Rechten" machen.

Gabor Steingart hat in seinem Morning Briefing mal die Fakten zusammengetragen.

In Deutschland leben rund 13,4 Millionen Kinder, davon besitzen 4,9 Millionen – das sind mehr als ein Drittel – einen Migrationshintergrund.

Laut einer Pisa-Sonderauswertung weisen fast die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund „sehr schwache Leistungen“ in der Schule auf, was vor allem in geringer Sprachkompetenz begründet ist.

Laut derselben Studie sprechen rund 80 Prozent der Kinder aus der ersten Migranten-Generation in der Familie eine andere Sprache als Deutsch. Bei in Deutschland geborenen Migranten zweiter Generation liegt der Anteil noch bei rund 50 Prozent.

In den Großstädten herrschen chaotische Zustände, weil das Lehrpersonal nicht verstanden wird. Laut einer Erhebung des Hamburger Senats sind an den 191 Hamburger Grundschulen Kinder mit Migrationshintergrund erstmals in der Mehrheit. An 65 Hamburger Schulen liegt der Anteil bei mehr als 70 Prozent.

Der Aufschrei war groß

Der Orden der politisch Korrekten in Politik und Medien schlug erbarmungslos zu, wie Gabor Steingart feststellte.

Linken-Chefin Katja Kipping warf Linnemann „Stimmenfang im rechten Sumpf“ vor.

SPD-Bildungspolitikerin Marja-Liisa Völlers sagte, die Aussagen Linnemanns seien „wirklich zum fremdschämen“.

Die schleswig-holsteinische CDU-Bildungsministerin Karin Prien empörte sich in der „Süddeutschen Zeitung“ über „populistischen Unfug“.

Die Zeitung sekundierte artig: „Der CDU-Politiker nutzt eine Rhetorik der Ausgrenzung“.

Die „dpa“ spitzte weiter zu und setzte eine Meldung in Umlauf mit der Überschrift: „CDU-Politiker: Grundschulverbot für Kinder, die kein Deutsch können“.

„Linnemann für Schulverbot bei mangelnden Deutschkenntnissen“, titelte etwa Zeit Online, aber auch die Welt und viele andere Medien machten mit. Er gipfelte darin, dass sich Carsten Linnemann als „Dumpfbacke“ oder Populist oder rechter Brandstifter beschimpfen lassen musste.

Und das ist die Realität

Heinz-Peter Meidinger Präsident des Deutschen Lehrerverbands meinte dazu. „Wir müssen uns endlich ideologiefrei dem Problem widmen, dass inzwischen ein Fünftel bis ein Viertel der Erstklässler nur schlecht oder gar kein Deutsch kann“, sagte er WELT-Online.

Berlin – Auch wenn Carsten Linnemann die Übeltäter, also die Linken und Grünen, nicht explizit benennt, wissen wir alle wer gemeint ist: Der stellvertretende Unions-Fraktionschef hat die Art, wie in Deutschland über seine Vorschläge zur Verbesserung von Deutschkenntnissen von Kindern mit Migrationshintergrund geführt wurde, kritisiert.

„Um unsere Debattenkultur ist es nicht gut bestellt. Wenn wir hier nicht schnell umsteuern, droht unsere Gesellschaft weiter gespalten und polarisiert zu werden“, sagte Linnemann gegenüber „Cicero“.

Die Zustände an manchen Schulen seien sogar noch dramatischer als befürchtet. Und die Gesellschaft schon so sehr gespalten und polarisiert, dass wichtige Themen kaum noch sachlich und differenziert diskutieren werden können, so Linnemann.

Seine Forderung nach einer Vorschulpflicht für Kinder, die kaum Deutsch können, habe eine Welle emotionaler Reaktionen ausgelöst, wie er sie bisher selten erlebt habe.

Vernunft ist ein Fremdwort für Linke und Grüne, sie sind zu sehr von Hass zerfressen, mit ihnen kann man auch nicht mehr sachlich diskutieren. Die Zeiten sind vorbei, weil sie dann zugeben müssten, dass sie versagt haben. (Quelle: dts)

Was sagen die Fachleute?

Viele Schulabgänger können sich kaum adäquat artikulieren schreibt die WELT am 11. August 2019, und titelt: Das Deutsch vieler Azubis lässt Ausbilder schaudern. Der Präsident der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée beobachtet mit Sorge, wie das Rechtschreib- und Sprachniveau der Lehrstellenbewerber seit Jahren abnimmt.

„Deutsche Sprachkenntnisse sind unabdingbar, um hierzulande eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren – das sagen mehr als 90 Prozent der ausbildenden Unternehmen“, betont DIHK-Experte Dercks.

Gabor Steingart (Jahrgang 1962) ist ein deutscher Journalist, Autor und Medienmanager. Sein kostenloses Morning Briefing finden Sie hier: www.gaborsteingart.com

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06.08.2019 Den Heiligenschein poliert

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Immer wenn wir uns mit dramatischen Geschichten aus der sogenannten Dritten Welt befassen, mitfiebern, aufgewühlt sind, zornig oder traurig, dann kommt sie irgendwann, die Frage:

Wie soll sich das alles ändern? Was läuft alles falsch, woran liegt es, das millionenfache Elend? Und warum haben eigentlich 50 Jahre Entwicklungshilfe so wenig gebracht?

In ihrem provokanten Sachbuch „Das NGO-Spiel“ stellt die US-amerikanische Autorin und Politikwissenschschaftlerin Patrice C. McMahon die These auf, dass NGOs, also Hilfswerke oder Nichtregierungsorganisationen, nicht so sehr eine Hilfe bei der Schaffung dauerhaften Friedens und Wohlstands sind, sondern vielmehr Teil der anhaltenden Probleme in Gesellschaften, die aus Konfliktsituationen kommen.

Die Idee zu diesem Buch, das jetzt auf Deutsch im Verlag Hamburger Edition erschienen ist und 35 Euro kostet, entstand Ende 2000, als die Autorin zum ersten Mal Bosnien besuchte und über Jahre recherchierte, wie NGOs auch in der internationalen Politik eine steile Karriere gemacht haben und von unbedeutenden Spielfiguren zu maßgeblichen Kräften in der Friedenskonsolidierung wurden.

So ist McMahon der Überzeugung, dass wir, die Öffentlichkeit, die Spender, nicht viel über diese Akteure wüßten und es an der Zeit sei, sich mit der Realität von NGOs, die zum Teil mehr für Hilfsleistungen ausgeben, als viele europäische Staaten, näher zu befassen.

Denn mit Geld kommt Macht und mit Macht Einfluß auf die Politik, ob auf dem Balkan oder in Afrika, was ich nur unterschreiben kann, da ich selbst sechs Jahre für eines weltweit größten Hilfswerke international in der Kommunikation tätig war.

Meine Meinung: Weg mit der Unterstellung, Entwicklungshilfe könne die Welt retten. Gier, Hass und Korruption werden durch NGOs nicht verschwinden.

Unfaire Handelssysteme übrigens auch nicht, und auch nicht der heute so beliebte Landraub, der aus dem Kontinent Afrika mal wieder eine weltweit knapp gewordene Ressource herauspresst, um den Energie- und Fleischhunger Europas und Asiens zu befriedigen.

Für das Beseitigen dieser Ungerechtigkeiten ist nicht Entwicklungshilfe notwendig, sondern politischer Mut, Weitblick und Empathie, weil globaler Hunger und globales Elend schon längst bei uns angekommen sind.

Ich sage immer Menschen, die insbesondere gerne zur Weihnachtszeit spenden: Misstrauen Sie dem Entwicklungshelfer, der nur noch Brunnen bohrt. Fragen Sie ihn, wie er sicherstellt, dass dies der letzte Brunnen ist, der dort jemals mit ausländischer Hilfe gebohrt werden muss.

Auf 309 Seiten untersucht McMahon den ehemals großen NGO-Boom, der mehr und mehr zu verblassen scheint, auch wenn Hilfswerke in absehbarer Zeit nicht verschwinden werden.

Immer öfter werden internationale wie lokale NGOs kritisiert, die Öffentlichkeit verlangt nach mehr Transparenz, Rechenschaftslücken aufgedeckt, ihre scheinbare Immunität in Frage gestellt.

NGOs und der Mythos, dass Geld an solche Organisationen zu geben automatisch bedeute, Gutes zu tun, können in die Irre führen, schreibt McMahon. Mit schlimmen Folgen, wie auch ich meine.

Das NGO-Spiel“ ist wie gesagt ein Sachbuch und eine in der Tat wissenschaftliche Abarbeitung; doch spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Apropos:

Leider findet sich in der Sekundärliteratur dieses Buches kaum ein deutscher Autor wieder, der sich diesem Thema gewidmet hat. Schade, gehört doch gerade Deutschland mit zu den größten Geberländern mit den großzügigsten Spendern. 

Sönke C. Weiss

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02.08.2019 Mein McQueen und Die Frau, die nein sagt

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Dass der Ankerherz-Verlag in Hollenstedt, das ist irgendwo in Niedersachsen, an die Kraft einer guten Geschichte glaubt, haben mir jüngst zwei seiner Bücher bewiesen, obwohl ich kein großer Fan von Biografien bin, da diese doch meist geschönt sind.

Schluß mit absurden Mordgerüchten

Nicht so „Mein McQueen“, in dem Barbara McQueen, die dritte und letzte Ehefrau des legendären Schauspielers Steve McQueen, zum ersten Mal schildert, wie der größte Filmstar seiner Zeit wirklich war und - bemerkenswerter noch - wirklich starb und somit auch endlich mit absurden Mordgerüchten aufräumt, die sich über die zurückliegenden 30 Jahre hartnäckig gehalten haben.

 „Mein McQueen“ ist eine Art intimes Tagebuch über die letzten gemeinsamen Jahre eines Paares, keine Biografie im klassischen Sinne, sondern eine atemberaubende wie rohe Liebesgeschichte, spannend und kenntnisreich aufgeschrieben vom ehemaligen Stern-Chef Christian Krug und dem Biografen Marshall Terrill, die Barbara McQueen immer wieder besucht haben.

„Die Frau, die nein sagt“

Die 188 Seiten - mit vielen privaten Fotografien - sind ihre 29,90 Euro auf jeden Fall wert. Auf 186 Seiten und zehn Euro günstiger schreibt die Rebellin, Muse und Malerin Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso.

(Apropos: Sie war die einzige Frau, die den Weltstar-Maler je verließ.) Für ihr Buch, übrigens auch nicht die übliche Biografie, sondern eher eine Reise ins Innere der Kunst, öffnete Madame Gilot, sie ist die Mutter von Paloma Picasso, dem Stern-Reporter Malte Herwig, die Türen zu ihrer Vergangenheit wie Gegenwart.

Es geht um Glück und Zufriedenheit, um eben die Kunst eines erfüllten Lebens und überhaupt über ein Leben, das von Kunst bestimmt war und ist. „Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr.

Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden“, sagt „Die Frau, die nein sagt“, so auch der Titel des Buches, das auf jeden Fall eines nicht ist: langweilig. Beide Bücher gibt es sicher in den Buchhandlungen Ihres Vertrauens oder direkt bei www.ankerherz.de

Sönke C. Weiss

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29.07.2019 Die Mörder auf den Bahnhöfen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Mord auf deutschen Bahnhöfen. Erst letzte Woche wurde eine 34-Jährige Frau im niederrheinischen Voerde vor einen Zug gestoßen und überrollt. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Es wird noch so weit kommen, dass wir an jedem Bahngleis drei Polizeibeamte abstellen müssen, um die Fahrgäste zu schützen.

Bezeichnend ist, dass die Spiegel-Relotius-Presse, die täglich drei bis fünf Artikel über Rechtsextrimismus verbreiten, mit keinem Wort die Herkunft des Mörders nennen wollte, wobei es auch vollkommen egal ist woher der Mann kommt, Mord bleibt Mord.

Vor einen einfahrenden ICE gestoßen

Kind wurde vom Zug erfasst und starb noch an der Unfallstelle.

Mann stößt Mutter und Kind im Frankfurter Hauptbahnhof vor einfahrenden ICE
Achtjähriger stirbt, Mutter rettet sich von Gleisen, dritte Person wehrt Angriff ab,
Eritreer (40) tatverdächtig, offenbar keine Verbindung zu Opfern
. Mutter überlebt mit viel Glück

Ein achtjähriger Junge und seine Mutter sind am Montag 29.07.2019 im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden Zug gestoßen worden. Das teilte die Polizei in Frankfurt mit. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 9.50 Uhr am Morgen. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 40-jährigen Eritreer.

Unmittelbar nach der Tat rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot zum Hauptbahnhof an. Unter anderem waren 16 Rettungswagen und ein Hubschrauber vor Ort. In der Bahnhofshalle kam es zu dramatischen Szenen.

"Die Leute sind heulend zusammengebrochen", berichtete eine Augenzeugin, die in dem einfahrenden ICE 529 aus Düsseldorf saß, der den Jungen erfasste, so der Hessischen Rundfunk.

Mehrere Reisende und Passanten mussten medizinisch versorgt und seelsorgerisch betreut werden. Der Bahnsteig sei voller Kinder gewesen, sagte die Zeugin dem hr. Eine Schaffnerin, die die Tat aus dem Zug heraus mit ansehen musste, habe laut geschrien, berichtete die Frau.

Sicherheitslage? Was für eine Sicherheit?

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbricht wegen der Tötung des Jungen seinen Urlaub. „Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ wolle er die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen, erklärte der Minister per Mitteilung.

Soweit nötig, stelle er dem Land Hessen jede Unterstützung etwa der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamts zur Verfügung. Am Dienstag will er in Berlin die Öffentlichkeit informieren. Er sei tief bestürzt über den Vorfall in Frankfurt, teilte Seehofer mit. Er wünsche Angehörigen und Freunden des getöteten Jungen Kraft.

Unser Ratschlag: Laufen Sie nie entlang der Bahnsteigkante, bewegen Sie sich immer mindestens drei Meter davon entfernt. Nur so sind Sie einigermaßen sicher. Warum, frage ich mich, kommen diese Ratschläge nicht von unseren Politikern und Sicherheitsbehörden? Na klar, damit würden sie ja zugeben, das sie die Kontrolle verloren haben.

Und noch was: Die Beileidsbekundungen der Politiker können sich die Angehörigen der Opfer an den Hut stecken.

Schon beim Amoklauf im Düsseldorfer Hauptbahnhof am 9. März 2017 verletzte ein Mann in Düsseldorf neun Personen mit einer Axt teils lebensgefährlich. Auch bei der Axt-Attacke in einem Zug bei Würzburg war plötzlich der Terror in Deutschland angekommen.

Ein junger Flüchtling hatte fünf Menschen schwer verletzt. Zudem haben sich die Messerangriffe auf den Bahnhöfen zum Volkssport entwickelt, nur nicht von den Deutschen.

Gottfried Böhmer

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29.07.2019 Jörg Kachelmann über Dürre-Warnungen der Medien

GFDK - Reden ist Silber

Jörg Kachelmann über Dürre-Warnungen der Medien: “Über 90 Prozent aller Geschichten zu Wetter und Klima sind falsch oder erfunden” sagte Kachelmann "meedia.de".

Fake News, Postfaktisch, Propaganda - Wer Lügt? war schon mehrfach unsere Frage. Jetzt kommen die Lügen schon bem Wetter an. Echokammern und Filterblasen - Wer ist noch glaubwürdig?

Verkommenheit des Medienbetriebs

"Wetterdienst warnt vor Dürresommer", meldete die ARD-Nachrichtensendung. Die Bild übergeigte komplett mit der Schlagzeile: "Meteorologen sicher! Sahara-Sommer mit Mega-Dürre droht. U.a. auch Greenpeace verbreitete das apokalyptische Szenario. Alles frei erfunden, sagt der Wetterexperte Jörg Kachelmann im MEEDIA-Interview.

Hier nur drei Aussagen von Kachelmann

meedia.de fragt: Können Sie sich erklären warum die Medien diese Lügen verbreiten.

Mir fallen nur Sachen ein, die ich nicht denken möchte. Es ist eine neue Dimension, dass fast alle Medien gleichzeitig über lange Zeit eine Lüge verbreiten, die durch diese kollektive Verbreitung bei den Medienkonsumenten nicht mehr als Lüge wahrnehmbar wird. Wenn Bild, FAZ und Fernsehen dieselbe frei erfundene Räubergeschichte verbreiten, wird es schwer, diese zu erkennen. Es ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Lügenpresse schreien.

Wir sollten das übliche freie Erfinden bei Wettergeschichten nicht euphemistisch “Zuspitzung” nennen. Für mich persönlich ist der Mittwoch dieser Woche ein Dammbruch. Eine frei erfundene Meldung, eigentlich eine Lüge, ist trotz dpa-Korrektur, trotz Hinweise unzähliger Menschen wider besseres Wissen über mehr als 24 Stunden aufrechterhalten und weiterverbreitet worden.

Was die Berichterstattung zu naturwissenschaftlichen Themen angeht erlebe ich eine Verkommenheit weiter Teile des Medienbetriebs, die mich beelendet.

Was schreibt Gabor Steingart in seinem Morning Briefing am 29.07.2019: Die Wissenschaft ist Teil einer internationalen Apokalypse-Industrie geworden: Das einzige Feuer, das klimapolitisch noch korrekt ist, ist das Feuer unterm Hintern der Bürger. Wir sollen – das ist die Zentralbotschaft vieler Studien – endlich unser Leben ändern.

Aktivisten und Medien

Deutschland hat sich dem Klimaabsolutismus unterworfen. Das Land muss grüner werden, verkünden Politiker und Wissenschaftler, Aktivisten und Medien einhellig – und zwar um jeden Preis und blind für mögliche Konsequenzen, schreibt Natalie Mekelburger auf "Welt-Online". Unter dem Deckmantel einer weltrettenden Umweltpolitik werden linke Umverteilungsideologien in großem Umfang legitimiert.

Die „Fridays for Future“-Bewegung“ wird zur Religionsgemeinschaft. Sie predigt eine Heilsbotschaft. Sie bezeichnet alle als Häretiker, die Zweifel an den anthropogenen Ursachen des Klimawandels äußern – und sie glaubt, durch neue Gebote die Welt retten zu können, schreibt WELT- Autor Henryk M. Broder, und meint: Rettet das Klima! Schaut keine Pornos.

Gegen Ende dieses Videos

https://youtu.be/Q_dXO5dKjS0

zitiert Heiko Schrang aus den seit Dienstag gültigen neuen Nutzungsbedingungen von Youtube. Demnach können jetzt Videos oder Kanäle einzig deshalb gelöscht werden, weil sie „Verschwörungstheorien“ verbreiten. Man darf dann nichts mehr in Frage stellen, was Youtube oder die Regierung (was auf das Gleiche hinauslaufen dürfte) als Wahrheit betrachten. Sogar Aufklärung über die Klimalüge könnte es treffen.

Die Meinungsfreiheit wird immer weiter eingeschränkt. Wann merkt endlich die Mehrheit, dass wir schon mit einem Bein im Totalitarismus stehen?

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22.07.2019 Das hochphilosophische Werk von Dieter Bohlen

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Das waren noch Zeiten als Dieter Bohlen ganz Deutschland unterhalten hat. Der Hitgigant der deutschen Fernseh und Buchlandschaft zu seinem hochphilosophischen Werk „Planieren statt sanieren“.

Weil es so schön war: Ich habe mein Gespräch mit Dieter vom 26.10.2008  noch mal aus dem Archiv geholt - Dieter Bohlen befreit Deutschland von der Bildungsmiesere. Wie? „Planieren“. Es handelt sich hier um keine Fake News, nur um einen Traum.

Dieter, Hochkulturmenschen glauben Du seist ein Planierraupenfahrer aus Oldenburg bei Oldenburg (Die Zeit).

„Das sind doch Vollpfosten, die sollen doch liegen blieben, dann taugen sie wenigstens zum Teppich.“

Dieter, Michael Naumann meinte gerade, sie sehen aus wie ein Anlageberater.

Was will der denn? Der hat es doch nicht mal zum Bürgermeister von Hamburg gebracht. Das Leben ist nicht Kurzstrecke, das Leben ist Marathon, das Leben ist kein Ponyhof“. Das hätte Herr Naumann auch wissen sollen, dann wär er jetzt Bürgermeister.

Ja ja, Dieter, für Dich gibt es ja nur 2 Standpunkte Deine und den falschen. Dieter, was ist los, mit den Rappern in Deutschland, die nur Sülze in die Gehirne unserer Jugend quetschen? Was hälst Du denn von ihrer Pop-Musik?

Die hat man bei der Mülltrennung auf den falschen Haufen getan, bei mir kommen solche Geräusche aus anderen Öffnungen“. Soll heissen? „Mit der Musik kannst Du Kakerlaken ins Koma singen. Wenn ich auf dem Oktoberfest vor das Bierzelt kotze, dann ist das rhythmischer“.

So, so Dieter, so weit zur Jugend, das haben wir zur Kenntnis genommen.

Dieter, man hört, dass Dir als größter Kulturarbeiter Deutschlands das Schreiben richtig Spass gemacht hat, weil Du endlich mal selbst entscheiden konntest, was ins Buch kommt.

„Stimmt, beim Schreiben sind mir Ideen für mindestens 35 weitere Bücher gekommen“.

Wollen Sie uns das wirklich antun?

„Warum nicht, schliesslich hat man mir philosophische Qualitäten nachgesagt, nachdem ich bekanntgab, dass ich Friedrich Nietzsche für einen Hammertyp halte, dem auch geile Sachen eingefallen sind.“

Dieter, jetzt, wo Du so in Fahrt bist und die Tinte nicht so schnell trocknet wie Du schreibst, wann rechnest Du mit dem Nobelpreis für Literatur???

"Die Frage stellt sich doch nicht mehr. Das ist doch nur eine Frage der Zeit. Sie haben es doch gesehen. Beim Nobelpreisträger, wie hieß er noch Le...? Na, egal, waren weniger Leute und weniger Kameras da als bei mir. Schauen Sie sich doch mal um, wo steht denn die Literaturkritikerdichte? Noch Fragen???"

Zum guten Schluss, Dieter, was hältst Du von Leuten, die nicht Deiner philosophischen Meinung sind?

Ganz einfach, tu was für Deutschland, wandere aus.“

Das Gespräch führte Gottfried Böhmer im Traum. GFDK, 26. Oktober 2008

Das neuste von Dieter. Wie erhellend?

"Ich gebe das zu, obwohl das jetzt nicht gut für mein Image ist, dass ich zu Hause schon lieber bin. Also wer mich zu Hause sieht, würde sich, glaube ich, extrem wundern", sagte er RTL. (Quelle: vip.de)

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Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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21.07.2019 Die Steigbügelhalter in den Medien

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das ich 2007 mit dem Top-Journalisten Dr. Andreas Wildhagen in den Redaktionsräumen der Wirtschafts-Woche-Handelsblatt Redaktion in Düsseldorf geführt habe.

Ich polterte los, warum schreibt ihr nicht über das, das und das? Das sind die Themen, die das Volk interessieren, warum klärt ihr sie nicht auf? Das wollen die wissen.

Er lehnte sich nach der stundenlangen Diskussion mit einem Lächeln im Gesicht süffisant in seinem Ledersessel zurück und sagte nur, aber Gottfried wir gehören zum Establishment . Er hätte auch gleich sagen können, wir gehören zur Elite. Damit hatte er alles gesagt und meine Fragen beantwortet.

Vor zwei Jahren habe ich den Elite-Journalisten noch einmal in Düsseldorf getroffen. Er fiel mir um den Hals und schrie es hinaus, ich habe hingeworfen, ich kann diese Lügen nicht mehr mittragen.

Andreas Wildhagen war Ressorleiter bei Gruner und Jahr. Danach fünf Jahre bei Burda und Deutschland Korrespondent der Tageszeitung Welt.

Seit 1997 war er bei der Wirtschaftswoche. Sein Motto war: " Ein Matrose auf einem sinkenden Schiff merkt schnell, das es am Land schöner ist." Wildhagen hat die sinkenden Fake-News Medien-Schiffe verlassen. An der Propaganda fur die Eliten wollte er nicht mehr mitwirken. Gut so.

Echokammern und Filterblasen - Wer ist noch glaubwürdig? Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz schreibt in der aktuelle Cicero-Ausgabe - Bolz führt den Begriff der „weißen Lügen“ ein: „Sie sind das Medium, in dem die politische Klasse und die Medienklasse gemeinsam den Mainstream kanalisieren.

Weiße Lügen sind gut gemeinte Übertreibungen, mit denen man die unmündigen Bürger in die richtige Richtung schubst, also die Propaganda der Gutmenschen.

„Political Correctness ist die linke, Fake News die rechte Variante derselben Realitätsverweigerung.“ 

Hier mal ein Beispiel: Bei Nachrichten über die „Kriminalität von Flüchtlingen“ (73 Prozent), die „Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen“ (67 Prozent) oder „den russischen Präsidenten Putin“ (59 Prozent) hat jeweils eine Mehrheit der Bürger Zweifel an der Berichterstattung.

Laut Bolz liegt eine so genannte „weiße Lüge“ bereits dann vor, wenn eine Redaktion auf eine Nachricht verzichte, um damit keine Fremdenfeindlichkeit auszulösen.

Auch ausgewiesene „Experten“ stoßen bei den Bürgern auf Skepsis. 61 Prozent vertreten die Position: „Auf das Urteil von Experten gebe ich im Allgemeinen nicht viel. Diese sogenannten Experten sind meist nicht unabhängig. Deshalb kann man sich auf ihr Urteil nicht verlassen."

Die Steigbügelhalter in den Medien

Albrecht Müller von den "Nachdenkseiten" zeigt uns, wer die Fake-News Betreiber sind, es sind die sogenanten Qualitäts-Leitmedien in Deutschland und nicht die viel gescholtenen asozialen Netzwerke im Internet.

Müller schreibt. "Nahezu einhellig haben alle unsere etablierten Medien den demographischen Wandel beklagt. Sie sind so „flachgründig“, dass sie gar nicht gemerkt haben, wie übertrieben die Panikmache war. Und sie haben nicht gemerkt oder sich willentlich dafür hergegeben, die Panik um den demographischen Wandel für eine Kampagne zur Teilprivatisierung der Altersvorsorge zu nutzen.

Geplant und einkalkuliert

Sie haben sich von der Versicherungswirtschaft und den Banken einspannen lassen. Sie haben keinerlei Distanz zu den Lobbyisten der Riester-Rente und der staatlich geförderten betrieblichen Altersvorsorge gewahrt. Reihenweise sind sie auf sogenannte Wissenschaftler hereingefallen, die erkennbar offen mit den Lobbyisten verbunden waren."

Lobbyisten und die Medien haben ganze Arbeit geleistet

Die etablierten Medien haben zu beiden Fragen – zum demographischen Wandel und zur abgeleiteten Empfehlung zur privaten Altersvorsorge – eine Kampagne nach der anderen gefahren. Reich geworden sind die Versicherer, Banken, Bert Rürup, Walter Rister und Maschmeyer. Die Lobbyisten in den Medien haben ganze Arbeit geleistet.

Ohne die Zustimmung und Unterstützung der Fake-News-Medien hätte man die gesetzliche Rente nicht schlecht reden können. Das erklärte Ziel war, der Politik den Weg zu bereiten, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente platt zu machen. An diesem widerlichen Kuh-Handel, zu lasten der heutigen und zukünftigen Rentner, waren alle Parteien, CDU/CSU, SPD, FDP und die Grünen beteiligt.

Schwerwiegende Fakes

Weil die NachDenkSeiten-Macher nicht immer meckern wollen, hatten sie sich fest vorgenommen, die Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten nicht zu kommentieren. Aber dann hat er sich am Tag der Wahl in einem Interview mit der ARD in einer Weise geäußert, die Widerspruch hervorrufen muss.

Der neue Bundespräsident macht sich Sorgen wegen der Verbreitung von Falschmeldungen in den sozialen Medien, er sieht darin ein Risiko für die Demokratie. Und er sieht nicht, dass in den etablierten Medien und von der etablierten Politik, gerade auch von ihm, Unwahrheiten verbreitet worden sind und mit Lügen Politik gemacht worden ist. Frank Walter Steinmeier ist einer der Verbreiter von schwerwiegenden „Fakes“. Albrecht Müller.

Gesine Schwan im Morning Briefing von Gabor Steingart

Eine späte Erkenntnis, funf Jahre nach beginn der Flüchtlingskriese: "Auch in der Migrationspolitik habe die SPD ihre Kernwählerschaft enttäuscht. Die Grundsätze der Gerechtigkeit seien verletzt worden, da man die Interessen der angestammten Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt habe:

Man unterschätzt die Demütigungserfahrung, die Menschen machen, wenn ihnen – noch dazu in sozial schwierigen Situationen – etwas aufs Auge gedrückt wird.“ PS: Nun will Gesine Schwan Parteivorsitzende der SPD werden. Ich bin der Meinung, das hätte sie einmal vor fünf Jahren sagen sollen.

Gottfried Böhmer

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