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Reden ist silber...Schreiben ist gold

30.09.2012 Die Senatsverwaltung für Finanzen

Iris Boss

Liebe Mitunterzeichnerinnen, liebe Mitunterzeichner der Petition "Für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen in Berlin-Pankow",

die untenstehende Nachricht erreicht mich aus dem Berliner Abgeordnetenhaus - Will man sie positiv interpretieren, bedeutet sie, dass wir mit unserer Petition so erfolgreich waren, dass unsere Forderungen schon vor Zeichnungsfrist erfüllt wurden. Im Antwortschreiben heißt es jedoch, das Bezirksamt gehe "von einer erfreulichen Stabilisierung der Situation IM LAUFENDEN HAUSHALTSJAHR aus", woraus die Mitglieder des Petitionsausschusses den, meiner Meinung nach, falschen Schluss einer "positiven Entwicklung" ziehen. Das Eine hat mit dem Anderen nicht viel zu tun, was die Ankündigung neuer Einsparungen aus dem Bezirksamt Pankow eindrücklich belegt:

"Die Senatsverwaltung für Finanzen besteht weiterhin darauf, dass der Bezirk Pankow im Konsolidierungskonzept konkrete Jahresraten in Höhe von jeweils 4 bis 5 Mio Euro zum Abbau des kumulierten Verlustvortrages festschreibt. Die Beträge sollen untersetzt werden aus den Überschüssen der Parkraumbewirtschaftung, der pauschalen Zuweisung für Investitionen und den Verkaufserlösen aus Grundstücksverkäufen.
Das Bezirksamt plant, der BVV zusammen mit dem Entwurf des Ergänzungsplanes 2013 einen fortgeschriebenen Entwurf des Konsolidierungskonzeptes 2013-2016 zur Beschlussfassung vorzulegen."

Es wäre schön, aber ziemlich unrealistisch, zu glauben, dass die sozialen und kulturellen Einrichtungen dabei verschont würden. Es bleibt mir also, mich noch einmal ganz herzlich für die überwältigende Unterstützung zu bedanken und Euch schon jetzt zu bitten, in einer nächsten Runde wieder Eure Stimme laut werden zu lassen!

Ein herzlicher Gruß

Iris Boss

Sehr geehrte Frau Boss,

die Mitglieder des Petitionsausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin haben Ihre Eingabe beraten, in der Sie sich über zahlreiche Kürzungen im Kulturbereich des Bezirkes Pankow beschweren.

Das Bezirksamt Pankow von Berlin teilte uns in einer Stellungnahme mit, dass die in Ihrer Petition aufgeführten Punkte durch den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Pankow zum Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2012/2013 weitgehend gegenstandslos geworden sind. Es seien auch keine Einrichtungen des Amtes für Weiterbildung und Kultur geschlossen worden. Eine geplante Überführung des Kulturareals im Ernst-Thälmann-Park an einen Treuhänder schließe die Sicherung der bestehenden Kulturangebote im bisherigen Umfang über einen Mietvertrag ausdrücklich mit ein.

Allerdings stehen mit der im Haushaltsplanbeschluss verbundenen Anhebung einiger Haushaltstitel zur Sicherung und nachfrageorientierter Erweiterung des Angebotes, vor allem für die Volkshochschule, Museum und Kunst und Kultur auch Einsparungen bei der Stadtbiblio-thek in Form von Streichung zweier Planstellen gegenüber.
Aufgrund des für das Jahr 2012 fehlenden Haushaltsgesetzes war am Anfang des Jahres Berlin weit nur eine eingeschränkte Programmrealisierung möglich. Nach der Verabschiedung des Haushaltsgesetzes durch das Abgeordnetenhaus von Berlin steht seit dem 29.06.2012 auch in Pankow der volle Jahresansatz zur Umsetzung eines breiten Kultur- und Bildungsangebotes zur Verfügung, wenngleich wegen der notwendigen zeitlichen Vorläufe nicht alle der für das erste Halbjahr projektierten, aber dann nicht zu realisierenden Vorhaben auf die zweite Jahreshälfte verschoben werden können.

Das Bezirksamt geht abschließend von einer erfreulichen Stabilisierung der Situation im laufenden Haushaltsjahr aus.

Wir freuen uns über diese positive Entwicklung. Da wir nichts Weiteres zu IhrenxGunsten veranlassen können, schließen wir die Bearbeitung Ihrer Eingabe mit diesem Schreiben ab und danken Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Kügler

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29.09.2012 Ende der Zivilisation

Heinz Sauren

Jedes menschliche Konstrukt und jedes von Menschen erdachte System, hat aus sich heraus Grenzen. Grenzen die sich aus den tatsächlichen Gegebenheiten ergeben die das System umgeben und schon gezogen sind, als das System erdacht wurde.

Allein aus der Begrenzung der menschlichen Befähigung, die Interaktion eines von ihm geschaffenen Systems mit anderen Gegebenheiten und die sich daraus ergebenden Folgen in ihrer Gänze, durch die Unmöglichkeit des Erkennens aller beeinflussenden Faktoren, zu überblicken, ergibt sich das Dilemma seiner Entwicklung.

Die Schwierigkeit des Menschen im Umgang mit dieser Begrenztheit innerhalb der von ihm erdachten Systeme, liegt in dem Widerspruch des vermeintlich erkennbaren Erfolges, die als Kern das System zu bestätigen scheinen, zu den ebenso systemimmanenten Misserfolgen, die wir geblendet durch die Erfolge als Randprobleme verstehen wollen und sie an die Peripherie drängen.

Die Ur-Angst vor den Unwägbarkeiten des Lebens haben wir ebenso aus den Höhlen unserer frühzeitlichen Entwicklung mitgebracht, wie den Wunsch nach der Sicherheit unserer Behausung, in der die Gefahren immer draußen lauerten.

So geschieht es auch heute noch mit unserer neuen Behausung, dem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, welches soweit expandiert ist, das es kein außerhalb mehr gibt, in das die Gefahren verschoben werden können. Die Gefahren und offensichtliche Probleme unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems, welches nicht zuletzt durch die Globalisierung auf diesem Planeten keine Grenzen mehr kennt, sind ein internes und damit ein Problem des Kerns selber geworden.

Es ist nicht grundsätzlich falsch, das Menschen sich eine Gesellschaft schaffen und ihre benötigten Ressourcen mittels eines Wirtschaftssystems teilen. Falsch ist aber an einem System festzuhalten, das sich nicht mehr bewährt. Wesentlicher Bestandteil unserer Entwicklungsgeschichte war die Veränderung, die uns überhaupt erst ermöglichte zu werden, was wir heute sind. Diese Veränderungen führten immer dazu, das wir das System verließen, in dem wir uns zuvor eingerichtet hatten und sie waren immer den gleichen Zwängen zur Veränderung ausgesetzt.

Unserer wachsenden Population und den sich daraus ergebenden neuen Anforderungen an den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Unsere Entwicklungsgeschichte wäre schnell zu Ende gewesen, wenn wir in den Höhlen geblieben wären. Wir haben sie verlassen, weil unsere wachsende Population nicht mehr eine ausreichende Anzahl von Höhlen fand und die lebensnotwendigen Ressourcen für die größere Anzahl von Menschen nicht mehr ausreichten. Wir fanden den Mut unser damaliges Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zu verlassen. Ein Schritt der für uns damals gefährlich war, uns unserer Sicherheit beraubte und doch unser überleben sicherte.

Die Lösung unseres damaligen Problems hieß Expansion. Wir breiteten uns aus, erschlossen neue Ressourcen und strukturierten uns immer wieder neu. Immer größer zu werden war das neue Erfolgsrezept. Es sicherte den stetig wachsenden Sozialverbänden, die in Familien begannen und in Staaten endeten die Versorgung und damit ihr Überleben. Aber auch die Expansion ist ein zeitlich begrenztes Modell. Es fand seinen Höhepunkt aber auch sein Ende im Zeitalter der Kolonialisierung, in der die großen Ressourcenvorkommen verteilt wurden.

In der zweiten Hälfte des 19.ten Jahrhunderts gelangte das über lange Zeit erfolgreiche Modell der Expansion an seine natürlichen Grenzen, der Mensch hatte die Erde erobert. Quantitativ hatte der Mensch eine Erfolgsgeschichte durchlebt, jedoch qualitativ konnte er seinem rasanten Aufstieg nicht folgen. Er war noch immer in seiner Ur-Angst gefangen, die ihm vorgaukelte noch immer in seiner Höhle zu sitzen, aus denen er die Unwägbarkeiten des Lebens zu verbannen suchte. Diese Angst vor einer neuen Veränderung, für die nunmehr hunderte Millionen Menschen hätten gewonnen wären müssen, führte zu folgenschweren Fehlentscheidungen, die heute unser Dilemma sind.

Die damals bestimmenden Eliten aus Adel und Industrie wollten ihre Machtstellungen nicht für eine Veränderung in Gefahr bringen und etablierten ein neues System welches dem Veränderungsdruck entgegen wirkte, in dem es durch die Aufrechterhaltung der Grundpfeiler des alten Systems, eine Sicherheit vorgaukelte, die sich durch eine gedachte weitere Expansion ergab. Eine Expansion, die aber das erste Mal in der Geschichte des Menschen nicht einer tatsächlichen Expansion entsprach, sondern sich eines Hilfsmittels bediente, das keiner natürlichen Begrenztheit mehr unterlag, weil es fiktiv wurde. Dem Geld.

Geld hatte sich als Tauschmittel in wachsenden Gesellschaften bewährt, in denen allein aufgrund der Anzahl ihrer Mitglieder, es dem einzelnen nicht mehr möglich war, seine Lebensgrundlagen zu erwirtschaften. Seinem Sinn nach war es ein Tauschmittel, dessen Besitz die tatsächliche Möglichkeit darstelle den Gegenwert in Naturalien zu nutzen. Unter dem Zwang in einer nicht weiter expansionsfähigen Gesellschaft dennoch die bewährten Mechanismen der Expansion weiter wirken zu lassen, wurde das Geld, das aufgrund seiner ursprünglichen Bedeutung als tatsächlicher Ersatzwert für Naturalien akzeptiert war, zum Träger der weiteren Expansion.

Einer Expansion, die den Glauben vermittelte auch die vermeintlich dahinter stehenden Naturalien würden sich vermehren und doch nicht mehr war als eine Illusion, die dadurch aufrecht erhalten wurde, dass die in gleichem Verhältnis fortschreitende Entwertung des Tauschmittels verschleiert wurde, die analog seiner nominellen Vermehrung auftrat. Ein unausweichlicher Effekt, der sich aus den nicht expansionsfähigen und damit nicht weiter wachsendem naturalen Gegenwert zwingend ergibt.

Auch diese Entwicklung hatte ihre zeitliche Begrenzung. Eine Begrenzung die heute nicht mehr zu verschleiern ist, da sie eine fatale Wirkung mit sich führte. Bis die Menschheit die natürliche Grenze ihrer Expansion erreicht hatte, lebte sie mit den natürlichen Gegebenheiten und mehr oder weniger im Einklang mit dem sie umgebenden ökologischen System. Als sie jedoch ein expandierendes System aufrecht erhielt, welches keine natürliche Expansion mehr zur Grundlage hatte, generierte sie diese Expansion durch eine in gleichem Maße ansteigende Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, die im weiteren Verlaufe nun zu einer Gefährdung des gesamten Ökosystems wurde.

Jedem der heute nicht mutwillig seine Augen verschießt kann an nahezu jedem Ort des Globus feststellen, dass das ökologische Gleichgewicht nicht mehr vorhanden ist. Es ist offensichtlich das wir diesen Planeten ausbluten lassen um unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten, von dem wir zu Unrecht glauben das es Alternativlos sei. Es wäre schon schlimm genug wenn es nur um diese Tatsache gehen würde, die eine immense Schuld auf uns lädt, als nur eine Rasse auf diesem Planeten, die den Lebensraum aller anderen Rassen die mit uns diese Welt bewohnen zerstören oder zumindest gefährden.

Es gibt einfach kein Recht, aus welchem wir unsere egoistische und Leben verachtende Handlungsweise begründen können. Fataler für uns ist die Tatsache, dass wir mit unserem Handeln in nicht einmal 150 Jahren ,unsere eigene Existenz so sehr vergiftet haben, dass unsere Zukunft als Einzelner oder als Menschheit konkret in Gefahr ist. Dies ist ein Fakt, genauso wie es ein Fakt ist, dass wir das getan haben, in dem wir zuließen, das eine profitierende Elite die Folgen nicht sehen wollte, die wir in der ängstlichen Sorge um unsere Sicherheit und der Begrenztheit unseres intellektuellen Horizonts nicht sehen konnten.

Mitte des 19.ten Jahrhunderts stand die Menschheit mit dem Ausgang des Kolonialzeitalters, wieder an einem Punkt, an dem sie ihr altes System hätte aufgeben müssen um ihren Fortbestand zu sichern, wie sie es schon oft in ihrer Geschichte getan hatte. Sie tat es nicht und so haben schon eineinhalb Jahrhunderte ausgereicht um uns an den Abgrund unserer eigenen Existenz zu führen.

Es ist ein evolutionäres Gesetz das Rassen, denen es nicht gelingt nachhaltig ihre Lebensgrundlage zu sichern, dem Untergang geweiht sind und es wird keinen Einfluss auf diese evolutionäre Entwicklung haben, dass der von uns fälschlicher Weise beschrittene Weg aber der bequemste für uns war. Die rasante Vernichtung unserer Lebensgrundlage verdeutlicht, wie wenig Zeit uns noch bleibt und es ist fraglich wie viel, insofern uns ein Richtungswechsel überhaupt gelingt, wir von unserer jetzigen Zivilisation retten können, da ein großer Teil dieser, Mechanismen folgt oder auf Grundlagen basiert, die sich aus einer Illusion ergeben und sich als gefährlicher Irrtum für uns alle heraus gestellt hat.

So offensichtlich wie die Schädigung des gesamten Ökosystems, welches die unersetzliche Grundlage auch unserer Zivilisation und nahezu allen Lebens auf der Erde ist, auch sichtbar ist, so wenig ist auch die Bereitschaft zu erkennen dieses in seiner Wirkung auf uns und uns alle zu erkennen. Vorherrschend sind noch immer die Versuche der Beschwichtung und Beruhigung, die auch weiterhin die Illusion der Sicherheit aufrecht halten soll und nur einem Ziel folgen, der weiteren Aufrechterhaltung des Systems.

Dieser Versuch, das System aufrecht zu erhalten ist heute schon fast so zerstörerisch wie das System selbst. Die sich daraus aufrecht Erhaltung ergebenden Folgen werden von mal zu mal schwerwiegender, da sie ein immer größeres Missverhältnis zwischen unserer zivilisatorischen Lebensweise und den ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten kaschieren muss. Es ist nicht zu erwarten, dass die heutigen Entscheidungsträger eine tatsächliche Veränderung bewirken werden.

Dabei liegt es nicht daran, dass sie nicht genügend Vernunft aufbringen könnten, die Sachlage zu erfassen, sondern an dem Umstand das es ihnen verboten ist, das zu zu tun. Wir beschäftigen Staatsdiener, die wir dafür bezahlen dieses System zu verwalten und haben Politiker berufen uns zu vertreten, mit nur einem Auftrag, dieses System zu erhalten. Wir können nicht erwarten, dass die, die wir explizit beauftragt haben, den Status Quo zu erhalten, nun die sein werden, die ihn verändern. Insbesondere leider auch dann nicht, wenn dieses eigentlich zu unserem Schutz geschehen würde.

Die Entscheidungsträger unserer Gesellschaften folgen ihrem Auftrag und versuchen aus diesem heraus auf die Missstände zu reagieren. Sie entscheiden immer zuerst unter ihrer obersten Prämisse, der Aufrechterhaltung des Systems. Daher gelingt es ihnen auch nicht tatsächliche Veränderungen zu bewirken, die nur erreicht werden können, wenn der Grund unserer gefährlichen Probleme, nämlich der Kern unseres Systems in Frage gestellt werden würde. Von daher ist auch falsch die Politik zu beauftragen, eine Lösung für die existentielle Krise der Menschheit zu finden, sowie es auch falsch ist diese zu kritisieren, für die Tatsache das es ihnen nicht gelingt eine zu finden.

Der Anachronismus unserer Gesellschaft zeigt sich besonders deutlich an den Säulen auf denen sie ruht. Dem Staatswesen, der Rechtskultur und dem Wirtschaftswesen. Unser Staats- und Rechtswesen ist aus dem altrömischen Modell entstanden. Einem Kastenwesen welches von Imperatoren und Despoten aus Geburtshierarchien bestimmt wurde, das auf Expansionskriege seine Macht begründete und Folterung, Plünderung und Mord als legitime Mittel ansah.

Unser Rechtssystem begründet sich ebenfalls im römischen Recht, wobei besondere Ereignisse und Personen ihren Geist in ihm bis heute verewigten. Als nicht abschließende Aufzählung der Prägung unseres Rechtswesens seien hier die Rechtsgutachten der Inqisition, die Freibriefe des Völkerschlachtens des dreißig jährigen Krieges, das Belagerungsrecht der napoleonischen Okupation und das Sozialgesetzbuch des Dritten Reiches genannt.

Unser gesamtes Wirtschaftswesen liegt in der Kolonialzeit begründet, einer Zeit in der eine unendliche Expansion und unbegrenzt neue entdeckbare Schätze und Ressourcen das denken bestimmten und wurde in der Zeit des kalten Krieges in seine jetzige Form geschliffen, in der der Kapitalismus Staatsdoktrin in der westlichen Hemisphäre war. Es ergab sich eine bis heute deutliche Prägung dieser Einflüsse, auch wenn diese sicherlich den jeweiligen zeitlichen Gegebenheiten angepasst wurden.

Die moralischen Regeln, die unser miteinander bestimmen basieren auf Mythen der abrahamitischen Religionsstiftung. Unbestritten haben diese Regelwerke ihre Berechtigung gehabt, zumindest in einer Welt die hinter den Grenzen Europas zu Ende zu sein schien, in der ökologische Ungleichgewichte und globale Problemlagen unbekannt waren und auf eine Bevölkerung wirkte, deren Interessenlage am jeweiligen Dorfrand endeten und staatliche Entscheidungen aufgrund sehr langer Kommunikationswege, eine Frage von Monaten und Jahren waren.

Jedoch ist nicht ernsthaft anzunehmen das mit Hilfe dieser Regelwerke, auf die existentiellen Probleme der Menschheit angemessen reagiert werden kann, weil sie zum einen nicht für die Dimension der Fragestellungen gedacht war und ebenfalls seiner originären Aufgabe unterliegt, seiner Selbsterhaltung.

Ein zukünftiger Bestand der menschliche Zivilisation ergibt sich nur und ausschließlich aus der Befähigung eine Zivilisation zu etablieren die keine Expansion braucht und mit der Erde und ihren Ressourcen nachhaltig ihre Lebensgrundlage zu sichern vermag und nicht wie bisher von der Erde durch ihre Ausbeutung lebt. Ein solches Gesellschafts- und Wirtschaftssystem steht in absoluten Widerspruch zu dem heute etablierten.

Unbedingte Grundvoraussetzung für ein solches System wäre nicht die Eindämmung, sondern völlige Verhinderung jeglicher Expansion und die Aufhebung der Grundsätze, die unser heutiges System tragen und sogar erst ermöglichen. Eigentum wäre nur noch begrenzt denkbar, an Grund und Boden sogar unmöglich. Es kann keine Zinsen mehr geben und ein Mensch kann nicht nach mehr als seiner Lebensgrundlage streben, da ihm jedes mehr darüber hinaus verboten wäre.

Ressourcen könnten nicht besessen werden, würden aber im Gegenzug allen Menschen wie auch allen anderen Lebewesen als gleichrangige Teilnehmer des Ökosystems uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Hortung von Gütern über die Erhaltung der eigenen Lebensgrundlage hinaus, wäre gegenüber anderen Teilnehmern der Ökogemeinschaft eine nicht zu tolerierende Vorenthaltung dieser Güter. Reichtum wäre damit strafbar.

Aber auch eine Alimentierung derer, die es nicht vermögen ihre Lebensgrundlage zu erhalten wäre nicht mehr möglich. Soziale Netze wären nur in äußerst begrenztem Maße innerhalb der Möglichkeiten zu Weitergabe von Gütern aus der eigenen Lebensgrundlage denkbar. Die Folge wäre eine Auflösung aller uns bekannten Staatsformen, Gesellschafts-, Wirtschafts-, und Finanzsysteme.

Die Gesellschaft reagiert auf solche Ankündigungen mit Ablehnung und Unverständnis. Die Menschen haben sich an das bequeme Leben in dieser Gesellschaft gewöhnt und wollen es nicht mehr missen. Daher sind ihre Forderungen nach Veränderung auf Oberflächlichkeiten beschränkt und ihre Vertreter, die Politiker bleiben auch weiterhin aufgerufen, das System zu erhalten.

Forderungen dieser Art werden als Sozialdarwinismus oder -neid abgetan. Sie sind weder gewillt noch befähigt zu verstehen, das ihr vermeintlich gutes Leben in der Vergangenheit eine Anleihe an eine Zukunft war, die sie dadurch unmöglich machten. Die Durchsetzung solch grundlegender Veränderungen sind eine Utopie, genauso wie eine Nichtdurchsetzung die Existenz der Menschheit zu einer Utopie macht.

Die Wissenschaft hat uns glauben gemacht das alles möglich sei. Sie hat uns sogar an die wundersame Vermehrung von Nahrung glauben lassen. Diese Ertragssteigerung von Nahrung haben wir mit unserer schleichenden Vergiftung bezahlt. Unser wissenschaftliche Fortschritt hat uns geholfen viele Krankheiten zu überwinden, für den Preis nun noch mehr neue Krankheiten zu haben. Unser Glauben, die Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen zu können ist illusorisch.

Wir leben in einem Ökosystem in dem alles was wir tun Folgen hat, die direkt auf uns zurück fallen. Wissenschaft kann uns helfen die Welt zu verstehen, aber sie ist ungeeignet sie zu verändern, da alle von uns vorgenommenen Veränderungen nur oberflächlicher Natur sind, die das ökologische System mit einer Reaktion beantwortet, die uns unserer Lebensgrundlage entzieht. Die Natur bestraft uns nicht, sie versucht nur die Balance in einem Ökosystem zu erhalten, welches wir permanent einseitig verändern.

Eine der fatalsten Folgen unserer Wissenschaftshörigkeit ist jedoch die Annahme ihrer Durchführungsgesetze. Eines dieser wissenschaftlichen Gesetzen ist, das eine Annahme solange aufrecht erhalten wird, bis eine gegenteilige Annahme bewiesen wurde. Dieser Gedanke führt dazu das wir auch an dem fatalsten System welches sich der Mensch je erdacht hat, seine jetzige Gesellschafts- und Wirtschaftsform, festhalten werden. Nicht weil wir nicht wüssten, das dieses falsch ist, sondern allein weil uns noch nichts besseres eingefallen ist.

Wir halten an dem was unsere Welt, unsere eigene Gesundheit und letztlich unsere gesamte Existenz zerstört fest, weil wir uns nicht eingestehen können, das es ein Fehler war. Es hat uns ja noch niemand bewiesen, das es etwas besseres gibt. Das makabere dieses Gedanken ist seine Konsequenz. Es wird die Bereitschaft sein eine Veränderung erst dann anzunehmen, wenn der Beweis erbracht ist und das ist der unwiederbringliche Verlust unserer Lebensgrundlage innerhalb dieses Ökosystems.

Der Mensch wird die Gegebenheiten, die er auf der Erde vorfindet nicht verändern können. Durch die Begrenztheit seines Lebensraumes auf der Erde, kann auch er nur sein Überleben sicher, wenn auch dieses auf Begrenztheit beruht. Das Maß der Begrenztheit wird nicht von seinen Wünschen bestimmt, sondern von dem Maß der Ressourcen die er auf diesem Planten vorfindet und die er mit allen anderen Lebewesen teilen muss. Die Zukunft der Menschheit ergibt sich daraus, ob es ihm gelingt dieses Gleichgewicht zu finden und zu erhalten, bevor er seine Lebensgrundlage verloren hat.

Viele haben sich die Rettung der Natur, den Schutz der Umwelt und sogar die Erhaltung natürlicher Lebensräume auf ihre Fahnen geschrieben. Viele wollen die Politik verändern und soziale Missstände beseitigen. Viele haben sogar die fatale Wirkungsweise dieses Systems erkannt. Diese Erkenntnisse und Bestrebungen, die auf den ersten Blick erstrebenswert scheinen, sind bei genauer Betrachtung nicht ohne Gefahr, da jene die sich für ihre Durchsetzung einsetzen, diese Veränderung innerhalb des Systems suchen.

Sie wollen die Politik verändern und sie menschlicher, vielleicht auch ökologischer machen. Dadurch das sie sich in das politische System, wenn auch mit dem Willen zur Veränderung einbringen, stärken sie dieses System sogar noch und ihre Erfolge verändern nichts, sondern verlängern nur seinen Bestand in dem sie das Leiden durch und innerhalb des Systems abschwächen. In letzter Konsequenz verlängern sie das Überleben des Systems und damit auch den Schaden, der von ihm ausgeht.

Nur sehr wenige sind bereit und befähigt tiefer zu denken und den Kern des Übels zu erkennen. Sie werden sich nicht in das System einbringen und auch aus dem System heraus keine Veränderungen erwarten. Sie sind die letzte Hoffnung auf einen Fortbestand der Menschheit, aber zu wenige um eine realistische Hoffnung für den Fortbestand unserer Zivilisation zu sein.

Ich verbleibe in diesem Sinne

Heinz Sauren

Heinz Sauren studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
Rechtswissenschaften und Philosophie. Im weiteren bezeichnet er sich als Autodidakt.

Beruf: Schriftsteller
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

Berufung: Buchautor, Kolumnist, Essayist, Aphoristiker und Freigeist

Politische Ausrichtung
Politische Einstellungen sollten keinen Parteien-, sondern einen begründeten Sachbezug haben, daher reicht mein politisches Spektrum von rechtsliberal bis linkskonservativ und in Fällen empfundener Ungerechtigkeit, darf es auch mal etwas Anarchie sein.

Religiöse Einstellung
Die etwaige Existenz oder Nichtexistenz eines Schöpfergottes ist nicht, von persönlichen Präferenzen, gesellschaftlichen Definitionen oder einem Glauben daran, abhängig.

Seine Lieblingszitate

” Die meisten Menschen haben einen Erkenntnisradius gleich null, das nennen sie dann ihren Standpunkt.” Albert Einstein

“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.” Theodor Adorno

Kontakt zu mir

E-mail: HeinzSauren@gmail.com

Lala Lopo Das einst durch Menschenhand erschaffene Wirtschaftsystem ist im Rahmen der Industrialisierung, Globalisierung und technolgischem Fortschritt zu einem "Übermenschenlichen Konstrukt" mutiert das uns knechtet und aus dem wir trotz jeglicher alarmierender Anzeichen des Scheiterns dennoch nicht verändern!Wir sind in eine Starre gar Ohnmacht verfallen, die uns ohne großen Protest den Weg weiter gehen lässt,einen Weg der im Abgrund enden wird,aber dem wir hypnotisch zu folgen scheinen!Es wird Zeit aufzuwachen!

 

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28.09.2012 Düsseldorf: Nachholbedarf in Sachen Toleranz?

Carsten Reinhold Schulz

Nach mehreren vergeblichen Versuchen der pädagogischen Leitung, des im Düsseldorfer Stadtteil Lohausen beheimateten Ateliers Studio 111, an den sogenannten „Kunstpunkten“ teilzunehmen, wurde den zumeist geistig behinderten Künstlerinnen und Künstlern eine Teilnahme an der jährlich stattfindenden Prestige-Aktion des Kulturamts, in diesem Jahr erneut verwehrt. 

Aus der Sicht des Vereins für die Förderung geistig behinderter Künstler und Art Brut, JASON RØ, spricht die Wiederholung der Ablehnung und damit der tatsächlichen Ausgrenzung deutlich gegen einen Zufall. Das in Trägerschaft des Deutschen Ordens existierende Haus St. Josef kann bereits auf eine langjährige, unter den Nationalsozialisten ausgesprochen leidvolle, Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung zurückblicken.

In dem, zum Haus gehörenden, geräumigen Atelier arbeiten seit Beginn der Gründung im Jahre 1994, unter Anleitung von geschulten Pädagogen, etliche Künstler in verschiedenen Arbeitstechniken. Obwohl das Studio 111 an Messen und Kunstausstellungen teilnimmt, ist das Kulturamt Düsseldorfs offenbar nicht gewillt, diese intensive künstlerische Auseinandersetzung mit anderen Künstlern gleichzustellen.

Schon bei leichtem Nachdenken über das Thema Kunst und Behinderung, kann der fehlende Besitz einer persönlichen Künstlerkarte als Grund für den Ausschluss am öffentlichen Atelier-Rundgang wohl nicht ausreichen. Mit diesem offenen Brief will der Verein „JASON RØ“ und das Blogprojekt „Der Künstler als Kritiker“ Bürgermeister Herrn Dirk Elbers und alle Verantwortlichen der Stadt dazu aufrufen, endlich Schritte zu unternehmen, die einem solch intoleranten und rückständigem Betragen innerhalb des städtischen Kulturapparates Einhalt gebieten.

Dringender Gesprächsbedarf ist offensichtlich – gerade im Hinblick auf eine menschliche, weltoffene, kulturaffine Stadt.

Weitere Informationen: info@jason-ro.de

Carsten Reinhold Schulz

Der Künstler als Kritiker 

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24.09.2012 PRIVATISIERUNG um jeden Preis

Konstantin Wecker

Liebe Freunde, entschuldigt bitte diesen sicherlich sträflich spontanen Beitrag. Und das ist jetzt viel zu unüberlegt, unbedacht,unvorsichtig und meinetwegen auch naiv. Aber ich höre gerade Nachrichten, und es geht um Griechenland und meine griechischen Freunde, und ich höre zwischen dem üblichen Ökonomiekauderwelsch immer nur: PRIVATISIERUNG.

Ja, vielleicht habe ich nicht differenziert zugehört, vielleicht habe ich uneinsichtig und von Vorurteilen besessen nur dieses Wort aus dem allgemeinen Gerausche entblättert - aber ich frage euch jetzt, geht es wirklich nur darum, dieses wunderschöne Land mit seinen wunderbaren Menschen an ein paar reiche Arschlöcher und Konzerne zu verkaufen?


Strände, Post und Hafen, Kunstschätze und Telekommunikation, und so vieles mehr was dem Staat gehört und damit nach meinem Verständnis den Bürgern dieses Staates verscherbeln, damit für immer ein paar Oligarchen das Land besitzen und das Sagen haben gegen Poesie und Anmut, Schönheit und Eigenständigkeit, Herzlichkeit und Gemeinsamkeit?


Bin ich ein unverbesserlicher Altachtundsechziger und hab mir deshalb ein Herz für Menschen und Freiheit, Demokratie und - ja, am Ende eben doch Vernunft - verspielt?


Vielleicht. Aber - ob Söder oder Rösler, Merkel oder Junker - wie sie auch alle heissen mögen , diese Totengräber einer menschlichen, gerechten und sozialen Gemeinschaft, diese Vasallen der Finanzautisten - ich kann sie nicht mehr ertragen. Erst wenn die Akropolis zur Empfangshalle der deutschen Bank mutiert ist, geben sie wohl Frieden.


Und das ist einfach nur ekelhaftl.
Verzeiht mir. Das musste mal raus.

 

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20.09.2012 eine Provokation gegenüber dem Staat

Ali Utlu - NRW-Piraten

Nach Einschätzung der NRW-Piraten versuchen polemisierende Randgruppen wieder einmal, Religion und religiös motivierte Taten für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. Der Landesverband appelliert an staatliche Institutionen und religiöse Gemeinschaften, sich nicht vereinahmen zu lassen und ruft zu einer gelassenen, souveränen und sachlichen Auseinandersetzung mit dem jüngsten Konfikt auf.

Die Ankündigung einer öffentlichen Aufführung des Films „Innocence of Muslims“ ist aus Sicht der NRW-Piraten eine Provokation gegenüber dem Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen. Eine aufgeklärte, die Menschenrechte achtende Gesellschaft muss jedoch ein eigentlich unbedeutendes Youtube-Video aushalten können.

„Auch wenn dieser Hinweis nach den tragischen Ereignissen der vergangenen Tage zu spät kommt, für die Zukunft hilft es vielleicht, solche im Internet veröffentlichte Schmähvideos von vorne herein mit Nichtachtung zu strafen und nicht durch das Produzieren von auflagenträchtigen Schlagzeilen aufzuwerten“, stellt Ali Utlu, Kölner Pirat und Menschenrechtler, fest.

„Und wir müssen uns die grundsätzliche Frage stellen, ob wir aufgrund von gewalttätigen Konflikten, egal ob sie nun durch rechte Extremisten oder radikale Gläubige ausgelöst wurden, unsere mühsam erworbenen demokratischen Grundwerte Schritt für Schritt aufgeben wollen.“

Die NRW-Piraten verurteilen, dass dieser aufhetzende Film unter dem Deckmantel der Meinungs- oder Kunstfreiheit veröffentlicht wird, warnen jedoch vor einer erneuten Verbotsdebatte. Stattdessen sollten Ursachen und Hintergründe der Kontroverse sachlich analysiert werden. Verbote oder Diskussionen darüber führen in den seltesten Fällen zur gewünschten Deeskalation.

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20.09.2012 die eigene politische Bankrotterklärung

Mukadder Bauer

Sehr geehrter Herr Buschkowsky, ich bin in Neukölln groß geworden und viele Freunde von mir leben noch immer dort. Ihr Buch ist eine Unverschämtheit, zumal Sie als politisch Verantwortlicher so tun, als ob sie nichts mit dem sozialen Abstieg des Bezirks zu tun haben.

Als Mitglied der SPD, die auch in Regierungsverantwortung steht, hatten Sie 10 Jahre Zeit vernünftige Konzepte zu entwickeln, um den Menschen eine Perspektive, ein gute Schulbildung und Teilhabe zu ermöglichen. Das Einzige das sie tun, ist, Ihre eigene politische Bankrotterklärung an die Menschen in Neukölln abzuwälzen und rassistische Unterstellungen und Lügen zu verbreiten, um von Ihrer Unfähigkeit abzulenken. Es ist Ihr politisches Armutszeugnis, dass Sie sich mit dem Buch erschreiben!

Die gleichen, die über korrupte und überbezahlte Politiker schimpfen, finden nichts dabei, dass ein Politiker so offensichtlich sein Amt ausnutzt, um sich gegen Ende seiner politischen Karriere mit diesem "Buch"(er geht nächstes Jahr in Pension) noch einmal gründlich die Taschen auffüllt..Und an wen dieses Buch gerichtet ist, merkt man daran, dass er Auszüge zuerst in der BILD veröffentlicht..

Und zu der debatte um Das Mohammed-Video und die Welle der inszenierten Erregung habe ich nur folgendes zu sagen:

 

Kann sich noch jemand am das Blätterrauschen erinnern, dass das Gedicht von Grass ausgelöst hat? Alle heulten auf und schrieben sich mit mehr als letzter Tinte an seinem vorgeblichen Antisemitismus die Finger wund, auf der anderen Seite dürfen Hetzseiten wie PI unbehelligt gegen Muslime hetzen und werden Hetzfilme eiligst als Kunst deklariert, um sich als offene Gesellschaft zu definieren, die die s aushalten müssen.

Ich glaube, die Empörung wäre nicht einmal halb so groß, wenn man jeglichen Rassismus gleich verurteilen würde, aber was würde dann z.B. Friedrich ohne sein Lieblingsthema machen, wie könnten dann Sarrazin und sein Bruder im Geiste Buschkowsky Bücher verkaufen? Fakt ist, dass die , die jetzt die Meinungsfreiheit auf Teufel komm raus verteidigen Teil des rassistischen Problems und nicht die Lösung sind..

 

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18.09.2012 Die „Via Crucis“ - Listzs avantgardistisches Meisterwerk

Liane Bednarz

Franz Liszt und Robert Wilson. Was für ein Paar. Musikalischer Avantgardist des 19. Jahrhunderts meets Regie-Ikone der Postmoderne. Was die beiden Genies über die Jahrhunderte hinweg miteinander auszumachen haben, sollte das „pèlerinages“ Kunstfest Weimar nun zeigen. Robert Wilson, bekannt für seine experimentelle Bühnenkunst, hatte sich ausgerechnet eines der experimentellsten Sakralstücke Liszts zur Inszenierung vorgenommen: die „Via Crucis“.

Das „pèlerinages“ Kunstfest Weimar 2012: Hommage an den sakralen Liszt

Unter Leitung seiner Ururenkelin, Nike Wagner, würdigt das Weimarer Kunstfest seit 2004 alljährlich Franz Liszt (1811-1886). Traditionspflege und Experimentierfreudigkeit halten sich hier die Waage. Das Motto „Anrufung“ rückt in diesem Spätsommer die religiös-spirituelle Seite Liszts in den Mittelpunkt.

Ohne seinen Katholizismus ist Liszt in der Tat nicht denkbar. Denn er war nicht nur der ekstatisch gefeierte Virtuose an der Tastatur, der mal eben die bis dato existierenden Grenzen der Spieltechnik und Klangfülle seines Instruments sprengte. Nicht nur der visionäre Erfinder neuer säkularer Kompositionsformen. Nicht nur Genussmensch, Salonlöwe und Ästhet. Sondern auch zeitlebens tiefgläubig: „Mein Hang zum Katholizismus rührt von meiner Kindheit her und ist ein bleibendes und mich beherrschendes Gefühl geworden“, schrieb er 1863 in einem Brief.

Mehr noch: Im Jahre 1865 empfing Liszt die vier „Niederen Weihen“ - eine bis zur Neuordnung durch Papst Paul VI. im Jahr 1972 bestehende Vorstufe zur Priesterschaft - und ließ sich fortan „Abbé“ nennen. Auch auf dem Gebiet der geistlichen Musik wurde Liszt zum Avantgardisten und schuf ab 1870 ganz neue Formen sakraler Tonkunst. Gefälligkeit - man hatte ihm vorgeworfen „Wagner in die Kirche tragen zu wollen“ - wich Askese. Kargheit dominierte nun. Die Musik erscheint sphärisch, schwebend und sprengt bisweilen die Grenzen der bis dato bekannten Harmonik, sticht in die Atonalität und damit weit hinein ins 20. Jahrhundert vor.

Die „Via Crucis“ - Listzs avantgardistisches Meisterwerk

Die 1878/79 fertig gestellte „Via Crucis“ ist für Nike Wagner eine „kühne Mischung von Gregorianik, protestantischen Chorälen, Worten von Pilatus und Jesus, und einer Musik, die „das Verschwinden“ auf so sparsame, bewegende Weise darstellt“. Alles auf der Basis eines das Stück durchziehenden asketischen Grundtons, hinter dessen spieltechnischer Simplizität eine komplizierte und raffinierte Harmonik steckt. Ernst Burger nennt das Werk in seinem grandiosen, 2010 erschienenen Band „Franz Liszt. Die Jahre in Rom und Tivoli“ „die erschütternd expressive Via Crucis“, die „in ihrer rücksichtslos dissonanten, lapidar-herben Diktion jede Konvention hinter sich“ lässt.

Als Inspiration für die Komposition dienten Liszt Zeichnungen des Nazareners Johann Friedrich Overbeck. Er selbst imaginierte eine Aufführung im Colosseum in Rom. Was also liegt näher, als die „Via Crucis“ durch Robert Wilson ganz neu erschließen zu lassen, jenem Wilson, der - so die Ankündigung - „die Zusammenhänge von Bühnenbild, Licht, Kostüm und Bewegung auf seine wundersame, stets rätselhafte Art neu definiert“? Die notwendige Ehrfurcht vor der Thematik hat Wilson bereits vor der Premiere zum Ausdruck gebracht: „Religion does not belong on stage“, war von ihm zu hören.

Deshalb: keine Bühne, keine Akteure. Stattdessen: nur Licht, nur Farben. Und Raum für ein subjektives Erlebnis, denn Wilson fordert vom Zuschauer „eine sinnliche Form der Annäherung über eigene, ganz persönliche Assoziationen zu den Bilderfluten“, wie Stefanie Fuchs in ihrem 2011 publizierten Werk „„Alles Begann mit Bildern und Rhythmen…“. Visualität und Theaterraum in Robert Wilsons Theaterästhetik“ erklärt.

Der Weg durch die „Ephiphaneia“

Vor dem Eintritt in das sakrale Licht- und Klangwunder ist der aus 250 Wassertanks bestehende Pavillion „Ephiphaneia“ zu durchschreiten. 30 Minuten lang zeigen hier Studierende der Bauhaus-Universität Weimar und junge Künstler des Watermill Centers New York an 16 Stationen Werke, die sich an das Sujet der Via Crucis anlehnen, darunter Installationen, Darstellungen und Filme. Sehr laut ist es. Nun ist klar, warum vorab Ohrstöpsel ausgeteilt wurden. Alle paar Minuten erschallt eine dröhnende Sirene. Man kämpft sich durch das zerknüllte Zeitungspapier auf dem Fußboden. Geht an einer Frau auf einem Stuhl mit starrem Blick vorbei, die einem Handfeger und Klebeband entgegenhält. Und passiert am Ende des Rundgangs eine menschliche iPhone-Siri.

Dunkelheit, Stille: Der Eintritt in die postmoderne Kathedrale

Dann öffnet sich das Tor zu der von innen schwarz verkleideten Viehauktionshalle. Es geht hinein in die fahle Halbdunkelheit, in die dämmernde Nacht, in die Stille. Abrupte Entschleunigung. Oben sichtbar: das spitzwinklige Giebeldach mit seinem Holzbalkenskelett. Eine postmoderne Kathedrale. Auf dem dunkelgrauen Splitt sind 199 spartanische Drehschemel für das Publikum angeordnet.

Dann Dunkelheit. Und mit einem Mal, inmitten der Stille, erhebt sich, erklingt, erstrahlt der gregorianische Hymnus der Einleitung, getragen von mächtigen Akkorden der voluminösen Orgel: „Vexila regis roderunt, fulget rucis mysterium, qua vita mortem pertulit et morte vitam protulit“ (Des Königs Fahne schwebt empor, es glänzt das heilige Kreuz hervor, an dem den Tod das Leben starb, und Leben durch den Tod erwarb). Liszt stellt der Leidensgeschichte Jesu also das Banner des Auferstandenen voran. Und bereits jetzt ahnt man: dies ist eine der besten und zugleich innovativsten Einspielungen der „Via Crucis“.

Anstelle der reinen Orgel- oder Klavierfassung, die Liszt anfertigte, erklingt eine Fusion beider Varianten mit Silvius von Kessel an der Orgel und Christoph Keller am Klavier. Eingespielt wurde die Aufnahme mit dem Kammerchor der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar unter der Leitung von Jürgen Puschbeck in der Erfurter Lutherkirche und im Erfurter Dom. In der Viehauktionshalle wird daraus ein dreidimensionales Klangwunder. Zu verdanken ist dies 120 Lautsprechern und einer ausgefeilten Soundsoftware des Erfurter Unternehmens „Iosono“.

Orangefarbene Lichtabstraktionen

Mit dem Ausklingen der Einleitung beginnt die Lichtkunst Wilsons. Spärlich zunächst. Und gänzlich abstrakt. Also ganz unnaturalistisch und damit ganz Wilson. An den schmalen Wänden der rechteckigen Viehauktionshalle erscheinen während der ersten Stationen der „Via Crucis“ nach und nach kreisrunde Scheinwerfer in einem warmen Orangeton. Sie leuchten auf und verglimmen, leuchten stärker auf und verglimmen. Ein visuelles Crescendo, das sodann auf die Längsseiten der Halle übergreift. Dort geht ein ebenfalls orangener, durch die Lichttechnik sphärenhaft verdoppelter Sternenhimmel auf, der später von gleichfarbigen Neonröhren abgelöst wird.

Gegensätze: „O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Jesus cadit

Sphärisch-kühle Takte zu Beginn der 6. Station der „Via Crucis“ münden in die erste Strophe eines der schönsten Choräle der Kirchengeschichte: „O Haupt voll Blut und Wunden“. Auf einer Leinwand an einer der kurzen Seiten der Halle erscheint dazu ein blau-irisierendes Lichtspiel, in das sich immer größer werdende orange Ovale einmischen. Schön. Berührend. Warm.

Im abrupten Gegensatz dazu: die nächste Station („Jesus fällt zum 2. Mal“): Hart und kalt erklingt das „Jesus cadit“ des Chores, das sodann in das Lamento „Stabat mater dolorosa“ übergeht. Es ist nun  wieder nachtdunkel. Nur an den Seitenwänden erscheint jeweils in der Mitte ein einzelner, diagonaler Strahl von weißen Neonröhren. Man spürt Kälte, Einsamkeit, Tod. Die kurzen Momente der Stille zwischen jeder einzelnen Station verschärfen die Gegensätze. Herausragend! Und so klar artikuliert hat man die Vokalteile des Stücks selten gehört. Auch stimmlich erklimmen der Chor, die Mezzosopranistin Jie Zhang und der Bariton Edwin Crossley-Mercer Gipfel der Intensität.

Das dramatische  „Crucifige“ und anschließender Tod Jesu am Kreuz

In den Folgestationen erscheinen auf den beiden gegenüberliegenden kurzen Seiten der dunklen Halle horizontale und vertikale Rechtecke. Hinweise auf das Kreuz Jesu? Die Farben changieren in kühlen Tönen: blutrot, magenta, lila, stahlblau und grau. Dann der sicherlich dramatischste von vielen Höhepunkten: „Crucifige!“ erschallt es in voller Lautstärke in der 11. Station („Jesus wird ans Kreuz geschlagen“). Blitzartig erscheinen gleichzeitig an allen vier Wänden die schon bekannten Neonröhren und eine Art weit ziselierte, zugleich dichte Aderstruktur, die sich zum harten, aufwühlendem Rhythmus der Orgel zitternd bewegt.

Dann der Wechsel: das sich anschließende Lamento des qualvollen Kreuzestods in der 12. Station („Jesus stirbt am Kreuz“): „Eli, eli, lamma Sabacthani?“ (Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?). Hier verlässt Wilson den Pfad der Abstraktion. An den Längsseiten leuchten inmitten der Dunkelheit jeweils zwei identische strahlend weiße Hirsche auf, wiederum durch die Lichttechnik visuell in den Raum hinein verdoppelt. Noch scheint das Tier in voller Lebenskraft zu stehen. Aber der Pfeil steckt schon in der Seite des Rumpfs. Die Wunde klafft. Und dann schließen sich die Augen, senkt sich der Kopf herab. Dazu erklingt mit „O Traurigkeit, O Herzeleid“ einer der berührendsten Passionsgesänge der Christenheit.

Ist diese Kombination aus Bild und Klang Kitsch? Nein. Der Kreuzestod wird gerade mit dieser Durchbrechung des Abstrakten hervorgehoben. Am Ende dieser Station fällt die Leinwand zu Boden. Eine Reminiszenz an das Zerreißen des Vorhangs im Tempel nach Jesu Tod. Danach kehrt Wilson zur Abstraktion zurück. Der Applaus am Ende? Fast spärlich. Aber alles andere wäre mitten hinein in diese sakrale Intensität auch merkwürdig. Das Rauschhafte des Erlebten wirkt nach. Viele stehen noch ganz im Bann der „Via Crucis“.

„Wahrnehmen und Bedeuten sind in seinem Theater als zwei separate Vorgänge zu begreifen, die nicht zeitgleich stattfinden“, schreibt wiederum Stefanie Fuchs über Wilson und schließt mit einem Verweis auf ein Zitat Christel Weilers an: „Dies verweist auf „das Bedürfnis nach gedanklicher Verarbeitung durch Erinnerung und Reflexion.““ Für die grandiose Weimarer „Via Crucis“ gilt dies voll und ganz. Sie wirkt nach.

Dr. Liane Bednarz

Dr. Liane Bednarz studierte Rechtswissenschaften in Passau, Genf und Heidelberg. Sie wurde 2005 zum Dr. iur. promoviert. Liane Bednarz war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und schrieb für die "Westfalenpost Schwelm."

 

 

 

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17.09.2012 Eine einzige Jammerei über ihr "hartes" Leben

Alexandra Amber

Das wohl überflüssigste Buch des Jahres ... die angebliche PR-Expertin (immerhin hat sie wohl Medienmanagement studiert - nun ja, der Schuster und seine Leisten ...) demontiert sich hier mit jedem Kapitel selbst. Eine einzige Jammerei über ihr "hartes" Leben, gekrönt von Sätzen wie diesen hier:

"Ich bin keine der Frauen mit einem überquellenden Schuhschrank. Ich denke, ich besitze so an die 40 Paar." (Ach sooo - na gut, in einem begehbaren Kleiderschrank verschwinden die ja förmlich, da kann man wirklich nicht von Überquellen sprechen)

"Nach Abzug von Steuer und Unterhaltsverpflichtungen blieben uns noch 3500 Euro zum Leben." (Mir kamen die Tränen!)

"und weil man selbst auch nicht mehr wichtig ist. Denn natürlich streichen eine Michelle Obama oder eine Prinzessin Maxima mich von ihrer Liste der vermeintlich bedeutenden Frauen." (Ach was? Das ist wohl das größte Problem, plötzlich nicht mehr wichtig zu sein ... klingt jedenfalls im ganzen Buch so)

"Gerne hätte ich an dem einen oder anderen Morgen zu Christian gesagt: "Du, ich bleibe noch mal 20 Minuten länger im Bett", und dies nicht aus Müdigkeit, sondern aus dem Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein." (Gottchen, das sage ich meinem Mann und meinem Kind jeden Morgen, wenn ich dieses Bedürfnis habe. Was interessiert es mich denn, dass die eine zur Schule und der andere ins Büro muss? Ich hab schließlich auch Bedürfnisse morgens! Puh, wie gut, dass ich nicht Frau des Bundespräsidenten bin, wenn die sich das nicht mal erlauben kann ...)

"Mehrmals fragte ich mich, ob ich das falsche Studienfach gewählt hatte und nicht doch besser den Weg zur Pastorin hätte einschlagen sollen." (mein Rat: ja, Frau Wulff, das haben Sie! PR ist wirklich nicht Ihr Ding. Und unter Pastoren - da kennt man sich. Die lassen auch gerne mal Fünfe gerade sein, wenn es um Mein und Dein geht. Oder um das Ausschöpfen von gewissen Begünstigungen. Passt schon!)

"Es ist alles ein großes Spiel, bei dem es nur ein Ziel gibt: Auflage zu machen! Und plötzlich Teil dieses Spiels zu sein, ein Spielball der gesamten Medien, das war für mich schon merkwürdig und hat mich von Beginn an überrumpelt." (Ich erwähne es noch mal - die Frau hat Medienmanagement studiert! Der Ruf deutscher Universitäten ist wirklich nicht so schlecht, wie es offenbar in Wahrheit darum bestellt ist)

"Mich beschlich das Gefühl, dass dies alles eine mächtige Inszenierung ist. Zugegeben perfekt. Dass so eine Fassade mit zum Spiel gehört, wusste ich damals noch nicht." (siehe Kommentar oben)

"Mir ist die Lust auf Urlaub vergangen. Ich kann kaum noch irgendwo hinfahren und mich entspannen. Immer und überall muss ich befürchten, dass man mir hinterherspioniert und Fragen stellt." (ich kann Sie beruhigen: jetzt können Sie hinfahren, wo Sie wollen, weil sich niemand mehr für Sie interessiert)

Mein persönliches Highlight:

"Trotzdem steht für mich fest, dass ich auf keinen Fall mehr derart zum Medienereignis werden möchte." (Na, dann ist die Taktik, ein persönliches Buch zu veröffentlichen mit angetrommeltem Medienzirkus ja genau der richtige Schritt an den kopf fass)

Mein Fazit: ein Desaster für eine vermeintliche PR-Expertin. Ein Hilfeschrei wie ein Selbstmordversuch, und zumindest ein medialer Selbstmord ist der "Autorin" hier auch vorzuwerfen. Es gibt keinerlei Einsicht, keine tieferen Erkenntnisse, nicht einmal das Thema der Emanzipation, das hier ja einigen Zunder bereitet hätte, wird ausgeleuchtet. Dabei hätte sie als jüngste "First lady" Deutschlands doch die Möglichkeit gehabt, das verstaubte Amt umzukrempeln und zu ändern. Hat sie aber nicht - stattdessen klagt sie darüber, dass sie ihr Leben so versaut hat, wie sie es versaut hat. Und zwar ganz selbstständig. Obwohl natürlich nur die anderen Schuld sind an ihrer Misere (ihr Mann, die Medien, die Kanzlerin, die Journalisten, die ganze Gesellschaft, noch mal die Medien ... ).

Seltsamerweise musste ich während der Lektüre ständig an das schöne Märchen vom Fischer und seiner Frau denken. Meine Frau, die Ilsebill, die will nicht so wie ich wohl will ...
ich bin fast geneigt, Mitleid mit ihrem Mann zu empfinden. Aber so wie sie die Ehe darstellt, wird er demnächst von seinem großzügigen Ehrensold wohl noch weitere Unterhaltsverpflichtungen leisten müssen und erspart uns Deutschen damit immerhin weitere Ergüsse aus der Feder seiner Frau. Das sollte uns das Geld wert sein!

Ich wünsche Frau Wulff sehr viel Glück bei ihrer zukünftigen Tätigkeit als selbstständige PR-Beraterin (!). Vor allem aber werden ihre potenziellen Kunden eine Menge Glück brauchen ...

Über Alexandra Amber:

Alexandra Amber ist ein Pseudonym, bestehend aus meinem realen Vornamen und einer Übersetzung meines realen Nachnamens.

Unter diesem und einigen anderen Pseudonymen schreibe ich seit 2010 erotische Romane und Kurzgeschichten, die bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht werden.

In meinem Blog könnt Ihr über meine aktuellen Schreibfortschritte lesen, die Entstehungsgeschichte von neuen Geschichten verfolgen und natürlich einen Überblick über meine bisherigen Veröffentlichungen bekommen.

Ich wurde im Jahr 1974 im schönen Sauerland geboren, lebe und liebe aber seit fast zwanzig Jahren im Ruhrgebiet. Mein Mann hat zum Glück Verständnis für meine nunmehr größte Leidenschaft, das Schreiben, auch wenn der Haushalt meistens stark darunter leidet.

Das Schreiben ist die einzige Tätigkeit, die mich über eine langen Zeitraum hinweg mit Glück erfüllt. Wenn ich schreibe, bin ich ganz bei mir, tauche tief ein in die unergründlichen Seen meines Unterbewusstseins und krame hervor, was ich dort finde. Manchmal düster, manchmal heiter oder romantisch. Ich rauche zu viel und trinke zu viel Kaffee, bewege mich zu wenig und vergesse beim Schreiben gern alles andere, inklusive Freunde, Familie und Arbeit. Das ist der Preis, den ich zahle, um all diese Geschichten und Gedanken zu Papier zu bringen, die in mir sind. Und es sind verdammt viele.

Geschrieben habe ich schon als Kind, im Laufe der Jahre geriet es über Studium und Beruf jedoch lange in Vergessenheit. Erst vor rund drei Jahren entdeckte ich den Drang wieder, meine Gedanken und Fantasien zu Papier bringen zu müssen, und seitdem sitze ich in fast jeder freien Minute am geliebten Macbook und tippe. Sonst kümmere ich mich um meine kleine Tochter, versuche mich am Klavier oder fresse Bücher. 

Ein Interview mit mir hat die liebe Ivy Paul geführt, das könnt Ihr hier nachlesen

Interview mit Ivy Paul

Und wer mir eine E-Mail schreiben möchte, kann das natürlich auch gerne tun. Ich freue mich immer über Feedback!

alexandra.amber (at) gmx.de

Hier findet Ihr mich auf Facebook:

Facebook-Seite

http://alexandraamber.tumblr.com/books

 

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08.09.2012 Gott, bin ich wütend.....

Mukadder Bauer

"Die Biedermänner und Brandstifter gehen immer ungenierter vor, aus Opfern werden Täter, die wahren Täter werden beschützt und gefördert, Morde und Körperverletzungen billigend in kauf genommen und Menschen die sich diesem Rassismus in den Weg stellen kriminalisiert , ausgehorcht und angezeigt..Gerade sind wieder über 150 Menschen im Mittelmeer ertrunken, weil sie dem Krieg, der hier in Europa gefeiert und angestachelt wird, entfliehen wollten.

Kollateralschäden im Kampf um die Ressourcen, die Europa, die USA ganz selbstverständlich für sich beanspruchen und Wirtschaftskriege rechtfertigen, aber die Wirtschaftsflüchtlinge will keiner haben, sie werden dank Verträgen mit korrupten Politikern abgehalten oder mit Hochtechnologie made in Germany dem Ertrinken anheim gegeben.

Der arabische Frühling wird korrumpiert und den Menschen, die für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gehen, gestohlen! Stattdessen setzt man Marionetten ein, die den Zugang zu den Ressourcen gewähren. In Frankreich werden Romalager mit Staatsgewalt geräumt, in Ungarn wissen sich die Roma nicht anders zu helfen, als Schutzttruppen zu bilden und prompt werden deren Anführer verhaftet,.

In Spanien, Italien und Griechenland werden Migranten gejagt und Flüchtlinge in nach wie vor zu unmenschlichen Bedingungen in Lager zusammen gepfercht. Und ja, Deutschland versucht seine Verwicklung in organisiertem Mord an unschuldigen Menschen mit einem Untersuchungsausschuss "aufzuklären", wobei das Ergebnis von vornherein feststeht:

Es waren "Einzeltäter", die Behörden haben sich bemüht, aber sind zu doof, um ihre Arbeit zu machen und Deutschland ist natürlich kein rassistisches Land, weil in Deutschland nur Antisemitismus als Rassismus anerkannt ist, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus gegen People of Color, gegen Flüchtlinge existiert nicht.

Und natürlich bin ich eine undankbare Migrantin, die es nicht zu schätzen weiß, wie großzügig Deutschland Menschen wie mich, sprich meine Eltern nach Deutschland eingeladen hat, um sie auszubeuten, sie die gefährlichsten und giftigsten Arbeiten hat machen lassen und nebenbei viel Renten gespart hat, weil die Menschen rechtzeitig vorher gestorben sind oder mit "Rückkehrhilfen" abgezockt wurden.

Und jetzt könnt ihr gern ein "Vermisst"-Plakat mit meinem Bild machen. Ich bin radikal, weil ich Menschenrechte für alle fordere. Ich bin radikal, weil ich das Grundgesetz nicht als "weißes Buch" verstehe, dass nur für Deutsche gilt. Ich bin radikal, weil ich es satt habe, von bigotten Sozialdarwinisten gesagt zu bekommen, dass Menschen nur etwas wert sind, wenn sie wirtschaftlich verwertbar sind.

Ich bin radikal, weil ich den "Qualitätsmedien" die Zeitungen um die Ohren schlagen möchte, weil sie nur Stereotypen und Vorurteile transportieren und ich bin radikal, weil ich das Phlegma und die Untätigkeit all derer nicht mehr ertrage, die davon betroffen sind und trotzdem nichts unternehmen.

Gott, bin ich wütend.."

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06.09.2012 Das Bild von Berlin verändert sich

Lala Lopo

Das Bild von Berlin verändert sich.
Nicht nur strömen bunte Menschen aus allen Herrenländern in die Metropolem, um von der vielfältigen, kreativen und unkonventionellen Lebensart zu profitieren. Immer schneller und in größeren Ausmaßen unterzieht sich die Stadt auch einem Wandel, der nach Fremdkapital, ausländischen Investoren und Verdrängung stinkt!


Gestern den 04.09.2012 ist das Kunsthaus Tacheles durch die Anwaltskanzlei Schwemer, Titz und Tötter und den von ihnen beauftragten Anwalt Schultz von Schultz und Seldeneck geschlossen worden.


Das Tacheles, ein ursprünglich verfallener Kaufhauskomplex in Berlin-Mitte, ein Relikt aus einer Zeit, als die Stadt noch eine andere Mentalität an den Tag gelegt hat, die etwas wilder und freier zu sein schien, war ein Zufluchtsort für kreative Geister der neunziger Jahre. 22,5 Jahre gelang es den Künstlern das Haus als Sinnbild für ihr Schaffen, geistige Freiheit und finanzielle Unabhängigkeit vor den Privatisierungsversuchen zu schützen und mit aller Macht zu verteidigen.

Nun wurde das Gebäude final und friedlich an die Behörden übergeben.

Berlin führt eine Kulturpolitik, die das individuelle und weltweit beliebte Bild dieser Stadt verändert und ruiniert. Das Kunsthaus Tacheles in der Oranienburgerstraße hat nicht nur die letzten 20 Jahre dieser Stadt mitgestaltet und Geschichte geschrieben, sondern ist nun selbst als Schaffungsort ein Teil von ihr geworden.


Ist dies eine Entwicklung, die wir so hinnehmen und akzeptieren sollten, da es der normale Lauf einer Großstadt ist, oder sollten wir versuchen das Berlin, dass wir alle schätzen vor der Verstädterung zu schützen?
Wir alle lieben die Utopie, ein kulturell verwobener Stadtteppich, der im Rahmen der letzten Jahre geknüpft wurde und trotz der Masse an Menschen zu funktionieren scheint.


Keiner von uns Wahlberlinern oder Ureinwohnern möchte, dass die Stadt seinen Vorgängern London oder New York immer mehr angleicht und zu einem modernen, schnelllebigen, hässlichen Großstadtgewusel entwickelt!
Es wird Zeit etwas zu tun…

Links zum Thema:

Gesamtkunstwerk Tacheles zerstört - Kunstraub in Berlin - unter Zuhilfenahme von Gerichtsvollzieher und einem kleinen Polizeiaufgebot

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/gesamtkunstwerk_tacheles_zerstoert_kunstraub_in_berlin_unter_zuhilfenahme_von_gerichtsvollzieher.html

Berlin - Kunstraub unter Polizeischutz - Verwertbarkeits- und Wunschdenken von Klaus Wowereit

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/kunstraub_unter_polizeischutz_verwertbarkeits_und_wunschdenken_von_klaus_wowereit.html

Berlin - Kunsthaus Tacheles - 175 000 Unterschriften für den selbst ernannten Kunstsenator und seine neoliberalen Zombies

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/kunsthaus_tacheles_175_000_unterschriften_fuer_den_selbst_ernannten_kunstsenator_und_seine_neoliber.html

DR.Gregor Gysis will es ganz genau wissen - Kleine Anfrage der LINKEN zur Causa Tacheles im Bundestag

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/drgregor_gysis_will_es_ganz_genau_wissen_kleine_anfrage_der_linken_zur_causa_tacheles_im_bundesta.html

Berlin - Der Herr Kultursenator, Klaus Wowereit drückt sich vor seiner Verantwortung - Bis heute unbeantworteter Brief an die Politik

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/berlin_der_herr_kultursenator_klaus_wowereit_drueckt_sich_vor_seiner_verantwortung_bis_heute_unb.html

Berlin - Das Tacheles braucht eure Hilfe und Spenden - RECHTSHILFE FÜR DAS KUNSTHAUS TACHELES und die FREIHEIT DER KUNST

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/berlin_das_tacheles_braucht_eure_hilfe_und_spenden_rechtshilfe_fuer_das_kunsthaus_tacheles_und_di.html

Eilmeldung - Kunsthaus Tacheles Ev hat eine Einstweilige Verfügung gegen die Schließung des Tacheles bewirkt!

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/eilmeldung_kunsthaus_tacheles_ev_hat_eine_einstweilige_verfuegung_gegen_die_schliessung_des_tacheles.html

Berliner Kunsthaus von privaten Securitytrupps eingenommenem - KUNDGEBUNG AM TACHELES "TACHELES AUF".....Kommt Alle.....

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/berliner_kunsthaus_von_privaten_securitytrupps_eingenommenem_kundgebung_am_tacheles_tacheles_auf.html

Polizei und Security-Männer umzingeln das Tacheles - Klaus Wowereit muß sofort zurücktreten - 170.000 Unterschriften verweigert

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/polizei_und_security_maenner_umzingeln_das_tacheles_klaus_wowereit_muss_sofort_zuruecktreten_17000.html

Kriegserklärung des Senats - Klaus Wowereit verliert die Nerven und dreht durch - ALARM ALARM ALARM TACHELES WIRD jetzt gerade geräumt !!! DIES IST KEINE ÜBUNG

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/kriegserklaerung_des_senats_klaus_wowereit_verliert_die_nerven_und_dreht_durch_alarm_alarm_alarm.html

Vernichtung des Gemeinwesens in Berlin - Der selbsternannte "Kunstsenator" Klaus Wowereit verweigert die Übergabe von 170.000 Unterschriften für das Kunsthaus Tacheles

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/medienpreise-ausschreibung/einzelansicht/article/vernichtung_des_gemeinwesens_in_berlin_der_selbsternannte_kunstsenator_klaus_wowereit_verweigert.html

Krieg der Welten in Berlin - Das Tacheles wird am morgigen Mittwoch früh samt der zahlreichen dort arbeitenden Künstler und laufenden Ausstellungen eingezäunt

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/krieg_der_welten_in_berlin_das_tacheles_wird_am_morgigen_mittwoch_frueh_samt_der_zahlreichen_dort_a.html

Krieg in Berlin um das Tacheles - Künstler und deren Kunstwerke hinter Gittern - Kunsthaus und Künstler werden eingezäunt

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/krieg_in_berlin_um_das_tacheles_kuenstler_und_deren_kunstwerke_hinter_gittern_kunsthaus_und_kuenst.html

Kunstraub in Berlin - Mehr als dreißig gewaltbereite, schwarz gekleidete Security-Männer stehlen Kunstwerke von Alexander Rodin im Auftrag der HSH Nordbank

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/kunstraub_in_berlin_mehr_als_dreissig_gewaltbereite_schwarz_gekleidete_security_maenner_stehlen_kun.html

Berlin - Die "Mauer" ist noch da, das Wasser ist noch weg, die gierigen Geschäftemacher zerstören weiterhin die Kultur und die Ausstrahlung Berlins

http://www.freundederkuenste.de/archiv/ausstellungsempfehlungen/einzelansicht/article/berlin_die_mauer_ist_noch_da_das_wasser_ist_noch_weg_die_gierigen_geschaeftemacher_zerstoeren_we.html

Berlin - „Die Mauer muss weg – Wir retten Berlin“- 110.000 Unterschriften von Unterstützern des Kunsthauses TACHELES

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/berlin_die_mauer_muss_weg_wir_retten_berlin_110000_unterschriften_von_unterstuetzern_des_kuns.html

Berlin - Ein Zeichen gegen Billigarchitektur und Wegwerfhäuser - Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister und Kultursenator von Berlin

http://www.freundederkuenste.de/archiv/ausstellungsempfehlungen/einzelansicht/article/berlin_ein_zeichen_gegen_billigarchitektur_und_wegwerfhaeuser_offener_brief_an_den_regierenden_bue.html

Kunsthaus Tacheles geht in die Offensive - Offener Betrug an den Steuerzahlern und der Öffentlichkeit ? - Offener Brief an die Verantwortlichen der HSH Nordbank

http://www.freundederkuenste.de/archiv/ausstellungsempfehlungen/einzelansicht/article/kunsthaus_tacheles_geht_in_die_offensive_offener_betrug_an_den_steuerzahlern_und_der_oeffentlichkei.html

"Berlin ist mehr wert" - Offener Brief an Berlins Kultursenator und Regierenden Bürgermeister Herrn Klaus Wowereit

www.freundederkuenste.de/empfehlung/ausstellung/einzelansicht/article/berlin_ist_mehr_wert_offener_brief_an_berlins_kultursenator_und_regierenden_buergermeist


Pressekontakt:
Linda Cerna (+49 (0)151 25699371 | office@tacheles.de)
Martin Reiter (+49 (0)163 1565916)

Kunsthaus Tacheles
Oranienburger Str. 54-56a
D-10117 Berlin

Tel. +49 (0)30 28 26 185

www.tacheles.de
office@tacheles.de

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