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Reden ist silber...Schreiben ist gold

12.09.2014 FREIHANDELSABKOMMEN VERSKLAVT EUROPA

GFDK - Iris Nicole Masson

Brüssel 11. September 2014 - Die Stimmen der Bürger sind nicht gefragt. Die EU-Kommission hat eine von 250 NGOs und Parteien eingereichte Bürgerinitiative gegen das Freihandelsabkommen abgelehnt. Die Verhandlungen seien eine Vewaltungs-Angelegenheit, eine Mitwirkung der Bürger ist nicht vorgesehen. Man könnte jetzt auch fragen, ist der Bürger in der EU überhaupt vorgesehen?

Bundesländer und Kommunen werden in ihrem politischen Handlungsspielraum erheblich eingeschränkt, wenn das Handels- und Investitionsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA in Kraft tritt. Das zeigt eine aktuelle Studie des Handelsexperten Thomas Fritz für Campact. Sie wurde in Berlin in Anwesenheit des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer vorgestellt.

Die Studie stützt sich auf durchgesickerte TTIP-Dokumente, darunter das Verhandlungsmandat der EU-Kommission sowie Textentwürfe verschiedener Kapitel des Abkommens. Zudem wurde der bereits fertig verhandelte Text des EU-Kanada-Abkommens CETA herangezogen, das als Blaupause für TTIP gilt. Die Ratifizierung von CETA soll schon im Herbst diesen Jahres beginnen. Hier weiterlesen:

Allen ernstens schrieb die FAZ zu Pfingsten 2014: Demokratie ist überbewertet.....
Niemand muss befürchten, dass Freihandel und Investorenschutz profitgierige Monopole schüfen zum Nachteil des Verbrauchers. Das ist so lange keine Gefahr, so lange das Wissen überlebt, dass Freihandel und staatliche Wettbewerbsordnung Geschwister sind:

Auf jeden Fall wissen wir jetzt ganz sicher welch Geistes Kinder bei der FAZ beschäftigt sind. Der Redakteur für Wirtschaft und Geld, Rainer Hank schrieb  allen Ernstes ..."Hier hat die Demokratie alle Möglichkeit, im Interesse des freien Wettbewerbs einzugreifen und den Missbrauch privater Macht zu verhindern". Das ist zum Lachen, aber so kennen wir die FAZ.

Iris Nicole Masson schreibt dazu:

Eigentlich gebührte der NSA Dank für ihre Spionage des Handys der Kanzlerin: Zwar war der mächtigsten Frau im Staate das Ausspähen der Daten ihrer Bürger herzlich egal, doch erst durch IHRE beleidigte Betroffenheit wurde sie so etwas ähnliches wie tätig – zumindest hinsichtlich der vorläufigen sanktionierenden Aussetzung der Verhandlungen über das in ebenso krimineller Weise verbale Bagatellisieren des so genannten Transatlantischen Freihandelsabkommens.

Weiter gekommen ist sie in JENER wie DIESER Hinsicht keineswegs. Stattdessen kapituliert sie erneut vor der Arroganz der USA. Obschon Politiker von Berlin bis Brüssel Amok laufen, halten sie sich allesamt bedeckt. Sie zünden Nebelkerzen über die tatsächlichen Fakten des Knebelvertrages.

BÜRGER WERDEN AN KONZERNE VERKAUFT – DIE GEHEIME WAHRHEIT

Die von der EU-Kommission strikt GEHEIM gehaltene Wahrheit des Freihandelsabkommens „Transatlantic-Trade-and-Investment-Partnership" (TTIP), das immer mal wieder so ganz nebenbei mediale Erwähnung findet, um den Pöbel sukzessive mit diesem Begriff vertraut zu machen, um deren Inhalte somit außer Frage zu stellen, ist alles andere als ein herkömmliches Freihandelsabkommen.

Es dient EINZIG den monetären Interessen der Konzerne. NICHT DEN BÜRGERN. Es gibt einen simplen Grund: In diesem Abkommen sind bereits auf Wunsch der Konzerne Gesetzesvorgaben verhandelt und gegebenenfalls zu entfernen, die deren Forderung nach nicht handelsbezogenen Bereichen beinhalten:

►Sicherheit und Kennzeichnung von Lebensmitteln
► Grenzwerte chemischer und toxischer Belastung
►Gesundheitswesen und Arzneimittelpreise
►Recht auf Privatsphäre im Internet
►Energieversorgung
►Kulturelle „Dienstleistungen"
►Patente und Urheberrechte
►Nutzung von Land und Rohstoffen
►Rechte und Arbeitsmöglichkeiten von Immigranten
►Öffentliche Auftragsvergabe

Auch hinsichtlich der Begründung und Zielsetzung des TTIP, der angeblichen Abschaffung von Zöllen und Handelsschranken, werden die Völker belogen – weil es die zwischen Europa und den USA nämlich de facto gar nicht mehr gibt. Bereits JETZT schippern Waren, Dienstleistungen und Kapital sturmfrei über den Atlantik. Ohne nennenswerten Schiffsbruch. Angestrebter Hafen scheint ihnen vielmehr der Abbau von Handels-HEMMNISSEN, die Torpedierung von in Deutschland und Europa in sozialen Revolten des 20. Jahrhunderts hart erkämpften Errungenschaften. Die sich unter anderem manifestieren in:

►Verbraucherschutz
►Kennzeichnungspflicht
►Grenzwerten
►Datenschutz
►Arbeitnehmerrechten
►Gewerkschaften

Stattdessen werden die Konzerne Profite machen bei der von ihnen seit langem favorisierten Privatisierung der Wasserversorgung, bei Krankenvorsorge und Bildung – zu Lasten und Kosten von Allgemeinheit und Gesundheit. Jedem noch so unbedarften Bürger dürfte inzwischen bekannt sein, in welch fahrlässiger Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich gesundheitlichen und biosphärischen Folgeerscheinungen die USA mit Fracking, Co²-Frevel, Gen-Nahrung und Hormonfleisch umgehen.

Wie gleichgültig ihr die Freiheit des Einzelnen sind: Eine NOCH umfassendere Überwachung durch unter anderem die NSA und Gängelung von Internetnutzern wird die Folge sein. Exzessive Urheberrechte werden den Zugang zu Kultur, Bildung und Wissenschaft erschweren sowie das Recht auf Informationsbeschaffung auf tönerne Füße stellen.

WIRKLICH besorgniserregend aber ist, dass mit im Boot sitzende Konzerne wie Monsanto und BASF ihre gierigen Hände im Spiel haben und vorrangig vor allem das Verbot von genmanipulierten Nahrungsmitteln aushebeln sowie die Herabsetzung bedenklicher Grenzwerte bei verstrahlten und von Pestiziden belasteten Nahrungsmitteln durchsetzen werden.

HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN

Doch WIE kann dies geschehen? Ganz einfach: Indem die inzwischen immer autarker agierenden EUROKRATEN immer mehr Bastionen der Bürger wie Selbstbestimmung und Einflussnahme schleifen – hinter verschlossenen Türen. KEIN Medium berichtet darüber. Darüber, wie das Abkommen einzelnen Konzernen den selben Rechtsstatus wie den Nationalstaaten verleiht – und unumkehrbar ist: Einmal beschlossen, sind die Verträge für gewählte Politiker unabänderbar, da einem individuellen Einwand SÄMTLICHE Vertragspartner zustimmen müssen.

Ein aufgrund von nationalem Protest legitimiertes Bürgerbegehren wäre nicht mehr zulässig. Der überwiegende Anteil der Länder dieser Welt wäre de jure, permanent und irreversibel verpflichtet, bei Vertragsverstößen entgangene Konzern-Gewinne durch Steuergelder in von den Handelspartnern festgesetzter Höhe und Dauer auszugleichen.

Die Crux ist: Genau DARÜBER entscheiden so genannte Schiedsgerichte (Investor-state dispute settlement, ISDS), die keinerlei nationaler Gesetzgebung geschweige denn Kontrolle unterworfen sind. Diese normalerweise aus drei für den privaten Sektor arbeitenden Juristen können sich mit ihren individuellen Entscheidungen über Regierungsmaßnahmen und staatliche Gesetze erheben – darunter Anwälte, die in ihrem normalen Berufsleben Unternehmen gegen Regierungen vertreten.

Dieser exklusive „Klub der Richter" wird dominiert von 15 Rechtsanwaltsbüros, die bislang mit 55 Prozent aller bisherigen Investitionsklagen gegen Staaten befasst waren. Eine Berufungsmöglichkeit gegen ihre Entscheidungen gibt es nicht. Sie unterliegen keiner Überprüfung durch nationale Gerichte. Unternehmen können auf diese Weise etwa das in Deutschland NOCH bestehende staatliche Verbot der Gasförderung mittels Fracking unterwandern, Entschädigungszahlungen für den Ausstieg aus der Kernenergie fordern oder die Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Lebensmittel abschaffen.

Die Anzahl solcher Verfahren unter dem Credo „Investitionsschutz“ haben in den vergangenen zehn Jahren massiv zugenommen. Sollten die unter Aufsicht von Weltbank und UNO legitimierten dreiköpfigen Kammern befinden, dass bestimmte Maßnahmen von Politik oder Regierung erwartete künftige Profite eines Unternehmens schmälern, könnten sie staatliche Entschädigungszahlungen anordnen. Dieses „Regime“ verdeutlicht also, wie sehr Rechte von Unternehmen künftig ÜBER denen von Staaten stehen, höherwertig sind als deren Souveränität.

Was hat solcherart Abkommen mit Demokratie zu tun? NICHTS.
Ist es unvereinbar mit demokratischen Prinzipien? JA.
Schlimmer noch: Es ist ein Staatsstreich der Konzerne.

Die seit Anfang der 1990er Jahre unter dem Namen "Wirtschafts-NATO" diskutierte Freihandelszone soll offiziellen Stellungnahmen zufolge unter anderem angeblich das Wirtschaftswachstum in den Teilnehmerstaaten beleben und Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer erhöhen sowie die Arbeitslosigkeit senken, wie uns Spitzenvertreter der Europäischen Union – allen voran der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel – schmackhaft machen wollen.

Stattdessen aber stehen diesen bejubelten „positiven" wirtschaftlichen Effekten für die Bevölkerung der Teilnehmerstaaten unüberschaubare Nachteile wie die Untergrabung von Umwelt- und Gesundheitsstandards gegenüber.

OHNE DEMOKRATISCHE KONTROLLE

WARUM sind ausschließlich Lobby-Vertreter der Industrie an den Verhandlungen beteiligt? Unter Ausschluss der Öffentlichkeit? Ohne Beteiligung der nationalen Parlamente oder des EU-Parlaments? Ohne demokratische Kontrolle? Warum fallen denen gegenüberstehende massive Bedenken von Ver.di, von Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Europagruppe der Grünen, Greenpeace oder Attack sowie einigen wenigen vorausschauenden, um nicht zu sagen ausnahmsweise weisen Politikern, unter den Tisch?

Hier offenbart sich das Drama der Kassandra – obgleich sehenden Auges: Nur zu gut ist nachvollziehbar, dass der Versuch des nunmehr KOMPLETTEN Vollzuges des Wirtschaftsfaschismus', der bedingungslose „Unterwerfung“ der Teilnehmerstaaten unter rücksichts- und skrupellose Konzerninteressen verlangt, weiter reichende Folgen haben wird als die Vernichtungsmaschinerie des Zweiten Weltkrieges:

Den seinerzeit bis zu 80 Millionen Toten weltweit werden langfristig ganze Generationen folgen, die Zahlen gar übertreffen. Denn der sklavischen Befolgung von Monsantos oktroyiertem, global „alternativlosen" Einsatz des Mensch und Natur zerstörenden und vergiftenden Herbizids Glyphosat mit bereits JETZT signifikant steigender Krebsrate sowie der nachweislich Krebs erzeugenden Gen-Nahrung werden in den kommenden Jahrzehnten weitaus mehr Menschen zum Opfer fallen.

REGIERUNG DER INDUSTRIE-MAFIA MIT GRENZENLOSEN BEFUGNISSEN

Mittlerweile sollte auch zu gänzlich an Politik Desinteressierten durchgedrungen sein, dass die Welt von einer Industrie-MAFIA regiert wird und die Politiker DEREN „Gesetze" verabschieden: mit grenzenlosen Befugnissen. Sind sie sich bewusst, dass mit DIESEM Abkommen die Menschheit den gierigen Machenschaften der Konzerne vollends ausgeliefert und KOMPLETT entrechtet ist?

Doch WER der Bürger Europas hat die nicht von IHNEN gewählten Vertreter der Brüsseler DIKTATUR eigentlich dazu legitimiert? Diese Verhandlungen, die an TV-Thriller gemahnen, sind ein erneuter und weitaus folgenreicherer Vorstoß von Großunternehmen, ihre Macht still und leise auszudehnen – in einem ungeheuerlichen Ausmaß.

Dies gleicht, wie gesagt, einem Staatsstreich. Dies gleicht mehr noch einem Monster aus einem Science-Fiction-Movie, das jedwede künftige Einwände hinsichtlich Waren jenseits „europäischer“ Vorgaben mit der Keule niederknüppelt. Dies ist zudem vernichtend, da zeitgleich die betreffenden global agierenden US-Konzerne eine ähnliche Partnerschaft für den pazifischen Raum mit Namen „Trans-Pacific Partnership“ (TPP) zu installieren suchen.

Das heißt: Die Menschheit steuert auf ein System zu, das die Herrschaft der mächtigsten Kapitalgruppen über den Großteil der Welt juristisch legitimiert. Das heißt: Sämtliche weitere Staaten müssten sich TTIP oder der TPP anschließen, sich den Handelsoptionen von USA und EU nach DEREN Spielregeln unterwerfen.

Einzig 600 offizielle Berater der Großkonzerne, also von privilegierten Konzernen ins Boot Gehobene, haben Zugang zu den Entscheidungsträgern. Deren Gesetzesentwürfe werden Öffentlichkeit und Presse solange vorenthalten, bis der endgültige Deal in trockenen Tüchern ist.

Diese Heimlichtuerei dient EINEM Zweck: Sicherheit und Kennzeichnung von Lebensmitteln, Gesundheitswesen und Arzneimittelpreise, Grenzwerte chemischer wie toxischer Belastungen, Energieversorgung, Recht auf Privatsphäre im WWW, kulturelle wie informative „Dienstleistungen", Urheberrechte und Patente, Nutzung von Land und Rohstoffen, Arbeitsmöglichkeiten und Rechte von Zuwanderern, öffentliche kommunale Auftragsvergabe und noch vieles mehr ad absurdum zu führen.

DER DEUTSCHE WIRD’S SCHON FRESSEN, SEIN CHLORHENDERL UND HORMONSCHWEINDERL

Selbstredend verspricht sich auch die US-Fleischindustrie – namentlich der einflussreiche Mutterkonzern der Restaurantkette Kentucky Fried Chicken, selbstredend mit im Boot der Wirtschaftsmafia – ein dickes Stück von der Wurst, wenn es ihr gelingt, das EU-Verbot für mit Chlor und anderen Desinfektionsmitteln behandeltes Hähnchenfleisch außer Kraft zu setzen.

Sie geht so weit, der Gefahr einer Kontaminierung des Geflügels durch Koli- und andere Bakterien während des Schlacht- und Verarbeitungsprozesses „vorbeugen“ zu wollen, indem sie bislang geltende EU-Standards für Lebensmittelsicherheit dank des Abkommens aushebelt, um die Federviecher stattdessen in chlorhaltige Desinfektionsbäder tauchen zu lassen. Sollen's die Deutschen doch fressen, ihr chloriges Henderl. Und ihr Schweinderl, bitteschön mit Ractopoamin serviert. Pardon, Sie wissen nicht, was das ist?

Da empört sich doch auch glatt das amerikanische Fleischinstitut (AMI) über das Beharren der Europäischen Union auf ihrem „ungerechtfertigten" Verbot von Fleisch, das per Wachstumshormonen so schön prall wurde. Was macht es da schon, wenn Ractopamin wegen seiner Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier in 160 Staaten – darunter ALLEN EU-Ländern – unter Verbot steht. Dieses zu beseitigen, ist auch dringlichstes Vorhaben des Verbandes der US-amerikanischen Schweinefleischproduzenten (NPPC). Hormone für Schweine: schneller dicker, rascher fetter. Warum nicht auch der Mensch? BASF und die Krankenkassen werden's schon richten ...

Etwaige Renitenz von Unterzeichnerstaaten wie etwa Verstöße oder Intervention gegen den Vertrag würden zur Unterwerfung unter besagtes Schlichtungsverfahren führen, welches Handelssanktionen nach sich ziehen kann. Dieses lehrt, dass das Projekt „Freihandelsabkommen“ zu einer Bedrohung völlig neuer Dimension führt:

Nachträgliche Vertragsänderungen durch demokratische Kontrollmechanismen etwa wie Wahlen, politische Kampagnen, Bürgerbegehren oder öffentliche Protestaktionen würden nicht mehr greifen. Es ermächtigte Unternehmen, die Regierungen der USA oder eines EU-Staates vor ein außergerichtliches Tribunal zu zerren. Dabei würde die Behauptung völlig ausreichen, die jeweilige Gesundheits-, Finanz-, Umwelt- oder sonstige Politik dieser Regierung beeinträchtige ihre Rechte als Investoren in die Wirtschaft.

Mit diesem Vertrag könnten die global agierenden Konzerne SÄMTLICHE staatlichen Gesetze zum Schutz der Gemeinschaftsinteressen torpedieren. Die EU könnte unter einer Welle von Klagen ersaufen, die die bislang insgesamt rund 75 000 registrierten Unternehmer einreichen, um so politische Systeme zu ertränken, in denen sich die überwiegende Anzahl der EU- oder Welt-Bürger trocken wähnten.

Hat hier Kassandra zu laut gebrüllt? Mitnichten. Lassen sich diese Warnungen an Beispielen belegen? Aber ja:
► Unternehmen der USA wie der EU bekämpfen derzeit unter Berufung auf ihre Investoren-Privilegien die Forderung nach Anhebung ägyptischer Mindestlöhne sowie ein peruanisches Gesetz zur Kontrolle toxischer Emissionen.
►Andere Firmen klagten im Hinblick auf das Nafta-Abkommen (Freihandelszone zwischen den USA, Mexiko und Kanada) gegen Garantiepreise für die Einspeisung erneuerbarer Energien sowie gegen ein Fracking-Moratorium.
►Der Tabakgigant Philip Morris hat ein Schiedsverfahren gegen progressive Antirauchergesetze in Uruguay und Australien angestrengt, nachdem seine Bemühungen zum Unterbinden dieser Gesetze vor einheimischen Gerichten scheiterten.
►Der US-Pharmakonzern Eli Lilly klagte unter Berufung auf den Nafta-Vertrag, Kanada nehme die Lizensierung von Arzneimitteln nach eigenen Kriterien wahr zugunsten der allgemeinen Erschwinglichkeit für Medikamente.
► Der schwedische Energiekonzern Vattenfall fordert wegen der einschränkenden Bestimmungen für Kohlekraftwerke und der schrittweisen Stilllegung von Atomkraftwerken von Deutschland eine Entschädigung in Milliardenhöhe.

Ungeachtet des Gewinns eines Verfahrens tragen die Regierungen dessen Kosten, die durchschnittlich bei etwa acht Millionen Dollar liegen. Die sie bereits vor Beginn eines Prozesses scheuen, wie ein Beispiel der kanadischen Regierung zeigt: Ohne sich auf die Verhandlung mit dem Konzern einzulassen, nahm sie das Verbot eines toxischen Zusatzstoffs für Autobenzin zurück.

MONSANTO WITTERT MORGENLUFT

So sehr wie DIESER Konzern bislang auf Widerstand stieß bei der Durchsetzung seiner Interessen in Europa, wittert Monsanto mit der ausstehenden Ratifizierung des Freihandelsabkommens und in Anbetracht der rasanten Steigerung von solcherart Klagen vor den Schiedsgerichten – laut Angaben von United Nations Conference on Trade and Development (Unctad) zehnmal höher als noch im Jahre 2000 – bereinigte Morgenluft.

Diese weht dem Konzern entgegen durch die Beseitigung handelspolitischer „Störfaktoren" (trade irritants) – frei von staatlicher Einmischung dank des Transatlantischen Freihandelsabkommens. Den Gentechnik produzierenden und verarbeitenden Unternehmen wird es gelingen, die GMO-Kennzeichnung über die TTIP-Tafta-Vereinbarungen wieder abzuschaffen. Der Chemie-Gigant Monsanto sowie weitere Unternehmen scharren schon mit den Hufen, diesen Rückstau bei der Zulassung oder Verwendung von genveränderten Produkten im Rahmen der Transatlantischen Freihandelszone auflösen zu können.

Dazu zählt auch die Aufweichung des Schutzes privater Daten, die sich eine bislang anonyme Koalition von Internet- und IT-Unternehmen wünscht, die so genannte Digital Trade Coalition. Ebenso der mächtige U.S. Council for International Business (USCIB), der im Zuge des Tafta-Abkommens verkappte Handelshindernisse zu überwinden hofft. Wenn wundert's, wenn man weiß, dass der USCIB Unternehmen wie Verizon angehören. Dieses hat der NSA massenhaft personenbezogene Daten zugeliefert.


Die einst von den GRÜNEN für sich reklamierte Klimapolitik steht für Airlines for America, dem größten Verband der US-Flugbranche, unumwunden auf der Abschussrampe. Dessen Liste „unnötiger Vorschriften“ ist lang. Doch zuoberst steht das den Europäern bedeutsamste Instrument in Sachen Klimawandel, das EU-Emissionshandelssystem. Das will der Verband endgültig vom Tisch fegen.

EIN ABKOMMEN, KEIN AUFSCHWUNG

Tja, und last but not least müssen ja auch noch die Kontrollen und einschränkenden Regeln für den Finanzsektor vernichtet werden – dem Freihandelsabkommen sei dank. Liberalisierung und Deregulierung heißt der „Fortschritt“. Verbot von riskanten Finanzprodukten und -dienstleistungen? Windige rechtliche Konstruktionen? Mit dem Freihandelsabkommen wieder angesagt.

Finanztransaktionssteuer – von Europa als Instrument gegen Spekulation angedacht, gesetzliche Beschränkungen des freien Kapitalverkehrs – aus der Traum. Ärztliche Leistungen und Bildungsangebote, Energie- und Wasserversorgung, Gesundheit und Abschaffung regionaler wie lokaler Flächennutzungs- und Raumplanungsgesetze: EIN Abkommen, KEIN Aufschwung.

Die offiziellen Argumente FÜR das Freihandelsabkommen heißen Absenkung der Zollschranken, Belebung des Handels. Stattdessen bekommen die Bürger nur ein GEGEN: gegen gesetzliche Auflagen für Finanzgeschäfte, gegen Klimaschutzmaßnahmen, gegen Standards der Lebensmittel- und Produktsicherheit. Gegen Demokratie, gegen Freiheit, gegen Selbstbestimmung.

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10.09.2014 Kein Krieg ohne moralische Begründung

GFDK - Heinz Sauren

Der Krieg ist der vernichtendste Ausdruck einer Gesellschaft zur Durchsetzung ihres Willens und ihre Bereitschaft, jegliches Recht auf Leben zu negieren, um das verwirklicht zu sehen, was sie für erstrebenswert hält. Als Ultima Ratio der Politik legitimiert ist der Krieg der Offenbarungseid der Vernunft und findet seine Begründung in der fadenscheinigen Selbstgerechtigkeit derer, die ihn entfachen.

Doch was nutzt es ihn zu geißeln, wenn er mit der höchsten Instanz der Selbstgerechtigkeit, dem Glaubensbekenntnis der Moral begründet wird.

Moral ist der Glaube an die eigene Gerechtigkeit

Moral ist der Freibrief einer Gesellschaft, unter den sich jegliches Recht und jeder Wert zu beugen hat. Ein Sittengesetz, das Folter, Mord und Vernichtung erlaubt und auf das sich jeder berufen kann, der jede andere Begründung seiner Taten verloren hat. Nichts ist einfacher als Moral zu begründen, da sie nichts mehr ist als der Glaube an die eigene Gerechtigkeit und es ist leicht sie zu vertreten, da es dazu nichts mehr braucht als den Glauben an die Ungerechtigkeit des anderen.

Die Moralkeule - diffamieren und denunzieren

Sie ist der Prügel,  mit dem sich alles strafen lässt, was mit Vernunft und Verstand unangreifbar wäre. Moral ist der Knebel der verbietet zu sagen, was zu sagen wäre und sie ist die Kette, die sie an den Anspruch ihrer eigenen Unfehlbarkeit zwingt. Mit nichts ließe es sich besser diffamieren und denunzieren als mit Moral. Sie ist das Gesetz vor jedem Gesetz, mit dem sich noch der richten lässt, der nicht zu richten wäre.

Der vermeintliche Besitz der allumfassenden Gerechtigkeit

Die Moralisten glauben, dass sie sich ungestraft eine Moral leisten können und sehen nicht die Lächerlichkeit ihres Sittengesetzes, über das herzlich zu lachen wäre, wenn es nicht so viel Unheil, Not und Verzweifelung über die Welt bringen würde. So bleibt einem das Lachen über soviel Dummheit im Halse stecken, da allein schon ein schelmisches Aufbegehren gegen den vermeintlichen Besitz der allumfassenden Gerechtigkeit einen bittersten Schrei nach Vergeltung für die blasphemische Kritik an dem Glaubensgrundsatz der Einfältigkeit entfacht.

Wer die Moral auf seiner Seite hat muß nichts mehr begründen

Moralisten haben noch niemandem etwas Gutes gebracht, außer sich selbst und doch sind sie in jeder Gemeinschaft und in jedem Krieg die treibende Kraft. Die Unwiderstehlichkeit der Moral und die Unantastbarkeit der Moralisten ergeben sich aus der Einfachheit ihrer Forderungen,  die zumeist der Besänftigung nebulöser Ängste geschuldet ist und der fehlenden Notwendigkeit überhaupt etwas begründen zu müssen. Was richtig und gerecht ist, bedarf keiner Begründung ist der simplifizierende Leitsatz der Moralisten, der ihnen die Frage verbietet, ob ihr Richtig, Ihre Gerechtigkeit auch die der anderen ist.

Aus dieser Erhabenheit der Begründung heuchelt die Gesellschaft ihre Friedfertigkeit, in der sich selbst der Krieg mit Frieden begründen lässt. In ihren Kriegen nennen sie Töten und Rauben Befriedung und machen Glauben, dass ihre Armeen und Bomben den Frieden bringen. Doch niemals brachte Feuer das Wasser und Krieg nur immer den Krieg.

Sie sind skrupelloser als aller Mörder

Die Gesellschaft mag angeführt von ihren Moralisten glauben, dass ihre Kriege gerecht seien, so wie sie glauben, dass ihre Kriege das Töten rechtfertigen, doch sie sehen nicht, wer um die Erhaltung einer Ideologie tötet, stellt eine Idee über das Leben und ist der skrupelloseste aller Mörder. Sie mögen ihre Kriege verklären und ihre Mörder mit Orden zu Helden machen, doch nie werden sie die Hülle von dem Inhalt befreien, den Krieg vom Mord.

Moral ist keine Rechtfertigung, sie ist eine Begründung für all die Abgründe unseres Seins, in denen wir Menschen und allem Leben um uns antun können, was immer wir wollen, ohne uns mit einem schlechten Gewissen plagen zu müssen. Moral ist eines der Instrumentarien menschlicher Unvollkommenheit, die aus sich selbst die Möglichkeit der Verweigerung zu Selbsterkenntnis erlaubt.

Kein Krieg ohne moralische Begründung

Es gab noch keinen Krieg ohne moralische Begründung und keinen Kriegsverbrecher ohne moralische Legitimation und dennoch hält jede Gesellschaft an ihrem moralischen Gerüst fest und jeder Einzelne sucht Trost in der Moral, die ihm das erlaubte, was sonst niemand erlauben konnte.

Solange es legitim ist sich auf eine Moral zu berufen, solange werden Folter, Mord und Vernichtung eine Legitimation finden. Moral formt keinen besseren Menschen. Sie ist nichts mehr als die Begründung, kein besserer Mensch sein zu müssen.

Ich empfehle mich in diesem Sinne

Heinz Sauren

Heinz Sauren studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
Rechtswissenschaften und Philosophie. Im weiteren bezeichnet er sich als Autodidakt.

Beruf: Schriftsteller
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

Berufung: Buchautor, Kolumnist, Essayist, Aphoristiker und Freigeist

Politische Ausrichtung
Politische Einstellungen sollten keinen Parteien-, sondern einen begründeten Sachbezug haben, daher reicht mein politisches Spektrum von rechtsliberal bis linkskonservativ und in Fällen empfundener Ungerechtigkeit, darf es auch mal etwas Anarchie sein.

Religiöse Einstellung
Die etwaige Existenz oder Nichtexistenz eines Schöpfergottes ist nicht, von persönlichen Präferenzen, gesellschaftlichen Definitionen oder einem Glauben daran, abhängig.

Seine Lieblingszitate

” Die meisten Menschen haben einen Erkenntnisradius gleich null, das nennen sie dann ihren Standpunkt.” Albert Einstein

“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.” Theodor Adorno

Kontakt zu mir

E-mail: HeinzSauren@gmail.com


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09.09.2014 die moralische Instanz verstummt

GFDK - Rainer Kahni

Es gab kaum ein Thema, über das sich Georg Schramm nicht mit Verve aufregen konnte. Selten hat es ein Künstler so vortrefflich geschafft, die Probleme beim Namen zu nennen.

Dabei wurde der Zuschauer immer nachdenklicher und wütender, denn wie der begnadete Kabarettist die ganze Verlogenheit der Politik und Medien auf seine ureigenste Art vorführte und sezierte, das war die ganz hohe Kunst des politischen Kabaretts.

Er durfte niemals mit den "Comedy" - Clowns verglichen werden, die mit unterirdischen Witzen ein dümmliches Publikum zu Begeisterungsstürmen hinzureissen wussten. Nein, Georg Schramm war nicht komisch, er wollte es wohl auch nicht sein. Zum Schluss fehlte es ihm an der Leichtigkeit eines Kabarettisten, er war nur noch wütend ob der Trägheit der Masse und der Sinnlosigkeit seines Unterfangens.

Glaubte er wirklich, dass er etwas verändern könne in seiner geliebten Heimat? Auch Kurt Tucholsky hatte diesen Glauben verloren. Wenn die Realität die Satire überholt, dann sollte man besser aufhören.

Gut so, hochverehrter Georg Schramm

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27.08.2014 Die Bilanz -2.139 tote Palästinenser, 577 tote Kinder

Jürgen Todenhöfer und Gottfried Böhmer

Die Kanzlerin hat das Wüten der IS-Banden als “Völkermord” bezeichnet, ohne sich vorher mit “Experten” wie Lüders und Todenhöfer abzusprechen. Das schreibt Henryk M. Broder am 27. August 2014, und ich Frage mich ob er uns verhöhnen will. Vielleicht ist das aber auch nur sein Humor? Nur Lachen kann ich nicht.

Am 21. August 2014 schrieb Markus Vahlefeld auf "Die Achse des Guten"

"In Deutschland scheint der Begriff „Kulturschaffender“ eine Berufsbezeichnung zu sein. Oder zumindest eine Auszeichnung. Anders ist nicht zu verstehen, dass mehr als 500 jenseits der Wertschöpfung stehende Menschen einen „Offenen Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza“ unterzeichnet haben, der sich an die Mitglieder des Deutschen Bundestages wendet und die „Kriegsverbrechen“ Israels anprangert. Übrigens nicht nur Kriegsverbrechen, sondern „schwerste Kriegsverbrechen“.

Nun gut, jetzt wissen wir das Künstler und Kulturschaffende jenseitz der Wertschöpfung stehen. Und wer keine Wertschöpfung für die Gesellschaft bietet ist laut Markus Vahlefeld auch nicht zu Kritik an Israel berechtigt.

Der Text des Briefes sei wie die Unterzeichner unwichtig, und Nina Hagen, eine der Unterzeichnerinen habe ja ihre beste Zeit lange hinter sich, und überhaupt, Kulturschaffender sei man wohl wenn es zum Künstler nicht mehr reicht. Mein Gott, da habe ich ja Glück gehabt das ich den Brief als Kurator und Künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste nicht unterschrieben habe.

Aber für Vahlefeld ist es damit noch nicht getan: Den Kulturschaffenden unterstellt Markus Vahlefeld einen Hass auf Israel, er schreibt: "Und für euch zum Mitschreiben: Kultur ist kein Wert. Und „Kulturschaffender“ ist eine lächerliche Anmaßung".

Und weiter. " Es gehört zur Kultur einiger Länder, Schwule an Baukräne zu knüpfen. Andere wiederum verbrennen gerne Witwen. Und die deutsche Kultur zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie immer schon gerne Juden verfolgte". Hallo, Hallo, Hallo.

Markus Vahlefeld ist Weinblogger und Autor und betreibt das größte deutschsprachige Weinforum. Wenn man das liest, möchte man am liebsten keinen Wein mehr trinken.

Jürgen Todenhöfer schreibt aus Gaza an seine Freunde

Seit einigen Tagen bin ich wieder in Gaza. Und erlebe in diesen Sekunden die öffentliche Bekanntgabe des Waffenstillstandes. Bis vor wenigen Minuten wurde hier gekämpft, starteten Raketen und schlugen Raketen ein. Jetzt feiert Gaza. Freudenfeuer! Meine palästinensischen Freunde umarmen sich schweigend. Manche weinen. Wird der Waffenstillstand halten?

Wenn ja, gewinnen die Menschen. Auf beiden Seiten. Der große Verlierer aber heißt Benjamin Netanjahu. Er hat keines seiner Kriegsziele erreicht. Er hat:


1. Die Hamas, deren Mitschuld am Krieg niemand bestreiten kann, nicht entwaffnet, sondern gestärkt.
2. Israels Ansehen durch die Brutalität seiner Luftangriffe weltweit beschädigt.
3. Die Beziehungen zu den USA massiv belastet. Und
4. 65 israelische Soldaten sinnlos geopfert. Nicht im Interesse seines Landes, sondern ausschließlich zum persönlichen Machterhalt.

Die Bilanz -2.139 tote Palästinenser, 577 tote Kinder

Den Menschen von Gaza hat Netanjahu großes Leid angetan. Unverhältnismäßig maßlos und völkerrechtswidrig. Selbst Holocaust-Überlebende protestierten in der New York Times gegen die Massaker in Gaza. 2.139 Palästinenser hat Netanjahu auf dem Gewissen. Meist Zivilisten. 577 Kinder. Geschosse aus Gaza töteten in Israel 5 Zivilisten.

Bilder wie in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg

Stundenlang bin ich ich gestern durch die total zerstörten Stadtviertel Gazas Shaaf und Shujaeya gegangen. Geisterviertel. Bilder wie in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. In den Ruinen ihrer Häuser suchten die Menschen verzweifelt nach irgendwas Verwertbarem. Und fanden nichts. Über14.000 Häuser sind zerstört.

Abgerissene Beine und abgetrennter Kopf, die Sinfonie des Todes

Im Shifa-Krankenhaus trugen Sanitäter, erregte Kommandos ausstoßend, zwei blutende, verbrannte Männer an mir vorbei. Sie starben kurz darauf. Ein Dritter bestand nur noch aus Rumpf, abgerissenen Beinen und abgetrenntem Kopf. Die drei waren mit ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. IS? Nein F16. Sekunden später wurden im Laufschritt drei blutüberströmte Kinder ins Krankenhaus getragen. Verletzt durch die Splitter der Raketen.

Die Israelis werden Netanjahu zum Teufel jagen

Nachts in meinem Hotel in Gaza erzitterten alle paar Minuten die Wände wegen der einschlagenden Raketen der F-16 und der Kanonaden der israelischen Kriegsmarine. Eine Sinfonie des Todes. Dutzende Häuser versanken in Schutt und Asche. Welch ein Wahnsinn!

Irgendwann, wenn alles vorbei ist, werden die Israelis Netanjahu zum Teufel jagen. Politisch ist er schon jetzt tot. Schade ist das nicht. Er hat auch Israel nicht gut getan.

Euer Jürgen Todenhöfer

Am 16. Juli 2014 schrieb Jürgen Todenhöfer:

Raus aus euren Häusern - 16. Juli 2014 - Die israelischen Streitkräfte forderten 100.000 Palästinenser im Norden des Gazastreifens zum Verlassen ihrer Häuser auf. Einwohner des Küstengebiets sagten, sie hätten von der Armee entsprechende Anrufe und Kurzmitteilungen erhalten.

Zudem wurden Flugblätter über den bei Gaza-Stadt gelegenen Vororten Schidschaija und Seitun sowie anderen Orten abgeworfen, in denen vor "Luftangriffen auf Terrororte" gewarnt wurde, weil von dort Raketen abgefeuert worden währen.

Allein in Gaza-Stadt haben schon am Wochenende mehr als 10.000 Palästinenser aus Angst vor den Bombenangriffen Zuflucht in 16 Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) gesucht.

Avigdor Lieberman "in Gaza den Stall auszumisten"

Weitere 7000 seien im Norden in fünf Unterkünften untergebracht, berichtete UNRWA-Sprecher Chris Gunness. Die Organisation verteilt nach eigenen Angaben täglich Essen an mehr als 830.000 Menschen, also knapp die Hälfte der Einwohner des Küstenstreifens.

Wohin die 100.000 Palästinenser gehen sollen, oder wo sie einen sicheren Unterschlupf finden könnten, wurde ihnen nicht mitgeteilt.

Naftali Bennett "Ticket in die Hölle für die Hamas"

GAZA, 18. Juli.2014 - Ministerpräsident Netanjahu hat angeordnet, dass sich die israelische Armee darauf vorbereitet, die Bodenoffensive im Gazastreifen auszuweiten. Bisher hatte er von einer „begrenzten Operation“ gegen die Hamas gesprochen. Die Streitkräfte setzen bei ihrer Offensive in GAZA Panzer, Artillerie und Infanterie-Soldaten ein.

Blutsonntag in GAZA

GAZA, 20. Juli 2014 - Mindestens 87 Palästinenser sind am Sonntag durch israelischen Beschuss getötet worden. Weitere 50 Palästinenser sind zuvor durch das israelische Bombardement auf Gaza-Stadt getötet worden. Seit Beginn der israelischen Angriffswelle vor knapp zwei Wochen sind nun insgesamt 425 Menschen getötet worden, darunter 112 Kinder. Damit ist der Blutsonntag der Tag mit der höchsten Zahl von Toten bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen seit fünf Jahren.

GAZA, 22. Juli 2014 - Der Focus Online meldet - Bombardements ohne Unterlass, Verwundete werden im Minutentakt in Krankenhäuser gebracht. Der Gazastreifen erlebte seinen blutigsten Tag seit Jahren. Fast 100 Palästinenser sollen ums Leben gekommen sein, auch Israel hat Tote zu beklagen. Auf den Straßen des östlich von Gaza gelegenen Vororts Schedschaija rannten tausende Zivilisten um ihr Leben.

Jürgen Todenhöfer berichtet aus GAZA - Die Erde bebt

Gaza, 15. Juli.2014 - Seit drei Tagen bin ich mit meinem Sohn Frederic in Gaza. Wir werden auch die heutige Nacht in Gaza verbringen müssen. Die Grenzen sind zu. Die Menschen hier erwarten diese Nacht besonders schwere Angriffe aus Israel.

Wir besuchten Opfer-Familien, kletterten durch ausgebombte Häuser, gingen durch überfüllte Krankenhäuser. Über uns stets das bedrohliche Surren israelischer Kampfdrohnen.

Abends sitzen wir angespannt auf dem Dach unseres Hotels und beobachten das gespenstische "Feuergefecht" zwischen Israel und Gaza. Wir sehen das kurze Aufleuchten der Raketen der Hamas und des 'Islamischen Jihad' und ihren langen weißen Rauchschweif. Kurz danach das durch Mark und Bein gehende Zischen einer israelischen Rakete, gefolgt von einer Ohren betäubenden Explosion. Die Erde bebt.

Um drei Uhr nachts wird unser Hotel so niedrig von einer israelischen Rakete überflogen, dass das Hotel in seinen Grundfesten wackelt. Wie bei einem schweren Erdbeben. Wir tasten uns schlaftrunken auf die Flure. Müssen wir aus dem Hotel raus? Die Rakete zerstört ein Wohnhaus 200 Meter von uns entfernt. Wir gehen in unsere Zimmer zurück.

Der jetzige Krieg einschließlich seiner Vorgeschichte ist eine Schande. Und er ist absurd. Wie die meisten Kriege.

DIE ERSTE SCHANDE ist die Entführung und Ermordung der jungen israelischen Siedler Eyal Yifrach, Gilad Shaar und Naftali Frenkel. Wer immer sie feige getötet hat. Ein Sprecher der Hamas dementiert mir gegenüber zornig jede Beteiligung an diesem erbärmlichen Mord. Die Hamas bekenne sich stets zu ihren Taten. Mit diesem Irrsinn habe sie nichts zu tun. Wer sagt die Wahrheit?

DIE ZWEITE SCHANDE ist die Verbrennung des jungen Palästinensers Mohammed Abu Khdeir bei lebendigem Leib. Die israelischen Täter zwangen ihn, Benzin zu trinken und zündeten ihn an.

DIE DRITTE SCHANDE besteht - nach wahllosen und brutalen Hausdurchsuchungen und Massenverhaftungen in der Westbank - in der völlig hemmungslosen Bombardierung der 1.8 Mio Ghettobewohner von Gaza. Durch israelische Kampfjets, Raketen, Hubschrauber, Schiffe und Drohnen. Ergebnis: 193 tote Palästinenser (Stand: 18 Uhr Gaza-Zeit). Frauen, Kinder. Die Beschießung ist für jeden erkennbar maßlos.

Wahrer Grund dieses massiven Bombenterrors ist nicht die weitgehend wirkungslose und dilettantische Schießerei der Hamas und des 'Islamischen Jihad'. Die ich ebenfalls ausdrücklich verurteile. Sie begann nach der Tötung von 6 Hamaskämpfern in Gaza und sechs palästinensischen Zivilisten in der Westbank.

Wir haben den Beschuss Israels aus Gaza hautnah miterlebt. Die Sirenen von Jerusalem heulten auf, als drei anfliegende Geschosse entdeckt wurden. Jüdische Israelis rannten kreidebleich zu ihren Hotels. Zwei Minuten später hörten wir in der Ferne drei Explosionen. Die Geschosse waren wie meist, ohne Schaden anzurichten, im Umland zerschellt.

Auch im israelischen Aschkelon erlebten wir einen Angriff aus Gaza. Ein etwa ein Meter großes Kassam-Geschoss hatte wieder einmal sein Ziel verfehlt. Verbogen lag es auf einer Straßenkreuzung. Polizei sicherte den Ort seiner Bruchlandung ab.

Tony Blair hatte einen äußerst vergnüglichen Abend

Abends in Jerusalem saß am Nachbartisch eines kleinen Gartenrestaurants der frühere englische Premierminister Tony Blair. Er ist angeblich noch immer "Friedensbeauftragter" des sogenannten Nahostquartetts. Er lachte und lachte. Über die weitgehend ineffektiven Geschosse der Hamas und des 'Islamischen Jihad'? Oder darüber, dass Gaza in den Weltmedien als Angreifer gilt? Er hatte einen äußerst vergnüglichen Abend.

Der Gazakrieg ist ein Gefecht David gegen Goliath. Nur dass dieser David aus dem winzigen Gaza selten trifft. Und völlig chancenlos ist. Bisher gab es auf israelischer Seite eine Handvoll Verletzte und glücklicherweise noch keinen Toten. Ich beklage jeden dieser israelischen Verletzten ausdrücklich. Wie jeden palästinensischen Toten und Verletzten. Alle Menschen sind für mich gleich. Ihr Leid, ihre Schmerzen.

Netanjahu will keinen Frieden mit den Palästinensern

Aber die sinnfreie Hamas-Ballerei mit den massiven mörderischen Raketenschlägen der Israelis zu vergleichen, ist vollkommen realitätsfremd. Das zeigen schon die bisherigen Zahlen der Todesopfer: 193:0. Schlagzeilen wie "Israel unter schweren Beschuss" stellen die Tatsachen auf den Kopf. Gaza liegt unter schwerem Beschuss!

Netanjahu will die Hamas in die Knie bomben. Vor allem nachdem sie sich mit der gemäßigten Fatah zusammengeschlossen hat und dadurch das palästinensische Lager gestärkt hat.

Netanjahu will keine starke, geeinigte Palästinenserführung. Er will schwache, nachgiebige, gedemütigte Gesprächspartner wie Mahmoud Abbas, die er am Nasenring durch die Manege führen kann. Ohne dass sie sich wehren. Denen er nie echte Zugeständnisse machen muss. Weil ein Netanjahu keine Zugeständnisse macht. Das Leiden der Palästinenser unter der Besatzung Israels hat ihn nie interessiert und wird ihn nie interessieren.

Netanjahu will keinen Frieden mit den Palästinensern. Jeder führende US-Politiker von Obama bis Kerry würde das resigniert bestätigen. Netanjahu will vor allem kein freies, unabhängiges Palästina.

Aber will Hamas Frieden? Auch diese Frage muss man sich ernsthaft stellen. Vor allem wenn man an die alte Charta der Hamas denkt. Aber war das überraschende Bündnis mit Fatah nicht gerade ein Signal, dass Hamas bereit war, wenigstens teilweise auf den nachgiebigeren, versöhnlicheren Kurs der Fatah einzuschwenken. Warum hat Netanjahu dieses Bündnis so kompromisslos bekämpft?

Die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern ist nicht erst seit der jetzigen Bombardierung Gazas maßlos. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung. Das sind israelische Fakten:

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem, mit der wir am Wochenende telefonierten, wurden seit Beginn der 2. Intifada am 29. September 2000 bis heute 1.110 Israelis getötet. Im selben Zeitraum töteten die Israelis über 7.000 Palästinenser. Darunter über 1.500 Kinder.

7.000: 1.110. Das soll Selbstverteidigung sein?

Lange saß ich gestern am blutverschmierten Krankenbett des einjährigen Ismael. Er wurde von einer israelischen Rakete am Hinterkopf schwer verletzt. Wird er überleben?

Anschließend war ich am Krankenbett der 6 Jahre alten Shaymaá. Sie wurde an Bauch, Rücken und Leber verwundet. Ihre Mutter und zwei ihrer Brüder wurden getötet. Doch das weiß sie noch nicht.

Und wir standen erschüttert vor dem Krankenbett der 9jährigen Maria. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch in ihrem Kopf. Sie hat durch das, was sie erlebt hat, die Sprache verloren.

Es gibt keine Lösung für den Palästina-Konflikt

Wenn ich über Gaza nachdenke, blutet mir das Herz. Die Welt aber nimmt fast alles widerspruchslos hin. Sie lässt zu, dass die Wahrheit über diesen Krieg in fast grotesker Weise auf den Kopf gestellt wird. Auch das ist eine Schande.

Jürgen Todenhöfer "Ich habe Henry Kissinger einmal beim Frühstück nach seiner Lösung für den Palästina-Konflikt gefragt. Er hat mir gesagt: Es gibt keine Lösung für den Palästina-Konflikt. Ich befürchte, er hat recht. Weil einige keine Lösung wollen".

Fotos: (c) Jürgen Todenhöfer

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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27.08.2014 Nichts als Not, Leid, Elend und Tränen

GFDK - Rainer Kahni

„Vom Glück ein Franzose zu sein“, titelte einst der Ex – Tagesschausprecher Ulrich Wickert in seinem Bestseller. Und ja, in meiner wahrscheinlich letzten Kolumne, will ich für mich ganz persönlich in aller Öffentlichkeit vor meiner Leserschaft noch einmal den Versuch machen, zu erklären, warum es ein besonderes Privileg und ein Glücksgefühl ist, Franzose zu sein.

Frieden und Freundschaft

Am 25. August vor 70 Jahren wurde Paris durch Général Charles de Gaulle von einer vierjährigen barbarischen deutschen Herrschaft befreit. Siebzigtausend deportierte Franzosen landeten in den Konzentrationslagern der Nazis. Nach dem Ende des Krieges setzten sich die total verarmten und hunger leidenden Franzosen mit den durch einen reichlich gefüllten Marschall – Plan angefütterten deutschen Wohlstandsbürgern zusammen und brachten die Grösse auf, mit diesen ehemaligen Erbfeinden Frieden und Freundschaft zu schliessen.

Die Eckpfeiler eines vereinten Europas

Grosse Staatsmänner wie Charles de Gaulle, Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Giscard d’Estaing, Willy Brandt, Carlo Schmidt und in Teilen auch noch Männer wie Helmut Kohl, François Mitterand, Jacques Chirac und Gerhard Schröder sahen in der deutsch – französischen Freundschaft den Eckpfeiler eines vereinten Europas in Frieden, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das Ziel waren gemeinsame Rechts – Wirtschafts – und Sozial – Normen zu schaffen, die den Frieden unter den Völkern Europas bringen sollten.

Das ging Jahrzehnte gut, die deutsch – französische Freundschaft wuchs und gedieh bis weit nach der deutschen Wiedervereinigung. Die Franzosen waren stolz auf ihre V. Republik, ihre Verfassung, auf ihr Mehrheitswahlrecht, auf die strikte Trennung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative. Besonders stolz sind die Franzosen auf ihre Laizität, die die strikte Trennung zwischen Staat und Kirche vorschreibt.

Fleiss, Mut und Unternehmergeist

Die Franzosen sind stolz auf ihr savoir vivre, auf ihre Sozialversicherungssysteme, die jeden Erwerbstätigen in eine solidarische Bürgerversicherung verpflichtet. Der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn besteht in Frankreich schon seit Jahrzehnten. Auch die Deutschen konnten stolz sein auf ihre Leistungskraft, ihren Fleiss, ihren Mut und ihren Unternehmergeist.

Dem Franzosen entging bei all seiner Bewunderung für alles Deutsche allerdings, dass spätestens nach der Übernahme der Amtsgeschäfte durch eine ostdeutsche Wendehälsin ein gross angelegter Wettbewerbsvorteil zu Gunsten der deutschen Wirtschaft ( Böse Zungen sprechen im Strafrecht sogar von Betrug) heimlich still und leise, dann immer prolliger, herausgeholt wurde. Wie das? Im Gegensatz zu Frankreich unterlief die deutsche Wirtschaft sämtliche gesetzlichen Mindestlöhne durch Billiglöhner, Zeitarbeiter und anderswie ausgebeutete Hungerlöhner.

Nichts als Not, Leid, Elend und Tränen

Gleichzeitig zwang die deutsche Kanzlerin die Konkurrenten in Europa zu einem rigiden, oft menschenverachtenden Sparkurs, der ganze Gesundheits – und Sozialsysteme in Spanien, Italien und Griechenland zum Einsturz und den Menschen nichts als Not, Leid, Elend und Tränen brachten. Die Banken liessen sich die Risiken vom Steuerzahler teuer bezahlen.

Frankreich sperrte sich Anfangs gegen diese sogenannte Austeritäts – Politik bis zwei geistig, moralisch und charakterlich völlig überforderte Präsidenten gewählt wurden. Der eine (Nicolas Sarkozy) war ein Angeber (Frimeur), der andere (François Hollande) ohnehin nur zweite Wahl ohne jedes Charisma. Beide dackelten sie der deutschen Matrone folgsam hinterher und wollten auch so ein schönes Wirtschaftswunder, das in Wirklichkeit gar keines ist.

Während Frankreich nämlich fleissig in die Infrastruktur investierte, Kindergärten, Schulen, Strassen, Krankenhäuser und Altenheime baute, verrottet die deutsche Daseinsvorsorge dem unaufhaltsamen Verschleiss entgegen. Das nennt man in Deutschland „Sparpolitik“, was nichts anderes ist als Beschiss an den Alten, Kranken, Schülern und Studenten.

Nationalökonomischer Schwachsinn

In der Regierung Hollande machte sich mehr und mehr Unmut über diesen rigiden Sparzwang breit. Nicht etwa der Staatspräsident war die treibende Kraft, diesem nationalökonomischen Schwachsinn ein Ende zu bereiten, der hundelt immer noch der deutschen Kanzlerin hinterher und reisst mit dem Kurs ganz Frankreich in die Depression, nein, eine junge Garde erstklassig ausgebildeter Elite – Universitäts – Absolventen unter der Anführung des 51 jährigen Wirtschaftsministers Arnaud Montebourg wagte die Majestätsbeleidigung und forderte den Staatspräsidenten offen heraus.

1789 eine Weltrevolution angezettelt

Als François Hollande sich dies nicht gefallen liess, schmiss ihm das gesamte Kabinett die Ämter vor die Füsse. Nun steht der Kaiser ohne Kleider da und muss sich sein drittes Kabinett zusammensuchen und auch noch durch die Vertrauensabstimmung in der Nationalversammlung bringen. Gelingt ihm das nicht, hat Frankreich eine veritable Verfassungskrise.

Die Franzosen haben 1789 eine Weltrevolution angezettelt, sich gegen alle möglichen Herrscher durchgesetzt, vier Republiken gegründet und wieder zum Teufel gejagt, da werden sie auch den Mut und die Courage aufbringen, eine Revolte gegen den alles zerfressenden und menschenverachtenden Raubtierkapitalismus amerikanischer Prägung zu bestehen.

Deshalb bin ich glücklich, ein Franzose geworden zu sein

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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20.08.2014 Ein kluger Kopf allein genügt nicht

GFDK - Christopher Lesko

Stern-Chefredakteur Dominik Wichmann, 42, muss seinen Hut nehmen. Gestartet mit großen Hoffnungen, sollte er den stern aus der drohenden Krise in den Erfolg führen. Woran letztlich scheiterte Wichmann? Was fordert Führung in Veränderungssituationen? Der Versuch einer Annäherung.

Wichmann trat an, um einem großen Blatt im Sinkflug neues Leben einzuhauchen. Er scheiterte vermutlich nicht nur an der Wahl falscher Mittel, sondern zuerst an einem oberflächlich-symptomatischen Ansatz im Umgang mit nötigen und schmerzhaften Veränderungen eines Systems und seiner Protagonisten: Autos mit beginnenden Motorschäden lassen sich nicht dadurch reparieren, dass man Sitzreihen neu ordnet, an der Karosse schraubt oder Lack und Oberflächen poliert. Sie sehen auf ihrem Weg zum Schrottplatz kurzfristig nur besser aus.

Gastprofessor, Dozent, Jury-Mitglied, Chefredakteur des SZ-Magazins

Die Entwicklung Wichmanns sieht einen Mann, der über Jahre sehr erfolgreich das Feld journalistischer, intellektueller, politscher und kultureller Fähigkeiten betonte. Einen Mann, der in Harvard und München studierte, in ruhigeren Zeiten 11 Jahre lang Chefredakteur des SZ-Magazins war. Einen Mann, der renommierte Preise erhielt und zum Doktor der Politikwissenschaften promovierte. Einen Mann, der Rollen als Gastprofessor und Dozent ebenso füllte, wie Rollen als Jury-Mitglied anerkannter Gremien.

Die intellektuelle und fachliche Expertise von Dominik Wichmann war nie strittig. Sie passte, so schien es, nur überhaupt nicht zu dem, was die schwierige Ausgangssituation des stern erforderte: Der zentrale Kern der Entwicklung seiner Fähigkeiten lebte vordringlich im Phänomen der Distanz. Medienunternehmen – und mit ihnen eingeschwungene, soziale System, Personen und Routinen – aus der Krise zu führen jedoch, fordert ein Bündel ganz anderer Fähigkeiten unterhalb sichtbarer, fachlicher-journalistischer und intellektueller Oberflächen. 

Emotionale Präsenz und Klarheit

Fähigkeiten, die man in der Regel weder in Harvard noch auf Journalistenschulen erwerben kann: emotionale Präsenz und Klarheit etwa. Durchsetzungsfähigkeit, Beziehungs- und Bindungsfähigkeit. Die Fähigkeit, ein Bündel gleichzeitig vorhandener, korrespondierender Konflikt- und Spannungsfelder in ihren Gegenabhängigkeiten früh wahrzunehmen und sinnvoll zu beantworten. Und nicht zuletzt die Fähigkeit, Menschen in professionellen Rollen eines jahrelang eingeschwungenen Systems über ihre Widerstände hinweg zu erreichen und auf einen neuen Weg einzuschwören.

Silberbesteck und neue Tischdekoration haben nicht gereicht

All dies, so schien es aus der Distanz, gelang Wichmann kaum: Er nutzte internationale Berater zur Unterstützung bei der strategischen, inhaltlichen Ausrichtung des Stern und nahm in der Tat Veränderungen in Angriff. Das sichtbare Ergebnis wirkte harmonischer, intelligenter, oberflächlich reifer. Es wirkte jedoch auch mutlos: Als würde einem Esstisch, dessen Beine nicht mehr tragen, neues elitäres Silberbesteck und neue Tischdekoration aufgelegt, während die Beine brüchig blieben.

Machiavelli prägte den Satz, nötige Grausamkeiten müssten stets am Anfang (von Veränderungen) stehen. Hätte Wichmannn ihn beherzigt, er hätte verstehen können: Als Kommentator mit klugem Kopf perfekt ein Spiel analysieren zu können hilft jenen nicht, die auf dem Platz stehen und den Elfmeter versenken müssen. 

Sie brauchen Mut, Entschlossenheit, Souveränität und Konsequenz. Sie müssen zupacken, müssen manchmal in den Dreck greifen wollen und können. Wie eine Antwort zur Frage passen sollte, müssen Vorgehen und Kompetenzen in Führungsrollen zur Situation passen. Ein kluger Kopf allein genügt nicht.

Vom Umgang mit Widerstand

Weltweit scheitern Veränderungsprozesse stets an einem Phänomen: Mittelfristig gelingt es Verantwortlichen von Organisationen nicht, Menschen und die erbarmungslose Zähigkeit eingeschwungener Routinen und Kulturen unterhalb der Ebene des gesprochenen Wortes, unterhalb der Ebene von Strategien und Sachzusammenhängen zu nötiger Veränderung zu bewegen. Wer dies erfolgreich verwirklichen will, muss zunächst verstehen können: Kaum jemand verändert sich gerne.

Attacke und Affront

Im Gegenteil: Gewohntes bietet Sicherheit und Orientierung und wird erbarmungslos mit immer neuen, scheinbaren Sachargumenten verteidigt. Veränderung ist stets Attacke und Affront. Mit jedem intendierten Veränderungsimpuls schwingt untrennbar verbunden Kritik an Bisherigem, an denen, die Bisheriges verantwortet haben, mit. Niemand setzt sich gerne in dieses Boot, niemand stimmt freudig Kritik an und Abwertung von bisher Geleistetem zu.

Der Standard-Reflex in Organisationen sieht vielmehr eine oberflächliche, scheinbare Zustimmung zu Veränderungs-Szenarien und ihren Konsequenzen. Unterhalb dieser Oberfläche jedoch wird mit der Kraft der informellen Macht leise blockiert, wird immer neu bewiesen, dass Bisheriges gut war und dass neue Wege, neue Ideen in tausend einzelnen kleinen Aspekten letztlich doch irgendwie lausiger sind als alte, gewohnte. Niemand sagt dies offen, aber man verhält sich so.

Veränderungs- oder Krisen-Szenarien

Die Erfolgsaussichten für Widerstand sind nicht übel: Es ist stets leichter, hartnäckig und verkappt sitzen zu bleiben, als sich auf jene neue, ungewohnte Bahnen zu bewegen, auf denen eigener Wert und Bedeutung erst neu bewiesen werden müssen. Weltweit gehört Veränderungsfähigkeit nicht zu den souveränen Stärken vieler Organisationen.

Widerstandsreflexe in Organisationen sind per se nicht ‚böse‘ oder gar moralisch verwerflich. Man muss sie nur verstehen und für möglich halten können, wenn man in Veränderungs- oder Krisen-Szenarien Führungsrollen wirklich füllen will. Und man darf ihre Kraft nicht unterschätzen.

Bis in Führungsetagen globaler Organisationen braucht es tragfähige Antworten auf denselben, subjektiv existenzsichernden Überlebensreflex, Gewohntes gegen Eingriffe zu verteidigen. Es ist, wie bei einem Ehepaar, das sich jahrelang hartnäckig und erbarmungslos streitet, wer denn die Geschirrspülmaschine einzuräumen habe:

Die falsche Art der Ansprache

Kommt ein herbeigerufener Eheberater und schlägt vor, der Ehemann solle die Maschine an den geraden Tagen einräumen, die Ehefrau an den ungeraden, verbünden sich beide gegen den Eheberater: Sie finden tausend Argumente, warum genau dieser Vorschlag unsinnig sei. Sie finden Argumente, warum gerade dieser Eheberater als Person in dieser Situation der völlig Falsche sei, die falsche Art der Ansprache wähle und  keinen der beiden Eheleute wirklich verstehe. Mit dem nächsten Eheberater wiederholt sich der Prozess, damit nicht aufgegeben werden muss, was Sicherheit bietet, obwohl es Leid verursacht: sich streiten zu können. 

So funktioniert Widerstand: In Ehen, Gemeinschaften und  in Unternehmen. Immer wieder, und immer wieder neu. Und auch aus diesem Feld sind Führungsrollen in Veränderungssituationen gebaut. Der stern als mächtige, souveräne Redaktion mit einer jahrelang eingeschwungenen Kultur  von Unabhängigkeit und (schwindender) Stärke macht hier keine Ausnahme.

Öffentlich wahrnehmbar erste Autoritätskonflikte

Fazit: Dass Dominik Wichmann einen fortschreitenden Motorschaden zu reparieren hatte, war bekannt und Teil der Aufgabe. Dass kosmetische Korrekturen des Lacks den Motor nur begrenzt berühren und mit den ersten Monaten schell jene Zeit verstrich, in welcher die härtesten Entscheidungen am leichtesten auf die Straße gebracht werden konnten, zeichnete sich bald ab. 

Früh nach Übernahme der Rolle zeigten sich öffentlich wahrnehmbar erste Autoritätskonflikte. Die aktuelle Entwicklung legt nahe: Bestehende Konfliktfelder konnten scheinbar nicht integrativ gelöst werden. Wichmann hat das Blatt und Redaktionsstrukturen verändert und dennoch einen entscheidenden Aspekt übersehen: Strukturen sind wichtig, sie bieten Orientierung und Ordnung.

Gleichzeitig jedoch sind Strukturen stets nur Vehikel für das Eigentliche. ‚Das Eigentliche‘ ist, dass innerhalb von Strukturen Menschen in einem Klima von Klarheit und Gemeinsamkeit gemeinsamen Zielen folgen. Und zwar gerne und hochmotiviert.

Der Nachfolger von Dominik Wichmann wird an jener Schnittstelle zwischen Kopf und Herz das Gesamtpaket greifen müssen. Er muss zupacken wollen. Ohne Anbiederei und mit emotionaler Präsenz müssen Distanzen verringert werden:

Jene zum Leser und jene zu intern Verantwortlichen und Mitarbeitern. Auch und gerade an den möglicherweise unangenehmen Stellen. Etwaige Veränderungen der inhaltlichen Ausrichtung des Stern müssen darüber hinaus so mutig sein, dass sie für Leser spürbarer werden: Man muss sie so anfassen können, dass man zugreifen will.

Der Austausch Verantwortlicher in der Rolle des Chefredakteurs mag die Frage des ‚Wer‘ beantworten. Wichtiger noch allerdings scheint in Gestaltung der Rolle die Frage des ‚Wie‘: Klugheit allein genügt nicht.

Der Autor Christopher Lesko ist Leiter der Leadership-Academy Berlin und begleitet Führungskräfte und Unternehmensentscheider bei Veränderungsprozessen. Mehr unter: www.leadership-academy.de

Der Artikel erschien zuerst auf meedia.de

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19.08.2014 Den Russen einen Kriegsgrund unterjubeln?

Gottfried Böhmer, Rainer Kahni und Konstantin Wecker

Liebe Freunde der Künste, am Freitagabend den 15. August 2014 glaubten die Zuschauer der ARD und des ZDF sowie die Leser von Spiegel, FAZ, Süddeutscher Zeitung,  Die WELT, Bild, und der ZEIT der Krieg gegen Russland könne nun endlich beginnen. Eine Meldung von der teilweisen Vernichtung eines "russischen Militärkonvois" auf ukrainischem Gebiet durch die ukrainische Armee machte die Runde in allen Bundesdeutschen Qualitätsmedien.

Als erster bestätigte der Berufslügner und Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen umgehend den "Einfall" der russischen Armee in die Ostukraine. Auch die Amerikaner sprachen gleichfalls von einer "russischen Militärintervention".

Lügner, Betrüger, und Kriegstreiber in der NATO und der Ukraine

Anders Fogh Rasmussen wörtlich "In der vergangenen Nacht haben wir einen russischen Einfall erlebt, eine Überschreitung der ukrainischen Grenze", sagte Rasmussen nach Nato-Angaben. "Dies bestätigt nur die Tatsache, dass wir einen andauernden Fluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in die Ostukraine sehen“, sagte der schon seit Monaten kriegswillige Rasmussen.

Will man den Russen einen Kriegsgrund unterjubeln?

Weiter tönte er "Und es ist eine deutliche Demonstration der anhaltenden russischen Beteiligung an der Destabilisierung der Ostukraine." Der US Handlanger Petro Poroschenko meldete umgehend den militärischen Erfolg gegen die Russen. Die meisten der gepanzerten Fahrzeuge seien zerstört worden, jubelte das Büro des ukrainischen Präsidenten. Auch der britische Premierminister David Cameron bestätigte, und er hätte "Beweise", den russischen "Einfall" in die Ukraine.

Die russischen Truppentransporter, Panzer und Militärlastwagen sollen laut den Angaben der Amerikaner, Anders Fogh Rasmussen, David Cameron und Petro Poroschenko in der Nacht zum Freitag die Grenze am Posten Iswarino überquert haben.

"Militärintervention in der Ukraine" titelten Agenturen und Online-Dienste

Ausgerechnet Reporter der britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Daily Telegraph" die Amerikanerin Courtney Weaver von der „Financial Times“, Shaun Walker vom „Guardian“, Roland Oliphant vom „Daily Telegraph“ und der BBC-Korrespondent Steve Rosenberg hatten auf ihren Twitter-Profilen berichtet, dass 23 Fahrzeuge mit "russischen Armeekennzeichen" auf ukrainisches Territorium vorgedrungen seien.

Betrachter und Leser werden zu Opfern der Manipulation

Es sollte niemanden wundern, das sie keine Beweise, weder Fotos, noch Videoaufnahmen vorlegen konnten, ihre Kameras und Smartphones hatten sie wohl im Hotel liegen lassen, so wie das für Journalisten üblich ist. Anscheinend haben auch die ukrainischen Militärs alle ihre Smartphones zuhause liegen lassen. Dabei konnten die Amerikaner, Cameron und die NATO bis heute keinerlei Beweise liefern obwohl sie ihre Behauptungen der gesamten Weltöffentlichkeit zum besten gaben. Das unsere Qualitätsmedien keine Fragen stellten sollte niemanden Wundern.

Die Russen reagieren mit Humor

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow dementierte sowohl den Angriff durch die Ukraine als auch, dass russische Armeefahrzeuge überhaupt in die Ostukraine vorgedrungen seien. „Eine russische Militärkolonne, die die Grenze zur Ukraine überquert haben soll, existiert nicht“, ließ er mitteilen. Aber es sei immer noch besser, „die ukrainische Artillerie schießt auf ein Phantom und nicht auf Flüchtlinge oder die eigenen Soldaten“. Das russische Verteidigungsministerium sprach von Fantastereien der Ukrainer.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden warf Russland eine „anhaltende Militärintervention“ in der Ukraine vor. Sie sprach ohne besseres Wissen von „provokatives Handeln“ und versuche zur Destabilisierung der Ukraine durch die Russen. Aber jetzt kommt es, Beweise habe sie nicht..... Was soll man dazu sagen?

Und auch die EU-Außenminister riefen bei einem Sondertreffen in Brüssel Russland dazu auf, „alle Feindseligkeiten“ an der Grenze zur Ukraine umgehend einzustellen. Hallo, von was für Feindseligkeiten sprechen die kompetenten Herren? 

"Jegliche einseitigen militärischen Handlungen unter jeglichem - auch humanitärem - Vorwand, wird die Europäische Union als unverhohlene Verletzung internationalen Rechts werten", warnten die  EU-Außenminister in ihrer Abschlusserklärung.

Die Langspielplatten der Leitmedien

Hier noch mal die Langspielplatte unserer Medien: "Die Führung in Kiew wirft Moskau vor, die Separatisten mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen." Das NATO-Kampfblatt, DIE ZEIT meldet am Sonntag den 17. August 2014:

"Raketenwerfer aus Russland dringen in die Ukraine ein". Einen Beweis für die Behauptung liefert die ZEIT wieder mal nicht. Noch vor einigen Tagen konnte man aber auf ZEIT-Online mit unterschwelligen Jubel lesen, "das der Kampf gegen die Seperatisten sich dem Ende nähert".

Die ukrainische Regierung wirft den Separatisten auch vor, am 17. Juli ein malaysisches Passagierflugzeug abgeschossen zu haben. Bis zum heutigen Tag haben weder die Nato, noch die Amerikaner, noch die Ukrainer, und auch nicht die EU einen einzigen Beweis für ihre Behauptungen liefern können.

False-Flag-Operations sollen den Kriegsgrund liefern

Ich zitiere hier mal Prof. Dr. Daniele Ganser " "Wir werden nun gewahr werden, wie die von der CIA unterstützte Regierung in Kiew den Rebellen und Russland allerlei Untaten mittels False-Flag-Operations unterjubelt, um einen Kriegsgrund des Westens auszurufen".

Und die WELT-Online will noch einen oben drauf setzen: Am Sonntag den 17. August 2014 führt sie eiligst ein Gespräch mit Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove.

Worauf DIE WELT hinaus will erkennen sie an einer eingangs gestellten Frage: "Die Welt: Die Sanktionen des Westens scheinen Präsident Putin weiter wenig zu beeindrucken. Ist es jetzt nicht an der Nato, den Druck durch eine militärische Option zu erhöhen?"

Auch der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin darf am 17. August seine Lügen auf Deutschlandfunk verbreiten und fordert sogleich von der EU und der NATO militärische als auch politische Hilfe

Hat Frankreich die Nase voll? Das würde den Amerikanern aber nicht passen. "Der französische Präsident Francois Hollande hat Kiew aufgerufen, bei den Militäroperationen gegen die Volksmilizen Zurückhaltung zu üben, wie aus einem Kommuniqué des Elysee-Palast hervorgeht".

Am 25.04.2014 haben wir geschrieben

Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk wirft Russland vor, einen dritten Weltkrieg beginnen zu wollen.

Und der Welt Korrespondent Daniel Friedrich Sturm bedauerte am 23. April das weder
Moldawien noch Georgien der EU und der NATO angehören würden. "Moldawien und Georgien genießen nicht den Schutz der Nato, können nicht profitieren von der Beistandsklausel, wonach jeder Angriff auf einen Mitgliedsstaat einer Aggression gegen jeden anderen Bündnispartner gleichkommt"

Des weiteren schreibt Sturm, von der Moskauer Aggression und das sich russische Militärs und Geheimdienstler im Osten der Ukraine breitmachen würden, beides ist wie wir wissen eine Unwahrheit die seit wochen von der Welt.de verbreitet wird.

Gegen den Mehrheitswillen der Deutschen, gegen die Interessen der deutschen Industrie setzt Angela Merkel weitere Sanktionen gegen Moskau durch. Dabei nützt ein Handelskrieg ausschließlich den USA – stellte der Publizist und Altmeister der Geopolitik, Peter Scholl-Latour in einem Exklusiv-Interview das er mit Compact führte fest. Peter Scholl-Latour ist zu unserem großen bedauern am 16. August 2014 verstorben.

Nach den Lügen der NATO, der Amerikaner und Camerons nun mal eine wahre Geschichte uber die in den Medien nicht geschrieben wird.

Ukraine: Ehemaliger Söldner von Blackwater vermietet Lizenz zum Töten

Zum Kill in die Ostukraine schreibt Jürgen Apitzsch: Wer gerne mal ungestraft Menschen töten möchte, ist den Auftragskillern in der Ukraine herzlich willkommen. Eine faschistische Safari der besonderen Art bietet der US- Söldner Stan Patton auf seinem Twitter- Account an. Wer krank genug ist, um auf hilflose Menschen in der Ostukraine schießen zu wollen, kann sich die dazu nötigen Werkzeuge direkt vor Ort mieten.

Der ehemalige Blackwater- Mietkiller, der bei Twitter mit deren Firmenlogo, der Bärentatze, wirbt, hat auch sogleich eine Preisliste parat. Ein einzelner Schuss aus einer Haubitze ist für 100 Dollar zu haben. Teurer zu Buche schlägt ein Schuss aus einem Panzer mit 200 Dollar. Wer sich sogar 350 Dollar pro Schuss leisten kann, darf dafür ein Dorf beschießen. Ein ebenso ekelhaftes, wie auch bekanntes Business. Bereits während des Jugoslawienkrieges wurde von dieser Praxis berichtet.

Rainer Kahni schreibt:

Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein: Die israelische Regierung versucht mit einem Bombenhagel auf die Zivilbevölkerung im Gaza Sympathien in der Welt zu sammeln. Syrien ist ein einziges Desaster, wo niemand mehr weiss, wer auf wen und warum schiesst, Jordanien und der Libanon stehen vor einem Flüchtlingskollaps und Obama zahlt die offenen Rechnungen von George W. Bush im Irak, natürlich mit einem Bombenhagel, etwas intelligenteres fällt den Amerikanern ohnehin selten ein.

Afghanistan wird im Chaos versinken! Erdogan träumt von einem neuen osmanischen Reich und wird es sich nicht gefallen lassen, dass die USA und der Iran in seltsamer Allianz die ungeliebten Kurden aufrüsten. Europa ist zum kläffenden aussenpolitischen Pudel der USA degeneriert und hetzt weiter gegen Russland.

Und Sie alle sind verwirrt und wissen nicht, was Sie noch glauben sollen. Ich kann Sie beruhigen: Das Ganze folgt einem irrwitzigen System! "It's economy, stupid", fasste es einst der letzte klare Geist im Weissen Haus Bill Clinton zusammen. Und Baron de Rothschild drückte es noch drastischer aus: "Wenn die Strassen im Blut versinken, dann kaufen Sie, kaufen Sie, kaufen Sie."

Ich habe lange für mein Buch BLUTFREITAG recherchiert, bis ich wenigstens den Hauch einer Ahnung von dem bekommen habe, wer wirklich hinter den Kulissen die Fäden zieht. Die angeblich von Ihnen gewählten Politiker sind es auf jeden Fall nicht!

Konstantin Wecker schreibt an seine Freunde

Jan Fleischhauer, der SPIEGEL-Kolumnist, beschimpft Margot Käßmann, ihr als Theologin gehe das Verständnis für das „Böse“ ab. Cem Özdemir sagt in der ARD, die kurdischen Peschmerga-Kämpfer hätten bereits Tausenden von Jesiden das Leben gerettet: "Das haben sie nicht mit der Yogamatte unterm Arm gemacht, sondern mit Waffen."


Fleischhauer trägt seinen Namen zu Recht, das weiß man. Er haut rein, wo er kann und er weiß natürlich, was böse ist und was gut, und fordert gern zum Kämpfen auf, solange er bequem von seinem Schreibtisch aus Gift versprühen kann. Sollen doch andere für ihn sterben, er selbst muss ja nicht zum Mörder werden wie die Soldaten, die er für den Erhalt seines bequemen Kriegsreporterpostens abschlachten lässt.

Herr Fleischhauer, schauen Sie doch mal kurz über den Rand ihres stets prall gefüllten Tellers: Nur wenige Flugstunden entfernt ist das, was ihnen so gut erscheint, absolut böse. Haben Sie jemals in einem Geschichtsbuch geblättert? Ich habe schon vor fast vierzig in meinem Lied „Hexeneinmaleins“ geschrieben:


„Immer noch werden Hexen verbrannt
auf den Scheiten der Ideologien.
Irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter
und die Augen voll Sand
in die heiligen Kriege ziehen.“


Frau Käßmann sagt völlig zu Recht - wie Eugen Drewermann auch es ähnlich ausdrückt:
"Es ist interessant, dass Sie immer vom Ende her denken, wenn es keine gewaltfreie Lösung mehr zu geben scheint. Heute existieren viele Friedensforschungsinstitute, die Strategien entwickelt haben, um Konflikte zu vermeiden oder zu schlichten. Aber am Willen hapert es.“


Man muss eben einmal beginnen, den Frieden zu schaffen, auch wenn es bisher versäumt wurde. Deutschland gibt pro Jahr über 30 Milliarden Euro für Militär aus, aber nur 29 Millionen für den Friedensdienst. Das sagt meines Erachtens alles aus. Eine friedliche Welt ist dem freien Markt und seinen Kriegsgewinnlern immer schon ein Dorn im Auge gewesen.


Und der Spott des Herrn Özdemir - auch ein sicherer Kandidat für ein sicheres Leben in Kriegszeiten - dieser Spott ist angesichts der Tatsache, dass es zur Zeit mehr bewaffnete Konflikte gibt als je zuvor, geradezu unerträglich und - eitel. Aber er ist eben auch nur ein Erfüllungsgehilfe einer neuen „Kultur des Krieges“, wie es Jakob Augstein in seinem hervorragenden neuen Kommentar so richtig benennt.


Aus allen Ecken wird nun wieder auf den Pazifismus eingeprügelt, damit lässt sich eben kein Geld verdienen und irgendwie muss es den Herrschenden doch gelingen, diesem störrischen Volk, das immer noch mehrheitlich bewaffnete Einsätze ablehnt, kriegerisches und männliches Denken einzupauken.
Anstatt sich ehrlich Gedanken zu machen, wie man Frieden vorbereitet, denkt man in best dotierten Think Tanks exklusiv darüber nach, wie man neue Märkte erschließen kann.

Mit Waffen, mit Gewalt, mit dem immer gleichen Recht, auf der Seite des „Guten“ zu sein. Und jeder weiß, was Gott will und dieser arme Gott muss wieder die Waffen segnen und er segnet und segnet, die Waffen der Guten und der Bösen, bis in alle Ewigkeit, Amen. Und der Gott der Liebe und des Verzeihens? Der Gott der Güte und des Erbarmens? Vergessen, verjagt, ausgeklammert aus den Hirnen eitler Besserwisser und Geschäftemacher, Kriegstreiber und Angeber, Fanatiker und Dummköpfe.

Der bewachte Kriegsschauplatz

Kurt Tucholsky schreibt 1931 in „Der bewachte Kriegsschauplatz: „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratkilometer Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich Mord? Natürlich: Mord. Soldaten sind Mörder.“


Ich jedenfalls halte mich weiter an Tucholsky und nicht an die Özdemirs, Fleischhauers und Gaucks und all die anderen, die ihre Hände in Unschuld waschen werden, wenn „unsere Jungs“ zum Morden geschickt werden und „unsere Waffen“ den Frieden herbei schießen.


Im Bundestag gab es eine Debatte um den Antrag der LINKEN mit der Forderung, eine Gedenktafel für Karl Liebknechts Verweigerung der Kriegskredite im Jahr 1914 anzubringen. Er blieb als einziger sitzen, als es zur Abstimmung kam und hatte in seiner persönlichen Erklärung auf die Schuld des deutschen Kapitals und der deutschen und österreichischen Kriegspartei hingewiesen.


„Dieser Krieg, den keines der beteiligten Völker selbst gewollt hat, ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg, einen Krieg um die kapitalistische Beherrschung des Weltmarkts, um die kapitalistische Beherrschung wichtiger Siedlungsgebiete für das Industrie- und Bankkapital…“


Liebe Freunde, kommt euch das bekannt vor? Haben wir nichts, aber auch überhaupt nichts dazugelernt? CDU, SPD und die Grünen lehnten eine Gedenktafel für Liebknecht ab. Wundert uns das?
Die Abgeordnete der LINKEN Sevim Dagdelen schreibt: „“Wir leben in einer Vorkriegszeit. Das spüren immer mehr Menschen in diesem Land. Unsere Aufgabe ist es, die Lügen, die die neuen Kriege mitvorbereiten, zu entlarven.

Damit die Mehrheit der Bevölkerung, die Krieg als Mittel der Politik ablehnt, die keine Auslandseinsätze und Rüstungsexporte will, endlich zu ihrem Recht kommt.“ Daran möchte ich Teil haben. Und nicht am Kriegsgeheul obrigkeitstreuer Lobbyisten und Politiker.


Ungehorsam ist nun gefragt. Wir sollten Schulen des Ungehorsams gründen.
In meinem Herzen hat Karl Liebknecht seine Gedenktafel schon lange.
Und in vielen anderen auch.
Dessen bin ich mir sicher.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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12.08.2014 Der böse Russe, der gefährliche Wladimir Putin?

GFDK - Gottfried Böhmer

Der schlechteste Frieden ist besser als der "gerechteste Krieg", soll mal ein kluger Mann gesagt haben. Mit klugen Männern hat das derzeitige Weltgeschehen aber wenig zu tun. Von Staatskunst kann keine Rede sein. Liebe Freunde der Künste, letzte Woche habe ich ausführlich dargestellt wie sich die Kriegsherren in Position bringen und welche Rolle dabei unsere Qualitätsmedien spielen. Hier noch mal zum Nachlesen - US-Europa-Kommando initiiert Manöver in der Ukraine

Die zurückliegende Woche hat uns nun gezeigt, dass wir uns defacto schon im Krieg mit Russland befinden. Es fehlt nur noch der erste Schuss, und dazu bedarf es nicht mehr viel. Der ehemalige russische Aussenminister Igor Iwanowa und der ehemalige britische Amtskollege Malcom Rifkind haben in einem gemeinsamen Artikel in der "New York Times" von der Gefahr eines Atomkrieges gewarnt, sollte die derzeitige Situation nicht deeskaliert werden.

„Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“

Dabei darf ich euch daran erinnern, dass Deutschland im Fall eines Falles der größte Verlierer sein wird. Am 9. August 2014 hatte ich den kurzen Eindruck, dass die Springer Presse kalte Füße bekommt, ich habe auf WELT Online den ersten gescheiten Satz seit Monaten gelesen. Michael Stürmer, der "Kalte Schreibtisch Krieger der WELT" und kein Freund der Russen schrieb:

"Es fehlt auch die Planung, wann es genug istoder zu viel – und wann es Zeit ist, wieder in Begriffen von Interessen und Interessenausgleich zu denken und eine bessere Sicherheitsarchitektur zu entwickeln, so wie im Kalten Krieg nach Berlin- und Kubakrise. Die neue Steuerlosigkeit der Weltgeschäfte, vom Dnjepr bis ins Zweistromland, verzeichnet vielleicht taktische Gewinner, aber rundum strategische Verlierer".

Ich möchte dabei an Carl von Causewitz erinnern: wenn du einen Krieg führen willst, frage dich, was ist das Ziel des Krieges, und wie kommst du wieder aus den Krieg raus. Jeder Krieg ist nach Clausewitz ein Akt der Gewalt mit dem Zweck, „den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen“. Eines ist für mich erkennbar: Den Kriegstreibern in der NATO fehlt dazu die Strategie, die Taktik und die Philosophie. Sie wollen ohne Hirn und Verstand wie 1914 in einen Krieg mit Russland. Bezahlen, mit Blut und Leben sollen wir, nicht die Amerikaner.

Nur am Rande bemerkt: Clausewitz trat 1812 aus der Preußischen Armee aus, weil er sich weigerte mit Napoleon in einen Krieg gegen Russland zu ziehen. Er trat in die Dienste der russischen Armee, und wie dieser Krieg ausging, sollten sich die NATO Betonköpfe noch mal vor Augen halten. Es wäre nun die richtige Zeit für Deutschland aus der NATO auszutreten. Clausewitz würde es jetzt tun.

Der böse Russe, der gefährliche Wladimir Putin?

Bettina Röhl hat diese Woche sehr richtig geschrieben: "Die oft von vielen Menschen beklagten Menschenrechtsverletzungen in China, in Saudi-Arabien, im Iran, in Nordkorea, in Pakistan, in Afghanistan oder in diversen Staaten "des Bösen" wie der böse George W. Bush sie nannte, kratzen die westliche Politik herzlich wenig.

Ethnisch und religiös bedingte Bürgerkriege in Afrika, denen Millionen von Menschen in den letzten Jahrzehnten zum Opfer fielen, jucken den Westen bestenfalls peripher. Der blutige Vormarsch der sogenannten Islamisten ist für den Westen so gut wie kein Thema.

Seit dem Abschuss der Boeing MH17 haben sich die Staaten des Westens auf wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland geeinigt. Mit allen Mitteln soll Putin in die Knie gezwungen werden".

Alles für den Weltfrieden und die Moral?

Und jetzt plötzlich gibt es eine gespenstische, eine gefährliche, eine dumpfe und selbstgerechte Einigkeit der westlichen Politiker und der westlichen Medien und der üblichen Trittbrettfahrer: Der russische Präsident Wladimir Putin und sein Regime, aber in erster Linie seine Person, sind das Böse der Welt, sind die absolute Bedrohung des Westens und überhaupt der Menschheit".

Auch unserer Autor Rainer Kahni wird zunehmend dünnhäutiger

Zu seinem 70 Geburtstag schrieb er: Werde ich es noch erleben, dass die Menschen ein einziges Mal zu Millionen auf die Strassen gehen, um den Kriegshetzern ein entschiedenes NEIN entgegen zu rufen? Waren die Lügen und der Chauvinismus, die zum ersten Weltkrieg führten, nicht Lehre genug? Haben wir aus den Verbrechen der Nazis nichts gelernt?

Waren die Gemetzel in Korea und Vietnam mit ihren erfundenen Kriegsgründen nicht Abschreckung genug? Waren die dreisten Lügen der USA, die zu dem Chaos im Irak geführt haben, keine Warnung? Wird etwa Afghanistan eine westliche, friedliche Demokratie, wenn die Truppen dort abziehen, oder versinkt das Land nicht im Chaos? Durchschaut niemand die Hetze der USA und der NATO gegen Russland?

Wann hat jemand endlich den Mut, den israelischen Ministerpräsidenten vor das internationale Kriegsverbrecher - Tribunal zu zerren, ohne mit dem Totschlag - Argument "Antisemit" erledigt zu werden? Wann haben die Menschen endlich den Mut aufzustehen und die Medien - Kriegsliteraten und geschichtslosen Polit - Pharisäer für ihre verantwortungslose Kriegstreiberei zur Rechenschaft zu ziehen? Wann, Ihr Sofademokraten, seid Ihr bereit, für den Frieden etwas zu riskieren und den Rasen zu betreten?

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in der Ukraine

Die ukrainische Armee könnte militärische Unterstützung bekommen: Nato-Chef Rasmussen hat sich mit Kiews Premier Jazenjuk getroffen. Den Angaben zufolge sollte dazu ein schon bestehender Nato-Finanztopf genutzt werden. Frage: Wieviel Geld von Deutschland ist in dem NATO-Finanztopf? Wann wurde er gefüllt?

Auch Konstantin Wecker ist entsetzt und schreibt an seine Freunde

Liebe Freunde, das ist einfach ungeheuerlich.
Rasmussen in Kiew: Wir stehen bereit?


Bei einem Besuch in Kiew hat Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen der Ukraine im Konflikt mit Russland die Unterstützung des Militärbündnisses zugesichert. Er rief Russland zum Abzug seiner Truppen von der ukrainischen Grenze auf. In der Ostukraine gehen die Kämpfe unterdessen weiter.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat der prowestlichen ukrainischen Regierung im Konflikt mit Russland demonstrativ den Rücken gestärkt.

“Die Nato steht bereit, die Ukraine zu unterstützen”, sagte Rasmussen am Donnerstag bei einem Besuch in Kiew. Er warf Russland die Destabilisierung des Landes und die Unterstützung der prorussischen Separatisten vor. Der Konflikt im Osten bedrohe “die Freiheit und die Zukunft der Ukraine”, sagte der Nato-Generalsekretär. Quelle: DLF

Seit wann ist die Ukraine Mitglied der Nato?

Anmerkung der Nachdenkseiten, denen ich diesen Bericht entnommen habe: Seit wann entscheidet eigentlich ein Nato-Generalsekretär über den Einsatz der Nato. Oder tut das Rasmussen in Abstimmung mit der deutschen Verteidigungsministerin? Warum pfeift von der Leyen Rasmussen nicht zurück? Seit wann ist die Ukraine Mitglied der Nato? Seit wann besteht eine Bündnisverpflichtung?
Rasmussen wirft Russland die Unterstützung der Separatisten vor und droht gleichzeitig mit Unterstützung der Nato für die Militäreinsätze von Seiten der Kiewer Regierung. Viel mehr Kriegstreiberei geht nicht.

Geistige Einberufungsbescheide aus Frankfurt

Jakob Augstein schrieb diese Woche: Wenn es stimmt, was Gabor Steingart vor ein paar Tagen geschrieben hat, dann kann einem Angst und Bange werden: "Kriege beginnen immer damit, dass man sie denkt." Diese Krise folgte seit ihrem Ausbruch der pfeilgeraden Logik der Eskalation. Und wie reagierte die FAZ "Der „Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart leistet sich einen fahrlässigen Vorwurf der Kriegstreiberei" schrieb sie und rechtfertigte sich mit einem langen BLA BLA BLA.

Erst kommen die Worte, dann folgen die Taten

Jetzt ist der Handelskrieg da. Reicht das? Nein. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" denkt weiter. In einem Leitartikel hat die Zeitung einen "neuen Doppelbeschluss" gefordert. Der Westen müsse seine "wirtschaftliche, politische und militärische Abwehrbereitschaft stärken und auch demonstrieren". In seiner Erwiderung entsetzte sich Steingart über die "geistigen Einberufungsbescheide" aus Frankfurt und fragte, ob man dort vergessen habe, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeuge.

Jakob Augstein schrieb am 31. Juli 2014 - In seltener Einmütigkeit haben die deutschen Medien die Politik in der Ukraine-Krise vor sich hergetrieben. Andauernd musste die Bundesregierung sich für ihre Umsicht rechtfertigen. Und wir müßten uns mal die Frage stellen, wie es sein kann, das alle großen Medien Deutschlands von der WELT, FAZ, Süddeutsche, Die ZEIT, Bild, Spiegel, Focus, und unsere TV-Sender ARD und ZDF seit Monaten eine einseitige Berichterstattung über Russland und Putin propagieren.

Am 8. August schreibt Augstein:

"Wenn es die Supermacht Amerika nicht gäbe, um wie viel höher wären die Leichenberge auf der Welt!"

Der Satz stammt aus einem Kommentar in der "Welt Online" über das Eingreifen der USA im Kampf gegen die IS-Horden. Dass der Zerfall des Iraks und das Erstarken der IS-Kämpfer eine direkte Folge des Irak-Kriegs der Amerikaner ist, schreibt der Autor Jacques Schuster ("Chefkommentator") nicht.

Die "Welt" ist ein Satire-Blatt.

Der NATO Betonkopf weiß, wenn Deutschland aussteigt ist die Party vorbei - Nato-Chef sieht Vetorecht des Bundestags als Hindernis

8. August 2014 - Als Risiko für gemeinsame Einsätze kritisiert Nato-Chef Rasmussen im SPIEGEL, das mögliche Veto deutscher Abgeordneter. Zugleich lobt er den Ruf von Bundespräsident Gauck nach einer aktiveren Außenpolitik. Deutschland sei "reif für diese Debatte".

Hamburg - Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hält den deutschen Parlamentsvorbehalt für ein Hindernis bei gemeinsamen Verteidigungsprojekten der Nato. "In einem multilateralen Zusammenhang muss jedes Land akzeptieren, dass die anderen ein Mitspracherecht haben", sagte Rasmussen in einem SPIEGEL-Interview.

Floskeln von Freundschaft und transatlantischer Partnerschaft zementieren die Macht der USA

Es müsse "sichergestellt sein, dass diese militärischen Fähigkeiten auch wirklich eingesetzt werden können", forderte Rasmussen und warnte: "Wenn das Risiko besteht, dass ein Land gegen den Einsatz solcher Waffen ein Veto einlegt, werden die anderen Partner zögern, in ein solches Projekt zu investieren." Ausdrücklich begrüßte der Nato-Generalsekretär die Forderung von Bundespräsident Joachim Gauck nach einer aktiveren deutschen Außenpolitik – militärische Mittel eingeschlossen.

Auf den Punkt gebracht:

Die deutschen Abgeordneten sind ein Risiko für die USA und NATO für das anstehende Kriegsprojekt der Amerikaner. Wenn die Deutschen nicht mitmachen, werden sich Andere anschließen und dem müssen wir vorbeugen.

Noch mal Rainer Kahni, Der Generalsekretär der NATO ist in Wahrheit der Sekretär der USA. Was hat der aus Dänemark wegen fortgesetzter Dummheit weggelobte Faschist und Kriegshetzer eigentlich in der Ukraine verloren? Wofür hat er dort einen Orden erhalten? Ist die Ukraine NATO - Mitglied? Und da wundert sich noch irgendjemand, dass sich die Russen eingekesselt und provoziert fühlen?

Austritt aus der NATO und Neutralitätserklärung Deutschlands

Charles de Gaulle hat damals das einzig Richtige gemacht: Er hat die NATO aus Fontainebleau/Frankreich hinaus geworfen. Die Franzosen hätten es dabei belassen sollen! Und es wäre eine historische Pflicht gewesen nach dem Desaster, das die deutschen Achsenmächte in den beiden Weltkriegen angerichtet haben, nie wieder in ein Militärbündnis einzutreten.

Ich fordere den sofortigen Austritt aus der NATO und eine Neutralitätserklärung Deutschlands im Rahmen eines friedlichen, vereinten Europas in Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit mit einer einheitlichen Wirtschafts - Rechts - und Sozialcharta.

Der Hauptalliierte der USA - Was sagt die Bundesregierung dazu?

Der US-Kongress will die Ukraine als Hauptalliierten anerkennen. Hallo, was ist denn ein Hauptalliierter? Habt ihr so was schon mal gehört oder gelesen? Ich nicht, so einen Begriff hat es noch niemals gegeben.

Eine Gruppe Kongressmitglieder hat dem Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf über die Anerkennung der Ukraine als Hauptalliierten der USA außerhalb der Nato vorgelegt. Unter anderem sieht der Gesetzentwurf für die Ukraine den Status eines Nato-Alliierten ohne Beitritt zur Organisation vor.

Für uns Europäer und Deutsche ist diese Nachricht eine mittlere Katastrophe. So wie es aussieht, wollen die USA uns in einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führen und sich am Ende die Hände in Unschuld waschen. Im September ist in Wales der nächste NATO-Gipfel und die neue strategische Ausrichtung der NATO wird dort festgelegt.

So geht es los, Kanada als Vorbote für den Krieg?

Der kanadische Premier Stephen Harper teilte am Donnerstag den 7. August 2014 mit, dass sein Land eine erste Lieferung von militärischem Gerät in die Ukraine auf den Weg bringen werde. In einem Statement teilt Harper mit, dass Kanada die Sicherheit der Ukraine gegen die militärische “Aggression” gewährleisten will. Es ist die erste direkte militärische Handlung der Nato in der Ukraine. Sie sei “Kanadas Antwort auf die russische Expansion und den Militär-Einsatz in der Ost-Ukraine”.

Der Premier kündigte an, dass noch am Donnerstag eine CC-130J Hercules vom kanadischen Luftwaffenstützpunkt Trenton in die Ukraine fliegen werde. Die kanadische Lieferung werde “Helme, kugelsichere Westen, Gesichtsschutz, Erste-Hilfe-Material, Zelte und Schlafsäcke” umfassen.

Verteidigung der Werte des Westens?

Kanada will mit seinem Engagement zur Verteidigung der Werte des Westens beitragen und helfen, die russischen Aggressionen und Provokationen zu beenden. Man wolle zur Erhaltung einer friedlichen Welt beitragen, sagte Harper. Dazu kann ich nur sagen, das Kanada in der Vergangenheit ja schon des Öfteren den Clown für Amerika gespielt hat.

Es wäre auch schön, wenn er uns sagen würde wie er sich das "Beenden" der angeblichen russischen Aggression und Provokation vorstellt. Mit einem Krieg vor der unserer Haustür vielleicht? Nicht mit uns, Herr Premier.

Hier noch ein schönes Beispiel wie die USA und die NATO etwas hochspielen

Die Nato zeigte sich nach dem Beginn des großangelegten russischen Militärmanövers am Montag den 4. August 2014 entschlossen. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen betonte die Geschlossenheit des westlichen Verteidigungsbündnisses. "Die Nato ist entschlossen, alle Verbündeten gegen jederlei Bedrohung zu verteidigen", sagte Rasmussen im militärischen Hauptquartier der Nato im belgischen Mons. Der Abschuss von Flug MH17 habe deutlich gemacht, dass ein Konflikt in einem Teil der Welt tragische Konsequenzen überall haben könne.

„Es mutet seltsam an. In der Nato hat man in den letzten Monaten die Intensivität von Militärübungen in den verschiedensten Regionen Europas um das Dreifache gesteigert. Aber wenn Russland, das bereits im Jahr 2013 den Plan für die Gefechtsausbildung seiner Streitkräfte bestätigt hatte, jetzt nach diesem Plan Militärübungen durchführt, so weckt das in den Stäben der Nato und der USA panisches Geschrei. Da sehen wir die traditionelle Heuchelei Brüssels und Washingtons.“

Die USA beschuldigen Russland, angeblich eine Bedrohung zu schaffen, indessen aber versorgen sie die Ukraine mit Geld, sie liefern ihr militärisch nutzbare Güter, Militärinstrukteure und Berater. Die Nato plant, die Ukraine als ihren militärischen Bündnispartner außerhalb des Blocks zu bezeichnen. Und in unzähligen Interviews erzählt der Generalsekretär der Nato, Anders Fogh Rasmussen, die Länder der Allianz würden eilig eine schnelle Eingreiftruppe aufstellen, die die Bedrohungen von Seiten Moskaus abwehren werde.

Amerikaner ohne geographische Kenntnisse, wir sollten ihnen einen Atlas schenken

Das Manöver sorgte in der laufenden Woche für einen verbalen Schlagabtausch zwischen Moskau und Washington. Zunächst sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki, die USA seien tief besorgt über Russlands Pläne, groß angelegte Luftwaffenübungen im Grenzgebiet zu der Ukraine zu starten. Psaki brandmarkte das Manöver als „provokativ“.

Im Gegenzug zeigte sich das russische Verteidigungsministerium darüber besorgt, dass Frau Psaki nicht einmal „elementare geografische Kenntnisse“ besitze. „Das Truppenübungsplatz Aschuluk im Gebiet Astrachan liegt nahezu 1.000 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt“, betonte ein russischer Militärsprecher.

Ratschlag an die Kriegstreiber aus Washington

Er richtete an Psaki einen ironischen Ratschlag: „Wenn man solche Erklärungen vorbereitet, wäre es nützlich, nicht nur Meldungen aus Sozialen Netzwerken zu studieren, sondern auch offizielle Quellen berücksichtigen, wie etwa die Webseite des russischen Verteidigungsministeriums und den geografischen Atlas.“

Am nächsten Tag meldete sich Psaki erneut zu Wort und sagte, jede russische Militärübung sei im Moment als provokativ zu betrachten – egal, in welcher Region sie stattfindet.

Sondergruppe des Pentagons in der Ukraine

Wie ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums mitteilte, sei am 5. August 2014 eine Sondergruppe des Pentagons „zur Unterstützung bei der Untersuchung“ der Absturzumstände der malaysischen Boeing 777 in Kiew eingetroffen. Es sei bemerkt, dass es nie in der Kompetenz des Pentagons lag, Havarien und Abstürze von Passagierflugzeugen zu untersuchen. Damit befasste sich in den USA stets ausschließlich die Nationale Verwaltung für Verkehrssicherheit (NTSB) sowie die förderale Verwaltung für Zivilluftfahrt. Also, was macht eine Sondergruppe oder besser gesagt Sondertruppe in der Ukraine?

Ich Frage mich, wann werden endlich mal Sanktionen gegen die USA gefordert wegen weltweiten Terrors, Nötigung und Erpressung ausländischer Regierungen und Unternehmen?

Daran sei erinnert: George Walker Bush am 11.09.2001 "wer nicht mit uns ist, ist gegen uns". So einfach stellen sich das die Amerikaner vor.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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04.08.2014 Das Ende der militärischen Zurückhaltung?

Gottfried Böhmer - Konstantin Wecker

Liebe Freunde der Künste, die Schlinge zieht sich zu, die Frage ist nur um welchen Hals. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass es der unsrige sein könnte. Es scheint so zu sein, dass sich die Kriegsherren in Position bringen. Ich will euch dazu ein paar Fakten liefern.

Die NATO wird vom 11. bis zum 28. September 2014 in der Ukraine ein Manöver mit allen Waffengattungen abhalten. Das Ganze wird unter dem Namen "Partnerschaft für den Frieden" durchgeführt, und schon die Namensgebung ist eine Täuchung.

Jetzt müssten wir uns die Frage stellen, was haben NATO Truppen in einem Land zu suchen, das nicht mal NATO Mitglied ist? Und was soll dieses Manöver vor der Haustür der Russen? Partnerschaft für den Frieden oder Partnerschaft für den Krieg?

Das Epizentrum eines internationalen Skandals in Deutschland

Die kombinierte Land- und Luftwaffenübung wird initiiert vom US European Command. Und diese hat sein Quartier in Stuttgart, also ausgerechnet in Deutschland. Die US Army Europe und das ukrainische Heer sollen das Manöver anführen.

Das Manöver soll auf dem fast 400 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz bei Javoriv unweit von Lviv stattfinden. Neben Armenien, Aserbaidshan, Bulgarien, Kanada, Georgien, Großbritannien, Lettland, Litauen, der Republik Moldau, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien, der Ukraine und den USA soll auch Deutschland Militärs schicken. Also eine bunt gemischte Truppe, die die Russen ärgern oder povozieren soll.

Kein Vorwand für eine Eskalation?

Das ganze Spielchen findet in einem Land statt, wo gerade auch noch Bürgerkrieg ist. Und wenn da was schief geht, befinden sich 16 teilnehmende Nationen im Kriegszustand mit Russland. Soll uns das sorgen? Warum macht man das? Die Bundesregierung beteuert zwar, dass sie der russischen Seite keinen Vorwand für eine weitere Eskalation geben will, aber ich frage mich, ob ich das glauben soll.

Erster US General ist schon in der Ukraine

Randy Key der General aus dem Pentagon hat bereits mit seiner Arbeit in der Ukraine begonnen. Er koordiniert 12 Arbeitsgruppen, die zur "Verbesserung der Sicherheit der Ukraine" geschaffen wurden. Unter seiner Führung gab es am 21. Juli Gespräche mit den zuständigen Militärgruppen der ukr. Seestreitkräfte und am 26. Juli wurde ein Treffen bezgl. der "Special Forces" in der Ukraine abgehalten.
Dennoch ist Poroschenko immer noch nicht ganz zufrieden mit der Leistung der Arbeitsgruppen ihm geht alles zu langsam, deshalb fordert er das "Weiße Haus" auf die Prozesse zu beschleunigen.

Offiziell unterstützen die USA Kiews Militär angeblich nur mit 33 Millionen Dollar. Die Summe nannte der US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt ohne rot zu werden. Russland hat die USA mehrfach vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt. "Diese Maßnahme wäre Öl ins Feuer und würde eine kriegerische und kompromisslose Lösung des Konflikts vorantreiben", sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Was macht der CIA und die Blackwatwer Söldner aus den USA?

Sergej Lawrow forderte Washington auf endlich Auskunft zu erteilen über angebliche US-Militärberater in Kiewer Diensten. Lawrow ist ein kluger Mann, natürlich weiß er, dass der CIA, die Berater, und die Blackwater Söldner in der Ukraine sind. Am 29. April 2014 hatte der BND die Bundesregierung darüber unterrichtet.

Diese Informationen sind vom US-Geheimdienst den Deutschen mitgeteilt worden bei der sogenannten nachrichtendienstlichen Lage, einer regelmäßigen Besprechung unter Leitung von Kanzleramtschef Peter Altmaier. An diesem Treffen haben auch die Präsidenten der Nachrichtendienste, des Bundeskriminalamts und der Geheimdienstkoordinator des Kanzleramts sowie hochrangige Ministeriumsbeamte teilgenommen.

Kriegsaufmarschgebiet

Am 25. Juli 2014 berichteten mehre Medien "Obama plant ein Kriegsaufmarschgebiet in der Nähe der deutscher Grenze" Die NATO beeile sich, die Krise in der Ukraine auszunutzen, um ihre Strukturen näher an Russlands Grenzen zu verlagern. Die Nato prüft eine Variante mit der Errichtung des größten Stützpunktes in Osteuropa, um die Infrastruktur für das rasche Eingreifen näher an Russlands Grenzen zu verlagern, teilen britische Massenmedien am 24. Juli 2014 unter Berufung auf eine Erklärung des Generals Philip Breedlove, Oberbefehlshaber der Vereinigten Streitkräfte der Nato in Europa, mit.

Die Londoner Times schrieb, dass der NATO Oberbefehlshaber General Philip Breedlove gefordert hat, dass die Nato schnellstens ihre Kapazitäten in Polen ausbauen müsse. Dazu zähle vor allem der Aufbau von massiven Waffen- und Versorgungslagern. Dadurch sollten innerhalb kürzester Zeit tausende Soldaten gegen Russland in Marsch gesetzt werden.

Der NATO Oberbefehlshaber General Philip Breedlove wird beim Nato-Gipfel im Herbst einen entsprechenden Plan vorlegen. Die Leitung des Einsatzes soll die multinationale Gruppe Nordost übernehmen. Sie operiert in Stettin an der deutsch-polnischen Grenze.

Der Hauptalliierte der USA - Was sagt die Bundesregierung dazu?

Der US-Kongress will die Ukraine als Hauptalliierten anerkennen. Hallo, was ist denn ein Hauptalliierter? Habt ihr so was schon mal gehört oder gelesen? Ich nicht, so einen Begriff hat es noch niemals gegeben.

Eine Gruppe Kongressmitglieder hat dem Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf über die Anerkennung der Ukraine als Hauptalliierten der USA außerhalb der Nato vorgelegt. Unter anderem sieht der Gesetzentwurf für die Ukraine den Status eines Nato-Alliierten ohne Beitritt zur Organisation vor.

Für uns Europäer und Deutsche ist diese Nachricht eine mittlere Katastrophe. So wie es aussieht, wollen die USA uns in einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führen und sich am Ende die Hände in Unschuld waschen. Im September ist in Wales der nächste NATO-Gipfel und die neue strategische Ausrichtung der NATO wird dort festgelegt.

Nato-Angriffskräfte erhöhen?

2. August 2014 - Der britische Premierminister David Cameron hat erklärt, er würde beim bevorstehenden Nato-Gipfel in Wales versuchen, die Staatschefs der Nato-Länder und Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen davon zu überzeugen, die langfristigen Beziehungen mit Moskau zu revidieren. Dies berichtet Reuters.

Cameron behauptet, dass „Russland die Nato als Gegner ansieht“. Deshalb rät er der Allianz, einen neuen Manöverplan auszuarbeiten, neue Infrastruktur-Objekte zu errichten sowie die Zahl der Angehörigen der Nato-Eingriffskräfte zu erhöhen. David Cameron und Anders Fogh Rasmussen gehören in der EU schon seit Monaten zu den größten Kriegstreibern.

Ein notorischer Lügner als Zeuge

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass alle Anschuldigungen gegen Russland und Putin ohne jeden Beweis von den USA und der EU erhoben wurden. Grundsätzlich heißt es immer wieder, "nach Erkenntnissen des Geheimdienstes". Mehr haben die Ankläger nicht vorzubringen.

Dazu schrieb Sascha Lobo am 30. Juli 2014 im Spiegel:

"Die US-Regierung präsentierte am 28. Juli "Beweise" für russische Raketenschüsse auf ukrainisches Gebiet - "nach Erkenntnissen des Geheimdienstes". Erkenntnisse desjenigen Geheimdienstapparates, der wieder und wieder gelogen hat. Nicht nur die Öffentlichkeit belog, sondern nachweislich auch die Politik.

Ein Behörden-Konzerne-Filz, der, wie Edward Snowden offenbarte, sich nicht um Gesetze, Regeln, Verträge schert und diese Zustände mit allen Mitteln versucht zu verschleiern. Und jetzt möchte ebendieser Späh- und Täuschungsapparat, dass die Öffentlichkeit ihm seine "Erkenntnisse" glaubt und seine "Beweise" für stichhaltig hält. Ein notorischer Lügner als Zeuge".

Auch das noch: "USA sind die größte Bedrohung des Weltfriedens und Kriegstreiber"

Auf seiner Facebook-Seite hat der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD) die USA als größte Bedrohung des Weltfriedens und Kriegstreiber attackiert. Die klaren Worte stehen im kompletten Gegensatz zur SPD Außenpolitik und werden von Partei-Kollegen scharf kritisiert. Serdar Yüksel ist isoliert.

“Deutschland dürfte diesen von den USA angezettelten “kalten Krieg” nicht mitmachen und die SPD sollte sich nicht der “NATO-Kriegsrhetorik” unterwerfen,” schrieb der SPD Abgeordnete. Yüksels Fraktionschef Norbert Römer (SPD) geht deutlich auf Distanz zu seinem Parteifreund.

„Bei den in den sozialen Medien verbreiteten Äußerungen des Abgeordneten Serdar Yüksel handelt es sich um die private Meinung eines einzelnen Abgeordneten“, sagt er, „sie wird weder von mir noch vom Vorstand der SPD-Landtagsfraktion geteilt.“ Na dann ist ja alles in Butter.

CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen warf Yüksel vor, die Menschen in den Vereinigten Staaten “in unerträglicher Art und Weise herabzuwürdigen” Er forderte Yüksel auf, sich “bei allen amerikanischen Bürgern” für seinen Eintrag zu entschuldigen. Macht er aber nicht, der böse Junge.

Und nun kommen wir zu den Kriegshetzern und Kriegsliteraten in den Deutschen Medien

Kriegsliteraten wie Stefan Kornelius, Stefan Ulrich, Hubert Wetzel (alle SZ), Klaus Dieter Frankenberger, Reinhard Veser (beide F.A.Z.) und Dominic Johnson (taz) Richard Herzinger (Die WELT) Jan Fleischhauer, (Spiegel Online) nutzen das schreckliche Flugzeugunglück in der Ukraine, um für Militarismus zu werben und die Bevölkerung auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

Sie beten dabei stets dieselben Argumente runter. Ohne je einen Beweis vorzulegen, behaupten sie, das Flugzeug sei von „pro-russischen Separatisten“ abgeschossen worden und fordern Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland.

Perfider Journalismus und Propaganda

Die WELT titelte am 28 Juli 2014: Gespräche mit Putin sind reine Zeitverschwendung - "Die Schandtaten Wladimir Putins können die Europäer nur geeint beenden". Frage mal, von welchen Schandtaten spricht die WELT? Die Foltergefängnisse der CIA und die Blackwater Mörderbanden waren wohl nicht gemeint.

Die Süddeutsche postuliert am 30. Juli 2014 " "Es geht um den Schutz der Freiheit in Europa", gemeint war damit, dass die EU-Staaten, auch Deutschland, ihre Rüstungsausgaben erhöhen sollen. Das fordern die Redakteure der FAZ und der ZEIT schon seit Monaten. Warum wohl?

Der SPIEGEL - Die Russen sind alle geisteskrank

Johannes Stern schrieb dazu: Ein besonders übles Beispiel ist die aktuelle Kolumne von Jan Fleischhauer auf Spiegel Online. Unter dem Titel „Russlands Realitätsverlust“ erklärt Fleischhauer die gesamte russische Bevölkerung für geistig krank und für einen Fall für „die klinische Psychologie“, weil sie nicht bereit ist, die westliche Propaganda zu akzeptieren.


Im Stile eines Journalisten, der auch in Goebbels Propagandaministerium seinen Platz gefunden hätte, schreibt er: „Man weiß aus der Psychopathologie, welche Folgen die Wirklichkeitsverzerrung für den Einzelnen hat. … Jetzt müssen wir erkennen, dass Wahnsysteme nicht nur Personen, sondern ganze Gesellschaften erfassen können.

Attacken gegen Russland verschärfen

Der „wahnhafte Wirklichkeitsverlust“ Putins und des „russischen Volkes“ sei so groß, dass dagegen „auch keine Sanktionen helfen“. Schließlich wisse man „aus dem Handbuch der Psychiatrie“, dass es „für Außenstehende aussichtslos ist, einen Betroffenen mit logischen Argumenten von seinen wahnhaften Überzeugungen abzubringen“. Anmerkung der RED: So einen Artikel hätte man 1933 auch im Stürmer über die Juden lesen können. Heute steht sowas über die Russen im Spiegel.

Die aktuelle Ausgabe des Spiegel trägt den Titel „Stoppt Putin jetzt“, verlangt ein „Ende der Feigheit“ und ruft dazu auf, „Putin für den Abschuss von Flug MH17 zur Rechenschaft zu ziehen“. Auf dieses Kriegsgeschrei haben wir deutlich geantwortet. Der Medienkrieg ist die Vorstufe zu jedem militärischen Gemetzel mit katastrophalen Folgen.

Richard Herzinger (WELT) polemisiert schon seit Monaten aufs munterste drauf los. Die Ukraine, Georgien und die Republik Moldau hätten sich für "freiheitliche Werte" entschieden, so Herzinger, der Westen müsse sie nun vor Russland schützen.

Herzinger unterstellt den Russen Gewaltandrohung, großrussische-nationalistische Bestrebungen und imperiale Kontrolle Moskaus. Deweiteren faselt Herzinger unentwegt von einer russischen Aggression, der wir wirksam Einhalt gebieten sollen. Weiterhin behauptet er, der Kreml will die Ostukraine destabilisieren.

Jakob Augstein schrieb am 31. Juli 2014 - In seltener Einmütigkeit haben die deutschen Medien die Politik in der Ukraine-Krise vor sich hergetrieben. Andauernd musste die Bundesregierung sich für ihre Umsicht rechtfertigen.

Die FAZ - Linke Heuchler und Hasstiraden

Bei der FAZ kommt es am 4. August 2014 zu regelrechten Hasstiraden gegen die "Putin Versteher", diese werden als "Linke Heuchler" beschimpft. Und weiter schreibt die FAZ: " Selbst die planvolle Zersetzung der Ostukraine, Putins Lügenpropaganda und der ebenso unverschämte wie zynische Machtanspruch Moskaus sorgen für keinerlei demokratische Erregung in der deutschen Wutbürgerszene".

Aber es kommt noch besser. Die "Putin Versteher" sind "Denkfaul im fortgeschrittenem Stadium und " der linke Spießer, sei eine Kernfigur der neuen Heuchlertruppe, und kein Rebell".

Und die WELT trommelt am 4. August 2014: "Putin und seine Schergen haben den Krieg verloren". Weiter schreibt die WELT von der putintreuen Soldateska und einem Überfall auf unsere Kultur.

Bermerkenswert ist was Thomas Fasbender schreibt: "Allein wegen Donezk oder Lugansk würde Washington nicht sein weltweites diplomatisches Geschütz mobilisieren. Es geht um viel mehr: Putin und das Putin-System — müssen weg. Die Lage gleicht jener von 2003, als es ebenfalls nur ein einziges Ziel gab: Sadam Hussein an den Galgen. Jede Lüge war dem Westen gut genug, wenn er auf diesem Wege einen Schritt weiterkam. Der Unterschied zu 2014 aus deutscher Sicht: Unsere Regierung hat sich 2003 auf das dreckige Spiel nicht eingelassen". Weiterlesen:

Allein wegen Donezk oder Lugansk würde Washington nicht sein weltweites diplomatisches Geschütz mobilisieren. Es geht um viel mehr: Putin und das Putin-System — müssen weg. Die Lage gleicht jener von 2003, als es ebenfalls nur einziges Ziel gab: Sadam Hussein an den Galgen. Jede Lüge war dem Westen gut genug, wenn er auf diesem Wege einen Schritt weiterkam. Der Unterschied zu 2014 aus deutscher Sicht: Unsere Regierung hat sich 2003 auf das dreckige Spiel nicht eingelassen. - See more at: thomasfasbender.de

Allein wegen Donezk oder Lugansk würde Washington nicht sein weltweites diplomatisches Geschütz mobilisieren. Es geht um viel mehr: Putin und das Putin-System — müssen weg. Die Lage gleicht jener von 2003, als es ebenfalls nur einziges Ziel gab: Sadam Hussein an den Galgen. Jede Lüge war dem Westen gut genug, wenn er auf diesem Wege einen Schritt weiterkam. Der Unterschied zu 2014 aus deutscher Sicht: Unsere Regierung hat sich 2003 auf das dreckige Spiel nicht eingelassen. - See more at: thomasfasbender.de

Allein wegen Donezk oder Lugansk würde Washington nicht sein weltweites diplomatisches Geschütz mobilisieren. Es geht um viel mehr: Putin und das Putin-System — müssen weg. Die Lage gleicht jener von 2003, als es ebenfalls nur einziges Ziel gab: Sadam Hussein an den Galgen. Jede Lüge war dem Westen gut genug, wenn er auf diesem Wege einen Schritt weiterkam. Der Unterschied zu 2014 aus deutscher Sicht: Unsere Regierung hat sich 2003 auf das dreckige Spiel nicht eingelassen. - See more at: thomasfasbender.de

Man sollte sich nicht mit Soldatenmütter und Ehefrauen anlegen

Liebe Freunde, es gibt auch Informationen, die von unseren Medien totgeschwiegen werden, weil sie nicht in das von ihnen angezettelte Kriegsgeheul passen. Der Aufstand und Aufruhr der Soldatenmütter in der Ukraine hat begonnen. In der Ukraine hat sich eine Wiederstandsgruppe gebildet, mit der weder die Regierung in Kiew, noch die NATO, und die EU gerechnet hat.

Mütter und Ehefrauen wollen ihre Männer nicht für den Krieg hergeben. "Geht ihr doch in den Krieg", fordern sie die Politiker auf. In der Ukraine hat sich eine neue Front gegen die prowestliche Regierung, die von der USA und der EU gestützt wird, gebildet. Die Soldatenmütter haben den Krieg satt und wehren sich gegen die Einziehung ihrer Söhne für den Kampf. "Wir sind gegen die Mobilmachung und den Krieg", rufen die kriegsunwilligen Frauen in vielen Orten der Ukraine.

Demonstrativ verbrennen sie reihenweise die Einberufungsbescheide ihrer Söhne und Ehemänner

Die Mütter und Ehefrauen wollen ihre Söhne nicht als Kanonenfutter für Kiew hergeben und blockieren Strassen und Kasernen, die Stimmung im Land droht zu kippen. "Wir geben unsere Kinder nicht her" hört man schon im ganzen Land. Auf der Fernstrasse von Kiew nach Tschop bilden die Frauen eine lange Protestschlange. In Sprechchören forderten sie, dass ihre Söhne nicht eingezogen werden.

"Wir haben den Krieg nicht gewollt. Sollen doch die hingehen, die da auf dem Maidan in Kiew geschrien haben", sagt eine in Tränen aufgelöste junge Frau im Fernsehen.

"Keine Bescheide mehr nach Woloka" fordert die Dorfversammlung ultimativ in einem Brief an das Parlament in Kiew. Eine ältere Frau sagt: "Wir geben unsere Kinder nicht her. Nur über unsere Leichen" Die Mütter und Ehefrauen haben Recht, sollen doch die in den Krieg ziehen die ihn angezettelt haben. Die Antikriegsstimmung steigt im ganzen Land. Mitlerweile werden auch schon Paramentarier von wütenden Frauen angegriffen und müssen sich von Polizisten schützen lassen.

In Bogorodtschany bei Iwano-Frankiwsk fordern Frauen "Einberufungsbescheide für die Kinder von Politikern".

6. August 2014 - Die Ungaren Transkarpatiens in der Ukraine protestieren nach wie vor gegen die dritte Welle der Mobilmachung, die in der Ukraine erklärt wurde. Einwohner sperren internationale Autobahnen, belagern Einberufungsstellen und Verwaltungsgebäude und führen Kundgebungen durch. Die größten Massenaktionen fanden im Beregowskij-Kreis statt.

Die Professorin Ljubow Schischelina, des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften gab dazu folgende Erklärung ab. "Diejenigen, die neben dem ukrainischen einen zweiten Ausweis eines Staatsbürgers Ungarns haben, sind sich offenbar ihrer Verantwortung bewusst. Ungarn ist ja ein Nato-Staat. Die Teilnahme seiner Bürger an den Kriegshandlungen auf ukrainischen Territorium kann den Behörden von Kiew den formellen Anlass geben die Nordatlantische Allianz in den Konflikt hineinzuziehen".

Das Ende der militärischen Zurückhaltung?

Stern stellt richtig fest: Angesichts des 100. Jahrestags der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli wird derzeit viel darüber berichtet wie man in den ersten Weltkrieg „hineingeschlittert“ sei. Aber gegenwärtig gibt es eine wilde Horde von Medien-Demagogen, die nicht schlittern, sondern sich regelrecht in einen Krieg hineinstürzen und eine militärische Konfrontation mit Russland kaum erwarten können.

Vielleicht haben das einige schon wieder vergessen: Vertreter der Bundesregierung und unser Bundespräsident Herr Joachim Gauck haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 das Ende der militärischen Zurückhaltung verkündet.

Der russische Präsident Wladimir Putin rechnet mit einem Krieg in Europa. Das geht aus einer Bemerkung eines Vertrauten Putins im Zusammenhang mit dem Yukos-Urteil hervor. Die Financial Times schrieb am 29. Juli 2014 - „Ein Vertrauter von Putin sagte, dass das Yukos-Urteil im Lichte der geopolitischen Auseinandersetzung um die Ukraine unerheblich sei: „Es wird einen Krieg in Europa geben. Glauben Sie wirklich, dass das dann noch eine Rolle spielt?

Konstantin Wecker schreibt an seine Freunde

Man will nicht, dass der „Westen“ kriegsmüde wird. Die erste Lehre aus dem Vietnamkrieg ist: keine Toten zeigen! Und schon gar keine zerfetzten und zerfleischten Frauen und Kinder. Denn bei diesen Bildern will niemand mehr Krieg. Und genau diese Bilder werden uns aus der Ukraine und von MH-17 vorenthalten.
Man zeigt nicht die Ukrainer / Rebellen / Menschen, die zutiefst betroffen durch das Trümmerfeld irren. Man zeigt einen „Terroristen“ wie er mit einem Teddybären vom Trümmerfeld der MH17 prahlt, als Standbild in allen Medien, um Hass zu schüren.

Man zeigt nicht das Video aus dem das Standbild stammt. Es zeigt eigentlich einen Rebellen, der als Mensch nicht mit dem fertig wird, was er vor sich sieht und den Teddy in die Kamera hält, um der Menschheit, um uns zu zeigen was Krieg wirklich bedeutet.“

Anmerkung der Redaktion: Das original Video können sie sich unter dem Text anschauen.

Das nennen wir perfiden Journalismus

Alle Medien veröffentlichten das Standbild aus dem Video und stellten es so da, als ob die Separatisten die verunglückten Passagiere ausplündern und verhöhnen würden. Aber die Wahrheit war genau das Gegenteil von dem, was der SPIEGEL, FAZ, WELT, ZEIT, FOCUS und BILD etc propagierten. Der angebliche Plünderer ist tief bewegt über das Unglück. Er zeigt den Fotografen den Teddy, legt ihn wieder auf den Boden und bekreuzigt sich.

Die Medien titelten: "Separatisten verhöhnen die Opfer". Die Opfer wurden aber nicht von den Separatisten, sondern von unseren Medien verhöhnt und zynisch instrumentalisiert wie man auf dem Video sehen kann. Was, so stellt man sich die Frage, geht in unseren Journalisten vor? Die gesamte Berichterstattung war eine unverschämte Lüge, um die Bevölkerung gegen Russland aufzuhetzen. Der US Außenminister John Kerry sprang auf den Zug und sprach von "Betrunkenen Separatisten am Absturzort.

Die WELT hetzt am 4. August 2014 weiter: "Mit viehischer Gleichgültigkeit trampelte man am Unglücksort auf den Überresten der Toten herum, durchwühlte deren Habseligkeiten, stahl Kreditkarten und Telefone".


Diese Sätze stammen aus einem Bericht eines profunden Russland-Kenners, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will. Austrian Wings respektiert diesen Wunsch und veröffentlicht auf ihrer Website den Beitrag, der mir einiges verdeutlichte und erklärte, was mir bislang noch nicht so klar war. Zudem ich mich definitiv in den verschiedenen Waffensystemen kein bisschen auskenne.


Die Kriegspropaganda ist in allen westlichen Medien so deutlich, dass sie einem aus fast jeder Schlagzeile in die Augen springt. Pieter Broertjes, der Bürgermeister von Hilversum, rief in einem Radiointerview dazu auf, die Putin-Tochter auszuweisen. Dies sei die "ultimative Sanktion an die Adresse des russischen Präsidenten“.


Via Twitter veröffentlichen erboste Niederländer die Anschrift von Maria Putin. "Wenn ihr Putins Tochter besuchen wollt, hier ist die Adresse", twitterte einer. Ein niederländischer Künstler schrieb auf Facebook: "Wenn meine Tochter in dem Flugzeug gesessen hätte, würde ich die Tochter von Putin überfahren."
Sind das die Früchte der „Qualitätsmedien“ ? Sippenhaft wie aus dunkelsten Zeiten? Dabei ist offensichtlich, dass die Regierungen mehr über die Hintergründe des Absturzes der MH-17 wissen, als sie es offenlegen.

So viel, dass sie vielleicht damit das Bild vom bösen Feind nicht aufrecht erhalten könnten?
Der Ukraine-Konflikt lässt in Deutschland die Angst von einem neuen Krieg hochkommen: Nach einer Umfrage der ARD fürchten 72 Prozent der Befragten eine Eskalation der Situation.
War es nicht immer schon so? Die Menschen wollen keinen Krieg, man muss ihn mit gezielten Lügen und einer beispiellosen PR -Maschinerie vorbereiten.


Denn bevor das Wirtschaftssystem restlos zusammenbricht und eine Revolution droht, wollen die Machthaber lieber weiter Geld verdienen. Mit Kriegen. Und Lügen.
Der Beitrag ist lang - vielleicht habt ihr trotzdem Lust ihn zu lesen.

Er ist erhellend.
http://www.austrianwings.info/2014/07/mh17-abschuss-hintergruende-zum-russischen-raktensystem-buk/

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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28.07.2014 Hat Russland das Stehvermögen?

GFDK - Rainer Kahni

Ein Kommentar von Rainer Kahni - Der Medienkrieg ist die Vorstufe zu jedem militärischen Gemetzel mit katastrophalen Folgen. Das war schon immer so. Der offensichtliche Abschuss einer zivilen Verkehrsmaschine über der Ukraine, von wem auch immer, wird nun zum Anlass für die schäbige und niederträchtige Durchsetzung von Hegemonialinteressen missbraucht.

Die Fakten: Die USA sind bankrott und befinden sich in einer rauschenden wirtschaftlichen Talfahrt! Ausser in Seattle geht in der US – Wirtschaft nichts mehr! Der US – Dollar ist das Papier nicht wert, auf das es täglich tonnenweise bedruckt wird. Die BRIGS – Staaten Russland, China, Indien und Brasilien stellen 40 % der Weltbevölkerung und wehren sich gegen den Alleinvertretungsanspruch der USA in allen ökonomischen und hegomonialen Fragen dieser Welt.

Die USA hoffen ihrer untergehenden Wirtschaft und der ökonomischen Entmachtung durch die BRIGS – Staaten durch eine gigantische Freihandelszone mit Europa zu entgehen. Deshalb mussten gegen jede Vernunft die ehemaligen Balkanstaaten, sowie Rumänien und Bulgarien in die EU gehievt werden. Die Ukraine soll nun folgen. „It’s economy, stupid!“ sagte einst Bill Clinton. Auf gut deutsch: cui bono? Wem nutzt der Abschuss einer zivilen Maschine über der Ukraine?

Ganz sicher nicht Russland und schon gar nicht Putin, denn der sieht sich zunehmend von den USA und der NATO mit seinem faschistoiden Generalsekretär Rasmussen in die Enge gedrängt. Ein neuer kalter Krieg soll heraufbeschworen werden. Alle Bemühungen eines Friedenspolitikers wie Willy Brandt sollen auf dem Altar des untergehenden Weltreiches USA geopfert werden.

Heuchelei und die Kriegshetze der Medien

Und die europäischen Politiker lassen sich zu Vasallen und Handlangern der USA machen mit dem ewigen Lamento, dass wir Freunde der USA seien und seine Werte teilen. NEIN. In der Politik gibt es keine Freundschaften, sondern nur Interessen! Und die „Werte“ der US-Politik teilen wir schon lange nicht mehr.

Die Heuchelei und die Kriegshetze der Medien und der Politiker gegen Russland kennt keine Grenzen. Das Boulevard – Blatt der sogenannten Intellektuellen Deutschlands DER SPIEGEL und der aufgeblasene Anchorman des ZDF Claus Kleber, sowie viele andere Medien-US-Lobbyisten mögen sich vor Hass gegen Putin nicht mehr einkriegen. Dabei ist durch nichts bewiesen, ob Russland, die pro – russischen Separatisten oder gar die so geliebten ukrainischen Regierungstruppen das Zivilflugzeug abgeschossen haben.

Bewiesen ist daher, dass der US – Lenkwaffenzerstörer USS – Vincennes am 3. Juli 1988 den zivilen Airbus Iran Air – Flug 655 mit 288 Passagieren und 66 Kindern über dem persichen Golf abgeschossen hat. Frage: Gab es einen derartigen Aufschrei in den Medien? NEIN. Hat die EU Saktionen gegen die USA verhängt? Wurde die USA vor den Weltsicherheitsrat zitiert? NEIN. Kamen OSZE Beobachter an den Ort des Unglücks? NEIN. Die USA haben 30 Millionen US – Dollar Schadenersatz bezahlt, aber es nicht einmal für nötig gehalten, sich bei den Opfern zu entschuldigen. Also hört auf mit diesem ekelerregenden Empörungskitsch.

Der Spiegel dreht durch

Wenn es aussieht wie eine konzertierte Aktion, wenn es sich liest, wie eine konzertierte Aktion, dann ist es eine konzertierte Aktion. SPIEGEL ONLINE veröffentlichte gestern Schlag auf Schlag gleich 3 inhaltlich fragwürdige Hetzartikel mit klarer propagandistischer Stoßrichtung gegen Russland. Zu einem BND-Bulletin, das “Brüche im Machtblock Putins” herbei halluziniert und einer mehr als dubiosen Infratest-Umfrage, die zu einem Aufruhr auf Facebook und einer Schließung des SPIEGEL ONLINE-Forums führte, gesellte sich rein zufällig noch ein Bericht über einen Bericht des Economist, der Russlands Wirtschaftsattraktivität für Investoren noch unter der von Iran, Argentinien oder Simbabwe einordnet und daraus einen Billionen-Verlust konstruiert.

Spiegel-Cover: "Stoppt Putin jetzt!" und das Ergebnis einer Umfrage

"Deutsche befürworten härtere Sanktionen gegen Putin" - mit diesem Titel überraschte Spiegel-Online am Sonntag, dem 27. Juli 2014 um 11 Uhr seine Leser. Überraschte deshalb, weil bisher alle Umfragen zu Boykotts und Kriegen mit deutscher Beteiligung stets eine Mehrheit gegen eine außenpolitische Konfrontation zeigten.

Noch im April sprachen sich etwa in einer Allensbach-Umfrage nur 28 Prozent der Ostdeutschen und 46 Prozent der Westdeutschen für Sanktionen gegen Russland aus. Nun sollen angeblich 52 Prozent für einen Handelskrieg gegen einen der wichtigsten Partner Deutschlands eintreten.

Die Frage, die laut Spiegel TNS-Infratest im Auftrag vom Spiegel stellte: "Sollen nach dem Abschuss des malaysischen Flugs MH17 die Strafmaßnahmen gegen Russland verschärft werden?" Eine Suggestivfrage, die suggeriert, Russland sei an dem Abschuss schuld, obwohl es dazu bisher keine Beweise oder Untersuchungen gibt.

Nach tausenden Protesten wurde das Spiegel Forum geschlossen

Die Spiegel-Online-Foristen sahen das auch so und posteten, was das Zeug hielt. 4000 Facebook-Empfehlungen und 330 Tweets zeigten, wie stark der Artikel rezipiert wurde. 69 Foristen posteten überwiegend ihre Verwunderung und fragten nach Details zur Umfrage. Um 13.10 Uhr schloss SPON das Forum.

Von westlichen Politikern und führenden Medien vorverurteilt

Moskau wird bereits einem beispiellosen internationalen Druck ausgesetzt. Es wurde aufgrund der von der Ukraine vorgelegten fragwürdigen Belege von westlichen Politikern und führenden Medien zur Quelle aller Unannehmlichkeiten erklärt. Am genauesten wurde diese These von dem britischen Premierminister David Cameron formuliert: „Falls das Flugzeug von den Milizen abgeschossen wurde, muss Russland dafür haften“.

Russland in die Enge treiben

Der umfassende Ansturm auf Moskau ist mit den Beschuldigungen von 2002 gegen den Irak bzw. von 2013 gegen Syrien vergleichbar. Das Ziel der Beschuldigungen ist, Russland in die Enge zu treiben, es einer internationalen Isolation auszusetzen, an den Rand der Geopolitik zu verdrängen, zu zwingen, seine Ansprüche auf die gleichberechtigte Beteiligung an Entscheidungen von internationaler und regionaler Tragweite aufzugeben.

Vor dem Hintergrund dieses Drucks wird es keine leichte Aufgabe sein, unvoreingenommen Ermittlungen durchzuführen, meint Wladimir Jewsejew, Leiter des Zentrums für gesellschaftlich-politische Forschung.

„Der Schuldige ist bereits bestimmt. Es ist die Russische Föderation. Jetzt gilt es, möglichst gut zu zeigen, dass sie an allem schuld ist. Ausgehend davon, dass keiner Ermittlungen einleiten will, tun die führenden Länder des Westens, vor allem die USA, Großbritannien, Kanada, Australien, also ausschließlich die engsten Verbündeten, ihr Bestes, um eine objektive Untersuchung zu verhindern. Deshalb werden sie beliebige objektive Informationen einfach nicht annehmen und von der Hand weisen. Ohne eine eingehende Betrachtung.“

Keine Antworten, keine Beweise, die dummen sind die Russen

Moskau hat dazu aufgerufen, von der Ausnutzung der Tragödie im Sinne von unsauberen politischen Interessen abzusehen, und hat seine Überlegungen zum möglichen Verlauf der Ereignisse in der Luft über Donezk vorgelegt. Trotzdem hat es immer noch weder Antworten auf die gestellten Fragen noch Beweise für die vermutliche Schuld der Aufständischen bekommen. Das wurde von dem Vize-Verteidigungsminister der Russischen Föderation, Anatoli Antonow bekanntgegeben.

„Es wurde erklärt, der Start der Rakete von den Gebieten aus, die von den Aufständischen kontrolliert werden, sei von Messdaten des technischen Aufklärungsdienstes der USA und Satellitenbildern nachgewiesen worden. Wo bleiben aber diese Daten? Warum wurden sie nicht veröffentlicht? Werden sie immer noch nachgebessert? Warum hat man die Angaben von der Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums nicht kommentiert?…“

Haben die Amerikaner nichts vorzuweisen?

Die amerikanischen Repräsentanten haben die Mittäterschaft ukrainischer Militärs ausgeschlossen. Es hieß, die Maschine sei außerhalb der Reichweite der Raketen geflogen. Ich muss mich fragen: sind diese Amerikaner bereit, das auch zu verbürgen? Kennen sie die Standorte aller Raketenanlagen in der Ukraine? Wie können die Amerikaner die Daten der russischen Aufzeichnungsgeräte kommentieren? Oder haben sie halt nichts vorzuweisen?

Den unanfechtbarsten Beweis stellen die Messwerte der Aufzeichnungsgeräte dar, und zwar zu den Radare, der Flugverkehrskontrolle in diesem Raum, den Verbänden der Flugabwehr entlang der Flugstrecke der Maschine, der Flugaktivität der ukrainischen Luftstreitkräfte und der Lokalisierung ihrer Stützpunkte. Besonders wertvoll sind die Mitschnitte der Gespräche der Fluglotsen mit dem Cockpit des Passagierflugzeugs, aber auch der Bedienungsmannschaften der Flugabwehranlagen untereinander.

Es gibt es keine Beweise für die Schuld Russlands

Dies alles liegt den ukrainischen Militärs zweifellos vor. Warum verlangt vorläufig keiner außer Russland, dass es sofort veröffentlicht wird? Diese Frage stellt sich der Generalleutnant a. D. Alexander Maslow, ehemaliger Stabschef der russischen Flugabwehrtruppen. Ihm zufolge muss Kiew alle diese Angaben unverzüglich der Weltöffentlichkeit zugänglich machen.

Allerdings nehmen die Kiewer Behörden, laut russischen Diplomaten, statt zur unparteiischen internationalen Untersuchung beizutragen, mit den Datenträgern der ukrainischen FVK-Dienste und den Fluglotsen gewisse nichtöffentliche Manipulationen vor. Das Ganze lässt sich als Aktivitäten zur Fälschung der Tatsachen zugunsten der Washingtoner Version des Geschehens auslegen.

Denn in Wirklichkeit gibt es keine Beweise für die Schuld Russlands, ist sich Sergei Michailow, oberster wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für europäisch-atlantische Forschung des Russischen Instituts für Strategische Forschung sicher.

„Die ganze Lage rund um den Absturz der Boeing ist zum Wenigsten durch und durch politisiert. Es ist auch klar, dass die politische Position der USA lautet, Russland sei an allem schuld sein, es müsse kapitulieren; Russland soll laut ihnen seinen Einfluss verwenden, um auf die Milizen Druck auszuüben. Was für einen Druck aber? Nennt man die Dinge beim Namen, soll man diese Milizen zum Selbstmord bewegen.

Das Motto des Westens: Russland ist schuld an allem und immer

Dass sie nämlich die Waffen strecken und sich der Nationalgarde und diesen Kiewer Politikern, die inzwischen das psychische Gleichgewicht ganz verloren haben, auf Gnade und Ungnade ergeben. Es kann nur ein Motto geben: Russland ist schuld an allem und immer. Darum wirkt hier dieses Herangehen der Amerikaner ganz logisch: Es heißt, eure Beweise spielen keine Rolle, ihr seid trotzdem schuldig. Wir dagegen halten es nicht einmal für nötig, sonderliche Beweise vorzulegen. Versteht sich, dass sie in Wirklichkeit höchstwahrscheinlich keine Beweise haben.“

Russlandfeindlichkeit nicht von Dauer? reicht das Stehvermögen der Russen?

Nach Meinung des obersten Dozenten des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen und Leiters der Analyseagentur „Außenpolitik“ Andrej Suschenzow sind die Versuche, Moskau international zu isolieren, zum Scheitern verurteilt. Die jetzige Welle von Russlandfeindlichkeit sei nicht von Dauer.

Russland und der Westen verfügen über eine reiche Erfahrung im Umgang mit Beziehungskrisen, und das aktuelle Geschehen bleibt im Rahmen der historischen Norm. Dabei steckt sich Russland nicht zum strategischen Ziel, mit dem Westen in eine Konfrontation zu geraten, auch möchte es sich selbst nicht isolieren. Seine Strategie ist langfristig und mit Ressourcen untermauert, seine Ziele sind stabil. Die Krise rund um die malaysische Passagiermaschine zeigt, dass Russland Stehvermögen hat.

Betr: Video: - Veröffentlicht am 22.07.2014 - Die Ukrainische Abgeordnete Elena Bondarenko sagt in dem 14 menütigen Interview die Regierung in Kiew sei fremdbestimmt.

Die Abgeordnete des ukrainischen Parlaments von der Partei "Partei der Regionen" Elena Bondarenko über die aktuelle politische Situation in der Ukraine.

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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