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Reden ist silber...Schreiben ist gold

01.02.2012 Es erscheint schon fast nicht mehr wie ein Zufall

Bruno Kramm

Es erscheint schon fast nicht mehr wie ein Zufall: Einen Tag nach dem weltweiten Seitenblackout und SOPA/PIPA Protest wird der „Great Gatsby“ der Netzwelt, Kim Schmitz aka Mr. Dotkom aka Kim Vestor samt seinem weitverzweigten Firmenimperium in einer konzertierten Interpol und FBI Aktion hoch genommen und dann aus dem Netz getilgt.

Sicher, das Schwergewicht der New „Pirate“ Economy ist kein Beichtbruder. Zu viele Anklagen und Verurteilungen wegen obskurer Geschäfte und ein offen zur Schau getragener, lasziv dekadenter Lebensstil machen den Kosmopoliten hedonistischer Prägung nicht zum Sympathieträger.

Die Vorwürfe der amerikanischen Verwerterverbände, wohl wissentlich millionenfach Urheberrechte verletzt zu haben wiegt nicht so schwer, wie sie klingt. Denn Filehosting mag ja durch SOPA/PIPA zum Straftatsbestand mit unmittelbarer digitaler Ächtung – sprich Löschung – gereichen, ist aber noch längst nicht Kraft des Gesetzes, auch wenn wir in Europa stillschweigend mit ACTA ähnliche Reichweiten und Befugnisse für die Verwerterindustrie zulassen werden.

Der öffentlich geleakte Vorwurf, auf Anweisung urheberrechtlich geschützte Werke mannigfaltig auf die eigenen Server geschaufelt zu haben, klingt schon bedrohlicher. Zumindest, wenn man nicht weiter forscht und die Intention der Uploads hinterfragt. Man fragt sich dann jedoch im gleichen Zug, warum Rapidshare noch immer läuft.


Der “kleine” Unterschied zwischen Megaupload und den anderen Filehostern und Cyberlockers liegt in der Nähe von Mr.Dotcom zur Premiumleague der Hiphop und R&B Szene.


Noch vor kurzem versuchte die Verwerterindustrie mit großem Promotionaufwand die Youtube Megaupload Hymne auf Schmitz´ s Imperium aus dem Netz zu tilgen. Die Häme war groß, als sich herausstellte, daß der Song keinerlei Rechte der Verwerter verletzte und der Song wieder auf Youtube erschien.


Was die Industrie nicht wusste: Die Vokalparts der beteiligten Künstler von Sean „Diddy“ Combs, Kanye West, Jamie Foxx bis Alicia Keys waren alle freiwillige Leistungen. Natürlich nicht ganz selbstlos, – so lässt sich spekulieren – , haben viele Urheber aus der Unterhaltungselite wohl private Deals mit der Megaupload Plattform abgeschlossen, die sie wiederum mit Pauschalen aus den exklusiven und kostenpflichtigen Download Verträgen der Megaupload User bedienten. Diverse Zitate von bekannten Hiphop Künstlern weisen darauf hin.

Nur zu verständlich, fühlen sich viele Urheber von den fadenscheinigen Deals zwischen den Verwertern und der Streamingdienste von Spotify, über Simfy und Icloud Match nachteilig behandelt. Der Großteil der Kleinstbeträge aus diesen Verträgen landet nicht bei den Urhebern sondern bei Verlagen und Verwertern.

Sicher wären Verwertungsrechte verletzt, jedoch wäre der Straftatsbestand nur noch bezüglich der verletzten Rechte bei den Verlagen ein Vergehen, der in erster Linie die Vertragsbeziehung zwischen Urheber und Verlag betrifft.
Auch hätte Megaupload die exklusiven Auswertungsrechte gegenüber den Verwertern verletzt, aber eben auch unter Duldung der Urheber.


Zumindest die astronomische Schadenssumme, die stillschweigend unter der Annahme subsummiert wurde, die Megaupload Community hätte die Werke ohne das Angebot des Filesharers auch legal erworben, verliert ein paar Ziffern.

Ob das nun für die 50 Jahre Zuchthaus ausreicht, wie von den RIAA Anwälten hysterisch gefordert, kann man getrost bezweifeln.

Warum die Contentindustrie wie von der Tarantel gestochen auf Megaupload losging, wäre wohl klar: Würde sich das Modell der exklusiven Urheber und Megaupload als neues Geschäftsmodell für alle großen wie kleinen Rechteinhaber durchsetzen, so hätte die Verwerterindustrie nicht nur ihre Macht über Repertoires und Urheber verloren, sondern schnell das gesamte Geschäftsfeld Internet.

Und hier liegt auch der Unterschied zu Rapidshare und dem verhältnismäßig moderaten Interesse der Industrie an den anderen Filesharern: Rapidshare bleibt in seiner Nische und erfüllt das Klische des klassischen Filehosters.

Bedauerlich, das Kim Schmitz sein Erlösmodell exklusiv hielt, denn es hätte auch für viele kleinere Urheber ein attraktives Angebot dargestellt. Megaupload hätte mit der ersten realen Flatrate mächtig Wirbel in der Musikbranche erzeugt.

Somit ist der Satz „Wenn SOPA kommt sind wir alle Kim Schmitz“ sogar nur die halbe Wahrheit. Mit SOPA und ACTA wird die Verwerterindustrie die Urheber noch weiter strangulieren, die eigenen Erträge erhöhen, Kultur nivellieren und die Informationsgesellschaft zu einem abgeschlossenen Karteikasten der Verwertungsrechte verwandeln.

Bruno Kramm, Jahrgang 67, geboren in München arbeite als Musiker, Musiklabelmacher und Herausgeber eines Magazins. Darüber hinaus ist er politisch im Bereich Urheberrecht/Kultur/Medienpolitik und Tierschutz aktiv.

Bruno Kramm

kontakt@dansemacabre.de

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31.01.2012 Aufdeckung von kriminellen Taten???

Bruno Kramm

Beinahe beiläufig hat der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes die „Rundum Sorglos“ Überwachung der Die Linke Abgeordneten, inklusive Telefon- und wahrscheinlich auch Trojaner-Einsatz zugegeben.

Der eifrige Schützer der Demokratie hatte sich noch Anfang letzten Jahres für die Verschärfung der Beobachtung linksradikaler Schattenwelten ausgesprochen, da seiner Meinung nach Indizien das Aufziehen eines neuen links terroristischen Frühlings im Stile der RAF belegen würden.

Die traurige Wahrheit der rechtsradikalen Terroranschläge auf ausländische Mitbürger zeigte die ganze Tragweite des systematischen Wegschauens auf.

Innenminister Friedrich, als Oberfranke und CSU Parteimitglied bayerische Zustände gewöhnt, sieht genauso wie sein Fraktionskollege Uhl wenig Verwerfliches im Bruch des verfassungsrechtlichen Schutzes der Abgeordneten.


Der reflexartigen Gleichstellung von links- und rechtsradikalen Taten mangelt es nicht nur an der Verkennung des Übergewichts von feigem Rechtsterror, sondern stellt mit dem Argument, NPD Abgeordnete würden ebenfalls beobachtet, die Partei Die Linke auf eine Stufe mit den Nationaldemokraten – der Spitze des Eisberges rechten Terrors.

Wer gleichzeitig über Jahre hinweg durch den fragwürdigen Einsatz von V-Leuten das Verbot der Gewalt tolerierenden NPD verhindert, Straftaten duldet, finanziert und deckt, darüber hinaus in den eigenen Reihen seit der Geburt der BRD eine Heimstättee für ehemalige SS, SA und NSdAP Gefolgschaft bot, braucht sich über den fast schon verharmlosenden Vorwurf, auf dem rechten Auge blind zu sein, nicht zu wundern.

Dass Innenminister Friedrich keinerlei Sensibilität für die Unversehrtheit der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre hat, liegt sicher auch an seiner Herkunft: In Bayern ist bis heute das Informationsfreiheitsgesetz auf Landesebene nicht umgesetzt.

Der geistige Ziehvater, Franz Josef Strauß sah alles als Staats zersetzend an, was sich sozial, links oder grün mit freiheitlichen Ideen oder demokratischen Reformen beschäftigte.

Wahrscheinlich aus Furcht vor der bayerischen Räterepublik (dem kurzen Aufflammen kommunistischer Ideen in Bayern kurz vor dem nationalsozialistischen Untergang) ist auch heute noch die Angst vor linker Übernahme der Staatsraison ein Freudscher Reflex der strammen Bayern.


Christliche Scheinmoral, kleinbürgerliches Wachstumsidyll und Diskriminierung rationalisieren hier Ungleichheiten, bilden die klassenkonformen, in sich geschlossenen Milieus die bis heute den Wertekanon rechts konservativer Lager inspirieren und auch das radikale Lager anstiften.

Ihre politische Kumulation zwischen CSU, CDU und rechtem Rand instrumentalisiert je nach Bildungsniveau bis heute die gleichen Reflexe des deutschen Michels und das besonders in Bayern. Der Spagat zwischen stolzer Rückständigkeit und moderater Technisierung erhielt durch das blasierte und fremdenfeindliche Heimatgefühl die Glasur des verlogenen bayerischen Idylls.


Friedrichs medien- und netzpolitische Kompetenz versteht daher das Internet als globale Radikalisierungsplattform und die Vernetzung und Teilhabe als Gefahr für seine Vorstellung von Freiheit.


Sicherheitsmaßnahmen für die Bürger schützen besonders in Bayern vor freiheitlichen Bestrebungen mit der Behauptung, nur so sei der anständige Bürger vor Kriminalität zu schützen.

So spielt Friedrichs bayerischer Amtskollege, Innenminister Hermann die Gefahren der Vorratsdatenspeicherung und die Verletzung der Privatsphäre des Bürgers mit dem viel höheren Datenbestand der sozialen Netzwerke herunter.

Er unterschlägt dabei sowohl die individuelle Entscheidung des Bürgers, diese Daten Preis zugeben, als auch die weitflächig eingeführte Nutzung dieser öffentlichen Daten in Behörden zur Aufdeckung von kriminellen Taten. Die analytische Verknüpfung all dieser offen verfügbaren Daten mit den Möglichkeiten der Vorratsdatenspeicherung eröffnet jedoch das lückenlose Profil jedes Bürgers.


Das mag im bayerischen Maximilianeum vielleicht als traditionelle Selbstverständlichkeit gelten, darf aber nicht auf Bundesebene Fuß fassen.
Ein rechts inspirierter Verfassungsschutz und die Abschaffung datenschutzrechtlicher Standards öffnet die Tür zu einer totalitären Zukunft, die man sich und seinen Kinder ersparen möchte.

Bruno Kramm, Jahrgang 67, geboren in München arbeite als Musiker, Musiklabelmacher und Herausgeber eines Magazins. Darüber hinaus ist er politisch im Bereich Urheberrecht/Kultur/Medienpolitik und Tierschutz aktiv.

Bruno Kramm

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31.01.2012 sie mißbraucht ihre Monopolstellung

Petr Pandula

Sehr geehrte Leser, hier meine Meinung über die GEMA, mit der ich als Kulturschaffender auf Grund von gesetzlichen Grundlagen zu einer Koexistenz verdammt bin. Vorweg möchte ich betonen: Geistiges Eigentum muß geschützt werden und Dritte, die dieses nutzen, sollen selbstverständlich dafür auch eine Lizenz bezahlen.

Ich bin mit der GEMA und anderen Verwertungsgesellschaften auf mehreren Ebenen zu einer Zwangsgemeinschaft verdammt und habe mir daher gut 30 Jahre lang aus verschiedenen Perspektiven eine Meinung bilden können. Einmal als Komponist und Arrangeur, der vieles geschaffen hat und daher auch der GEMA beigetreten ist.

Leider aber für das, was meine Veranstalter für meine Konzerte bezahlt haben, fast nichts erhalten hat. Dann als Verleger, der viele Werke in Verlag genommen, bei Funk und TV eingepflegt, live auf Tour geschickt, natürlich der GEMA gemeldet hat, aber auch dafür fast nichts ausbezahlt bekam.

Dann als Boss einer Plattenfirma, die mechanische Lizenzen zahlen muß und last but not least als örtlicher Konzertveranstalter, der eine GEMA Abgabe für eine öffentliche Aufführung leisten muß. Ich stand und stehe sowohl auf der Seite der Empfänger als auch der Einzahlenden und ich sehe das klare Mißverhältnis.

Damit ein fairer Ausgleich stattfinden kann, bedarf es eines Transmissionsriemens zwischen den kreativen Machern und den Verwertern ihres geistigen Eigentums. Zwar bezeichnet sich unsere Gesellschaftsform als eine freie Marktwirtschaft, doch paradoxer Weise hat der Gesetzgeber der GEMA die Monopolstellung eingeräumt dieser Transmissionsriemen zu sein.

Leider ist die GEMA aber inzwischen degeneriert und mißbraucht ihre Monopolstellung. Sie wird ihrer vertrauenswürdigen Aufgabe nicht gerecht, einen gerechten Ausgleich zu schaffen, sondern betreibt immer mehr Ziele ihrer eigenen Gewinnmaximierung.

Zudem hat sich ein unsäglicher Filz zwischen der GEMA und einigen marktführenden Verlagen und den bei Ihnen unter Vertrag stehenden Komponisten entwickelt.

Die Marktführer haben die GEMA dazu instrumentiert, eine Umverteilung der Einnahmen von unten nach oben vorzunehmen. Z.B. die Kleinkunst schafft ein riesiges GEMA Aufkommen, wird aber durch das PRO Verfahren von der Verteilung weitgehendst ausgenommen und der Überschuß wird den großen Verlagen und ihren Künstlern zugeführt.

Die Kleinkünstler wie auch ihre Veranstalter werden wie Sklaven von der GEMA ausgebeutet.

Das Perfide an der GEMA ist, daß sie vorgibt, im Sinne der Künstler zu agieren. Letztendlich treibt sie nur die Kosten von Konzerten und damit die Eintrittspreise in die Höhe. Direkte Folge davon sind immer weniger Konzerte und damit vernichtet GEMA Arbeitsplätze der Künstler.

Das Geld, das sie bei Veranstaltern kassiert, kommt im seltensten Falle auch bei den Künstlern an. Alleine bei der durch Magnetic Music organisierten Tournee des Irish Folk Festivals werden bei 28 Konzerten im Schnitt 800 Euro pro Konzert an die GEMA abgeführt.

Das sind 22.400 Euro für eine Tour! Die Tournee findet seit 37 Jahren statt. Wo sind denn bitte die ca. 800.000 Euro bzw. damals noch DM geblieben? Wir haben von keinem unserer irischen Freunde gehört, dass bei ihnen auf dem Konto eine Zahlung für die Live-Aufführung aus D eingetroffen wäre.

Als ein kleiner Verlag, der etliche bei der Tournee gespielten Stücke verlegt und der GEMA gemeldet hat, bekommen wir bei Magnetic Music gerade um die 150 Euro pro Jahr für diese Tour, was nicht einmal den Arbeitsaufwand deckt, der mit der Inverlagnahme und Meldung anfällt.

Es ist also ein Verlust, unsere Aufgabe als Verlag auszuüben und das geistige Eigentum zu schützen und zu pflegen. Ich bin selber vor Jahren unangemeldet im Hauptquartier der IMRO in Dublin aufgetaucht und habe sie mit all meinen Meldungen bei der GEMA konfrontiert und wollte wissen, ob Geld aus Deutschland gekommen ist.

Nein. Es kam nicht, sagte die IMRO nach Durchsicht der Unterlagen. Wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob die irische IMRO erhaltene Gelder nicht lieber so lange behält, bis sich selber ein Komponist meldet und seinen Anteil verlangt.

Und wenn sich eben niemand meldet, dann wird es als Bonus unter den großen Verlagen und deren Klienten abzüglich Bearbeitungsgebühr verteilt. Man sollte eigentlich die GEMA auf Unterschlagung von 800.000 Euro verklagen.

Die GEMA mutet sich wie eine aus dem Ruder gelaufene Polizeieinheit an, die bei kleinen und großen Kaufleuten Schutzgelder eintreibt, diese aber nicht abführt bzw. nur an die einflußreichen Paten abzüglich Bearbeitungsgebühr weiter leitet.

Ich bin der Meinung, daß es in Bezug auf die GEMA nicht nur jetzt um einen Kampf um paar Prozente mehr oder weniger gehen sollte. Es geht um einen grundsätzlichen Kampf, ob die GEMA überhaupt noch angesichts der Fakten einen moralischen und rechtlichen Anspruch auf die Vertretung von Urhebern erheben darf. Juristisch wird es sehr schwierig sein, der GEMA beizukommen.

Aber immerhin kann man durch eine sehr gute Informationspolitik, indem man ganz konkret Mißstände bei der GEMA regelmäßig an die Medien weiter gibt und diese an den Pranger stellt, die GEMA allmählich in die Defensive drängen. Man muß der GEMA nach und nach die moralische Daseinsberechtigung entziehen und damit in die Defensive zwingen.

Dann wird sie auch vorsichtiger werden, immer mehr vom Kuchen haben zu wollen. War es denn nicht auch bei dem Kampf des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft ( abgekürzt IDKV ) gegen die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung nicht auch so? Wurde nicht der Jäger zum Gejagten?

Zunächst standen viele von uns vermittelnden Agenten vor dem Richter und wurden angeklagt "illegale Arbeitsvermittlung" zu betreiben. Viele Kollegen standen mit einem Bein im Gefängnis, weil sie Verträge zwischen Veranstaltern und Künstlern angebahnt hatten.

Also eine illegale Arbeitsvermittlung angeblich betrieben hatten, weil die BfA diese für sich in Anspruch genommen hatte. Als nach einer Reihe von erfolgreichen Prozessen das gesetzliche Monopol der BfA aufgehoben wurde, änderte sich die Situation schlagartig zum Besseren.

Das sollte für uns Kulturschaffende ein aufmunterndes Beispiel sein, die GEMA gemeinsam zu bekämpfen. Einmal juristisch und parallel dazu auch durch gezielte Informationsarbeit, die der GEMA bei der Bevölkerung die moralische Existenzgrundlage entzieht.

Natürlich bedeutet dieser Kampf nicht, daß wir geistiges Eigentum ohne Gebühren nützen wollen. Das wird uns die GEMA bei ihrer Gegenoffensive vorwerfen. Ganz im Gegenteil. Wir wollen dass geistiges Eigentum geschützt wird und die Künstler endlich das bekommen, was sie geschaffen haben.

Aktuell plant die GEMA
a.. bei Veranstaltungen bis zu 3.000 Personen eine Tariferhöhung um 2,4%,
b.. bei Veranstaltungen bis zu 15.000 Personen eine Tariferhöhung bereits in Höhe von sage und schreibe 28%
c.. und bei Veranstaltungen über 15.000 Personen eine Tariferhöhung in Höhe von immerhin 11,5%.

Doch die GEMA will weitaus mehr. Erklärtes Ziel ist ein statischer Einheitssatz von 10% im Jahre 2014. Ziel der GEMA und ihres Aufsichtsrates ist es mithin, die derzeit geltenden Effektivsätze innerhalb von 5 Jahren sukzessiv um das bis zu 5,3fache bzw. um bis zu über 400% zu erhöhen.

Und das läßt die festgeschriebene Erweiterung der Bemessungsgrundlage noch völlig außer Betracht. In ihrer grenzenlosen Gier plant die GEMA jetzt sogar eine Abgabe auf Kultursponsoring!

Eine derartige Tariferhöhung dürfte den Tatbestand des Wuchers erfüllen. Und genau das dürfte dazu führen, dass das Tariferhöhungsverlangen der GEMA schlicht unwirksam da wucherisch ist.

Angesichts der Bedeutsamkeit der Angelegenheit werden der IDKV und der VdKD (Verband dt. Konzertdirektionen ) das weitere Vorgehen in der Sache unverzüglich eng miteinander abstimmen.

Ich würde es begrüßen, wenn der IDKV und VdKD eine Klage mit dieser Begründung gegen die GEMA anstrengen würden. Man kann übrigens nicht dem Verband genügend danken für seine großartige Rolle, die er damals im Kampf gegen die BfA geleistet hat.

Eine Erhöhung der GEMA bedeutet im Klartext, daß die Kosten des örtlichen Veranstalters steigen, weil er diese Abgabe leisten muß. Jede sorgfältige kaufmännische Kalkulation hat zu Folge, daß auch ein Künstler oder seine vermittelnde Agentur den erhöhten Kosten des örtlichen Veranstalters Rechnung tragen müssen und damit auch weniger von den 100 Prozent der netto Kasseneinnahmen bekommen können. Bzw. bei einem Break immer später partizipieren werden.

Also ist eine Erhöhung der GEMA auch ein Schlag gegen die Künstler, obwohl die GEMA immer vorgibt, die Interessen der Künstler wahrzunehmen.

Ich habe meinen Grafiker einen Protestbutton kreieren lassen, den ich ab sofort auf unseren Tourneeplakaten verwenden werde. Auch auf unserer Website und bei unserer Medienarbeit. Ich stelle hiermit den Protestbutton allen anderen Kulturschaffenden zur Verfügung. Wir als Künstler und Veranstalter sind Sklaven der GEMA und es ist an der Zeit, die Ketten zu brechen und der Ausbeutung ein Ende zu bereiten.

Für diejenigen, die mehr über die Frefel der GEMA erfahren und eine Petition an den deutschen Bundestag gegen die Praktiken der GEMA unterschreiben wollen, verweise ich auf folgende Website: http://www.kult-werk.de/

Mit kämpferischen Grüßen Petr Pandula

Weitere Pressestimmen:

Pandula untermauert GEMA-Kritik, Musikwoche 17.11.2009 

Drastische Erhöhung der GEMA-Konzerttarife bedroht deutsche Veranstaltungswirtschaft, IDKV Schreiben 29.01.2009 [pdf] 

Irische traditionelle Musik und die Diskussion über Urheberrechte, Dr. Anthony McCann [pdf]

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30.01.2012 Umstände beschneiden unsere Freiheit

Angelika Wende

Jedes Leben ist durch gewisse Umstände eingeengt, durch den Beruf, den Partner mit seinen Erwartungen, die Familie und ihre Belastungen, Finanzen und ähnliches mehr. Umstände beschneiden unsere Freiheit.

Was unsere Freiheit beschneidet verhindert unser inneres Wachstum.


Nun denken manche Menschen vor lauter Tun für das äußere Wachstum über das innere Wachsen nicht so viel nach. Sie haben keine Zeit, oder keine Ambitionen oder sind zu sehr beschäftigt mit dem Wollen des mehr als genug, das sie schon haben oder dem Suchen nach dem, was sie noch zu haben müssen, denken.

Seltsam aber, dass Depressionen, Angst und Burnout Erkrankungen in unserer Gesellschaft boomen. Ich sage boomen, denn diese seelischen Krankheiten sind seit einiger Zeit auf vielen Hochglanzmagazinen die verkaufsfördernden Headlines.

Was ist das denn?


Aus Krankheiten machen wir Modewörter? Es lebt der ungesunde Trend, den wir setten. Das hat doch was. Wir lesen darüber und fühlen uns nicht mehr so falsch und so allein mit unserer wachsenden individuellen und kollektiven Pathologie und weil das jetzt öffentlich ist, denken wir, alles nicht so schlimm, haben ja viele und scheint "normal" zu sein und damit lebt es sich eine Weile wieder besser mit den Depris, den Ängsten und der Erschöpfung.

Bei manchen geht das gut. Bei anderen nicht. Die verdrängen so lange was weh tut, bis es richtig weh tut, bis sie zusammenbrechen um dann endlich die Auszeit nehmen zu dürfen, die ihre Seele "verdient" hat.

Es muss zusammenbrechen, es muss so weit kommen bis nichts mehr geht. Und dann kriecht er nach oben, nach dem Zusammenbruch, der Gedanke an das innere Wachstum. Seltsames Wesen der Mensch, ein Wesen, das dem Krug gleicht, den man zum Brunnen trägt, bis er bricht. Sind wir so hohl?

Wenn der Krug zerbrochen ist, ist guter Rat teuer. Dann beginnt die Suche nach Heilmittelchen, die den zerbrochenen Krug Seele wieder kitten sollen, anstatt die Suche nach uns selbst zu beginnen, denn das könnte unter Umständen doch genau das sein, was uns der Zusammenbruch fühlen lassen will. Da meldet sich unsere Seele, die heil sein will, werden will.

Keine Zeit! Gott sei Dank gibt es doch wunderbare Pillen, die uns ganz schnell wieder befreien von unseren Seelenschmerzen und Ausfällen und die werden fleißig geschluckt, damit wir wieder fleißig sein können, dürfen - wollen? Übrigens, Gott hat die nicht erfunden, dem fiele etwas Besseres ein, wenn wir ihn lassen würden, aber wir lassen ihn nicht, denn wir haben ihn ausgeschlossen aus unserem Leben, weil er altmodisch geworden ist und eben kein Trendsetter.

Pillen einwerfen, der Seele suggerieren, es geht wieder, denn wir wollen, dass es weiter geht. Alle wollen wir das.

Aber wollen wir wirklich oder glauben wir wollen zu müssen wegen der Umstände, dem Partner, der Arbeit, der Familie? Wahr ist - wir haben uns unser Leben so eingerichtet, dass ein Loslassen einen Kraftakt bedeuten würde, der unser Lebensgerüst zerschmettern würde. Wir haben uns ein Gefängnis gebaut, das so ausbruchsicher ist wie einst Alcatraz.

Das ist eine Wahrheit an der alle Selbstbefreiung scheitert.


Aber was ist die andere Wahrheit?
Sie ist einfach und doch schwer zu leben. Sehr schwer, denn das eigene Leben lebt sich nicht allein, auch wenn manche Esoteriker oder Life Coaches uns das als leichte Übung verkaufen wollen. Es ist schwer, weil das Eigene immer ein Teil des Ganzen ist und damit ist es verbunden und determiniert vom Ganzen.

Die eigene Freiheit in ihrer Totalität zu leben ist eine Illusion. Die Freiheit beginnt zwar im Kopf, manifestiert sich aber im Zusammenspiel mit dem, was ausserhalb unserer Köpfe ist.

Das nennt man Realität, also das, worauf sich das Kollektiv seit Menschengedenken geeinigt hat und das Kollektiv scheisst erst mal auf die individuelle Freiheit des Einzelnen, denn der ist in dieses Kollektiv untrennbar eingebunden und damit von ihm abhängig und umgekehrt.

Er wird viel verlieren, wenn er die eigene Freiheit über die Grenzen des Ganzen erhebt, weil sie nämlich genau da aufhört - und da beginnt - bei der Freiheit der anderen. Ein Lösungsansatz ist - er wird Eremit und Selbstversorger im tiefen Wald oder in der Einöde irgendwo im Nirgendwo. Dann geht das mit der Freiheit. Aber wer macht das schon und wer mag das schon machen.

Also wie kommen wir aus aus dem Hamsterrad und zur Selbstbefreiung und Selbstwerdung?


Werde, der Du bist, das wusste schon Nietzsche und - er hat es auch nicht geschafft. Sein ganzes Leben war ein einziger Kampf gegen seine hämmernden Kopfschmerzen und seine schmerzenden, schlechten Augen.

Es war eine Flucht und eine Suche, ein Wandern von einem Ort zum anderen, ein Kampf gegen seine innere Zerrissenheit, ein Leiden an seiner Einsamkeit in der Welt und ein Denken für die Welt, die er verändern wollte - für die Menschen und ihr Seelenheil, für die Liebe, die er selbst nicht leben konnte und all das andere Gute und das Glück, das er selbst nicht erreicht hat.

Nietzsche war ein Mann der Worte, der erkennen musste, dass Worte zwar kraftvoll sind, denn ohne diese Kraft hätte er im eigenen Leben sicher nicht bestehen können, aber im Grunde sah er am Ende verbittert ein - dass Worte, ausser dass sie das Bewusstsein immens erweitern, am richtigen Leben nichts Wesentliches verändern wenn man nicht danch leben kann.

Das Leben will nicht nur geschrieben, nicht nur gesprochen werden - es will gelebt werden. Auch Sigmund Freud, der sich in die Psyche des Menschen eingrub um die menschliche Struktur zu erklären und zu verstehen um so die Seele zu heilen, hat sich ein Leben lang den Mund fusselig geredet, Patient für Patient, Vorlesung für Vorlesung, um am Zungenkrebs zu verenden.

Tja, was also erwarten wir von uns, wir, die wir nicht so klug sind wie diese beiden klugen Geister und wir selbst sein wollen?

Wir erwarten zu viel. Wir fordern zu viel, wir fordern das Unmögliche von uns selbst.
Immer und immerzu. In guten und in schlechten Zeiten. In gesunden und in kranken Zeiten.

Und was ist es in uns, was das fordert?


Ein sich selbst als glücklich Bezeichnender, dem ich kürzlich zu fällig begegnete, sagte zu mir: das ist das Ego, das das fordert. Das Ich, das aufgeblasene überhöhte Selbst, das ist es, das will und er sagte zu mir, dass nur der glücklich wird, der sein Ego tötet. Und einen Moment lang, nein, ein paar Tage lang, dachte ich - da ist was dran. Ich habe nachgedacht wie ich mein Ego töten kann, damit ich endlich glücklich sein kann.

Dazu musste ich mein Ego und das, was es will, erst einmal suchen gehen. Ich habe in mich hineingesehen, hinter meine Maske geschaut, die ich mit mir herumtrage, die ich mir als Schutz zugelegt habe um in dieser Welt nicht noch mehr verletzt zu werden als ich es schon bin.

Und hinter der Maske habe ich die Teile in mir gesehen, die dieses Ego nähren. Ich habe meine Angst gesehen, die viele Namen hat, die meine innere Zerrissenheit füttert und mir das Leben schwer macht und mich klein. Ich habe meine Eitelkeit gesehen, die mich von den Menschen manchmal trennt, ich habe meine Wut gesehen, die ich nicht rauslasse, sondern in mich hineinfresse und bin erschrocken.

Erst mal. Und dann kamen eine gefühlte kleine Depression und eine gefühlte große Erschöpfung zum Vorschein. Oh ja, ich bin voll im Trend der Zeit, habe ich gedacht und es über das Denken hinaus so richtig gefühlt. Und in diesem Moment wo ich fühlte und zu denken aufhörte, fiel etwas von mir ab und es fühlte sich auf einmal leichter an in mir.

Plötzlich hatte ich wieder Kraft. Ich begann an einem einzigen Tag so viel zu bewegen und zu verändern wie monatelang zuvor nicht. Und jetzt ist mir klar: Ja, das ist das Ego, das will, das mich von mir selbst trennt und von den anderen und mir meine Lebensenergie raubt.

Aber ich habe es nicht getötet, ich habe es angeschaut und langsam erkannt. Ich bin zu dem Schluss gekommen, ich will nicht töten was zu mir gehört, denn das bin auch ich, denn ich bin die Summe all meiner Teile, und wenn ich einen Teil von mir töte, töte ich das Ganze, also mich und nicht nur mein Ego. Und mein Gefühl sagt mir, das ist richtig so.

Jetzt bin ich an der Stelle meiner Wahrheit angelangt, die mich den Weg weiter gehen lässt mit dem tiefen inneren Wissen, dass ich nicht mehr von mir fordere als mir gut tut und was ich auch leisten kann für mich und andere und was ich nicht mehr leisten will und nicht mehr sein will, für mich und andere.

Da beginnt er, der Weg zur inneren Freiheit und zum innerem Wachstum, der Weg hin zu dem, der ich bin. Der erste Schritt ist, mich selbst zu erkennen und mich anzunehmen mit meinem Ego, mit meinem Unvollkommensein, meiner Angst und meiner Zerissenheit.

Der zweite Schritt ist - zu mir selbst zu stehen und es auszusprechen, vor mir selbst und den anderen, denn sie sind ein Teil meiner Realität. Das ist das Ende der Überforderung und ein neuer Anfang. Es ist gut, ich darf sein - mit allem was ich bin und noch werde.

Ach, eins noch: falls der Glückliche, der mich auf mein Ego aufmerksam machte, das liest: Danke!

Angelika Wende

Vita & mehr

  • Freie Journalistin und Autorin
  • Sprecherin, Moderatorin, Schauspielerin
  • Dreizehn Jahre Fernseherfahrung als Moderatorin und Nachrichtensprecherin beim Sender PRO 7 in München und im Zweiten Deutschen Fernsehen
  • OFF- Sprecherin für ZDF, Arte und Phönix
  • Freie Mitarbeiterin der Allgemeinen Zeitung Mainz
  • Presse-und Öffentlichkeitsarbeit für die Eventagentur oncue, Mainz
  • Kreation, Umsetzung und Saloniere des "Silbernen Salon"
  • Kreation, Umsetzung und Moderatorin des Kultur Salons Mainz mit dem Produzenten oncue event & communication
  • Inhaberin der Agentur workingforart
  • Kuratorin für das Kulturamt der Stadt Mainz:
  • "Leben ist Form - die Bildhauerin Irmgard Biernath"
  • Kuratorin des Kunstvereins Eisenturm in Kooperation mit dem Kulturamt Mainz: "Generationen"
  • Laudatorin für den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Rheinland-Pfalz
  • Freie Tätigkeit als Laudatorin in öffentlichen Institutionen und Galerien in Mainz, Wiesbaden, Berlin, Leipzig, Ludwigshafen, Kaiserslautern 

angelikawende@remove-this.aol.com

www.angelikawende.com

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30.01.2012 Was ist ACTA? - Was ist ACTA? - Was ist ACTA?

Anonymous - Bruno Kramm

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwischen Vertretern der Industrienationen und Vertretern der Industrielobby ohne jegliche Kontrolle durch das Völkerrecht und ohne demokratische Legitimation ausgehandelt.

ACTA baut auf dem umstrittenen TRIPS Abkommen auf, welches sich bereits Mitte der 90er Jahre anschickte, den Austausch von Patenten und Urheberrechten zwischen dem Wohlstands-Norden und dem armen Süden zu regulieren.

Mittels protektionistischer Handelsbestimmungen und Sanktionsdruckmitteln wurden die teilnehmenden Staaten verpflichtet, ihre jeweiligen nationalen Gepflogenheiten an das neue Handelsrecht zu adaptieren. Dabei wurden sie noch weiter in die Abhängigkeit zu den Industrienationen gezwungen.

Der gesamte ACTA Text wurde bisher nur in Auszügen und nach Protest der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Genauso heimlich versucht das ACTA Gremium das Abkommen schnell durch alle Instanzen der EU zu pauken, bevor der Protest auf die Straße geht.

ACTA verschärft den Schutz geistiger Güter radikal und meint damit Patente auf Technologie und Leben, Ideen, Trademarks, Urheberrechte von Filmen, Texte und Musik.

ACTA macht TRIPS mit neuen Kontroll-, Zensur- und Durchsetzungsnormen zu einer Waffe gegen unsere demokratischen Rechtsnormen. Die Rechte von Verwertern, also der Industriekonzerne, stehen nicht nur im Vordergrund, sondern hebeln bürgerliche Rechte, Teilhabe und den Datenschutz aus.

Der ACTA Ausschuss zieht eine Mauer um Wissen und Fortschritt. ACTA würgt Innovationen und den internationalen Handel ab und beschneidet sogar die Meinungsfreiheit und den Zugang zur Kultur.

ACTA stellt das wirtschaftlich totalitäre Protektorat über demokratische Grundprinzipien. ACTA kann sogar jederzeit ohne öffentliche Rechenschaft die Auslegung der Vereinbarungen verschärfen und neu formulieren.

ACTA kriminalisiert rigide und blockiert das Nutzen des kulturellen Erbes unserer Gesellschaft durch Zensur und Kontrollmechanismen. Die Vermittler von Kulturgütern werden durch die verschärfte Haftung zu radikaler Kontrolle und vermutungsbasierter Ahndung gegenüber den Nutzern gezwungen. Eine Kultur der Angst vor restriktiver und einspruchsloser Bestrafung soll die Nutzer gefügig machen.

ACTA verzerrt den Wettbewerb zugunsten großer Konzerne, da kleinere Firmen und Startups den neuen Bestimmungen kaum gerecht werden können.

Die führende Industrienation USA sieht in ACTA nur eine Empfehlung, während das ACTA Gremium gleichzeitig auf eine gesetzliche Anerkennung in der EU und in anderen Regionen der Welt drängt, was zu Ungleichheiten zugunsten der USA führt.

Folgenabschätzungen für die Schwellenländer, wie es normalerweise für so weitreichende Vereinbarungen üblich ist, wurden nicht getroffen. So verschärft ACTA dort erst recht die Situation, da die Sicherung von Grundrechten der Bürger viel weniger tiefgreifend etabliert ist.

Das bedeutet neben Zensur und Unterdrückung von Meinungen in den demokratischen Gesellschaften auch eine Verschärfung der Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern durch Generika. Ärzte ohne Grenzen warnen vor ACTA und dem daraus resultierenden Notstand in der AIDS- und Epidemie-Bekämpfung in den ärmsten Regionen dieser Welt.

Große Agrarkonzerne wie Monsanto können weiterhin ungehemmt den Exklusivvertrieb ihrer Produkte vorantreiben, die aggressiv die Sortenvielfalt und Ernährungsgrundlage der ärmsten Regionen zerstören und das Monopol auf Grundversorgung manifestieren.

Mit ACTA erheben sich so Industriekonzerne über Regierungen und zensieren Gesetze und Meinungen zugunsten der einseitigen Exploitation von Handelsrechten.

Bruno Kramm, Jahrgang 67, geboren in München arbeite als Musiker, Musiklabelmacher und Herausgeber eines Magazins. Darüber hinaus ist er politisch im Bereich Urheberrecht/Kultur/Medienpolitik und Tierschutz aktiv.

Bruno Kramm

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Alle Artikel von Bruno Kramm:

Angriff auf Bruno Kramm - Wird Stefan Herwig dafür bezahlt ? Soll er die ACTA Gegner spalten ?

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/angriff_auf_bruno_kramm_wird_stefan_herwig_dafuer_bezahlt_soll_er_die_acta_gegner_spalten.html

Der Schleichweg in die digitale Vollkontrolle - Rede von Bruno Kramm “Stop ACTA Demo” Nürnberg 25.2.2012

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/der_der_schleichweg_in_die_digitale_vollkontrolle_rede_von_bruno_kramm_stop_acta_demo_nuernberg_2.html

Kommentar von Bruno Kramm - "gewohnt reißerisch"- Stefan Herwigs polemischer Artikel in der musik.woche zu ACTA

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/kommentar_von_bruno_kramm_gewohnt_reisserisch_stefan_herwigs_polemischer_artikel_in_der_musikwo.html

Kommentar von Bruno Kramm - Musik braucht Freiheit - Warum Musik ein neues Urheberrecht braucht und ACTA gestoppt werden muß

http://www.freundederkuenste.de/startseite/einzelansicht/article/kommentar_von_bruno_kramm_musik_braucht_freiheit_warum_musik_ein_neues_urheberrecht_braucht_und.html

Links zu weiteren Kommentaren von Bruno Kramm:

Kommentar von Bruno Kramm - “Two Strikes” ” vergiftet das Klima einer freien Gesellschaft und erodiert die Basis der Kreativwirtschaft

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/kommentar_von_bruno_kramm_two_strikes_vergiftet_das_klima_einer_freien_gesellschaft_und_erodie.html

Kommentar von Bruno Kramm - Der feine Unterschied: Megaupload und Rapidshare …oder: „Wenn SOPA kommt sind wir alle Mr. Kimble“

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/kommentar_von_bruno_kramm_der_feine_unterschied_megaupload_und_rapidshare_oder_wenn_sopa_komm.html

Kommentar von Bruno Kramm - Verfassungsschutz und Vorratsdatenspeicherung - “Am bayerischen Wesen soll Deutschland genesen”

http://www.freundederkuenste.de/aktuelles/galerien/einzelansicht/article/kommentar_von_bruno_kramm_verfassungsschutz_und_vorratsdatenspeicherung_am_bayeris

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21.01.2012 Hape Kerkeling stellt sich weiter hinter Wullf

Hape Kerkeling

Von keinem anderen Präsidenten haben wir je mehr verlangt als von Herrn Wulff!
 Einer mit zweifelhaftem Ruf schreit ihm laut zu: Los, Hosen runterlassen!
 Alle schreien: Ja!

 Der Bundespräsident hat in beispielloser Weise die Hosen herunter gelassen oder besser... lassen müssen!



Der angebliche Skandal um unseren Präsidenten ist viel mehr ein Skandal unserer maroden und degenerierten Mediengesellschaft.

 Und dieser hochgejubelte und herbeigeredete Skandal kann unsere Demokratie nichts weniger als den Kopf kosten!




Mal ehrlich, nimmt irgendwer der BILD Zeitung ernsthaft ab sie sei an Wahrheit, Anstand und ehrlicher oder gar lupenreiner Aufklärung interessiert? 

Seit wann, bitte?
 Der Bild geht es nur um so viel Auflage und Skandal wie eben möglich. Ausgerechnet die Bild mutiert nun zum obersten Moralhüter und zum reinen Gewissen der Nation!?!? 

Armes, ganz armes Deutschland!



Die Frage, die sich hier stellt, lautet nicht: Wulff oder ein Neuer? Sondern vielmehr: 

Wulff oder BILD? Wie soll Deutschland in Zukunft aussehen?

Ich bin eindeutig für Wulff!!!



Was hat dieser arme Präsident eigentlich verbrochen? Er hat sich Geld geliehen, nicht etwa geklaut, veruntreut oder unterschlagen. Nein, geliehen! Um sich ein Haus zu kaufen, keine Jacht oder einen Jet. Ein normales-nach meinem Geschmack- eher langweiliges Haus in Hannover!

 Zu einem günstigen Zinssatz, ja so ein übler Kerl!



Dann hat er ein Upgrade einer Fluggesellschaft für einen Urlaubsflug akzeptiert? Wie maßlos kann einer sein! 

Er soll gefälligst Holzklasse fliegen und seine Thrombose-Strümpfe anziehen! Was glaubt er wer ist, der Herr Wulff, ... der Kaiser von China oder gar der 1. Mann in unserem Staate?



Und dann brüllt er auch noch einen großartigen, verdienten und gradlinigen Journalisten wie den Kai von der BILD am Telefon an und will ihm verbieten kritisch und aufrichtig zu berichten! 




Hallo????? Geht es noch?

 Das kann unser Präsident gar nicht verbieten und das weiß er auch denn er ist nämlich schon volljährig auch wenn die Medien uns glauben machen wollen, er sei es nicht ... aber der Kai weiß das anscheinend nicht und heult sich bei seinen eigenen Redakteuren aus und berichtet tapfer gegen den Bundesdiktator Wulff an!!!



Aber darf ein Präsident in diesem Land sauer sein auf boulevardesken Enthüllungsjournalismus und unappetitliche Schnüffelei in seinem Privatleben? Darf er das oder nicht? Darf er Mensch bleiben angesichts einer unmenschlichen und gnadenlosen Presse? 

Gut, seine Urlaubsreisen mit oder bei Herrn Maschmeyer hätte er sich sparen können.

Da hätte er auch gleich mit oder beim Chefredakteur der BILD Urlaub machen können.

 Zugegeben der Bundespräsident hat Fehler gemacht aber hat er sich strafbar gemacht oder unmenschlich gehandelt? Er hat seine Fehler eingeräumt und sich dafür öffentlich entschuldigt.

So und nun? Kohl hat einen Demonstranten vor der Weltöffentlichkeit zusammengeschlagen, Schroeder hat sich im Fernsehen hackevoll und live um Kopf und Kanzlerschaft geredet, Kiesinger war in der NSDAP.

Tja, das waren anscheinend noch Staatsmänner! Wenn der Bundespräsident jetzt geht dann geht der demokratische Konsens! Jedem potentiellen Nachfolger des Bundespräsidenten muss angesichts dieser hysterischen Debatte die Lust auf das Amt vergehen.

Der Präsident muss unfehlbar sein. Gut, dann bleibt nur noch der Ratzinger und der kriegt sicher keinen Ärger mit dem Kai von der BILD seitdem die beiden ja nun Papst sind.

 Herr Präsident, bleiben Sie im Amt und vor allem bleiben Sie Mensch!

Hape Kerkeling auf seiner Facebook-Homepage.

Weiter Lesen: Hape Kerkeling stellt sich weiter hinter Wullf

http://www.stern.de/kultur/tv/hape-kerkeling-bei-tietjen-und-hirschhausen-ich-bin-eindeutig-fuer-wulff-1776507.html

Montag 23.01.2012

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther kritisierte die Medien auch für ihren Umgang mit Bundespräsident Christian Wulff. Derzeit werde das Staatsoberhaupt von einer "Journalistenmeute wie ein räudiger Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen gehetzt", schrieb der frühere sächsische Landesvorsitzende in seinem Rundbrief.

Zur Strecke gebracht

Im Fall Wulf tauchen die wirklich heiklen Fragen erst jetzt auf – Ein Kommentar

http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/zur_strecke_gebracht_1.15125869.html

Hier noch weitere hintergründe warum Christian Wulff zur strecke gebracht wurde:

http://ddpberlin.wordpress.com/2012/02/29/srafanzeige-gegen-jeden-abgeordneten-der-fur-den-esm-vertrag-stimmt-jurg-jurgens/

 

 

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19.01.2012 Wurden wir gefragt

Iris Nicole Masson

Wir sind Exportweltmeister, die Wirtschaft boomt, Gewinne in Milliardenhöhe werden erzielt. Und doch sinken die Löhne, unterbezahlte Leiharbeit steigt, Minijobs nehmen drastisch zu. Immer mehr Menschen können sich von dem, was sie erarbeiten, nicht mehr ernähren.

Das einst vorbildliche Gesundheitssystem ist mutiert zu einem Ausnehmersystem, an dem sich Pharmakonzerne die Taschen vollschlagen. Die Alten werden bitter im Stich gelassen, versinken in Armut, während sich die Waffenlobby bereichert.

Die Politikerkaste entmündigt den Bürger und kappt seine Rechte. Durch kriminelle Winkelzüge beschneidet sie den Willen des Volkes. Unsere Demokratie ist unter diesen Korrupten zu einer Diktatur verkommen.

Wurden wir gefragt


Wurden wir gefragt, ob wir die DM aufgeben wollen? Wurden wir gefragt, ob wir Rettungsschirme für Betrüger und Zocker wollen? Wurden wir gefragt, ob wir unsere Souveränität aufgeben wollen?

Wurden wir je gefragt, ob wir einverstanden sind, dass wir keine Verfassung haben? Wurden wir je gefragt, ob wir das jetzige System überhaupt noch wollen? Wurden wir je nach irgend etwas gefragt?

Was ist los in diesem Land?

Hier noch ein schönes Beispiel:

Während sich die Koalition feiert, Hartz IV um FÜNF Euro erhöht zu haben und sich die Rentner darüber freuen dürfen, nun eine Tasse Kaffee mehr im Monat trinken zu können, versorgt die FDP nicht nur im Entwicklungsministerium eigene Parteileute mit lukrativen Posten.

Und gelingt dies nicht überall, so setzt sie zumindest Beförderungen durch, erhöht mal rasch das Geld für die Zeit des Ruhestands - solange sie halt noch an der Regierung ist und Ämter verteilen KANN.

Beispiel Gesundheitspolitik: Dort wurde die Besoldung der Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, von Stufe B3 auf B4 aufgestockt. Pott ist aktive FDP-Parteigängerin.

Beispiel Wirtschaftsministerium: Auch dort wurden Stellen ohne Ausschreibungen vergeben. Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim kritisierte diese Maßnahmen als "parteipolitisch motivierte Ämterpatronage". Die Stellen würden für "Parteizwecke missbraucht". Das alles sei "zum großen Teil rechts- und verfassungswidrig".

Damit es allen gut geht, wurde kurz vor Weihnachten auch noch das Vorruhestandsgehalt für politische Beamte, also Staatssekretäre und Ministerialdirektoren, erhöht - um mehrere hundert Euro im Monat. Das alles wurde gut versteckt, in den letzten Absätzen eines Gesetzentwurfs.

Besonders skurril dabei: Die Regelung hatte bis 1998 bereits einmal als Gesetz bestanden. Sie wurde gestrichen, weil sie als ungerechte Bevorzugung von Beamten angesehen wurde. Die FDP scheint das mittlerweile nicht mehr zu interessieren - im Niedergang rückt man enger zusammen.

Es ist dreist, ohne jegliche Moral oder auch nur den geringsten Funken von Anstand - und dennoch geht kein Aufschrei durch die Republik: In weniger als zwei Jahren hat Niebel ausgedient und mit ihm die gesamte FDP, die die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen wird.

Schaffen stattdessen aber wird dieser korrupte Entwicklungsminister lukrative Posten, in denen er seine Komparsen unterbringen kann - fachfremd zudem: Bevor also das gelbe Boot untergeht, füllt er rasch die Rettungsboote! Damit ist Niebel die Speerspitze der von Westerwelle zitierten "spätrömischen Dekadenz" - für die der Bürger bluten muss!

http://www.ddp-partei.de/was-ist-los-in-diesem-land

http://www.taz.de/Politisches-Geschachere/!85769/

http://www.taz.de/Parteifreunde-ins-Entwicklungsministerium/!85780/


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08.01.2012 Hausfrau erschlug sich mit dem Hammer" (Titelseite)

Kai Melling

Pressefreiheit für die BILD? Für eine Zeitung, die unendlich viel zur Verrohung und Verdummung Deutschlandes beigetragen hat und eher früher als später verboten gehört?

Sie fordern allen Ernstes Pressefreiheit für Artikel wie "Aus Angst vor Frühjahrsputz: Hausfrau erschlug sich mit dem Hammer" (Titelseite)?
Man sollte dazu sagen: vierTage später beging auch der Witwer Selbstmord und hinterließ diesen Brief:


"An die Justiz! Man darf solche skrupellosen Leute von Bild nicht frei herumlaufen lassen, sonst morden sie immer weiter und zerstören noch mehr Familien. Sie machen ihren Profit mit Mord. Kann es größere Verbrechen geben?
Wir waren immer eine ehrenhafte Familie. Daß meine Frau an einer schweren Krankheit litt, der sie letzten Endes erlag, darf man nicht einfach so in den Schmutz ziehen.


Es tut mir leid, aber seit das mit der Bildzeitung passiert ist, weiß ich einfach keinen Ausweg mehr. Die Schande kann ich nicht überwinden. Ich klage die Bildzeitung des Mordes an. (...) wer etwas Ehrgefühl und Anstand hat, sollte dieses Lügenblatt nicht kaufen, dann müßten diese Verbrecher verhungern.


Den Brief habe ich schon am Dienstag geschrieben. Habe immer wieder versucht, mich aufzurichten, ist mir aber leider nie gelungen. Bin zum ersten Mal in meinem Leben vollkommen hilflos, hätte nie geglaubt, daß so etwas möglich ist. Karl K."


Der Witwer war von einem Bild-reporter aufs Kreuz gelegt worden, er erweckte den Eindruck, er käme von der Polizei, bis er genug aus ihm herausgeholt hatte, um das Bild-Klischee "angst vor dem Frühjahrsputz" ausfüllen zu können. Die wirklichen Hintergründe waren für Bild nicht sensationell genug.

Frau K. war seit 15 Jahren nach einem Kindbettfieber gemütskrank, hatte bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich und war in ständiger ärztlicher Behnadlung. Die Tiodesursache wurde einer miesen und billigen Schlagzeile wegen ins rein Abstruse hin verfälscht.

Frau K. hatte sich erdrosselt, nachdem sie sich in ihrem Todestrieb zuvor mit einem Hammer verletzt hatte.

Sehr Lesenswert:

Zur Strecke gebracht

Im Fall Wulf tauchen die wirklich heiklen Fragen erst jetzt auf – Ein Kommentar

http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/zur_strecke_gebracht_1.15125869.html

http://www.evangelisch.de/themen/medien/wulff-auf-bild-reise-von-wolke-7-ab-in-die-w%C3%BCste55953

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-wie-ein-skandal-gemacht-wird/6046546.html

http://www.fr-online.de/medien/wallraff-im-interview-lebenslaenglich-fuer-wulff,1473342,11423300.html

http://www.ksta.de/html/artikel/1326285629307.shtml

 

 

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22.11.2011 mehr Überwachung zu rechtfertigen?

Iris Nicole Masson

Wenn es um den Schutz unserer Gesellschaft geht, dann lässt sich doch ein bisschen Spionieren in Kauf nehmen oder? Der Zweck heiligt schließlich die Mittel. Dann nehmen wir doch gerne in Kauf, dass die Privatsphäre von Millionen eben etwas eingeschränkt wird, oder nicht?

Und wenn die Informationen ohnehin nur Staatsdienern zugänglich sind, kann ja schließlich kein Unfug damit geschehen. Unserem Staat dürfen wir doch vertrauen. Unserem Staat haben wir schon immer vertraut. Schon immer. Leider.

DESHALB wird dieses Thema derart aufgebauscht. ENDLICH eine Handhabe, jeden Quadratmeter mit Überwachungskameras auszurüsten und Wanzen zu installieren, den Bundestrojaner zu legitimieren, Versammlungsverbote auszusprechen, das Bürgerbegehren abzuschaffen ... und, und und

Und noch eine Posse:

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will Angehörigen von Opfern des Neonazi-Terrors eine Entschädigung anbieten. Wenn sie über ausreichende private Mittel verfügt, dann soll sie das gern tun. Die Achtung aller für diese ehrenhafte private Geste der Anteilnahme wird ihr gewiss sein.

Denn eine Rechtsgrundlagefür eine staatliche Entschädigungszahlung gibt es nicht.
Es ist auch völlig unrealistisch, dass aus staatlichen Mitteln Entschädigung für eine selektive Gruppe von Opferhinterbliebenen eines bestimmten kriminellen Täterkreises geleistet werden soll, während die Hinterbliebenen aller anderen Mordopfer ohne finanzielle Unterstützung bleiben sollen.


Die Zahl der Opfer aus Mord- und Totschlagsdelikten liegt - grob veranschlagt - bei 2.000 pro Jahr.


Nach der Vorstellung der Justizministerin würden demnach 10 von 22.000 Opferhinterbliebene eine bevorzugte finanzielle Behandlung erfahren. Dagegen steht m.E. das Antidiskriminierungsgesetz.

Grabpflege - und Sand in die Augen des dummen Volkes - im Inland wie Ausland. Die Umstände des angeblichen Selbstmordes der beiden Mörder wie auch plötzlich aufgetauchte, völlig unversehrte Beweismittel in einem komplett zerstörten Haus sind mehr als dubios. Und sie machen sich nicht einmal mehr die Mühe, etwas intelligenter vorzugehen; das beweist ihre Meinung über UNS!

www.theintelligence.de

Könnten die kürzlich aufgedeckten rechtsextremen Terror-Aktivitäten nun auch in Deutschland mehr Überwachungen mit sich bringen?

www.fr-online.de

Ein Zeichen der Solidarität soll es sein: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will Angehörigen von Opfer des Neonazi-Terrors eine Entschädigung anbieten. Geheimdienstkontrolleur Oppermann fürchtet, dass über V-Leute staatliche Gelder an Neonazis geflossen sein könnten.

Unter Kontrolle (wollt Ihr weiter so leben?)
was wir wissen, ist ein Tropfen;
was wir nicht wissen, ein Ozean (Isaac Newton)

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20.11.2011 Schusswaffen, Panzer und Kampfjets

Jennifer Nathalie Pyka

Für die Bundesregierung geht eine erkenntnisreiche Woche zu Ende. Die stellte nämlich in den letzten Tagen nicht nur überraschenderweise fest, dass die NPD vorwiegend aus V-Personen des Verfassungsschutzes besteht, die während ihrer Arbeitszeit offenbar am liebsten Kreuzworträtsel lösen.

Nein nein, zudem wurde Berlin mit der Erkenntnis konfrontiert, dass es in Deutschland auch noch eine Bundeswehr gibt, die ihr Personal nicht mehr frei Haus geliefert bekommt, sondern nun tatsächlich Werbung machen muss, z.B. mittels spektakulärer Youtube-Clips nach amerikanischen Vorbild.

Schusswaffen, Panzer und Kampfjets

Und zum Schluss kam auch noch raus, dass eines dieser Werbefilmchen tatsächlich Schusswaffen, Panzer und Kampfjets zeigt, Dinge also, die irgendwie an Krieg erinnern, womit Deutschland ja nie wieder etwas zu tun haben wollte.

Das freilich gefiel dem guten Gewissen des Bundestags, das nun in Gestalt einer grünen Hinterbänklerin zum Vorschein trat, die sich vor lauter Empörung über soviel Realität vermutlich an ihrer Bionade verschluckte, überhaupt nicht.

Eine Gefährdung des friedlichen Brunnenbauer-Images

Agnieszka Malczak, grünes Mitglied im Verteidigungsausschuss sowie im „Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung“ erkannte darin sofort eine Gefährdung des friedlichen Brunnenbauer-Images der Bundeswehr und war somit natürlich standesgemäß dagegen.

Gemeinsam mit ihren SPD-Kollegen Rainer Arnold ließ sie verlauten, das Video sei „gewaltverherrlichend und geschmacklos“ und erwecke zudem den Eindruck, der Dienst bei der Bundeswehr gleiche einem „Ballerspiel“.

Kurz darauf verschwand das Video vom offiziellen Youtube-Channel der Bundesregierung, allerdings nicht wegen vermeintlich martialischer Kriegsszenen, sondern laut Bundespresseamt nur, weil in besagtem Video nicht gesprochen werde, was jedoch Voraussetzung für sämtliche Videos sei, die im Namen der Regierung erscheinen.

Mangel an Worten

Nun stellen sich Fragen: Weshalb ist der Berliner PR-Abteilung dieser Mangel an Worten erst jetzt aufgefallen? Warum unterlegt man das Video nicht nachträglich mit aussagekräftigen Stimmen aus dem Off (zum Beispiel: „Nicht vergessen: Auch für bewaffnete Terroristen gelten die universellen Menschenrechte!“)?

Und überhaupt: Richtet sich die audiovisuelle Botschaft tatsächlich nur an schießwütige Randgruppen, die den ganzen Tag Counterstrike spielen und das gerne mal in die Realität umsetzen wollen? Das zumindest kann nun jeder für sich selbst beantworten.

Wie ein Heimatfilm mit Peter Alexander

Denn der umstrittene Clip, der, verglichen mit Werbemaßnahmen der amerikanischen Streitkräfte eher wie ein Heimatfilm mit Peter Alexander wirkt, ist längst wieder aufgetaucht – sicherlich zum Leidwesen der pazifistoiden Grünen-Abgeordneten, die vermutlich immer noch völlig traumatisiert ist, nachdem sie ja jüngst auf brachiale Art und Weise erfahren musste, dass Soldaten sich in Panzern statt auf Fahrrädern fortbewegen und mit Maschinengewehren statt Wasserpistolen bewaffnet sind.

Weiterhin darf man freilich gespannt sein, wie Deutschland die Sache mit der Bundeswehr künftig so regeln will. Denn eigentlich will man ja nie wieder Krieg, weshalb man sich gemütlich zurücklehnt und die „Ballerspiele“ lieber den Amis überlässt.

Humanitärer Einsatz

Die sichern zwar zuverlässig den globalen und damit auch den deutschen Frieden, machen jedoch aus sesselstrategisch-deutscher Sicht freilich alles falsch. Sofern man dann aber dennoch, ganz ausnahmsweise, mitmachen muss, heißt das nicht Krieg, sondern humanitärer Einsatz.

Das geht solange gut, bis in Afghanistan die ersten Soldaten fallen und das friedliebende Volk daheim sich darüber wundert, dass der Bau von Mädchenschulen so viele Leben kostet.

Mit den Taliban beten

Daraufhin eilt dann schnell Frau Käßmann zur Hilfe, die den Deutschen erklärt, dass in Afghanistan nichts gut sei und man nun mit den Taliban beten müsse, woraufhin der deutsche Soldat sich wiederum fragt, warum er eigentlich sein Leben für Sicherheit und Frieden am Hindukusch riskiert, was allerdings in Deutschland niemanden interessiert.

Indes rauchen in warmen Berliner Abgeordnetenbüros die Köpfe ob der Frage, wie man denn nun die Bundeswehr bewerben könnte, ohne dabei zarte pazifistische Seelen mit der militärischen Realität zu konfrontieren oder gar allzu viel Aufmerksamkeit zu erregen - denn schließlich will man ja nie wieder Krieg, und falls doch, so darf das bitte niemand mitbekommen.

„Vater Unser“

Deshalb folgender Vorschlag für den nächsten Werbeclip: Vor der eindrucksvollen Kulisse des Hindukusch-Gebirges sehen wir einen liebevoll angeordneten Stuhlkreis, in dessen Zentrum Margot Käßmann steht und gemeinsam mit den anderen Dialogteilnehmern das „Vater Unser“ betet.

Anschließend erklärt Jürgen Todenhöfer den ebenfalls anwesenden, gemäßigten Taliban-Vertretern, wer die Guten (er selbst) und wer die Bösen (der Westen) sind.

„Ein bisschen Frieden“

Danach doziert Michael Lüders noch zum Thema Völkerrecht, das übrigens von US-amerikanischen Drohnen ständig verletzt würde, und zum Schluss sind alle glücklich und singen gemeinsam, von Peter Maffay auf der Gitarre begleitet, „Ein bisschen Frieden“.

Somit verlöre die Bundeswehr dann nicht nur ihr kriegerisches Antlitz, sondern ebenso zugleich den letzten interessierten Bewerber, was ganz offensichtlich im Interesse einer politischen Elite ist, die auch in militärischer Sicht mit dem größten Vergnügen ihr Recht auf Selbstblamage nutzt.

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