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28.03.2020 Boulevardfotografie von 1959 bis 2019

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„BLICK war dabei - Boulevardfotografie von 1959 bis 2019“ ist der Titel eines wirklich spannenden Fotobands, der jetzt im Steidl Verlag (www.steidl.de) für 58 Euro erschienen ist und mir als ehemaligen BILD-Reporter sehr viel Freude bereitet.

Schließlich ist der Boulevardjournalismus ohne Bilder nicht denkbar und hat bis heute seinen Stellenwert nicht verloren, wenn durchs Fernsehen indes zum Teil leider eingebüßt.

So verwundert es nicht, dass allein das analoge fotografische Erbe von BLICK im Bildarchiv des Ringierverlags in der Schweiz über eineinhalb Millionen Aufnahmen umfaßt.

Am 14. Oktober 1959 fing mit der ersten Ausgabe des Zürcher Blattes alles an, der Name war vom ersten Tag an Programm und machte aus der Zeitung schnell ein polarisierendes Medienereignis.

Ähnlich der BILD-Zeitung, die bereits sieben Jahre lang sehr erfolgreich in Deutschland auf dem Markt war, wollte auch BLICK immer ganz nah am Puls der Zeit, also nahe am Geschehen, am Volk sein und wurde schnell zur meistgelesenen Zeitung des Bergvolkes.

So faßt „BLICK war dabei“ nicht nur 60 Jahre folkloristischen Reportagestil zusammen, sondern zeigt auch 60 Jahre Schweiz, beziehungsweise die Gefühlslage der Menschen dort.

Das Buch ist in sechs Jahrzehnte aufgeteilt, die Fotografien auf 420 Seiten sehr wohl und facettenreich ausgewählt, Bildunterschriften erklären die Zusammenhänge, der Druck ist fabelhaft und rechtfertigt den Preis auf jeden Fall. Das Buch ist nicht nur für Schweiz-Fans ein Muss, sondern für jeden, der noch Lust auf echte Stories hat.

Sönke C. Weiss

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25.03.2020 Das Mädchen mit der Leica

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Ein wohl geschriebenes Buch nimmt den Leser mit in eine fremde Welt, ohne dass der je die Sicherheit der eigenen vier Wände verlassen muß. „Das Mädchen mit der Leica“ von Helena Janeczek ist so ein Werk und hilft durch isolierte Tage.

Auf 350 unfassbar poetisch verfassten Seiten beschreibt die Autorin aus den Erinnerungen alter Freunde das Leben einer der ersten Kriegsfotografinnen der Welt: Gerda Taro.

1910 in Stuttgart als Gerta Pohorylle geboren, in der Schweiz erzogen, in Leipzig zur flammenden Sozialistin geworden, floh sie vor den Nazis nach Paris und lernte dort den unbekannten Robert Capa kennen, der damals noch schlicht André Friedmann hieß, bis sie ihm diesen coolen Namen verpasste und eine Legende erschuf.

Gemeinsam dokumentierten sie den Spanischen Bürgerkrieg, verkauften ihre Fotos weltweit und wurden schon zu Lebzeiten als Helden gefeiert, bis Gerda Taro 1937 von einem Panzer der Faschisten überrollt wurde. Zehntausende kamen zu ihrer Beerdigung in Paris.

Anschließend wuchs der Mythos Robert Capa ins Unermessliche; Gerda Taro aber wurde vergessen, bis man 2007 einen Koffer mit ihren Negativen in New York fand und anfing zu begreifen, dass sie dem Anschein nach der wirkliche Star war, nicht Capa.

Janeczek zeichnet das Porträt einer leidenschaftlichen Heldin, in die sich jeder Leser mit Herz verlieben muß. Schillernd. Rebellisch. Mutig. Schön. Kühn. Eine Träumerin. Wie aus einem Film, als Hollywood noch schwarz-weiß, dafür aber authentisch war.

Gerda Taros Fotos reflektieren die Hoffnung auf eine bessere Welt, sie sind zeitlos und lebendig zugleich, dank ihrer Leica-Kamera, die sie immer bei sich trug. Wie Robert Capa, der sich nach dem Tod seiner Geliebten zwar immer wieder in Kriege und amouröse Abenteuer stürzte, wohl getränkt in Martinis und Champagner, sich aber seiner eigenen Aussage nie wieder verliebte.

1954 trat er in Vietnam auf eine Landmine  und folgte seiner Lebensliebe in den Fotografenhimmel. „Das Mädchen mit der Leica“, in Italien übrigens ein literarischer Bestseller, ist jetzt im Berlin Verlag erschienen, kostet 22 Euro, hat zahlreiche Fotografien und berührt mich sehr.

Sönke C. Weiss

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24.03.2020 Es geht um die Existenz

GFDK - Reden ist Silber - David Rölleke

Die Modebrache sieht sich wegen der Coronavirus-Krise im Ausnahmezustand und fordert Direkthilfen vom Staat, meldet W&V.

"Unsere Lieferketten sind zusammengebrochen. Viele unserer Unternehmen sind in einem Ausnahmezustand", sagte Ingeborg Neumann, Gesamtpräsidentin der deutschen Textil- und Modeindustrie, der "Rhein-Neckar-Zeitung". Viele hätten bereits Kurzarbeitergeld beantragt. Jetzt seien Direkthilfen nötig.

Hier wäre es von Nöten, dass sich die Politik sowie die Schufa oder andere Bonitätsanbieter schnell was überlegen.

Denn es wird in den nächsten Wochen zu vielen Zahlungsproblemen kommen und es wäre sehr schlecht, wenn dadurch die Bonität der Unternehmen auch für Zeiten nach der Krise im Keller wäre, da es ebenfalls stark auffällt, dass das Mahnwesen von der anderen Seite gerade auffällig aggressiver wird und die Zahlungen zum Teil nicht getätigt werden können.

Hier rät Krisenmanager Rölleke den betroffenen Unternehmen sofort mit der Gegenseite in den Dialog zu treten oder wenn die Mahnungen zu aggressiv oder völlig überhöht sind, umgehend einen Anwalt hinzuzuziehen. 

Fakt ist: bei Tausenden Firmen wird das Geld knapp und das öffentliche Leben steht still, was für viele Firmen bedeutet, dass sie keine Einnahmen mehr haben, während die Kosten weiterlaufen.

Und was macht man als Unternehmer, wenn das Geld knapp wird? Man geht zu seiner Bank und verlangt einen Kredit. Doch auch hier gilt das Hausbankprinzip und man prüft die Bonität und bewertet die Unternehmen.

Oft werden Liquiditätspläne verlangt, doch wenn das Unternehmen keine Einnahmen hat, wird das schwer,  was für die Banken eine große Herausforderung mit sich bringt, da man sehr strenge Kreditrichtlinien beachten muss. 

Gerade in der Gastronomie ( Quelle Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW ) verfügen mindestens 16% der kleinen Unternehmen über eine schlechte Bonität. Diese Situation wird sich aber noch verschlimmern.

Auch wenn nun die ersten konkreten Rettungskredite in Planung sind, wird es bei den meisten nicht schnell genug gehen, damit die Betriebe ihre Verbindlichkeiten begleichen können.

Während sich derzeit viele über Ausgangsbeschränkungen ärgern oder freuen, sind die Banken auffällig voll und getreu dem Motto "nur Bares ist Wahres", wird ordentlich Bargeld abgeholt.

In den meisten Fällen sogar so viel, dass vielen Unternehmen / Bürgern schon jetzt klar ist, dass die Kontoabbuchungen zum 01.04.2020 schon nicht mehr vollständig bedient werden können.

Sei es, weil man aufgrund der Krise schon eh kein Einkommen / Guthaben mehr hat oder aus Angst, dass einem in der Krise das Geld ausgeht und man kein Neues mehr bekommt.

Wenn Politiker Sätze wie: "die härteste Probe seit dem 2ten Weltkrieg" in den Mund nehmen, steigt die Unsicherheit natürlich stark an.

David Rölleke ist derzeit der wahrscheinlich gefragteste Krisenmanager für den Mittelstand und kennt daher die Sorgen der Unternehmer aus der ersten Hand. Hier geht es auch nicht um Theorie, sondern um die knallharte Praxis.

Am Wochenende haben manche Betriebe ihre Geschäftskontos gelehrt, da plötzlich Zettel mit den folgenden Inhalten an den Bankautomaten hangen:

„Aufgrund der aktuellen Situation können die folgenden Serviceleistungen nicht mehr in vollem Umfang erbracht werden ( persönliche Beratungsgespräche, Barauszahlungen an der Kasse, Hilfe an den Terminals, etc. )“.

Hier hatten viele Unternehmer Angst, dass die Banken erst garnicht mehr öffnen, was Rölleke aber für unbegründet hält.

Weiterhin rechnen Experten mit bis zu eine Million Anträge auf Kurzarbeit, alleine in dieser Woche und seit gestern steht fest, dass auch weitere Betriebe ( z.B. Friseure, Restaurants ) schließen müssen.

Die Gesamtkombination ist daher gerade für viele Unternehmen einfach zu unüberschaubar und es wäre eine Katastrophe, wenn man die Unternehmen, deren Bonität und somit deren Geschäftsfähigkeit hier nicht unbürokratisch schützen würde.

Viele Unternehmer erhoffen sich eine Bonitätsstundung, da die Verschlechterung der Bonität dem Unternehmen Probleme bei Lieferanten sowie Geschäftspartnern und Kunden bringen kann und wird.

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24.03.2020 Ausstellung „Where’s Gulu?“

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Als erster europäischer Fotograf war ich im Februar eingeladen, meine Fotos drei Monate lang im Kigali Center for Photography in Ruanda zu zeigen.

Jetzt wurde auch meine Ausstellung „Where’s Gulu?“ wegen des Corona-Viruses geschlossen, die Hauptstadt des ostafrikanischen Landes zieht ihre Konsequenzen aus der Pandemie.

Hintergrund: Gulu liegt in Norduganda nahe der Grenze zum Südsudan. Von 1987 bis 2006 führte die Widerstandsarmee des Herrn, eine militärisch-religiöse Kultbewegung, einen Bürgerkrieg gegen die Zivilbevölkerung, den die Weltöffentlichkeit so gut wie gar nicht zur Kenntnis nahm.

Ich kenne Gulu seit 2003, zwischen 2017 und 2019 entstand meine Fotoreportage, die zeigt, wie die Menschen Gulus langsam wieder in eine Zivilgesellschaft finden.

„Sönkes Fotos strahlen Zuversicht, Mut und den Willen zur Eigenständigkeit aus, deshalb wollten wir seine Arbeiten unbedingt präsentieren“, sagte Jacques Nkinzingabo, der Direktor des Kigali Center for Photography, im Rahmen der Vernissage vor einem internationalen Publikum.

In gewisser Weise sei Gulu für ihn archetypisch, denn trotz aller Schwierigkeiten liebten die Menschen ihre Heimat. Nkinzingabo: „Unser Ziel ist es, Afrika in der Fotografie ohne Klischees zu zeigen.

Mit 22 Jahren Afrikaerfahrung gelingt dies Sönke immer wieder.“ Wann und ob „Where’s Gulu?“ wieder eröffnet ist unklar, denn auch in Ruanda ändert sich das Leben aufgrund von Corona täglich.

Übrigens: Das Kigali Center for Photography (www.kigaliphotocenter.com) ist einzigartig in Ruanda. Vermutlich, bis auf wenige Fotogalerien in Südafrika, auf dem afrikanischen Kontinent.

2017 eröffnet, dient es darüber hinaus als Fortbildungszentrum für junge Fotografen. Mir war es eine Ehre, dort ausstellen und unterrichten zu dürfen.

Sönke C. Weiss

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16.03.2020 Die Vagina Bibel

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Frauen sollen spüren, dass Wissen auch Macht bedeutet, sollen wissen, wie ihr Körper funktioniert und wie man sich Hilfe holt, wenn es einmal nicht so läuft, wie man immer dachte,“ schreibt Dr. med. Jen Gunter in ihrem New-York-Times-Bestseller „Die Vagina Bibel“, der jetzt auch in Deutschland im Südwest Verlag herausgekommen ist, 20 Euro kostet, 478 Seiten hat und den Untertitel „Vulva und Vagina - Mythos und Wirklichkeit“ trägt.

Alles, was der Autor dieser Rezension bislang über das weibliche Geschlechtsorgan wußte, hatte er seinerzeit bei Dr. Sommer in der BRAVO erfahren. Und das ist lange her. Doch es ist nie zu spät dazuzulernen, selbst für einen Mann nicht.

Dazu auch die Autorin: „Frauen sollen Einseitigkeiten und Ausflüchte erkennen, Lüge und Betrug, oder wo das Patriarchat einmal mehr Ängste schürt vor den ganz normalen Funktionen des Körpers.“

Die Kanadierin Dr. Gunter, die als glühende Verfechterin von Frauenrechten auch oft in den Medien angegriffen wird, ist nicht nur Geburtshelferin, Gynäkologin und Schmerzmedizinerin, sie hat das medizinisch fundierte Talent ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit einer ordentlichen Prise Humor viele, vielleicht sogar alle Fragen um das weibliche Geschlechtsorgan zu beantworten.

Die einzelnen Kapitel sind verständlich und knapp gehalten. Es geht von der „Vagina in Alltag und Wartung“ über „Medikamentöse Therapien und operative Eingriffe“ bis hin zu „Erkrankungen“ und „sexuell übertragene Infektionen“ sowie vieles mehr.

Dr. Gunter schreibt: „Noch nie hat eine Frau davon profitiert, nichts über ihren Körper zu wissen. Stimmt. Schließlich sind Macht und Gesundheit unauflöslich miteinander verwoben, wie wir just wieder in der Causa Corona-Virus erfahren.

Die Autorin auf jeden Fall will nicht ruhen, bis alle Frauen zu mündigen Patientinnen geworden sind. Kurzum: „Die Vagina Bibel“ sollte zur Pflichtlektüren an allen Schulen gemacht werden, für Jungs und Mädchen gleichermaßen. 

Sönke C. Weiss

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14.03.2020 Es rafft die Alten dahin

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Die Rot-Grünen Gesinnungskrieger haben wieder zugeschlagen. Zuletzt hatte die Instrumentalisierung eines Kinderchors zu Zwecken grüner Agitation und Propaganda für erheblichen Unmut gesorgt („Oma ist eine Umweltsau“ vom WDR-Kinderchor, „Oma ist eine Nazisau“ vom Antifa-affinen WDR-Mitarbeiter Danny H.).

Die Alten sollen doch sterben

Zuerst kam vom WDR „Oma ist ne Umweltsau“, das wird nun von der ARD noch einmal getoppt.

Ein Satireformat der ARD-Jugendwelle Funk bezeichnet das Coronavirus als „schönen und sinnvollen Reflex der Natur“, und das Gute soll daran sein, dass vor allem Ältere daran sterben und das sei „nur gerecht“. "Schließlich habe diese Generation den „Planeten voll gegen die Wand gefahren“.

Das Virus, so Silberstein, habe eigentlich nur gute Seiten:

Der Satiriker Schlecky Silberstein hebt die vermeintlich positiven Effekte des Virus hervor. Dieses sei fair, denn „es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion nahezu mühelos. Das ist nur gerecht, hat doch die Generation 65+ diesen Planeten in den letzten fünfzig Jahren voll gegen die Wand gefahren“.

Es gebe sowieso „viel zu viele von uns“, so Silberstein. „Mit weniger Menschen gibt es weniger Ressourcenknappheit und damit weniger Hunger, weniger Krieg und weniger Fluchtursache“.

Wahrscheinlich sei das Coronavirus also einfach nur ein „schöner und sinnvoller Reflex der Natur, um uns Menschen mal wieder zu sagen, wer hier eigentlich die Hosen an hat. Corona ist deshalb da, weil wir es nicht anders verdient haben“.

In dem Video das unten erscheint, wird dann erwähnt, dass auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Risikogruppe gehörten – die seien ja meist auch zu dick und kämen großenteils aus den USA.

funk ist das Content-Netzwerk von ARD und ZDF. Sie produzieren Inhalte für 14- bis 29-Jährige.

Gottfried Böhmer

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11.03.2020 Famose Neuerscheinungen

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Famose Neuerscheinungen zum literarischen Frühling 2020 kommen auch aus dem Hause Diogenes in der Schweiz (www.diogenes.ch): Da ist zunächst einmal der neue Erzählband von Daniela Krien, 1975 in Neu-Kaliß geboren, das muß irgendwo bei Leipzig sein.

„Muldental“ heißt das Buch, das oft weh tut, aber auch immer wieder überaus dankbar macht, dass Mann wie Frau zur Rasse Mensch gehören, fehlbar sind und sich unser Leben von einem Augenblick auf den nächsten total verändern kann.

Daniela Krien schreibt über die Menschen ihres Kulturkreises nach 1989. Einige verlieren sich im Strudel der Zeit, andere wiederum spülen die Wellen des Wechsels immer wieder nach oben. „Muldental“ hat 230 Seiten, kostet 22 Euro und macht aus Kleinigkeiten etwas ganz Großes.

Das gelingt auch Hartmut Lange in seinem neuen Band „Der Lichthof“, der aus vier Novellen und einem autobiografischen Text besteht. Was die Geschichten verbindet, ist Verlust. Frauen werden verraten, Männer verlieren den Glauben an die Vernunft, der Autor selbst verliert den Vater am Ende des Zweiten Weltkrieges.

Obwohl Hartmut Langes Weltbild düster zu sein scheint, leuchtet das Mysterium Mensch, wie bei Daniela Krien, immer wieder auf und überzeugt durch den Willen, den Weg des Lebens weiter zu gehen.

95 Seiten umfaßt „Der Lichthof“ und kostet ebenfalls 22 Euro. Wie auch Sasha Filipenkos neuer Roman „Rote Kreuze“, der in Rußland spielt, der Heimat des Autoren. Es geht um Alexander, ein junger Mann, dem ein schweres Schicksal zusetzt und Tatjana, die mit ihren über 90 Jahren (fast) das gesamte russische 20. Jahrhundert verkörpert.

Je mehr sich die beiden kennenlernen, desto mehr spiegeln sich ihre Seelen. Sie schließen einen Pakt und mehr möchte ich auch nicht verraten, denn wer hier an „Harald und Maude“ denkt, der irrt sich gewaltig; was Sasha Filipenko in seinem Roman erschafft, ist weit mehr und erinnert an eine Wiederbelebung der verlorenen russischen Seele.

„Rote Kreuze“ - 270 fesselnde Seiten. Apropos: Der dritte Fall einer neuen Kopenhagen-Thriller-Serie aus der Feder von Katrine Engberg, 1975 in Kopenhagen geboren und aufgewachsen, hat es ebenfalls in sich. In „Glasflügel“ führen Jeppe Kørners Ermittlungen in ein verrohtes Gesundheitssystem, nachdem in einem Brunnen die nackte Leiche einer Frau gefunden wird.

Katrine Engberg zeichnet dreidimensionale Figuren, von denen nicht nur die Protagonisten in Erinnerung bleiben, insbesondere jedoch die Nebendarsteller. Darüber hinaus führt uns die Autorin durch spektakuläre Plots, die immer wieder erstaunen.

Wer meint, ach, Krimi sei Krimi, der sollte sich von Frau Engberg fulminant überraschen lassen. 427 Seiten beste Spannung auf höchstem Niveau für nur 20 Euro. Meisterhaft.

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09.03.2020 Wo jede Straße etwas Besonderes ist

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Unconscious Places/Unbewußte Orte“ nennt der Fotograf Thomas Struth, 1954 in Geldern bei Düsseldorf geboren, schon seit jeher seine Straßenfotografien, die er von seiner Heimat aus über London, New York bis nach Japan immer wieder erweitert und die in dem gleichnamigen Fotoband bei Schirmer/Mosel (www.schirmer-mosel.com) für jetzt nur 29,80 Euro in einer Studienausgabe erschienen sind.

Struth, international bekannt und respektiert, geht es nicht um Prachtstraßen, sondern um urbane Räume, die wir als Betrachter meist vernachlässigen, weil sie einfach so da zu sein scheinen.

Seine Fotos sind streng und mit Bedacht komponiert und hinterlassen den Eindruck, als ob jede noch so banale Straßenecke etwas Besonderes sein will. „Unconscious Places/Unbewußte Orte“ hat 264 Seiten und zeigt 228 Aufnahmen in Farbe wie Duotone und ist für diese hervorragende Buchqualität in der Tat preiswert, was man von William Egglestons Fotobuch „Polaroid SX-70“ nicht unbedingt sagen kann.

Satte 75 Euro kosten die 56 Polaroidaufnahmen, die Egglestone in den 70er Jahren mit der Kultkamera SX-70 aufgenommen, übrigens die einzigen, die er damit fotografiert hat.

Außenaufnahmen aus Mississippi, USA, wo der Künstler auch auf einer Baumwollplantage in einer wohlhabenden Südstaaten-Familie aufgewachsen ist. (Geboren wurde er am 27. Juli 1939 in Memphis, Tennessee.)

Zeit seines Lebens hat Egglestone nichts anderes gemacht, als zu fotografieren; seine Ausstellung „Photographs“ 1976 in New York, von der Presse gnadenlos verrissen, gilt bis heute als der Anfang moderner Kunstfotografie und katapultierte den nicht mehr ganz so jungen Fotografen in den Olymp der Fotokünstler wie Diane Arbus oder Lee Friedlander.

„Polaroid SX-70“ zeigt Alltägliches: ein Straßenschild, leere Flaschen, eine Telefonzelle, eine Tankstelle und so weiter.

Doch je länger man sich die Bilder anschaut und auf sich wirken läßt, desto mehr transportieren sie Werte, Ansichten und Emotionen - ähnlich wie ein Hopper-Gemälde - und verzücken ungemein. Oder anders ausgedrückt:

Beim Anblick eines Egglestone-Fotos bleibt die Zeit stehen. Darüber hinaus ist der Druck des Buches, was an sich schon einem Kunstwerk gleichkommt, so wohl geraten, dass die Polaroids wie Originale wirken, das schwarze Hardcover wie Leder anmutet.

Der Preis, wenn auch hoch, ist gerechtfertigt, zumal eine ordentliche Portion Melancholie mitgeliefert wird. „Polaroid SX-70“ ist jüngst bei Steidl (www.steidl.de) erschienen. 

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05.03.2020 Krisenmanager klärt auf

GFDK - Reden ist Silber - David Rölleke

Elf Jahre nach dem verheerenden Unglück in Duisburg soll die Loveparade zurück nach Berlin kommen. Die ganze Welt hat 2010 über die Ereignisse (21 Tote, mehr als 600 Verletzte) berichtet und noch heute gibt es die Videos auf Youtube, in denen man die Massenpanik, welche damals ausbrach, genau beobachten kann. Es ist einfach nur schrecklich- keine Frage.

Doch es gibt auch die anderen Videos, in denen man Millionen glückliche Raver und Techno-Fans sieht, die durch Berlin tanzen. Es war eine Veranstaltung, welche damals einmalig war und Dr. Motte brachte damals Millionen zum Tanzen und möchte es am 10.06.2021 in Berlin erneut tun. Und das mitten in der Hauptstadt.

Ist diese Entscheidung richtig? Ja, aber…

Die Fortsetzung der Loveparade ist richtig! Aber im Vorfeld müssen alle Fragen bezüglich der Aufklärung beantwortet werden und ich würde dazu zwei Pressekonferenzen ansetzen.

Die erste muss ausschließlich der Aufklärung dienen und somit auch dem Respekt vor den Opfern sowie deren Angehörigen. Weiterhin müssen die verbesserten Sicherheitsmaßnahmen vorgestellt werden und es muss im Vorfeld kommuniziert werden, wer für die Sicherheit der Menschen verantwortlich ist.

So ist es unmöglich bei einem erneuten Vorfall, die Schuldfrage ungelöst zu lassen. Ich würde hier auf keinen Fall den Bezug zu ehemaligen Ereignissen aus der Vergangenheit suchen, wo es zu Todesfällen kam und erneut gefeiert wird, so Krisenmanager David Rölleke.

Am 26.09.1980 gab es zum Beispiel auch einen Anschlag des Oktoberfests in München, bei dem zwölf Personen ermordet wurden und heute spricht kaum noch jemand darüber und es wird wieder ordentlich gefeiert.

In den Kommentaren auf Facebook wird genau dieser Vergleich auffällig oft genannt. Viel sinniger ist es, offen darüber zu sprechen, dass man mit diesen Veranstaltungen früher enorm viel Erfolg hatte.

Sobald diese Fragen alle geklärt sind, sollte man in der Tat zur Aufbruchstimmung übergehen und dazu eine zweite Pressekonferenz ansetzen, in der man alte Videos einblendet und ganz offensiv in die Werbung geht.

Zum Start der Parade würde ich eine Schweigeminute empfehlen und -auch nur wenn die Angehörigen es wollen- einen Gedenkwagen der Verstorbenen. Da muss man aber ganz vorsichtig sein und sich ganz langsam herantasten.

Man kann sich dennoch bereits auf einen großen Shitstorm in den sozialen Netzwerken einstellen, sobald die Veranstaltung offiziell angesetzt wird. Aber da muss man durch.

David Rölleke

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03.03.2020 entsteht bald eine Massenpanik

GFDK - Reden ist Silber - David Rölleke

Hamsterkäufe, geschlossene Kindergärten, Züge werden angehalten, täglich gibt es neue Verdachtsfälle und Schockmeldungen. Wo soll das hinführen? Hier sind wir nicht weit von einer Massenpanik entfernt, ist sich Krisenmanager David Rölleke sicher.

Wenn jetzt schon Züge angehalten werden, weil Passagiere auffällig husten und Fragen im Raum stehen wie: findet unsere EM statt oder darf ich meinen Urlaub stornieren und bereits das Desinfektionsmittel aus den Krankenhausspendern geklaut wird, dauert es nicht mehr lange bis die ersten Supermärkte geplündert werden.

Gerade die Städte sowie die betroffenen Betriebe haben es besonders schwer, die Vorkommnisse ordentlich zu kommunizieren. Doch warum ist das so? Auf jedem Brandschutzplan steht: bleiben Sie ruhig und geraten nicht in Panik und hier ist es irgendwie alles anders.

 Die Städte sollten auf jeden Fall selbstbewusst kommunizieren, dass kein Grund zur Panik besteht, man sich gerade bestens vorbereitet und sich sicher ist, dass man mit der Situation bestmöglich umgehe.

Man sollte hier feste Ansprechpartner benennen, sowas beruhigt und am besten würde ich auf der Internetseite der Stadt einen Präventions-Ticker mit aktuellen Tipps und Fakten einstellen.

Hier kann man sich ja am besten die sogenannten W-Fragen raussuchen (man kann recherchieren, was die Menschen im Internet zum Thema Corona suchen) und genau auf diese Fragen sollte man die Antworten parat haben.

Weiterhin sollte der Bürgermeister kommunizieren, dass Traditions-Ereignisse natürlich stattfinden und man nun als Stadt vorsichtig, aber nicht panisch reagieren sollte. 

Gerade bei den Betrieben ist es sehr kritisch. Sollte hier ein Verdachtsfall bestehen, muss man sofort handeln, da man als Arbeitgeber ja eine Fürsorgepflicht hat.

Der einzige Weg ist es die Mitarbeiter zu testen und im Fall einer Betroffenheit, wenn es die Lage ermöglicht, erstmal den Betrieb dementsprechend anpassen.

Man kann hier als infizierter Betrieb Aufmerksamkeit gewinnen oder halt als vorbildlicher Betrieb mit tollen Präventionsmaßnahmen ein Herz für die Mitarbeiter und deren Angehörigen haben und modern und zeitgemäß handeln.

Den jeweiligen Bundesländern würde ich auch raten, so wenig Panik wie möglich auszustrahlen und versuchen, ihr Bundesland zum Positiv-Beispiel der Bekämpfung der Krise zu machen.

David Rölleke

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