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Reden ist silber...Schreiben ist gold

22.01.2019 Roman von Michel Houellebecq

GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Sönke C. Weiss schreibt uns: Im Allgemeinen lese und schreibe ich keine Literaturkritiken. Meiner Überzeugung nach dienen diese meist, die Kulturkenntnis des Verfassers zu preisen und, um ehrlich zu sein, schreiben die doch eher für ihre Kollegen/Mitbewerber und/oder Neider.

Ein Buch wie ein Hammer

Schlußendlich geht es bei jedem Kunstwerk aber um nur eines: es soll verflixt nochmal nicht langweilen, was schon die Maxime des Filmgenies Billy Wilder war. Und somit komme ich zum Punkt und verlaute: „Serotonin“, das neue Buch des französischen Bestsellerautoren Michel Houellebecq (MH), ist einfach der Hammer und sein bislang bestes Buch. Weil es genau das nämlich nicht ist, je langweilig.

Zum Inhalt: Florent-Claude Labrouste (46), der Held des Romanes (335 Seiten), der sein Geld im Landwirtschaftsministerium von Frankreich verdient, hat endgültig genug von der Mittelmäßig- und Sinnlosigkeit seinem nichtssagenden Daseins, knallt sich mit Alkohol und einem neuen Antidepressiva zu - mit der Konsequenz, dass sein Libido nunmehr auch noch versagt und ihm gar nichts mehr bleibt, als alles in seinem Leben aufzulösen, Beziehung, Job, Wohnung, und sich auf einen Roadtrip zu machen, um ins Innere seiner bedauernswerten Existenz zu gelangen.

Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“

Was er dort findet, soll hier nicht verraten werden, nur soviel: die Reise dorthin lohnt sich Seite für Seite. MH hält - insbesondere - dem männlichen Geschlecht den Spiegel vor und darüber hinaus der Gesellschaft, aber nie mit erhobenen Zeigefinger, so klein-klein macht sich MH nie.

Aber: In „Serotonin“ bedient MH seine Leser aufs Feinste, er enttäuscht sie nie, weiß er doch genau, was sie mittlerweile von ihm verlangen, 24 Euro wollen wohl investiert sein. Also: 1. Der Held ist wie immer bei MH eine arme Wurst, die sich nur durch Alkohol und „Muschi, Muschi und noch mehr Muschi“, mit eines der Lieblingsworte von MH, am Leben hält.

(Dabei wage ich zu behaupten, dass MH einer der wirklich wenigen wahren feministischen Autoren ist, strahlen seine Frauen, auch wenn sie kurz vor dem äußeren Verfall sein mögen, Würde und Authentizität aus. Seine Männer nie.)

2. Das Leben ist sinnlos, gerne zitiert MH die großen Philosophen - Schopenhauer, etc. - die man aber nicht gelesen haben muß, um seine Anspielungen zu verstehen. Dafür gelingt es MH zu elegant, Hoch- Mittel- und Tiefkultur miteinander zu vereinen, es ist für jeden etwas dabei, Angst vor Unterhaltungsliteratur hat der Autor nicht.

(3. Eigentlich MHs Umgang mit dem Islam, um es ganz vorsichtig auszudrücken, aber der spielt hier keine wirkliche Rolle.)

4. Dafür die unendliche Bürokratie seitens der EU und der Länder im Großen und Ganzen. Dafür wurde MH schon oft kritisiert, gar als EU-Feind deklariert, als Rechter auch, was Unsinn ist, MH ist weder rechts noch links, sondern in seiner eigenen Kunstwelt unterwegs, was ihn ja als Autoren so faszinierend macht, weil er eben in keine Schublade passt und einen Humor hat, mit dem sich viele Deutsche schwertun, leider, ist er doch so subtil, wie man es von deutschen Autoren erhoffte, statt sich bei ihnen zu langweilen, weil es ihnen oftmals an Fantasie und eben Humor fehlt. (Die Liste ist lang.)

Chaos und Gewalt und kein Hoffnungsschimmer auf Liebe

Die Übersetzung von Stephan Kleiner aus dem Französischen ist wohl gelungen und schafft es immer wieder zum Ausdruck zu bringen, wonach sich die Menschen in MHs Buch - wie auch in seinen anderen Werken - sehnen: nach Liebe nämlich, wie sie immer wieder enttäuscht werden, sich selbst täuschen und täuschen lassen oder wie die Welt um sie herum im Chaos und Gewalt versinkt, und jeden kleinen Hoffnungsschimmer auf Liebe im Keim erstickt.

Nichtsdestotrotz, MH ist kein Nihilist, vielleicht ein Agnostiker, und schon gar kein Misanthrop, vielleicht eher ein Romantiker, ein wenig desillusioniert und sogar viel. Und so hofft der Leser auch bei „Serotonin“, dass alles auf ein happy ending hinausläuft. Ich finde das tut‘s. Auf die gewisse MH-Weise, unverwechselbar eben. Und darauf einen Dujardin...

„Serotonin“ ist im DuMont Buchverlag, Köln, erschienen.

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20.01.2019

GFDK - Reden ist Silber

Die #MeToo Debatte macht alle platt. Ganze Branchen rechnen mit ihren Stars ab: Hollywood, Schauspieler, Musiker, Dirigenten, Kultur, Ausstellungsmacher, Kuratoren, Medien, Journalisten, Mode, Sport und auch die Wirtschaft.

Nun ist einer der größten Stars der US-Musikszene, der R&B-Sänger R. Kelly, dran. Wie lange sein Welthit "I Believe I Can Fly" noch zu hören ist, der bisher 103.724.420 Aufrufe hat, dürfte schon besiegelt sein.

Der unangreifbare Superstar wurde zu Fall gebracht

Kellys Label RCA und dessen Mutterhaus Sony Music haben die vorzeitige Auflösung des Vertages mit dem Musiker mitgeteilt, nachdem in einer 6-teiligen Doku etliche Frauen den R&B-Sänger R. Kelly beschuldigten, sie mißbraucht zu haben.

Die sechsteilige Serie "Surviving R. Kelly", die der US-Sender "Lifetime" Anfang Januar 2019 ausstrahlte, brach ihm nun das Genick. Sony Music bekam eiskalte Füsse und hat sich vom Acker gemacht.

Die Doku wurde wie eine Anklage konstruiert, und das ist zumindest bedenklich. Auf der RCA-Website wurde Kellys Name bereits ins Nirvana versenkt. Angefangen hatten die Vorwürfe als er die damals 15-jährige Sängerin Aaliyah heiratete. Diese kam im Alter von 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Bei Wikipedia steht: "Am 15. Juni 2008 wurde Kelly sechs Jahre nach Anklageerhebung vom Vorwurf der Kinderpornografie freigesprochen. Zwölf Geschworene eines Bezirksgerichts in Chicago befanden Kelly in allen 14 Punkten der Anklage für unschuldig.

Er war angeklagt gewesen etwa zehn Jahre zuvor Geschlechtsverkehr mit einer damals 13-Jährigen gehabt und dies auf Video aufgenommen zu haben. Hauptbeweisstück war das Videoband, das ihn mit dem Mädchen zeigen sollte. Kelly und das angebliche Opfer bestritten in dem Prozess erfolgreich, die darin gezeigten Personen zu sein."

Seine Fans sind nicht sonderlich beeindruckt

Der Quotendienst Nielsen meldete, dass sich die Streams für Kelly-Songs nach der Dokumentation mehr als verdoppelt hätten, von zuvor 870.000 auf 1,7 Milionen pro Tag. Trotzdem findet die Kampagne #MuteRKelly, die Kellys Stimme zum Schweigen bringen will, neuen Zuspruch. Immer mehr Stationen blenden ihn aus.

"Wer noch R. Kelly spielt, sollte sich schämen", schrieb die "Chicago Sun-Times". "Der Rattenfänger des R&B sollte keinen Penny mehr verdienen." Gut, Pennys hat er schon genug.

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17.01.2019 Knapp 252.000 Kinder

GFDK - Reden ist Silber

Gabor Steingart schrieb in seinem Morning Briefing: Deutschland ist wahrscheinlich nicht das großartigste Land auf dieser Erde. Aber mit Sicherheit das großzügigste. 2018 hat der deutsche Staat 402 Millionen Euro an Kindergeld ins europäische Ausland überwiesen. 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Knapp 252.000 Kinder wären das, die damit Hilfszahlungen aus Deutschland beziehen. 2012 waren es nur rund 75 Millionen Euro, die auf diese Art nach Polen, Rumänien oder andere Länder transferiert worden sind. Zwei Erklärungsmodelle bieten sich an: Entweder beteiligen sich immer mehr Menschen am Sozialbetrug oder im Ausland fand eine wundersame Kindervermehrung statt.

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17.01.2019 AFD Prüffall

GFDK - Reden ist Silber

Die politische Klasse in Deutschland der Gegenwart, verweigert sich wahrzunehmen, dass die AfD schon lange die Debatten im Bundestag, ja in ganz Deutschland bestimmt. Die sogenannte wehrhafte Demokratie ist gerade dabei vollkommen zu versagen. Die Partei als "Prüffall" einzustufen ist der falsche Weg. Viele, die auch nur den geringsten Zweifel an unserem Rechtsstaat haben, werden so in die Hände der AfD getrieben.

Die AfD ein Sammelbecken für Rassisten?

Die Parteien haben keine tauglichen Argumente. Sanktionen und Verbieten sind ein Zeichen der Schwäche, von mangelndem Problemverständnis und fehlender Strategie. Die AfD sitzt im Bundestag und mittlerweile in allen 16 Landtagen. In Ostdeutschland ist sie sogar zu einer Volkspartei aufgestiegen.

Die AfD wäre ein Sammelbecken für Rassisten, die auf Minderheitenrechte pfeifen und die Stimmung im Land gezielt vergiften, so die Meinung der meisten Medien und Politiker.

Dass der stellvertretender Vorsitzende der Grünenfraktion im Bundestag, Konstantin von Notz, diese Entscheidung begrüßt, sollte niemanden wundern. Der Innenpolitiker der Grünen unterstellt der AfD sogar Verbindungen ins rechtsextreme bis terroristische Spektrum.

In einigen Kommentaren in den Sozialen Medien wurde sogar die Anwendung des Artikel 18 GG ( Verwirkung von Grundrechten) gefordert. Methoden, die bisher nie angewandt wurden wie Vermögensentzug, Reiseverbote und Einschränkung der Bewegungsfreiheit,

Verbot öffentlicher Auftritte, all das könnte das BVerfG gegen Einzelpersonen der AfD verhängen. Radikaler geht es wohl nicht mehr, und man müßte sich schon Fragen, wer hier die Feinde der Demokratie sind.

Kommentare von AfD Politikern

AfD-Bundessprecher Prof. Dr. Jörg Meuthen MdEP: "Nachdem man unsere Partei monatelang geprüft hat, erklärt der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dass man die Partei nun zum Prüffall erkläre. Das ist ebenso bizarr wie die vermeintlichen Argumente, die zur Rechtfertigung dessen vorgebracht werden, denn keines davon trägt. Wir sind Rechtsstaatspartei und stehen uneingeschränkt hinter der FDGO. Mögen sie also prüfen, am Ende wird nichts dabei herauskommen."

AfD-Bundessprecher Dr. Alexander Gauland MdB: "Wir leben Gott sei Dank noch immer in einem Rechtsstaat und werden gegen diese Art von Verdachtsprüfung juristisch vorgehen. Die Argumentation von Herrn Haldenwang ist durchgehend nicht tragfähig. Zu der Entscheidung hat nach unsrer Meinung ein gewisser politischer Druck geführt."

AfD-Vorstand Dr. Alice Weidel MdB: "Wir wissen nun, warum Hans-Georg Maassen als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz seinen Hut nehmen musste. Und zwar, um den Weg frei zu machen, damit die AfD nun zum Prüffall erklärt werden kann."

Dr. Roland Hartwig MdB, Leiter Arbeitsgruppe VS: "Es ist überraschend, wenn nach Monaten der Prüfung verkündet wird, dass nun weiter geprüft wird. Das ist eigentlich keine Information, denn geprüft wird ja schon seit Monaten. Es zeigt, dass die gegen uns zusammengetragenen Informationen in keiner Weise ausreichen, um gegen uns weiter beobachtend vorzugehen."

JA-Vorsitzender Damian Lohr MdL: "Die Junge Alternative hat in der Vergangenheit klar und deutlich gezeigt, dass sie konsequent gegen Personen, die sich nicht im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegen, vorgeht. Das Vorgehen gegen die JA ist reine Willkür."

Schlußpunkt

Wir sagen mal so: Der Art. 21 GG ist ja auch noch da. Der erklärt einiges. Das Parteienprivileg des Art. 21 GG stattet die politischen Parteien in Deutschland wegen ihrer besonderen Bedeutung für die parlamentarische Demokratie mit einer erhöhten Schutz- und Bestandsgarantie aus.

Insbesondere legt Art. 21 Abs. 4 GG die Entscheidung über die Verfassungswidrigkeit einer politischen Partei ausschließlich in die Hand des Bundesverfassungsgerichts. Bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist von der Verfassungsmäßigkeit der Partei auszugehen.

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15.01.2019 bis an die Zähne bewaffnet

GFDK - Reden ist Silber

Wir haben es ja alle mitbekommen, die Medien haben auf allen Kanälen lautstark berichtet. Das ganze hörte sich wie ein riesiger Schlag gegen die Clankriminalität an. In Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen und Gelsenkirchen waren 1.300 Polizisten, bis an die Zähne bewaffnet und unzählige Staatsanwälte, im Einsatz.

Im gesamten Ruhrgebiet zugeschlagen

Hunderte Kräfte aus anderen Behörden waren auch dabei. Das hört sich erst einmal großartig an, ist das so? Sogar der Innenminister Herbert Reul war persönlich dabei. Er sprach vom größten landesweiten Einsatz gegen die Clans.

Wohlmöglich könnte es sogar der größte Einsatz in der Geschichte der Bundesrepublik sein. 1.500 Menschen wurden in dieser Nacht kontrolliert mit einen sehr mäßigem Erfolg. Nur in zwei Fällen wird geprüft, ob ein Haftbefehl beantragt wird.

Der Löwe ohne Zähne

Der Kriminologe Thomas Feltes von der Ruhr-Universität Bochum zog den Sinn der Aktionen in Zweifel. „Generell sind solche Großrazzien eher eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme, als eine angemessene kriminalpolizeiliche Maßnahme“, sagte der Professor. Wir meinen: Man kann den Einsatz auch so zusammenfassen - Der Löwe hat gebrüllt, aber keiner hat sich erschrocken.

Ruhestörung bei arabischen Großfamilien

Gabor Steingart rückt das mal zurecht. 1.300 Polizisten sind im Ruhrgebiet in der Nacht zu Sonntag ausgerückt, um in Shisha-Bars, Wettbüros und Teestuben den Drogen-Dealern, Schleppern und Geldwäschern einen Schrecken einzujagen. Mit dieser Großrazzia, sagt NRW-Innenminister Herbert Reul, wolle er zeigen: „Wir lassen die nicht in Ruhe – zu keiner Zeit und an keinem Ort.“

Gewöhnt wie die Kuh an die Fliege

Diese Ruhestörung, die lediglich 14 Festnahmen brachte, ist für die Clans unbequem, aber nicht bedrohlich. Ihre Strukturen werden getestet, aber nicht zerstört. Das Paralleluniversum der real existierenden Schattenmächte in Deutschlands Städten hat sich an die Großrazzia gewöhnt wie die Kuh an die Fliege.

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11.01.2019 Ruchlosigkeit und Einschüchterung

GFDK - Reden ist Silber

Gabor Steingart hat die so beschrieben:

1. Ruchlosigkeit. Dieser Mann zuckt vor nichts zurück. Nicht vor den Europäern oder der NATO. Selbst bewusste Fehlentscheidungen, wie im Falle des Syrien-Rückzugs, nimmt er in Kauf, wenn er sich davon einen Geländegewinn im innenpolitischen Stellungskrieg verspricht.

2. Direkte Kommunikation. Andere sprechen, er kommuniziert. Im Grunde besteht dieser Mann zu hundert Prozent aus Public Relations: Seine Unterstützer streichelt er mit Worten, um sie in unregelmäßigen Abständen bis zur Ekstase zu treiben. Das Wort Kompromiss kommt nicht vor: „My way or the Highway.“

3. Einschüchterung. Bei den Demokraten, die Trump im nächsten Präsidentschaftswahlkampf herausfordern müssen, ist noch immer kein Gegenspieler erkennbar. Jeder Kandidat weiß ja, was ihm blüht: Trump will seine Gegner nicht kritisieren, er will sie vernichten. Die US-Wahlkampfstrategen nennen das Pitbull-Politics. Das wichtigste Instrument: die Charakterattacke.

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11.01.2019 Kulturschaffende sind Einzelkämpfer

GFDK - Reden ist Silber

Dank der modernen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten hat sich im Kunst- und Kulturbetrieb ein Netz von sozialen Beziehungen gespannt, das in seinen Ausdehnungen und seiner Dichte stark zugenommen hat. Die digitalen Medien und die zunehmende Mobilität haben diesen Prozess intensiviert.

Auf Seiten der Akteure des Kunstbetriebs findet sich daher häufig die Einschätzung, dass der Bereich der Kunst und Kultur bereits global vernetzt ist. Dem ist jedoch nicht so.

Viele Kunst- und Kulturschaffende sind Einzelkämpfer und von gelebter Vernetzung weit entfernt. Die Gesellschaft der Freunde der Künste - GFDK beschreitet jetzt einen  weiteren Weg um Kreative in ein Netzwerk einzubinden.

Botschafter der Gesellschaft der Freunde der Künste

Jetzt beschreitet die Gesellschaft einen weiteren Weg, um Kreative in ein Netzwerk einzubinden. Mit der Aktion Botschafter der Gesellschaft Freunde Künste macht das Internetportal  www.freundederkuenste.de einmal mehr einen Vorstoß, Kultur in Deutschland zu erhalten und zu fördern.

„Die kulturelle Vielfalt in Deutschland ist ohne die Arbeit der freiberuflichen Kunst- und Kulturschaffenden nicht denkbar. Deshalb ist es wichtig, dass die Leistungen dieser Menschen auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, so Gottfried Böhmer.

Unsere Botschafter sind Kreative, die wie wir daran arbeiten, das Kulturgut in unserem Land zu erhalten, zu fördern und zu stärken. Ihnen geben wir jetzt eine in dieser Form einzigartige Plattform“, so Böhmer weiter. 

In Zeiten bröckelnden Sozialstaates, wirtschaftlicher Krisen, wachsender Armut ist auch ein dramatischer Verfall humaner und kultureller Werte zu konstatieren. Dazu gehört besonders die Vernachlässigung der ästhetischen Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen.

Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette

Es braucht engagierte „Botschafter“, die hier im Sinne der Kultur entgegenwirken. Die Kreativen, die am Anfang der kulturellen Wertschöpfungskette stehen, haben  ein großes Interesse, ihr Schaffen zu vermitteln.

Sie brauchen Unterstützung und Vernetzung, um Ihre schöpferische Arbeit in die Gesellschaft zu tragen und auf diese Weise etwas zu bewirken.

Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind Menschen, die für eine künstlerische oder kulturelle Idee tätig sind. Es sind Bildende KünstlerInnen, AutorInnen, FotografInnen, MusikerInnen, SchauspielerInnen und Kulturschaffende aller Professionen.

Obwohl die Mehrzahl von ihnen selbst in einem existentiellen Spagat lebt, schaffen sie für den Einzelnen und für die Gesellschaft einen Mehrwert. Der findet zwar die verbale Anerkennung der Politik, lässt sich aber in der Wirklichkeit immer schwerer umsetzen.

„nice to have“

Allerorten werden Theater geschlossen, städtische und staatliche kulturelle Förderung gekürzt und gestrichen. Kunst und die Kultur sind auf dem verheerenden  Wege, für die Mehrzahl der Politiker und der Bevölkerung zu einem bloßen  „nice to have“ zu werden.

Der Niedergang von Theatern, freien Kultureinrichtungen, Galerien und Bibliotheken wird am deutlichsten in den Städten und Kommunen, die den Hauptanteil der Kulturfinanzierung in diesem Land tragen.

Die gelebte Realität – ist Schweigen

Die Instabilität auf allen Ebenen der Gesellschaft und der Moral reißt die Kultur mit – sie geht buchstäblich den Bach runter. Längst nähert sie sich einer kritischen Marke, die gesetzlich verankerte Kultur- und Bildungspflicht ist tatsächlich nur noch gesetzlich verankert,  die gelebte Realität – ist Schweigen.

Umdenken und Umkehr tut not.

Vernetzung und zielgerichtete Kommunikation sind erste Schritte um Kunst- Kulturschaffenden in der Außenwahrnehmung eine Lobby und damit Unterstützung für ihre Arbeit zu geben“, sagt Gottfried Böhmer, „sie sind diejenigen ohne die sich weder die Kunst noch die Kulturwirtschaft entwickeln.

Ohne sie und ihren Einsatz für Kunst und Kultur ist eine facettenreiche Kulturnation überhaupt nicht denkbar.“

Die Botschafter der Gesellschaft Freunde der Künste sind nicht nur Boten für die Erhaltung und Förderung unserer Kulturlandschaft, sie sind Netzwerker, indem sie andere Kreative als Botschafter gewinnen und so den Kreis initiativer Menschen, die kulturell bedeutsame Impulse in die Gesellschaft tragen, erweitern.

Ihr Engagement schafft einen Mehrwert, den Deutschland dringend nötig hat. Wie sagte einst Theodor Heuss:

"Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht mit Kultur Politik."

Einen Versuch ist es wert.

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09.01.2019

GFDK - Reden ist Silber - Michael Stückl

Das neue Jahr ist erst ein paar Konzerte alt, da muss ich mich über einen Kollegen ärgern. Das passiert mir nie, denn Jazzveranstaltern geht es ja von Natur aus darum, diese Musik möglichst häufig auf die wenigen Bühnen zu bringen, die den vielen großartigen Musikern verbleiben.
 
Natürlich verbietet es sich irgendwie, dass ein internationaler Musiker sich in einem Ort wie München mehrere Veranstalter sucht und seinen eigenen Konzerten Konkurrenz macht. Wenn der Exklusivitätsanspruch jedoch soweit geht, dass ein Künstler im gleichen Jahr nicht in einem Radius auftreten darf, der mit dem Auto nur in etwa 1 1/2 Stunden erreichbar wäre, dann geht das zu weit.

Es gibt sogar ein österreichisches Festival, das den auftretenden Künstlern verbietet, innerhalb eines Zeitraums von mehreren Monaten vor oder nach dem Festival, irgendwo anders in ganz Österreich zu spielen. Sprachlich ist das Thema auch ganz interessant. Vom Musiker wird ein Jazz-Veranstalter "promoter" genannt, also "Förderer".

Wenn man den "Veranstalter" direkt übersetzen wollte, käme etwas anderes heraus. Vielleicht ein "organizer". Es gibt aber nach den obigen Beispielen wohl Jazzveranstalter, die eigentlich keine "jazz promoter" sind sondern eher "jazz obstructors".

Denn eigentlich ist es doch ein Wahnsinn, wenn wir auf unserer Bühne ganz oft ankündigen dürfen, dass ein Musiker sein einziges Konzert in Deutschland bei uns gibt und das nicht nur an einem Mangel an Spielstätten sondern auch an einem Konkurrenzdenken zwischen diesen liegt.

Seit Flüge meist billiger sind, als vergleichbare Bahnreisen, kommt es auch zu abenteuerlichen Tourverläufen quer durch Europa wie: Warschau, Bari, Tampere, München, Barcelona, Oslo, Rom, Amsterdam, Budapest, Tallin, Istanbul.

Größere Strecken sind im kleinen Europa kaum denkbar. Ökologischer und natürlicher wäre doch: Freiburg, Stuttgart, Augsburg, München, Rosenheim, Salzburg, Linz, Wien und dann vielleicht nach Budapest. Ein "Take the green train" eben.


Und irgendwie wäre ja auch schwer vorstellbar, dass ein Musiker, wenn er in einem Jazzclub in Manhattan spielt, 6 Monate danach nicht Brooklyn spielen darf.

Michael Stückl
und das Team der Unterfahrt

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06.01.2019 Migrantenanteil nicht umkehrbar

GFDK - Reden ist Silber

In der eigenen Partei war sie die „Türkenbärbel“, Einwanderer nannten sie „große Schwester“. Die Dame glaubt sogar, Sie sei das Vermächtnis von Richard von Weizsäcker.

Wie sie darauf kommt, wissen wir nicht. Wer bei Google nach Barbara John sucht, wird überschüttet mit Artikeln von der "taz" und dem "tagesspiegel", immer geht es um Migration und die Rechte der Flüchtlinge etc, von den Rechten der Einheimischen ist bei ihr kaum oder nie die Rede.

Ein Artikel erregte 2018 besonders die Gemüter in den Sozialen Medien. Am 6. August 2018 schrieb Barbara Jons für der "Tagesspiegel", dass die Deutschen im eigenem Land bald in der Minderheit sein würden und das wäre auch nicht so schlimm. Das haben nicht alle so gesehen.

Die Deutschen sollen keine Angst davor haben, in Städten zu leben, in denen Einwanderer die Mehrheit stellen, erklärte die langjährige CDU-Politikerin und frühere Berliner Ausländerbeauftragte, Barbara John, in einem Gastbeitrag der Zeitung "Tagesspiegel".

John schrieb weiter, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis in Deutschland in größeren Städten Menschen mit Migrationshintergrund die Bevölkerungsmehrheit stellten.

Dies sei bereits in Frankfurt am Main der Fall. Als nächstes würden voraussichtlich Stuttgart und Augsburg folgen. Wie das Statistische Bundesamt vergangene Woche mitteilte, habe bereits jeder vierte Einwohner Deutschlands ausländische Wurzeln.

"Der Trend zum rasant wachsenden Migrantenanteil ist nicht umkehrbar", lässt uns die 80-jährige Christdemokratin wissen. Es brauche aber deshalb niemand Angst zu haben. Dies beweise zum Beispiel ein Blick auf Rotterdam oder Amsterdam, wo Einwanderer bereits die Mehrheit bildeten.

Deutsche sind bedeutungslose Minderheit

"Es zeigte sich, dass die größte Angst vieler Ur-Einheimischer unbegründet war, sie würden nun selbst zu einer bedeutungslosen Minderheit werden. Es war ein Irrtum zu glauben, es gäbe eine neue Mehrheit, die an ihre Stelle tritt.", sagt die Berlinerin.

Es bestehe schließlich die neue Bevölkerungsmehrheit aus vielen bildungsmäßig, ethnisch, religiös, kulturell und wirtschaftlich unterschiedlichen Einwanderergruppen, die teilweise auch untereinander zerstritten seien. So bildeten sich neue politische Allianzen jenseits von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

 „Abla“, „große Schwester“ titulierten die türkischen Zeitungen sie lobend; die eigene Partei  (CDU) gab ihr den weniger schmeichelhaften Namen „Türkenbärbel“.

Foto: Harald Bischoff

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03.01.2019 Fachkräfte gesucht

GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger kritisiert, dass seit 2015 rund eine Million Zuwanderer neu in Hartz IV gefallen seien. Na, da können wir nur sagen, aber Hallo Herr Steiger, da hätten sie sich mal 2015 zu Wort melden sollen, als damals schon viele Wirtschaftswissenschaftler der Meinung waren, dass es sich bei den Flüchtlingen keineswegs um Facharbeiter, Ärzte, Ingenieure und Raketenbauer handelt, wie es die Politik und die Medien uns verkaufen wollten.

Neue Wortschöpfung - Relotiuspresse

Noch 2017 jubelte der "tagesspiegel" , dass fast zwei Drittel einen Schulabschluss hätten. 35 Prozent hätten sogar eine weiterführende Schule abgeschlossen. Diese Zahlen aus einer Befragung von knapp 5000 Erwachsenen-Geflüchteten, so der tagesspiegel, würden ein vollkommenes anderes Bild von dem Bildungsgrad der Flüchtlinge zeichnen.

2018 stellt sich heraus, 80 Prozent der Flüchtlinge sind Analphabeten. Nix mit Schulabschluß und Fachkraft.

2. Dezember 2019 - Der CDU-Wirtschaftsrat sieht nach wie vor erhebliche Defizite bei der Integration der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge. Generalsekretär Wolfgang Steiger sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Aussage „Wir schaffen das“ von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aus dem Herbst 2015 sei „leider pauschal bis heute nicht erfüllt. Ich warne davor, wieder in die damalige Blauäugigkeit zu verfallen.“

Weiter meinte er: „Zur ganzen Wahrheit gehört, dass seit 2015 rund eine Million Zuwanderer neu in Hartz IV gefallen sind.“ Dieser Zusammenhang werde in den Debatten regelmäßig unterschlagen. „Gerade unser gutes Sozialsystem zieht ja offensichtlich Flüchtlinge aus der ganzen Welt an.“

Ja, da fragen wir uns, wo war denn der CDU Wirtschaftsrat als es um die Abstimmung des UN-Migrationspakt ging?

In der „Welt am Sonntag“ war ein umfassender Artikel von Herausgeber Stefan Aust erschienen, der den UN-Migrationspakt untersucht und eine in dieser Präzision bisher nicht veröffentlichte Abrechnung mit Merkels Migrationspolitik enthält. Aust hat die Protokolle der UN-Unterhändler ausgewertet und ihre schriftlich hinterlegten Motive studiert. Die fünf wichtigsten Schlussfolgerungen seiner Analyse:

1. „Der UN-Migrationspakt verzaubert wie mit Aladins Wunderlampe illegal Zugereiste in legale Einwanderer mit vollem Zugriffsrecht auf die Leistungen des Sozialstaats.“

2. „Der Lockruf des Geldes dürfte nachhaltige Folgen haben: auf die Zahl der Zuwanderer und damit auch auf die Stabilität des Sozialstaates.“

3. „Der Pakt geht von einer Gleichrangigkeit der Sitten und Gebräuche aus. Er unterschlägt die Realität der gegenwärtigen Migration und ihrer Schattenseiten.“

4. „Die Rechte der Bevölkerung eines Zielstaates spielen praktisch keine Rolle.“

5. „Die Sogwirkung des Papiers dürfte mindestens so groß sein wie die der Willkommenskultur im Herbst 2015.“

Gabor Steingart: Es gilt das Motto von Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut! Und wenn es nicht gut wird, dann war’s noch nicht das Ende.“

Und: "Den Erfahrungen der Bürger im Zusammenleben mit den Migranten wird der Status als Tatsache aberkannt. Und der Souverän fühlt sich von seinem parlamentarischen Dienstleister nicht bedient sondern verraten".

Recherchen der WELT AM SONNTAG hatten ergeben, dass Deutschland an der Ausarbeitung sowohl des UN-Migrationspaktes als auch des Flüchtlingspaktes der Vereinten Nationen weit stärker beteiligt war als das Kanzleramt bisher eingeräumt hat. Die Bundesregierung habe dazu ihre Zusammenarbeit mit den zuständigen UN-Organisationen „weiter intensiviert“, heißt es in einem Dokument des Auswärtigen Amtes.

Zum Schluß noch einmal Gabor Steingart: "Um es mit dem irischen Schriftsteller George Bernard Shaw zu sagen: „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“

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