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16.10.2019 Politisch unkorrekt

Das Volksleiden der politischen Korrektheit

von: GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach fand heraus: Annähernd zwei Drittel der Bürger sind überzeugt, man müsse heute „sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich wie äußert“. Denn es gebe viele ungeschriebene Gesetze, welche Meinungen akzeptabel und zulässig sind.

Zum Beispiel: Sagen Sie niemals, die ist jung, hübsch, weiblich und verfügbar, auch wenn das stimmt, bekommen Sie mit Sicherheit großen Ärger. Einzig Henryk M. Broder dürfte so etwas noch in Deutschland sagen. Gott sei dank gibt es noch kein Denkverbot.

Alexander Reinhardt ist reichlich unkorrekt

Der Airbus Chef-Lobbyist Alexander Reinhardt hält nicht so viel von politischer Korrektheit und beweist das auch, in dem er sagt, was er von den radikalen Klimaschützern der Extinction Rebellion hält, wie WELT-Online berichtete.

In einer Diskussion auf Twitter drohte er ihnen auf Englisch, „@ExtinctionR-D u better NOT get in my way!!!!!“ – sie sollten sich ihm besser nicht in den Weg stellen.

Daraufhin erfolgte am Sonntagabend eine längere Diskussion auf dem Kurznachrichtendienst, bei der Reinhardt die Konfrontation suchte, etwa mit der Aussage „Komm her, wenn Du Eier hast“.

Oder: „Eure faschistoide Logosprache passt nahtlos zu Eurem diktatorischen Absolutheitsanspruch, der Eure Partikularinteressen rücksichtslos über das Allgemeinwohl stellt“. Im nächsten Satz zog er noch einen Quervergleich zur aktuellen Sicherheitslage: „Mit der gleichen Logik marschiert die Türkei gerade in Nordsyrien ein.“

Er schrieb weiter: „Hatten wir hier im Land leider vor 80 Jahren auch schonmal. Daher bekämpfenswert: Ihr verlasst demokratische Grundwerte – die Freiheit der anderen vor allem.“

Auf eine Frage an den Cheflobbyisten, wie er das denn meine, also ob er „uns nur mit dem Dienstwagen überfahren oder auf die Waffensysteme zurückgreife, die Airbus so herstellt?“, antwortete Reinhardt: „Was immer nötig ist, geht lieber arbeiten.“

Die radikalen Blockierer würden Bürger von der Arbeit abhalten, indem sie sich moralisch über andere überhöhten. „Dabei zahlen die ihre Arbeitslosenbeiträge“, so Reinhardt.

Reinhardt meinte später, "es handele es sich um die „private Sorge vor dem Entzug von staatsbürgerlicher Freiheit durch eine nichtstaatliche Organisation. Für die Tonalität entschuldige er sich.

Der politisch korrekte Konzern geht in die Knie

Der Konzern selbst distanzierte sich am Montag von Reinhardts Äußerungen. „Airbus möchte klarstellen, dass die von einem unserer Mitarbeiter am Wochenende via Twitter geäußerten Inhalte sowie die verwendete Sprache gegenüber Extinction Rebellion unangemessen waren und nicht die Meinung des Unternehmens widerspiegeln“, hieß es in einer Stellungnahme. Das war ja auch nicht anders zu erwarten.

PS: Leider wurde das mittlerweile alles gelöscht. Wir hätten gerne die gesamten Antworten von Extinction Rebellion gelesen. Welt-Online hat die aber mal vorsichtshalber nicht veröffentlicht. Das wird schon seinen Grund haben.

Die linke TAZ schreibt: Alexander Reinhardt hat Aktivist*innen der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion auf Twitter massiv bedroht und beleidigt.

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