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27.08.2019 Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Fleischindustrie tötet die Wildtiere - Feuer im Amazonas Regenwald

von: GFDK - Reden ist Silber

Vor einigen Tagen laß ich einen Artikel in der FAZ, der mich stundenlang so traurig gestimmt hat, dass der ganze Sonntag für mich erledigt war, weil mir ein Bild nicht mehr aus dem Kopf ging, auch heute noch nicht.  Die grüne Lunge der Welt ist in Lebensgefahr, und mit ihr die ganze Tierwelt.

Verbrechens gegen die Menschlichkeit

Der bedeutendste Naturfotograf Brasiliens Araquém Alcântara hat einen Artikel zu den Bränden im Amazonas Regenwald geschrieben. Was diese Brände für die einheimiche Tierwelt bedeuten, ist erschütternd, und es bleibt einem alles im Hals stecken.

Er schreibt: "Ich war dort und habe es gesehen. Und ich habe fotografiert. Ich bin Augenzeuge dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit." Dazu veröffentlichte Araquém Alcântara ein Foto, welches das ganze Leid der Tierwelt symbolisiert. Beim Anblick dieses bildes brennt jedem Tierliebhaber und Tierschützers die Seele.

Das Foto des erblindeten Ameisenbären in Abwehrstellung ging um die Welt und ist zum Sinnbild geworden. Am 19. August, dem Weltfotografietag, hat er das Foto des Ameisenbären veröffentlicht. Er war verbrannt, blind, erschöpft, schreibt er.

Doch als er mich spürte, richtete er sich auf, um sich zu verteidigen. Der Ameisenbär, den es nur hier gibt, steht für den Amazonas, der sich mit letzter Kraft zu verteidigen versucht.

Ein Fünftel aller 1,5 Millionen Pflanzen- und Tierarten der Welt lebt im Amazonasregenwald, und die werden gerade von Menschen vernichtet. Das muß aufhören. Da nützt es auch nichts, dass Papst Franziskus zum beten für den Wald aufruft, es muß gehandelt werden. PS: wo ist eigentlich diese Greta abgeblieben? Ach ja, die ist ja auf einer Luxusjacht um die Welt zu retten.

Gabor Steingart schrieb kurz und knapp: " Während die Staatenlenker im Luxushotel „Hôtel du Palais“ im Nobelbadeort der französischen Elite tagen, verbrennen edle Tropenhölzer und verkohlen seltene Wildtiere.

 Der Glaube an eine bessere Welt hat Feuer gefangen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der sich selbst „Kapitän Kettensäge“ nennt, hat die Rodung des Regenwaldes zum Teil seiner politischen Agenda gemacht.

Der Amazonas-Regenwald brennt – und diese Feuer werden sich bis zum Beginn der Regenzeit von keinem Militär und keiner Feuerwehr stoppen lassen. Das sagt der Filmemacher Nikolaus Tarouquella-Levitan, der für ARD, ZDF und Arte annähernd 30 Mal in die entlegensten Gebiete des Amazonas vorgedrungen ist.
Der Filmemacher gibt uns wenig Anlass zur Zuversicht. Seine Kernaussagen zu Gabor Steingart im Morning Briefing:
    

Das ist eine Katastrophe mit Ansage. Das war allen klar, nachdem Brasiliens Präsident Bolsonaro die Wahl gewonnen hatte, dass in der nächsten Trockenzeit Amazonien brennen wird wie nie zuvor. Er hat schon vor Amtsantritt die Farmer ermutigt, Schutzgebiete zu missachten. Er hat gesagt, das sind alles nicht gehobene Schätze, Amazonien muss erschlossen werden.“


Tarouquella-Levitan beschreibt die Erschließung des Regenwaldes wie folgt:
    

Erst holt man das Holz raus, dann brennt man das, was übrig ist, ab. Dann kommen die Rinder. Und wenn das Gras für die Rinder nicht mehr wächst, dann kommt das Soja hinterher mit sehr viel Chemie, häufig aus deutscher Produktion. Bayer macht wunderbare Geschäfte in Brasilien.“


Über seinen Gemütszustand lässt uns der Filmemacher nicht im Zweifel:
    

Ganz ehrlich, ich bin verzweifelt. Das ist schrecklich, was da passiert. Es gab in den letzten 50 Jahren keinen Moment, wo sich mal für Amazonien irgendetwas zum Guten gewandt hätte. Die Zerstörung wurde höchstens mal verlangsamt. Und jetzt ist sie wieder auf Vollgas. Das ist eine Katastrophe für die Menschheit."

Kommentar von Martina Stephany, Leiterin der Abteilung für Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN, zu den Feuern im Amazonas Regenwald und ihrer Verbindung zur Fleischindustrie:

„Täglich entfachen neue, außer Kontrolle geratene Feuer im Amazonas Regenwald und verursachen verheerende Schäden. Unzählige Wildtierarten fallen dieser Umweltkatastrophe zum Opfer.

Auch uns Menschen betrifft das, denn der Amazonas wird nicht umsonst als ‚grüne Lunge unserer Erde‘ bezeichnet und spielt eine tragende Rolle beim Aufhalten des Klimawandels.

Die Brandrodung ist eine traditionelle Vorgehensweise beim tropischen Ackerbau, um landwirtschaftlich genutzte Flächen und Weideflächen für Nutztiere freizumachen. Mehr als die Hälfte des Regenwaldes befindet sich in Brasilien, dem weltweit führenden Exporteur von Rindfleisch.

Im brasilianischen Regenwald leben rund 200 Millionen Rinder. Laut dem Global Forest Atlas der Yale School of Forestry and Environmental Studies ist die Viehzucht der größte Treiber der Waldzerstörung in jedem Amazonasland und macht 80% der derzeitigen Abholzungsraten aus.

Die Intensivtierhaltung verschwendet massive Mengen an Land, Futter, Energie und Wasser und verursacht weltweit das Leid von Milliarden von Tieren.

Wir Menschen müssen handeln, indem wir weniger Fleisch konsumieren, Fleisch durch pflanzliche Alternativen ersetzen und hohe Tierschutzstandards verlangen.

VIER PFOTEN betrachtet die Fleischindustrie, allen voran die Intensivtierhaltung, als eine der größten Hürden im Kampf gegen Klimawandel und sie ist auch für die Zerstörung des Regenwaldes durch die aktuellen Feuer mitverantwortlich.

Deshalb fordert VIER PFOTEN die großen Lebensmittelunternehmen auf, effektive Maßnahmen zu ergreifen, um solche Katastrophen zu verhindern, die Zahl der Tiere in der Massentierhaltung zu verringern und endlich den Planeten zu retten."

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