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08.09.2019 Die Gier nach Gold im Regenwald

Goldrausch im Amazonas-Regenwald - Die Gier nach Gold

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Als Sebastiao Salgado, der seine berufliche Karriere als Fotograf 1973 in Paris begann und für zahlreiche internationale Agenturen wie auch Magnum arbeitete, zum ersten Mal nach Serra Pelada kam, war er sprachlos.

Die Gier nach Gold im Regenwald

Vor ihm sah er ein riesiges Loch mit einem Durchmesser von vielleicht 200 Metern und fast genauso tief. In ihm ein Gewimmel von mehreren zehntausend Männern, kaum bekleidet.

Ungefähr die Hälfte von ihnen schleppte schwere Säcke über breite Holzleitern nach oben, während die anderen über schlammige Abhänge zurück in den Schlund der Grube rutschten. Natürlich wußte der Fotograf, was sie dort taten.

Sie suchten nach Gold

Und Salgado war zu dieser entlegenen Bergkuppe am Rande des Amazonas-Regenwaldes in Brasiliens nördlichem Bundesstaat Pará gereist, um sie zu fotografieren: in schwarz-weiß. Das war 1986, und verschaffte ihm ein Ansehen, das er bis zu diesem Zeitpunkt in der Welt der Dokumentarfotografie nicht hatte.

Alle wichtigen Zeitschriften dieser Welt veröffentlichten das Serra-Pelada-Portfolio. Daraus entstanden ist nun ein Buch, das schlicht „Gold“ heißt, im Taschen-Verlag (www.taschen.com) erschienen ist und 50 Euro (CHF 70) kostet, was absolut gerechtfertigt ist bei dieser Qualität eines Fotobuches.

Die 208 Seiten zeigen ein ganz außergewöhnliches Werk, ein biblisches Epos, das nur ein Ausnahmefotograf so einfangen kann. Die Fotos haben eine Unmittelbarkeit, die der Betrachter noch immer, über 30 Jahre nachdem sie aufgenommen worden sind, als absolut zeitgenössisch erlebt und fesselt.

Heute ist die Goldmine geschlossen, aber Salgados Aufnahmen lassen das überwältigende Drama des Goldrausches wieder aufleben, dass die Gier nach Gold so leicht nicht zu stillen ist und es scheint, als stünde die Zeit in schwarz-weiß irgendwie still.

„Gold“ gibt es übrigens auch als Collector’s Edition von 1.000 signierten Exemplaren für 800 Euro und als Art Edition von 100 Exemplaren und einem signieren Print, Preis auf Nachfrage. Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt...

Sönke C. Weiss

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