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08.11.2019 Spaß beim Lesen im Herbst

Herbstzeit ist Krimizeit - Butter bei die Fische, drei Krimi-Rezensionen von Sönke

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

„Messer“ heißt der neue Krimi des norwegischen Starautoren Jo Nesbo, in dem sich wieder alles um seinen Helden Harry Hole dreht, der Ehe und Karriere versoffen hat und sich als einfacher Ermittler auf die Jagd nach einem Serienvergewaltiger macht.

Aus den 575 Seiten trieft Testosteron, Männerschweiß und Erbrochenes, was manche Leser in einer tief anachronistischen Weise sicher anmacht, auf Dauer aber ermüdet.

„Messer“ ist bei Ullstein erschienen und kostet 24 Euro. Weitaus charmanter und subtiler ermittelt Martin Suters Gentleman-Gauner-Privatdetektiv Johann Friedrich von Allmen, Heino Ferch spielt diese Rolle übrigens sehr wohl in den TV-Verfilmungen dieser Reihe, auch in seinem sechsten Band „Allmen und der Koi“, in dem sich Allmen und sein Sidekick Carlos, der zu dieser Serie gehört wie Butter bei die Fische, nach Ibiza in die Szene der Koi-Sammler aufmachen.

Auf der Suche nach einem verschwundenen Exemplar, Wert: eine Million Euro, erleben die beiden allerlei Kurioses, womit sich der Autor offensichtlich auszukennen scheint.

Nicht umsonst sind die Allmen-Bücher große Erfolge, auch und gerade, weil sie nicht diese Brutalität transportieren, wie sie beispielsweise in „Messer“ geschildert wird, sondern immer wieder überraschen, ohne den Leser zu unterschätzen. 213 Seiten. Preis: 22 Euro, Verlag: Diogenes.

Aus diesem Hause kommt auch Dror Mishanis Thriller „Drei“, der in Tel Aviv spielt und von drei Frauen handelt, die alle im selben Mann etwas anderes suchen.

Auf was für dünnes Eis sie sich dabei begeben und wie tödlich die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit sein kann, erzählt Mishani in einer atemberaubenden Art und Weise, so dass man „Drei“ gar nicht mehr aus der Hand legen mag.

In Israel ist das Buch bereits ein Mega-Bestseller, eine Verfilmung ist geplant, was bei der Qualität des Buches kaum verwunderlich ist. Seit Dan Browns „Da Vinci Code“ habe ich so etwas Spannendes nicht mehr gelesen. 330 Seiten für 24 Euro. Absolut gerechtfertigt. 

Sönke C. Weiss

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