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13.11.2011 Der Gangsta-Rapper aus Bonn

Kommentar von Jennifer Nathalie Pyka - Bushido der fröhliche Musikant aus Berlin fickt den Rest der Welt und bekommt dafür einen BAMBI

von: Jennifer Nathalie Payka

Für Liebhaber gepflegter Fernsehkultur hat die Experten-Jury des BAMBI-Medienpreises heuer ein ganz besonderes Schmankerl auf Lager. Denn nachdem Arid U. gerade in U-Haft sitzt und die Führungsriege des Miri-Clans aufgrund unaufschiebbarer Waffendeals ebenfalls keine Zeit hatte, hat das erlauchte Gremium daher am Donnerstag dem Rapper Bushido mit dem „BAMBI für Integration“ gebührend Ehre erweisen.

Ein fröhlicher Musikant aus Berlin

Jawohl, das ist der fröhliche Musikant aus Berlin, dessen Vorstrafenregister sich nicht weniger poetisch als seine „Ich fick den Rest der Welt“-Lyrics liest und der in seinem ganzen Leben offenbar noch nie eine Frau, dafür aber ganz viele „Huren“, „Fotzen“ und „Schlampen“ getroffen hat.

Ein würdiger Preisträger?

Die Tatsache, dass Bushido nicht nur über einen Migrationshintergrund verfügt, sondern noch dazu eine schwierige Kindheit hatte, prädestinierte ihn dann endgültig zum würdigen Preisträger. Die Experten-Jury aus dem Hause Burda, die „das ganze Jahr das Ohr nah am Puls der Zeit hat“, begründet ihre Entscheidung wiefolgt:

„Der in Bonn geborene und in Berlin aufgewachsene Deutsch-Tunesier richtet seinen Appell für ein respektvolles Miteinander an seine Fans ebenso wie an Politik und Öffentlichkeit.“

Der Gangsta-Rapper aus Bonn

Exakt, denn wenn jemand weiß, wie das mit dem Respekt funktioniert, dann ist es wohl der Gangsta-Rapper aus Bonn. Zwar zeugen Strophen wie „Wir sind die drei die euch Zecken in den Zoo schicken / Die euch so ficken bis ihr euer Blut kotzt / Ich bin Berliner der nicht redet sondern zuboxt“ [sic!] weniger von Respekt gegenüber Mitmenschen, sondern vielmehr vom Geschick, sich mit Fäkalsprache Respekt zu verschaffen.

Aber vielleicht muss man hier einfach Milde walten lassen, zumal Herr Bushido mit dem Wort „Respekt“ immerhin schon was anfangen kann und sich seine Kenntnisse auf diesem Gebiet eventuell noch ausbauen lassen.

Mr. Arschfick

Insofern sollte man „Mr. Arschfick“ auch nachsehen, dass das mit dem Respekt gegenüber Frauen („Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund / Ein Schwanz in die Fotze, jetzt wird richtig gebumst“ [sic!]) und Homosexuellen („Ihr homosexuellen Arschgefickten Cracks“ [sic!]) bislang nicht ganz so gut klappt.

Er übt eben noch, weshalb der kleine Motivationsschub in Form eines goldenen Rehkitzes absolut zu begrüßen ist.

„Mit seinem eindringlichen Sprechgesang und oft provokanten Texten eroberte er die Hitparaden. (...) Seine Stimme findet Gehör, nicht nur bei Millionen Fans, sondern auch in den Medien.“

Na, das ist nun aber wirklich nicht verwunderlich. Schließlich ist Anis Mohamed Youssef Ferchichi nicht nur eine ungeheuer respektvolle Persönlichkeit, sondern zudem vehementer Israelkritiker sowie überzeugter Gegner der USA, was ihm natürlich beim deutschen Publikum inklusive der dazugehörigen Redaktionsstuben entsprechend Sympathiepunkte einbringen sollte.

Für ein Parlamentsmandat der Linkspartei

Denn mit Texten wie „Junge ich kotz, denn Amerika gefällt euch / für mich gibts nur eine Zahl und die is 11-9. (...) Und Amerika hass ich seit dem Golfkrieg (...) wenn ich will seid ihr alle tot / ich bin ein Taliban, ihr Mißgeburten habt nur Kugeln aus Marzipan [sic!]“ qualifiziert sich der Terrorversteher nicht nur schlagartig für ein Parlamentsmandat der Linkspartei, sondern auch für einen festen Platz im öffentlich-rechtlichen Stuhlkreis - und zwar direkt neben Jürgen „Der Westen ist schuld!“ Todenhöfer.

„Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.“

Auch hier zeigt sich, dass das kompetente Integrations-Gremium die richtige Entscheidung getroffen hat. Denn mit Gewalt kennt sich einer wie Bushido, der Konflikte lieber respektvoll mit der Faust anstatt im Rahmen des friedlichen Dialogs löst, letztlich ganz genau aus.

Erneut gilt die Devise „Learning by doing“. Denn wer einen Film mit dem Namen „Zeiten ändern dich“ drehen kann und gleichzeitig seine alten Kumpels aus dem Zuhälter-Millieu dennoch nicht im Stich lässt, dem ist wirklich einiges zuzutrauen.

Und was meint der Preisträger selbst dazu?

„’Wir sind das neue Deutschland’: Das sagt der erfolgreiche Rapper Bushido über Deutsche mit Migrationshintergrund.“ – Jawohl, Bushido inklusive, der in diesem Punkt tatsächlich Recht hat.

Denn in einem Land, in dem Schwule noch immer eine Uschi brauchen, Terrorflottenmatrosen im deutschen Bundestag sitzen und Radiomoderatoren auf Kosten des Gebührenzahlers ganz offiziell Holocaustforschung betreiben dürfen, da ist auch ein Bushido freilich mustergültig integriert.

Insofern kann man der Experten-Jury zu ihrer überaus gelungenen Entscheidung wirklich nur gratulieren. 

Ahnungslosigkeit trifft Größenwahn.: Bushido f*ckt den BAMBI

jennifernathalie.blogspot.com

WELTPREMIERE IN BERLIN - Riesenandrang bei Bushidos Leinwanddebüt

http://www.freundederkuenste.de/galerie/bildergalerie-veranstaltungen/gallery/113/1/1x1.html?tx_lzgallery_pi1[pointer]=2

Stimmen aus dem Block, seihe unten:

 


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