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04.12.2019 Weihnachtsgeschenke für den Gabentisch

Künstler der Verpackung - zwei Bildbände für den Gabentisch

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Apropos 1. Weihnachten. Wie ihre Kunst, ist auch das jüngste wie das umfassendste Buch zum Werk von Christo (84) und Jeanne-Claude (2009 verstorben) wie ein Geschenk verpackt.

Auf 616 Seiten erzählt und vor allem zeigt „Christo and Jeanne-Claude“ die Schaffensgeschichte dieses in der Tat außergewöhnlichen Künstlerpaares, das mit der Verhüllung von Bauwerken weltberühmt wurde: wie die Pariser Brücke Pont Neuf, der Berliner Reichstag oder für den Herbst 2020 geplant, die Verhüllung des Triumphbogens, ein nationales Heiligtum der Franzosen.

Welch eine Ehre. Bis zu zehn Millionen Euro wird diese Aktion kosten, das Geld dafür treibt Christo - wie immer - allein auf. „Ich möchte nichts erklären oder rechtfertigen müssen. Darum geht es in der Kunst: die Freiheit ist ihre Intention. Aber die Freiheit hat auch ihren Preis.

Man braucht viel Geduld und gute Nerven“, sagt Christo zu seiner Arbeit, die Grenzen überschreite, öffentlich wie privat zugleich sei. In Paris liegen die Wurzeln der Kunst von Christo und Jeanne-Claude, dort nun scheint sich der Kreis auch zu schließen, selbst wenn Jeanne-Claude die Verwirklichung ihres lebenslangen Traumes selbst nicht mehr miterleben wird: der Arc de Triomphe.

Apropos 2. Verhüllung. Kreationen aus 70 Jahren Dior-Geschichte präsentiert der fesselnde Bildband „Dior Lindbergh“ auf 520 Seiten, mit dazu kommt ein zweiter Band mit dem Titel „Archives“, der die grandiose Fotografie Peter Lindberghs wie in einer Retrospektive würdigt.

Beide Bände sind in einem hochwertigen Schuber vereint. Kurzer Rückblick: 1978 ging der damals 30-jährige Lindbergh von Deutschland nach Paris und begann eine internationale Karriere in der Modefotografie. Nichtsdestotrotz kann man seine Arbeit in keine bestimmte Kategorie pressen.

Seine Aufnahmen sind eine Art kreativer Dialog zwischen den diversen Modernen des letzten Jahrhunderts und der aktuellen Moderne, der Neo-Avantgarde, wenn man so möchte. Oder anders gesagt:

Peter Lindbergh, der am 3. September diesen Jahres 74-jährig verstorben ist, war ein Unikat, ein Meister seines Handwerks. In „Dior Lindbergh“ sehen wir Models während der Rushhour am Times Square in New York City. Einige der Aufnahmen sind unscharf, andere gestochen scharf und unmittelbar.

Zusammen strahlen sie eine beeindruckende Vitalität aus, die sich auf brillante Weise durch das Buch zieht. „Christo and Jeanne-Claude“ wie „Dior Lindbergh“ sind bei Taschen (www.taschen.com) erschienen, kosten je 150 Euro und sind wunderbare, zeitlose Weihnachtsgeschenke, die auch weit über die Festtage hinaus Freude bescheren.

Sönke C. Weiss

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