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25.09.2018 Der Fall Maaßen

Maaßen erledigen und beruflich vernichten

von: GFDK - Reden ist Silber - Christian Weilmeier

Christian Weilmeier schreibt zum Fall Maaßen: Große Teile der Medien und etliche politische Parteien wollten Maaßen erledigen, beruflich vernichten. Jetzt wird er Sonderberater im Innenministerium.

Die Maaßen Jäger

Die Maaßen-Jäger sind nun natürlich wieder enttäuscht und erklären in ihrem Frust gleich die große Koalition für erledigt, weil sie unfähig sei.

Ich erkenne nicht, warum Merkel nun plötzlich unfähiger sein soll als früher. Es läuft eben so, wie es immer lief. Nur der Seehofer ist eben ein ständiger Störfaktor. Jetzt lasst doch mal den Maaßen in Ruhe und beschäftigt euch zumindest ansatzweise mit dem, wofür ihr gewählt worden seid.


Übrigens: Nun zu erklären, die Erneuerung der SPD sei gescheitert, setzt voraus, dass es in diese Richtung überhaupt einen Versuch gegeben hätte. Mein Ceterum censeo bleibt: Merkel muss gehen, damit die Menschen wieder Vertrauen fassen.

Der neue Kanzler muss den Kurs deutlich korrigieren und sich bei den Menschen entschuldigen für die Rechtsbrüche und Vertuschungen der letzten Jahre. Ansonsten wird man weiter und immer mehr AfD wählen, um gehört zu werden.

Irgendwann wird der Widerstand aber so stark sein, dass auch ein Auswechseln Merkels nichts mehr nützt. Im eigenen Interesse sollte das Establishment die Frist nicht verpassen.

Ernst G. Walter bringt es auf den Punkt

Der Vorsitzende der Bundespolizei-Gewerkschaft, Ernst G. Walter, hat die Neuverhandlung der umstrittenen Beförderung des Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen scharf kritisiert.

Semantische Differenzen würden hier aus purem parteipolitischem Kalkül zu Staatskrisen hochstilisiert und auf höchster Ebene getroffene Vereinbarungen wegen fallender Umfragewerte von heute auf morgen wieder infrage gestellt, sagte Walter dem „Handelsblatt“.

Zugleich werde dabei versucht, einen hochverdienten und erfolgreichen Beamten ohne jede Rücksicht auf den dahinter stehenden Menschen regelrecht zu vernichten. Das sei „einfach nur noch widerlich“.

Er könne nur hoffen, dass zumindest Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) „weiter hinter den kompetenten, aber auch kritischen Chefs seiner Sicherheitsbehörden steht“, sagte Walter.

Die berechtigte Kritik als auch die nachweisbaren Erfolge von Bundesverfassungsschutz, Bundeskriminalamt (BKA), Bundesnachrichtendienst (BND) und Bundespolizei „scheinen die aktuelle Bundesregierung offensichtlich weniger zu interessieren als parteipolitisch korrektes Auftreten ihrer Behördenchefs“, kritisierte er.

Wolfgang Bosbach sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. "Erst habe SPD-Chefin Andrea Nahles CDU und CSU „eins auf die Fresse geben wollen". „Dann bekommt sie selber Prügel von der eigenen Partei, und als Dank für die wüsten Drohungen soll ihr dann die Union aus der Patsche helfen. Super Plan.“

So schön kann es nur Gabor Steingart beschreiben: "SPD-Chefin Andrea Nahles ist die große Verliererin dieser Rochade. Sie hatte die Entlassung gefordert und eine Beförderung bekommen. Sie wollte ein Opfer und gebar einen Helden. Schlimmer noch:

Sie hat den eigenen Leuten gezeigt, dass sie keine Beute machen kann. Wer in die morgendliche Stille von Berlin hineinhorcht, der hört es: Ihre Uhr, eine Leihgabe von August Bebel, hat zu ticken begonnen".

Für die epochalen Themen unserer Zeit hat diese Koalition erkennbar keine Aufmerksamkeitsreserve:
 

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