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13.10.2018 350 Exponate in Dortmund

Pink Floyd: Geschichte wiederholt sich in Dortmund

von: GFDK - Soenke Weiss

Eines vorweg: Beim Gedanken an das Jahr 1981, als sie und 120.000 andere Menschen aus ganz Europa zwischen dem 13. und 19. Februar nach Dortmund pilgerten, um dort die legendäre „Wall“-Tournee in der Westfalenhalle zu erleben, zitterten der Fotografin zu diesem Artikel noch immer die Knie.

Vielleicht lag es aber auch am Wiedersehen mit Roger Waters und seinen drei künstlerischen Rebellenfreunden, denen man beim Besuch der Ausstellung „The Pink Floyd Exhibition - Their Mortal Remains“ durch die Räume im Dortmunder U begleitet.

Aber der Reihe nach: Bislang wurde die Show in London und Rom gezeigt, Dortmund ist das einzige Gastspiel in Deutschland, bevor es weiter nach New York geht. Warum Dortmund?

Wegen unserer Geschichte hier“, sagte Nick Mason, Gründungsmitglied und Drummer der Band, im Rahmen der Eröffnung. Er hat mit an der Konzeption der Ausstellung gewirkt.

Mehr als 350 Exponate gibt es zu bestaunen: Schlagzeuge, Gitarren, Notizbücher, Interviews mit den Künstlern, eine Nachbildung der „Wall“ natürlich, das berühmt-berüchtigte fliegende Schwein fehlt ebenfalls nicht, alle Alben seit 1965 sind vertreten, Musik begleitet den Besucher über einen kristallklaren Sennheiser-Sound - die Kopfhören passen sich übrigens an den Rhythmus des Zuschauers an, nicht umgekehrt, was sehr erfrischend ist - zum Schluß gibt es sogar noch ein 360-Grad-Video-Live-Erlebnis vom bislang letzten gemeinsamen Pink-Floyd-Auftritt in London 2005.

In London und Rom, so heißt es, saßen die Zuschauer manchmal sogar weinend auf dem Boden, im Dortmunder U wird man von einem Security-Typen höflich aufgefordert, wieder aufzustehen.

Auf die Frage „Warum ?“ lautet die Antwort schlicht: „Weiß ich nicht.“ (Dass mit der Gelassenheit sollten die Damen und Herren von der Sicherheit noch mal üben; übrigens empfand der Autor dieses Artikels das Sicherheitsaufkommen in den Showräumen für „leicht“ übertrieben.)

Knapp 30 Euro kostet der Eintritt zu dieser wirklich beeindruckenden Ausstellung; wem die Band sein Leben lang begleitet hat, bereut dies sicher nicht. Man kann hier schon einige Stunden verbringen, ohne dass es einem langweilig wird oder sich etwas wiederholt. Das tut es nie. Was das U nach Dortmund geholt hat, ist wirklich einzigartig.

Einziger Wermutstropfen neben dem Sicherheitspersonal: Vorm U steht ein riesiger Container mit allerlei völlig überteuerten Pink-Floyd-Kitsch-Nippes-Zeugs-PR-Marketing-Kram, das kein wahrer Fan braucht und, wenn man‘s genau nimmt, nicht mit dem Weltbild der Band korrespondiert, der bodenlose Kommerz eben.

Den hätten sich die Projektverantwortlichen wirklich sparen können. Die grandiose wie zeitlose Musik spricht für die Weltkünstler selbst.

Pink Floyds „sterblichen Überreste“ sind noch bis zum 10. Februar 2019 im Dortmunder U zu sehen. Tickets unter: www.pinkfloydexhibition.de

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