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Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

19.05.2020 Konzert mit Mundschutz

GFDK - Kultur und Medien

Erstes Konzert des hr-Sinfonieorchesters wieder mit Publikum. Das Atlantic String Duo spielt in der Landesmusikakademie Schlitz. Aber es ist ein zweifelhaftes Vergnügen, wenn man mit Mundschutz eine Stunde oder sogar länger in einem Raum sitzen muß. Viele halten es ja mit Mundschutz nicht besonders lange aus.

Es ist das erste öffentliche Konzert mit Publikum für das hr-Sinfonieorchester Frankfurt nach den Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie:

Im Kammerkonzert in der Landesmusikakademie Hessen in Schlitz präsentieren das Atlantic String Duo und die Pianistin Nami Ejiri am Samstag, 23. Mai, um 19 Uhr Streichduos mit und ohne Klavier.

Mundschutz für die Zuschauer*innen ist Pflicht

„Wir freuen uns sehr, dass wir wieder Gäste willkommen heißen dürfen“, sagt Mirjam Fuhrmann von der Landesmusikakademie Schlitz, „die Stille im Haus in den vergangenen Wochen war doch sehr ungewohnt.

“ Unter den strengen Abstands- und Hygieneregeln sei nun maximal 40 Gästen der Besuch im Konzertsaal erlaubt. Mundschutz für die Zuschauer*innen ist Pflicht. Die Akademie ist außerdem verpflichtet, Name, Anschrift und Telefonnummern aller anwesenden Personen aufzunehmen, was im Zuge des Kartenverkaufes im Vorfeld geschehen wird.

„Wir waren positiv überrascht, dass es jetzt schon klappt, wieder mit anwesendem Publikum zu spielen“, sagt Stefanie Pfaffenzeller, Geigerin des Atlantic String Duos, „wir freuen uns sehr, den Menschen eine Freude zu machen und wieder live zu spielen.“

Die Interaktion mit dem Publikum fehle dann doch etwas bei den gestreamten Konzerten. Dass das Publikum Masken tragen wird, sieht sie nicht als Problem an:

„Das sind wir von unseren Tourneen vor allem in Asien sowieso gewohnt.“ Zusammen mit Rachelle Hunt und Nami Ejiri präsentiert sie Werke von Joseph Haydn, Jeno Takács und Wolfgang Amadeus Mozart.

Zudem stehen eine Triosonate von Georg Friedrich Händel, ein Werk der spätimpressionistisch beeinflussten Britin Rebecca Clarke sowie ein Klaviertrio von Max Reger auf dem Programm.

Disput & Dumka - Atlantic String Duo
Datum: Samstag, 23. Mai, 19 Uhr
Ort: Konzertsaal der Landesmusikakademie, Schloss Hallenburg, 36110 Schlitz

Programm
Georg Friedrich Händel | Triosonate g-Moll op. 2 Nr. 6
Joseph Haydn | Sonate B-Dur Hob. VI:3 für Violine und Viola
Rebecca Clarke | Dumka für Violine, Viola und Klavier
Jeno Takács | Disput (Sie und Er) – für zwei Violinen aus: Tiberika Duos op. 103
Wolfgang Amadeus Mozart | Duo für Violine und Viola B-Dur KV 424
Max Reger | Klaviertrio h-Moll op. 2 Nr. 1

Tickets
Der Verkauf der 40 Eintrittskarten erfolgt am Dienstag, 19., Mittwoch, 20., sowie am Freitag, 22. Mai, jeweils von 10 bis 12 Uhr direkt an der Landesmusikakademie Schlitz, Telefon 06642 - 91130
Preise: 16 Euro/14 Euro ermäßigt, 5 Euro für Schüler*innen/Studierende/Azubis/ Arbeitssuchende

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28.04.2020 BigCityBeats landet einen Volltreffer

GFDK - Kultur und Medien

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Ideen. Und mit der Idee, das Düsseldorfer Autokino am Tag vor dem Feiertag (30.04.) in einen „safen Club“ zu verwandeln, landete BigCityBeats einen Volltreffer. Sowohl die Night Show um 21:10 Uhr als auch die Midnight Show um 23:15 Uhr waren binnen einer Stunde restlos ausverkauft.
 
Aufgrund der enorm hohen Nachfrage hat man im Hause BigCityBeats bereits Vorkehrungen getroffen. Die nächsten DJs, Acts und Artists aus sämtlichen Bereichen der elektronischen Club Music stehen bereits für die nächsten Shows in ihren Startlöchern. Allen voran: Alle Farben, Gestört aber GeiL, Mausio, Lari Luke und viele weitere. Und hier die Termine: 20. Mai 2020, 30. Mai 2020 und 10. Juni 2020.

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22.04.2020 Faszinierende Fotokunst

GFDK - Kultur und Medien - Ausstellung

Wenn sie auf den Auslöser drückt, halten alle die Luft an: Gaby Fey, experimentierfreudige Fotokünstlerin aus Köln, inszeniert Ikonen die Kunstgeschichte - mit Menschen unter Wasser!

So stellte sie weltberühmte Gemälde u.a. Leonardo da Vincis "Das Abendmahl", „Die Freiheit führt das Volk" von Eugène Delacroix (im Vordergrund "Marianne", die Symbolfigur Frankreichs) und das Floß der Medusa von Théodore Géricault in einem südfranzösischen Pool oder im Mittelmeer akribisch genau nach.

Neben "La Cène" (400 x 200 cm), "Marianne" (234 x 200 cm) und „Le Radeau de la Méduse“ (280 x 200 cm), jeweils von den Originalen inspiriert, können Besucher der Galerie im Belgischen Viertel auch weitere Arbeiten aus der Unterwasserwelt bestaunen.

Ab Donnerstag, dem 23. April 2020, sind ihre spektakulären Fotoarbeiten im XXL-Format in der Galerie "Aquavision" an der Limburger Straße 37 in Köln zu sehen. Unter Berücksichtigung der Coronamaßnahmen kann man die Ausstellungseröffnung von 13 Uhr bis 18 Uhr besuchen.

Bereits einen Tag zuvor, am Mittwoch, wird die großformatige Arbeit „Marianne“ angeliefert.

Die drei Fotoarbeiten waren eigentlich schon auf dem Weg zur 22. NordArt, wo sie zusammen mit Arbeiten von mehr als 200 internationalen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt werden sollten. Gaby Fey betont:

„Wegen der Coronakrise wurde die Ausstellung auf 2021 verschoben.“ Sie ergänzt: „Also bleiben die Arbeiten erstmal am Rhein."Mit ihren Werken eröffnet Gaby Fey dem Betrachter die Möglichkeit, bekannte Museumskunst einmal ganz anders wahrzunehmen.

Für ihre außergewöhnlichen Projekte engagiert die Kölner Künstlerin entweder professionelle Models, die gerne unter Wasser arbeiten, oder Personen aus ihrem Bekanntenkreis. Sie arbeitet größtenteils ohne Sauerstoffflasche und experimentiert mit verschiedenen Lichtquellen.

Leidenschaftliche Begeisterung für das Element, aus dem alles Leben stammt, begleitet die „Undine der Fotografie" schon seit ihrer Kindheit. "Ich empfinde Wasser als etwas sehr Ursprüngliches und Mystisches.

Ich bin verliebt ins Wasser und ich genieße den Schwebezustand und lasse mich im Wasser regelrecht fallen", gestand sie in einem Gespräch für ein Online-Magazin. Sicher auch ein Grund, warum die überzeugte Kölnerin mehrere Monate im Jahr an der Côte Azur lebt.

Hintergrundinfos:

Das Abendmahl von Leonardo da Vinci ist eines der berühmtesten Wandbilder der Welt. Es schmückt seit 1497 den Speisesaal im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand.

Die Freiheit führt das Volk von Eugène Delacroix ist die bildnerische Umsetzung der Julirevolution von 1830 in Frankreich. Das legendäre Gemälde hängt heute im Louvre.

Die seit 1999 in den Sommermonaten stattfindende NordArt gehört zu den großen jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa. Sie bietet ein umfassendes Panorama internationaler zeitgenössischer Kunst in einem besonderen Ambiente auf dem Gelände der ehemaligen Eisengießerei Carlshütte in Schleswig-Holstein.

Gaby Fey war bis in die 70er Jahre international erfolgreich als Fotomodell für renommierte Modefirmen wie u.a. Bogner tätig und wechselte dann ins Fach der Modefotografie.

Seit zehn Jahren widmet sie sich ganz der künstlerischen Fotografie und inszeniert ihre aufwändigen „Unterwassergemälde“ oft auch mit unbekannten Akteuren – am liebsten in ihrer Wahlheimat, an der Côte Azur.

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13.04.2020 FOTOS AUS DER QUARANTÄNE

GFDK - Kultur und Medien

PHOTOSZENE-FESTIVAL VOM 22. – 31. MAI 2020 IN KÖLN FÄLLT AUS.

Mit großem Bedauern müssen auch wir die auf Hochtouren laufenden Planungen für das Photoszene-Festival 2020 aufgrund der sich weiter ausbreitenden Corona-Pandemie leider einstellen. Das Festival inklusive Rahmenprogramm und Portfolio-Review SICHTBAR kann nicht mehr wie geplant stattfinden. 

Die Internationale Photoszene Köln ist in der jetzigen Planungsphase des Festivals massiv von den Beeinträchtigungen durch das Corona-Virus betroffen. Einzelne Akteure haben ihre Ausstellungen und Veranstaltungen bereits verschoben oder zurückgezogen.

Die Absage der photokina aufgrund der expliziten Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und der Länderregierung über die Schließung von Messen und Ausstellungen und die daraus resultierende Beschränkung einer professionellen Planung einer internationalen Veranstaltung lässt sich gleichermaßen auf das parallel stattfindende Photoszene-Festival übertragen.

Vor dem Hintergrund möglicher Risiken für die Besucher*innen, die eingeladenen Expert*innen und Künstler*innen können wir zum jetzigen Zeitpunkt an der Planung publikumsstarker Veranstaltungen nicht mehr festhalten.

Künstlerreisen können nicht wie geplant organisiert werden. Alles, was ein lebendiges Festivalformat ausmacht, erscheint aus heutiger Perspektive nicht mehr planbar.

Wir als Veranstalter tragen die Sorge und Verantwortung dafür, dass wir uns aus dem sichtbaren Festivalmarketing zurückziehen, da es fraglich ist, ob soziale Kontakte und das Kulturleben Ende Mai wieder so stattfinden können, wie wir es uns alle wünschen.

Aus diesem Grund haben wir uns nach Absprache mit unseren Förderern und Partnern für eine Absage des Photoszene-Festivals 2020 entschieden.

PHOTOSZENE AUF SOCIAL MEDIA
Auch wenn das Photoszene-Festival 2020 leider ausfällt, werden wir auf unseren Online-Kanälen wie Website, Facebook und Instagram, sowie unserem Newsletter die Fotografie in Köln durch aktive Kommunikation fördern.

Sollte die eine oder andere Ausstellung also im Mai wieder öffnen können, werden wir Sie wie gewohnt darüber informieren! Ebenso werden wir den Programmbereich Artist Meets Archive auf unserer Website ausbauen und über die aktuellen Kooperationen berichten. Stay tuned!

PROGRAMM IM JAHR 2020
Ab Mai erhätlich: Das Magazin L.Fritz #6 zum Thema „Photography & Outer Space“ wird wie geplant in den Druck gehen und kann somit Mitte Mai erscheinen. Damit es auch jeder Fotografie-Interessierte lesen kann, bauen wir unseren Vertrieb aus:

Zum einen wird er in den Bahnhofsbuchhandlungen zu finden sein und zum anderen versuchen wir nach Anfrage auch private Zustellungen umzusetzen.

Die Photoszene-Residency Artist Meets Archive #2: Die 5 eingeladenen Künstler*innen Yasmine Eid-Sabbagh, Joan Fontcuberta, Philipp Goldbach, Anna Orłowska und Rosângela Rennó werden ihren Aufenthalt in den Archiven – in dem Historischen Fotoarchiv des Rautenstrauch-Joest-Museums, dem Zentralen Archiv des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Rheinischen Bildarchiv Köln, dem Deutschen Tanzarchiv Köln, und in der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln – im Herbst 2020 nachholen. Geplant sind einzelne öffentliche Talks mit den Künstler*innen.

Das Next! Festival der Jungen Photoszene, veranstaltet von der Photoszene Köln in Kooperation mit dem Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF), sollte im Mai 2020 zum ersten Mal parallel zum Photoszene-Festival stattfinden.

Aufgrund der Corona-Krise ist geplant, einzelne Veranstaltungen auf den Herbst 2020 zu verlegen. Das Next! Festival der Jungen Photoszene richtet sich an Kinder und Jugendliche. Das Festival wird in Absprache mit den Förderern und Partnern auf Mai 2021 verschoben und findet in der Kartause in der Kölner Südstadt statt.

#PICTURESFROMHOME2020 – FOTOS AUS DER QUARANTÄNE
Durch COVID-19 sind Menschen auf der ganzen Welt gezwungen, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und zwischenmenschliche Kontakte auf das Nötigste zu beschränken.

Aber auch innerhalb dieser neuen, engen Grenzen können wir kreativ werden. Deshalb ruft die Photoszene zur aktiven Teilnahme an einer Bilderschau im virtuellen Raum auf.

Alle sind aufgefordert, egal ob Profifotograf, Amateur oder Handyknipser Fotos aus der eigenen häuslichen Isolation zu machen und diese auf Instagram, Facebook oder Twitter unter dem hashtag #picturesfromhome2020 zu posten. So wird ein einzigartiges Zeitdokument über diese außergewöhnliche und für uns alle belastende Zeit enstehen. 

AUSBLICK PHOTOSZENE-FESTIVAL 2021
Das nächste Photoszene-Festival wird vom 21. – 30. Mai 2021 stattfinden. In Vorbereitung sind u.a. bereits die fünf Ausstellungen der Artist Meets Archive-Residency im Sonderausstellungsraum im Rautenstrauch-Joest-Museum am Neumarkt, dem MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln und dem Deutschen Tanzmuseum, die verschobene Ausstellung You are here, Teil 2, einige Ausstellungen aus dem Programm 2020 und das Portfolio-Review SICHTBAR.

Wir danken den vielen tollen Akteuren in Köln, die wunderbare Ausstellungen für das Festival vorbereitet haben und hoffen, dass wir diese in einem starken Photoszene-Festival 2021 sehen können.

Wir danken den vielen Kooperationspartnern, mit denen wir an den verschiedenen Veranstaltungsformaten gearbeitet haben, besonders der SK-Stiftung Kultur für den inspirierenden Austausch für eine Mini-Museumsnacht.

Einen ganz großen Dank an unsere Förderer, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Rhein-Energie Stiftung Kultur und ganz besonders natürlich der Stadt Köln, sowie an all unsere Medienpartner.

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13.04.2020 Michael Stückl schreibt an die Jazzfreunde

GFDK - Kultur und Medien

Beim vorletzten Konzert in der Unterfahrt begann sich abzuzeichnen, dass die Welt sich anders drehen wird. Wir hatten Benny Golson auf unserer Bühne. Auf seinem Plan standen zuvor einige Konzerte in Italien. Sein Flug landete dann aber nicht wie geplant in Mailand, sondern in Barcelona.

Am Vorabend des Konzertes bei uns machte Italien die Grenzen dicht. Offiziell waren an diesem Tag 56 positiv auf CoV-Sars2 getestete Patienten in München gemeldet. Die Fallzahlen in Deutschland hatten gerade die 1000er Marke überschritten.

Insgesamt schien uns die Situation einigermaßen berechenbar. Benny ersetzte sein italienisches Trio durch 3 junge Münchner Musiker. Golson sollte dann eigentlich noch einige Konzerte in Spanien spielen. Doch auch daraus wurde nichts mehr.

Nach ein paar weiteren Tagen gelang es ihm - kurz vor Trumps Einreise-Bann - nach New York zurückzukehren. Letztlich sind wir glücklich, dass er bei uns wenigstens ein einziges Konzert auf seiner Europatournee hat spielen können. Für uns war es ein Erlebnis:

Ein heute schon legendärer Abend mit einer 91-jährigen Jazzlegende. Wir hoffen, Benny geht gut. Denn heute vermuten wir, dass es zu diesem Zeitpunkt allein in New York wahrscheinlich schon mehr Corona-Infizierte gab als in Deutschland.

Am frühen Morgen des 13.03. rief mich Nice Brazil, die Künstlerin an, die an diesem Abend spielen sollte. Einer Ihrer Musiker hänge im Ausland fest.

Ich war froh, das Konzert absagen zu dürfen, denn bereits vor dem offiziellen Verbot war mir klar, dass die Diskussion darum, ob Großveranstaltungen mit über 1000 Personen eventuell vermieden sollten, an der Sache ziemlich vorbei ging und auch die Konzerte in der Unterfahrt zum Risiko würden.

Mein Herz für die Kultur blutete, als ich entscheiden musste unseren Konzertbetrieb einzustellen. Mein Herz für die Medizin war froh, dass ich schließen durfte. In dieser zweiten Profession bekomme ich im Krankenhaus mit zunehmender Dramatik mit, weshalb es wichtig ist, die aktuellen Einschränkungen zu ertragen.

Fast drei Wochen sind vergangen. So lange hatten wir unseren Club in über 40 Jahren nie am Stück geschlossen. Wir konnten und wollten uns eine längere Schließung in der Vergangenheit nie vorstellen.

"AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: AW: Konzertverschiebung". So sehen heute die Mails in unseren Postfächern aus. Absagen, Terminverschiebungen, ein wildes Hin und Her. Soll man vielleicht die Tour auf Juni legen, oder vielleicht doch gleich ins nächste Jahr?

Wir wissen das leider nicht, gehen aber davon aus, dass einige der im Moment noch angekündigten Konzerte der nächsten Monate nicht stattfinden werden.

Auch dem Jazzclub Unterfahrt bleibt nicht erspart, sich Gedanken zu machen, wie lange wir unseren eigenen Anspruch, Musiker und Publikum zusammenzubringen nicht gerecht werden können und dürfen.

Social Distancing ist ja genau das Gegenteil. Am schlimmsten trifft die Krise aber die Musiker. Sie können nicht mehr auftreten und nicht auf dem üblichen Weg unterrichten.

Die meisten Jazzmusiker sind immer schon Überlebenskünstler und es ist auch in normalen Zeiten beeindruckend, welche Widrigkeiten sie auf sich nehmen, um uns, ihr Publikum mit Ihrer Musik zu beglücken. Sie haben es jetzt noch viel schwerer.

Viele unserer Mitglieder und aus unserem Publikum, machen sich Gedanken, ob und wie der Jazzclub die Krise übersteht. Und vielen von Ihnen ist zu verdanken, dass wir uns hierüber nur nachrangig Sorgen machen müssen.

Denn heute zeigt sich mehr denn je, dass unsere Struktur, die auf einem gemeinnützigen Verein mit ca. 1400 Fördermitgliedern beruht, uns große Stabilität sichert.

Ihnen, unseren Förderern ist zu verdanken, dass wir diese Krise eine ganze Weile überstehen, wenn Sie uns wie bisher treu bleiben, auch wenn wir aktuell keine Konzerte vor Publikum veranstalten können.

Berührt haben mich die Neuanträge in dieser Zeit. Vielen Dank für dieses Mut machende Zeichen Ihrer Solidarität für unsere "nicht systemrelevante Institution".

Wie geht es weiter? Wir sind nach einer intensiven Zeit der Neu- und Umplanung vieler Konzerte, etwas später als andere Veranstalter, auch mit der Planung und Produktion von live gestreamten Konzerten von kleinen Besetzungen beschäftigt.

Wir möchten die verfügbaren Mittel aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und der Förderung unseres Vereins auch in diesen Zeiten als Gagen an die Musiker weitergeben.

Wir werden in den nächsten Tagen über den Jazzletter und unsere Website konkret informieren, wann wir am Start sind, um ein klein wenig Unterfahrt-Gefühl in Ihre Wohnzimmer zu bringen.

Bleiben Sie uns treu und bleiben Sie gesund

Michael Stückl 

und das Team der Unterfahrt 

 

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03.04.2020 Gesicht und die Stimme vo N-Joy

GFDK - Kultur und Medien

Eva Schulz, das Gesicht und die Stimme des jungen Politik-Podcasts „Deutschland3000 - 'ne gute Stunde mit Eva Schulz“, wird mit einem Kurt-Magnus-Preis geehrt. Die Auszeichnung gilt als bedeutendster Nachwuchsförderpreis der ARD für junge Radiojournalistinnen und -journalisten, Eva Schulz erhält den mit 7000 Euro dotierten ersten Preis.

„Deutschland3000 - 'ne gute Stunde mit Eva Schulz“ wird federführend von N-JOY vom NDR  für die jungen Radioprogramme der ARD (1LIVE, Fritz, UNSERDING, DASDING, YOU FM, Bremen NEXT, MDR SPUTNIK, PULS) und für funk - das Content-Netzwerk von ARD und ZDF – produziert.

Journalistin Eva Schulz trifft für das Format Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen, irgendwo zwischen Pop und Politik. Menschen, die mit ihren Ideen, Projekten und Geschichten beeindrucken oder bewegen, manchmal auch irritieren.

Ihre Gäste sind prominent, kommen aus Politik und Popkultur. Im Podcast spricht sie „eine gute Stunde“ mit ihnen über ihr Leben und ihre Projekte. Und es geht immer um gesellschaftliche Themen, die die Gäste bewegen – unter anderem Clueso, Dunja Hayali, Margarete Stokowski, Philipp Amthor und Sara Nuru.

Der Podcast erscheint wöchentlich und wird von fast allen jungen ARD-Radioprogrammen auch linear ausgestrahlt. Unter der Dachmarke „Deutschland3000“ ist ebenfalls das gleichnamige Videoformat von funk zu Hause.

Durch eine umfangreiche Social Media-Begleitung des Podcasts wird eine junge Zielgruppe angesprochen und aufgefordert mitzudiskutieren.

So gelingt mit „Deutschland3000 – ‘ne gute Stunde mit Eva Schulz“ ein Balance-Akt: Ein Podcast, der sowohl die politik- und podcastaffine Community als auch die gesamte Hörerschaft der jungen ARD-Programme anspricht.

Eva Schulz, geboren 1990, hat Kommunikation, Kultur und Wirtschaft an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen studiert. Seit 2017 ist sie im Internet als Gesicht von „Deutschland3000“ zu sehen.

Sie war eine der ersten deutschen Journalistinnen, die tagesaktuelle Formate bei Snapchat realisiert haben. Für ihre Innovationskraft wurde sie 2017 vom medium magazin als Unterhaltungsjournalistin des Jahres ausgezeichnet und vom Forbes Magazine zu den „30 under 30" im Bereich Medien und Unterhaltung gezählt.

Der Kurt-Magnus-Preis wird alljährlich von der Dr.-Kurt-Magnus-Stiftung verliehen. Die Stiftung fördert qualifizierte Nachwuchskräfte des deutschen Hörfunks.

Die Federführung für die Preisverleihung liegt beim Hessischen Rundfunk, bei dem Dr. Kurt Magnus bis zu seinem Tod 1962 Vorsitzender des Verwaltungsrats war.

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02.04.2020 im Schatten der Corona-Krise

GFDK - Kultur und Medien

Im Zuge der Corona-Krise fordern Fluggesellschaften weltweit finanzielle Unterstützung. Als wesentlicher Bestandteil der Reisebranche sind sie wirtschaftlich mit am stärksten von den aktuellen Änderungen betroffen. In den USA sind Rettungspakete von über 50 Mrd. Dollar im Gespräch.

Gleichzeitig machen sich die Konzerne und Vereinigungen wie Airlines 4 Europe (A4E) jedoch die Krise zu Nutze, um die Rechte ihrer Passagiere langfristig einzuschränken. Darauf macht der Verband der Vertreter für Fluggastrechte (APRA) aufmerksam.

Diesem zufolge sind die aktuellen Maßnahmen Teil einer langfristigen Kampagne zur Beschränkung der Europäischen Fluggastrechteverordnung EG 261.

Bis zu 80 Prozent der Fluggastrechte sollen verschwinden
Laut dem APRA könnten Passagiere künftig bis zu 80 Prozent ihrer Fluggastrechte einbüßen. Bis dato regelt die EG 261, dass Airlines bei selbst verschuldeten Verspätungen über drei Stunden oder Ausfällen ihre Passagiere angemessen entschädigen müssen.

Wie geplante Restriktionen aussehen können, legt eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie nahe: Dem Bericht zufolge sollen bspw. die derzeit dreistündigen Verspätungszeiten auf bis zu zwölf Stunden ausgedehnt werden.

Laut Flugdaten beträfe das vier von fünf verspäteten Flügen, für welche die Fluggesellschaften ihre Passagiere künftig nicht mehr entschädigen müssten. Wie weitere Einschränkungen aussehen können, zeigen aktuelle Maßnahmen seitens der Airlines im Schatten der Corona-Krise:

So forderten sie, das Recht auf Hotelübernachtungen bei Ausfällen auf drei Nächte zu kürzen, auch wenn der erzwungene Aufenthalt länger dauern sollte. Zudem sollte die Erstattung des Ticketpreises durch die Ausgabe von Reisegutscheinen ersetzt werden. Letzteres lehnte die EU bereits ab.  

Während die Airlines demnach aktiv an der Aushöhlung der Fluggastrechteverordnung arbeiten, fordern die Konzerne gleichzeitig staatliche Unterstützung aus Steuergeldern.

Diese werden jedoch auch von den Millionen Passagieren mitfinanziert, die ebenfalls von der Krise betroffen sind. Der APRA fordert daher, dass eventuelle Finanzhilfen an die Wahrung der Verbraucherrechte geknüpft werden.

Rechnen die Fluggesellschaften mit staatlichen Hilfeleistungen?
Dass die Flugbranche wie kaum eine zweite von der Krise betroffen ist, zweifelt der APRA nicht an. Allerdings wirft der Verband den Airlines vor, sich als Bestandteil der weltweiten Infrastruktur auf ihre “Systemrelevanz” zu verlassen und mit den staatlichen Fördergeldern zu rechnen – ohne die Rechte der Verbraucher zu garantieren.

Dazu führt die Organisation das Beispiel der amerikanischen Fluggesellschaften an, die aktuell um 50 Mrd. Dollar bitten, in den letzten Jahren jedoch Milliarden Profite erwirtschafteten und über 45 Mrd. Dollar an ihre Anteilseigner ausgeschüttet haben.

“Wir verstehen, dass dies eine Krisenzeit für die Fluggesellschaften ist, aber es ist eine Krise für jeden auf der Welt. Die Tatsache, dass das COVID-19 derzeit ein außergewöhnlicher Umstand ist – APRA war die erste Organisation, die dies offiziell anerkannt hat – gibt den Fluggesellschaften nicht das Recht, dies als "catch it all"-Möglichkeit zu nutzen, um die Fluggastrechte langfristig abzuschaffen.

Wenn überhaupt, dann zeigt diese Krise, dass starke Fluggastrechte heute mehr denn je erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaften die Passagiere auch während einer Pandemie gerecht behandeln", erklärt Christian Nielsen, Vorstandsmitglied und Sprecher des APRA.  

Andrew Murphy, Luftfahrtmanager von Transport & Environment, fügt hinzu, dass "Fluggesellschaften, die in schlechten Zeiten öffentliche Unterstützung fordern, akzeptieren sollten, dass sie in guten Zeiten anfangen müssen, Steuern zu zahlen", was auch für den Schutz und die Entschädigung von Passagieren gilt.

Mehr als 40 Millionen Fluggäste sind jährlich von Ausfällen betroffen
"Jedes Jahr sind mehr als 40 Millionen Fluggäste allein von Flugannullierungen betroffen, wobei viele von ihnen auf dem Flughafen stranden und zusätzliche Kosten auf sich nehmen müssen. Besonders diese Passagiere sind auf starke Fluggastrechte angewiesen.

Der APRA setzt sich dafür ein, dass die Rechte der Fluggäste so stark bleiben, wie sie es aktuell sind. Wie Studien ergeben haben, gibt es auch keinen Grund, diese zu ändern, denn die Gewinne der Fluggesellschaften wurden in der Vergangenheit kaum durch die EG 261 beeinträchtigt.

Stattdessen hat die Verordnung bewiesen, dass sie die Fluggesellschaften erfolgreich an ihre Pflichten erinnert.", ergänzt Christian Nielsen.

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere
Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke.

Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug.  

Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, durchschnittlich bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

Außergewöhnliche Umstände, auf die die jeweilige Airline keinen Einfluss hat, bewirken, dass die verantwortliche Fluggesellschaft von ihrer Kompensationspflicht befreit wird. Dazu zählen unter anderem Unwetter oder medizinische Notfälle.

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01.04.2020 Livestreams mit Igor Levit

GFDK - Kultur und Medien

Die beiden Livestreams mit Igor Levit am vergangenen Donnerstag und Freitag, die den Start der Programmidee #DigitalUnterwegs des „Heidelberger Frühling“ markierten, haben insgesamt 94.804 Menschen erreicht.

Die Livekonzerte wurden auf der Website sowie auf dem Facebook- und Twitterkanal des Festivals gezeigt und waren noch 24 Stunden nach Ausstrahlung abrufbar.

Das am stärksten genutzte Medium war Twitter: Ca. 33.000 Besucher wurden hier am Donnerstagabend beim Konzert von Igor Levit mit Cellistin Julia Hagen gezählt, etwa 25.000 beim Soloabend von Igor Levit mit allen Präludien und Fugen von Dmitri Schostakowitsch.

Für die Liveproduktion dieser beiden Ausnahmekonzerte hatte die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin ihre Türen geöffnet.

Die kostenlosen digitalen Konzertangebote mit Igor Levit bildeten auch den Startschuss, um ein Zeichen der Solidarität mit allen FestivalkünstlerInnen 2020 zu setzen, die in dieser Krisenzeit in eine Notlage geraten könnten.

Die Zuschauer und Interessierten der Livestreams waren dazu eingeladen, ihre Wertschätzung für Kunst im digitalen Raum in Form von Spenden zu zeigen. Dafür hat die Stiftung Heidelberger Frühling ein Spendenkonto eingerichtet.

(Spendenkonto Stiftung Heidelberger Frühling, Verwendungszweck: „Zukunftsmusik“: IBAN: DE90 6729 0000 0055 0000 00). Bis zum gestrigen Sonntag sind hier Spenden in Höhe von 11.000 € eingegangen.

Festivalintendant Thorsten Schmidt: „Wir sind überwältigt von der Resonanz auf unsere Livestream-Angebote und die damit verbundene Spendenbereitschaft. Uns erreichen zahlreiche Nachrichten von Menschen, denen diese außergewöhnlichen Konzerterlebnisse sehr viel bedeutet haben.

Große Dankbarkeit und Freude sind es vor allem, die hier zum Ausdruck gebracht werden. Natürlich vor allem auch gegenüber unserem Freund Igor Levit, der hier etwas ganz Großes geleistet hat!“

Seit der Absage des „Heidelberger Frühling“ 2020, der unter dem Leitgedanken „Unterwegs“ gestanden hätte, beschäftigt sich das Festival intensiv damit, wie in Zeiten von notwendiger räumlicher Distanz trotzdem Gemeinschaftserlebnisse in der Kunst im digitalen Raum geschaffen werden können.

Entstanden ist die Programmidee #DigitalUnterwegs, die anknüpfend an das eigentliche diesjährige Festivalmotto auch den Prozess symbolisiert, in den sich die gesamte Kulturbranche in diesen Tagen in Rekordzeit hineinbegibt.

Die Programmidee #DigitalUnterwegs wird in den kommenden Wochen bis zum Ende des eigentlichen Festivalzeitraums 2020 am 24. April weiterentwickelt.

So wird Igor Levit in einem Podcast mit dem Georg-Büchner-Preisträger 2019 Lukas Bärfuss zu hören sein. Außerdem werden zahlreiche FestivalkünstlerInnen, die im Moment auf der ganzen Welt verstreut in ihren Häusern bleiben müssen, Videobotschaften für den „Heidelberger Frühling“ und sein Publikum verfassen.

Der „Heidelberger Frühling“ stellt zudem Konzertvideomitschnitte aus den vergangenen Festivaljahrgängen auf seinen Online-Plattformen bereit.

Und der Medienpartner SWR2 sendet über die kommenden Wochen Konzertaufzeichnungen der Festivaljahrgänge 2016, 2018 und 2019.

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31.03.2020 Porsche Club Düsseldorf

GFDK - Kultur und Medien

"Mir macht es einfach Spaß, Dinge besser zu machen."

(Ferdinand Alexander Porsche)

Technik, Schönheit, Raffinesse - drei gute Gründe, einen Porsche zu fahren. Um die Leidenschaft für dieses Spitzenprodukt schwäbischer Ingenieurskunst mit anderen  teilen zu können, wurde vor zehn Jahren der Porsche Club Düsseldorf gegründet. Jetzt wählte der Verein einen neuen Vorstand.

Ab sofort leitet Markus Kunkel, geschäftsführender Gesellschafter des Düsseldorfer Ingenieurbüros Kunkel  + Partner, als Präsident die Geschicke des Clubs.

Ihm zur Seite stehen Vize-Präsident Torsten Kottlarz, Schatzmeister Dr. Markus Schink, Geschäftsführer Manfred Gruber sowie Sportwart Klaus Kempe.

"Wir wollen den Club weiterhin positiv entwickeln, neue Mitglieder gewinnen, zahlreiche Veranstaltungen organisieren und uns in Abstimmung mit dem Porschezentrum Düsseldorf (PZD) auch gesellschaftlich engagieren", erklärt Markus Kunkel, und ergänzt: "Wer bei uns mitmachen möchte, sollte zu uns passen."

Die Beziehungen der Clubmitglieder untereinander sind freundschaftlich, fast familiär. Und natürlich mögen Porsche-Enthusiasten auch die Geschwindigkeit, viele sind im Rennsport aktiv. Doch Torsten Kottlarz betont ausdrücklich: "Raser sind bei uns nicht willkommen!"

Zudem soll die Kooperation mit dem PZD in der kommenden Zeit intensiviert werden. Schließlich hat man mit dem PZD einen starken Partner an der Seite.

Zu den regelmäßigen Clubabenden, die an jedem ersten Montag eines Monats um 19 Uhr im Hotel & Restaurant Schnellenburg am Rhein stattfinden, lädt der Porsche Club Düsseldorf nicht nur Mitglieder, sondern auch Freunde und Gleichgesinnte, deren Herz für die Marke Porsche schlägt, herzlich ein.

Und Gleichgesinnte gibt es deutschlandweit, die sich in zahlreichen, regionalen Clubs organisiert haben. Auch untereinander pflegt man teils intensive Kontakte, was das Clubleben nochmals bereichert. Wegen der aktuellen Corona-Lage finden diese Treffen derzeit allerdings nicht statt.

Der Porsche Club Düsseldorf e.V. ist ein durch die Porsche AG offiziell anerkannter Club.

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31.03.2020 ORANG-UTAN WALDSCHULE

GFDK - Kultur und Medien - Tierschutz

Weil Experten davor warnen, dass die Coronavirus-Pandemie womöglich die letzten Populationen von Menschenaffen auslöschen wird, bereitet sich das Team der ORANG-UTAN WALDSCHULE von VIER PFOTEN auf Borneo für den Ernstfall vor.

Acht der geschätzten 100.000 wilden Orang-Utans, die noch auf Borneo leben, sind derzeit Teil eines Rehabilitationsprogramms der globalen Tierschutzorganisation und werden in der VIER PFOTEN WALDSCHULE im Osten Borneos aufgezogen und auf ein zukünftiges Leben in Freiheit vorbereitet.

Dr. Signe Preuschoft, Primatologin bei VIER PFOTEN, und ihr indonesisches Team sind äußerst besorgt um ihre kleinen Schützlinge:

„Nachdem sie in ihrem jungen Leben schon so viel Leid erfahren haben, sollten unsere Orang-Utan-Waisen in Sicherheit aufwachsen, bis sie alt genug sind, um wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.“

Weil die Zahl der Coronavirus-Infektionen auch in Indonesien langsam zunimmt, besteht das Risiko, dass infizierte Tierpfleger die Orang-Utan-Waisen anstecken könnten.

„In der ORANG-UTAN WALDSCHULE herrscht zwar ein generelles Kontaktverbot, so dass niemand die Waldschule betritt, der nicht in die Pflege und Erziehung der Waisen involviert ist.

Aber natürlich haben unsere Orang-Utans gelegentlich Körperkontakt zu ihren menschlichen Ersatzmüttern. Wie oft, hängt vom Alter der Tiere ab. Die älteren Waisen sind schon relativ unabhängig, sammeln ihr eigenes Futter und sitzen hoch oben in den Bäumen.

Körperkontakt mit ihren Pflegern kommt selten vor. Die jüngeren brauchen aber körperliche Zuneigung. Sie klammern sich an ihre Ersatzmütter. Sie wollen kuscheln und getröstet werden, wenn sie Angst haben“, so Dr. Preuschoft.

Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen, die etwa 98% mit der menschlichen DNA gemeinsam haben, sind Menschen so ähnlich, dass Wissenschaftler befürchten, dass sich die für Menschen mitunter tödliche Lungenkrankheit auch für Menschenaffen als tödlich erweisen könnte.

Orang-Utans sind generell besonders anfällig für Atemwegserkrankungen, daher besteht die Gefahr, dass Covid-19 sie sogar noch schlimmer treffen könnte als uns Menschen.

Das Team hat bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Alle Tierpfleger wechseln in ihre Arbeitskleidung, wenn sie in der Waldschule eintreffen und nehmen sie nicht mit nach Hause. Die Arbeitskleidung wird vor Ort gewaschen und die Tierpfleger tragen Schutzmasken.

„Wir waschen das eingekaufte Futter zweimal: wenn es angeliefert wird und bevor wir es den Orang-Utans geben. Außerdem arbeiten dieselben Gruppen von zwei bis drei Personen zusammen und vermeiden Kontakt mit den anderen.

Wir halten unser Team auf virtuellem Weg auf dem neusten Stand und teilen Informationen, damit sich auch zu Hause alle an strenge Hygieneregeln halten und sich von sozialen Kontakten außerhalb der Arbeit isolieren“, sagt Dr. Preuschoft.

Das Team der Waldschule hat außerdem Futter und Reinigungsutensilien eingelagert. Manche Vorräte sind jedoch schwierig zu beschaffen.

Sichere Mundschutzmasken (N95), Infrarot-Thermometer und Desinfektionsmittel sind in Indonesien praktisch nicht mehr zu bekommen.

„Es gibt leider keinen hundertprozentigen Schutz. Menschenkinder sind generell nicht besonders schlimm von Corona-Symptomen betroffen, deshalb hoffen wir, dass das bei unseren Orang-Utan-Waisenkindern genauso ist“, so Dr. Preuschoft.

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