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27.05.2019 Sonneborn ist der größte Influencer

Martin Sonneborn ist Europas Social-Media Sonnenkönig

von: GFDK - Kultur und Medien

Wie die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 gezeigt hat, können die sozialen Medien politische Wahlen mitentscheiden. Mit Hinblick auf die Europawahl am 26. Mai hat sich Deutschlands führendes Unternehmen im Bereich Social Media-Monitoring und -Analysen, VICO Research & Consulting (www.vico-research.com) das zum Anlass genommen und die Social Media-Performance von 18 Spitzenkandidaten untersucht.

Im Zuge dessen wurden zwischen dem 15. April und dem 19. Mai 2019 die Facebook-, Instagram- und Twitter-Aktivität von neun Spitzenkandidaten der Europaparteien sowie von neun Spitzenkandidaten der deutschen Parteien analysiert.

Sonneborn ist der größte Influencer unter den deutschen Spitzenkandidaten

Der Satiriker und Politiker Martin Sonneborn tritt zwar nicht für das führende Amt einer Europapartei an, trotzdem macht ihm lediglich der EFA-Spitzenkandidat, Oriol Junqueras, den Social-Media-Thron streitig.

Mit 534.570 Followern* liegt der Spitzenkandidat für die fraktionslose PARTEI hinter dem Katalanen (902.845 Follower*), der wegen des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in seiner Heimat in Untersuchungshaft sitzt.

Unter den nationalen Spitzenkandidaten kann niemand mit Sonneborn Schritt halten. Der ehemalige Chefredakteur des Titanic-Magazins kann mehr als dreimal so viele Social-Media-Fans vorweisen wie Jörg Meuthen (159.972*). Der AfD-Politiker kommt unter den nationalen Spitzenkandidaten auf die zweitmeisten Follower.

Kanalübergreifend veröffentlicht Sonneborn täglich im Schnitt 11,7 Social Media-Posts. Damit gehört er unter allen analysierten Politikern zu den vier aktivsten Content-Produzenten. Twitter widmet Sonneborn hierbei die meiste Aufmerksamkeit: Mit 8,66 Beiträgen pro Tag hat nur die FDP-Spitzenkandidatin, Nicola Beer, einen höheren Output.

Barley komplettiert die Top drei der nationalen Spitzenkandidaten

Hinter Sonneborn und Jörg Meuthen hat die SPD-Politikerin Katarina Barley die drittgrößte Reichweite unter den Spitzenkandidaten der deutschen Parteien. Der amtierenden Justizministerin, die nach der Europawahl nach Brüssel wechseln möchte, folgen 97.612 User*.

Trotz niedriger Aktivität hat sie über 80.000 Follower mehr als Partei-Genosse Udo Bullman (14.576 Follower*). Dieser belegt den drittletzten Platz im nationalen Reichweiten-Ranking. Nur die Kandidaten der Linken haben kleinere Internet-Gefolgschaften:

Während sich Özlem Alev Demirel mit 12.090 Followern* über der 10.000-Marke befindet, teilt Martin Schirdewan seinen Content lediglich mit 3.977* Fans.

Weber und Keller verpassen die Top drei der Europapartei-Spitzenkandidaten

Ska Keller geht nicht nur für die Grünen ins Rennen, die 37-Jährige wurde auch zur Spitzenkandidatin der europäischen Grünen gewählt. Hier fungiert sie seit 2016 als Fraktionsvorsitzende.

In den sozialen Medien vereint Keller insgesamt 91.335 Follower* hinter sich und liegt damit hinter der liberalen Dänin Margrethe Vestager und dem sozialdemokratischen Niederländer Timmermans auf Platz vier der reichweitenstärksten Europapartei-Spitzenkandidaten.

Der Top-Anwärter auf das Amt von Jean-Claude Juncker, Manfred Weber, folgt mit insgesamt 86.028 Social-Media-Nutzern* auf Platz fünf.  

Marc Trömel, Geschäftsführer von VICO Research & Consulting, kommentiert die Analyse:

“Das interessanteste Ergebnis unserer Analyse ist die Social-Media-Dominanz von Martin Sonneborn. Der Spitzenkandidat und Mitbegründer der PARTEI, mit der er 2014 0,63 Prozent der Stimmen holte und ins Europäische Parlament einzog, ist der deutsche Social-Media-König der Europawahl 2019.

Knapp 20 Prozent aller innerhalb der Analyse erfassten Follower sind Sonneborns. Das starke Ergebnis für den Satiriker und Politiker könnte ein Anzeichen für die Politikverdrossenheit der deutschen Bevölkerung sein. Andererseits könnte es auch als Anreiz für die anderen Kandidaten dienen, es doch auch mal mit etwas mehr Humor zu probieren.”

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