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07.05.2019 Sommerblut KulturFestival 2019

Michael Horbach zeigt den Glauben auf Cuba - fotografische Positionen

von: GFDK - Kultur und Medien - Ausstellung

Auf Cuba blüht heute ein breites Spektrum an Glaubensrichtungen, so bunt, wie die Palette der indigenen, afrikanischen und europäischen Wurzeln der Bewohner. In den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung gibt die Fotoausstellung „Glaube auf Cuba“ – die fünfte zum Thema Cuba in diesen Räumen.

Mit 7 Künstler-Positionen geben überraschende Einblicke, die vielleicht eine für den Betrachter eher unbekannte Seite Cubas zeigen, „ein anderes Cuba, als uns durch Medien vorgeführt wird“.

Raum 1

Der „San Lazaro Kult“ auf Cuba

Der große Eingangssaal der Horbach-Stiftung bildet mit schwarz-weiß-Fotografien den Auftakt der Ausstellung. Drei Künstler (Pep Bonet, Raul Cañibano, Karl Haimel) tragen den San Lazaro Kult in eindringliche Berührungsnähe an uns heran.

„Tausende von Anhängern pilgern am 17. Dezember aus ganz Cuba jährlich zum Santuario del Rincon, in das kleine 30 Kilometer von Havanna entfernte Dorf Santiago de la Vega und sammeln auf ihrem Weg „Geld, das dem San Lazaro Lepra-Krankenhaus, zu Gute kommt“.

Viele von ihnen sind Kranke und Bettler, manche „rutschen über Tage und Wochen auf Knien, kriechen, laufen barfuß und tragen große Steine und schwere Ketten zur Pilgerstätte“.


Der ganz eigene Blick der drei Fotografen konzentriert sich auf die körperliche Grenzerfahrung der Glaubensprüfung, schonungslos und unverblümt realitätsnah.

Pep Bonet, ein spanischer Fotograf und Filmemacher, 2015 Fotopreisträger der Michael Horbach Stiftung, ist viel und ausgiebig gereist (nach Haiti, Honduras, Sierra Leone, Cuba) und hat sich mit dem San Lazaro Kult intensiv beschäftigt.

In der Ausstellung lassen ausgewählte, sehr persönliche Momentaufnahmen die Pilgerreise zu einem visuellen Erlebnis werden. Angesichts seiner Werke fühlen wir nahezu körperlich nach, wie sich individuelle Glaubensbekenntnisse auf der Pilgerreise in schier unmenschliche Anstrengungen und Leiden manifestieren.

Raul Cañibano, ein kubanischer Fotokünstler, 1961 in Havanna geboren, erhielt 1999 „die bedeutende Auszeichnung des Grand Prix in der National Photography Exhibit Cuba“ und war 2009 Fotopreisträger der Michael-Horbach-Stiftung.

In Berührungsnähe herangezoomt, nehmen uns Raul Cañibanos Fotografien mit einer geballten Ladung an Spiritualität und Emotionen mit. Die Serie über den „San Lazaro Kult“ dokumentiert Hoffnung, Demut, aber auch Verzweiflung und all das, in einem Gefühlsspektrum von zart-menschlich bis brutal-selbstzerstörerisch.

Der österreichische Fotograf Karl Haimel ist seit 1996 immer wieder nach Havanna zurückkehrt. Für ihn ist Cuba eine zweite Heimat geworden. In Karl Haimels fotografischen Szenarien des Pilgerweges zum Santuario werden wir zu stillen Beobachtern des selbst auferlegten Leidens.

Eine junge Frau, die sich mit dem Partner auf den Weg macht, hat um ihre Hosenbeine Verbandsmaterial gewickelt, um so lang wie möglich auf den Knien rutschen zu können.

Jedes Bild bringt uns ganz nah an die Menschen heran. In jeder einzelnen Fotografie versetzt uns Haimel mit erzählerischem Detailreichtum in die Situation eines Zeugen bedingungsloser Hingabe und Opferbereitschaft.

„Glaube auf Cuba“

Zum Sommerblut KulturFestival 2019 in Köln
7 fotografische Positionen
Ausstellung: 26. Mai bis 3. Juli 2019
Vernissage: 26. Mai 11-14 Uhr

 

 

 

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