hamburger-retina
06.02.2020 DIE FAMILIENUNTERNEHMER

Plädoyer für die Stimme der Vernunft - DIE FAMILIENUNTERNEHMER

von: GFDK - Kultur und Medien - Unternehmer

Mit einem Plädoyer für die Stimme der Vernunft überzeugte und begeisterte Gastredner Professor Udo Di Fabio mehr als 170 Gäste beim Neujahrsempfang von DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER im Industrie-Club Düsseldorf.

Der Soziologe, Jurist und ordentliche Professor am Institut für Öffentliches Recht der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Abteilung Staatsrecht,  begann seine Rede „Sich verändernde Gesellschaften – Herausforderungen für die Demokratie“ mit einer Analyse des Ist-Zustands:

„Die Demokratien des Westens scheinen in der Defensive zu sein.“ Im weiteren Verlauf seiner Ansprache erinnerte Professor Di Fabio,  der in seiner Karriere auch über ein Jahrzehnt als Richter am Bundesverfassungsgericht wirkte, an die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Krieges.

„Damals vor etwa dreißig Jahren war der Systemwettbewerb zugunsten des Westens entschieden“, erläuterte der Staatsrechtler und betonte, dass  sich damit auch die Leitwerte des Westens, wie die Freiheit des Einzelnen, mit seiner Fähigkeit sich zu entfalten als stärker erwiesen hätten, als die Idee des Kollektivismus.

Was ist heute anders?

Heute gebe es, so Di Fabio, keinen prägnanten Systemwettbewerb, sondern stattdessen die Rückkehr robuster Regionalkräfte. Sowohl in Europa als auch in den USA habe eine Veränderung von einer werteorientierten, pragmatischen Demokratie hin zu einer Stimmungsdemokratie stattgefunden.

Eine der Ursachen: Die öffentliche Meinungsbildung hat sich verändert. Mitentscheidend für diesen Wechsel seien die Sozialen Medien. 

Die dort mögliche Anonymität und Dezentralisierung mache es den Menschen besonders leicht, sich emotional – teilweise ohne Hemmungen - zu äußern. Professor Di Fabio bilanzierte: „Fakten will man nicht mehr hören, es sind Stimmungen unterwegs.

Diese Änderung der Meinungsbildung führe dazu, dass Politiker kurzfristige, häufig irrationale Entscheidungen träfen. Langfristige Folgen, Wechselwirkungen und sorgfältige Analysen würden entweder nicht bedacht, vermieden oder bewusst ignoriert.

Professor Di Fabio führte als Beispiel die aktuelle Klimapolitik an. Gerade bei diesem Thema vermisse er eine sachliche Auseinandersetzung – er wünsche sich Zweckrationalismus statt Stimmungsmache.  Der Professor warnte: „Die Demokratie dürfen wir für kein Sachproblem aufgeben.“

Sein fulminanter Vortrag schloss – trotz trüber Bestandsanalyse - mit den Worten: „Wir müssen die Herausforderungen der Welt als Anregung verstehen! Die Klimadebatte kann die Wirtschaft beleben!“

Der Rede vorausgegangen war ein Grußwort von Marco van der Meer, Regionalvorsitzender von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, der das Konzept des Verbands - Politische Interessenvertretung, fachlicher Ideen- und Gedankenaustausch sowie die gemeinsame Teilnahme an kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen - kurz erläuterte und darauf hinwies, dass es notwendig sei, bei allen politischen Entscheidungen, die wirtschaftliche Perspektive mitzudenken.

Daran anschließend appellierte Kathrin de Blois, Regionalvorstand von DIE JUNGEN UNTERNEHMER Niederrhein Düsseldorf, an alle Unternehmer, sich mutig und entschlossen für ihre Überzeugungen einzusetzen.

Werte wie Freiheit, Eigentum und Wettbewerb, die Eckpfeiler der sozialen Marktwirtschaft, würden in letzter Zeit  zunehmend in Frage gestellt. Ob CO2-Steuer, Fahrverbote, Vermögensabgabe oder Mietendeckel – diesen Entwicklungen müsse man sich entschieden entgegenstellen.

Top