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Künstler mit besonderen Leistungen auf GFDK

31.12.2016 Farbeier auf Leinwand

GFDK - Elaine Abrams

"Ich stehe hier für die Freiheit der Frauen, sich frei bewegen zu können. Und für die Errungenschaften der letzten 50 Jahre, dafür dass man diese Werte nicht mit Füßen tritt. Dafür, dass Frauen sich nicht maßregeln lassen müssen", sagte Milo Moiré nach den Kölner-Sex Mop-Silverster angriffen auf Frauen.

Moiré meinte zu der heftig kritisierten Äußerung von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Frauen sollten zu Fremden "eine Armlänge Distanz halten", damit es nicht erneut zu Geschehnissen wie denen aus der Silvesternacht komme.

"Ich denke, es ist der falsche Weg, dass man den Opfern vermittelt, dass sie etwas falsch gemacht haben. Frauen sollen weiterhin mit erhobenem Haupt selbstbewusst durchs Leben schreiten. Mit einem wachsamen Auge, aber trotzdem selbstbewusst und selbstbestimmt", so Moiré.

"Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild selbst wenn wir nackt sind!"

Nach Kotz-Künstlerin Millie Brown, die farbige Milch auf ihre Leinwände erbricht, die nächste unglaubliche Performance: Milo Moiré ist Schweizerin, 33 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Zur "Art Cologne" 2014 reiste sie nach Köln und sorgte für einen handfesten Skandal.

Die hübsche Künstlerin und Psychologin spanisch-slowakischer Abstammung zog sich pudelnackt aus, stellte sich auf ein selbstgebasteltes Podest und legte Eier. Was das mit Kunst zu tun hat? Milo füllte sechs Eier mit Tinte und Acrylfarbe, führte sie in ihre Vagina ein und "gebar" sie. Durch das Hinunterfallen zerbrach die Schale und die Farbe spritzte auf die Leinwand.

Kann man Kunst gebären?

Nackt, auf einem Podest "gebar" sie die Farbeier auf die Leinwand
Ihre Performance zelebrierte Milo genau vor dem Gebäude, in dem die große Kölner Kunstmesse stattfindet - ohne Erlaubnis, versteht sich. Das Ergebnis nannte Moiré "The PlopEgg Painting Performance # 1 - A Birth Of a Picture" (Die PlopEier Malperformance Nr. 1 - Die Geburt eines Bildes). Für die 33-Jährige sei das Erschaffen ihrer Kunst eine "persönliche, intuitive Erfahrung", wie sie der Zeitung "Le Matin" verriet. "Ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina."

So erklärt die Künstlerin ihre Performance (Text von Elaine Abrams auf der Page der Künstlerin):


"Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv.

Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das vaginal entstehende Bild

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit. Ein Vergleich zu wilden Assoziationen kommt auf und durch die Intensität des Gesehenen und (Mit)-Erlebten wird klar, dass die Kunst wie so oft die Körperlichkeit braucht, um sich manifestieren zu können."

Zuschauer sahen interessiert zu - aber nicht alle wegen der Kunst
Die Zuschauer zögerten nicht, ihre Handys zu zücken und fleißig mitzufilmen. Die Meinungen der Zuschauer waren geteilt. Eine Dame machte sich laut "20 Minuten" Sorgen, wegen des Platzes, den sechs Eier bräuchten. Andere wandten sich angeekelt ab. Viele sahen gespannt zu, allerdings nur ein Teil der eifrigen Zaungäste war auch an der Kunst interessiert.

Moiré hat kein Problem mit Nacktheit, im Gegenteil. Vor einem Jahr (er)regte sie die Düsseldorfer auf, als sie nackt Straßenbahn fuhr.

Kunstexperten sind übrigens nicht aus dem Häuschen wegen des Bildes. Seit Nitschs Blut-Schüttbildern in den 60ern echauffiert sich in der Kunstszene niemand mehr wegen Körperflüssigkeiten und ähnlichem.

Das Ergebnis sieht übrigens nicht übel aus und ist käuflich zu erwerben. Mehr Infos und das fertige Bild sehen Sie auf Milo Moirés Homepage.

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01.12.2016 verzaubert Groß und Klein

Claudia Roloff-Becker - 3 Bilder

Wer seinen Lieben, seinen Freunden und der Familie auf der ganzen Welt zu Weihnachten einen ganz besonderen Gruß schicken möchte, wird die nostalgisch und liebevoll gestalteten eCards aus dem Atelier des Künstlers Andreas Piel (www.bewegte-grusskarten.de) lieben. Alle Grußkarten sind animiert und erzählen eine kleine mit Musik untermalte Geschichte, die von Zeit zu Zeit ein Eingreifen des Beschenkten einfordert.

Diese Karten muss man einfach mögen, denn die Geschichten sind witzig und gleichzeitig stimmungsvoll erzählt, und man möchte sie sich immer wieder neu ansehen. Sie vermitteln eine ruhige und heile Welt, die im hektischen und manchmal kalten Alltag allzu häufig verloren geht. Der individuelle Gruß des Absenders kommt natürlich auch nicht zu kurz, denn am Ende jeder Karte hat dieser die Möglichkeit, einen Grußtext von beliebiger Länge zu verfassen, die jedem Weihnachtswunsch eine ganz persönliche Note verleiht.

Die Motive erscheinen so leicht und beschwingt, dass man leicht übersieht, wie viel Arbeit und Liebe in der Gestaltung einer einzigen dieser animierten eCards steckt. Der Künstler selbst erzählt in einem Radio-Interview mit dem Deutschlandfunk im Jahr 2010, dass er an einer Karte zwei Wochen lang täglich zehn bis zwölf Stunden arbeitet, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Diese Faszination, die er und auch sein Team dabei in diese künstlerische Arbeit stecken, ist den Karten deutlich anzusehen und hebt sie aus der Masse heraus. Trotz dieser Professionalität steht der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund, denn die Karten werden nicht teuer an die Kunden verkauft. Vielmehr haben interessierte Besucher die Möglichkeit, für nur EUR 12,00 ein Jahr lang so viele Grußkarten zu versenden, wie sie möchten.

So können sie immer wieder aufs Neue stöbern und sich auf regelmäßige Neuerscheinungen freuen. Weihnachtliche und viele weitere Motive und Themen für jede erdenkliche Gelegenheit sind auf der Webseite www.bewegte-grusskarten.de (www.bewegte-grusskarten.de) zu finden.

Hier stehen Karten zu den Themen Umzug, Geburtstag, Muttertag, Geburt und Taufe und Silvester ebenso zur Wahl wie Halloween-Karten und Grußkarten anlässlich des Valentinstages. Auch die animierten Einladungskarten sind eine sehr schöne und nicht zuletzt umweltschonende Alternative zu gedruckten Karten.

Andreas Piel ist gelernter Grafiker und Illustrator, der von Bonn in seine heutige Wahlheimat Hamburg zog. Hier scharte er ein kleines Team von Künstlern um sich, mit dem er seit 2008 die animierten Grußkarten entwickelt. Doch seine künstlerischen Ambitionen gehen weit über die Kreation von eCards hinaus. Bereits seit 1992 ist er als Verfasser und Illustrator zahlreicher Kinder- und Jugendsachbücher aktiv. Einige der von ihm verfassten Bücher sind mittlerweile in mehr als zehn Sprachen übersetzt worden.

 

Verantwortlich:
Claudia Roloff-Becker
Pöppelmannstraße 35

33739 Bielefeld

Kontakt:
   
E-Mail: info@texte-und-storys.de

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17.10.2016 Der Mensch im Zentrum

GFDK - Marie-Louise Abele

Gerade erst hat der Künstler und Bildhauer Ralf Ehmann den Gustav-Seitz Preis auf Schloß Trebnitz erhalten. Aufgrund seiner beeindruckenden Arbeiten möchten wir Euch gerne den Künstler Ralf Ehmann, seine Arbeiten und seine Inspirationen näher vorstellen.

Sie stehen wie zum Spalier. Das Atelier von Ralf Ehmann ist umringt von figürlichen Darstellungen und Gegenständen in Stein gehauen und Bronze gegossen. Sie sind Ergebnis und Zeugen unterschiedlicher Schaffenszeiten und ein Hinweis auf das, was einem im Inneren erwartet. Zum einen im Kiebinger Atelier, zum anderen im Inneren des Künstlers selbst, sieht er doch seine Arbeiten als gesellschaftskritische Ansichten, als Spiegel der Zeit.

Bildhauer Ralf Ehmann

Sein Atelier besteht aus mehreren Räumen. Gleich im Bildhaueratelier, wo Holzboden und Wände mit einer zarten Steinstaubschicht überzogen sind, entstehen seine Skulpturen. Bronze, Kalk- und Sandstein sowie vor allem Marmor sind seine bevorzugten Werkstoffe.

Neben dem schweren Handwerkszeug, Feilen, Hammer, Meißel, drängen sich auch hier aus früheren Schaffensperioden bildgewordene Figuren und Köpfe. Diese eigens geschaffene, plastische Welt umgibt ihn täglich, er lebt mit seinen Figuren, arbeitet unter ihren Blicken und doch ist stets reichlich Platz für das Entstehen von Neuem.

Direkt darüber, im lichtdurchfluteten Dachgeschoss, arbeitet er an seinen großformatigen Malereien, hier stapeln sich links und rechts an den Wänden gelehnt ebenfalls Werke.

In der Druckwerkstatt warten Druckerpressen und Lithographiesteine auf das Produzieren von Radierungen und Lithografien. Alles in diesem Raum hat seinen Platz, ist klar geordnet, die Schubladen sind gefüllt mit Werken. Hier ist präzises, genaues und konzentriertes Arbeiten gefragt. Die Drucke müssen punktgenau sitzen, sonst ist die Arbeit zu verwerfen, der Ehrgeiz bei dieser Technik ist in dem Raum fast zu spüren.

Kurzum: Ralf Ehmann bedient sich verschiedener künstlerischer Techniken und präsentiert damit ein reiches Oeuvre.

Warum der stete Wechsel zwischen den Kunsttechniken?

Er liebt die Abwechslung. Es tummeln sich verschiedenste Bilder in seinem Kopf, da kommen ihm die unterschiedlichen Ausdrucksebenen sehr entgegen. In immer neuen Zyklen und Serien arbeitet er sich durch seine Themen.

Alles beginnt mit einem Schlaglicht, das sich aus mehreren Sequenzen zu einem Ganzen zusammensetzt, auch in der künstlerischen Verarbeitung. Zunächst als Zeichnung, dann als plastische Figur nimmt es Gestalt an. Doch während dieser körperlichen Arbeit entsteht der Wunsch nach komplexerem Ausdruck, der sich nur auf der freien, zweidimensionalen Ebene ausarbeiten lässt.

Skulpturen von Ralf Ehmann

„Die Skulptur ist sehr kompakt, konzentriert und reduziert und lässt nur eingeschränkt das Thema verarbeiten“, sagt er. Die Arbeiten in den verschiedenen Räumen und Techniken vollzieht er parallel, je nach Tagesform und innerem Antrieb. In jedem Bereich zieht sich seine ganz eigene Handschrift durch die Werke. Die Werke, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen, der dichten Interpretation. Und immer wieder taucht die eine männliche Figur in den Ansichten auf, sie trägt eindeutige, autobiografische Züge.

Sind es tatsächlich Selbstporträts?

Als ein Stellvertreter bezeichnet Ralf Ehmann die Figur fast freundschaftlich. Ein Typ, der eine Botschaft trägt, der erlebt, durchsteht und am Ende hoffentlich gewinnt – an Einsicht, an Lebenskraft, an Stärke? Der Mensch ist das zentrale Motiv, das ihn seit frühen Kindheitsjahren künstlerisch begleitet. Körper, Köpfe, Paare, der einzelne Mann, immer wieder im Dialog mit der Umwelt, die ihn herausfordert.

Seine steingewordenen Figuren bewegen sich meist aus ihrem Stein heraus. Felsig-raue und glatte Oberflächen, die natürlichen und die von Hand geformten, gehen ineinander über. Damit reagiert der Künstler auf den Stein und seine Gegebenheiten. Ralf Ehmann liebt die Andeutung, die Offenheit der Interpretationen sowie der Gedankengänge, die folgen.

Seine Bronzeplastik „Kopf“ (2012) ist weitgehend ausgearbeitet aber nicht weniger offen für individuelle Interpretation. Frontal ist er nur als Gesicht auszumachen, geht der Betrachter nun um den Kopf herum, eröffnet sich sein Innenleben und zeigt einen kleinen Menschen, der sich gekrümmt liegend, ganz klein farblich vom Gesicht absetzt. Wer wohnt dort noch in ihm? Ist es das Kind im Manne, eine Idee oder einfach der Mensch, der er gerne sein möchte?  

„Zenit“ nennt er zwei Arbeiten, die er 2012 parallel als Stein- sowie Bronzefigur entstehen ließ. Eine große Figur hebt gebückt eine kleinere, die den Blick streng gen Himmel richtet, aus dem Stein empor. Sie stützt sie, hält sie, scheint ihr von der eigenen Kraft abzugeben. Obwohl sie als zwei Figuren auszumachen sind, sind sie dennoch kompakt mit ihrem Stein verwachsen.

Die Skulpturen und Bronzearbeiten geben jeweils eine Situation preis, Ralf Ehmanns Malereien dagegen haben etwas Collagenartiges, auch hier finden fremd wirkende Elemente ihren Platz, die für seine typische surreale Wirkung sorgen.

Sind die Arbeiten dem Surrealismus zuzuschreiben?

Mit dieser Einordnung ist der Künstler nicht zufrieden. Es geht ihm eher um die Bildbetrachtung, die aus verschiedenen Wahrnehmungssequenzen und –ebenen besteht. Das Surreale ist dabei nur eine Wahrnehmung. So erscheinen seine Werke als traumhaft, verwunschen.

Sie zeigen zwar Bekanntes, welches in der gesamten Bildkomposition gleichzeitig fremdartig wirkt, mitunter gar beängstigend und düster, wobei seine eher helle, klare Farbwahl anderes verspricht und im irritierenden Kontrast dazu steht.

Die Bildräume sind unklar, als malerisches Mittel verwendet er Lasuren, die übereinandergelegt Schicht um Schicht ganz eigene Raumtiefen entstehen lassen, sie überlagern sich und das Gefühl der Unwirklichkeit wird noch durch ungleiche Proportionen der Bildmotive verstärkt. Es wird das zum Bild, was verbal nicht erfasst, geformt oder zum Ausdruck gebracht werden kann und so treffen auch mal mehrere Themen und Kopfbilder im Werk aufeinander.

Ralf Ehmann nutzt viele Gegenstände mit symbolischem Charakter, wie ein kokon-, larvenartiges Gebilde. Ein organisches Ding, das im Werden ist, das reifen muss, annehmen und wachsen? So manches Mal erscheint es beziehungslos im Raum, abgegrenzt von allem anderen und doch sehr groß, präsent.

Ebenso wichtig ist Ralf Ehmann in jüngeren Werken das Motiv der Waage. Es ist das menschliche Abwägen, das Bewerten und Einordnen, das er in seinem Werk „Die Gerechten“ (2010) thematisiert und als Malerei und Radierung gleichzeitig entstehen ließ. Es zeigt den Stellvertreter am Rande einer der Waagschalen, den Abgrund hinunterblickend.

Im Bildvordergrund fällt sein nackter Gegenpart bereits hinab, ein anderer liegt gekrümmt in der gegenüberliegenden Schale. Der düstere, rote Himmel öffnet sich fernab mit ersten hellen Sonnenstrahlen – oder zieht er sich zu? Jeder der Protagonisten ist sich selbst überlassen, hilflos seinem Schicksal ausgeliefert.

Und schon drängen sich Fragen auf wie „Hat er ihn gestoßen?“ oder gar „Sind hier nicht mehrere Zeitebenen zeitgleich zu sehen?“ So wäre zum einen das erste Abwägen mit dem Blick noch unten zu sehen, dann das „Nackte-mit-sich-Ringen“ liegend in der Schale und schließlich der Sprung, der Sturz ins Ungewisse.

Die Landschaften, die seine Protagonisten umgeben, sind irritierend. Gebirge und der einzelne Berg, als kaum zu überwindendes Hindernis, finden sich in all seinen Kunstbereichen wieder. Aus dem Nichts schießen plötzlich Hochhäuser aus dem Boden wie seinem Werk „Träumer“ (2010), in dem Stacheldraht schmerzlich das Sehen unterbindet. Graue, triste Häuserwände und gleichermaßen triste Gesichter gibt „Die Straße“ (2005) preis, dabei stellt er dem Grau ein starkes Gelb als Kontrast gegenüber. Es geht ihm um Abgrenzung, Verknüpfung und Verbindung.

Ralf Ehmann scheint seine Bilder im Werden spüren zu wollen. Die schweißtreibende, kraftvolle Arbeit an den Skulpturen und Objekten sowie die Anstrengung an der Druckerpresse sprechen für sich. Gleiches lässt sich auch in seiner Malerei entdecken. Ehmanns Bilder sind stets von einer kraftvollen Bewegung, einer aufregenden Dynamik und einem starken Duktus begleitet.

„Ich bin nicht der stille Typ“, sagt er, der seinem Gegenüber im Gespräch sehr ruhig begegnet. So sind es wohl die inneren, lauten Szenerien, die ihn unruhig antreiben. Die Arbeiten, Malerei oder Skulptur, leben von Andeutungen, dem Feinsinnigen und schließlich der dichten Interpretation.

Titel haben bei Ralf Ehmann einen hohen Stellenwert. Zunächst entstehen Arbeitstitel, die im Laufe der Schaffenszeit auch Veränderungen unterliegen können. Er sieht sie als Fingerzeig, eine Handreichung des Künstlers an seinen Betrachter und gleichzeitig die Aufforderung zur individuellen Begegnung. Dieser wiederum sucht nach Antworten, nach eigenen Wegen des Verstehens, nicht ohne die Irritation, die ihn bei der Suche durch die Bildräume stets begleitet.

Marie-Louise Abele, Freie Journalistin, Reutlingen

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27.08.2016 universelle Projektionen

GFDK Redaktion

Die Lebens- und Studienstationen von Suzanne Levesque erstrecken sich von Luxemburg über Hamburg, Wien, New Haven, Baltimore bis New York. 

Die kreative Seite von Suzanne Levesque wurde seit ihrer Kindheit von der familiären Seite her unterstützt, die Großmutter ist selbst Malerein, beide Eltern sind Musiker. Die ersten entstanden Zeichnungen zeigen Kindergesichter, ein bis heute bearbeiteter Fokus im Werk. Das Studium der Malerei absolvierte sie in Hamburg und Baltimore, schon während des Studiums wurden erste Einzelausstellungen mit ihren Arbeiten realisiert.   

"Eigentlich wollte ich Ärztin werden. Aber ich hatte kein großes Latinum. Also dachte ich: Wenn ich medizinische Zeichnungen machen würde, dann könnte ich beide Vorlieben miteinander verbinden. Ich habe aber bald gemerkt, dass es mir nicht um das reine Darstellen ging." Ihr Interesse an einem Grenzgang führte dann dazu, dass sie Krankenhäuser besuchte und dort Verstorbene zeichnete. "Ich wollte wissen, wie es ist. Die Präsenz, die irdische Schwere und Körperlichkeit ohne Regung erleben. Es war sehr friedlich, weil es etwas Abgeschlossenes hatte."
Im nächsten Schritt wollte sie erfahren, "was passiert, wenn ich ihnen auf dem Papier wieder Menschlichkeit einhauche." 

Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque


Seit diesen ersten tiefgreifenden Erfahrungen kreisen die Zeichnungen und Ölbilder von Suzanne Levesque weiterhin um Gesichter, verwundbare, schutzlose Körper, meist von Kindern, bei denen weder Alter noch Geschlecht bestimmbar sind. Sie scheinen im Raum zu schweben, ziehen sich durch das Bild, ohne Raumkomposition.
Die lasierende malerische Vorgehensweise scheint dem Motiv gut angepasst. Die Farbpalette ist begrenzt, es ist keine Grisaille-Malerei, die Farben Grün, Gelb und Blau werden spärlich eingesetzt.

Die Arbeiten von Suzanne Levesque sprechen eine sehr eigene Sprache und bringen mit ihren Phantasmen eine empfindliche, verstörende  Saite beim Betrachter zum Klingen,  "ein blankes Feld für universelle Projektionen", wie es die Künstlerin selber nennt.

 Zu sehen ab 1. September bis 24.9.2016 in der

Galerie Pfundt

Knesebeckstraße 89
10623 Berlin / Charlottenburg

Tel.: 030 – 327 66 500
mobil: 0179 – 395 77 29
 
info@galerie-pfundt.de

Mi-Fr 13-18 h / Sa 10-14 h

Suzanne Levesque


1983            geboren in Luxemburg
bis 2005      Lyme Academy College of Fine Arts
2010 - 11    Maryland Institute College of Art, Baltimore
2006 - 12    HAW, Hamburg
2013           Elysee-Preis für Malerei

Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA

Ausstellungen von Suzanne Levesque

 

 
 
 
2016
 
 
 
 
 

Galerie Pfundt - zum Gallery Weekend Berlin
Galerie Goethel, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2015
 
 
 
 
 

kiddo, Atelier Xylos, kuratiert v. Franz Chavanne (solo) (Katalog)
Wunderkind, Mozarteum, Salzburg (solo)
The Daily Moods of Suzanne Levesque - Herr Beinlich, Bielefeld (solo)

 
 
 
 
 
 
2014
 
 
 
 
 

Atta Girl!, Fabrik der Künste, Hamburg, Germany (solo) (Katalog)

 
 
 
 
 
 
2013
 
 
 
 
 

Lichtwark Edition, Suzanne Levesque, Lichtwark Haus, Hamburg
LULLABIES, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg (solo)
Holotypes, Mary'sches Haus, Hamburg (solo)

 
 
 
 
 
 
2012
 
 
 
 
 

In Gedenken der Kinder, Medizinhistorisches Museum, UKE, Kuratiert von Alexa Seewald, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2011
 
 
 
 
 

DisOrder, Rosenberg Gallery, MICA, Baltimore

 
 
 
 
 
 
2010
 
 
 
 
 

Identity, Rosenberg Gallery, MICA, Baltimore
12x12, Mighty Tanaka Gallery, kuratiert v. Alex Emmart, NY

 
 
 
 
 
 
2008
 
 
 
 
 

Wet Paints, Hygenic Gallery, New London, Connecticut
Medizinische Studien, Amalie-Sieveking-Klinik, kuratiert von Hinnerk Bodendieck

 
 
 
 
 
 
2007
 
 
 
 
 

Gut und Böse, Haus 73, kuratiert von Frank Diersch, Hamburg

 
 
 
 
 
 
2016
 
 
 
 
 

The Best Thought I've Had, OneArtSpace, New York

 
 
 
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28.06.2016 Electronic-Punk-Rock

GFDK - Redaktion

Die Münchner Electronic-Punk-Rock-Band "Mila Masu" besteht aus vier Musikern, denen Jazz, Rockabilly und Konzertgitarre einfach nicht laut genug waren. Punk-Röhre und Frontfrau der Band Mila redet Klartext und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Die Vier haben sich gesucht und gefunden. Mila inserierte folgendes auf sämtlichen Portalen: „Sympathische Punk-Rock-Queen sucht drei hemmungslose Typen, um die Bretter der Welt zu erobern. “Mit frechen Texten, rasanten Riffs und treibenden Electronics geben die Vier neue Töne vor. A.K., Till und Mila schlossen sich im Jahr 2011 zusammen, um dem Studioprojekt "Mila Masu", mit dem damaligen Produzenten/Gitarristen Chris Gabler, auch live ein Gesicht zu geben. 2013 gesellte sich Gitarrist Leo hinzu und machte das Puzzle komplett.

Im März hat Mila Masu ihr absolutes Herzens-Album „Klartext“ veröffentlicht und sind jetzt heiß darauf die Bühnen zu rocken.

 

Neues Album Klartext

Story zum Album „Klartext“:„Sei Du selbst und lass Dich von niemandem unterkriegen!“

Wir sind direkt auf die 12, ironisch, prangern an, lachen, weinen, sprechen immer Klartext, können aber auch über uns selbst lachen. Musik ist das, was wir über alles lieben und genau das wollen wir auch an die Leute tragen. Aber macht euch am Besten selber ein Bild und hört in unser Album rein. Das könnt ihr auf allen gängigen Portalen wie itunes, amazon, spotify, ... oder bestellt euer Exemplar einfach unter www.mila-masu.de/shop

Mila Masu - Musik mit Herzblut

Mila Masu ist eine leidenschaftliche Live-Band, der man den Spaß auf der Bühne und ihr Herzblut zur Musik wirklich ansieht!

Album „Klartext“ ist seit März 2016 auf dem Markt!

Management:

bart@agentur-eam.de

Label: Into The LimeLight Records

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28.06.2016 Action und Abenteuer

GFDK - Melanie Marten

Hagen Vogels (*1988, Berlin)  Einflüsse kommen aus der Internet- und Gamerszene und deren Fankultur und -Kommunikation sowie vom Fanatismus. Angesiedelt zwischen Hochkultur und Pop portraitiert Hagen Vogel seine Helden in aufwändigsten Techniken der Ölmalerei. Lara Croft, als bekanntester Videospielcharakter der Gegenwart, wird auf großflächiger Leinwand zum Kunstwerk erhoben.

Hagen Vogel liebt gute Stories

Als Vorlage wählte Hagen Vogel das Adventure-Game aus 2013, in der Croft erstmals weniger sexistisch gestaltet und die Story von einer Frau geschrieben wurde. In diesem Spiel wird sie zur verwundbaren Abenteurerin, bildreich dargestellt von Hagen Vogel in lebensfeindlicher Szenerie mit Schiff- und Flugzeugwracks. Vogel liebt gute Stories und bringt virtuelle Charaktere in die reale Welt, u.A. mit Gemälden von Dr. Earnhardt („Far Cry“) vor seiner psychedelischen Pilz-Ernte, Citra („Far Cry“), die den Dolch entgegennimmt, und mit einem klassischen Portrait der jungen Ellie, die im Survival-Horror-Videospiel „The Last of Us“ als Einzige immun gegen den Pilzbefall der Menschheit ist.

Mit selbst hergestellten Malmitteln und feinsten Werkstoffen aus Belgischem Leinen, Schweizer Gesso-Grundierung und einem sich abwechselnden Schicht-Verfahren aus Eitempera und Harzölfarbe erarbeitet Vogel anspruchsvoll Werke, die über 500 Jahre halten bevor sie restauriert werden müssen. Die dargestellten Charaktere in ihrer typischen Umgebung hält er damit für die Ewigkeit fest.

Motive unserer Zeit

Weitere Arbeiten umfassen weltliche Motive unserer Zeit, wie das epische Captain Picard Facepalm-Meme, das als Ausdruck non-verbaler Kommunikation in die Geschichte der Internet-User eingeht. Ein von Caspar David Friedrich übernommener Schauplatz enthüllt Sven Marquardt als Wanderer und das Berghain im Nebelmeer.

Stillleben mit Gangster und Kanonen

Action und Abenteuer sind sich durchziehende Themen, darunter das romantisierte Gangster-Stillleben aus Zigarre, Knarre, Crystal Meth, Dollar-Scheinen, Herradura-Tequila und Habaneros und das Survival-Stillleben aus Rucksack, Beil, Ethanol, Tape und Feuerstarter. Im Kontrast zu Letzterem die lebensgroße Plastik einer Lidl-Tüte als Ressource eines Obdachlosen, dem Überlebenskünstler.

Hagen Vogel spiegelt die Welten die wir uns schaffen so, dass man das Abgebildete zweifelsfrei erkennt. Manche dieser Welten verblassen schon etwas, wie Papst Benedikt XVI, der als Vorgänger von Papst Franziskus die Kirche in Person verkörperte. Kurz nach seinem Rücktritt wurde er von Vogel auf riesiger Leinwand festgehalten, mit goldener Robe, aufdringlichem, goldenem Kreuz in der Faust und göttlich in den Himmel gehoben. Die Klarheit in den Bildnissen, den Farben und der Ästhetik Vogels verblasst nicht.

Über den Künstler Hagen Vogel:

1988 in Berlin geboren, in Franken aufgewachsen und für das Studium an der Universität der Künste nach Berlin zurückgekehrt. Von 2009 bis 2014 studierte er Freie Bildende Kunst u.A. bei Fritz Balthaus, Gregor Schneider und Valérie Favre. Nach einem Experiment im Stil von Georg Baselitz, bei dem Hagen Vogel ein Hitler-Gemälde schuf und damit eine Beschlagnahmung durch die Staatsanwaltschaft als sich-selbst-erfüllende Prophezeiung auslöste, wurde Vogel der Universität verwiesen. Daraufhin entstand Vogels Gemälde von Papst Benedikt XVI.

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12.06.2016 Menschen auf Zeit

GFDK - Herwig Nowak

Gila Abutalebi (geboren 1971 in Österreich), aufgewachsen in Hamm Westfalen, studierte Sprachen, Wirtschaft, Schauspiel in Deutschland, USA und Spanien. Seit ihrer Kindheit ist sie Stift und Sprache verbunden.

Die Deutsch Iranerin offeriert ein in sich homogenes aber auch heterogenes Oeuvre: die Begegnung der Kulturen, der persischen als auch europäischen. Mit einer ungeheuren geradezu deutschen Akkuratesse, schreibt sie ihre Werke und vermischt diese mit ihrem orientalischen Flair.

Dabei arbeitet sie ausschließlich mit den lateinischen Buchstaben. Die „Schrift- und Sprachkünstlerin“ visualisiert also Buchstaben, Wörter und eigene Texte mit leichten Farben wie Pigmenttinte und Acryl und arbeitet auf transparenten Materialien. Die vielfach in mehreren Schichten übereinander gelegten Werke erlangen in ihrer Mehrdimensionalität geradezu einen Schwebezustand.

Ihre Arbeiten kreisen stets um den Menschen und das Zeitgeschehen, die Emotionen und Stimmungen mit dem Ziel vielschichtige Reflexion beim Betrachter auszulösen. Abstrakt, narrativ und poetisch transportieren ihre Werke eine Leichtigkeit, auch um der Schwere des Seins mit Leichtigkeit zu begegnen. Seit Jahren konzentriert sich Abutalebi auf den Buchstaben „K“ - ihre aktuelle Serie „In Love with K – K Visuals“.

Ob kopflose Kreaturen, Kommunikation, Kettenreaktion, Kraft, Komposition, Kosmos, Kultur, Kunst, Kapitalismus, Krieg, Kommunismus, Konzentration, Kuss, Konflikt, Kreis(lauf), … - das K ist zum Held ihrer Werke geworden. Gelegentlich empfängt ihr Held auch Gäste, wie das „O“ oder andere Buchstaben, gar Wörter.

Seit 2016 hat sie einen weiteren Helden: das „M“. Titel ihrer neuen Serie: „M in Process – M Visuals“. Die erste Ausstellung in 2016 widmet sie ihrem Text „Menschen auf Zeit“, alles kreist im wahrsten Sinne des Wortes um den Menschen.

Auch hat sie ihrer Arbeit eine erweiterte Dimension in der Mehrdimensionalität geschenkt:: „das sprechende Bild“, Bild und Ton in einem. Die Vertonung von Abutalebis lyrischem Text „Menschen auf Zeit“ ist von den NOIZMAKERS aus Frankfurt produziert worden.
Gila Abutalebi lebt und arbeitet in Köln.

Herwig Nowak

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31.05.2016 Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

GFDK - Erik Stephan

Mikos Meininger wächst in Jena auf, lernt Plakatmaler und verlässt die Stadt 1986 in Richtung Berlin – gerade noch rechtzeitig, um die Berliner Szene in ihrer randständigen Selbstorganisation zu erleben, bevor nach 1989 die Karten neu gemischt werden. Er findet Anschluss an den Kreis um Maximilian Barck, den inspirierenden Kopf der Produzentengemeinschaften „Maldoror“ und „Herzattacke“.

Hier verzahnen sich Literatur, Kunst und Leben auf das Engste und Meininger entdeckt über die Grafik das Künstlerbuch - ein Medium, das im Osten Deutschlands lange Zeit einige Freiräume gestattet, die in offenen und größeren Formaten kaum zu erlangen sind. Hier, in der direkten Zusammenarbeit mit bekannten und weniger bekannten Kollegen, entwickelt Mikos Meininger sein künstlerisches Vermögen und ist an einer Vielzahl von Projekten im Berliner Kunstbetrieb beteiligt.

Mikos Meininger hat literarische Vorlieben

Zunächst sind Meiningers Arbeiten erzählerisch, geladen von der spontanen Eingebung des Augenblicks, erfundenen oder gefundenen Geschichten wie auch literarischen Vorlieben, die sich zwischen Wolfgang Hilbig und René Char bewegen. Offenkundig bevorzugt er den Dialog mit Dichtern, deren Werk aus einsamen Tiefen aufragt und zum subversiven Dialog anregt. Jedoch sind keineswegs alle grafischen Arbeiten Meiningers literarisch inspiriert. Vor allem dort, wo seine Arbeiten abstrakter werden, löst er sich von der direkten Inspiration, wird freier und weicht gegenständlichen Bezügen aus.

In der Malerei – im größeren Format – wird diese Entwicklung von Beginn an deutlich und beschreibt, da kein Auftrag das Ergebnis beeinflusst, eine ungegenständliche Malerei, die sich in Schichtungen entwickelt und assoziativ das Thema der Landschaft berührt. Meininger lässt offen, ob es sich bei seinen Landschaften um Emanationen des Geistigen oder um subtile Variationen des Gesehenen handelt. In vielen Fällen verführt der Verdacht gegenständlicher Entdeckungen den Betrachter zum konkreten Sehen. Genügen viele der früheren Bilder einer spielerischen Grundstimmung, so sind die neueren Gemälde, ganz im Sinne einer Bewusstseinslandschaft, bei zurückgenommener Farbigkeit deutlich dichter gepackt.

Gemälde  Grafiken  Skulpturen

Anders als die Malerei figuriert Meiningers jüngstes Kapitel im Werk, die Plastik, konsequent im Figürlichen. Zumeist gegossen in Bronze zeigt sich die Figur allerdings nicht als wohlgeformte Konstante, sondern es ist viel mehr das Ephemere, die Überlappung von Werden und Vergehen, das sich hier entäußert.

Das künstlerische Schaffen Mikos Meiningers erfuhr in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Anerkennung. Davon zeugt nicht nur der deutlich größere Radius seiner Ausstellungen – erst kürzlich endete eine Retrospektive in Shanghai – sondern auch die Verortung seiner Werke in zahlreichen bedeutenden Sammlungen. Es ist also an der Zeit, das Werk des Künstlers in einem Akt künstlerischer Heimholung nun auch am Ort seiner Kindheit und Jugend zu zeigen.

Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

16. April – 14. August 2016

Die erste umfassende Werkschau Meiningers berührt alle Bereiche des Werkes und reicht von Malerei, Skulptur und Druckgrafik bis hin zu jenen aufwändigen Künstlerbüchern, die Meininger zumeist mit befreundeten Schriftstellern erarbeitete. Das jüngste Kapitel des Werkes, die Plastik, wird in unserer Ausstellung erstmals repräsentativ vorgestellt. Die Ausstellung zeigt eine konzentrierte Auswahl aus der Fülle eines wachsenden und sich in thematischen Schüben entwickelnden Werkes.

Mikos Meininger hat sich zu zwei Führungen bereit erklärt und wird persönlich durch die Ausstellung führen. Zu diesem Dialog der besonderen Art, bei dem nicht nur die Kunstwerke, sondern auch die vielfältigen Hintergründe ihrer Entstehung eine Rolle spielen werden, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

Termine:

Samstag, 4. Juni 2016, 15 Uhr

Sonntag, 5. Juni 2016, 15 Uhr


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25.03.2016 Michael Horbach-Stiftung

GFDK - Herwig Nowak

In Köln geht in diesen Tagen eine bemerkenswerte Ausstellung junger iranischer Künstler zu Ende. Unter dem Titel "Berge bewegen sich nicht" zeigte die Michael-Horbach-Stiftung in ihren Kunsträumen in der Wormserstrasse 23 sechs darstellende Künstler, allesamt persischer Herkunft und allesamt im Rheinischen Raum lebend und schaffend. Ausgestellt wurden Gila Abutalebi, Linda Nadja, Pari Moradi, Mahssa Askari und Bahar Balvand.

Und damit ist die interessante Polarität der Ausstellung umrissen.Herkunft und Schaffensraum der Künstler hinterlassen bei den Werken ihre Spuren, die zu einem spannungsgeladenen Oevre führen. Auf der einen Seite die Wurzeln des künstlerischen Schaffens, auf der anderen Seite der unleugbare Einfluss westeuropäischer Kunstströmungen.

Besondsrs präsent sind beide Einflüsse in den Werken von Gila Abutalebi zu sehen und zu spüren. Wenn drei Merkmale ihre Werke bestimmen, nämlich die Schriftbezogenheit, die Schichtigkeit und die Farbigkeit, so ist das Schreiben künstlerischer Werke, das als einziges Merkmal hier besonders erläutert  werden soll, der alten perischen Kalligraphie nicht unverwandt.

Ausstellung in Köln

Gila Abutalebi schreibt also einzelne Buchstaben, die sie mit schier unerschöpflichem Ideenreichtum in dementsprechend unterschiedlichster Art und Weise zum Bild zusammenstellt und gestaltet. Gegenstand der Gestaltung ist der Buchstabe selbst und die Art seiner Verknüpfung mit den übrigen gleichen. Ihre gestalterische Meisterschaft galt bisher dem Buchstaben "K",dem beherrschenden Element ihrer Kunstreihe" K Visuals".

Hier kommt der ganze Kosmos der Bedeutungen dieses Buchstabens zum Ausdruck. Das "K" mit seinem positiven Sinngehalt, wie in  Kunst, Kosmos oder Katharis, erhält hier seinen bildhaften Ausdruck. Ebenso werden die negativen Inhalte des Buchstabens, wie etwa in Krankheit oder Krieg, künstlerisch verarbeitet. Ihre kommenden Ausstellungen im Kunstraum St. Apernstrasse23 und in der Industrie -und Handelskammer zu Köln zeigen Werke ihrer Serie "K-Visuals". Während der Art Cologne ist sie auch in der St. Apernstrasse 23 zu sehen.

Persische Kunst von Gila Abutalebi, Linda Nadja, Pari Moradi, Mahssa Askari und Bahar Balvand

Einen gewissen Gegenpol dazu bildet das ausgestellte künstlerische Werk von Linda Nadja, bei dem wenig auf die Herkunft der Künstlerin, aber umso mehr auf ihre neue westeuropäische künstlerische Heimat hindeutet. Wunderbar vermittelnd" zwischen Ost und West" positioniert sich Pari Moradi mit ihren "Scherbenzeichnungen", blosse Bruchstücke der realen Welt erhalten eine eigene Aussage, die auch wegen ihrer unübertroffenen Präzision zu rühmen ist.

Während sich Mahssa Askari mit dem Inhalt ihrer Bildwerke fast gänzlich europäischen Darstellungen anschschließt, oder sollte man sagen: menschliche Themen allgemeingültig behandelt, kommt bei Bahar Batevand mit ihrer "Kunst zum Begehen" nochmals das Fremde mit Nachdruck zum Vorschein. Persische Wirklichkeit zeigten schliesslich die "Teheraner Fotografien" von Reza Nadji. Es gilt: die Realität der Stadt entbehrt jeder künstlerischen Veredelung.

Freunde der Kunst

Den Besucher freut, dass die persische Kunst um Mittelpunkt weiterer Ausstellungen steht. Die Düsseldortfer Galerie Setareh etwa geht hier mit gutem Beispiel voran.

Roberto Cellini CCAA

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16.02.2016 lustvoll

GFDK - Kölner Stadt-Anzeiger

Köln (ots) - Zur Inspiration beim Schreiben trinkt der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht abends gern ein Glas Rotwein. "Für das Lustgefühl beim Schreiben, die Suche nach der pfiffigen Überschrift, dem originellen Einstieg" sei Wein "sehr förderlich", sagte Precht dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe).

Bier hingegen sie zwar ein Durstlöscher im Sommer oder im Karneval, aber nicht inspirierend. Und Sekt halte er für überflüssig. "Von Champagner gar nicht zu reden. Saurer Sekt für ein Heidengeld - dieser ganze Kult ist mir völlig unbegreiflich." Precht machte seine Zunft, die Philosophen, dafür mitverantwortlich, dass den Sinnen, speziell dem Geschmacks- und Geruchssinn eine eher untergeordnete Bedeutung für die Urteilskraft zugemessen werde.

Philosoph Richard David Precht

"Von Ausnahmen abgesehen, ging der Hauptstrom der abendländischen Philosophie immer dahin, die Welt des Leibes und der Sinnlichkeit zu überwinden und in die Welt des Geistes und der Vernunft aufzusteigen", sagte Precht, der gerade Teil eins einer auf drei Bände angelegten Philosophiegeschichte vorgelegt hat. Die meisten spannenden Philosophen hätten ein furchtbar langweiliges Leben geführt, so Precht weiter. Was die Genussfreude betreffe, würde er beim antiken Philosophen Sokrates - den Porträtbüsten nach zu urteilen - "glatt auf einen Säufer tippen". Hingegen sei es ausgeschlossen, sich den Aufklärer Immanuel Kant mit seinem "Pünktlichkeitsfimmel" weinselig oder betrunken vorzustellen, meinte Precht. Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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