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03.04.2019 deutsche Panzer Deutsche Ritter

Rammstein, klingt wei Werwolf, Volkssturm, Sturmtrupp, Blitzkrieg, Endsieg

von: GFDK - Videogalerie

Deutsche Schäferhunde, deutsche Panzer, und Deutsche Ritter. Das ist zu viel für die "lieben" Deutschen, na OK, nicht für alle. Fest steht, viel Aufregung um nichts. Das Video ist große Klasse.

Rammstein steigt hinab in die deutsche Seele, die hin- und hergerissen ist zwischen Verachtung für sich selbst und seiner Geschichte. So könnte man das auch interpretieren.

Die Aufregung über das neue Rammstein-Video ist groß: Eine Zumutung, Öl ins Feuer des Rechtspopulismus, Verharmlosung des Holocaust. Wer sich das Video mehrfach ansieht, entdeckt etwas ganz anderes. Die Deutschrocker machten ein Video mit dem Titel „Deutschland“, das ist zu viel des guten, schrieb Henryk M. Broder.

Deutschland – mein Herz in Flammen

Will dich lieben und verdammen

Deutschland – dein Atem kalt

So jung – und doch so alt

Deutschland

Die Bedenkenträger waren sofort zur stelle. Die ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, sagt der Bild, mit diesem Video habe die Band „eine Grenze überschritten“.

Es sei „frivol und abstoßend“, wie Rammstein „das Leid und die Ermordung von Millionen zu Entertainmentzwecken missbraucht“; der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sieht ebenfalls eine „rote Linie“ überschritten und kritisiert „eine „geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit“.

Die Damen und Herren sollten vieleicht auf den Liedtext achten:

"Überheblich, überlegen - Übernehmen, übergeben - Überraschen, überfallen - Deutschland, Deutschland über allen".

Was sagt das Ausland zu dem Video von Rammstein:

Die „Tiroler Tageszeitung“ aus Österreich schreibt: „Eines ist zumindest klar: Song und Video sind keine unkritische Liebeserklärung an das besungene „Deutschland“.

Ob die KZ-Szene in dem Zusammenhang künstlerisch gerechtfertigt oder eben doch einfach nur geschmacklos ist, dürfte – wie so oft bei Rammstein – weiterhin die Geister scheiden. Das Ziel, Aufmerksamkeit zu generieren, hat die Band damit jedoch auf jeden Fall erreicht.

„Was ist das Problem mit diesem Video? Vielleicht sollten Sie sich besser fragen, was nicht das Problem ist“, erklärte Kasper Hermans, Chefredakteur der niederländischen Musikplattform Nieuweplaat, der niederländischen Zeitung Metro.

„Dass es Holocaust-Hinweise gibt – wie seltsam es klingen mag – ist in gewisser Hinsicht am wenigsten sensationell.“

 

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