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Unsere Videogalerie über Musikstars und Newcomer

01.12.2009

Verve/Universal

“Among The Oak & Ash” haben der in Pennsylvania geborene und in New York lebende Josh Joplin und die in Mississippi aufgewachsene und nun in Nashville beheimatete Garrison Starr ihr erstes gemeinsames Projekt genannt. Auf dem gleichnamigen Album tragen sie neben zwei selbst geschriebenen Stücken - “Joseph Hillstrom” und “High, Low & Wide” - zehn traditionelle angloamerikanische Folk-Songs vor, von denen die meisten aus den Appalachen stammen. Viele dieser Lieder sind Jahrhunderte alt, haben sehr eingängige Melodien und behandeln universelle Themen wie Liebe, Verlust, Verlangen, Grausamkeit und Tod.  Joplin und Starr ist es gelungen, diesen Liedern mit spartanischen Arrangements einen zeitlosen Anstrich zu verpassen. Nicht zuletzt ist “Among The Oak & Ash” aber auch ein nachhaltiger Beweis für die eindrucksvollen Interpretationsfähigkeiten von Josh Joplin und Garrison Starr.“Diese Lieder handeln von der Conditio humana, und das ist etwas, an dem sich eigentlich nichts ändert”, meint Joplin. Die zwölf Stücke des Albums setzen sich auf vielfältige Weise mit diesen Bedingungen des Menschseins und der Natur des Menschen auseinander: mal geht es zum Beispiel um Ungerechtigkeit (“Hiram Hubbard”), dann um Sehnsucht (“The Water Is Wide”) oder zum Scheitern verdammte Liebe (“Pretty Peggy-O”), Spiritualität (“Angel Gabriel”) und Tod (“All The Pretty Little Horses”). “Viele Leute halten Folkmusik für brav und sanft, aber tatsächlich sind viele dieser Songs eher unanständig und brutal”, merkt Joplin an. “Sie decken das gesamte Spektrum ab: von Gott bis zum Teufel und von unerwiderter Liebe bis zu Mord.”Erste Bekanntschaft mit diesem Genre machte Josh Joplin, als er die High-School sausen ließ und eine Weile lang kreuz und quer durch sein Heimatland reiste. Auf dieser Reise traf er Leute, die ihm die Musiktradition der Appalachen nahebrachten. Und zwar durch das Repertoire der aus Indiana stammenden, weitgehend unbekannten Band Hurricane Sadee. Deren Interpretationen von Folk- und Bluegrass-Standards öffneten Joplin die Augen für eine neue Welt von lyrischer Tiefe und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. In den folgenden Jahren wurde Joplin nicht müde, sich die bald leiernde Musikkassette mit den Aufnahmen dieser Band immer wieder anzuhören. Einige der Songs, die er nun für “Among The Oak & Ash” eingespielt hat, lernte er so vor Jahren durch Hurricane Sadee kennen. Cari Norris, die Leadersängerin von Hurricane Sadee, ist in dem Titel “Shady Grove” mit ihrem Banjo zu hören. Während er an seiner eigenen Musikkarriere bastelte, fand Josh Joplin in der Sängerin und Songschreiberin Garrison Starr eine enge Freundin und verwandte musikalische Seele. Starr hatte, wie Joplin, schon als Jugendliche einen Plattenvertrag von einem Major-Label erhalten und verbrachte ihr Leben seitdem damit, ihre eigenen Songs vor Auditorien in aller Welt aufzuführen. Als in Joplin nun der Wunsch heranreifte, endlich ein Album mit den Folksongs aufzunehmen, die ihn so tiefgehend beeinflußt hatten, lag es gewissermaßen auf der Hand, Starr zur Zusammenarbeit an diesem Projekt einzuladen.Obwohl sie selbst in traditioneller Folkmusik nicht besonders bewandert war, nahm Starr die Herausforderung begeistert an. “Josh kam nach Nashville, spielte mir ein paar Lieder vor und erzählte mir von seinem Konzept”, erinnert sich Garrison Starr. “Seine Leidenschaft für diese Musik war nicht zu überhören. Nachdem wir uns dann hingesetzt und zu spielen angefangen hatten, verliebte ich mich auch gleich in diese Stücke... und ins gemeinsame Musikmachen mit Josh. Joshs Leidenschaft für diese Musik steckte mich im Handumdrehen an.”Zu den Sessions luden Joplin und Starr zwei der angesehensten Instrumentalisten von Nashville ein: Bassist Brian Harrison (Shelby Lynne) und Schlagzeuger Bryan Owings (Emmylou Harris, Patty Griffin). In der entspannten Atmosphäre von Harrisons Heimstudio gingen die vier Musiker  die Sessions mit einem Sinn für organische Intimität an, der die von Herzen kommenden Darbietungen des Albums reflektiert. Da sie ohne die finanzielle Unterstützung eines Plattenlabels arbeiteten und so auch nicht Einflüssen von außerhalb ausgesetzt waren, konnten sie sich ganz auf die Musik konzentrieren. “Es war wahrscheinlich das erste Mal, daß ich in einem Studio war und mir um nichts Sorgen machen mußte”, sagt Joplin. “Es war eine sehr relaxte Atmosphäre, und man hatte keinen Moment lang das Gefühl unter Zeitdruck zu stehen.”“Es war eine großartige, kreative Atmosphäre”, fügt Starr an. “Wir nahmen alles innerhalb von sechs Tagen auf. Das meiste davon live, ohne viele Overdubs oder nachträgliche Produktionsarbeit. Wir gingen einfach ins Studio und spielten die Songs, und es wirkte alles vollkommen natürlich und ehrlich.”Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern, die sich in jüngster Zeit bei ähnlichen Projekten der Auseinandersetzung mit Folk- und Bluegrassmusik widmeten, hegten Joplin und Starr von vorneherein kein Interesse daran, bewußt einen nostalgischen Sound zu kreieren. “Ich finde, daß diese Musik von einer ganzen Schar von Leuten, die sie wiederbelebt haben, wie ein kostbares Schmuckstück behandelt wurde”, meint Joplin. “Aber wenn man sich anschaut, was das für Leute waren, die sie einst erschufen... das waren keine Puristen, sie drückten sich einfach nur mit den ihnen seinerzeit zur Verfügung stehenden Mitteln aus. Und das wollten wir auch machen: wir wollten den Liedern gerecht werden, ohne sie wie Museumsstücke zu behandeln. Ein Grund, weshalb ich mit Garrison zusammenarbeiten wollte, war, daß sie so spontan und forsch ist. Und ich glaube, daß diese Qualitäten auch eine große Rolle beim Gelingen des Projekts spielten.”Für Joplin und Starr, die beide noch relativ am Anfang ihrer Karriere stehen, ist das traditionelle Folkrepertoire eine buchstäblich bodenlose Liedquelle. Und das Projekt “Among The Oak & Ash” bietet beiden Künstlern eine formidable neue Betätigungsmöglichkeit. “Wir betrachten dieses Projekt wirklich als etwas, das Zukunft hat”, sagt Starr. “Wir haben gerade erst angefangen”, meint Joplin ergänzend, “aber es hat uns eine Menge Spaß gemacht. Und so lange wir dabei soviel Spaß haben wie im Augenblick, wollen wir das Projekt auch weiter betreiben. Das Material wird uns definitiv nicht so schnell ausgehen.”

Quelle: Universal Music www.amongtheoakandash.com

Erschienen bei Verve/ Universal Music (16th of October 2009) 

Erhältlich bei www.amazon.de/Among-Oak-Ash

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25.11.2009

Während sich grölende Rocker immer dann alte Wunden wieder aufreißen, wenn sie verlassene Wohnsitze, verflossenes Allerlei oder kompliziert gebrochene Herzen in ihre lautstark vorgetragenen Songtexte integrieren, schlagen Flyleaf, eine fünfköpfige Band aus Belton, Texas, mit ihrer Musik bewusst eine andere Richtung ein: Die Gruppe um Sängerin Lacey Mosley, Jahrgang 1981, setzt sich zwar inhaltlich durchaus mit vergangenen Krisen auseinander, doch tun sie dies, damit alte Narben besser abheilen können – und beweisen insgesamt, dass Hoffnung für sie einen viel größeren Stellenwert hat als Anflüge von Verzweiflung. „Ein Flyleaf, das ist die unbedruckte Seite am Anfang eines Buches“, setzt Mosley an. „Diejenige Seite also, auf der Platz für eine Widmung ist, oder die Stelle, wo man eine Nachricht für jemanden hinschreibt, wenn man das Buch z.B. verschenken will. Und genau das ist es auch, was unsere Songs sein sollen: kleine persönliche Botschaften, die für einen kurzen Augenblick der Klarheit sorgen – und das, bevor die eigentliche Geschichte beginnt.“

„Früher war ich in einer absolut negativ eingestellten Band, und ich hatte den Eindruck, dass dieses Gefühl innerer Leere genau dadurch noch verstärkt wurde. Darum handelten auch die Songtexte immer von diesem Gefühl“, berichtet die charismatische Sängerin Mosley weiterhin. „Und so glaube ich auch, dass das, was wir heute tun, absolut wichtig ist, denn das hat vorher in der Musiklandschaft gefehlt: Etwas Heftiges, etwas Druckvolles, das trotzdem eine positive Botschaft transportiert. Etwas, das den Leuten sagt, dass man auch die schlimmsten Situationen irgendwie meistern kann.“

Das gleichnamige Debütalbum von Flyleaf besteht durchweg aus Songs, die von Missbrauch, Versäumnissen, Suchterfahrungen und anderen unschönen Verhältnissen handeln – und zugleich davon, wie man diese Probleme letztendlich doch hinter sich lassen kann. Das breite Spektrum druckvoller Beats, atmosphärischer Texte und weit ausholender Gitarrenriffs fügt sich nahtlos mit dem emotional aufgeladenen Gesang von Mosley zusammen, der von zurückhaltend-dahingehaucht über unfassbar melodisch bis hin zu vernichtend und aggressiv eine gewaltige Gefühlspalette abdeckt.

„I’m So Sick“ beginnt mit einer mürrischen Bass-Spur, die über zurückhaltend-verträumten Gesang tanzt, bis die Gitarren in die klangliche Szenerie platzen wie ein Felsbrocken, der eine glitzernde Glasscheibe zertrümmert. Von da an oszilliert das Stück zwischen Wut und absolut reflektierten Momenten, wobei die Gitarristen Sameer Bhattacharya und Jared Hartmann immer wieder neue Elemente präsentieren und somit die emotionalen Windungen des Songs widerspiegeln. „All Around Me“ steigert sich nach und nach zu einer undurchdringlichen Wand aus Powerchords, durchsetzt mit Jazz-Anflügen, während „Fully Alive“ wie ein bewegender Film-Soundtrack klingt, der neben wütenden Riffs auch einen weiteren grandiosen Refrain zu bieten hat.

Die offensichtliche und unbedingt ansteckende Zuversicht, die bei ihrem Sound mitschwingt, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, was für eine problematische Kindheit und Jugend Mosley hatte: „Meine Mutter war eine junge Alleinerziehende; sie hatte sechs Kinder“, berichtet sie. „Wir hatten nie Geld, und wir alle haben konstant unter der Situation gelitten. Jedes Mal, wenn wir abgebrannt waren, sind wir einfach in den nächsten Ort weitergezogen, und das kam leider ziemlich häufig vor. Das alles war schon eine ganz schön harte Erfahrung, es bedeutete viel Leid und viele prägende Erlebnisse. Und natürlich kann man sich darüber endlos beklagen und depressiv werden, besonders, wenn man das Gefühl hat, dass es sich niemals ändern wird. In meinem Leben gab es keine Konstante, nichts, an das ich hätte glauben können.“

Doch irgendwann entdeckte Mosley, dass die Musik ihr weiterhelfen konnte: Wenn sie einen Song über die eigenen Sorgen schrieb, gelang es ihr, für einen Moment wieder Sinn in allem zu entdecken – sie konnte wieder atmen. „Ich musste erst alles verlieren und mich dann umschauen, um zu erkennen, dass ein Funken Hoffnung doch immer da war, die Möglichkeit eines glücklichen Ausgangs, und genau dafür machen wir heute Musik“, sagt sie. „Wenn meine Musik nur einer einzigen Person hilft, dann hat es sich gelohnt, all diese Erfahrungen gemacht zu haben.“

Zunächst hatte Mosley einzig mit Schlagzeuger James Culpepper Musik gemacht. Bald darauf stießen die Gitarristen Bhattacharya und Hartmann dazu, die bis dahin in einer anderen Band gewesen waren, die sich jedoch dann aufgelöst hatte. „Unsere erste Bandprobe war unfassbar gut“, erinnert sich Mosley. Das war im Jahr 2000. „Sameer und Jared probieren generell pausenlos neue Melodien und Effektpedale aus, und wir alle hatten damals unterschiedliche Einflüsse, die wir dann zum ersten Mal kombinierten... und was dabei herauskam, fühlte sich einfach nur grandios an! Es war ein absolut perfekter Moment!“ Im Jahr 2002 stieß dann auch Bassist Pat Seals dazu. „Die Tür stand sperrangelweit offen, und ich kam genau zur rechten Zeit“, erinnert er sich.

Von da an gaben Flyleaf so viele Konzerte wie möglich, was dazu führte, dass sie sich schon bald eine wachsende Fangemeinde erspielten, zu der neben lokalen Bands inzwischen auch internationale Acts wie Riddlin Kids, Bowling For Soup, Fishbone und Evanescence zählen. Schließlich spielten sie im Jahr 2003 beim South By Southwest Festival in Austin einen Showcase, der nach ein paar Meetings und weiteren Überlegungen zu einem Deal mit Octone (inzwischen A&M/Octone) führte.

Anfang 2005 erschien dann die gleichnamige Debüt-EP der Band: Von Rick Parasher (Pearl Jam, Blind Melon) und Brad Cook (Foo Fighters, Queens Of The Stone Age) produziert, konnte man hier erstmalig die einzigartige Herangehensweise von Flyleaf heraushören, als Tracks wie „Breathe Today“, „Cassie“ und „I’m Sorry“ der Band weitere Fans bescherten. Anlässlich der Veröffentlichung tourten Flyleaf mit einer ganzen Reihe von Bands: Saliva, Breaking Benjamin, 3 Doors Down, Staind und Trust Company. Und obwohl viele im Publikum zuvor noch nie von der Band aus Texas gehört hatten, konnten Flyleaf auch mit diesen Gigs immer mehr Fans für sich gewinnen.

Im Frühjahr 2005 nahmen Flyleaf dann ihr gleichnamiges Debütalbum auf, wobei ihnen der renommierte Produzent Howard Benson (Papa Roach, My Chemical Romance, P.O.D., All-American Rejects) zur Seite stand. Gemeinsam wählten sie 12 ihrer Songs aus, bauten sie um, feilten an ihnen Tag und Nacht, um den druckvollen Sound der Band auch wirklich auf den Punkt zu bringen.

„Howard hat sich voll ins Zeug gelegt; ihm war sehr viel daran gelegen, was wir zu sagen hatten, und er hat uns sehr engagiert dabei geholfen, die einzelnen Versatzstücke zu einem Ganzen zu verbinden“, erklärt Mosley rückblickend. „Wir hatten zuvor immer alles sehr schnell gemacht: ganze EPs hatten wir binnen kürzester Zeit gemeinsam mit unseren Freunden aufgenommen. Insofern war es fantastisch, zwei Monate mit Howard zu verbringen und einen absolut professionellen und zugleich leicht surrealen Prozess zu erleben.“

2006 trat die Band dann bei „Daily Download“ von Fuse TV sowie bei Jimmy Kimmel Live auf. Sie präsentierten ihre erste Single „I’m So Sick“, um direkt im Anschluss mit Korn, Deftones, Stone Sour und anderen Bands auf die „Family Values“-Tour zu gehen. Und in der zweiten Jahreshälfte legten sie gleich eine weitere Tour nach: Gemeinsam mit Stone Sour und Disturbed absolvierten sie die „Music As A Weapon“-Tour, die sie nicht nur erneut durch die Staaten führte, sondern auch Konzerte in Europa bedeutete.

Dieses Jahr haben Flyleaf die „Justice & Mercy“-Tour als Headliner absolviert, in deren Rahmen auch Bands wie Dropping Daylight (A&M/Octone), Kill Hannah und Resident Hero aufgetreten sind. Derzeit ist eine weitere „Family Values“-Tour in Planung, dieses Mal mit Evanescence und Atreyu.

Inzwischen ein noch viel eingeschworener Haufen denn je, mit einer unvergleichlichen Leidenschaft für ihre Musik und Songs im Gepäck, die einem auch Stunden nach einem Konzert noch im Ohr sind, begeistern Flyleaf eine immer größere Fangemeinde. Ihr Bandname ist insofern mehr als treffend gewählt: Denn die Erfolgsgeschichte von Flyleaf hat in der Tat gerade erst begonnen.

Quelle: Universal Music

Erschienen bei A & M Records (Universal Music) http://www.universal-music.de/ am 10.11.2009 

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20.11.2009

Warner Music

Saint Lu ist ein Orkan und hat eine Stimme wie die besten Sängerinnen in den großen Zeiten des erdigen Rock'n'Rolls. Und doch ist SAINT LU auf erfrischende Weise modern und bringt Leidenschaft zurück in die Musik. Wo die meisten Zeitgenossen sich auf Zeitgeist-Pop oder prätentiöse Phrasierungen zurückziehen, aktiviert SAINT LU einen kraftvollen und rauen Gesang, der direkt aus ihrem Inneren kommt. Unverfälscht und echt, vorbehaltlos und frei nach Schnauze. Songs wie "Don't Miss Your Own Life" und "Love Song" lassen zunächst mal den Atem stocken und aufhorchen. Rock as Rock can!

Ihre Lieblingsbands sind unschwer herauszuhören: Led Zeppelin, Big Mama Thornton, Janis Joplin und Jimi Hendrix, den sie übrigens zu recht für einen großartigen Sänger hält. "Ich mache mir nicht so viel aus stimmlichen Schnörkseln. Sie sind wie Satzzeichen. Mir ist es wichtig, dass die Stimme den Inhalt des Songs erzählt. Jimi Hendrix hat das phantastisch draufgehabt," so SAINT LU. Auf ebenso ursprüngliche Art entstehen auch ihre Songs, meist bei Jam-Sessions, in denen sie zunächst über einem Gitarrenriff improvisiert, bis der Text sich fast von selbst entwickelt. "Ich singe einfach drauf los. Irgendwann ergeben die Wortfetzen dann einen Sinn. Es sind immer Dinge, die mich unterbewußt beschäftigen."

SAINT LU singt, seit sie 8 Jahre alt ist. Ihre Stimme trainiert sie seit ihrem 14. Lebensjahr vor Publikum, das ihr bester Gesangslehrer war. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf bei Wels, gründete sie damals ihre erste Band, und zog als Teen mit selbstgeschriebenem Repertoire durch ganz Österreich. Es war schon immer Rockmusik, zu der sie sich instinktiv hingezogen fühlte. "Ich habe mich schon als Kind durch die gesamte Plattensammlung meiner älteren Schwester gehört. Bis ich 12 war, wusste ich nicht mal, dass es etwas anderes gibt als Rockmusik," schmunzelt sie. 

Nach der Matura ging es erstmal nach Austin, Texas, Erfahrungen sammeln. "Ich hatte damals zwei Koffer dabei", erinnert sie sich. "In dem einen waren meine Klamotten, in dem anderen hatte ich mein Laptop und mein Musikequipment. Der war doppelt so groß. " Nach ein paar Monaten als Au Pair-Mädchen, in denen sie kreuz und quer durch die USA reiste ("Meine Host-Family hat viel Wert darauf gelegt, dass ich das Land sehe"), zog es sie nach New York. Dort arbeitete SAINT LU mit befreundeten Musikern stetig ihre Song-Ideen aus. 

Zurück in Österreich besuchte SAINT LU zunächst eine Schauspielschule, aber kurz vor der Abschlussprüfung wurde ihr klar, dass ihre Bestimmung in der Musik liegt. "Die wollten mich sowieso schon im ersten Jahr wegen meiner "nicht normalen" Stimme raushauen."  Also ging sie mit ihrer Band auf eigene Kosten ins Studio und nahm ein Demo auf, mit dem sie eine ganze Reihe von Produzenten beschickte. Auch Echo-Gewinner Patrik Majer (Wir sind Helden), der sie nach Berlin einlud. Nach dem ersten Treffen mit ihm packte sie ihre Sachen und zog umgehend in die Hauptstadt. 

Das war vor etwas über einem Jahr, und inzwischen haben SAINT LU und Majer fast ein ganzes Album im Kasten. Um möglichst nahe am 70er Jahre Rocksound zu bleiben, bediente man sich der Virtuosität Peter Weihes (Eric Clapton, Chaka Khan, Rio Reiser). Es wurden keine Mühen gescheut, um das beste aus SAINT LUs bemerkenswerten Songs rauszuholen: Drums spielte Marlon Browden (John Scofield, Vernon Reid, Norah Jones), für die Keyboards besuchte man Christian Lohr (Joss Stone) in München, der einen ganzen Lagerraum voller Vintage-Keyboards besitzt. Für den letzten Schliff ging es ins Abbey-Road-Studio nach London, wo Bläser und Streicher unter der Leitung von Steve Sidwell (Seal, Pet Shop Boys, Robbie Williams), das Arrangement komplettierten. 

"Zum ersten Mal ist alles genau so, wie ich es haben möchte", so SAINT LU. "Jeder Ton, jedes Wort, alles ist so, wie ich es mir vorstelle. Ich musste keine Kompromisse eingehen."

Und wie kommt diese sagenhafte Stimme zustande? "Ich bin in einem großen Haus auf dem Land aufgewachsen. Weit und breit keine Nachbarn. Wenn man jemandem was sagen wollte, hat man einfach mal losgeschrien: "EEEEEEsssssssssseeeennn kkooooommmmmmmen" oder "Teeeeeellllleeeeefoooooonnn"! Ganze Konversationen wurden so abgewickelt. Ich bin überzeugt, dass das meine Stimme geprägt hat", lacht eine der bemerkenswertesten Sängerinnen, die man heute hören kann: SAINT LU.

Quelle: Warner Music

Erscheint am 20. November 2009 bei Warner Music International (Warner) www.warnermusic.de 

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17.11.2009

Universal Music

In ihrer Heimat Schweden sorgen Hello Saferide bereits seit der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Introducing Hello Saferide" im Jahr 2005 für ordentlich Furore.

Mit ihrem neuen Album "More Modern Shortstories" bringt die Band um Sängerin Annika Norlin ihre Geschichten - musikalisch verpackt - nun auch nach Deutschland. Das Album erscheint hierzulande am 10. Juli 2009. Man darf sich freuen auf eine weitere, tolle Band aus Schweden, die uns den Sommer mit feinstem Indie-Pop verschönern möchte.

Quelle: www.hello-saferide.de/© 2009 Universal Music GmbH

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15.11.2009

Sony Music

Der junge deutsche Pianist Martin Stadtfeld widmet sich auf seiner neuen CD Werken des jungen Beethoven. Im Mittelpunkt steht Beethovens 2. Klavierkonzert, dessen erste Fassung noch vor dem ersten Klavierkonzert entstand. Stadtfeld hat dieses Konzert gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden live unter Sebastian Weigle in der Semperoper Dresden eingespielt: "Eine Entdeckung, großartig interpretiert. Stadtfeld überzeugt mit höchster Anschlagskultur und perlenden Läufen", jubelte die Presse über das Konzert. Für den anderen Teil der CD hat Stadtfeld ein facettenreiches Progamm an kleinen Werken Beethovens in Zusammenarbeit mit dem Beethovenhaus Bonn ausgesucht, die der Komponist in seinen frühen Wiener Jahren zwischen 1795 und 1798 komponierte, u.a. das kantable Rondo in C-Dur, das beschwingte Allegretto in C-moll und das orgelhafte, von Bach beeinflusste Präludium f-Moll. Beethovens Witz und improvisatorische Fantasie widerspiegelt das berühmte Rondo "Die Wuth über den verlorenen Groschen", und die beiden für eine Orphika komponierten Stücke Allegro C-Dur und Adagio F-Dur sowie die abschließende Liebesode "Adelaide" (mit Markus Ullmann,Tenor) machen die CD zu einer gelungenen Entdeckungsreise zum jungen Beethoven.

Konzerttournee 2009/2010 startet am 30.11.2009, Infos unter http://www.sonymusic.de/Martin-Stadtfeld/Termine/P/1 oder http://www.martinstadtfeld.de/konzerte.html

 

03.03.2010Landshut<Halle unbekannt>
05.03.2010LörrachBurghof
07.03.2010Flensburg<Halle unbekannt>
08.03.2010Eckernvörde<Halle unbekannt>
25.04.2010FürthStadttheater
22.05.2010DresdenMusikfestspiele
11.06.2010WeikersheimGewehrhaus/Schlosspark
05.09.2010Diez<Halle unbekannt>
17.09.2010OberurselStadthalle

Seine aktuelle CD erscheint als limitierte Erstauflage mit dem Nachdruck eines Notenblattes von Beethoven.

Erschienen bei Sony Music (16. Oktober 2009) www.sonymusic.de, auch erhältlich bei www.amazon.de/Werke-jungen-Beethoven-Limierte-Erstauflage

 

Über den Künstler:

Der 1980 geborene Pianist Martin Stadtfeld gab bereits mit neun Jahren sein Konzertdebüt und studierte ab seinem vierzehnten Lebensjahr an der Musikhochschule Frankfurt bei Lev Natochenny. Im Jahr 2002 sorgte er für Aufsehen, als er als erster bundesdeutscher Pianist den Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig gewann. Der erste Preis dieses traditionsreichen Wettbewerbs, der zuvor 14 Jahre lang nicht vergeben worden war, öffnete dem jungen Künstler die Türen zu den wichtigsten Bachfestspielen (Ansbach, Stuttgart, Köthen) und anderen bedeutenden Festivals.
Konzertauftritte führen ihn heute in alle wichtigen Musikzentren Europas, der USA und Japans. Er spielte in allen wichtigen Städten Deutschlands, im Concertgebouw Amsterdam, der Sumida Triphony Hall in Tokyo und bei den Salzburger Festspielen. Zudem gibt er Orchesterkonzerte mit den Münchner Philharmonikern, dem Royal Philharmonic Orchestra London, dem New Japan Philharmonic Orchestra, der Camerata Salzburg, dem Residentie Orkest den Haag, dem Mozarteum Orchester Salzburg und der Staatskapelle Dresden.
Martin Stadtfeld nimmt exklusiv für Sony Classical auf. Seine 2003 erschienene Debüt-CD mit den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach erfuhr in der Presse überschwängliches Lob und eroberte binnen kurzem den ersten Platz der deutschen Klassik-Charts. Im Oktober 2004 erhielt Martin Stadtfeld für diese CD den Echo Klassik-Preis als "Nachwuchskünstler des Jahres". Auch seine zweite Einspielung "Bach Pur" (u.a. mit den dreistimmigen Inventionen und dem "Italienischen Konzert" von Bach sowie Transkriptionen von Ferruccio Busoni und Alexander Siloti) erreichte die Spitze der deutschen Klassik-Charts und wurde 2005 mit einem weiteren Echo Klassik-Preis als "Solistische Einspielung des Jahres" ausgezeichnet. Der Musik Johann Sebastian Bachs gilt Martin Stadtfelds Leidenschaft, er beschäftigt sich aber auch mit romantischem Repertoire, von Schubert über Schumann bis zu Rachmaninow. Auf der dritten CD (erschienen im September 2005) sind die Klavierkonzerte Nr. 20 d-Moll KV 466 und Nr. 24 c-Moll KV 491 von Mozart zu finden, eingespielt mit dem NDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Bruno Weil. Die Solo-CD "Kleine Stücke" erschien im Februar 2006 mit 14 Präludien von Bach und Robert Schumanns "Bunte Blätter" op. 99. Im September folgte eine CD mit Klavierkonzerten von Bach (mit dem Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Achim Fiedler) und weitere Solo-Werke von Bach. Für diese CD erhielt er den Echo-Klassik-Preis 2007. Im September 2007 erschien seine CD mit den Schubert Klaviersonaten D 960 und D 894, die ebenfalls mit dem Echo Klassik 2008 ausgezeichnet wurde. 2008 folgte die Aufnahme des ersten Teils von Bachs "Das Wohltemperierte Klavier". Seine jüngste Einspielung ist der Musik des jungen Beethoven gewidmet.
Mit dem Konzerthaus Dortmund verbindet Martin Stadtfeld eine langjährige Zusammenarbeit. Im Rahmen der vom Konzerthaus initiierten Reihe "Junge Wilde" gibt er dort nicht nur regelmäßig Konzerte, sondern engagiert sich auch dafür, Schülern aus Problemschulen den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. Er besucht Schulen, spricht dort über seine Arbeit als Pianist und stellt den Schülern die Musik vor.

Presse- und Interviewanfragen
SONY MUSIC ENTERTAINMENT GmbH
Schlegelstraße 26 b
10115 Berlin
Tel: 030 – 13888 – 7364
Fax: 030 – 13888 - 7389
presse_classical@sonymusic.com
www.sonyclassical.de

 

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10.11.2009

Sting ist einer dieser Musiker, der längst die Grenzen zwischen den Gattungen überschritten hat. Das merkt man schon an den Kollegen, die Sting zu den Aufnahmen von “If On A Winter's Nights...” eingeladen hat. Der Tromperter Ibrahim Maalouf ist derzeit Europas am besten gehütetes Jazz-Geheimnis. Cellist Vincent Ségal ist sowohl im improvisierenden wie im zeitgenössischen Lager zuhause, Daniel Hope gilt als einer der besten Klassik-Geiger seiner Generation, Mary MacMaster gehört als Harfenistin zur Folk-Elite und Dominic Miller zupft seit mehr als einem Jahrzehnt für den Sänger die Gitarre. Das Ganze wird abgerundet durch den erfahrenen Robert Sadin als Produzenten und so kann kaum etwas schief gehen.

Und das selbst, obwohl Sting sich Weihnachtsliedern wie “Es ist ein Ros entsprungen” widmet oder eine eigene Adaption von Schuberts “Der Leiermann” entwickelt. “If On A Winter's Night..” ist eine Hommage an die kalte Jahreszeit, wenn die Natur sich in sich zurückzieht, um neue Kräfte für den Frühling zu sammeln. Es ist auch eine Erinnerung an die frühen Jahre des Sängers, der mit der Pop-Band “Police” berühmt geworden ist, als er seine Kindheit im englischen Newcastle verbachte und die ansonsten zuweilen triste Industriestadt im Winter durch Schnee und Kälte in eine für den Jungen magische Atmosphäre getaucht wurde. So ist ein Album voll persönlicher Momente entstanden, eigenständig in der Auswahl, eben das, was man von einem kreativen Musiker erwarten kann, der beschlossen hat, nicht als Veterane der Achtziger alt zu werden.

Laut der Plattenfirma Universal Music wird der britische Sänger die neuen Songs in Deutschland in einem exklusiven Konzert vorstellen. Am 17. Dezember steht er dazu im Festspielhaus Baden-Baden auf der Bühne. Infos unter www.festspielhaus.de

Weltweit sind nur vier Konzerte mit diesem Programm geplant.

Mehr über Sting und sein neues Album finden Sie auf www.sting-winter.de

Erschienen bei der Deutsche Grammophon (Universal) www.universal-music.de am 23.10.2009, auch erhältlich bei www.amazon.de/If-WinterS-Night-Sting

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04.11.2009

Nach 4 Jahren meldet sich Xavier Naidoo mit einem geballtem Werk von über 30 Songs über die Schlechtheit der Menschen zurück und zielt damit auf unser Gewissen". Alles kann besser werden" ist Wunsch, Hoffnung, Aufforderung, Motivation und Reflektion zugleich. Das neue Album zeichnet das musikalische Portrait vom Sänger, Songwriter und Mensch Xavier Naidoo so facettenreich wie nie zuvor. Mit seinen neuen Songs zeigt er, wie vielseitig sein Interesse an Themen ist, die Menschen bewegen. Er lässt aktuelle Begebenheiten und ganz persönliche Eindrücke in seine Musik einfließen. Vollgepackt mit Weltverbesserungshymnen à la "Bitte hör nicht auf zu träumen" oder "Gib dich nicht auf" sollen dem von der Wirtschaftskrise gebeutelten Land wieder Mut geben (Zitat laut.de). Für Xavier ist eben nicht nur alles Musik, sondern nackter Ernst in schöne Musik verpackt.

Erschienen am 9.10.09 bei Naidoo Records (Tonpool), auch erhältlich bei www.amazon.de/Alles-Kann-Besser-Werden-3CD-Digipack

Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims auf Deutschlandtournee

15.10., München, Olympiahalle (Xavier Naidoo)

16.10., München, Olympiahalle (Söhne Mannheims)

19.10., Mannheim, SAP Arena, (Söhne Mannheims)

20.10., Mannheim, SAP Arena (Xavier Naidoo)

29.10., Stuttgart, Schleyer-Halle (Xavier Naidoo)

30.10., Stuttgart, Schleyer-Halle (Söhne Mannheims)

01.11., Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung (Söhne Mannheims)

02.11., Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung (Xavier Naidoo)

08.11., Frankfurt, Festhalle (Söhne Mannheims)

09.11., Frankfurt, Festhalle (Xavier Naidoo)

11.11., Köln, Lanxess Arena (Xavier Naidoo)

12.11., Köln, Lanxess Arena, (Söhne Mannheims)

16.11., Mannheim, SAP Arena (Söhne Mannheims)

17.11., Mannheim, SAP Arena (Xavier Naidoo)

19.11., Oberhausen, König Pilsener Arena (Xavier Naidoo)

20.11., Oberhausen, König Pilsener Arena (Söhne Mannheims)

23.11., Bremen, AWD Dome (Söhne Mannheims)

24.11., Bremen, AWD Dome (Xavier Naidoo)

27.11., Hannover, TUI Arena (Xavier Naidoo)

28.11., Hannover, TUI Arena (Söhne Mannheims)

30.11., Hamburg, Color Line Arena (Söhne Mannheims)

01.12., Hamburg, Color Line Arena (Xavier Naidoo)

04.12., Leipzig, Arena (Xavier Naidoo)

05.12., Leipzig, Arena (Söhne Mannheims)

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31.10.2009

Edel Music

Katia Labèque ist eine der bedeutendsten Konzertpianistinnen unserer Tage, eine Künstlerin, deren atemberaubende Virtuosität und glänzende Live-Auftritte von Vertretern des gesamten musikalischen Spektrums mit großem Respekt gewürdigt werden. Zu den zahllosen Fans weltweit zählen auch prominente Freunde und Bewunderer wie Madonna, die sie als eine ihrer "Lieblingspianistinnen" bezeichnet, oder Miles Davis, der ihr auf seinem 1985 erschienenen Album „You're Under Arrest“ zwei Songs ("Katia Prelude" und "Katia") gewidmet hat.

Seit Jahren überaus erfolgreich als die eine Hälfte des Klavierduos Katia & Marielle Labèque und anscheinend grenzenlos begeistert für moderne Musik, sucht Katia die Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen Künstlern wie Sting, Herbie Hancock und Chick Corea. „Shape of my Heart“ ist ein faszinierendes Album, das eine Auswahl der Ergebnisse solcher Zusammenarbeiten enthält wie z.B. auch brandneue Aufnahmen der Musik von Satie, Chopin und Radiohead.

Das Album beginnt mit zwei Kompositionen von Sting – „Moon Over Bourbon Street“ und „Shape of My Heart“ –, in denen sich die mutig gefühlvolle Stimme des Sängers und Katia Labèques kultiviertes, gleichzeitig beherztes Spiel zu einem Ganzen mit außergewöhnlicher Wirkung fügen. Neben vier fesselnden Solostücken, einer dynamischen Version der Radiohead-Nummer „Exit Music“ und einer bezwingenden Interpretation von „Purple Diamond“, einem Stück des Produzenten und Gitarristen David Chalmin, sind Klavierduos mit Herbie Hancock, Chick Corea und Gonzalo Rubalcaba zu hören. Katia Labèque genießt offenbar die Herausforderung, mit drei der besten Jazzpianisten zu musizieren, und beweist sich – ob im emotional und technisch wunderbar ausgewogenen Zusammenspiel mit Corea in Bill Evans „We Will Meet Again“ oder in der rhythmisch kraftvollen Darbietung von „My Funny Valentine“ mit Herbie Hancock – als experimentierfreudige, ideenreiche Musikerin auf dem Gipfel ihrer Kreativität.

Erscheint am 30.10.2009 bei Edel Music www.edel.de

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25.10.2009

Ozella Music

GFDK-Tipp: Das Helge Lien Trio - Eine kleine Nation mit einer großen Jazztradition ist das Land der Fjorde und Trolle. Immer neue, faszinierende Künstler und Acts, die sich mit großer Lust am Spielen und unbändiger Freude am Experimentieren auszeichnen, drängen von Norwegen aus, den Rest der Jazzwelt zu erobern. Dem Helge Lien Trio, das sich in Skandinavien und Japan mit bislang fünf Alben und begeisternden Live-Auftritten bereits einen großen Fankreis erspielt hat, kommt da eine besondere Bedeutung zu. Vermag es doch, wie kaum ein anderes klassisches Piano-Trio, die Balance zwischen den Jazztraditionen und avantgardistisch anmutender Improvisationskunst exzellent zu wahren.

Nachdem das Helge Lien Trio im April 2008 seine erste Deutschlandtournee absolvierte, die die Musiker u. a. auch in den legendären Berliner Jazzclub A-Trane geführt hatte, steht mit 'Hello Troll' nun die erste Album-Veröffentlichung für Ozella Music an. Aufgenommen am 24. und 25. Februar 2008 in den berühmten Rainbow Studios in Oslo und produziert von Pianist Helge Lien und Ozella-Music-Mastermind Dagobert Böhm überrascht das Werk mit einer Fülle von malerisch-impressionistischen Klangfarben, denen man sich dank ihrer Klarheit, die so rein ist wie die Luft im Land der Fjorde, nicht entziehen kann. Im Dezember 2008 wird Hello Troll zum besten Jazzalbum in Norwegen gewählt. Januar 2009 wird das Album mit dem Norwegischen Grammy in der Kategorie Jazz geehrt.

Helge Lien, der neben seinem eigenen Trioprojekt auch mit anderen norwegischen Acts, wie zuletzt mit Silje Nergaard, unterwegs ist, hat mit seinen Bandkollegen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjær (Drums & Percussion) eine ganz eigene, unverwechselbare Art des Triospiels entwickelt. Mit traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel entwickeln die Musiker einen kammermusikalisch anmutenden Jazz, der sich durch harmonisch komplexe Klangfarben auszeichnet. Anknüpfend an Bill Evans’ lyrischer Kraft und dem beschwingt melancholischen Spiel eines Esbjörn Svensson, erzeugt Lien auf 'Hello Troll' Stimmungsbilder, die er im ständigen Dialog mit Berg & Aalefjær mit leichter Hand vorträgt.

Getragen von großer Disziplin und absoluter Relevanz sind die Eröffnungstakte des Openers "Gamut Warning", das durch Liens dynamische Phrasierungskunst und das traumwandlerische Zusammenspiel des Trios aufhorchen lässt. Und auch die weiteren Stücke, wie das dramatische "Axis Of Free Will", das hochromantische „Radio“, die fragilen Songs "Diverted Dance" und "It Is What It Is, But It Is" oder das vertrackte, aufwühlende Stück "Halla Troll" demonstrieren eindrucksvoll, dass sich hier eine Formation präsentiert, die die Kunst des Trios ("The Art Of The Trio") perfekt beherrscht.

Zweifellos zählt der Pianist Helge Lien, der es gekonnt versteht, sich mit seiner modalen Klavierkunst exzellent in Szene zu setzen, zu den spannendsten jungen Talenten Skandinaviens. Nachdem das ehrwürdige Dagbladet aus Norwegen schon das Vorgänger-Werk 'To The Little Radio' als „Das beste norwegische Piano Trio Album seit langem" bezeichnete, kann man sich auch auf ähnliche Reaktionen zu ihrem neuen Longplayer gefasst machen. Der Erfindungsreichtum des Trios, sich mit klassisch-impressionistischen Mustern und rhythmisch-melodischem Jazz in den Herzen eines beständig wachsenden Zuhörerkreises zu spielen, scheint wahrhaft grenzenlos zu sein.

Wie man "The Art Of The Trio" perfekt beherrscht, das kannte man bislang nur von Brad Mehldau, Bill Evans und e.s.t.. Mit dem norwegischen Helge Lien Trio macht sich nun eine neue Formation auf den Weg, dem Piano-Trio neue, spannende Klangbilder hinzuzufügen. Das perfekt aufeinander eingespielte Trio hat mit 'Hello Troll' ein Album vorgelegt, das lyrisch-impressionistische Stimmungsbilder zeichnet, deren Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann,

" Das beste Jazzalbum des Jahres 2008." Dagbladet, Norwegen

Auszeichnungen:

DnBNor Musicians Award 2008, Kongsberg Jazzfestival, Norway
Hansa Award, Natjazz Festival 2007

Norwegischer Grammy, Spellemannprisen.

Erschienen bei Ozella (2008) www.ozellamusic.com, auch erhältlich bei www.amazon.de/Hello-Troll-Helge-Trio-Lien

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18.10.2009

Universal Music

Wer sich mit den Noisettes einlässt, kann sich am besten gleich auf alles gefasst machen. Hier werden sämtliche Register gezogen. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums, einer Scheibe, die den Geist des Punk mit versengten Bluesrock-Elementen vermählte, meldet sich das Trio aus London nun mit „Wild Young Hearts“ zurück, einem Albumtitel der Bände spricht und für eine ganze Palette von Popsongs steht, die sie im Soul ertränkt, auf die Disco-Tanzfläche geschickt oder in die Blues- und Jazz-Ära katapultiert haben.

Dank Songs wie „Saturday Night“, einer druckvollen Electro-Rock-Nummer, der ersten Single „Don’t Upset The Rhythm“, die mit galoppierenden Funk-Einlagen durchbrennt, dem ausgelassenen Titelstück (im Jazzgewand), dem dreist an den Soul der Sechziger anknüpfenden „Never Forget You“ oder dem schwül-schillernden Popsound von „24 Hours“, steht jetzt schon fest, dass die Noisettes mit „Wild Young Hearts“ ein Album aufgenommen haben, das in Sachen Kühnheit dieses Jahr kaum zu übertreffen sein wird.

Schon immer allergisch gegen feste Strukturen und Strickmuster, war dem Trio von Anfang an klar, dass sie mit dem Nachfolger von „What’s The Time Mr. Wolf?“ in eine ganz andere klangliche Kerbe schlagen würden. Und das, obwohl ihr Debütalbum fünf Singles hervorbrachte und dafür sorgte, dass sie über ein Jahr lang pausenlos auf Tour waren: Sie teilten sich unter anderem mit Muse Stadionbühnen und tourten mit angesagten Bands wie TV On The Radio und Bloc Party mehrfach durch die Staaten.

„Es gibt halt Bands, die immer denselben Style präsentieren“, sagt Sängerin Shingai Shoniwa, deren wandlungsfähige Stimme ihr bereits Vergleiche mit so unterschiedlichen Frauen wie Deborah Harry, Kate Bush, Billie Holiday und Diana Ross beschert hat. „Diese Bands finden zusammen, weil die Leute einen ähnlichen Musikgeschmack haben; und dann machen sie bis in alle Ewigkeit den gleichen Sound. Wir sind zwar auch eine Gang, aber wir sind zugleich drei Diven mit ganz unterschiedlichen Plattensammlungen. Andauernd schleppt einer von uns neue Musik an und zeigt sie den anderen; mal ist es afrikanische Musik, mal Jazz, mal Van Morrison oder Black Sabbath. Musik zu machen bedeutet für uns, mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen.“

Wie nicht anders zu erwarten, haben Noisettes einen eher untypischen Weg gewählt, als es darum ging, neue Songs für ihr zweites Album zu schreiben: Gerade erst von ihrer Sommertour 2007 zurück, machten Gitarrist Dan Smith (ein Typ, der dafür bekannt ist, mit Pailletten besetzte, gelbe Hemden mit silbernen Hosen zu kombinieren) und der bärtige Drummer Jamie Morrison (der scheinbar noch immer nicht fassen kann, dass er überhaupt in irgendeiner Band aufgenommen wurde) erste Klangexperimente, die zum Teil daraus bestanden, breit ins Naturgeschichtliche Museum zu gehen, um gleich im Anschluss Mainstream-Hits wie Britneys „Hit Me Baby (One More Time)“ zu covern.

„Wir haben zu diversen grandiosen, waschechten Popsongs geschrieben und dann die Hintergrundspur entfernt und geschaut, was übrig bleibt“, berichtet Morrison. „Keines der Resultate dieser Sessions ist auf dem Album zu hören, aber die Herangehensweise inspirierte uns zu vollkommen neuen Ansätzen und einer ganz anderen Art von Songwriting. Außerdem haben wir in vielen Clubs abgehangen, und immer wenn wir nach Hause kamen, haben wir versucht, diejenigen Sounds mit eigenen Mitteln zu kreieren, die uns am Abend gefallen hatten. Dadurch haben wir uns von den Konventionen befreit, die man aus der Welt der Gitarrenmusik kennt.“

Im Herbst des Jahres packte die Band ihr Equipment in einen Van und verbrachte ein paar Wochen in verschiedenen (Wohn-)Studios, unter anderem in Devon und Brighton. Unterwegs hörten sie hauptsächlich frühe Aufnahmen von Prince und Portishead, Queen, Talk Talk und Fleetwood Mac. Das Motto der neuen Songs brachten sie bald darauf im Albumtitel auf den Punkt: „‘Wild Young Hearts’ – das bedeutet: sich jung fühlen und sich wie ein Jugendlicher zu verhalten, ganz egal, wie alt man eigentlich ist“, sagt Smith. „Es geht in erster Linie um Spaß und darum, sein eigenes Ding durchzuziehen. Wir drei sind bei der Arbeit an diesem Album noch dickere Freunde geworden. Wir haben uns gemeinsam betrunken und sogar das eine oder andere Hotelzimmer zerlegt. Eigentlich sind wir sehr verschieden, aber zwischen uns ist eine Bindung entstanden, die man in den neuen Songs deutlich raushören kann.“

Die neuen Stücke unterzogen sie bei einigen Konzerten im letzten Jahr auch gleich der Live-Feuertaufe, unter anderem beim South By South West und im Rahmen einer Tour durch Frankreich, wo „Don’t Upset The Rhythm“ das Publikum jeden Abend endgültig zum Ausrasten brachte – spätestens da war den Noisettes klar, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Trotzdem wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht so genau, wie das Album insgesamt klingen sollte; das änderte sich erst, als sie letzten Juni mit dem Produzenten Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Adele) in London ins Studio gingen.

„Uns war klar, dass es um Soul und um eine Atmosphäre gehen sollte, die eine ganz bestimmte Zeitspanne einfängt, so wie es z.B. die Alben von Portishead tun“, berichtet Morrison. „Doch hatten wir die Songs nie zuvor gemeinsam in einem Studio gespielt. Für unsere Demos hatten wir sämtliche Spuren einzeln auf dem Computer aufgenommen, also ohne die Instrumente zu verwenden. Die Kernidee war, allem ein Gefühl zu geben, als würden wir Songs covern, die wir selbst kaum kennen, damit das Album spontan und spannend klingt. Letztendlich hatten wir jede Menge Spaß im Studio: Wir haben jeden Tag ein Stück aufgenommen und uns nicht ein einziges Mal gestritten!“

Freunde schauten vorbei, um Bass-Spuren oder Streicher-Parts einzuspielen, und sowohl Shoniwas kleiner Bruder (der bereits im Halbfinale der UK-Talent-Show „I’d Do Anything“ war), als auch ein Bariton aus ihrem früheren Kinderchor steuerten den Hintergrundgesang bei. Am verblüffendsten ist jedoch der gewaltige Tonumfang von Shoniwas Stimme: sanft und verführerisch auf „Sometimes“, dem ersten Track des Albums, jazzy auf dem akustischen „Atticus“, durchdringend und sexy auf „Don’t Upset The Rhythm“, und glasklar bzw. bluesy auf „So Complicated“, einem Update zum klassischen Motown-Sound, und „Never Forget You“, einem klaren Singlekandidaten. „Ich bin mit traditioneller Musik aus Simbabwe aufgewachsen: Afrobeat, gemischt mit Reggae und Funk, den meine Onkel spielten“, sagt Shoniwa, die in England schon längst zur Fashion-Ikone avanciert ist. „Dann habe ich noch Musical studiert und in Chören und Jazz-Bands gesungen. Dan hat für mich sogar mal den Auftrag an Land gezogen, in einer Diana-Ross-Coverband zu singen. All diese Erfahrungen ermöglichen es mir, jede Art von Song zu singen – ganz egal, ob es nun eine zuckersüße Soul-Ballade ist, ein Jazz-Stück oder eben richtig lauter Rock’n’roll.“

„Wir alle hatten den Eindruck, dass Shingais Stimme auf dem ersten Album etwas unterfordert war“, fügt Smith hinzu. „Weil die meisten Songs auf einer Gitarrenspur basierten, konnte sie sich einfach nicht so gut einbringen. Shingai hat eine unglaubliche Jazz-Stimme, aber davon hat man auf der ersten LP zum Beispiel gar nichts mitbekommen. Jetzt kann man all ihre unterschiedlichen Stimmungen deutlich raushören. Ihr Gesang gibt dieses Mal den Ton an, das war bei jedem der neuen Songs so. Im Fall von ‘Never Forget You’ klingt sie vollkommen positiv, und der Text klingt fast schon wie ein lockeres Gespräch in einer Bar. Auf ‘Every Now And Then’ gibt sie sich dann eher melancholisch und nachdenklich. Dieser Kontrast entspricht in etwa der Situation, samstagabends auszugehen, um gleich am nächsten Morgen die Quittung dafür zu bekommen.“

Trotz all der Veränderungen gibt es eine Sache, die man als Konstante im Noisettes-Universum bezeichnen muss: ihre Live-Show. Die Energie, mit der sie jede Bühne rocken. Während sie von der Zeitung The Guardian bereits als „beste Live-Band Großbritanniens“ gefeiert wurden, konnte man Shoniwa bei einer kürzlich absolvierten Show in London sogar dabei zusehen, wie sie mit Gitarre und Mikro ins Publikum stürmte, um dann auf einer Leiter, die von der Decke baumelte, den Rest des Songs zu performen. Kein Wunder, schließlich hat sie als Teenager auch an Zirkustricks gearbeitet...

„Viele junge Bands scheinen gar nicht erst auf die Idee zu kommen, eine richtig krasse Show zu liefern“, sagt Shoniwa. „Wir gehen jedes Mal einen Schritt weiter und setzen noch einen drauf, um dem Publikum einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Ich stehe voll auf Künstler wie Hendrix und Bowie, die auch auf ihre Frisur geachtet und sich Zeit genommen haben, um das passende Bühnenoutfit zu finden.“

„Uns geht es gar nicht darum, trendy zu sein“, sagt sie abschließend. „Die Musik ist für alle da, aber unsere Band zeichnet sich nun mal dadurch aus, dass wir auch andere Aspekte mit einbeziehen. Unser Ziel ist es, den Leuten zu beweisen, dass Popmusik auch heute noch anders klingen und spannend sein kann. Und ich weiß, dass wir mit diesem Album den Beweis dafür liefern können.“

Quelle: www.noisettes.de © 2009 UniversalUniversal Music GmbH

Erschienen bei Mercury / Universal (April 2009) www.mercuryrecords.co.uk www.universal-music.de

Auch erhältlich bei www.amazon.de/Wild-Young-Hearts-Noisettes

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