hamburger-retina

Unsere Videogalerie über Musikstars und Newcomer

28.06.2014 Humor, Leidenschaft, Gefühl

GFDK - Sony Music

Mit gerade einmal zwanzig Jahren hat sich George Ezra in die beneidenswerte Rolle eines Newcomers gebracht, dessen Name in aller Munde ist. Wie es dazu kommen konnten, ist dem in Hertford geborenen Saenger mit der tiefen, bluesigen Stimme allerdings selbst nicht ganz klar.

Der Hype um seine Person ist ihm aber offensichtlich nicht zu Kopf gestiegen – auch heute noch reagiert der 20-jährige auf die zahlreichen Erwähnungen in den „One To Watch in 2014“-Listen mit ungläubiger Verlegenheit. „Alle sagten mir, dass dies mein Jahr werden würde“, erinnert sich Ezra. „Das klingt natürlich sehr schön, ist aber gleichzeitig auch problematisch, denn ich plane ja auch 2015 noch am Start zu sein und lange darüber hinaus.“

In Großbritannien erschien gerade seine zweite EP „Cassy O“, sein Debütalbum „Wanted On Voyage“ folgt Ende Juni, doch in der Zwischenzeit macht er genau damit weiter, was er seit er seinem siebzehnten Lebensjahr macht, als er nach Bristol zog um Songwriting zu studieren: er schreibt Songs.

„Meine Arbeitsweise beim Songwriting ist: einfach die Klappe halten und machen“, sagt er schulterzuckend. „Das gleiche gilt auch für Auftritte. Ich werde nicht nervös, ich gehe einfach auf die Bühne und singe. Ich hebe doch jetzt nicht ab, nur weil ich Musiker bin. Ich bin nur ein Typ mit einer Gitarre, nicht mehr. Wenn dann irgendwann alles schief geht, komme ich auch nicht so sehr wie ein Depp rüber.

Im Januar brach Ezra auf eine komplett ausverkaufte UK Tour auf, die fast zwei Monate dauerte und auf der er sich kaum einen Ruhetag gönnte. Nach dem Ende der Konzertreise begab er sich flugs nach Europa, wo sich sein Song „Budapest“ in Windeseile zu einem Hit entwickelte und in neun Ländern in den Top Ten platzieren konnte. Als er in Italien er einen Radiosender verließ, wurde er von Fans überrascht, die ihm Fotos zum Unterschreiben entgegenhielten. „Das war wirklich seltsam“, sagt Ezra. „Ein paar waren schon über dreißig und es war Dienstagnachmittag. Alles, was ich denken konnte, war: ‚Habt ihr keinen Job, wo ihr sein müsst?‘“

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Ezra hatte nie geplant, mit Musik Karriere zu machen, und es kommt ihm auch nicht wie ein Job vor. Dass er gleich in seinem ersten Jahr am College einen Plattenvertrag ergatterte, kam völlig unerwartet. Von der  Performance beim Internet-Kanal Bristol Couch, durch die die Musikwelt erstmals auf ihn aufmerksam wurde, ist ihm lediglich die Erinnerung an die Couch geblieben. „Die war aufblasbar, damit man sie herumtragen kann“, erinnert er sich. „Im aufgeblasenen Zustand sah sie aber aus wie Leder. Also wenn man ein Sofa braucht, ist das vermutlich ein ziemlich guter Kauf.“

Als er mit achtzehn von Columbia Records gesignt wurde, hatte er nach eigenen Aussagen „gerade einmal vier oder fünf Songs – und ungefähr die doppelte Zahl an Gigs auf dem Buckel. Das kam alles sehr früh. Ich hatte gerade erst meinen Manager getroffen und beschlossen, alles erst einmal ein Jahr so laufen zu lassen, bevor wir versuchen, irgendjemanden zu kontaktieren.“

Doch zu spät: Ezras beherzter und fast schon absurd eingängiger Blues-, Country- und Folk-inspirierter Pop schlug bereits erste Wellen. Das britische Newcomer-Format BBC Introducing fand großen Gefallen an seinem Song „Angry Hill“, den Ezra Anfang 2012 auf seine Website hochgeladen hatte (und der später auf seiner Debüt-EP „Did You Hear The Rain?“ zu finden sein würde).

Im Sommer 2013 trat er auf der BBC Introducing-Bühne beim legendären Glastonbury-Festival auf und bekam große Augen, als sich Massen von Fans ins Zelt drängten und seine Texte mitsangen. Im Herbst wurde der Song „Budapest“ (ebenfalls von der Debüt-EP) als Gratis-Download online gestellt und schnell von einigen Radio 1 DJs aufgegriffen und gespielt, noch lange bevor sie offiziell bemustert worden waren.   

Einige Songs auf dem Debütalbum „Wanted On Voyage“ gehen auf Ezras College-Zeiten zurück. Ein Großteil des Albums wurde auch durch eine Reise inspiriert, die er ganz alleine im vergangenen Sommer unternahm. Der Song „Budapest“ handelt zum Teil davon, dass es einem nicht gelingt, bis nach Budapest zu kommen, greift jedoch auf der anderen Seite auf surreale Art und Weise die uralte Idee auf, alles für ein Mädchen zu opfern. „Cassy O‘“ beschreibt den Wunsch, dass die Reise niemals enden wird.

„Ich besuchte Paris, Amsterdam, Kopenhagen, Malmö, Wien, Mailand und Barcelona“, berichtet Ezra. „Es war das erste Mal, dass ich jemals etwas über einen längeren Zeitraum ganz alleine gemacht habe. Und es war toll. Ich habe festgestellt, dass ich mich selbst ganz gut leiden kann.“

Ezra nahm eine Gitarre mit und verdingte sich hier und da als Straßenmusiker, meist war er jedoch auf der Reise, sah die Lichter vorbeihuschen und füllte seine Reisetagebücher mit seinen Erfahrungen – was er gesehen hatte, welche Gespräche er zufällig mitgehört hatte, was in seinem Kopf zu vorging. „Es war meine Art mit dem Druck umzugehen, einen Plattenvertrag unterschrieben zu haben“, sagt er.

„Ich bekam ein wenig Panik. Das Problem war, dass ich in Bristol lebte, nach London fuhr oder als Support mit anderen Bands auf Tour war und nichts Neues sah. Das wäre wunderbar gewesen, wenn jemand Songs über die Züge der First Great Western-Bahnlinie von mir gewollt hätte, oder darüber, wie teuer deren Sandwiches sind. Das war aber nicht der Fall, also musste etwas passieren.“ 

Wieder zurück in Bristol, las er seine Reisetagebücher und die Songs sprudelten nur so aus ihm heraus. „Als ich las, was ich geschrieben hatte, kam es mir vor, als würde mir jemand Songtexte in die Hand drücken, die fast schon fertig sind“, erinnert er sich. „Plötzlich erschien mir das Schreiben des Albums sehr einfach.“

„Wanted On Voyage” wurde zwischen Anfang November und Mitte Januar in Clapham im Süden Londons mit Produzent Cam Blackwood (London Grammar, Florence and the Machine, Paulo Nutini etc.) aufgenommen. Der Refrain „What are you waiting for?” des Album-Openers „Blame It On Me” bringt das Motto des Sängers auf den Punkt, Aufgaben einfach anzupacken und zu erledigen.

„Listen To The Man“ ist eine benebelt bluesige, sommerlich klingende Lehrstunde in Sachen Selbstvertrauen. Soundtechnisch ist der überraschendste Track auf „Wanted On Voyage“ das aufmüpfige, elektronische „Stand By Your Gun“, das klingt, als hätten sich The Blue Nile an einem Disco-Song versucht. Den lustigsten Text – und davon gibt auf der Platte einige – enthält vermutlich „Drawing Board“, eine Fantasie-Vergeltung in Richtung Ex, wenn die Beziehung den Bach runtergegangen ist.    

„Das Album klingt auf jeden Fall nach Spaß“, sagt Ezra. „Das liegt vielleicht daran, weil es so viel Spaß gemacht hat, es zu machen. Ich mag es eigentlich nicht, darüber zu reden, wovon meine Songs handeln, aber auf vielen mache ich mich über mich selbst lustig, u.a. auch bei dem Song ‚Cassy O‘, in dem ich über meine eigenen Klischee-Gedanken spotte. ‚Listen To The Man‘ ist eigentlich nur ein alberner Song, den man live toll spielen kann. Bei ‚Leaving It Up To You‘ singe ich im Refrain Falsett, was für jemanden mit einer tiefen Stimme, wie ich sie habe, nicht ganz einfach ist. Auf der Bühne behaupte ich, dass ich Mädels habe, die es für mich singen. Das ist natürlich Quatsch, aber es klingt ziemlich cool.“

Alle Songs des Albums wurden vor den Aufnahmen monatelang live gespielt. Im Studio spielte Ezra Gitarre, Bass und Keyboards, das Schlagzeug überließ er allerdings anderen. Bei „Blame It On Me“ gibt es die einzigen Streicher des Albums – eine einzige Note, gespielt auf dem Cello.

„Das Beste im Studio waren die beiden Achtziger Jahre-Keyboards, mit denen wir jede Menge verrückter Sounds machten“, sagt Ezra. „Der seltsame Beat bei ‚Did You Hear The Rain?‘ besteht aus drei Loops, die wir fanden – ein Beatboxer, ein Didgeridoo-Spieler und noch etwas anderes, an das ich mich nicht mehr erinnere. Wir schickten Loops durch Verzerrer und machten dann Beats daraus. Auf dem Album gibt es jede Menge davon und es macht wahnsinnig viel Spaß, sowas im Studio zu machen, die Quittung bekommt man dann aber, wenn man eine Band hat und versucht, die Rhythmen live zu reproduzieren.“

Es läuft nicht alles wie von ganz allein, und Ezra ist durchaus bewusst, dass es noch viele weitere Herausforderungen geben wird, die es zu überwinden gilt, doch er bewahrt sich stets eine entspannte Grundeinstellung  -  dieser Typ hat einfach einen vernünftigen Kopf auf seinen Schultern. 

„Und wenn alles schief geht, dann lache mich darüber mindestens genauso kaputt wie alle anderen.“

mehr

24.06.2014 ein unzertrennliches Team

GFDK - Rough Trade

Malky, das ist Bulgarisch und heißt so viel wie “kleiner Junge”. Malky, das sind Sänger Daniel Stoyanov und Keyboarder und Produzent Michael Vajna. Malky kommen aus Leipzig. Und sind doch nicht von hier. Als Kind kommt Daniel mit seinen Eltern von Bulgarien nach Deutschland.

Er entdeckt seine Leidenschaft für den Gesang, mit 13 Jahren steht er das erste Mal im Tonstudio, mit 19 spielt er seinen ersten Gig mit Liveband, als Backing Vocalist steht er für große Pop-Bands hinter dem Mikro. Fest steht von Anfang an: Alles dreht sich um die Musik.

So sieht das auch Michael, den Daniel in Mannheim kennenlernt. Michael hat ungarische Wurzeln. Der Balkan und die Sehnsucht nach der Heimat verbinden die beiden. Sie sind ein unzertrennliches Team – Brüder im Geiste, die sich so vertraut sind, dass sie nicht viele Worte brauchen. Sie wissen, was der andere denkt. Sie funktionieren.

Zusammen schreiben Daniel und Michael Songs für verschiedene deutsche Pop-Größen, doch die Arbeit für andere Künstler wirft auch Fragen nach dem eigenen Lebensmodell auf. Es muss mehr geben als die Fließband-Produktion von charttauglichem Material.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Sie ziehen zusammen nach Leipzig, um sich dort von den Erwartungen und Vorgaben anderer zu befreien, die eigene comfort-zone zu verlassen, einen Neuanfang zu machen, ihren persönlichen Sound zu finden. Im Vordergrund steht nicht mehr kommerzielle Funktionalität, sondern die innere Stimme, das Verarbeiten der eigenen Geschichte, die Selbstverwirklichung.

Begriffe wie Vergangenheit und Neuanfang sind zentral im Malky-Kosmos. Mit Hingabe studieren und zerlegen Malky den Sound der 60er-Jahre und setzen alles neu zusammen. Allein deshalb wäre es falsch, Malky als “Retro-Projekt” zu bezeichnen.

Auf Ihrem DebütalbumSoon” springen Malky zwischen Vergangenheit und Gegenwart und verweben das klassische Songwriting des Rhythm’n Blues mit dezenten elektronische Flächen und aktuellen Kommentaren in den Texten.Mit  Malky verzichten sie bewusst auf große Effekte, beweisen Mut zur Lücke. Was bleibt, ist Popmusik mit Tiefe, geschult an Motown und den Beatles genauso wie an zeitgenössischer Elektronik.

Auf ihrem selbst gegründeten Label Eighty Days Records veröffentlichen sie im Oktober 2013 die erste Single und gleichnamige EP “Diamonds”, eine schwermütige Soul-Ballade, mit der die Band nachhaltigen Eindruck hinterlässt und klar macht: Malkys Soul ist nicht nur der verschwitzte, mitreißende, treibende Sound der großen Motown-Hits. Er ist auch immer wieder melancholisch, langsam, nachdenklich und dunkel. Ein Soul, der funkelt wie ein Diamant, aber zerbrechlich ist wie dünnes Glas.

Nach der EP “Diamonds” und Support Tourneen für Judith Holofernes, Leslie Clio, Laing, Johannes Oerding und Kat Frankie folgt nun das mit großer Spannung erwartete Debütalbum einer der wichtigsten Newcomer des Jahres.

Tracklisting:

01. Soon
02. Showdown
03. Diamonds
04. History Of Broken Hearts
05. Trouble
06. Whose Order
07. Give Away
08. Babylon Tree
09. Human Love
10. Beautiful Vacation
11. The Upper Room

Das Album MalkySoon” (Eighty Days Records) erscheint am 27.06.2014.

mehr

19.06.2014 Gray's 10. Studioalbum

GFDK - Peter Goebel

Der britische Sänger DAVID GRAY veröffentlicht sein neues Studioalbum "Mutineers" Ende Juni via Kobalt Label Services. "Mutineers" ist Gray`s 10. Studioalbum und das erste seit 4 Jahren. 21 Jahre nach seinem Debütalbum begibt sich David Gray musikalisch auf unbekanntes Gebiet, kultiviert dabei aber kämpferisch eine respektvolle Beziehung zu seiner eigenen Vergangenheit.

David`s musikalische Vergangenheit beinhaltet neben dem phänomenalen Erfolg seines Albums "White Ladder", das sich 7 Millionen mal verkauft hat und eines von drei UK Nummer 1 Alben ist, Brit und Grammy Nominierungen und seine beiden letzten Alben "Draw The Line" (2009) und "Foundling" (2010) erreichten beide die Top 10 der US- Billboard Albumcharts. Trotz all der Erfolge war der Ansatz beim neuen Album das sich Gray selbst überraschen wollte, nicht nur in der Art wie er arbeitet, sondern auch mit wem und welche Ideen er umsetzen wollte. Die Veränderung fällt hörbar auf "Mutineers", ein Album das David selbst eher in der Nachbarschaft von John Martyn`s "Small Hours" sieht, als in seinem eigenen Backkatalog. Neben der Veränderung im Klangbild merkt man in den Songs, angefangen mit dem Opener "Back In The World" bis zum Schlusssong "Gulls", das sich hier ein Künstler von seinen eigenen Erwartungen freigeschwommen hat.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

David`s Mitstreiter und Produzent während der Reise zu neuen musikalischen Horizonten war niemand anderer als Andy Barlow von LAMB. Die Spontanität bei der Entstehung des Albums erinnerte ihn öfter an die Entstehung von "White Ladder", das er damals im Studio in seinem Schlafzimmer in 1997 aufgenommen hat. "Mutineers" ist ein Album geworden, das hervorragend in die musikalische Geschichte von David Gray passt. Der Sound eines Musikers, der einen sauberen Schnitt wagt, dabei einige scharfe Kurven nimmt und dabei dennoch wieder an die Freiheit eines früheren Traums anschliesst.

David Gray spielt im April und Anfang Mai eine jetzt schon ausverkaufte US-Tour und im Juni 8 Shows in England um sein neues Album live vorzustellen.

 

 

Peter Goebel
PR Beratung & Promotion
St. Georgs Kirchhof 23
20099 Hamburg
goebel@presse-peter.de

mehr

13.06.2014 Ab 8. August erhältlich

GFDK - Warner Music

JESS GLYNNE dürfte vielen schon gut bekannt sein, obwohl die meisten es gar nicht wissen.

Sie ist die Stimme hinter Rather Be von Clean Bandit und My Love von Route 94 und kann aktuell mit Gesamtverläufen von über 3 Millionen Singles und iTunes Nummer-1-Hits in 34 Ländern bereits eine ganze Latte an Erfolgen vorweisen.

Mit einem herausragenden Mix von Hip Hop-Beats, einer kräftigen Soulstimme und einem Herzen für Pop präsentiert JESS GLYNNE auf ihrer Single Right Here nun ihren eigenen Sound.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Mitglied von verschiedenen Projekten, wie Bless Beats, Rudimental und MNEK.

Mit Switch (M.I.A., Beyoncè), der einen Hälfte von Major Lazer, gelang es JESS, ihre ganz eigenen Note zu entwickeln und ganz nebenbei Songs für Künstler wie Jessi J und Beyoncè zu schreiben.

Top Charterfolge mit Rather Be (Clean Bandit) und My Love (Route 94)!

mehr

11.06.2014 Emotionale Höhen und Tiefen

GFDK - Sony Music

„Nothing gold can stay“ -so formulierte der US-amerikanische Dichter und vierfache Pulitzer-Preisträger Robert Frost im Jahr 1923 jenen Sachverhalt, der sich wohl ungefähr mit den Worten „Nichts ist für immer“ übersetzen lässt und den Verlust der Unschuld, die Flüchtigkeit der Schönheit, verlorene Liebe und schließlich auch den Tod mit einschließt. Und genau diese Zeile war es auch, die Klara Söderberg (die zusammen mit ihrer Schwester Johanna das schwedische Duo First Aid Kit bildet) aufmerksam werden und innehalten ließ.

„Ich hatte die erste Strophe von ‚Stay Gold‘ geschrieben und kam irgendwie nicht weiter“, erinnert sich Klara. „Ich nahm mir einen Gedicht-Sammelband und dachte: ‚Ich schlage ihn auf und schaue, ob ich darin irgendetwas finde, das mich inspiriert‘. Ich stieß sofort auf ‚Nothing Gold Can Stay‘. Es war buchstäblich das Erste, was ich sah und es war einfach nur perfekt“. So perfekt, dass sich Klara die Zeile für den Refrain entlieh, der letzten Endes zum Herzstück und Titel des neuen First Aid Kits-Albums „Stay Gold“ wurde, mit dem die Band nun ihr Debüt beim Sony Music-Label Columbia Records feiert. „Es ist ein Song über Veränderung, und möglicherweise den Wunsch, sich gar nicht verändern zu wollen“, ergänzt Johanna.   

Verändert hat sich für die Söderberg-Schwestern in den vergangenen sechs Jahren eine ganze Menge. Ihre Coverversion des Fleet Foxes-Songs „Tiger Mountain Peasant Song“ hatte den Teenagern 2008 im Nu den Ruf eingebracht, großartige Musikerinnen und Performerinnen zu sein. Ihr YouTube-Video bescherte ihnen neben weltweiter Aufmerksamkeit und Millionen Views auch jede Menge prominente Fans. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Debütalbum „The Big Black & The Blue“, das ihnen nicht nur euphorische Presse-Stimmen, sondern auch zu gemeinsamen Auftritten und Konzerteisen mit Patti Smith, Jack White, Lykke Li und Bright Eyes führte. 

„Wir waren seit schon langer Zeit große Fans von Conor Oberst [Bright Eyes]“, erklärt Johanna. „‘Lua‘ war einer der ersten Songs, den Klara auf der Gitarre lernte. Als er dann mit Monsters Of Folk in Schweden auftrat, gelang es uns, hinter die Bühne zu kommen und Conor unsere erste Platte zu geben. Ein Jahr später traten wir in Austin auf und er kam zu unserer Show und sagte, dass er sie toll fand. Wir lernten [Bright Eyes/Monsters Of Folk-Mitglied/Produzent] Mike Mogis kennen, und wir fragten ihn, ob er unsere nächste Platte produzieren wollte.“

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Mogis willigte sofort ein und 2011 machten sich die beiden Schwestern auf nach Omaha, um in seinem Studio ihr Album „The Lion’s Roar” aufzunehmen, mit dem ihnen der international Durchbruch gelingen sollte. Der Longplayer enterte die schwedischen Charts auf Platz eins und wurde weltweit von den Kritikern gefeiert. Das Magazin Mojo bezeichnete das Album als „erstaunlich“, die BBC als „großartig“. Der Rolling Stone wählte „Emmylou“, ein Liebeslied mit klassischen Country-Bezügen, zu einer der besten Singles des Jahres 2012 und schwärmte: „Man wird in diesem Jahr keinen Song hören, der schöner gesungen ist“. Sie traten beim legendären Newport Folk Festival, bei Lollapalooza und in Glastonbury auf, und spielten im Vorprogramm von Rodriguez in der Radio City Music Hall. „Emmylou“ bescherte ihnen außerdem eine Einladung in die TV-Shows von Conan O’Brien und David Letterman.

Doch nicht jede Veränderung ist gleichzeitig auch gut. Glück und Erfolg können auch Liebeskummer, Einsamkeit und Heimweh mit sich bringen. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung, nach einem Ausweg, der dann aber doch nicht kommt. Und mit dieser fast schon schmerzlichen Weisheit, die man Johanna (23) und Klara (21) angesichts ihres jungen Alters kaum zutrauen würde, bringen sie das emotionale Spektrum auf „Stay Gold“ perfekt auf den Punkt.

Das Album beginnt mit einer staubigen, Spaghetti-Western-artigen Streicher-Melodie, die von einem aus Omaha stammenden Streichorchester eingespielt wurde. Das Ensemble taucht auf dem Album immer wieder mit Filmscore-haften Passagen auf, die von Nate Walcott (Broken Bells, Rilo Kiley) arrangiert wurden. Der erste Song „My Silver Lining“ galoppiert flott durch eine Existenz-Krise und legt den thematischen Grundstein für ein Album, dem es gelingt, auch in Phasen der Dunkelheit und Angst Momente der Hoffnung und des Lichts zu finden. „Master Pretender“ ist eine umfassende Reflektion über das Erwachsenwerden und wie man aus Fehlern lernt, „Stay Gold“ betrauert Verlust und die Unsicherheit der Zukunft. „What if our hard work ends in despair, what if the road won't take me there?” singen sie in wundervoll ineinander verwobener Harmonien. "What if to love and be loved's not enough, what if I fall and can't bear to get up? / Oh I wish for once we could stay gold."

Die Texte sind wesentlich intimer als bei den vorangegangenen First Kit Aid-Veröffentlichungen. „Auf unseren anderen Platten haben wir viel über Natur und märchenhafte Dinge geschrieben“, sagt Johanna über ihre frühen Aufnahmen, die Elemente aus der amerikanischen Folkmusik mit schwedischer Folklore und Storytelling vereinte. „Aber wenn du dir die Texte auf diesem Album anhörst, dann wirst du merken, dass sie viel mehr von uns handeln, sie sind viel persönlicher.“

„Cedar Lane“ ist ein Walzer, der sich um Liebeskummer dreht und in dem Mantra-artig immer wieder die Zeile „something good will come out of this“ zu hören ist, in „Shattered & Hollow“ manifestiert sich unmissverständlich der Wunsch nach Entkommen. In „Waitress Song“ phantasiert Klara darüber, wie es wäre, alles hinzuschmeißen und ein komplett neues Leben zu beginnen. „I could move to a small town and become a waitress", singt sie, „say my name was Stacy / and I was figuring things out.”

„Es handelt davon, von den verschiedenen anderen Leben zu träumen, die man leben könnte“, sagt sie über den Song, der bei Soundchecks während einer Tour mit Jack White entstanden war und der vom vielen Neko Case-Hören inspiriert wurde. „Ich glaube, jeder hat derartige heimliche Wünsche, dass man einfach davon laufen könnte und irgendwo ein neues Leben beginnen. Nicht, dass ich so etwas tatsächlich tun wollen würde, ich wollte nur ein wenig meiner Phantasie freien Lauf lassen.“

Für die beiden Schwestern aus dem suburbanen Stockholm, die nun Label-Kollegen von Idolen wie Bob Dylan und Leonard Cohen sind und mit einigen der größten Namen des Indie- und Modern-Folk-Szene touren, trägt die Realität derzeit ohnehin eher phantastische Züge. Die Beiden haben aber einen langen, steten Aufstieg hinter sich, der sie erst dorthin gebracht hat. Die Zukunft mag immer Unsicherheiten parat halten, doch im Jetzt sind die Dinge für First Aid Kit mehr als golden: die Veröffentlichung des besten Albums ihrer Karriere steht kurz bevor – und das Morgen könnte kaum prachtvoller aussehen.

mehr

09.06.2014 Innere Einkehr zum Ich

GFDK - Sony Music

Nach ihrem großen Überraschungserfolg im letzten Jahr, in dem OK KID in verschiedensten musikalischen Kreisen vom Geheimtipp zur Herzensband wurden, veröffentlicht die Band nun zur Veredlung und Abschluss ihres Debüts eine neue EP. Entstiegen aus den Untiefen Gießener Hip Hop-Cyphers haben sich die drei unlängst auf einen eigenen Weg gemacht.

Sie selbst benennen sich nach 2 Radiohead Klassikern, haben sich im Mosh-Pit bei Atari Teenage Riot in der Jugend die Knie blutig getanzt und sind bekennende Strassenrapfans. Bei genauerer Betrachtung der drei Wahl-Kölner wird schnell klar, dass Genre- oder Szene-Dogmen keine Rollen spielen. OK KID geht es darum deutsche Popmusik zu machen, die ihren eigenen Ansprüchen an Qualität, Ästhetik und Tiefe gerecht werden soll. Popmusik, die sich nicht beim Hörer anbiedern muss; Songs  die auf der eine Seite vielleicht leicht ins Ohr gehen, aber trotzdem genügend Subebenen in Text- und Soundästhetik bereithalten, um auch nach dem 10. mal hören nicht langweilig zu werden. 

Doch wer sind OK KID eigentlich? 

Da wäre Raffi, der seit frühen Teenagertagen Beats baut und parallel Schlagzeug in Bands spielt, Moritz mit seiner Leidenschaft für analoge Synthesizer, der schon früh anfängt eigene Songs zu schreiben und Sänger bzw. Rapper Jonas, der sein Handwerk auf unzähligen Freestyle-Cyphern gelernt hat.  

In Zusammenarbeit mit Sven Ludwig, der mit der Band zusammen schon für die Produktion des Debütalbums verantwortlich war, entsteht ein Klangkonzept, dass bewusst Ein- und Ausschläge in viele musikalische Richtungen gibt. Da harmonieren pulsierende Beats, die an Künstler wie Rustie  oder sogar Dr. Dre erinnern, mit der Liveband-Ästhetik einer Interpol- oder Friendly Fires-Platte. Dazu die schnörkellose und ehrliche Sprache, irgendwo zwischen Rap und Gesang, zwischen Mike Skinner (The Streets) und Ton Steine Scherben. 

Mit ihrer neuen Grundlos EP machen sich OK KID ein zweites mal Luft, sprechen Ungesagtes aus und hinterlassen Köpfe und Herzen besenrein.

Die Verbindung zwischen Album und EP wird, abseits vom handfest weltlichen, auch musikalisch wie inhaltlich schnell klar. So beginnt die Nummerierung der EP-Stücke dort, wo die des Albums endete.

Die Stücke auf OK KIDs Grundlos EP schließen aber nicht nur Lücken und vollenden die Kapitel des Debütalbums. Sie sind auch eine Lupe auf das bereits gesagte und lassen Worte, die zuerst vage zwischen Zeilen anklangen, plötzlich klar und deutlich aufleuchten.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Diente das Album noch als Spiegel ihres direkten Umfeldes und setzte sich oft mit allgemeineren Konflikten auseinander, ist die EP nun eine innere Einkehr und eine Rückkehr zum Ich.

Wo eben noch ein schillerndes Wir einen Reigen aus Gemeinsamkeiten und unüberbrückbaren Distanzen tanzte, sammeln sich nun die Gedanken einsam in einem Kopf, der in einem Waschbecken steckt, sich abschottet und sehen will, ob er noch mit sich allein sein kann („Unterwasserliebe“). Der warmgehaltene Kaffe des Albums, die halbverbrannte Brücke zu einer alten Beziehung (entliehen aus Rocko Schamonis Roman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“), ist inzwischen kalt geworden. Verschüttet, bildet er einen unwirklichen Fleck auf der Tischdecke („Februar“). Der innere Konflikt zwischen Mut und Resignation ist hier kein allgemeiner, sondern ein eigener. Der Tanz auf der Rasierklinge, der Spaziergang auf der „Borderline“. Glück und Schrecken im Gefühl, auch unter vielen, am Ende doch nur man selbst und immer allein zu sein. Dann Erlösung und Fluch darin finden, dass selbst der eigenste Gedanke schlussendlich doch ein allgemeiner ist.

Dies ist natürlich nur eine, der vielen Lesarten der EP, deren Stücke stets offen genug sind um sich seinen eigenen Weg durch die wunderbar waghalsigen Assoziationsketten von Jonas Schubert zu bahnen, die er scheinbar immer zwischen Bedacht und kontrollierter Zufälligkeit auf den Takt setzt. Mit einem begleitenden fünfteiligen Episodenfilm wird zudem die visuelle Ebene der EP geöffnet.

Wie inhaltlich, werden auch musikalisch die Fäden des Debüts weiter gesponnen - einige Klangkonzepte verdichten sich, andere werden zurückgelassen. Sowie etwa die HipHop-Prägung des Trios die in diesen fünf Stücken noch deutlicher wird. Auch lässt sich Schubert vom festen Puls der Beats zeitweilig zu Vortagsweisen verführen, die den Rapper in ihm mehr denn je aufblitzen lassen.

Die Musik ist die sinnige Konsequenz aus den Instrumentalen des Albums, womit in ihnen gleichsam ein Abschluss und ein Neubeginn liegt. Denn die Grundlos EP verputzt brüchige Stellen, reißt alte Wunden auf und endet prophetisch mit einem Anfang. Denn vor allen Worten, die es zu finden lohnt, vor allem was man sagt oder verschweigt, vor jeder weiteren Regung, spielt unser Herz Musik. Zuerst war da ein Beat.

mehr

01.06.2014 Mit Bassist Anthony Jackson und Schlagzeuger Simon Philips

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Gerne erzählt sie auch heute noch die Ankedote: Nach einem ihrer frühen Konzerte in Deutschland wurde nicht sie selbst, sondern eine ihrer Freundinnen für den Auftritt gelobt. Darauf, dass Europäer Asiaten nicht gut unterscheiden können, reagierte Hiromi mit einem cleveren Kniff: Sie legte sich für die Bühne von nun an ein bisschen verrückte Frisuren zu.

Die extravagante Haarpracht ist ihr Markenzeichen geblieben - auch wenn sie das heute gar nicht mehr bräuchte. Denn kaum eine Musikerin aus Fernost dürfte mit ihrem mutigen Stilmix und ihrer eigenwilligen Spielweise so unverwechselbar sein wie die 35-jährige japanische Pianistin und Komponistin. Man erkennt sie buchstäblich mit geschlossenen Augen.

Die 1979 in Hamamatsu, Shizuoka geborene Hiromi Uehara ist das, was man getrost als „Wunderkind“ bezeichnen könnte. Bereits mit sechs Jahren tritt sie auf, eifert den großen Pianisten Erroll Garner und Oscar Peterson nach, beginnt, ihre eigene Musik zu schreiben. Doch von Beginn an besitzt sie eine Qualität, die  frühreifen Musikussen nicht unbedingt in die Wiege gelegt ist: „I could really play from my heart“, sagt sie, und zu verdanken hat sie das ihrer Lehrerin Noriko Hikida, die auf emotionales und intuitives Spiel großen Wert legt. „Die Finger dürfen nicht direkt zu den Ohren gehen, sie müssen hier Station machen“, sagt Hiromi und legt ihre Hand aufs Herz. 

Mit zwanzig siedelt sie in die Staaten über, schreibt sich am renommierten Berklee College of Music in Boston ein und lernt dort, stilistische Grenzen zu ignorieren. Sie studiert beim Bassisten Richard Evans, der sie schließlich mit dem Pianostar Ahmad Jamal bekannt macht. Die beiden nehmen die junge Japanerin unter ihre Fittiche, produzieren 2003 das Debütalbum „Another Mind“, das höchstes Kritikerlob bekommt. Es ist der Auftakt zu einer ganz und gar erstaunlichen Karriere. Bis 2008 veröffentlicht Hiromi vier weitere Alben, die ihr allesamt Awards und „Album Of The Year“-Preise einbringen. Ihre Stammband wird das quirlige Quartett mit dem schönen Namen Sonicbloom („Schallblüte“).

2009 schließlich erfährt sie die höchsten Weihen, als Chick Corea mit ihr in Tokio auf die Bühne geht (das Konzert erscheint als Doppel-CD) und sie mit Basslegende Stanley Clarke im Studio ist. Hiromi zeigt sich als souveräne, erfindungsreiche Künstlerin in den verschiedensten Kontexten - vom Quartett über die Trio- und Duo-Arbeit bis hin zum intensiven Solo-Setting, das sie auf ihrer CD und DVD „A Place To Be“ vorführt, eine grandiose Reise durch ihre Lieblingsstädte auf dem ganzen Erdball. Denn Reisen ist zentral für Hiromis Inspiration: Überall saugt sie mit feinen Antennen die unterschiedlichsten kulturellen Eigenheiten auf, man bestaune nur ihre Fotos von Speisen aus aller Welt auf ihrer Facebook-Seite.

Für ihre jüngsten Alben hat Hiromi sich zwei einzigartige Mitstreiter an Land gezogen – und diese Trio-Konstellation zeigt, zu welchen Höhenflügen die Pianistin gerade dann fähig ist, wenn sie sich um Konventionen am wenigsten schert. Der New Yorker Bassist Anthony Jackson ist eine Koryphäe am sechssaitigen Bass, seine Teamworks spreizen sich vom Philadelphia Soul über Steely Dan bis zu Paul Simon und Till Brönner. Simon Philips hat seine verblüffenden Schlagzeugkünste in die Dienste von Toto, The Who, Peter Gabriel und Mike Oldfield gestellt. Beide sind eine Generation älter als Hiromi, beide kennen das Rock und Pop-Universum aus intensiver Anschauung. Verblüffend, wie diese drei scheinbar so unterschiedlichen Persönlichkeiten seit 2011zusammengewachsen sind und Hiromi ihre aufregendsten Alben bescheren.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Alive“, Hiromis neuntes Album lebt wesentlich von diesem spannenden Dreigestirn. Jacksons fließendes, glühendes Bassspiel und Philips kraftgeladene und trotzdem geradezu lyrische Behandlung der Percussion setzen Hiromis leidenschaftliche Improvisation wunderbar in Szene. Die neun Kompositionen sind so vielfältig wie die Stationen des Lebens selbst, und in ihnen offenbart sich ein Zusammenspiel, das von blindem Verständnis und kreativer Befeuerung geprägt ist. „Alive“ heißt für mich zweierlei“, erläutert Hiromi: „Zum einen schreibe ich Songs über die realen Gefühle des Lebens. Und zum anderen habe ich mit Simon und Anthony mittlerweile ein so großes Vertrauen, dass es sich auch im Studio anhört, als spielten wir live vor großem Publikum.“

Wie der Beginn des Lebens, so Hiromi, soll sich das Intro zum Titelstück anhören. In der Tat ist der kraftvolle, robuste Auftakt ein Spiegel des chaotischen, anarchischen Moments der Schöpfung, gefolgt von einer halsbrecherischen Jagd des Trios, einem lustvollen Hineinreiten in die Existenz. Und auch die acht weiteren Stücke pulsieren vor überschäumender Energie, wenn sie Grundcharaktere menschlichen Daseins porträtieren: Der „Wanderer“ flaniert majestätisch zwischen rasant-romantischen Spielfiguren und lässigem Swing hin und her, bietet Philips die Bühne für ein packendes Solo. Der „Dreamer“ liebäugelt mit Latin-Flair und ungeraden Takten, im „Seeker“ paaren sich  kindlicher Spieltrieb und eine gute Portion Soul. Monk'sche Kauzigkeit bestimmt den „Player“ mit einer relaxten Einlage von Jackson, von ernstem Balldenintro zu stolzem Selbstbewusstsein entwickelt sich der „Warrior“. Und auch einen Solomoment gönnt sich Hiromi: „Firefly“ ist ihre Reverenz vor den Pastellfarben der Impressionisten, bevor es mit dem gospelgetränkten „Spirit“ und dem übermütigen Disco-Blues „Life Goes On“ in die Zielkurve geht. Eine famose musikalische Typenlehre vom Menschen und zugleich ein überwältigender Trip durch die Zeitlinie des Lebens.          

Wohin wird Hiromis Reise als Nächstes gehen? Für die quicklebendige Frau aus Fernost scheint es keine Grenzen zu geben: 2013 war sie als einziger Jazzact zur „Aida Night Of The Proms“ geladen, denn in ihrem Universum fusioniert sie Klassik, Jazz, Rock und Pop so natürlich, dass sie diese Stilbegriffe nicht einmal aussprechen mag. Fest steht: Für diese Tastenmeisterin stehen alle Türen offen – ob mit oder ohne auffälligen Haarschopf.

 

 

Uwe Kerkau Promotion
Hammermühle 34
D-51491 Overath

mehr

28.05.2014 afrikanischer Jazz,Soul und Pop vereint

GFDK - Uwe Kerkau Promotion

Vor einem Jahr beschloss die gefeierte ostafrikanische Sängerin und Songschreiberin Somi, ins nigerianische Lagos umzuziehen und dort nach frischen Inspirationen zu suchen. Das Ergebnis ist ihr neues Album »The Lagos Music Salon«, auf dem auch Sängerin Angelique Kidjo einen Gastauftritt hat.

In Zusammenarbeit mit dem brillanten nigerianischen Produzenten Cobhams Asuquo und dem vielseitigen amerikanischen Komponisten Keith Witty hat Somi eine Reihe neuer Songs geschrieben, aus denen die unglaubliche Kreativität und der großartige Spirit dieser Vielvölkerstadt spricht und in denen sie mit leichter Hand und einer ganz neuen Stimme die Welten von afrikanischem Jazz, Soul und Pop miteinander verbindet – nach Meinung des Magazins Vogue einfach »Superb!«

Wir lieben Muisik... weil sie uns glücklich macht

Somi wurde in Illinois geboren, ihre Eltern jedoch waren Einwanderer aus Ruanda und Uganda. Das doppelte Erbe der afrikanischen Musik und des Jazz war darum von Anfang an prägend für ihren Stil, und oft wurde sie mit Miriam Makeba oder Sarah Vaughn verglichen. Die Sängerin war neugierig, wie ihr Umzug auf den afrikanischen Kontinent ihren Blick auf ihre Musik und ihre Texte verändern würde. Die neuen Songs lassen alle verklärten Bilder hinter sich, wie man sie sich in der Fremde gerne von der Heimat macht, und bemühen sich stattdessen um eine Sicht »von innen« auf die kulturellen und sozialen Gegebenheiten vor Ort. Somi reflektiert in ihren Songs, was sie in der Stadt an kleinen und großen Dingen erlebt, und führt auf diese Weise eine Art musikalischen Dialog mit Lagos.

»The Lagos Music Salon« wurde mit Spannung erwartet, nachdem das letzte Studioalbum der jungen Sängerin »If The Rains Come First« (ObliqSound) auf Anhieb auf Platz 2 der Billboard World Chart gelandet war und über die es im Boston Globe hieß, »über allem liegt der Zauber eines nahezu vollkommenen Weltbürgertums«.

JazzTimes beschreibt ihre Liveauftritte als »eine Mischung aus der geerdeten Derbheit von Nina Simone mit dem vokalen Schmelz von Dianne Reeves«, während Billboard meint, »alles ist von anbetungswürdiger Eleganz … einfach hinreißend«. Mittlerweile hat Somi bereits mit Musikern wie Bobby McFerrin, Angelique Kidjo, Baaba Maal, John Legend, Cassandra Wilson, Mos Def, Paul Simon, Idan Raichel, Jennifer Hudson und vielen anderen auf der Bühne und im Studio zusammengearbeitet.

Album-Veröffentlichung: 6.06.2014

mehr

25.05.2014 Ein Soul- und Folkwunder

GFDK - Warner Music

„Natalie Merchant ist eine der erfolgreichsten und beständigsten Alternative-Künstlerinnen, die nun aus den 80ern aufersteht – völlig unversehrt und kompromisslos.“ – Vogue

„Ihr Erfolg wurzelt in zwei entscheidenden Eigenschaften: Dem Unwillen, irgendwelche Kompromisse einzugehen und ihrer totalen Offenheit. In einer Welt von oberflächlichen, hochgezüchteten Popstars ist Merchant etwas ganz Besonderes.“ - Guardian

Mit dem schlicht „Natalie Merchant“ betitelten Album erschien am 02.05. die sechste Solo-Songsammlung der vielfach mit Platin ausgezeichneten Sängerin auf Nonesuch Records – ihr erstes neue Material seit 13 Jahren! Ihr selbst produziertes Album stellt das Werk einer arrivierten Künstlerin mit einer klaren und unverwechselbaren Stimme dar. Seit langem bewundert für die gehaltvolle Tiefe ihres Songwritings, ist Natalie Merchant niemals vor gewichtigen Themen oder Motiven innerhalb ihrer Lyrics zurückgeschreckt. Sie selbst beschreibt das neue Album als durchdrungen „von Erfahrungen und scharfer Beobachtungsgabe“, das sich mit Themen wie „gefundener und verlorener Liebe, Bedauern, Verleugnung, Aufgabe, Gier, Zerstörungswut, Niederlage und gelegentlichem Triumph“ beschäftigt.

Natalie Merchant kann dabei auf die Erfahrungen aus mittlerweile drei Dekaden des Songwritings und der Albumproduktion zurückgreifen – nur ein Grund für ihren nuancierten und unverfälschten Stil. Ihre außergewöhnliche Stimme wird umrahmt von einer wohldosierten Mischung aus elektrischen und akustischen Klängen. Streicher, Bläser und Holzbläser verbinden sich dabei mit Hammond-Orgeln und E-Gitarren-Improvisationen zu einer aufregenden Melange. Und auch das Besetzung auf „Natalie Merchant“ liest sich wie ein Who-is-Who außerordentlicher Musiker: So finden sich neben John Medeski, Shawn Pelton, Clark Gayton, Uri Sharlin, Jesse Murphy, Erik Della Penna oder Gabriel Gordon auch Gastsängerin Simi Stone, Elizabeth Mitchell sowie die Gospelsängerin Corliss Stafford. 

Merchants Musikerkarriere begann während ihrer College-Zeit als Sängerin, Songschreiberin und Pianistin der wegweisenden Alternative Rockband 10.000 Maniacs, mit der sie insgesamt fünf viel beachtete Studioalben veröffentlichte; darunter das Platin-ausgezeichnete „In My Tribe“ (1987), „Blind Man´s Zoo“ (1989), „Our Time In Eden“ (1992) sowie das 1993er „MTV Unplugged“-Album. Nach 12 gemeinsamen Jahren veröffentlichte sie nach ihrem Weggang im Jahre 1993 ihr erstes Soloalbum, das 1995 erschienene und 5-fach-Platin-ausgezeichnete „Tigerlily“. In der Folgezeit erschienen das Platin-veredelte „Ophelia“ (1998), „Natalie Merchant Live“ (1999) und schließlich der 2001er Output „Motherland“.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht 

2002 zog sich Merchant einstweilig von der Popmusik zurück, um in Eigenregie eine Sammlung von Folksongs zu veröffentlichen. Zeitgleich zum Release von „The House Carpenter`s Daughter“ (Myth America, 2003) kam ebenfalls ihr erstes Kind zur Welt. Die folgenden sieben Jahre verbrachte Natalie Merchant zurückgezogen im New Yorker Hudson Valley, um sich ausschließlich ihrer Familie und der Arbeit in ihrem Stadtteil zu widmen, während sie immer wieder mit anderen Musikern zusammen arbeitete und ihr Engagement in Sachen Aktivismus und der Philanthropie zu festigen.

2005 wurde sie von Gouverneur Eliot Spitzer ernannt, während einer 4-Jahres-Periode in einem 20-köpfigen Gremium im New York State Council On The Arts (NYSCA) mitzuwirken. Sie arbeitete währenddessen mit einer Gruppe von obdachlosen Musikern am Benefiz-Album „Give US Your Poor“ (2006), sowie an der Dokumentation „No Good Reason“ aus dem gleichen Jahr. Sie kollaborierte mit Ladysmith Black Mambazo, dem britischen Komponisten Gavin Bryars und der Royal Shakespeare Company im Rahmen des „The Sonnet Project“ (2007). 2008 war sie auf dem Re-Recording zum 20-jährigen Jubiläum des Cowboy Junkies` Debüts „The Trinity Sessions“ vertreten und komponierte im gleichen Jahr auf Einladung der Boston Pops ein Konzertset mit Orchesterfassungen ausgewählter Songs aus ihrem weit reichenden Repertoire. Sie feierte das 60-jährige Jubiläum der Menschenrechtserklärung zusammen mit Amnesty Internationals „The Price of Silence“-Initiative und sang zusammen mit dem Schülerchor der Perkins School For The Blind, um Spenden zu generieren. 2009 war sie auf David Byrnes auf dem Leben von Imelda Marcos basierenden Liederzyklus „Here Lies Love“ zu hören.

Im Jahre 2010 kehrte Merchant mit dem Doppelkonzeptalbum „Leave Your Sleep“ zurück – eine Betrachtung der Themen Kindheit und Mutterschaft, bei der sie amerikanische und britische Kindergedichte aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Autoren wie Robert Louis Stevenson, Christina Rossetti, Robert Graves, Edward Lear und E.E. Cummings vertonte. Sie arbeitete mit insgesamt 130 handverlesenen Musikern der verschiedensten Stile zusammen. Darunter die Besten der Besten ihres Feldes, namentlich das Wynton Marsalis Quartet, Medeski Martin & Wood, The Fairfield Four, das Chinese Music Ensemble Of New York, die Ditty Bops, The New York Philharmonic, The Klezmatics, Lúnasa und Hazmat Modine. Ihr Interesse für diverse Dichter führte sie zu ausgedehnten Nachforschungen, die schließlich in einem von internationalen Medien wie dem Wall Street Journal oder dem Independent hoch gelobten, 80-seitigen Begleitbuch resultierten. 

Nach dem Albumrelease im Jahr 2011 wurde Natalie Merchant mit dem Ehrentitel „New York Public Library Lion“ ausgezeichnet und steht seither in einer Reihe mit namhaften Autoren wie Jonathan Franzen, Ian McEwan oder Tony Kushner. Ein Jahr später tat sich Merchant mit der vielfach preisgekrönten Kinderbuchillustratorin Barbara McClintock zusammen, um das gemeinsame Bilderbuch zum „Leave Your Sleep“-Album zu veröffentlichen. Inspiriert durch ihren 2010er TED Talk hat Merchant ebenfalls ein Kinderorchester-Konzertprojekt  entwickelt, welches McClintocks Illustrationen mit einbezieht und das im Rahmen eines Bildungsprogramms bisher vor tausenden Kindern in unzähligen US-Städten (u.a. in diesem Frühling in der New Yorker Carnegie Hall) aufgeführt wurde.
 
Merchants Einsatz und Interesse für weitläufige Bereiche der sozialen Gerechtigkeit und Umweltangelegenheiten sind ungebrochen. Kürzlich begann sie, sich mit den Bedrohungen des Fracking auseinander zu setzen. 2013 leitete sie die Dreharbeiten zum Protestfilm „Dear Governor Cuomo“ zusammen mit der Bewegung New Yorkers Against Fracking sowie den Schauspielern Mark Ruffalo und Melissa Leo, und den Filmemachern Jon Bowermaster und Alex Gibney. Diesen Monat wird der von Merchant selbst produzierte und Regie geführte Film „SHELTER: A Concert Film To Benefit Victims Of Domestic Violence“ zum ersten Mal in Verbindung mit Eve Enslers jährlicher One Billion Rising-Kampagne öffentlich aufgeführt. Natalie Merchant probiert einen neuen Protest-Ansatz durch Multimedia-Filme aus. „Es reicht mir nicht mehr, mein Gesicht bei einem Benefiz-Event zu zeigen, einen Song zu spielen und zu denken, ich hätte meinen Teil geleistet. Ich möchte meine Fähigkeiten anbieten, neue Kampagnen für neue Non-Profit-Projekte zu entwickeln.“   

Tracklist „Natalie Merchant“:  

1. Ladybird
 
2. Maggie Said
 
3. Texas
 
4. Go Down, Moses
 
5. Seven Deadly Sins
 
6. Giving Up Everything
 
7. Black Sheep
 
8. It’s A-Coming
 
9. Lulu (Introduction)
 
10. Lulu
 
11. The End

mehr

21.05.2014 Konzerte im Juni und Juli 2014

GFDK - Universal Music

Nach der gefeierten EP „London“, zwei ausverkauften Headliner-Shows im Londoner Koko direkt nacheinander und einem triumphalen Auftritt vor Tausenden in einem bis unter die Decke gefüllten Zelt beim Coachella-Festival, dürfte klar sein, dass jeder neue Ton von BANKS mit Spannung erwartet wird.



Im September erscheint wahrscheinlich das heißersehnte AlbumGoddess“ von BANKS. Auf dem Album sind neun neue Songs zu hören, aber auch die EP-bekannten Stücke „Waiting Game“, „Brain“, „This Is What It Feels Like“, „Change“ und „Warm Water“. 

„Goddess“, der Titelsong des Albums, stellt einen brillanten Vorboten des kommenden Longplayers dar und ist ab sofort zusammen mit einer Vorbestellung des Albums als Download bei iTunes erhältlich.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Um die Wartezeit bis zum entgültigen Release zu verkürzen, wird außerdem am 10. Juni ein weiterer Track "Drowning" und am 5. August "Beggin For Thread" als dritter Song vom Album erscheinen. Für Vorbesteller des Albums sind die Songs natürlich direkt verfügbar.

 „Goddess“ ist gleichermaßen voller Stärke und Verletzlichkeit, Selbstbewusstsein und Sehnsucht, Bauchgefühl und scharfer Intelligenz und stellt die Kombination aus Anziehungskraft, unter die Haut gehenden Texten und innovativer musikalischer Bandbreite unter Beweis, die BANKS‘ Sound so einzigartig machen.




Konzerte in Deutschland

BANKS live


23. Juni 2014, Berghain Berlin


24. Juni 2014, Hamburg, Mojo Club


16. Juli 2014, Gibson Frankfurt


17. Juli 2014, Gloria Theater, Köln


mehr
Treffer: 410
Top