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Präsentation von Künstlern und ihren Werken

04.01.2019 barockes kunstwerk

GFDK - Werk der Woche

Sala Liebers Bilder sind mehr barocker Garten, Menagerie und opulente Zauberwelten in einem. Der Faltenwurf, die Radkrägen und die Frisuren lassen sofort das goldene Zeitalter des 17. Jahrhunderts lebendig werden.

Die Entdeckung der Welt, das Sprengen aller Grenzen und der unermessliche Reichtum der Oberschicht, die sich in glanzvoller Kunst und Architektur feierten und sich exotische Tiere im Haus und Pflanzen im Garten als Hausgenossen zu halten begonnen, gehören untrennbar in diese Zeit.

Und auch der strenge, ernste Blick, keine Gefühlsregung, unnahbar und distanziert lassen den Betrachter erschauern und faszinieren ihn gleichzeitig.

Es ist alles edel, exklusiv und sehr kostbar. Personen, Tiere, Gärten, Gebäude Pflanzen, einfach alles. Der Betrachter ist zwar zugelassen, aber durch die gewählten Großformate nicht wirklich auf Augenhöhe, eher eine Stufe tiefer, niedriger abgestuft.

Sala Lieber übertragt Elemente alter Kunst in ihre Bilder

Überall überraschend viel, überraschend anders und doch vertraut, durch die Zitate die die Künstlerin aus der alten Kunst in ihre neuen zeitgenössischen Bilder aufnimmt. Ein ganzer Kosmos, fremd und faszinierend zugleich.

Die Tiere, meist Vögel, nie geschaute Vögel und schon gar nicht in Europa zu Hause seiende Arten, sitzen dicht an dicht und verhalten sich so gar nicht artgerecht. Figuren meist Frauen, die distanziert und blasiert ins Bild gesetzt sind, sind ebenso exotisch und fremd.

Die meist im Hintergrund vorhandenen historischen barocken Gebäude und Räume vertraut und auch fremd.

Sala Lieber stellt Mut zur Opulenz, Schönheit und der Erotik in Frage

Erst wenn man sich durch die verwirrende Vielfalt von allem auf der Leinwand gearbeitet hat, kommt der Verdacht auf, dass die scheinbare Historienmalerei gar nicht aus dem Europa der Vergangenheit stammt, sondern auch eine eigene Spezies ist, ähnlich aber nicht gleich auf einem Planeten, ähnlich aber doch anders.

Ob sie jetzt oder vergangen sind, so ganz ist das nicht zu entscheiden. Sind die technisch perfekt dargestellten Figuren und Panneaux hier oder doch eine eigene Welt? Sind die jungen rotblonden Frauen wirklich jung, jung geblieben oder vielleicht unsterblich immerwährend alterslos?

Sieht so Glück in unermesslichem Reichtum aus? Und wer ist der Exot, Figur, Vogel oder der Betrachter, der wiederum von den Figuren und Tieren, wenn sie nicht selbstvergessen mit sich beschäftigt sind, als Exot, weil so anders betrachtet werden.

Sala Lieber stellt die Gewissheiten wie Vergangenheit, Wissen und Zukunft verdeckt durch brillante Malkunst und dem Mut zur Opulenz, Schönheit und der Erotik in Frage.

Über die Künstlerin Sala Lieber

Die gebürtige Ungarin (geb. 1980), Meisterschülerin von Prof. Herbert Brandl und Kunstakademie Düsseldorf-Absolventin zeigt, dass sie die Kunstgeschichte im Blut hat und sie weiß sie stark, überraschend heißblütig und überwältigend in ihren Bildern umzusetzen.

Berühmte Geschichten und Gesten werden so zu neuen Hinguckern und entwickeln ihre sensationelle Sprengkraft auf den Betrachter ein weiteres mal. Klug und überraschend ist die Kunst von Sala Lieber nichts für schwache leichte Betrachternerven.

Hier regiert das Leben pur, nur welches, dass bleibt offen und lässt Bewunderung und Schwindel im Kopf des Betrachters zurück.

Kurzvita Sala Lieber

1980 geboren in Budapest (Ungarn)
1999-2001 Kunstakademie Dresden, Studium der freien Malerei,Prof. Elke Hoppfe, Prof. Siegfried Klotz, Prof. Max Uhlig
2001-2005 Kunstakademie Düsseldorf,Prof. Jörg Immendorff, Prof. G. Merz, Prof. H. Brandl
Februar 2006 Abschluss mit Akademiebrief, Meisterschülerin bei Prof. H. Brandl
Gaststudentin bei Karin Kneffel, Bremen

Galerie Hoffmann Contemporary Art – Lange Straße 50 – 33378 Rheda-Wiedenbrück – Tel: 05242/400 623 – info@kunstagentur-hoffmann.dewww.kunstagentur-hoffmann.de

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04.01.2019 Wirklichkeitsschichten

GFDK - Adrian Luncke

Nehmen wir auf unsere Wirklichkeit Bezug, so wenden wir für gewöhnlich die Kategorien von Raum und Zeit auf sie an. Wir gliedern sie in ein Hier und Jetzt, ein Dort und Dann... und schaffen somit Systeme der Abfolge und der Trennung. Für die Beschreibung von Ereignissen oder Situationen greifen wir Momente aus diesen Systemen heraus: Sie geschehen zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort.


Anne Wölk setzt einer derart eingeschränkten Betrachtungsweise eine vielfältige entgegen. So schlägt sie vor, Momente der Wirklichkeit in Schichten zu fassen – Schichten, die aufeinandertreffen, die sich wie unterschiedliche Meinungen aneinander reiben und sich letztlich zu einem reichen Ergebnis zusammenfügen:

Ihren Umgang mit dem Thema Zeit verdeutlicht Anne Wölk, indem sie Science Fiction Material zurückliegender Jahrzehnte aufgreift. Ebenso wie die Vergangenheit die Gegenwart vorbereitet und auf diese Weise in ihr enthalten ist, verhält sich die Gegenwart zur Zukunft – an die Stelle der zeitlichen Reihung setzt Anne Wölk also Beobachtungen der Gleichzeitigkeit.


Ähnlich verhält es sich Wölk zufolge mit dem Raum: Ein Hier ist ohne ein Dort unbestimmt und letztlich gar nicht zu denken – und trotzdem sind Hier und Dort nicht zwangsläufig auch örtlich voneinander getrennt. So versinnbildlicht die Stadtlandschaft eben die Zusammenkunft von Stadt und Land – zwei Räume, die meist als distinkt verstanden werden. Mit der Aufnahme von Markierungen, wie sie Menschen in der Natur, etwa auf Baumstämmen, hinterlassen, überträgt die Künstlerin diese Gedanken zur Überlagerung auf das einzelne Objekt.


Dabei betrifft Gleichzeitigkeit auch den Charakter vieler anderer Gegenstände und unserer Bezugnahme auf sie: Das Wesen einer Eislandschaft besteht nicht allein in dem visuellen Eindruck, den sie beim Betrachter hinterlässt; auch ihre kaum sichtbare molekulare Struktur ist unabdingbar Teil desselben.


Ähnliches gilt für Tags und Schriftzüge, mit denen Writer der Streetart-Szene ihre Reviere im Stadtraum markieren. Wie Betrachter sie verstehen, hängt nicht zuletzt von ihren Vorkenntnissen ab: Können Eingeweihte die Codes auch inhaltlich deuten, bleibt Uninformierten allein die Auseinandersetzung mit ihren ästhetischen Qualitäten.

Keine dieser Verständnisweisen übertrifft jedoch die andere – sie sind schlicht unterschiedlicher Art. Und ein Phänomen in seiner vollen Wirkung zu erfassen, so legt Anne Wölks Arbeit letztlich nahe, heißt, viele dieser Facetten in einem Crossover-Prozess zu einem Eindruck zu verdichten.

Das tut die Künstlerin , indem sie nicht nur Elemente zeigt, die zunächst recht unterschiedlich erscheinen, sondern auch, indem sie ihr eigenes künstlerisches Medium, die Malerei, auf seine Möglichkeiten untersucht:

Anne Wölk deutet Räumlichkeit durch Überlagerungen an, zeigt Konkretes und Abstraktes, arbeitet mit einer breiten Farbpalette und hinterfragt das Verhältnis von Leinwand und aufnehmendem Raum. Das ergibt Kunstwerke, die den Betrachter wohl deshalb in ihren Bann ziehen, da sie sich, gestalterisch vielfältig und farblich intensiv, als harmonisches Ganzes darstellen. So macht das beeindruckende Spiel mit Vielfalt und Einhalt den besonderen Reiz von Anne Wölks Arbeiten aus.


Adrian Luncke M.A

Vita
geboren 18.10. 1982 in Jena, Thüringen
Ausbildung
2008-2009 Meisterschülerin bei Prof. Antje Majewski
2004-2007 Malereistudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, (Diplom 2007) Klasse Prof. Katharina Grosse und Prof. Antje Majewski
2006 Chelsea College of Fine Art and Design, London, UK Sudienreise nach Tokyo, Kyoto, Japan
2001-2004 Malereistudium an der Burg Giebichenstein Halle, Klasse Ute Pleuger
2004 Tutor 3./4. Studienjahr Naturstudium/ Aktzeichnen Burg Giebichenstein Halle


Auszeichnungen:
2012 Feldforschung in situ, artist in residence, Bodensee Art Fund, Wasserburg am Bodensee
Katalogförderung der Union Investment Stiftung, Frankfurt am Main
Finalistin Jean-Claude Reynal Scholarship,
Bordeaux Frankreich
2011 Grand Prize, Papirmasse Art Magazine, Montréal, Kanada
Finalistin Art Takes Miami, 2011, New York, USA
2008 Residenzstipendium Kunstverein Werkstatt Plettenberg
Stipendium der Marianne Ingenwerth-Stiftung, Bonn
2006 Erasmus Stipendium, exchange program, Chelsea College of Fine Art and Design, London
2004-2008 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes,
2001 1.Platz Malerei 9. Thüringer Landesausstellung, Erfurt

Ausstellungen (Auswahl)
2012 “Plausible Dreams“, Kreuzberg Pavillon, Berlin
“Feldforschung in situ. Anne Wölk“, Bodensee Art Fund, Wasserburg (Solo)
“This Is Hardcore“, Shanghai Business Center, Potsdam
“MyPlace“, Kunstverein Münsterland, Coesfeld (Kat.)
“Beautiful!“, Private View - Platform for Contemporary Art Projects, Berlin
“I‘M SORRY. I DID NOT REALIZE YOU!“, Port Art Gallery, Ankara, Türkei
“Home Office of the Fan Fiction Empire“, The Residence Gallery, London, Großbritannien
“Formation“, PLAN.OPEN, Arbeit Gallery, London, Großbritannien
“Postcards From the Edge“, Cheim & Read, New York, USA
2011 “Slideluck Berlin IV“, .HBC, Berlin
“Realismus“, orth für aktuelle Kunst, Aulich Merkle Stiftung, Offenbach am Main, (Kat.)
“Drawing Connections“, Siena Art Institute, Sienna, Italien
“A drawback“, Atelierhof Kreuzberg, Berlin, (Kat.)
“Technology won‘t save us“, im Rahmenprogramm der 12. Istanbul Bienniale Art Suites Gallery, Istanbul, Türkei, (Kat.)
“On Painting“, Ghyczy, Berlin
“Young European Landscape“, Galerie Wolfsen, Aalborg, Dänemark, (Kat.)
“Peep Show“, Tape Modern, Berlin
“Krieg im Frieden“, Kunstpavillon, München
“FITAX 1500“, GRIMMUSEUM, Tupajumi foundation, Berlin
“The Sketchbook Project“, Brooklyn Art Library, New York und Austin Museum of Art, Texas, ... USA
“Young European Landscape“, Collegium Hungaricum Berlin, (Kat.)
“Realismus“, Galerie Epikur, Wuppertal
“Lost“, Galerie im Park, Bremen
2010 “A HARD RAIN ́S GONNA FALL“, BSA Showroom, Berlin
Teilnahme am editorial project, organisiert von Latitudes,
“The Last -Newspaper“, New Museum, New York, USA
“D12/ Dirty Dozen“, Alter Ego archive, Grimmuseum, Berlin
“Die Kunst der Natur ist die Natur der Kunst“, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden, (Kat.)
“Lyrics“, Galerija EX ARTE, Ljubljana, Slowenien, Solo
“A Communist Gala“, Cuchifritos Gallery, New York, USA
2009 “CHRISTMAS PALM“, Freies Museum Berlin
“DOUBLE-SELF“, mbf-Kunstprojekte, München, Solo
“Young Art Promotion Project“, Galerie Zulauf, Freinsheim
“Watchlist 10“, JKB Temporary, Berlin
“1,2,3“, Uferhallen, Berlin
“Zirkus Minimus“, Walden Kunstausstellungen, Berlin
2008 “Eberhard-Dietzsch Award“, Geraer Bank eG, Gera, (Kat.)
“Highlights of German Academies“, Dina4 Projekte, Berlin
“Utopia of Space“, Kyrgyz National Museum of Fine Arts, Bishkek, Kyrgisien
“Horizons“, Galerie Adlergasse, Kulturverein riesa efau, Dresden, Solo
“Tag und Nacht“, Kunstverein Werkstatt Plettenberg, Solo
“Quotes - The Art of Allusion“, Vonderbank Artgalleries, Berlin
2007 “Selection 2007“, Elgiz Museum of Contemporary Art, Istanbul, Türkei
“Signale“, Ostrale, Dresden
“Life Spotting“, Vonderbank Artgalleries, Berlin

www.annewoelk.de

 

 

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31.01.2018 von Kippenberger bis Disney

GFDK - Michael Sanchez

Cosima von Bonin ist die prominenteste Vertreterin der Konzeptkunst. Sie arbeitet mit Textilien, Filmen, Installationen, Malerei, Skulptur bis hin zur Fotografie und widmet sich mit Vorliebe den "Übermaßen".

Die gezeigten frühen Arbeiten von Cosima von Bonin umfassen eine Reihe von Gefängnisfenstern aus Pappe und Tape, die 1993 bei American Fine Arts in New York zu sehen waren. Für jene Ausstellung hatte von Bonin oberhalb der Arbeiten Vogelkäfige mit Wellensittichen angebracht, was zu unregelmäßigen Ablagerungen von Vogeldreck führte, die auf der Oberfläche der Arbeiten nach wie vor zu erkennen sind.

Weitere frühe Arbeiten beispielsweise der im Jahr 1994 über einer Tür des Kunstvereins Kippenberger im Fridericianum, Kassel, drapierte Bikini, sowie ein Raster aus zusammengenähten Herrentaschentüchern  wurden für Grandville and the Decision of Grandville komplett in Weiß nachgebildet.

Mehrere freistehende Möbelbeine aus dem Jahr 1992 werden auf weißen Sockeln präsentiert, wie Soldaten, die sich zu einem Angriffsmanöver versammelt haben. Ein Sperrholz-Lkw und sein Gegenüber aus Pappe, erstmals gezeigt 2010 anlässlich der Ausstellung The Fatigue Empire im Kunsthaus Bregenz, wurden von ihrer Ladung befreit, die möglicherweise durch etwas anderes oder durch gar nichts ersetzt werden wird.

Indem sie den unheimlichen Animismus von J. J. Grandvilles satirischen Graphiken (beispielsweise Un autre monde, 1844) umkehrt, präsentiert von Bonin ihre Tier-Avatare, etwa den auf einem biomorphen Fake-50er-Jahre-Tisch hängenden roten Einsiedlerkrebs, seit ihrer Bregenzer Ausstellung im vergangenen Jahr als schlaffe und erschöpfte Wesen.

In dieser neuen Installation nun griff der Ermattungseffekt bei einer Skulpturengruppe auf einer Tischplatte ineinander verschränkt liegende weiche Wesen auch auf die Farbe über. So wird die Ausstellung, ungewöhnlich für von Bonin, von Weiß beherrscht.

Während er in Düsseldorf lebte und dort an seiner Section Cinéma arbeitete, bezeichnete Marcel Broodthaers sich selbst einmal als Vampir von Düsseldorf. Ebenso wie Broodthaers in seinem selbstreflexiven Spätwerk ist auch von Bonin vom Vampirismus gegenüber anderen schließlich zum Selbstvampirismus übergegangen.

Als Vampir ihrer selbst und Vampir von Köln agiert von Bonin innerhalb eines Autovampirismus-Loops, man könnte auch sagen: innerhalb einer Möbiusschleife, die Köln 1993 mit Berlin 2011 verbindet und in einer Galerie präsentiert wird, deren Räume in Form eines Loops angeordnet sind, wobei zu jeder Arbeit ein geloopter Soundtrack gehört.

Auf Grundlage ihres untoten Netzwerks aus Referenzen und sozialen Beziehungen scheint von Bonin ein Document of the Dead geschaffen zu haben, um an dieser Stelle den Titel einer ebenfalls in der Ausstellung gezeigten Videodokumentation über den Zombie-Filmemacher George Romero zu zitieren.
Michael Sanchez (Quelle: Galerie Buchholz/ Ausstellung GRANDVILLE AND THE DECISION AT GRANDVILLE, 2012)

Cosima von Bonin geboren 1962 in Mombasa, Kenia studierte Freie Kunst, Szenografie und Medienkunst bei Günter Förg und Johannes Schütz. Sie lebt und arbeitet in Köln.

Im Verlag DuMont ist ein Kunstkatalog The Lazy Susan Series über erschienen, der einen einen Überblick über die vierteilige und bislang größte Ausstellung von Cosima von Bonin gibt, die von Rotterdam über Bristol nach Genf und zuletzt in die Heimatstadt der Künstlerin, Köln, führt. Sie unterscheidet sich von einer herkömmlichen Wanderausstellung, da sie sich von Ort zu Ort verändert hat.

Überdimensionale Kuscheltiere, genähte Bilder und minimalistische Skulpturen füllen die Ausstellungsräume. Mit ihren Installationen changiert die Künstlerin zwischen Ernsthaftigkeit und Witz und hinterfragt die Grenzen zwischen Kunst und Alltag. Begleitend zu ihren Arbeiten thematisiert sie Autorenfunktionen. Künstler aus den Disziplinen Literatur, Musik und Film realisieren zu den Arbeiten von Cosima von Bonin eigene Werke.(Quelle: DuMont Verlag)

 

Kontakt:

Galerie Buchholz in Köln post@galeriebuchholz.de

www.galeriebuchholz.de

 

 

 

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11.12.2017 Hund, Katz und Maus

GFDK - Redaktion

Geliebte Gefährten - Künstlerin Anne Kückelhaus stellt Herrchens bester Freund und Frauchens Schmusekatze – unser aller Lieblinge -in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Zu sehen sind die tierischen Installationen aktuell im Kunstverein Trier.

Geschichten, die ich in meinen Arbeiten erzähle, haben ihren Ursprung im täglichen Leben -
die kleinen Komödien und Tragödien des Alltags werden in ihrer Überführung in eine Skulptur oder Installation bisweilen kritisch, immer aber humorvoll kommentiert.
In der Überzeichnung der Figuren und der Neuordnung ihres Kontextes, zeigen meine Arbeiten ihre erzählerische Kraft.

[…] Das gemischte Material wie auch die reduzierte Oberflächengestaltung korrespondieren mit [Anne Kückelhaus‘] Hang zur Abstraktion, und es ist der Künstlerin nie um naturalistische Abbildlichkeit zu tun: Die keramischen Kückelhaustiere haben kein Fell, kein Gefieder - oft nicht einmal die Andeutung eines solchen - es sind gespachtelte, geknetete Oberflächen; plastisch ja, körperlich anwesend, aber haptisch nicht greifbar. Und ganz bestimmt: Kein Streichelzoo.
Überhaupt hat man vor Kückelhaus’ Skulpturen den Eindruck, sie wollten stets auf ihr Ursprungsmaterial hinweisen, auf den formbaren Ton - so als besäßen alle Wesen, aber eben auch die Gegenstände noch metamorphotisches Potential; wenn nicht aus sich selbst heraus, dann doch unter den Händen ihrer Schöpferin, so als könnten sie sich jederzeit in etwas völlig anderes verwandeln. […]

Durch das Arrangement der Einzelkomponenten provoziere ich bewusst die Projektion menschlicher Eigenschaften auf die Tiere und Situationen und spreche die Empfindungen des Betrachters gezielt an, so dass die vom Tier gezeigten Handlungen und Verhaltensweisen doch auch zugleich vom Menschen erzählen.

[…]Es ist grundsätzlich einer der spannenden Züge an der Kunst von Anne Kückelhaus, dass sie – mal offensichtlich, mal unterschwellig - einen starken Zug ins Narrative aufweist. Und zwar dergestalt, dass nicht etwa in Bildern und Figuren Geschichten erzählt werden, sondern dass wir Motiven begegnen, die Erzählerisches, aufs höchste verdichtet, im Keim enthalten: Wir müssen sie nur noch mit dem Wasser unserer Phantasie begießen, um Geschichten daraus sprießen zu lassen. […]

In meinen Arbeiten konfrontiere ich den Betrachter mit bekannten und doch unerwarteten Bildern. Vertraut Geglaubtes wird zum Denkanlass, in der Reflexion werden individuelle Sichtweisen vielfach beleuchtet, divergente Sichtweisen durchgespielt, vielleicht Verbindendes gefunden und so Geschichten erzählt/gefunden.

Kunst von Anne Kückelhaus

Ich präsentiere meine Figuren häufig in installativen Zusammenstellungen. Dabei finden unterschiedliche Materialitäten in meinen Arbeiten zusammen (Keramik, Textil, Zeichnung, …) und erweitern die meist keramische Grundkomponente. Jedes Material mit seinem erzählerischen Potential wird ein wichtiger Bestandteil der Gesamtarbeit – so nutze ich beispielsweise in der Arbeit „Verkündung“ fluoreszierende pinke Sprayfarbe zur Verstärkung des Ausdrucks der tierischen Aggression.

Neben dem erzählerischen Zusammenspiel der unterschiedlichen Materialien, trägt auch der Präsentationsraum mit seiner eigenen Geschichte, seinen architektonischen Besonderheiten und seiner Stimmung zur Gesamtwahrnehmung meiner figürlichen Arbeiten bei. Diese werden vielfach für bestimmte Orte entwickelt, oder in ihrer Ausarbeitung und Präsentation an gegebene Raumsituationen angebunden.
Ausstellungen folgen oftmals einem übergeordneten Thema – die Geschichten der Einzelarbeiten ergänzen sich und verflechten sich so zu einem größeren Gesamtbild.

Kursiv: Auszüge aus: Dr. Stephan Trescher: „Frei & Wild“

Ausstellung in Trier

Die Arbeit von Anne Kückelhaus sind im Kunstverein Trier zu sehen:

Anne Kückelhaus, Geliebte Gefährten, 2. 12. 2017 bis 13. 1. 2018

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11.12.2017 Der Blick ist die Neige der Menschen

Prof. Dr. Marschel Schöne

Werk der Woche auf GFDK. An Axel Görmarsson ist alles echt, er ist ein Multitalent, Alleskönner, Universalgenie und Maler. Eben ein Wunderwuzzi.

Zitat und Original - Der Maler Axel Görmarsson

Der Maler Axel „Görmarsson“ Görmar, geboren 1975 in Weimar, ist ein Phänomen im besten Sinne. Eine Erscheinung zwischen den Welten. Ein verspieltes und ernstes Crescendo. Fassbar und nebulös. Lebensrauschend und nachdenklich. Neugierig und altväterlich.

Zielgerichtet und aufs Geratewohl. Zitat und Original. Und in allem. Echt. Ohne doppelten Boden. Von analogem Tabakrauch und Terpentin umschwebt. Im nächtlichen Atelier von Schloss Baumersroda. Seinem gegenwärtigen Arbeitssitz.

In Weimar kennt man ihn als einen, der in Österreich Wunderwuzzi genannt wird. Einen einschlägigen Tausendsassa also. Reiselustig und gesegnet mit vielen Begabungen. Die er verschwendet an die Welt. So seine Musikalität und Experimentierlust.

Geprägt an der Weimarer Musikschule, weiterentwickelt durch den Experimental-Chor des Michael von Hintzenstern und zum fortissimo gesteigert in seinem Concertcontor und als Impresario der Weimarer DADA-DEKADE 2012-2022.

Die alle Künste vereint. Und auf fruchtbaren Boden fällt bei einem, der in Halle/Saale, auf der Insel Hiddensee, im Herrenhaus Heinrichsruh und in Südschweden überaus vitale offene Ateliers schuf, Kleinkunstbühnen, Galerien und Pensionen.

Einem, der in seinen Zwanzigern sonderbar schöne Prosa schrieb, der in den letzten Jahren als Plakat-, Schilder- und Kulissen-Maler die Tiergärten, Zoos und Freizeitparks Europas lebendig machte.

Und der zuletzt mit der Gründung und dem Aufbau des Krister-Follin-Archivs in Glemmingebro (Süd-Schweden) einen beeindruckenden Maler mit Verve vor dem Vergessen rettete.

Und das alles immer lernend. Mit wachen Augen. Fragend. Diskutierend. Den selbstverständlichen Blick in einen verstehenden wandelnd. Eine Erscheinung zwischen den Welten.

Ein verspieltes und ernstes Crescendo. Fassbar und nebulös. Lebensrauschend und nachdenklich. Neugierig und altväterlich. Zielgerichtet und aufs Geratewohl. Zitat und Original. Und in allem. Echt. Ohne doppelten Boden.

Prof. Dr. Marschel Schöne

„Der Blick ist die Neige der Menschen“

Ausstellung mit Malerei von Axel Görmarsson

22.09. bis 18.10.2017 in Weimar, Galerie Markt 21, täglich von 16 bis 23 Uhr geöffnet

Vernissage am Freitag, 22.09. ab 21 Uhr:
Gastredner ist Heinz Barth von Schloss Kannawurf.
Musikalisches gibt es von Norico Kimura (Gesang) und Ramona Reißmann (Laute).

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08.11.2017 spielt mit gegensätzen

GFDK - Redaktion

Aus Zufall passiert laut vielen nichts – meist sei es Schicksal – aber wie auch immer man es hier betrachtet, bei der Entstehung dieser Bildserie erschuf der glückliche Zusammenhang verschiedener Ereignisse eine neue Bildidee in Schäfers Gedanken.

Die während des Besuchs bei einem befreundeten Großwild-Jäger gesammelten Eindrücke und die damit verbundene Begegnung mit majestätischen Tieren in einem Umfeld, dass einen harten Kontrast zum eigentlichen Lebensraum dieser darstellt, faszinierte den Künstler.

Dieser harte Gegensatz wird in der Urban Animals Bild-Serie durch die Kulisse des Großstadtbiotops New Yorks vertreten. Eine Stadt die niemals still steht, in der die Bewohner in der Hektik des Alltags meistens von einem Punkt zum nächsten huschen, ohne die ihnen gebotenen, ungewöhnlichen Begegnungen wahrzunehmen.

Über Norbert Schäfers PhotoArt

Als Künstler fasziniert Schäfer die Darstellung von Bewegung und Zeit und das grenzenlose Spiel mit Schärfe und Unschärfe. Seine PhotoArt war schon immer das Ergebnis unterschiedlicher Bewegungen von Sujet und Kamera. Die vielschichtigen Motive spielen mit Realität und Abstraktion. Durch Schichtungen und Überlagerungen entstehen weniger klassische Fotos, sondern Gemälde aus Licht.

Wie sehen wir? Und wie viel hat das Bild in unserem Kopf mit der Realität zu tun? Diese Fragen haben Schäfer schon immer interessiert. Den Anstoß, eine künstlerische Antwort darauf zu finden, gab das Foto Touch of Red, aufgenommen vor 30 Jahren in Paris.

Den Menschen im Blick

Worum geht es? Der Mensch sieht in Wirklichkeit selektiv. Nur einen winzigen Ausschnitt unseres Gesichtsfeldes sehen wir scharf. Die Augen machen gewissermaßen eine Kamerafahrt, und das Gehirn setzt viele Einzelbilder zu einem Gesamteindruck zusammen.

Unser Bild im Kopf ist also kein korrektes Abbild der Wirklichkeit, sondern immer eine Interpretation der Realität durch unser Gehirn. Mit seiner PhotoArt versucht Norbert Schäfer, diesen Prozess der Bildverarbeitung im Gehirn wieder zurück zu spulen; all die “Blind Spots”, die Unschärfen und Bewegungen wieder sichtbar zu machen.

Ästhetische Überhöhungen banaler Motive

Zwar bleiben der “magische Moment” und die Fähigkeit (und das Glück), das richtige Motiv zu erkennen und festzuhalten, die Grundlage für jedes gute Foto. Dennoch spielen dem Fotografen die heute verfügbaren technischen Werkzeuge natürlich in die Hände.

Computer und Software eröffnen faszinierende Möglichkeiten: ästhetische Überhöhungen banaler Motive, übersteigerte Farbwirkungen oder Schichtungen unterschiedlicher Wirklichkeiten und Zeitebenen. So kann Schäfer fast wie ein Maler mit Farbe, Licht und Formen agieren.

Mit viel Fantasie und Experimentierfreude an der Arbeit

Seit Touch of Red ist die PhotoArt ein faszinierendes Spielfeld für Fantasie und Experimentierfreude des Düsseldorfers. "Bei der Entstehung der Bilder ist der Zufall ein mächtiger Verbündeter, auf den ich mich immer wieder gern verlasse", sagt Schäfer.

"Ein Beispiel sind die Tiermotive aus der Urban Animals-Reihe, die ich ganz neu für mich entdeckt habe. Ohne die zufällige Begegnung mit einem Großwildjäger und intensive Einblicke in seine faszinierende Welt wäre es wohl nie dazu gekommen." Jetzt tummeln sich Steinbock & Co in urbanen Straßenschluchten und geben den New York-Impressionen des Künstlers eine neue überraschende Dimension.

Über Norbert Schäfer

Norbert Schäfer ist seit 30 Jahren als Künstler und Porträt-Fotograf erfolgreich. In seinen Studios in Düsseldorf und auf Mallorca arbeitet er außerdem als Werbefotograf für renommierte Unternehmen und Marken.

Alle Bilder (c) Norbert Schäfer

Mehr Infos: www.photoart-dus.de

Öffnungszeiten: Mo-Fr. 10-19 Uhr, Sa. 12-17 Uhr

Norbert Schäfer PhotoArt

Heerdter Lohweg 226 b

40549 Düsseldorf

info@norbertschaefer.com

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07.11.2017 die grenzen werden verwischt

GFDK - Ana Pusica

2011 begann die auf mehrere Jahre hin angelegte Kooperation und Ausstellungsserie "Szenenwechsel". Die Beschäftigung mit junger, zeitgenössischer Kunst, die einen Grundsatz der Arbeit in den 150 Instituten weltweit darstellt, findet somit ihren sichtbaren Ausdruck in der Zentrale des Goethe-Instituts.

2011 begann die auf mehrere Jahre hin angelegte Kooperation und Ausstellungsserie "Szenenwechsel". Die Werke wahren für zwei Jahre in den Korridoren und Räumen der Zentrale des Goethe-Instituts zu sehen. Szenenwechsel II wurde in Zusammenarbeit zwischen der Akademie der Bildenden Künste München und der Zentrale des Goethe-Instituts in 2014 fortgesetzt.

Installation „Jungfrauen 2“ von Ana Pusica

Das Projekt „Jungfrauen 2“ beschäftigt sich mit den Fragen der Identität, der Verformung des Körpers und des menschlichen Charakters. Akzeptiert ein Individuum in der heutigen Konsumgesellschaft die Zuordnungen und Zwänge, die ihm auferlegt werden bis hin zur Aufgabe der eigenen persönlichen Identität? Und kann ein Künstler, der Teil dieser Gesellschaft ist, überhaupt eine kritische Position dazu beziehen?

Paradoxie bezüglich der persönlichen Freiheit

Die Dynamik der modernen Welt scheint alles zu akzeptieren und für alles Verständnis zu haben. Doch gleichzeitig stellt sie eine Paradoxie bezüglich der persönlichen Freiheit heraus. Jegliches Anderssein und Abweichungen von der Norm werden in Frage gestellt.  

Moralische Einstellung, sexuelle Orientierung, Deformierung des menschlichen Körpers und Charakters, Pornografie und Religion, all dies sind Themen, die unmittelbares Aufsehen erregen. Sie sind allgegenwärtig präsent, bewusst akzeptiert, aber zugleich provozierend.

Mit der Installation „Jungfrauen 2“ verlässt die Künstlerin Ana Pusica ihre übliche Schaffenswelt, die Malerei, und überprüft ihre persönliche Position und Meinung zu diesem Thema und wechselt dazu in ein anderes Medium.

Ana Pusica vermischt Grenzen

Die Installation „Jungfrauen 2“ besteht aus 51, auf Wäscheleinen aufgespannten halbtransparenten Strumpfhosen. Sie ist in der Zentrale des Goethe Instituts München in einem 25 Meter langen Glasdurchgang, der zwei Bürokomplexe miteinander verbindet, aufgebaut.

Mit der Exposition dieses Materials der weiblichen Intimsphäre in einem Arbeitsumfeld, verwischen die Grenzen zwischen privat und öffentlich, diskret und vulgär.  Die Strumpfhosen sind durch die Präparierung in ihrer Form deformiert und dreibeinig.

Sie stellen eine Analogie zu den Figuren dar, die sich in Ana Pusicas Gemälden wiederfinden. Sie stehen für die Vermischung von Männlichkeit und Weiblichkeit, von Hässlichkeit und Schönheit, von Toleranz und Intoleranz.

Gleichzeitig repräsentiert diese Aufreihung von 51 identischen Strumpfhosen den Verlust der persönlichen Identität. Der Versuch, gesellschaftlichen Anforderungen wie Anerkennung und Ästhetik gerecht zu werden, geht in Uniformität unter.

Spannungsfeld von Brüchen und Anziehungskraft

„Jungfrauen 2“ ist durch ein intensives und starkes Pink charakterisiert und hat dadurch eine regelrechte Signalwirkung. Die Farbe Pink symbolisiert Unschuld, Jungfräulichkeit, Süße, Eleganz und Liebenswürdigkeit.

Dadurch entsteht bei der Betrachtung eine vermeintliche Sinnesfreude und Glücksehlichkeit. Ana Pusicas Installation und der Versuch, Antworten zu geben, mündet in einem zwiespältigen Spannungsfeld von Brüchen und Anziehungskraft.

Kontakt: info@ana-pusica.com

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27.09.2017 Sie kann es einfach nicht lassen

GFDK - Redaktion

Sie kann es einfach nicht lassen. Schon wieder hat sie es getan, schon wieder nackt. Es gibt wohl kaum einen Ort, wo die Künstlerin nicht schon nackt aufgetreten ist. Am 22.09.2017 um 19:00 Uhr hat Milo Moiré mit ihrer Performance „Ceci n’est pas une femme nue“  ,auf deutsch: „Das ist keine nackte Frau“ in Rijeka, Kroatien das "Museum of Modern and Contemporary Art" (MMSU) eröffnen. 

Dabei spaziert Milo nackt mit der VR-Brille und Schriftzügen auf dem Körper von der Innenstadt bis ins Museum. Der Blick aus der VR-Brille wurde auf Milo’s Facebook-Seite gestreamt und kann live verfolgt und kommentiert werden.

Am Folgetag (23.Sept) hatte Milo ihre Plopegg-Painiting-Performance im Museum durchführen. Nach der Plopegg-Premiere 2014 auf der Art Cologne ist es das zweite Mal das Milo diese Performance erneut öffentlich aufführt. Die Leinwand ist mit Bildern zum Thema „Bad news travels fast“ collagiert. Dazu titelt der "Berliner Kurier" Mitten in Touri-Paradies. Milo Moiré presst wieder Eier aus ihrer Vagina.

Dazu schreibt Paul in einem Kommentar auf "heute.at"

Wir brauchen mehr Kunstförderung. Die Alternative (Ausbau der Irrenanstalten) würde uns noch mehr kosten ;-)

Zu sehen sind u.a. Erdogan, Merkel, Trump, (auf diese läßt sie ihre Eier ab) Kriegsszenen und Katastrophenbilder. Darauf presst Milo auf Leitern stehend verschieden farbgefüllte Eier nach und nach aus ihrer Vagina.

Es ist eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von international renommierten Performancekünstler wie beispielsweise Tomislav Gotovac (CRO).

Der Skandal ist das Programm von Milo Moiré

Die Schweizerin Milo Moiré ist 34 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Zur "Art Cologne" 2014 reiste sie nach Köln und sorgte für einen handfesten Skandal.

Die hübsche Künstlerin und Psycholog spanisch-slowakischer Abstammung zog sich pudelnackt aus, stellte sich auf ein selbstgebasteltes Podest und legte Eier. Was das mit Kunst zu tun hat? Milo füllte sechs Eier mit Tinte und Acrylfarbe, führte sie in ihre Vagina ein und "gebar" sie. Durch das Hinunterfallen zerbrach die Schale und die Farbe spritzte auf die Leinwand.

Kann man Kunst gebären?

Nackt, auf einem Podest "gebar" sie die Farbeier auf die Leinwand
Ihre Performance zelebrierte Milo genau vor dem Gebäude, in dem die große Kölner Kunstmesse stattfindet - ohne Erlaubnis, versteht sich. Das Ergebnis nannte Moiré "The PlopEgg Painting Performance # 1 - A Birth Of a Picture" (Die PlopEier Malperformance Nr. 1 - Die Geburt eines Bildes). Für die 33-Jährige sei das Erschaffen ihrer Kunst eine "persönliche, intuitive Erfahrung", wie sie der Zeitung "Le Matin" verriet. "Ich verwende die Urquelle der Weiblichkeit, meine Vagina."

So erklärt die Künstlerin ihre Performance (Text von Elaine Abrams auf der Page der Künstlerin):


"Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv.

Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das vaginal entstehende Bild

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit. Ein Vergleich zu wilden Assoziationen kommt auf und durch die Intensität des Gesehenen und (Mit)-Erlebten wird klar, dass die Kunst wie so oft die Körperlichkeit braucht, um sich manifestieren zu können."

Zuschauer sahen interessiert zu - aber nicht alle wegen der Kunst
Die Zuschauer zögerten nicht, ihre Handys zu zücken und fleißig mitzufilmen. Die Meinungen der Zuschauer waren geteilt. Eine Dame machte sich laut "20 Minuten" Sorgen, wegen des Platzes, den sechs Eier bräuchten. Andere wandten sich angeekelt ab. Viele sahen gespannt zu, allerdings nur ein Teil der eifrigen Zaungäste war auch an der Kunst interessiert.

Moiré hat kein Problem mit Nacktheit, im Gegenteil. Vor einem Jahr (er)regte sie die Düsseldorfer auf, als sie nackt Straßenbahn fuhr.

Kunstexperten sind übrigens nicht aus dem Häuschen wegen des Bildes. Seit Nitschs Blut-Schüttbildern in den 60ern echauffiert sich in der Kunstszene niemand mehr wegen Körperflüssigkeiten und ähnlichem.

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27.09.2017 komplexe und doppelbödige Malereien

GFDK - Redaktion

Malerei von Bernd Selle. An einem unbestimmten Ort erhebt sich im Dunkel der Nacht ein gläserner Kubus. Das Leuchten der Sterne, des Mondes und der Schimmer einer Horizontlinie dringen in dieses in grelles Neonlicht getauchte surreale Szenario eines "Gewächshauses".

Eine in Resignation versunkene Dame, deren Oberkörper auf einem Sockel angewachsen zu sein scheint, ist umgeben von floralen Fromen, die sich windend und kriechend in einer Art metamorphosen Verwnadlung zu befinden scheinen.

Gefangen im eigenen Ich, gefangen in jenem Glaskasten und völlig allein in einer weiten Ebene wird das ganze Szenario durchdrungen von einer gewissen Spiritualität, die an Caspar David Friedrich erinnern läßt.

Andere Malereien von Bernd Selle wiederum, denen ebenfalls ein eigener Zauber innezuwohnen scheint, rücken Szenen und Personen, welche der Welt des Varietés und der poetischen Bühnenwelt zu entstammen scheinen, in das Zentrum des Bildes: Zauberer, Artisten, Musiker - spirituelle Typen -, die in ihrer eigenen Stimmungslage gefasst sind.

Inspirationsquellen Selles sind dabei traditionelle wie zeitgenössische Positionen der Malerei - Caravaggio, Tizian, Beckmann und Baselitz beispielsweise -, Bilder des Films, die der künstlerischen Fotografie sowie Assoziationen zu Musik und Beobachtungen von Szenen oder Gegenständen, welche dem Künstler im Alltag plötzlich überraschend "gegenüberstehen".

Dies verschmilzt zu inneren Vorstellungsbildern, die meist in halbwachen Phasen "eintreten"; in kleinen Skizzen festgehalten werden, welche die Grundidee des Bildes formulieren; vergrößert auf der Leinwand sind sie Ausgangspunkt des Malens, das dynamisch und spielerisch gehandhabt spontanen Einfällen auf der Leinwand nachgeht.

Dabei entstehen komplexe und doppelbödige Malereien, die ein thematisch weit gefächertes Spektrum offenbaren: Schönheit, Geisterhaft- Dämonisches, Verzaubertes, Skurriles, Humoristisches vereinen sich in einer pastosen lustvoll - leidenschaftilichen Malerei, die sich sowohl den Erscheinungen der Realität als auch der Malerei an sich - Form und Farbe - verpflichtet fühlt.

 

galerie gerken, Tanja Gerken
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Tuesday - Saturday, 12 - 6 pm
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www.galerie-gerken.de
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18.09.2017 Faszination für Japan

Die Faszination für Japan kann man den Arbeiten von Georg Matthes anmerken. Seine Bildsprache und die Ästhetik lassen sich wie eine Biographie lesen. Matthes Wurzeln sind spürbar in der Manga-Welt zu finden. 1972, nach seinem Umzug nach Japan, beginnt er seine Ausbildung bei Ishinomori Shotaro zum Cartoon Zeichner.

In den darauf folgenden Jahren macht er sich in Japan einen Namen als Zeichner mit regelmäßigen Karikaturen und Artikeln in der größten überregionalen Tageszeitung „Yomiuri“.

Der Japanspezialist begibt sich parallel dazu auch in das Filmmetier: er ist als Moderator und Schauspieler im japanischen Fernsehen vor und als Produzent hinter der Kamera aktiv.

Der gebürtige Düsseldorfer startet eine eigene Videoproduktion für modernes Ballett. Die Tanzwelt wird ihn lange Zeit beschäftigen. Bis heute hat er mehr als 450 Tanzfilme und Filme von Bühnenaufführungen geschaffen.

Seit den 80er Jahren verarbeitet er die Tanzeindrücke nicht nur filmisch sondern auch zeichnerisch in seinen Mangas (Cartoons) und fotografisch. Die Bewegung des Films kombiniert der 1942 geborene Künstler mit der Farbigkeit und den grafischen Elementen aus seiner Manga-Zeit. So hat er seinen eigenen Stil entwickelt, der zugleich plakativ wie auch leicht ist.

Seit 1996 ist Georg Matthes zumindest teilweise wieder zurück in Deutschland mit Ausstellungen unter anderem im Ludwig Forum Aachen, dem Staatlichen Museum in St. Petersburg, Tivat Montenegro und zahlreichen internationalen Galerien.

Aber Japan ist nicht vergessen. Er produziert Dokumentarfilme über Japan, japanische Ballettaufführungen im Tanzhaus NRW, Düsseldorf, Rockkonzerte zum Japanjahr in Düsseldorf und unterrichtet Jugendliche in der Kunst des Mangazeichnens.

Die Ausstellung in der Galerie Nero zeigte Fotos von Tanz und Theater sowie Videostills aus Matthes Videoproduktionen.

Vertreten wird der Künstler von der Galerie Nero, Wiesbaden www.galerie-nero.de

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