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Präsentation von Künstlern und ihren Werken

13.03.2016 eine phantastische Traumwelt

GFDK - Sophie Blady M.A.

Photo meets Manga ist ein generationsübergreifendes Werk, das in Zusammenarbeit mit der 14-jährigen Tania Schaubhut entstanden ist und erstmals 2005 dem Publikum präsentiert wurde. Die Dortmunder Künstlerin Eva Horstick‐Schmitt entschied nach einer Karriere als Choreografin und Fotografin, sich gänzlich der Kunst zu widmen und ihren Beobachtungen, Gedanken und Träumen durch die Fotografie Ausdruck zu verleihen. Jetzt stellt Eva Horstick-Schmitt Ihre Manga-Werke in Brüssel aus.

Bunt, naiv und frech erobert das Manga die alltägliche westliche Welt in den Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt. Malerei und Fotografie treffen in ihren Bildern ebenso aufeinander wie die Kontinente Asien und Europa, doch was macht ihre Kunst tatsachlich so einzigartig, ist doch das Manga derzeit in aller Munde und gibt es doch bekannte, japanische Mangaka, deren Abbildungen ohne Frage an Kunstfertigkeit und Authentizitat kaum zu ubertreffen sind.

Eva Horstick-Schmitt erobert die Welt der Mangas

Nicht ohne Grund entsprechen die Manga in den Bildern Horstick‐Schmitts diesen Darstellungen jedoch nicht, sie gleichen vielmehr einer jugendlichen Neuinterpretation und erinnern teilweise nur noch vage an ihren japanischen Ursprung. Die 14‐Jährige deutsche Manga‐Zeichnerin Tania Schaubhut malte die bunten Figuren in die Fotografien der Künstlerin ein und schuf auf diese Weise ein Sinnbild für eine fremde Kultur in der vertrauten Heimat, da sie selbst Japan bislang nur aus Zeitschriften, Filmen und Spielen kennt.

Auf ganz subtile Weise macht Eva Horstick‐Schmitt mit diesem Kunstwerk bereits 2005 auf die aktuelle sozialpolitische Debatte des Kulturtransfers aufmerksam. In ihren Bildern wird deutlich, dass Kulturen nicht mehr nebeneinander bestehen, sondern miteinander: Grenzen öffnen sich, verschwimmen und lösen sich schlieslich ganzlich auf. Das Manga, ein Ausdruck der japanischen Popkultur, vereint sich in den Bildern Horstick‐Schmitts mit seiner Umgebung, die das Lokalkolorit des Westens deutlich erkennen lasst.

Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt

Der transparente Korpus des stark konturierten Mangas nimmt die Oberflächenstruktur des Westens an; so scheint beispielsweise die Gardine eines bürgerlichen Interieurs sowie die Industrielandschaft vor dem Fenster durch das Gewand und den Körper des Mangas hindurch. Ost und West, Asien und Europa vereinen sich zu „Eurasien“: ein neuer Zustand, in dem sich die Form der japanischen Kultur und Tradition mit dem Geist Europas vereint. So tut sich eine phantastische Traumwelt auf, die fernab von Regeln und Gesetzen verzaubern möchte.

Fiktion und Realitat treten in ein beeindruckendes Gefecht, das durch die Intermedialität von Fotografie und Malerei, die fiktive Comic‐ Figur und das reale Abbild der Künstlerin animiert wird: Während das Manga oftmals aus dem Bild heraus in die Realität tritt, indem es dem Betrachter neckisch zuzwinkert oder ihm gar winkt, bleibt die Künstlerin in ihrer Bildwelt meist eingeschlossen.

Mangas sind in Deutschland nicht mehr wegzudenken

Das Manga ist seit den 1990er Jahren auch in Deutschland nicht mehr wegzudenken, bekannte Charakteristika wie die grossen, ausdrucksstarken Augen, das buschig voluminöse Haar und ganz besonders die ausergewöhnliche Themenvielfalt der Geschichten lösten einen regelrechten Manga‐Hype aus. Beachtlich ist jedoch die optische Diskrepanz der Manga zu der japanischen Physiognomie, die besonders in der Augenpartie deutlich wird. Die Übersteigerung des Kindchenschemas ist Ausdruck der Amerikanisierung der japanischen Comicfigur Ende der 1970er Jahre, die zwar dem Schönheitsideal der Japaner entspricht, nicht aber dem Erscheinungsbild der Menschen.

Der Bildtransfer zwischen Asien, Amerika und seit den 1990er Jahren Europa macht das Manga zum interkulturellen Sinnbild unseres Zeitalters, das markante Merkmale wie Flexibilitat, Schnelllebigkeit und Kulturtransfer vereint. So stellt sich die Frage: Gibt es überhaupt noch ein japanisches Manga?

Text von Sophie Blady M.A., Gesamtwerk und Fotografien von Eva Horstick‐Schmitt

Die international arbeitende Fotokünstlerin Eva Horstick-Schmitt stellt in der Brüsseler Galerie
Artbeat aus:

aus ihrer Serie
Photo meets Manga 
24 Werke , die zwischen 2004 und 2015 entstanden sind.

14. April bis 14. Mai 2016. Rue de'Aqueduc 104. 1050 Brussels.
Dienstags bis Freitags von 11.30 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 17 Uhr.
Kontakt: 0485893747.
www.art-beat.be

www.arteve.de

 

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15.02.2016 Wasser bewirkt alles

GFDK - Herwig Nowak

BOOT und Wasser gehören zusammen, das ist keine neue Erkenntnis. Dass BOOT, Wasser und Kunst zusammengehören, ist weniger geläufig.

Aber sie bilden eine Einheit, seitdem die Verwaltung der Düsseldorfer Messe eine Kooperation mit der Fachhochschule Aachen, Fakultät für Gestaltung, abgeschlossen hat, die künstlerische Aussagen zum Thema" Wasser" zum Inhalt hat. In diesem Jahr verdienen unter dem Titel "Reflect" dreidimensional gegossene, oder gesägte, jedenfalls geformte weisse Unterwasserkörper, Submiser genannt besondere Beachtung, die dem ansonsten schwarzen Raum Leben und Aussage verleihen.

Kunst von Patricia Victoria Schrock

Beherrscht wird der schwarze Raum aber durch die grossdimensionierte Videoinstallation "Water Symphonie" von Patricia Victoria Schrock. Fast raumhoch und von mehr als Meterbreite wird die Illusion eines Wasserfalls erzeugt. Ebenso kraftvoll, vielfältig und energiegeladen, wie in der Natur, stellt sich das Kunstwerk dar. Mal zentriert sich das Wasser an einer Stelle, mal strömt es als breiter Strom über die ganze Fläche der Installation. Wasser bewirkt alles. Es ruft gute ebenso wie angstvolle Emotionen hervor. Hier aber offenbart es schiere Kraft.

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01.01.2016 neue weiblichkeit

GFDK - Eva Wiest

Frau im Slip bekleidet in einen leerend Schrank blickend, Frau mit Eule beim Café oder Kopf über vom Baum baumelnd - die malerische Welt der Rosa Loy entführt in weibliche Phantastereien, die so skurril wie leichtfüßig daher kommen und auf merkwürdige, eine beruhigende Weise fesseln.


Ganz wunderbar, unmittelbar bis selbstverständlich führt die Künstlerin die Stärke des schwachen Geschlechtes vor Augen, ohne dessen Sanftmütigkeit zu verleugnen, die Schönheit in den Schatten zu stellen oder die weiche Seite einer harten weichen zu lassen.
Kurzum, die Künstlerin Rosa Loy erschafft in ihren Bildern eine neue Weiblichkeit, die den Macherinnen dieser heutigen Gesellschaft den Weg bahnt, den Machern die Angst nimmt und allesamt verzaubert, für sich einnimmt und liebkost - wer gehörte da nicht gerne zum betrachtenden Publikum?

Die Ausstellung „Lichtung“ mit neuen Arbeiten von Rosa Loy läuft noch bis einschließlich 10.1.2016.

Die 30 klein- und mittelformatigen Arbeiten in Kasein auf Leinwand aus den letzten drei Jahren, ergänzt durch neue Zeichnungen geben der Vertreterin der Neuen Leipziger Schule einmal mehr recht: als phantastische Wegweiserin hin zu einem neuen, selbstbewussten und sensiblen Frauenbild, das durchaus der ehemaligen, emanzipierten DDR entspringt.

1958 in Zwickau geboren, studierte Rosa Loy erst Diplomgartenbau in Berlin, bis es sie 1985 schließlich an die Hochschule für Graphik und Buchkunst nach Leipzig zog; ihr Diplom legte sie bei Professor Felix Müller ab, Meisterschülerin wurde sie von Professor Rolf Münzner. Seither lebt und arbeitet sie in der sächsischen Metropole an der Seite von Neo Rauch mit Atelier in der legendären Baumwollspinnerei und Ausstellungen weltweit.
Ob in USA, Südasien oder Europa, Rosa Loy beeindruckt und berührt mit ihren ausschließlich von Frauen beherrschten Bildwelten, die ihre ostdeutsche, sozialistische Vergangenheit ebenso erahnen lassen wie ihre Affinität zu Pflanzen oder auch die Nähe zum Künstler Neo Rauch.
Ihre Arbeiten sind in zahlreichen renommierten Privatsammlungen und öffentlichen Museen vertreten wie dem MOCA, Los Angeles, dem MOMA, New York, oder der Pinakothek der Moderne, München.

Im Studio zeigen wir neue Arbeiten von Szilard Huszank.


Rosa Loy in 2015:

25.11.2015 – 24.1.2016
Tightrope Walk: Painted Images After Abstraction
Gallery White Cube Bermondsey
London

ab 30.10.2015
Mein geliebtes Land
Villa Katzorke
Essen

2.10. bis 4.12.2015
Perlmutt
Rosa Loy - Neo Rauch
Kunstverein Freunde Aktueller Kunst e.V.
Zwickau

19.6. bis 20.9.2015
Desperates Houswives? Künstlerinnen räumen auf
Gruppenausstellung
Museum im Kulturspeicher
Würzburg

29. 5 bis 30.8.2015
Die bessere Hälfte
Malerinnen aus Leipzig
Gruppenausstellung
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig
Leipzig

27.2.2015 bis 28.3.2015
Empire of the Senseless
Nina Chanel Abney| Francesca DiMattio | Sara-Vide Ericson | Natalie Frank | Kristina Jansson | Rosa Loy
Friedmann Bender Gallery
New York

Die GALERIE NOAH besteht seit 2002 und befindet sich ebenfalls im Glaspalast.
Ausstellungsschwerpunkte sind die zeitgenössische Kunst der Bereiche Malerei und Skulptur.

Galerie Noah
Beim Glaspalast 1
86153 Augsburg

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22.09.2015 hautnah

GFDK - Kerstin Eberhard

Diesen Monat stellen die Freunde der Künste Werke der beiden Künstlerinnen Vera Schranz und Antonia Wöhrer vor, die sich dem Thema Haut widmen. Warum gerade "Haut"? Als vielseitiges Organ des menschlichen oder tierischen Organismus übernimmt die Haut wichtige Funktionen des Stoffwechsels und der Immunologie, erklären die beiden Künstlerinnen.

Mit ihren Anpassungsmechanismen dient sie als Hüllorgan der Abgrenzung von Innen und Außen und dem Schutz vor Umwelteinflüssen. Sie repräsentiert uns in unserem Sosein, ist Kommunikationsinstrument und hilft dabei unser inneres Gleichgewicht zu bewahren.

Sprichwörter rund um die Haut

Manchmal sind wir eine ehrliche Haut, wir möchten unsere Haut retten, mit heiler Haut davon kommen, wir möchten nicht in der Haut eines anderen stecken oder aus unserer Haut fahren, wir werden rot vor Zorn oder Scham, grün vor Neid und blass vor Schreck. Kaum ein anderes menschliches Organ versammelt um sich derart viele Phrasen und Sprichwörter. Grund genug für die beiden Malerinnen Vera Schranz und Antonia Wöhrer das Thema genauer unter die Lupe zu nehmen und Assoziationen Raum zu geben.

Kunst von Vera Schranz

Die gebürtige und in Graz lebende, montenegrinische und akademische Malerin Vera Schranz heimste 2014 den 1. Platz des Annenstraße-Weibsbilder-Preises ein und präsentiert in dieser Folgeausstellung surrealistische Werke inszenierter, aber auch realistischer Welten und deren Mischformen. Die Zustände, die sie rund um das Thema und in ihrer Umgebung ortet, fasst sie in komprimierten Bildaussagen zusammen. Und wie kommt man dazu ein Bild zu malen, das einen traurig anmutenden, offenbar geschlechtstransformierten Mann zeigt, der mit dem Ergebnis seiner Geschlechtsumwandlung nicht zufrieden zu sein scheint? Oder ein erschütterndes Bild – das ein Selbstporträt sein kann, dass Frida Kahlo gemalt haben könnte? Oder ein Bild, das einen Raum zeigt, aus dessen Wand das Skelett eines Dinosaurier kriecht, das sich auf dem Weg zu einem Menschen befindet, der ruhend auf einer entrollten Rasenmatte liegt und auf dem Rücken ein Drachen-Tatoo hat?

Zitat: „Jugoslawien, der Ort meiner Geburt, ist von der Landkarte gelöscht. Um letztlich nach Graz zu kommen, musste ich viele Grenzen überqueren. Ich gehöre zu denen, die sich durch Bilder besser ausdrücken können als mit Wörtern. Es ist ein Privileg, Illustratorin des Zustandes zu sein. Mit Malerei versuche ich nicht Menschen zu enträtseln, ein paar Farben und Linien können das nicht leisten. Manchmal frage ich jemanden, „Wie geht es dir?“ und erhalte ein Bild als Antwort“.  

Ausstellung von Vera Schranz und Antonia Wöhrer

In der Gegenüberstellung befinden sich die Werke der gebürtigen Kärntnerin und in der Steiermark beheimateten Malerin Antonia Wöhrer. Mehrere Personalen in der Galerie Blaues Atelier zeigten bereits ihre in der Sozialarbeit wurzelnden und positionierten bildnerischen Statements, die im Gegensatz zu Schranz´ Werken subtiler wirken, weil sie reduzierter erstellt werden.

In mehreren Schichten und Japan-Spachteltechnik angelegt, schimmert Wöhrers Ambition in ihren Bildern deutlich hervor: immer ist der Mensch im Mittelpunkt, aufbrechend – im wahrsten Sinne des Wortes – in andere Welten, sei es als Flüchtling auf der Suche die eigene Haut zu retten, oder als Einheimischer, der darum bangt, dass seine Wohlstandsidylle verloren gehen könnte und dadurch zur Hetze gegen Fremde neigt. Zitat: „Wir sind gewillt fremde Menschen, auch mit anderer HAUTFARBE, als solche wahr zu nehmen, wir reisen und  surfen im Internet in fremde Länder und genießen das Exotische daran. Nur hier haben wollen wir die andere Hautfarbe nicht“. 

Welche Auf- und Umbrüche in den Menschen und in der Gesellschaft vor sich gehen, wie „Namenlose im Mittelmeer“ anders aussehen als im Fernsehen oder in der Zeitung, wie Transpiration dargestellt werden kann, wie es unter der Haut, also hinter der Fassade aussieht, all das spiegelt sich in den unterschiedlichen Interpretationen der beiden Künstlerinnen gezielt und gekonnt wider.

Text. Kerstin Eberhard, Graz 2015, Zitate in kursiv Vera Schranz und Antonia Wöhrer

Galerie Blaues Atelier, Annenstraße 33, 8020 Graz

Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr. 15-18 u. n. t. V.

Ausstellungsdauer: 07.10.-30.10.2015

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09.09.2015 farbräume

GFDK - Friederike Zimmermann

„Meine Malerei basiert auf vielschichtigen Abstraktionsprozessen. Sie nimmt meist in figurativen Konstellationen oder Strukturen der unmittelbaren Umgebung ihren Ausgangspunkt. Durch serielles Arbeiten, Schichtungen, Überlagerungen entfalten sich eigene Farbräume. Die Wiederholung verfeinert den immer wieder neuen Blick auf die Ausgangssituation.
   
Dieser meditative Prozess erlaubt ein sukzessives Kennenlernen, eine intime Annäherung an das Sujet. Das Sehen intensiviert sich. Der individuelle Charakter jedes einzelnen Bildes prägt sich in der Reihung aus.
   
Meine Zeichnungen haben hingegen tagebuchartigen Charakter. Aus sparsamen Linien und reduzierter Farbigkeit setzen sich die meist organischen Objekte zusammen. Linien werden zu Konstruktionen und entwickeln Leben. Die Formate meiner Bleistift- und Tuschezeichnungen reichen von Postkartengröße bis hin zu wandfüllenden Dimensionen und raumgreifenden Fadenzeichnungen.“ (Alexandra Centmayer)

Kunst von Alexandra Centmayer

Die Bilder sind – sei es beim Flanieren entlang des Platzes, beim Einkaufen auf dem Samstagsmarkt, beim Stehen an der Ampel oder Vorbeifahren mit dem PKW – rund um die Uhr von außen, nach individueller Absprache sowie natürlich während der Veranstaltungen zu besichtigen.

Hinter dem Format der Schaufenster-Galerie steht die Idee, Kunst an einem alternativen Ort des öffentlichen Raums zu präsentieren. Hier wird das großzügig verglaste Foyer des FORUM Merzhausen zu einer Art Schaufenster, das zwischen Alltag und Kunst eine Verbindung herstellt. Dadurch treten die Menschen der Kunst unvoreingenommen gegenüber, indem sie ihnen aus dieser Perspektive wie zufällig begegnet.

Vita:
1996 - 1998: Hochschule der Künste, Berlin | Meisterschülerklasse Leiko Ikemura

1990 - 1996: Kunsthochschule Kassel | Studium Freie Kunst | Diplom bei Prof. Dorothee v. Windheim, Prof. Urs Lüthi

1992: Universidad Complutense de Madrid | Facultad de Bellas Artes | Erasmus – Stipendium

Mitgliedschaften: BBK, GEDOK

Ausstellung in Freiburg

In Form einer Schaufenster-Galerie unter dem Titel „Wechselrahmen“ stellt der Kulturverein artisse alle drei Monate großformatige Bilder einer ausgewählten Künstlerin oder eines Künstlers aus:


artisse e.V.
1. Vorsitzende und Pressekontakt:
Dr. Friederike Zimmermann
Heimatstraße 10 | 79249 Freiburg-Merzhausen
kontakt@artisse.de

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01.07.2015 zeit steht still

GFDK - Kasia Sandhofer

In den heutigen Zeiten wird niemand Malerei und Fotografie im Rahmen der plastischen Künste in engem Zusammenhang sehen. Zwischen diesen beiden Disziplinen besteht jedoch eine große Verbindung und das schon seit der Entdeckung der Daguerreotypie.

Bereits die Impressionisten benutzten Fotografie als Hilfsmittel für ihre Studien zur Vogelperspektive, Chiaroscuro, Gestik und Bewegung des Models. Dank der Fotografie machten die Maler visuelle Aufzeichnungen, die sie an die Momente erinnerten, welche das Auge nicht einfangen und behalten konnte. Auf ihren Leinwänden hält auch die junge Malerin Aleksandra Hońko die Zeit an.

Fotografien von Aleksandra Honko

Sie ist Absolventin der Fakultät für Malerei der Akademie der schönen Künste in Breslau und Schülerin von Prof. Leszek Mickos und Dr. Anna Kram. Hońko baut gezielt Relationen und Abhängigkeiten zwischen Malerei und Fotografie auf. Die Künstlerin benützt für ihre Werke die von ihr gemachten Fotografien und behandelt sie als Ausgangspunkt für den Aufbau des Bildes.

Thema Wasser

Das Thema ihrer Werke ist Wasser und der sich in ihr befindenden menschlichen Gestalten. Sie zeigt den Menschen ohne individuelle Eigenschaften oder psychologische Züge - wir sehen nur seinen Körper im Wasserspiegel gleiten. Die Künstlerin analysiert die Bewegung der Gestalt im Wasser. Die durchdachten und intensiven Kompositionen unterstützen hier den Moment des Innenhaltens der Zeit.

Zudem benützt Honko für ihre Bilder eine ausgezeichnete, realistische malerische Technik um den Augenblicklichen Charakter der Szenen zu verstärken. Die flach aufgetragenen Farben und ihre starke, strahlende Koloratur erinnern an die malerische Sprache von Comiks der 60 und 70 Jahre.

Die von der Künstlerin benützten Ausschnitte haben ihren Ursprung in der Fotografie und wie diese sollen sie die schönsten Fragmente der Realität im Gedächtnis behalten. Dadurch werden die Bilder Honko zu einer Parallele des Gedächtnisses, welches selektiv ist und nur die wichtigsten Formen und Eindrücke behält.

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25.04.2015 inspirierend!

GFDK - Redaktion

Michael Volkmers Objekte und Installationen gehen oftmals vom alltäglichen, banalen ja sogar weggeworfenen Material aus wie zum Beispiel gefundenen Radkappen, Glasflaschen, Lampenständern oder ausgewählten Souvenirs die aus der Mode gekommen sind.

Diese erleben eine fulminante Verwandlung, wenn Michael Volkmer sie mit der (Un-)Farbe RAL 1015 überzieht. Mittels farblicher Angleichung entstehen zusammengehörige Ensembles des Gleichen und doch leicht anderen. Radkappen werden zu Kirchenfester ähnlichen Objekten, die vor dem Recycling geretteten Glasflaschen werden zu Stelen.  Der entstehende Raum zwischen Banalität und Stilisierung lässt viel Raum für Interpretationen und Einsichten.

Ausstellung im Esszimmer

Der Ausgangspunkt für die Raumspezifische Arbeit Graue Passion im ESSZIMMER ist Holbeins Zyklus Die graue Passion (1494 – 1500), die durch den bewussten Farbverzicht die Vielfarbigkeit der Erscheinungs­welt zu verfremden suchte, was aus heutiger Sicht ein vertrautes Konzept der zeitgenössischen Kunst darstellt.

Der, 1966 in Ludwigshafen geborene Künstler, lebt und arbeitet in Neuhofen (D). Er hat ein Studium der Freien Künste an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mannheim abgeschlossen. Seine Arbeiten wurden mehrmals ausgezeichnet, unter anderem mit dem WeldeKunstpreis 2014.

Michael Volkmer gewann 2014 den Welde Kunstpreis

Der Künstler ist 1966 in Ludwigshafen geboren und dort aufgewachsen. Beeinflusst durch die Werkstatt seines Großvaters, begann er zu malen, Musik zu machen und sammelte Erfahrungen in der Street-Art Szene. 1990 entschied er sich, nach einer Ausbildung zum Physiklaboranten, dann schließlich zu einem Studium der Freien Künste an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mannheim.

In drink, drive and pray, einer Ausstellung im Mannheimer Kunstverein (2010), zeigte er Beispiele aus drei Werkgruppen: Zum einen versammelten sich auf hohen Sockeln Flaschen verschiedenster Größe, Form und Herkunft zur feierlichen Runde einer Sacra Conversazione. Zum anderen wurden aus Radzierkappen gebildete, quadratische Leuchtkästen ausgestellt, sowie eine an Leonardos Abendmahl orientierte Reihe von dreizehn Objektkästen mit dem Motiv der Betenden Hände. All dies wurde vereinheitlicht durch die Lackierung in einem Hellelfenbein-Ton und die abgerundeten Kanten.

Michael Volkmer ist Träger einiger Preise und Stipendien:

1998 Förderpreis der Ludwig-Roos-Stiftung, Ludwigshafen | 1998 Burgund-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz | 1999 Stipendium des Deutsch-Französischen Kulturrates | 2002 – 2003 Asterstein-Stipendium, Koblenz | 2003 Arbeitsstipendium RLP für die Schweiz | 2005 – 2008 Lehrauftrag für Videokunst an der PH Heidelberg | 2007 Dilsberg-Stipendium, Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis | 2008 Förderstipendium EHF-Fond, Konrad Adenauer Stiftung, Berlin | 2009 Kunst am Bau, 1.Preis Wettbewerb und Ausführung, Klinikum der Johannes Gutenberg Universität, Mainz | 2010 Großer Welde-Kunstpreis der Metropolregion Rhein-Neckar | 2013 Mahnmal für die Opfer der Zwangssterilisierung, 1.Preis Wettbewerb und Ausführung, Mannheim

Letzte Einzelausstellungen von Michael Volkmer

2014 dich trifft keine schuld (Schuh/Volkmer) Kunsthaus Raskolnikow, Dresden (D); vertraue mir (Schuh/Volkmer) Kunstverein Bellevuesaal, Wiesbaden SWR Funkhaus Mainz (D) | 2013 LAPSUS, Projekt für das Skulpturenufer, Arp Museum, Remagen (D) ; komm zu mir (SCHUH/VOLKMER) Galerie Strümpfe und Galerie im Stadtpark, Mannheim (D); Raumverschiebung (Schuh/Volkmer) temporäre Installation KiöR, Haus Burgund, Mainz (D); PLUS ZWEI MINUS DREI (SCHUH/VOLKMER) Abgeordnetenhaus, Mainz (D); FIAT LUX ev. Stadtkirche, Frankfurt-Höchst (D)| 2012 Lapidarium Konnektor – Forum für Künste, Hannover (D); SEMPER ILLUSTRIS Peterskirche, Grünstadt (D) | 2011 Getting Wasted, Videoschaufenster der Metropolregion, Artmetropol-TV, Mannheim (D); Beifall der Zwölf, Wolkenhof, Murrhardt (D); LAMINA SACRA, CityKirche Konkordien, Mannheim (D)

Letzte Gruppenausstellungen von Michael Volkmer

2014 WeldeKunst Preis Retrospektive Stadtgalerie Mannheim (D); verlasse mich nie im Rahmen der Ausstellung Rapunzel & Co, (SCHUH/VOLKMER), Arp Museum, Remagen (D); Atelier und Künstler 9, Rhein-Neckar-Kreis (D) | 2013 Wettbewerbsarbeiten Kunst am Bau Zitadelle Mainz (D); Wettbewerbsarbeiten Kunst am Bau (SCHUH/VOLKMER), Universitätsbibliothek Heidelberg (D) | 2012 Deltabeben – Regionale 2012 Stadtgalerie Mannheim (D); Nader tot U / Closer to Thee Galerie Transit, Mechelen/Belgien; 2000 Jahre Krise Scharpf-Galerie, Projektgalerie des WHM, Ludwigshafen (D)

Kontakt:

DAS ESSZIMMER – Raum für Kunst+
Mechenstraße 25
D – 53129 Bonn-Kessenich

Tel. +49 (0)228 538 766 12
Fax +49 (0)228 538 766 17

E-Mail: info@dasesszimmer.com

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30.03.2015 Bilder aus dem Kosovo

GFDK - Redaktion

Zu dem Thema Krieg und Frieden entstanden mehrere Werkreihen u.a. die Arbeiten "verbrannte Momente". Reportage-Bilder aus dem Kosovo, die die Künstlerin Eva Horstick-Schmitt am Brandenburger Tor mit 11 Freunden in einer Performance verbrannte.

Eine Antikriegs Demonstration gegen das Vergessen von Opfern und Kriegen

In dem anschliessend die Reste der Bilder eingescannt  und gross gezogen wurden entstand ein neues Werk. Wie auch aus der sinnlosen Zerstörung des Krieges ebenso Neues entstehen muss, erinnert Eva Horstick-Schmitt so an die vergessenen Opfer und deren Traumata.

Ebenso zeigt sie einen malträtierten Körper, den sie als Selbstportrait  mit einer Mittelformatkamera inszenierte. Mit Streichhölzern und Brandmalen versehen zeigt das Bild stellvertretend die Gewalt gegen Frauen und an Hautflächen.Diese Serie benannte Eva Horstick-Schmitt " Eva - jenseits von Eden" - entstanden 2003/4.

Krieg und Verantwortung

Die Serie trägt den Namen "2490 ", denn erst im Jahr 2490 sind (nach einer UN Studie) Frauen weltweit gleichberechtigt in Politik, Kultur, Beruf und Tagesgeschehen. Stellvertretend zeigt Eva Horstick-Schmitt u.a. ein verbranntes Peacezeichen mit dem Portrait einer Frau.

Was für Eva Horstick-Schmitt  bedeutet, dass Frauen auch erst dann in der Lage wären Kriege zu verhindern, weil sie genug Mitspracherechte geltend machen würden in Politik und Wirtschaft. Damals hatten Frauen ja nicht mal das Recht zu wählen.Der 1. Weltkrieg, sowie alle weiteren Kriege danach wurden von Männern angezettelt und der leidvollen Bedeutung zugeführt zu unserer schmerzvollen Geschichte zu werden.

Ausstellung im Frauenmuseum Bonn

Gesamtschau von mehreren Künstlerinnen zum Thema Krieg und Frieden.

Die Eröffnung ist am 19.4. 2015 

Ausstellungsdauer bis zum 08.11.2015

www.frauenmuseum.de

Kontakt zur Künstlerin:

www.ArtEve.de

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02.02.2015 Belebte Räume

GFDK - Herwig Nowak

 

Nicht das handwerklich-raumausstattende ist Gegenstand der Arbeit des Kölner Künstlers Jo Pellenz. Der Raum, der öffentliche Raum zumal, ist es zwar, mit dem der sich der Autodidakt, Jahrgang 1959, beschäftigt.

Aber er möchte dessen Aufgaben herausstellen, die Aufgaben, die der Raum für den Menschen hat. Mit anderen Worten die Relation Raum-Mensch künstlerisch darstellen, aufzeigen. Also bringt er den Menschen in den Raum und lässt beide interaktiv aufeinander wirken.

Menschen aus Papier

Der Mensch ist aus Papier, eine Art Pergamentpapier, bevorzugt weiss, dem die menschlichen Formen durch Schnitte, Risse, Doppelungen eindrucksvoll zu eigen gemacht werden. In den sozialen Räumen ist der Mensch nie allein. Man könnte sagen, er tritt in Rudeln auf, was dem Künstler die Möglichkeit eröffnet, eindrucksvoll das Miteinander aber auch das Gegeneinander des Menschen zu dokumentieren: liebevoll, helfend, aufeinander zugehend ebenso wie aggressiv und bösartig.

Jo Pellenz kreiert belebte Räume

Besonders eindrucksvoll sind Installationen dieser Art in kirchlichen Räumen zu sehen, deren Aura Jo Pellenz eine besondere Sinndeutung vermittelt. Das war zuletzt im Mai 2014 in St. Agnes in Köln der Fall und ist bis zum 8.2.2015 in Frechen- Buschbell zu sehen.

Ausstellungsort:

Alt St.Ulrich, inklusives Begegnungszentrum der Gold-Krämer-Stiftung, Ulrichstrasse 110, Frechen-Buschbell


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20.01.2015 digitales zeitalter

Redaktion GFDK

Viktoria Binschtok geht dem komplexen Verhältnis zwischen Funktion und Repräsentation fotografischer Bilder in einer globalisierten Welt nach. Durch die Verschiebung von Kontexten verleiht sie dem täglichen Gebrauch und Konsum von Fotografien einen tiefen Einblick in die vielschichtige Verwendung von Bildinformationen.


Im Kunstverein Göttingen präsentiert die in Russland geborene und in Berlin lebende Künstlerin ausgewählte Werke ihrer neusten „Cluster“-Serie. In dieser setzt Viktoria Binschtok die Suchmaschinen des Internets auf ihre eigene künstlerische Arbeit an und reflektiert die Bedeutungsgebung und Lesart im Zeitalter der digitalen Zirkulation von Bildern.

Viktoria Binschtok setzt Suchalgorithmen ein

Die Künstlerin gibt ihr eigenes fotografisches Bildmaterial in den digitalen Prozess ein und untersucht, welche Bilder durch die Suchalgorithmen auf rein kompositorischer und farblicher Ebene gefunden werden. Diese Treffer werden von der Künstlerin reinszeniert und in einen neuen Zusammenhang mit dem Ausgangsbild gestellt.

Die daraus entstehenden Bildergruppen sind völlig aus ihrem Kontext genommen und lassen keine Unterscheidung zwischen Original und generierten Bildmaterial mehr zu. Mit dem Auflösen von Ursprung, Hierarchie und inhaltlicher Verwendung von Fotografien öffnet die Künstlerin einen Betrachtungsraum, der neue Zugänge und Assoziationsketten zulässt.

Binschtok's „Cluster“ bestehen aus Diptychen, Triptychen und skulpturalen Anordnungen deren Produktionsprozess, Material und Format variiert. Dabei verwendet sie unterschiedliche installative Arrangements, wodurch die Arbeiten in den Raum hinein wirken.

Auseinandersetzung mit digitalen Medien

Die „Cluster“-Serie ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit neuen Strategien der Bildgenerierung im Kontext der digitalen Medien. Sie dient auch der Untersuchung der visuellen Sprache, die von der heutigen Bildschirm basierten Kultur geprägt wird. Matthias Harder schreibt:

„Binschtok greift eine neue Entwicklung in der massenhaften, computergesteuerten Fotografie auf und kommentiert sie... Sie treibt ein faszinierendes Spiel mit dem Medium Fotografie und seinen Resten des Authentischen. Dabei lotet sie erneut seine Möglichkeiten aus.“
Zur Ausstellung erscheint im Verlag argobooks ein Künstlerbuch zur „Cluster“-Serie, Design Studio Jung.

Presse Kunstverein Göttingen
Carola Gottschalk
presseinfo@kunstvereingoettingen.de

Ausstellung in Göttingen | Viktoria Binschtok | 11.01. - 22.02.2015

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