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Wir lieben gutes Essen... weil es uns happy macht

18.10.2014 Deutscher Teekonsum in weiter Ferne

GFDK - Redaktion

Conny Baumgarte, Geschäftsführerin der Jadequell GmbH, präsentierte auf dem World Tea Forum 2014 in Seoul und Boseong (Südkorea) vom 10. bis 14. September 2014 die Jadequell Teestation erstmals einem internationalen Publikum.

Als einzige Deutsches Mitglied des internationalen 15köpfigen Jurorenteams der World Tea Championship 2014 kürte die Stuttgarterin unter über 100 verkosteten Tees die Siegertees.

Das World Tea Forum in Südkorea

Das World Tea Forum wurde 2014 zum zweiten Mal in Südkorea abgehalten. Finanziert und organisiert von der Myung Won Cultural Fundation, fördert es Teegenuss und Tee-Expertise für Teeexperten und die breite Bevölkerung. Das World Tea Forum besteht aus der World Tea Championship, einer Messe für koreanische und internationale Tee- und Teezubehörproduzenten und zahlreichen Expertenvorträgen. Siegertee der World Tea Championship wurde der Spitzentee der koreanischen Teegartens Jingkwang, ein 9fach gerösteter Grüntee hergestellt in traditioneller Handarbeit.

Jadequell auf dem Tea Forum 2014

Die Jadequell Teestation wurde auf dem World Tea Forum erstmals einem internationalen Publikum präsentiert. Die Resonanz war sehr positiv, verschiedene vielversprechende Ideen für die Vermarktung in Südkorea werden weiter verfolgt. Im Rahmen zweier Vorträge über den deutschen Teemarkt präsentierte die Tee-Expertin Trends im deutschen Teekonsum. Für das internationale Jurorenteam mit Conny Baumgarte wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten.

 

Conny Baumgarte
conny.baumgarte@jadequell.de
Jadequell GmbH
Dattelweg 31
70619 Stuttgart

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21.09.2014 Resumée der Profiköche

GFDK - Redaktion

Saftig grüne Wiesen, eine frische Brise keltische Seeluft und gemütlich grasende Rinder – die deutschen Starköche und Chefs’ Irish Beef Club Mitglieder lernten Irland bei ihrer viertägigen Reise von seiner typischen Seite kennen.

Christoph Rüffer (Restaurant Haerlin, Hamburg) Mario Corti (Schloss Elmau, Oberbayern), Marco Müller (Rutz Weinbar, Berlin) und Shane McMahon (Shane’s Restaurant, München) hatten sich auf Einladung von BORD BIA Irish Food Board in den Flieger gesetzt, um in Irland Ideen für neue Irish Beef Menükreationen zu sammeln und noch mehr über die nachhaltige Fleischproduktion zu erfahren.

Die vier leidenschaftlichen Profiköche verbindet ihre Liebe für das qualitätsgeprüfte Rindfleisch aus Irland. Als Mitglieder im internationalen Chefs’ Irish Beef Club verstehen sie sich als prominente Botschafter für das Vorzeigeprodukt der grünen Insel.

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In Irland überzeugten sich die Chefköche von der natürlichen Tierhaltung und den strengen Qualitätsrichtlinien. Sie sprachen mit einem irischen Farmer über die Rinderaufzucht und die Besonderheiten der Grasqualität.

Beim Besuch der Firma ABP, Europas größtem Betrieb für Rindfleischverarbeitung, erfuhren die Chefköche Wissenswertes über die verschiedenen Fleischschnitte. Außerdem standen u.a. der Besuch einer Austernfarm und einer Käserei sowie ein gemeinschaftliches Hurling-Spiel auf dem Programm.

Die Iren sind sich der hohen Qualität ihrer Fleischprodukte bewusst. Seit über 20 Jahren fördert die irische Regierung die Produktion von Rind- und Lammfleisch mit dem Qualitätsprogramm „Beef and Lamb Quality Assurance Scheme“. Bis heute sind bereits über 46.000 Rinderfarmen aktiv in das Programm eingebunden und folgen den strengen Qualitätskriterien.

Bei den deutschen Verbrauchern ist Irish Beef besonders beliebt. Allein 2013 wurden 17.000 Tonnen nach Deutschland exportiert. Bundesweit ist es unter anderem bei Real, Kaufland, Rewe, Edeka, Karstadt Perfetto oder Metro erhältlich.

Chefs’ Irish Beef Club

Der Chefs’ Irish Beef Club (CIBC) wurde vor zehn Jahren auf Initiative der halbstaatlichen Handelsagentur der irischen Landwirtschaft BORD BIA Irish Food Board gegründet. Dem exklusiven Forum von mittlerweile 77 internationalen Spitzenköchen gehören auch zehn deutsche Mitglieder an.

Neben den Irlandreisenden Christoph Rüffer (2 Michelin Sterne, Restaurant Haerlin, Hamburg), Mario Corti (2 Michelin Sterne, Schloss Elmau, Oberbayern), Shane McMahon (Shane’s Restaurant, München) und Marco Müller (1 Michelin Stern, Rutz Weinbar, Berlin) wurden unter anderem Cornelia Poletto (Restaurant Cornelia Poletto, Hamburg), Kolja Kleeberg (Restaurant VAU, Berlin) und Patrick Bittner (Restaurant Francais, Frankfurt/Main) in den Club berufen.

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21.09.2014 Ab 04. Oktober 2014

GFDK -MAGGIONI

Ab dem 04. Oktober 2014 geht es in Luino ganz besonders genüsslich zu. Denn dann bietet die malerische, für ihren Mittwochsmarkt bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Stadt am Ostufer des Lago Maggiore eine Reihe besonderer Herbstevents, die zum Schmausen und Feiern einladen. Los geht es mit einem stimmungsvollen Franziskus-Fest! Luinos Piazza San Francesco liegt im Herzen der Altstadt – das malerische Seeufer, die schmucken Jugendstilvillen und die gewundenen Gassen des dörflichen Kerns befinden sich in großer Nähe. Am Samstag, den 04. Oktober, wird hier auf der Piazza ab 20.30 Uhr der Namenstag des Heiligen gefeiert. Nach einer Ansprache durch den Bürgermeister und einem Gottesdienst zu Ehren Franziskus' gibt es später am Abend duftende Maronen und leckeren Glühwein im Feuerschein der wärmespendenden Kohlebecken.

Weiter geht es im Eventkalender mit einer Sonderöffnung: Normalerweise verwandelt sich Luino jeden Mittwoch in einen der größten und beliebtesten Marktplätze Europas – in einen „mercato“ mit Tradition! Im Jahre 1535 gegründet, wurde er bereits ab 1786 wöchentlich veranstaltet. Schon damals genoss der Stadtmarkt aufgrund seines vielfältigen und qualitätsvollen Warenangebots einen exzellenten Ruf – woran sich im Übrigen bis heute nichts geändert hat. Feinschmeckern läuft regelmäßig das Wasser im Munde zusammen beim Anblick der vielen lokalen Delikatessen, darunter edle Honigsorten, feine Ziegensalamis und Italiens einziger DOP-Käse aus Ziegenmilch, die sogenannte „Formaggella del Luinese“. Neben unzähligen anderen Köstlichkeiten bietet der bunte Freiluftbazar natürlich auch Haushaltsgeräte, Kleidung und Lederwaren, stets unter Wahrung eines optimalen Preis-Leistungsverhältnisses. Am Sonntag, den 19. Oktober, können sich alle Marktfans besonders freuen, denn dann öffnet der „Mercato di Luino“ ausnahmsweise auch am Wochenende seine Pforten!

Schlemmen in Italien

Als nächstes steht am Freitag, den 24. Oktober, um 18.00 Uhr eine Buchpräsentation im Palazzo Crivelli Serbelloni an. „Del Castagno non si butta via niente“ (Von der Kastanie ist nichts wegzuwerfen) lautet der Titel von Maurizio Miozzis Publikation. Anhand von kleinen Geschichten, Wissenswertem und Rezepten unterstreicht der Autor die Bedeutung der Frucht für die Landbevölkerung und geht auf die folkloristischen Kastanien-Traditionen der Gegend ein. Beim anschließenden Buffet können sich die Zuhörer an Maronen und weiteren lokalen Delikatessen gütlich tun.

Süßes oder Saures? Das ist die Frage, die sich auch in Luino am 31. Oktober und 01. November stellt. Anlässlich der Halloween-Party verwandelt sich das kleine Städtchen am Ostufer des Lago Maggiore in eine Welt voller Elfen, Feen, Kobolde und Kürbisse. Wer in Feierlaune ist und dabei sein möchte, darf sich neben einer tollen Deko und zahlreichen Fahrgeschäften auch auf geröstete Kastanien und schwungvolle Freilichtmusik freuen! Und für die kleinen Gäste steht ein tolles Kinderschminken auf dem Programm.

Schlemmen in Luino

Selbstverständlich lädt Luino seine Besucher auch in anderen Monaten zum Kennenlernen der lokalen Delikatessenwelt ein – beispielsweise auf den Spuren des international anerkannten, von hier stammenden Schriftstellers Piero Chiara (1913-1986). Auf den Speisekarten einiger örtlicher Restaurants und Bars finden sich seit Kurzem die Lieblingsspeisen des berühmten Stadtsohns wieder. Wie wäre es beispielsweise mit einem guten Frühstück im Cafè de la Gare, bestehend aus einem Cappuccino mit einer Prise Zimt und einem Stückchen Apfeltorte? In der Bar Ciocco Bacco bekommen Neugierige dagegen Chiaras Aperitif-Vorlieben serviert, einen süffigen „Bianchino“ (Weißwein) oder einen „Apertass“ (Cedrata mit Aperol). Zum Mittagessen geht's dann entweder in die Via Cavallotti, in der es „Penna del Pretore“ gibt (Penne, Porree und Formaggella del Luinese), oder aber ins „29 Felice“, in dem der Favorit ein Risotto mit Kartoffeln und Safran ist. Den Abschluss macht ein „Punt e Mes“, ein feiner Digestif, im Caffè Clerici.

 

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20.09.2014 verzaubert

GFDK - Clara Krulich

Ein hervorragendes Gericht ist wie ein gutes Buch: Es verbindet die Erlebnisse, Gefühle und Weltsichten, die ein Koch gesammelt hat, zu einem einzigartigen Genuss. Matthew Lightner beherrscht diese Kunst perfekt.


Nachdem er die Welt bereist und in den unterschiedlichsten Küchen verschiedenste Philosophien kennen und lieben gelernt hat, erntet er nun die Früchte seiner Reisefreudigkeit. Das Resultat: Zwei Michelin-Sterne sowie zahllose begeisterte Gäste.

Matthew Lightner kocht in New York

Als Matthew Lightner im März 2012 sein Restaurant Atera im lebendigen Viertel Tribeca mitten im Herzen von New York City eröffnete, lag eine bereits mehr als zehnjährige kulinarische Reise durch die ganze Welt hinter ihm. Nach seinem Abschluss am Western Culinary Institute in Portland 2001 zog es ihn die Westküste hinunter, wo er in den verschiedensten Restaurants Erfahrungen sammelte, die er schließlich unter dem mit dem James Beard Award ausgezeichneten Paul McCabe im L’Auberge, nördlich von San Diego, anzuwenden wusste.


2007 folgte der Sprung über den Ozean: Als einer von jährlich 15 Köchen weltweit wurde Matthew Lightner für ein Stipendium für Jungköche in Spanien auserwählt, wo er auf seinen späteren Mentor, den ehemaligen Ferran-Adrià-Schüler Andoni Aduriz traf. Aduriz schickte Lightner durch ganz Spanien, um die nationale Küche kennen und die Sprache sprechen zu lernen, und nahm ihn im Anschluss als Koch in seinem Restaurant Mugaritz auf. Nach einem weiteren Engagement im Kopenhagener Noma kehrte Lightner zurück in die USA, im Gepäck tonnenweise Erfahrungen und Geschmäcker, mit denen er seine eigene, moderne Küche begründen sollte.


Dass seine Kochkunst im Atera eine Heimat gefunden hat, war beinahe ein Zufall: Das Lokal war kurz zuvor
– ebenfalls mit dem Ansinnen, hochwertige, moderne Küche zu servieren – pleite gegangen. Was die meisten anderen Gastronomen abgeschreckt hätte, motivierte Lightner regelrecht: „Ich hatte zuvor in einem sehr konventionellen Restaurant in Portland gearbeitet und wollte nun etwas Neues machen, etwas von Anfang an neu aufziehen“, erzählt Lightner. „Wenn man seine Gerichte in einen Ort hineinzwingt, geht das gerne mal schief.

Michelin Sterne für Matthew Lightner

Hier allerdings hatte ich die Möglichkeit, ein neues Design zu erschaffen und ein Konzept zu entwickeln, das
sich nahtlos in meine Küche eingliedert.“ Sein Plan ging auf: Bereits im Juli 2012 erhielt er von Pete Wells,
dem renommierten Restaurantkritiker der New York Times, 3 von 4 möglichen Sternen. Kurz darauf folgte die Aufnahme des Atera in den Guide Michelin, ausgezeichnet mit 2 Sternen. Eines der Geheimnisse des Atera ist die europäische Esskultur: In einem normalen Restaurant kommt direkt im Anschluss an das Dessert die Rechnung, um den Tisch für die nächsten zahlenden Gäste frei zu machen – Lightner dagegen gibt seinen Gästen alle Zeit, die sie wollen. Die europäische Gemütlichkeit hat es ihm einfach angetan.

Und auch die europäische Liebe zum Gemüse ist in Matthew Lightners Küche allgegenwärtig: Bei ihm treffen Jakobsmuscheln auf Wirsinggemüse oder gegrillte Tintenfische auf italienische rote Zwiebeln, kandierte Rote Bete verbinden sich mit Grapefruit-Sorbet oder Boskop-Birnen mit frischer Haselnussbutter zu unvergesslichen Desserts, die das Beste aus Natur und Kultur in sich vereinen. Sein Faible für saisonale und regionale Produkte verbindet Lightner mit seiner Leidenschaft für die individuelle Zubereitung. Jedes neue Gemüse, jedes ihm bislang unbekannte Gewürz weckt seinen Ehrgeiz als Koch aufs Neue.

Wenn man beobachtet, wie Matthew Lightners Augen zu leuchten beginnen, sobald er über die Möglichkeiten des Kochens spricht, bekommt man eine Idee davon, mit welchem Elan er die Welt erkundet hat. Der Monat im Restaurant Ikarus wird für seine Gäste nicht weniger als ein einzigartiger grenzüberschreitender Genuss werden – für Matthew Lightner jedoch wird es ein ganz neues Kapitel auf seiner kulinarischen Weltreise.


Im Monatsrhythmus gastieren die besten Köche der Welt im "Restaurant Ikarus" im Hangar-7 am Salzburg Airport und präsentieren in enger Zusammenarbeit mit „Restaurant Ikarus“- Patron Eckart Witzigmann & Executive Chef Martin Klein ihre besten Kreationen.

"Spitzenköche im Ikarus"  - Die Dokumentationsreihe bei ServusTV:

Matthew Lightner im Portrait : Zu sehen bei ServusTV am  13. September 2014 um 17:25 Uhr: Martin Klein zu Gast bei Matthew Lightner im Restaurant „Atera“ in New York
und am 20. September 2014 um 17:25 Uhr: Matthew Lightner zu Gast im Restaurant Ikarus im Hangar-7.


Öffnungszeiten:
Hangar-7 Flugzeugmuseum: 09:00 – 22:00 Uhr
Restaurant Ikarus: Küche 12:00 – 14:00 und 19:00 – 22:00 Uhr
Carpe Diem Lounge - Café : 09:00 – 17:00 Uhr
Mayday Bar: So - Do 12:00 – 00:00 Uhr, Fr & Sa 12:00 - 01:00 Uhr
Hangar-7 Outdoor Lounge: täglich ab 12:00 Uhr bei Schönwetter geöffnet
Hangar-7 Merchandising Shop: täglich geöffnet


Clara Krulich
Marketing & Communication
clara.krulich@hangar-7.com

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19.09.2014 Zum 18. Mal

GFDK - Annabell Noll

Die „Meisterköche“ des Jahres 2014 wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben. In sechs Kategorien wählte die mit 14 Fachleuten besetzte Jury die Preisträger aus. Das von Berlin Partner initiierte Projekt „Berliner Meisterköche“ wird bereits zum 18. Mal durchgeführt.

Der „Berliner Meisterkoch 2014“ ist Roel Lintermans aus dem Restaurant LES SOLISTES by Pierre Gagnaire im Hotel Waldorf Astoria Berlin. Die Begründung der Jury lautet: „Roel Lintermans ist nun wahrhaft in Berlin angekommen. Gekonnt, kunstvoll, ausgesprochen mutig und bei jedem Bissen von Neuem überraschend kombiniert er intensivste Aromen und ungewohnte Texturen, ohne dabei jedoch die Balance innerhalb der Gerichte aus den Augen zu verlieren. Längst zeigt der weltoffene Neuberliner, dass er die „Sprache“ des großen Pierre Gagnaire nicht nur perfekt beherrscht, sondern dabei auch seinen ganz eigenen Berliner Stil entwickelt hat.“

Meisterköche in Deutschland

Als „Brandenburger Meisterkoch 2014“ wurde Carsten Rettschlag aus dem Restaurant Juliette gewählt. Ihre Entscheidung begründet die Jury folgendermaßen: „Carsten Rettschlag beeindruckt im gemütlichen Fachwerkhaus mit Kamin in der Potsdamer Innenstadt seit Jahren mit seiner kreativen, leichten und auch mal asiatisch angehauchten französischen Küche. Ein guter „alter“ Bekannter der Jury! In diesem Jahr allerdings hat er gezeigt, dass es ihm durch sein Spiel mit besten lokalen, saisonalen Produkten auch gelungen ist, eine „Brandenburger Handschrift“ auszuarbeiten, die seine Küche unverkennbar macht.“

Die Auszeichnung um den Titel „Aufsteiger des Jahres 2014“ ging an Marcus Zimmer aus dem Restaurant am Steinplatz im Hotel am Steinplatz. Die Jury begründet ihre Entscheidung so: „Keine Kompromisse! Null! Der junge und begabte Marcus Zimmer kocht im liebevoll renovierten und eleganten historischen Hotel am Steinplatz konsequent deutsche und Berliner Küche und zeigt damit, dass Berlins neue Genussgeneration auch mit Stolz mit den eigenen kulinarischen Wurzeln umgehen kann. Eisbein, Königsberger Klopse sind auf Zimmers Tellern allerdings nicht „nur“ aus alten Rezeptbüchern nachgekocht, sondern mit Raffinesse verfeinert.“

In der Kategorie „Berliner Gastgeber 2014“ ist die Wahl der Jury auf Peter Frühsammer aus „Frühsammers“ Restaurant gefallen. Dazu die Jury: „Menschlich, ehrlich, herzlich, ganz die alte Schule, aber eben ohne Allüren und Schischi! Berlins Kochlegende Peter Frühsammer sorgte lange vor der Wende für Aufsehen, als einst jüngster Küchenstar Berlins. Heute beeindruckt er als perfekter Gastgeber und Herr über eine der am besten sortierten Weinkarten der Stadt im gemeinsam mit Ehefrau und Küchenchefin Sonja aufgebauten Restaurant am Grunewald. Man fühlt sich als Gast schlichtweg an die Hand genommen!”

Das „Berliner Szenerestaurant 2014“ ist in diesem Jahr das The Grand. Dies erläutert die Jury so: „Berlins aktueller the place to be in der ehemaligen und sorgsam renovierten historischen Armenschule nah dem Alexanderplatz ist nicht nur schick zum Dinner – er wandelt sich den ganzen Tag über vom angesagten Ort zum Business Lunch bis hin zum ausgelassenen, bunten Club mit guter Bar spät in der Nacht. Was uns besonders beeindruckt hat: Küchenchef Tilo Roths ganz eigene Handschrift ist auf den Tellern auch weiterhin unverkennbar.“

Tim Raue erhält den Titel „Gastronomischer Innovator 2014“. Die Entscheidung begründet die Jury mit den Worten: „Kreuzberger, Kochgenie und Rebel, und wer sonst wagt es, Michelle und Barack Obama Knödel und Bienenstich zu servieren! Tim Raue ist es in den vergangenen Jahren nicht nur gelungen, seine eigene, durch Asien beeinflusste Handschrift konsequent weiterzuentwickeln, sondern durch gleich drei Restaurants, eine Vielzahl von Schülern und seine ureigenste Berliner Art tatsächlich weltweit für Aufsehen zu sorgen. Raue strahlt aus!”

Meisterköche in  Berlin

Dr. Stefan Elfenbein, Vorsitzender der „Jury Berliner Meisterköche“:
Ein Jahrgang, besser als der beste Wein! Gekürt werden mit Roel Lintermans und Tim Raue diesmal nicht nur der Küchenchef des einzigen Restaurants eines großen internationalen Küchenstars auf deutschem Boden, sondern auch der einzige Berliner Küchenchef der weltweit bekannt ist. Marcus Zimmer führt außerdem genial vor, dass selbst Berliner Küche wieder ‚in’ ist. Und angestoßen wird im bunten, lebendigen „The Grand“ – auf die 2014er und ein noch genussvolleres Berlin!“

„Mit den Berliner Meisterköchen werden jedes Jahr Spitzenleistungen der Berliner Gastronomie ausgezeichnet. 25 Jahre nach dem Mauerfall hat sich Berlin von der einst geteilten Stadt in eine wahre Gourmetmetropole verwandelt. Die Gastronomieszene ist vielfältig, inspirierend und international – sie prägt die Menschen und die Stadt und stärkt Berlins Anziehungskraft für kreative Köpfe aus aller Welt“, sagt Melanie Bähr, Geschäftsführerin von Berlin Partner.

Kriterien für die Auswahl der Jury, die sich aus unabhängigen Fachleuten zusammensetzt, sind neben der Kochkunst, die Originalität der Kreationen, die Präsentation der Speisen, der Service und das Ambiente. Die offizielle Ehrung der diesjährigen Preisträger sowie die Überreichung der begehrten Auszeichnungen in Form eines handbemalten Tellers der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, findet am 8. November 2014 bei einem Gala-Diner im InterContinental Berlin statt.



Annabell Noll
Pressesprecherin
Annabell.Noll@berlin-partner.de

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06.08.2013 Max' kulinarische Kolumne

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Das letzte Mal Urlaub habe ich im Harz Anfang der 1960er Jahre gemacht. Natürlich bin ich in der Zwischenzeit hin und wieder einmal durch die Region gefahren. Ein Kurzurlaub 2013 aber war dazu angetan, sich dort auch in Sachen Kulinarik umzuschauen. Was ich entdeckt habe, war durchwachsen und hat durchaus Reserven.

Ein Quartier im unmittelbaren Umfeld des legendären Brocken war dank Internet schnell gefunden. In waldreicher, ruhiger Gegend war Benneckenstein das Ziel. Die Unterkunft, das in die Jahre gekommene, aber durchaus sehenswerte und mit (fast) allem Komfort modernen Wohnens versehene ****Hotel Harzhaus (treffender kann man es nicht bezeichnen).

Die Zimmer sind geräumig, vom Ambiente her nicht unbedingt aufregend, aber eben mit den Standards dieser Hotel-Kategorie ausgestattet. Gewünscht hätte ich mir zumindest noch einen Mini-Kühlschrank. Aber diverse Getränke hätte man sich aufs Zimmer bringen lassen können. Nicht ratsam an heißen Tagen.

Das Restaurant befindet sich im Wintergarten. Der ist schlicht, aber ansprechend ausgestattet und bietet einen herrliche Sicht auf den Harz. Der versprochene Brockenblick war allerdings etwas übertrieben. Vielleicht in den Zimmern zwei Etagen höher... Die angrenzende Gaststube gibt sich harzhaft rustikal. Am Tresen kann man gemütlich sitzen, ein Bier, einen Schierker Feuerstein oder Mixgetränke genießen.

Und bei schönem Wetter bevorzugen die Gäste, ihr Mahl auf der geräumigen Terrasse mit dem Blick auf das weitläufige Wildgehege einzunehmen. Wenn die Tische etwas anderes als den Plaste-Deckenbelag in "Strickausführung" aufweisen würden, könnte man sich hier richtig wohlfühlen. Von einem 4-Sterne-Haus sollte man da etwa mehr Geschmack und Sinn für's Detail erwarten können.

Die Küche des Hauses hat im wesentlichen gehalten, was man erwarten durfte. Keine Spitzenküche, aber solide zubereitet, wenn auch im Detail nicht unbedingt alles selbst zubereitet. Die Saucen nicht aufregend, aber keine Einheitssauce für alles. Erstaunlich gut und auf den Punkt gegart die offensichtlich selbst hergestellten Bandnudeln. Auch die angebotenen Suppen, rustikalen Steakgerichte und Gerichte wie Roulade oder Rostbrätel kann man mit Genuss verspeisen. Zum Glück wird das alles, wie anderswo sehr oft, nicht unter dem Motto "Futtern wie bei Muttern" angepriesen.

Bier geht auch regional

Enttäuscht war ich vom Bierangebot. Aus dem Fass gab's König Pilsener und Hasseröder Schwarzbier. Das helle Hasseröder dagegen nur aus der Flasche. Das ist für mich inakzeptabel. Nichts gegen KöPi, aber im Harz möchte ich das regionale Bier auch aus dem Fass verkosten. Und Schwarzbier ist wegen seiner teils süffigen süßlichen Note eben nicht jedermanns Geschmack.

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Ich bin auf Radeberger umgestiegen. Auch nicht schlecht, aber eben nicht regional. Kleiner Minuspunkt ebenso wie die Tatsache, dass man den Rotwein ziemlich warm (nicht zu verwechseln mit temperiert) serviert. Die Weinauswahl selbst war akzeptabel und von guter Qualität

Das Frühstücksbuffet hat für mich keine Wünsche offen gelassen. Ich wollte ausgedehnt und deftig frühstücken. Das kann man sehr ausgiebig und vielseitig. Gut, die Eier waren durchweg "hart", aber wohl von glücklichen Hühnern, weil ohne Stempel. Wäre eine Idee, auch "weichere" Eier anzubieten. Rühreier auf Wunsch, nicht so mein Ding. Ansonsten große Vielfalt an Wurst, Käse, Schinken, Fisch und diverse süße, aber auch gesunde Leckereien.

Mehr Liebe zum Detail kann nicht schaden

Die Vollkornbrötchen und das Brot waren frisch und sehr schmackhaft. Die normalen Brötchen dagegen im sprichwörtlichen farblos. Sie sahen aus, wie "schon mal gegessen", würde man in meiner früheren Heimat, dem Erzgebirge, sagen. Probiert habe ich sie jedenfalls nicht. War mir zu unansehnlich und zu wenig knackig. Geschmacks- aber auch Ansichtssache...

Auch die Käseplatte am Abend habe ich mir nach Ansicht am Nachbartisch verkniffen. Da war, außer dem berühmten Harzer Käse, wenig Regionalität zu erkennen. Schnittkäse kann ich auch zu Hause essen. Das Candle-Light-Dinner am ersten Abend dagegen war recht in Ordnung. Die Rinderkraftbrühe mit Flädle hatte eine dezent-würzige Note und war eine passende Einstimmung.

Als Hauptgang ein sehr schmackhaftes Hähnchenfilet im Speckmantel und einer raffinierten Beigabe von Salbeiblättern. Das Sorbet war allerdings noch ziemlich tiefgefroren und das Dessert stammte wohl eher aus dem Hause Dr. Oetker und Co. Drei Übernachtungen mit Frühstück und Dinner für 100 Euro, da kann man aber insgesamt nicht meckern. Und einen Begrüßungssekt gab's auch...

Echt gut war übrigens der Service. Die Kellnerinnen durchweg fesch, adrett, sehr freundlich und aufmerksam. Da fehlte auch der kommunikative Draht zum Gast und so manches humorige Wort nicht. Mein Motto: "Hier bin ich Gast, hier will ich es sein..."

Der Harz könnte kulinarisch anziehender sein

So weit, so gut. Harz ist aber nicht nur in Benneckenstein. Um es vorwegzunehmen: Kneipen, Restaurants aller Couleur sowie Hotels und Pensionen für alle Ansprüche gibt es en masse. Manche sehen von außen einladend, manche von innen ausladend (und umgekehrt) aus. Für die Hochsaison im Sommer (der Harz setzt ja auch sehr auf Wintersport) war mir das Angebot insgesamt etwas dürftig.

Dagegen waren die Gerichte, was man so sehen konnte, oft auf übervollen Tellern serviert. Wer da an frische Kost glaubt. Ich jedenfalls nicht. Und die Angebote in vielen "Schaukästen" waren alles andere als harzhaft. Schnitzel mit Pommes oder Kartoffelsalat kann ich auch zu Hause essen, preisgünstiger und besser. Mir ging immer wieder das Wort Regionalität durch den Kopf. Sollten die Gastronomen (meist) nur einfallslos sein, oder nur dem Geschmack und dem Preisdenken der Masse unterliegen? So ganz preiswert waren nämlich diese Angebote auch nicht. Preiswert und gut gehrt auch anders.

Sichtbare und wohl auch (m)essbare Qualität gibt's natürlich auch. Wernigerode und Schierke (aber auch Quedlinburg im Vorland) sind da wohl die ost-harzlichen Paradepferde. Da gibt's schon schmucke Cafes und Restaurants, die mit einem breitgefächerten und anspruchsvollen Angebot aufwarten.

Für Gourmets empfehlen sich das Gothische Haus in Wernigerode (da spielt Küchenchef Ronny Kallmeyer sein ganzes Können aus) oder im *****Landhaus "Zu den Rothen Forellen" in Ilsenburg (ist für mich eher Harzvorland). Im letzteren Haus kocht dort (wieder) der gebürtige Sachsen-Anhaltiner Thomas Barth, der wohl an die Sterneküche seines Vorgängers Axel Kammerl anknüpfen möchte. Leider hat es meine Zeit nicht erlaubt, diese Häuser aufzusuchen. Das hole ich nach. Versprochen.

Der Gipfel war geprägt vom kulinarischer Einfallslosigkeit

Aber klar, wer in den Harz fährt, sucht nicht unbedingt Gourmet-Spitzenküche. Ich möchte dort originäre, frische Küche nach Art der Region genießen. Das ist der Kreativität der Küchenchefs keine Grenze gesetzt. Und wer sich auf die Reise mit der romantischen Brockenbahn auf den höchsten Berg im nördlichsten Mittelgebirge macht, dem schmeckt auch ein deftige Erbsensuppe oder eine kräftige Gulaschsuppe im urigen Bahnhofslokal in Schierke.

Alles zu seiner Zeit, und in Wanderschuhen muss man auch nicht ein nobles Restaurant  aufsuchen, nur, um damit anzugeben. Was nicht heißt, dass man im Touristensaal dazu gezwungen werden muss, sein Bier selbst zu zapfen.  Das ist keine gute Aussicht und keine Ansichtskarte für dieses schöne Fleckchen Erde. Mal ganz abgesehen von der dort vorwiegend angebotenen Fertigkost als Gipfel von kulinarischer Einfallslosigkeit.

Michael H. Max Ragwitz "der Harz hat durchaus Reserven"

Reden ist silber...Schreiben ist gold

Kunst Kultur und Kulinarik

Michael H. Max Ragwitz

www.ragwitz.de

Facebook-Profile: M H Max Ragwitz, Redaktionsbüro MHR und Genussbotschafter

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01.08.2013 Heiligendamm - Aufbruch in eine neue zeit

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Anmerkung der Redaktion: Letzte Meldung 1. August 2013.

Das Grand Hotel Heiligendamm hat nach eineinhalb Jahren einen neuen Eigentümer. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Paul Morzynski aus Hannover hat das Luxushotel gekauft. Über den Kaufpreis wurde stillschweigen vereinbart, Paul Morzynski der schon an einem anderen Hotel beteiligt ist möchte den Hotelbetrieb weiter führen. Das Grand Hotel Heiligendamm beschäftigt etwa 240 Mitarbeiter die sich nun auf eine neue Zukunft freuen können.

Für Heiligendamm am Ostseestrand gibt es 2013 gleich zwei Jubiläen und damit Grund zum Feiern. Genau genommen sogar drei. 1793 gründete der mecklenburgische Großherzog Friedrich Franz I. das erste deutsche Seebad. 20 Jahre später wurde der bekannte Weiße Pavillon im Herzen Bad Doberans eröffnet und vor 10 Jahren wurde das Grand Hotel Heiligendamm wiedereröffnet.

Kein Wunder also, dass die Stadtväter des Heilbads Bad Doberan eine facettenreiche Festwoche organisiert hatten. Die Palette der Veranstaltungen reichte von Sonder-, Miniatur- und Fotoausstelungen über Großherzoglich kulinarische Genüsse, kreiert von Spitzenkoch Tillmann Hahn im Weißen Pavillon sowie im Torhaus und der Klosterküche, bis hin einem tollen Doberaner Klostermarkt, Oldtimertreffen, Lesungen, dem Historischen Anbaden im Stadtteil Heiligendamm und einer riesigen Jubiläums-Kaffeetafel von 220 Metern Länge am Grand Hotel in der Weißen Stadt am Meer, wie Heiligendamm auch genannt wird.

Essen und Trinken

Für die Macher des Grand Hotels war eine festliche Gala im Ballsaal des renommierten Hauses Anlass, kurze Reminiszenz zu den vergangenen 10 Jahren zu halten und dann optimistisch in die Zukunft zu blicken. Der neu berufene Direktor Tim Hansen verwies in einer kurzen, aber sehr persönlichen Rede auf die Turbulenzen, die die etwa 240 Mitarbeiter des Hotels seit der Insolvenz der Fundus-Gruppe von Investor Anno August Jagdfeld und dem Ausstieg der Kempinski-Hotelgruppe als Betreiber des Luxushotels zu überstehen hatten.

Kulinarisches Deutschland

Nun seien aber mit den neuen Eigentümern, zweier Berliner Immobilienfirmen, die Weichen für die Zukunft gestellt worden. Hansen:"Wir haben durch- und zusammengehalten. Das hat uns auch über diese schwierige Zeit gebracht. Nun werden wir mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass ein neues Konzept zum Erfolg geführt wird."

Die Gala verstehen Tim Hansen und seine Mitarbeiter in diesem Sinne als Aufbruch in Zukunft. Und sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt, den illustren Gästen einen unvergesslichen Abend zu bieten. Champagner-Empfang mit wundervollen Amuse Bouche Kreationen, dezente Begrüßungsmusik. Und dann der Einlass in den prächtig herausgeputzten historischen Ballsaal als Ort eines sogenannten Dine around, oder auch Walking Dinner. Dazu muss man wissen, dass im Ballsaal und dem Kurhaus Restaurant Stationen einzelner Köche aufgebaut wurden, die Ihre Kreationen den Gästen sozusagen live zubereiteten und anboten.

Reisenews und Reisetipp

Neben Sternekoch* Ronny Siewert und Küchenchef Steffen Duckhorn sollten eigentlich noch Küchenchefs der Selektion Deutscher Luxushotels teilnehmen. Die aber konnten, aus welchen Gründen auch immer, nicht anreisen. Keineswegs nur Ersatz aber waren die hochkarätigen Freunde von Ronny Siewert*, dem Ruf des Kollegen gern gefolgt sind.

Mit von der Partie waren der gebürtige Neustrelitzer Jörg Lawerenz* vom Walk'schen Haus in Weingarten bei Karlsruhe, Christoph Rainer** vom Hotel Restaurant Villa Rothschild in Königstein im Taunus sowie Alexander Ramm vom benachbarten Jagdhaus in Heiligendamm.

Was die fünf Koch-Künstler anboten waren wahrlich raffinierte Speisen mit ganz unterschiedlichen kompositorischen Nuancen. Allein die aufwändige Zubereitung der Gerichte, bei der die Gäste ja zuschauen konnten, war eine Augenweide. Und erst recht der Genuss sorgte für einen Gaumenkitzel der ganz besonderen Art.

Christoph Rainer sorgte für asiatischen Sommer, Jörg Lawerenz zelebrierte einen köstlichen Rehrücken, Alexander Ramm veredelte eine Eismeerforelle und Steffen Duckhorn zauberte ein feines Steak-Tatar und traditionellen Labskaus "auf seine Art". Gastgeber Ronny Siewert schließlich wartete mit einer Variation von Gänseleber und einem exzellent zubereiteten Shortrib auf.

Mecklenburg-Vorpommern ist eine Reise wert

Da fällt es schwer, sich für einen Favoriten zu entscheiden. Alle Speisen zeugten von hoher Kochkunst und waren so perfekt in Szene gesetzt, dass es geschmacklich keine Abstriche gab. Trotzdem bleibt wie immer alles Geschmackssache. Als Fleischgenießer war ich vom Rehrücken, dem Shortrib, aber auch dem, dem raffiniert gewürzten asiatischen Sommer sehr angetan. Meine Frau dagegen lobte die Forelle, die Gänseleber und das Steak-Tatar in höchsten Tönen.

Zur geschmacklichen Abrundung war ein grandioses Dessertbuffet aufgebaut. Ich, der es lieber deftig mag, bediente mich aber lieber ausgiebig am tollen Tölzer Kasladen von Susanne Hofmann und an der Austern Bar (!). Köstlichkeiten ohne Ende. Meine Frau dagegen ließ sich von den Desserts und der toll aufgemachten Degustation feinster Schokoladen verführen. Zeit also, danach auch den einen oder anderen Tanz zu wagen. Die Live-Band hatte einen Sound drauf, der gar trefflich zum Anlass und Ambiente passte.

Chapeau an die Organisatoren dieser Gala - da stimmte alles. Und die teilnehmenden Damen erhielten sogar noch einen Rosenstock mit einer Jubiläumsrose, die der Erbgroßherzogin Alexandrine von Mecklenburg (einer Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II.) gewidmet ist, die ebenfalls in Heiligendamm gewohnt hat.

Fazit: Eine solche Veranstaltung lässt das Potenzial ahnen, dass in dem Grand Hotel am Meer steckt. Hier herrscht auch eine sehr angenehme Atmosphäre zwischen Gast und Mitarbeitern. Ronny Siewert zeigte sich von Gala hocherfreut: " Es ist schön, mit zufriedenen Gästen ins Gespräch zu kommen, die den guten Ruf von Hotel und Küche buchstäblich in die Ferne tragen. Und ich freue mich sehr, dass meine geschätzten Kollegen die Gala auf so hohem Niveau unterstützten. Ich denke, das lässt auf eine gute Zukunft hoffen. Hier wird jeder an seinem Platz seinen Beitrag dazu leisten."

Die Speisen im Einzelnen:

Ronny Siewert*
Gänsleber, Holunderblüte, grüner Pfeffer und Erdnusskrokant
Shortrib, BBQ Rilette, Kräutercreme und eigene Jus

Steffen Duckhorn
Steak-Tatar, Spargelsalat und Landeivonaigrette
Labskaus auf seine Art

Jörg Lawerenz*
Rehrücken im Gewürzsud pochiert & lackiert, Brokkoli, Mispeln und Basmati

Christoph Rainer**
Asiatischer Sommer Tom Kha Gai, Jakobsmuschel, Hummer und Ponzu

Alexander Ramm
Konfierte Eismeerforelle, grüner Spargel, Kartoffel, Liebstöckel und Rhabarber-Apfel-Schaum

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Kunst, Kultur und Kulinarik

Michael H. Max Ragwitz
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30.07.2013 Warum weniger kein Genussverzicht sein muss

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Die Nachricht überrascht schon: Erika Bergheim, die man getrost zu den weltweit besten Köchinnen zählen darf, wird künftig nicht mehr im noblen Sternerestaurant Nero des Schlosshotel Hugenpoet in Essen kochen. Das Schloss an sich aber verlässt sie nicht, sondern wird künftig mit ihrer bewährten Küchencrew im Hugenpöttchen, der legeren Alternative zum Nero, arbeiten.

Der Grund dafür ist simpel: Das sternengekrönte Gourmetrestaurant wird geschlossen, die Besitzer des Schlosshotels offensichtlich nicht mehr bereit sind, den Aufwand für die Sterneküche mit dem Hotelbetrieb zu subventionieren.

Dafür haben sie jetzt ein ganz simples Rezept: Das Hugenpöttchen zieht von der Remise ins Schloss und bietet wohl auch künftig kreative, originäre Landhausküche an, die sich durch Frische und handwerklich erstklassige Zubereitung aller Speisen auszeichnet. Das soll offensichtlich auch den Gast anziehen, der sich bisher vor dem Sterne-Status und den damit (manchmal) verbundenen steifen Ritualen eines solchen Restaurants scheute.

Das sternengekrönte Gourmetrestaurant wird geschlossen

Essen und Trinken

Man erwarte auch ohne das Sternerestaurant, heißt es aus dem Hause Hugenpoet, künftig sowohl internationale als auch einheimische Gäste aus der unmittelbaren Umgebung. Gegessen werden soll zwanglos, ganz, wie Gast es beliebt, und ohne jeden Gourmet-Verhaltenskodex. So es diesen denn gibt...

Da hüpft der Gaumen buchstäblich vor Begeisterung

Ich meine, dieses neue Rezept macht das Haus sympathisch und im besten Sinne des Wortes anziehend. Eben eine solche unverkrampfte, nicht auf einen Stern fixierte Philosophie wünscht man sich mehr, ohne damit a priori gegen Sterneküche zu argumentieren. Das Ganze offenbart für mich aber noch einen anderen Aspekt: Essen ohne Sterneanspruch muss auf keinen Fall auch Genussverzicht bedeuten. Man darf wohl nicht erwarten, dass Erika Bergheim künftig weniger ambitioniert und weniger gut kocht.

Ergo: Der Stern ist für mich nicht das Maß aller kulinarischen Dinge. Ich kenne eine stattliche Anzahl von Köchen, deren Küche exzellent ist, die aber gern auf den Stern verzichteten. Der ist nämlich oft (immer) mit einem großen Aufwand verbunden, der manchmal in keinem ökonomischen Verhältnis zum Ergebnis, sprich: Erlös, steht. Warum sich also nicht auf die Tugenden besinnen und authentische, nicht weniger anspruchsvolle Küche zu bieten.

Frei nach Goethe: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein...

Es gibt außerdem, da werden mir die Kenner der Szene sicher zustimmen, eine Vielzahl an Köchen landauf, landab, die so exzellent kochen, dass sie den Stern durchaus verdient hätten. Aber dazu bedarf es auch einer gewissen Aufmerksamkeit durch eben diese Szene. Auch Michelin ist längst nicht so unabhängig wie man das immer gern kommuniziert. Was auch immer man in diese Feststellung interpretieren könnte.

Ich jedenfalls schätze die Leistungen der "einfachen" Köche mit authentischer, frischer Küche nicht minder als die eines Gourmet-Tempels. Wenn ein Koch in Thüringen sich vortrefflich auf regionale Küche versteht und ohne Fertigprodukte ein köstliches Mahl zaubert, hat das für mich den gleichen Stellenwert wie ein Vier-Gänge-Menü im Zwei-Sterne-Haus. Denn es ist, das sollten wir nie vergessen, immer noch eine Frage des Geschmacks. Und der darf aus meiner Sicht nicht mit dem Status eines Restaurants zu tun haben.

Es ist in diesem Sinne beachtlich, was beispielsweise Landgasthöfe und kleinere Restaurants abseits aller voller-Teller-für-kleines-Geld-Mentalität an originärer kulinarischer Kreativität und Qualität zu bieten haben. Da läuft einem nicht nur das Wasser im Munde zusammen, sondern hüpft der Gaumen buchstäblich vor Begeisterung. Das ist für mich ebenso hohe Kochkunst wie die bei Tim Raue in Berlin, Thomas Bühner in Osnabrück oder Heinz O. Wehmann in Hamburg.

Es sollte in diesem Zusammenhang auch nachdenklich machen, wenn Sterneköche sogar ganz bewusst aus der Riege der Koch-Meriten aussteigen, um neue kulinarische Ideen umzusetzen und dem Gast ein Geschmackserlebnis zu bieten, das mit vielen Facetten kombiniert ist.

Tillmann Hahn, der noch im vorigen Jahr in der Yachthafen-Residenz Hohe Düne in Rostock-Warnemünde auf Sterneniveau kochte, setzt jetzt gemeinsam mit seiner Frau im Torhaus in Bad Doberan ein Projekt um, das mehr als den Geschmackssinn anregen soll. Unter dem Motto "Einfach nur das Beste - das Leben ist zu kurz um schlecht zu essen" bietet er eine wunderbare Mixtur aus Kulinarik, Kunst und Kultur an.

Kunst, Kultur und Kulinarik

Auch Michael Laumen, erster Sternekoch in M-V steigt nach einer Ruhephase wieder ins kulinarische Geschehen ein. Man darf gespannt sein, worum es sich handelt. Ich werde in Kürze darüber berichten. Köche wie Benedikt Faust dagegen hat es nach erfolgreichen Jahren auf Rügen wieder in die Heimat nach Würzburg verschlagen. Man darf sicher sein, dass er auch dort ein Meister seines Fachs bleiben und weiter auf dem Zettel der Michelin-Tester stehen wird. Muss aber nicht sein, meint er. Qualität ist entscheidend. Der Stern eher schmückendes Beiwerk.

Das alles sind meiner Überzeugung nach Angebote, die Schule machen und von den Gästen dankend angenommen werden. Frei nach Goethe: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein... Jeder Koch hat in diesem Zusammenhang seine ganz eigene Daseinsberechtigung und seine eigene Philosophie, sich zu verwirklichen.

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Ich jedenfalls kehre zum Beispiel gern bei Stefan Rottner in Nürnberg, bei Barbara Siebert in der Sächsischen Schweiz, Sebastian Syrbe in Binz, Peter Franke im Spreewald, aber auch bei Christian Lohse oder Danijel Kresovic in Berlin ein. Ganz nach meinem Geschmack, nach Lust, Laune und Anlass. Und, das sollte man nicht unterschätzen, nach dem aktuellen Pegelstands meines Geldbeutels...

Reden ist silber...Schreiben ist gold

Michael H. Max Ragwitz

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10.07.2013 Max' kulinarische Kolumne

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Der magische Stern für die junge Generation ist ein überdimensionales gelb-rot leuchtendes Logo meist an der Autobahn. Sie wissen schon... Kulinarisch gesehen haben diese Angebote wenig bis gar nichts mit Sterne-Gastronomie zu tun. Wie aber gerade diese Altersgruppe für den Gaumenkitzel gehobener Gastronomie begeistern?

Da ist die Idee beispielsweise von Sternekoch Tim Meierhans nicht ganz neu, mit einem speziellen Konzept jüngere Gäste an feine Küche heranzuführen. Der Koch ist selber gerade mal 30, kann sich also sicherlich in das kulinarische Gefühlsleben hineindenken. Und er weiß mit Sicherheit auch, wie man da Ganze zeitgemäß serviert.

Nicht zuletzt geizt er wohl auch mit Erklärungen zu Speisen und korrespondierenden Weinen. Berappen müssen die Damen und Herren um die 30 etwa 77 Euro für ein Menü samt Fingerfood und Wein. Geile Sache, und hat neben dem unmittelbaren kulinarischen Genuss auch einen "bildenden" und (ess-) kulturellen Anspruch.

Essen und Trinken

Ob man mit diesem (durchaus löblichen) Konzept aber eine breite Masse erreicht, wage ich noch zu bezweifeln. Denn auch den Preis für Sterne kann sich nicht jeder leisten. Schon gar nicht diejenigen, die erst ins Berufsleben starten, oder aus diesem mehr oder weniger zwangsläufig aussteigen mussten. Ein im nachhaltigen Sinne besserer Weg scheinen mir Konzepte zu sein, die schon die Kids im zarten Alter an gesundes, schmackhaftes und gutes Essen heranführt.

"Kochen mit Kindern" sozusagen. Auch dafür gibt es schon eine ganze Reihe interessanter Projekte. Die haben für mich den Vorteil, dass die Kids und Teenies viel Wissenswertes darüber erfahren, woher Lebensmittel kommen, wie man sie sinnvoll einsetzt und wie sie ansprechend zubereitet und serviert. 

Sicher, da muss man mit dem Urschleim anfangen. Das gehört dazu, wenn ein bleibender Effekt erreicht werden soll. Ich bin dabei allerdings kein Verfechter von Guerilla-Bio-Schulungen nach dem Motto "Nur Bio ist das Wahre". Immer schön auf dem Teppich bleiben und sich umschauen, woher die Produkte kommen, welche Inhaltsstoffe drin sind und wie man sie am schonendsten für den guten Geschmack einsetzt.

Ganz zu schweigen von dem Aspekt, dass solche Art von Kochen unheimlich Spaß macht und den Kindern mehr bietet als virtuelle Gaukelei aller Couleur. Wetten, dass da für manches Mädchen oder manchen Jungen der Traum heranwächst, in den Koch-Beruf einzusteigen?! Leute, das ist der Weg zu den Sterneköchen von morgen.

Abseits von coolem Schicky-Micky-Essen

Das bedingt aber auch, dass die Eltern diese Ambitionen hegen und pflegen. Stichwort: Vorbildwirkung in Sachen Kulinarik. Die erste Küchenlehrerin sollte also die Mutter (gern auch der Vater) sein, die solches Interesse und Verständnis weckt. Sie müssen den Kindern ohne Bio-Zwang vorleben, was gesundes Essen ist. Wenn der Sprössling sich dann an entsprechenden schulischen Projekten beteiligt, oder später in eine Art Kochclub wechselt, war das die richtige Strategie.

Dann reift meiner Meinung nach und nach auch der Wunsch, einmal gehobene, oder gar Sterneküche kennenzulernen. Das allerdings abseits von coolem Schicky-Micky-Essen, weil es eben "in" ist, sondern aus dem Gedanken heraus, dass auch Essen bildet. Da spart sicher mancher auf ein solches Essen, um seiner Freundin ein solches Erlebnis zu bieten.

In diesem Sinne mögen ganz viel zarte Koch-Pflänzchen wachsen, die später einmal die Kunde anspruchsvoller Gastlichkeit in die Welt tragen.

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Michael H. Max Ragwitz
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07.07.2013 Max' kulinarische Kolumne - Angst vor der virtuellen Fresssucht

GFDK - Michael H. Max Ragwitz

Sachen gibt's, da muss man erst einmal drauf kommen. Jüngst wurde gemeldet, dass man Essstörungen bekommen kann, wenn man sein Essen permanent fotografiert und die mehr oder weniger guten Ergebnisse dieses Lasters auf virtuellem Wege veröffentlicht. "Food Porn" (ein Schelm, wer Böses dabei denkt) wird das genannt. Herausgefunden haben will das eine kanadische Psychologin. Die Fotos, meint die Dame, können zu Fresssucht oder Bulemie führen.

"Ach du leiwe tied", würde der Norddeutsche sagen. Was kommt da noch alles auf die Menschheit zu? Verkommt gar das Internet zum kulinarischen Sündenpfuhl? Nein, meine ich. Trotzdem hat die gute Frau mit ihren Beobachtungen nicht nur für mich Fragen aufgeworfen. Denn die Angewohnheiten, in Restaurants die mehr oder weniger stilvoll angerichteten Teller zu fotografieren, haben mittlerweile nahezu inflationäre Züge angenommen.

Essen und Trinken

Man greift entzückt zum iPhone, weil man ja zeigen will, dass man eines hat, und klickt was das Zeug hält auf den Auslöser. Das man dabei später noch ganz dezent am Rande mitteilen kann, in welchem Nobelschuppen man war und wie viel Euronen man für das Menü abdrücken musste, dessen Namen man nicht mal aussprechen, geschweige denn schreiben kann.

Über den Sinn und Unsinn solcher Aktivitäten kann man nun gar trefflich diskutieren. Und genau genommen bin ich ja auch so ein Food-Paparazzo. Denn auch von mir gelangen Food-Fotos in die virtuellen Welten von Facebook und Co. Manchmal auch privat, überwiegend aber meinem journalistischen Faible für kulinarische Entdeckungen geschuldet.

Soll auch heißen, ich brauche für alle möglichen Beiträge Motive von gutem Essen. Vom schlechtem Essen lohnt sich sowieso kein Foto, weil man den Mangel an Genuss wohl nicht sichtbar machen kann. Es sei denn, eine dicke Schnecke rast fresssüchtig über den Salat.

Und was hat das Ganze mit Food-Porn zu tun? Gar nichts. Ich halte bis zum Beweis des Gegenteils nichts von der These, dass Food-Fotografie dick oder krank macht. Und das Schreiben über das Essen wohl auch nicht. Zugegeben, mir läuft manchmal schon das Wasser im Munde zusammen, wenn ich ein gelungenes Menü oder einen Spitzenkoch in seinem Metier fotografiere. Deswegen esse ich aber weder weniger noch mehr. Und wenn ich mal auf Diät-Trip gehen will, werde ich nur das Salatbuffet ablichten. Das hilft der schlanken Linie ungemein.

Im privaten Bereich aber halte ich von solcher Food-Pornografie nicht viel. Es schmälert durchaus den Genuss, wenn in einem Restaurant dauernd geklickt und geblitzt wird. Da konzentriere ich mich lieber auf das genussvolle Essen, einen guten Tropfen und auf anregende Gespräche (sofern vorhanden) mit meiner Begleiterin. Das hat für mich eine Menge mit Kultur zu tun. Kultur ist es aber auch, wenn man Kultur vermittelt.

Fazit: Es lebe die Food-Porno..., sorry, -Fotografie und die Diskussion darüber, was genussvoll über Zunge und Gaumen gleitet. Es kommt immer auf Umfeld und Maß an, beim Essen wie im Leben überhaupt. In diesem Sinne, bleiben Sie schön neugierig auf meinen nächsten Food-Bericht.

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