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21.02.2019 Tierquälerei im Zoo von Gaza

Folter an wehrlosen Tieren - Löwin erleidet Höllenqualen

von: GFDK - Kultur und Medien

Die guten und schlechten Nachrichten aus der Tierwelt reißen nicht ab. Zuletzt hatten wir eine schöne Geschichte zu erzählen. Bären im Glück - Neues Zuhause - Meimo und Amelia im Arosa Bärenland in die Schweiz überführt, war unser Titel. Heute haben wir leider nichts gutes zu vermelden.

Tierquälerei im Zoo von Gaza

Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zeigt sich schockiert über Aufnahmen aus einem Zoo im Gazastreifen. Im Rafah-Zoo wurden einer jungen Löwin Ende Januar mit einer Gartenschere die Krallen entfernt. Grund für die brutale Prozedur: Der Zoobesitzer lässt Besucher mit der 14 Monate alten Löwin spielen.

Die fehlenden Krallen sollen das Verletzungsrisiko reduzieren. VIER PFOTEN verurteilt den Eingriff aufs Schärfste und fordert die Schließung des Zoos, in dem über 40 weitere Tiere in katastrophalen Umständen gehalten werden. Die Tierschutzorganisation hat bereits Gespräche mit den verantwortlichen Behörden aufgenommen.

Tierarzt Dr. Amir Khalil von VIER PFOTEN: „Krallen sind die Finger und Zehen für Löwen. Ihre Entfernung ist Tierquälerei und weltweit verboten. Die brutale Prozedur wird oft mit der Amputation aller Finger eines Menschen bis zum ersten Knöchel verglichen.

Wir sind schockiert, dass der Besitzer des Rafah-Zoos diesen Eingriff erlaubt hat. Natürliches Verhalten, wie das Fassen von Nahrung oder klettern, ist für die Tiere nun kaum noch möglich.

Auch die Beweggründe sind erschütternd, denn ein Löwe ist ein für Menschen gefährliches Raubtier und kein Spielkamerad. Der Zoobesitzer geht fahrlässig mit den Leben von Menschen und Tieren um. Wir fordern deshalb die verantwortlichen Behörden auf, den Zoo zu schließen und artgemäße Lösungen für die Tiere zu finden. VIER PFOTEN ist bereit zu helfen.“

Rafah Zoo: Über 40 Tiere leiden

Der Zoo in Rafah wurde 1999 eröffnet und liegt südlich im Gazastreifen an der ägyptischen Grenze. Von dort werden durch unterirdische Tunnel immer wieder Wildtiere nach und aus Gaza geschmuggelt. Viele der Tiere kamen seit der Eröffnung des Zoos bei Raketenangriffen und Kriegsgefechten ums Leben.

Einige von ihnen sind nach wie vor ausgestopft im Rafah-Zoo ausgestellt. Aktuell leben im Zoo 49 Tiere in engen und desolaten Käfigen, unter anderem fünf Löwen, eine Hyäne, mehrere Affen, Wölfe, Emus, Katzen, Hunde und exotische Vögel.

Die schlechten Haltungsbedingungen, mangelnde Nahrung und fehlende medizinische Betreuung haben ihre Spuren an den Tieren hinterlassen. Zuletzt war der Zoo Anfang des Jahres in den Schlagzeilen, nachdem vier Löwenwelpen erfroren sind.

VIER PFOTEN: Zahlreiche Einsätze in Gaza

Seit 2014 ist VIER PFOTEN in Gaza aktiv. Die Tierschutzorganisation hat bereits zwei Zoos – den Al-Bisan Zoo und den Khan Younis Zoo – in der Region evakuiert und geschlossen. Die ehemaligen Zoobewohner wurden in VIER PFOTEN eigene Tierschutzzentren überstellt.

Auch der Zoo in Rafah ist für die internationale Tierschutzorganisation kein Unbekannter. 2015 verkaufte der Zoobesitzer zwei Löwenwelpen an einen Einheimischen, der sie seinen Enkeln schenkte. Fotos der beiden Löwen inmitten eines Flüchtlingslagers gingen um die Welt. VIER PFOTEN konfiszierte die Tiere und brachte sie in ihr Tierschutzzentrum in Jordanien.

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