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07.07.2019 Carola Rackete ist keine Heldin

Haltung muß sein, aber Carola Rackete ist weder heilig noch eine Jeanne d’Arc

von: GFDK - Marketing News - W&V Jochen Kalka

Ich bin ja mit Jochen Kalka  in der Regel einer Meinung. Nur hier muß ich ihm widersprechen. Carola Rackete hat italienisches und internationales Recht gebrochen, und das hat mit "Haltung" auch wenig zu tun. Und wo kämen wir hin, wenn jeder wie es ihm passt, das Recht in die eigene Hand nimmt?

Überall prangt das Gesicht von Carola Rackete, in den Zeitungen, im Fernsehen, im Internet. Von einem auf den anderen Tag ist sie weltberühmt geworden, und das war vieleicht auch ein Ziel. Ein bundesrepublikanische Wohlstandskind schlägt über die Strenge, und zeigt uns wie gut sie ist.

Eines vorweg: Carola Rackete ist auch keine Heldin. Ein Held bin ich vielleicht, wenn ich unter Einsatz meines Lebens ein anderes Leben rette, aber auch das war hier nicht der Fall.

Die moralische Hybris wird orchestriert von der deutschen Politik - vom Außenminister bis zum Bundespräsidenten. Die NZZ hat in einem  Kommentar zu Recht die sofortige einseitige Einmischung deutscher Politiker und Medienleute kritisiert.

Für Straftaten darf es auch für weiße deutsche reiche Frauen keinen Bonus geben. Und noch etwas, Journalisten sind nicht dafür da, anderen ihre Meinung zu diktieren.

Zwei Drittel der Bürger sagen, man müsse sehr aufpassen, zu welchen Themen man sich öffentlich äußere. Dazu gehören eindeutig die Flüchtlingsfrage und Muslime und der Islam, aber auch bei Themen wie Homosexualität, Patriotismus und Gendersprache müsse man vorsichtig sein schrieb Andrea Seibel in ihrem Artikel, "Bei der Meinungsfreiheit droht ein Sozialismus light" auf "Welt-Online". So wie es aussieht ist es um die Meinungsfreiheit schlecht bestellt.

Angelica G. schreibt dazu einen Kommentar auf "Welt-Online"

Als „weiße Deutsche, die in einem reichen Land mit dem richtigen Pass“ geboren worden sei, habe sie die moralische Verpflichtung, denjenigen zu helfen, die nicht die gleichen Möglichkeiten wie sie gehabt hätten.
Oh da gibt es viele Verpflichtungen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit ständen.

Sie könnte in der Organisation "die Arche" mitarbeiten und armen Kindern Wertschätzung und Vertrauen schenken, sie bei ihren Hausaufgaben betreuen, ihre Freizeitaktivitäten zur Gewaltfreiheit inspirieren, dafür mitsorgen, dass diese Kinder und Jugendlichen wenigstens eine ordentliche Malhzeit am Tag bekommen.

Sie könnte mit den "Tafeln" Lebensmittel retten und damit Menschen helfen, die sich im Geschäft diese Lebensmittel nicht leisten können.

Sie könnte in der noch von Bernd Eichinger gegründeten Organisation "ARTISTS FOR KIDS" für in Not geratene Kinder und Jugendliche engagieren, und für sie nicht nur in akuten Krisen da sein, sondern  auch mithelfen, für sie  längerfristige Hilfsprogramme zu entwickeln, die den Kindern und Jugendlichen einen guten Schulabschluss, eine erfolgreiche Berufsausbildung und ein selbstständiges Leben ermöglichen.  Und so weiter und so weiter.


Es gibt wirklich tausend Möglichkeiten, dass sich eine weiße Deutsche in einem "reichen" Land, in dem es viel Armut gibt, ihre  moralische Verpflichtung umsetzt, damit andere wenigestens ähnliche Möglichkeiten haben, wie sie.

Dazu benötigt man keine abenteuerlichen Aktionen auf dem Mittelmeer, die den Geschmack der egoistischen Selbstinszenierung und der Beihilfe zur garantierten Weiter- Existenz von Schlepperbanden besitzen.

Und Papperlapapp schreibt:

Der Frau gehts einfach zu gut. Müsste sie ernsthaft für Ihren Lebensunterhalt aufkommen und müsste sich Gedanken darüber machen ob irgendwann die Rente reicht und das möglichst zu einer Zeit in der man noch was hat von der Rente, dann würde die sich nicht so profilieren wollen vor lauter Langeweile.


Dieses Phänomen ist tatsächlich darauf zurückzuführen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, die einen sich den Kopf zerbrechen wo sie Suppe kriegen, die anderen so gesättigt sind, dass man sich Abenteuer suchen muss und Lebensinhalt.


Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V,

Lieber Herr Böhmer,

sie gewinnt an Relevanz, endlich. Ja, sie ist wichtiger denn je, für jeden einzelnen Menschen, aber auch für jede Marke: Haltung. Gerade, wenn es um menschenverachtende Strömungen geht, wenn es jemand wagt, eine Frau zu kritisieren, weil sie sich bei der Rettung von Menschenleben nicht an eine rote Ampel gehalten hat.

Respekt vor dem Modelabel Human Blood, auch heute noch eine der meistgeklickten Meldungen. Die Marke beendete die Kooperation mit Sheepworld, weil deren Chef gegen die Rettung von Mitmenschen hetzte.

Anmerkung der Redaktion

"Auf der Internet-Seite der SHEEPWORLD AG kann man dazu lesen: "Die Kooperation zwischen der SHEEPWORLD AG und der HUMAN BLOOD LTD. Wurde am 03.07.2019 mit sofortiger Wirkung durch die HUMAN BLOOD LTD. medienwirksam beendet.

Als Anlass zur Beendigung wurde eine private Meinungsäußerung des Vorstandsvorsitzenden der SHEEPWORLD AG, Tobias Hiltl, auf seinem privaten Facebook-Account genommen.

Es handelt sich um die privaten Meinungsäußerungen von Tobias Hiltl und nicht um eine Position der SHEEPWORLD AG. Wir stehen für Fairness und Vielfalt und lassen uns keinem politischen Lager zuordnen." Tobias Hiltl hatte Carola Rackete als  "Schlepperin und Menschenhändlerin" bezeichnet.

Vieleicht sollte man hier noch anmerken, das die SHEEPWORLD AG für regionale Vereine und soziale Einrichtungen Geld spendet."

Jochen Kalka: Haltung ist es, was Marken zeigen sollten, was aber gerade auch Journalisten vorleben müssen. Ja, wir Journalisten müssen in unserer Berichterstattung neutral sein, aber über das Vorgehen einer Frau wie Carola Rackete kann man nicht diskutieren, sie ist eine Heldin, die Menschen vor dem Tod bewahrt, während die anderen einfach nur zuschauen, wie Kinder, Männer, Frauen jämmerlich ertrinken.

Anmerkung der Redaktion: Gegenüber "Onetz" (Amberger Zeitung) sagte "Sheepworld"-Gründer Hiltl, er sei weder Rassist oder Hetzer, noch ein Anhänger der AfD. Auf das Statement von "Human Blood" reagierte er dem Bericht zufolge mit den Worten:

"Das ist mal echt konsequent. Gratuliere euch so konsequent andere Meinungen zu diskreditierten" Und weiter: "Scheinbar passt auch eine andere, realistische Meinung nicht zu Euch, sprich alles außerhalb einer linken Meinung wird niedergetrampelt und vernichtet.  So läuft das hier scheinbar. - Naja, ist halt so im linksgrünen Millieu - Toleranz gilt nur in eine Richtung."

Einer, der stets Haltung gezeigt hat, ist leider gestorben: Michael Jürgs, ein großer Journalist. Ein Vorbild, wenn es um Meinung ging. Ein Mann, der keine Angst hatte, anzuecken. Er kämpfte an der Tastatur stets für das Gute. Mit Michael Jürgs ist auch ein Stück Haltung gestorben.

Arbeiten wir daran, dass die Haltung mit uns allen weiterlebt.

Schönes Wochenende

Jochen Kalka

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