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26.02.2014 alte geschichten, erinnerungen und mythen

Die Neuentdeckung in der Literaturszene: Saša Stanišić ist für den Buchpreis nominiert

von: Luchterhand Literaturverlag

Saša Stanišić ist mit seinem neuen Roman "Vor dem Fest" nicht nur für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 nominiert, sondern steht auch auf der Shortlist für den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2014.

Der Buchpreis wird während der Leipziger Buchmesse vom 13. bis 16. März 2014 vergeben. Er ist mit je 15.000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. 136 Verlage haben insgesamt 410 Titel eingereicht. Dass der junge Autor aus Bosnien neben Literaturgrößen wie Martin Mosebach mit Das Blutbuchenfest auf die Shortlist gehöre, sei bei der Jury unbestritten gewesen.

Mit Herz und Seele erzählt Saša Stanišić aus einem Dorf in der Uckermark

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht festhalten will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, kann sich nicht entscheiden, ob er Zigaretten holen soll oder sich in den Kopf schießen. Alle haben sie eine Mission. Alle wollen sie etwas zu Ende bringen, bevor die Nacht vorüber ist.

Keiner von ihnen will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, quält die Schlaflosen. Die Nacht gebiert Ungeheuer: Alte Geschichten und Erinnerungen, Mythen und Märchen, sind ausgebrochen und ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und arbeitslose Halbgötter in Fußballtrikots aufeinander treffen. Und in dem es Herrn Schramm einfach nicht gelingen will, an Zigaretten zu kommen. Wie wird es aussehen das Dorf, wenn das Fest beginnt?


Saša Stanišić wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Romandebüt "Wie der Soldat das Grammofon repariert" begeisterte Leser und Kritik gleichermaßen, es gelangte 2006 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt. Stanišić erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Preis.



Pressezitate

"Diesen Roman muss man lesen, wie man Schokolade isst: nicht zu schnell und nicht alles auf ein Mal."

WDR-Hörfunk

"So schlicht und ergreifend Stanisic über Heimat, Fremde und die Sehnsucht nach Frieden erzählt, so komisch wie poetisch ist dieses an burlesken Einfällen und tragikomischen Geschichten überbordende Buch."

Focus

"Eine große Entdeckung der Saison."

Frankfurter Rundschau

"Das Können des Autors steht ausser Frage. Saša Stanišić hat eine in allen Details brillanten und bisweilen hoch komischen Roman geschrieben."

Neue Zürcher Zeitung

„Alles stimmt: der Stoff, die Tragik, die leichte und süffige Sprache. Stanišić kann etwas.“

Süddeutsche Zeitung

„Jetzt ist er für den Deutschen Buchpreis nominiert, und wenn die Jury sich nur traut, ein Debüt auszuzeichnen, dann hätte sie hier tatsächlich einen hochtalentierten, leidenschaftlichen Erzähler. ... Es gibt keinen Weg zurück hinter den Krieg und den Zerfall, auch wenn dieser hinreißende Roman alles daransetzt, die verlorene Welt nicht untergehen zu lassen.“

taz

Erscheint am 10. März 2014 bei Luchterhand Literaturverlag

Karsten.Roesel@luchterhand-verlag.de

 

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