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01.11.2015 neues trifft auf vergangenes

Klassikfestival: Kasseler Musiktage - von Bach bis Hosokawa, facettenreiche Klavierrezitale

von: GFDK Redaktion

Kassel. „Musik, die wir lieben – Freiheit, die wir suchen!“ lautet das Motto der Kasseler Musiktage 2015. Vom 29. Oktober bis 15. November präsentiert das traditionsreiche Musikfest 22 Konzerte mit hochrangigen internationalen Künstlern in vielfältigen Formaten, vom Klavierrezital über Streichquartett und kammermusikalisches Ensemble bis zum Orchesterkonzert. Der Kartenverkauf beginnt am 1. September 2015.

Das Programm des Festivals, das in diesem Jahr letztmalig unter der künstlerischen Leitung von Dr. Dieter Rexroth steht, schlägt Brücken zwischen liebgewonnener Musik und aufregenden Neu-Entdeckungen. Die Werke von renommierten Komponisten vergangener Epochen – darunter vor allem von Bach, Beethoven, Schubert und Mahler – treffen auf Klangvisionen des 20. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart.

Großer Auftakt mit Bach und Concerto Köln

Zum Auftakt erklingen alle sechs „Brandenburgischen Konzerte“ Bachs im Rahmen des glanzvollen Eröffnungskonzerts (29.10., Kasseler Stadthalle). Interpretiert werden die barocken Meisterwerke vom Alte-Musik-Spezialensemble Concerto Köln.

Orchesterkonzerte mit internationalem Nachwuchstalenten

Weitere Orchesterkonzerte umfassen Abende mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung des neuen Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada (31.10., Festsaal der Kasseler Stadthalle) und dem Staatsorchester Kassel unter Leitung von GMD Patrik Ringborg (8.11., Opernhaus). Beide Konzerte präsentieren mit dem japanischen Geiger Ryū Gotō sowie dem ungarischen Trompeter Tamás Pálfalvi junge, herausragende Nachwuchstalente. Auf dem Programm stehen u. a. Solokonzerte von Tschaikowski und Haydn.

Fokus der Kammermusik: Streichquartett und Klavierrezital

Ein traditioneller Schwerpunkt der Kasseler Musiktage ist die Kammermusik im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Mit gleich fünf Konzerten wird das Quatuor Diotima vom 30.10. bis 3.11. in Kassel zu Gast sein. Die französischen Musiker kombinieren späte Quartette von Beethoven mit Werken von Schönberg und Boulez (am 01.11. gemeinsam mit der Sopranistin Sarah Maria Sun). In der Interpretation des Minguet Quartetts erklingt am 12.11. neben Musik von Haydn und Lachenmann auch die Uraufführung eines neuen Werks der griechisch-deutschen Komponistin Konstantia Gourzi.

Am 14.11. sind ab 16 Uhr zwei Streichquartett-Formationen in drei Veranstaltungen zu erleben: Das Klenke Quartett und das Auryn Quartett interpretieren Musik von Schubert (u. a. „Der Tod und das Mädchen“), zudem mehrere zeitgenössische Werke. Anschließend interpretieren beide Ensembles gemeinsam Mendelssohns Oktett op. 20.

Von Bach bis Hosokawa: facettenreiche Klavierrezitale

Freunde der Klaviermusik erwarten bei den Kasseler Musiktagen auch 2015 vielfältige Rezitale im Ständesaal. Die japanischen Schwestern Mari und Momo Kodama führen mit ihren Solokonzerten in die Welten Beethovens, Chopins, Toshio Hosokawas und Debussys (4./11.11). Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ (2. Teil) wird am 7.11. von der Pianistin Dina Ugorskaja interpretiert, die bereits bei den Kasseler Musiktagen 2013 für Furore sorgte.

Der Direktor des Salzburger Mozarteums Siegfried Mauser widmet seinen Abend dem Klavierwerk Mozarts (9.11.), während die junge koreanische Pianistin Yejin Gil am 10.11. virtuose Musik Skrjabins mit Bach-Bearbeitungen von Busoni in den Dialog treten lässt (10.11.). Kunstvoll arrangierte Musik des Leipziger Thomaskantors bestimmt, neben einer vierhändigen Fassung von Strawinskys „Sacre du printemps“, schließlich auch das Rezital des russischen Klavierduos Ljupka Hadzigeorgieva und Evgeni Koroliov (15.11.).

Unkonventioneller Blick auf Bekanntes: Kammerkonzert mit dem "Ensemble 2012" und Abschlusskonzert

Einen unvoreingenommenen, faszinierenden Blick auf „gewohnte“ klassische Werke und ihre Besetzungen eröffnet das Kammerkonzert mit dem „Ensemble 2012“ der Russisch-Deutschen MusikAkademie (13.11, Ständesaal). Präsentiert wird unter anderem Musik von Tschaikowski in einer Fassung für Klavier, Kammerorchester und Elektronik, außerdem Musik von Hindemith und Gawriil Popov.

Nach dem traditionsreichen Festgottesdienst ergibt sich insbesondere im Abschlusskonzert (15.11., Opernhaus) mit dem Ensemble opus21musikplus eine spannende Änderung der üblichen Wahrnehmung „klassischer“ Musik, wenn Schönbergs „Pierrot lunaire“ auf jazzige Klavier-„Interludes“ (Maria Baptist) trifft. Anschließend erklingt Mahlers vierte Symphonie in einer Version für Kammerorchester und Sopran (Stella Doufexis). Die Gesamtleitung dieses letzten Konzerts der Kasseler Musiktage 2015 hat die Dirigentin und Komponistin Konstantia Gourzi.

Tickets, Ermäßigungen und weitere Informationen

Karten für alle Veranstaltungen sind ab sofort über die Geschäftsstelle der Kasseler Musiktage, die üblichen Vorverkaufsstellen, die Tickethotline 0561-316 450 0 sowie das Internetportal www.kasseler-musiktage.de zu erwerben.

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